Sweden's Karolinska Ends the Use of Puberty Blockers for <16[en]:
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Anne-Mette
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Sweden's Karolinska Ends the Use of Puberty Blockers for <16[en]:

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Beitrag von Anne-Mette »

Hier ist der Text in engl. Sprache verfügbar: https://segm.org/Sweden_ends_use_of_Dut ... 3vPFgCLyLw
Michi
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Re: Sweden's Karolinska Ends the Use of Puberty Blockers for <16[en]:

Post 2 im Thema

Beitrag von Michi »

Das klingt gar nicht gut, wenn Länder wie Schweden beginnen, die Behandlungsmöglichkeiten wieder einzuschränken, und im konkreten Falle die Betroffenen dazu zwingen, die falsche Pubertät zu durchleben. Da werden Länder wie Polen und Ungarn sicherlich begeistert jubeln. (ko)
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Lavendellöwin
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Re: Sweden's Karolinska Ends the Use of Puberty Blockers for <16[en]:

Post 3 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

MichiWell hat geschrieben: Do 6. Mai 2021, 18:39 Das klingt gar nicht gut, wenn Länder wie Schweden beginnen, die Behandlungsmöglichkeiten wieder einzuschränken, und im konkreten Falle die Betroffenen dazu zwingen, die falsche Pubertät zu durchleben. Da werden Länder wie Polen und Ungarn sicherlich begeistert jubeln...

puh, ja, das ist schon Öl auf die Mühlen mancher..

aber Michi, mich stört etwas das "falsche Pubertät"...es kommt schon auch darauf an, wie du die
Pubertät verbringst. Das ist nicht nur rein von der körperlichen Ausprägung abhängig.
Als die Körperbehaarung kam war es der blanke Horror für mich und nicht umsonst damals angefangen
den Bartwuchs zu überschminken...
aber die Pubertät an sich war doch nicht so falsch wie man es zuerst annehmen sollte.
Ich-sorry wenn ich ich hier stark von mir rede-hatte trotzdem eine schöne Pubertät, denn ich war in
der glücklichen Lage trotzdem so sein zu dürfen wie ich war und bin.
Ich bekam keine Steine in den Weg gelegt mich leben zu dürfen. Das ich dann doch versucht habe später
der Biologie zu folgen, war auch nicht falsch, es hat mich um viele Erfahrungen reicher gemacht.

Zudem ist der Kinder und Jugendbereich wirklich kein Zuckerschlecken für die Psychologen und Ärzte.
Eine Freundin von uns betreut ja Trans*kids und macht es sich jedes mal nicht leicht.
Und ich hab sie schon oft mit sich hadern sehen-ich wollte nicht so sehr über die Zukunft eines Kindes
mit entscheiden müssen...niemals.
Was wenn es bei mir eine Phase gewesen wäre? Ich habe Phasen, meinen fluiden Anteil und das zu integrieren
was an mir männlich war, ist und sein wird. Oft soweit das ich sagte Tschüss Identität, hallo Krise..

Ich glaube fast die Schweden beenden das Engagement weil die Fehler schwerer wiegen können, als das
was gut ist...

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
Michi
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Re: Sweden's Karolinska Ends the Use of Puberty Blockers for <16[en]:

Post 4 im Thema

Beitrag von Michi »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Do 6. Mai 2021, 20:04 Ich bekam keine Steine in den Weg gelegt mich leben zu dürfen.
Schön für dich.
!EmmiMarie! hat geschrieben: Do 6. Mai 2021, 20:04 Ich glaube fast die Schweden beenden das Engagement
Hm .. ich weiß nicht. Es wird ja nicht von "muss man machen" .. sondern von "kann man machen" auf "ist unzulässig" umgeschwenkt.

Sorry, für mich ist das kein Beenden des Engagements, sondern eine Vollbremsung!

Bei mir wuchsen auch plötzlich die Haare wie bei einem Affen. Ich weiß also, was das bedeutet .. Ohnmacht könnte es ganz gut treffen .. ohnmächtig, dem was da kommt ausgeliefert zu sein. Heute gibt es da zum Glück Möglichkeiten. Da ist es bestimmt eine gute Idee zu sagen: "Das, was bisher möglich ist, machen wir ab sofort nicht mehr. Ist jetzt verboten."
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Re: Sweden's Karolinska Ends the Use of Puberty Blockers for <16[en]:

Post 5 im Thema

Beitrag von Aria »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Do 6. Mai 2021, 20:04 aber die Pubertät an sich war doch nicht so falsch wie man es zuerst annehmen sollte.
Ich-sorry wenn ich ich hier stark von mir rede-hatte trotzdem eine schöne Pubertät, denn ich war in
der glücklichen Lage trotzdem so sein zu dürfen wie ich war und bin.
Ich bekam keine Steine in den Weg gelegt mich leben zu dürfen. Das ich dann doch versucht habe später
der Biologie zu folgen, war auch nicht falsch, es hat mich um viele Erfahrungen reicher gemacht.

Zudem ist der Kinder und Jugendbereich wirklich kein Zuckerschlecken für die Psychologen und Ärzte.
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Und ich hab sie schon oft mit sich hadern sehen-ich wollte nicht so sehr über die Zukunft eines Kindes
mit entscheiden müssen...niemals.
Was wenn es bei mir eine Phase gewesen wäre? Ich habe Phasen, meinen fluiden Anteil und das zu integrieren
was an mir männlich war, ist und sein wird. Oft soweit das ich sagte Tschüss Identität, hallo Krise..
Ich kann dich da ganz gut verstehen und ich finde es ehrlich gesagt, ein wirklich schwieriges Thema. Ich möchte da auch nicht in der Haut des Psy stecken.
Ich halte die Entscheidungsfindung in diesem Stadium des Lebens für weitaus schwieriger als davor oder danach. Denn gerade darin geschieht doch alles sehr fluid. Heute ist die Meinung so eine und Morgen eine andere. Pubertäres Verhalten eben. Und ich weiss nicht, in wie fern die neuen Medien dabei zum Fluch oder Segen werden können.
Was ich derzeit in anderen Foren/Gruppen beobachte, ist die immense Zunahme bei Transmännern. Ich würde das Verhältnis TF/TM vielleicht mit 35/65 angeben wollen. Im Alter von 15-25 vielleicht sogar 20/80. Da kann man dann schon ins Grübeln kommen. Vor allem weil auch gerade bei TM der Anteil der Detransitionierenden im selben Zeitraum stark angestiegen ist.

Ich kann aber auch die Seite von Michi verstehen. Wenn es einen die Folgen der Pubertät so sehr treffen, dass man alles daran setzen würde sie nicht zu durchleben - wirklich alles - sollte gehandelt werden dürfen und kein kategorisches Nein ausgesprochen werden. Und gerade das ist es, was mir Sorgen bereitet. Dieses generelle Verbot. Das kann so manche(n) echt in den Tod treiben.

Noch mal zurück zu der ungewollt durchlebten Pubertät. Wenn ich dabei so an mich denke, war da zwar etwas das mich gestört hat, ich konnte es aber nicht greifen. Dass ich mich deswegen mit allem zur Verfügung stehenden kaltgestellt habe, habe ich damals nicht darauf zurückgeführt. So gesehen war die Pubertät für mich gar nicht mal soooo schlecht. Und ich kann mit dem heutigen Wissen sagen, dass wenn ich mich an den Zeitpunkt zurück wünschen könnte an dem ich mit der Transition hätte beginnen wollen, wäre es nicht mit 15 sondern eher mit 20-25. Da ist es mir am stärksten bewusst geworden. Aber was für mich gilt, muss nicht für andere gelten. Andere haben diese Erkenntnis in dem Ausmaß schon mit 12. Und denen sollte man alles ermöglichen, damit sie nicht unnötig leiden müssen
¡no lamento nada!
Helga
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Re: Sweden's Karolinska Ends the Use of Puberty Blockers for <16[en]:

Post 6 im Thema

Beitrag von Helga »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Do 6. Mai 2021, 20:04 Und ich hab sie schon oft mit sich hadern sehen-ich wollte nicht so sehr über die Zukunft eines Kindes
mit entscheiden müssen...niemals.
Liebe Marie,
das sehe ich genauso. Eine derart weitreichende Entscheidung über die Zukunft eines Kindes kann weder ein Psychologe noch die Eltern treffen, sondern eigentlich nur das Kind selbst. Dem Kind traut der Gesetzgeber (in den meisten Fällen mit Recht) aber noch nicht zu die Tragweite dieser Entscheidung ermessen zu können. Daher wurde die "Hilfskonstruktion" der Pubertätsblocker eingeführt, mit denen die Kindheit bis zur Volljährigkeit verlängert wird, um dem betreffenden Menschen die Herbeiführung einer rechssicheren Entscheidung zu ermöglichen. Hier offenbart sich aber ein grundsätzlicher Widerspruch dieser "Hilfskonstruktion" (ich bitte den Baufachjargon zu entschuldigen, mir fällt nichts Besseres ein): Das Kind ist zwar Volljährig, es ist aber nicht Erwachsen, da zum erwachsen werden ein wesentlicher Entwicklungsschritt fehlt, nämlich die Pubertät. Während der Pubertät findet nicht nur eine körperliche, sondern insbesondere eine geistige und psychische Entwicklung statt, die idealerweise nicht nur als Individuum sondern auch in der Gruppe mit Gleichaltrigen erlebt wird.
Das Kind ohne Pubertät mit 18 oder 19 ist nicht nur in der Gruppe außen vor, sondern im Grunde nicht schlauer als mit 12 oder 13 sondern nur um einige Jahre älter. Es hat ein Frau- oder Mann- Sein noch nicht am eigenen Körper erlebt, sondern muss sich auf das stützen, was es beobachtet und auf das verlassen, was ihm empfohlen oder in den sozialen Netzen eingepeitscht wird. Es muss, ohne wirklich eine Entscheidungsgrundlage zu haben, die Entscheidung treffen entweder in die Transition zu gehen oder in einem Alter, in dem Andere wesentlich weiter entwickelt sind, die natürliche Pubertät über sich ergehen zu lassen. Beim Drüberlesen fallen mir Stichworte wie "Außenseitertum", "verlorene Jahre" "Psychotherapie" ein.

Die Pubertätsblocker und insbesondere die Begleittherapie laufen Gefahr eine vielleicht nur ansatzweise vorhandene Geschlechtsdisphorie ungewollt zu verstärken.
Wo liegt der Nutzen der Pubertätsblocker? Seitens der Befürworter wird immer wieder das bessere Passing ins Feld geführt. Stimme und Körperbehaarung sind sicherlich meßbare Größen, aber sind (bei MzF) die Schultern wirklich schmaler, die Hüften wirklich breiter, Hände und Füße wirklich kleiner? Niemand weiß es, diese These lässt sich weder beweisen noch widerlegen. Ist der Unterschied wirklich so groß, wenn mensch die Pubertät durchlebt und mit Mitte 20 in die Transition geht? Ich kann mir gut vorstellen, dass die betroffenen Kinder und deren Eltern von dem behaupteten Nutzen wahnsinnig unter Druck gesetzt werden.

Die Pubertätsblocker mal völlig zur Seite geschoben. Mit 18 oder 19 Jahren ist mensch auch nach Durchleben einer normalen Pubertät weder Willens noch in der Lage wirklich weitreichende Entscheidungen zu treffen. Die meisten haben sich in dem Alter für eine Berufsausbildung oder ein Studiumfach bentschieden. War diese Entscheidung richtig? Wer arbeitet mit 50 noch im selben Beruf? Viele haben sich in dem Alter für eine feste Beziehung entschieden. Wie viele dieser Frühbeziehungen haben das 25. Lebensjahr überdauert? Zur Persönlichkeitsentwicklung Jugendlicher und junger Erwachsener gehört es dazu Fehler zu machen, diese zu korrigieren und daraus zu lernen. Fehler die nicht korrigierbar sind, sollten tunlichst vermieden werden.

Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
Aria
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Re: Sweden's Karolinska Ends the Use of Puberty Blockers for <16[en]:

Post 7 im Thema

Beitrag von Aria »

Helga hat geschrieben: Fr 7. Mai 2021, 22:51 Die Pubertätsblocker und insbesondere die Begleittherapie laufen Gefahr eine vielleicht nur ansatzweise vorhandene Geschlechtsdisphorie ungewollt zu verstärken.
Und wenn die Dysphorie nur ansatzweise vorhanden ist, ist sie es dennoch 100% mehr als bei einem Jugendlichen der völlig unberührt von diesem Thema ist. Wenn man sagt, dass die Blocker und die Therapie die Dysphorie ungewollt verstärken können, kann man genau so gut sagen, dass die Transsexualität genau der Grund dafür ist. Ich denke mal dabei etwas an mich, denn bei mir war das genau der Fall - wenn auch nicht durch Blocker oder Therapie hervorgerufen. Je länger ich Hormone nahm, desto mehr merkte ich einerseits wie komplett richtig das ist, weil es sich in allen - wirklichen allen - Bereichen als komplett normal angefühlt hat. Nie mehr hatte ich dieses Gefühl, das ich das ganze Leben davor mit mir rumgeschleppt habe. Ich wusste plötzlich wie sich Leben für all die anderen Leute anfühlen muss, die davon völlig unberührt und eins mit ihrem Geschlecht sind. Andererseits merkte ich aber, wie eins zum anderen kam, wie mich die Dysphorie an Stellen packte die vorher nur tief unter der Oberfläche schlummerten aber jetzt mit aller Macht hervorbrachen. Es ist wie eine Art Festplatte, die partiell ausgetauscht wird und womit das System jetzt viel besser zurecht kommt. Dennoch wird es immer Stellen geben, die entfernt wurden aber niemals mit dem richtigen Programmierung ersetzt werden können.
Helga hat geschrieben: Fr 7. Mai 2021, 22:51 Wo liegt der Nutzen der Pubertätsblocker? Seitens der Befürworter wird immer wieder das bessere Passing ins Feld geführt. Stimme und Körperbehaarung sind sicherlich meßbare Größen, aber sind (bei MzF) die Schultern wirklich schmaler, die Hüften wirklich breiter, Hände und Füße wirklich kleiner? Niemand weiß es, diese These lässt sich weder beweisen noch widerlegen. Ist der Unterschied wirklich so groß, wenn mensch die Pubertät durchlebt und mit Mitte 20 in die Transition geht?
Das Thema Passing ist leider unbestritten, Helga. Nicht nur die von dir angesprochene Stimme und Behaarung, sondern auch die Körpergröße und -dimension. Alles bleibt kleiner und feiner. Alleine beim Becken bin ich mir nicht sicher. Kann sein, dass das schon sehr früh angelegt wird. Bestes und prominentestes Beispiel dafür ist wohl Kim Petras. Sie ist vom Körperbau nicht von einer biologischen Frau zu unterscheiden - bis auf die angesprochene Beckenpartie eventuell. Aber das sind dann echte Luxusprobleme.
Helga hat geschrieben: Fr 7. Mai 2021, 22:51 Ich kann mir gut vorstellen, dass die betroffenen Kinder und deren Eltern von dem behaupteten Nutzen wahnsinnig unter Druck gesetzt werden.
Ich würde nicht von Druck sprechen, eher von Begehrlichkeiten, die geweckt werden. Aber das tun auch die vielen Möglichkeiten der medialen Information. Für mich spricht nichts gegen Blocker, wenn sich schon sehr früh abzeichnet wie sehr der Wunsch nach dem anderen Geschlecht vorhanden ist und er auch dauerhaft ununterbrochen anhält und nicht nur eine Phase ist. Wenn das Kind zB mit 3 Jahren schon anfängt Kleidchen tragen zu wollen u.ä. und mit 6 derart willensstark geäussert wird ein Mädchen zu sein und in der Zwischenzeit keine Veränderung in die andere Richtung aufgetreten ist, sollte man sich ernsthafte Gedanken machen, die richtigen Schritte einzuleiten. Denn alles andere bedeutet nur unglaubliche Qualen für das betroffene Kind.
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