ze.tt: Geschlechtseintrag "divers": "Mir wäre es am liebsten, wenn gar kein Geschlecht im Pass stünde"
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Anne-Mette
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ze.tt: Geschlechtseintrag "divers": "Mir wäre es am liebsten, wenn gar kein Geschlecht im Pass stünde"
Moin,
hier erfahren wir mehr: https://www.zeit.de/zett/queeres-leben/ ... naz-harzer
Gruß
Anne-Mette
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Michaela Smile
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Re: ze.tt: Geschlechtseintrag "divers": "Mir wäre es am liebsten, wenn gar kein Geschlecht im Pass stünde"
Kein Eintrag..... finde ich auch am besten. dieses "divers" kommt eher wie ein Brandzeichen.....
oder einheitlich divers für alle. divers ist ja ein überbegriff für alles. kann also auch eindeutig männlich oder weiblich sein. oder eben irgendwo dazwischen.
aber in diesem Kontext als Ausweis eintrag sugeriert es : " Achtung, nicht normal!"
oder einheitlich divers für alle. divers ist ja ein überbegriff für alles. kann also auch eindeutig männlich oder weiblich sein. oder eben irgendwo dazwischen.
aber in diesem Kontext als Ausweis eintrag sugeriert es : " Achtung, nicht normal!"
Michaela
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bunt ist das dasein......und granatenstark!
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Jaddy
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Re: ze.tt: Geschlechtseintrag "divers": "Mir wäre es am liebsten, wenn gar kein Geschlecht im Pass stünde"
Hmpf. Da ist Rafia deutlich besser informiert, als die Autorys des Artikels.
In Perso, Fahrerlaubnis, etc. steht kein Gendermarker (aka "Geschlecht").
Das ist schon ein Problem an sich, denn ich hab auch mit dem Eintrag im Register quasi kein amtliches Papier, um andersrum auch meine Rechte als nicht-binäre Person einzufordern. Ich möchte das aber auch gar nicht in den Papieren drin haben, weil das etliche andere Probleme macht. Ausnahme: Gesundheitskarte. Da ist der "X" Eintrag sehr praktisch, weil ich die Leuten jedes Mal drauf aufmerksam machen kann und sie es - es ist auf der Karte - für amtlich halten (was es bei mir ja auch ist).
Im Reisepass muss (wg der internationalen Passverträge) ein Gendermarker stehen. M, W oder X. Aber das muss nicht der deutsch-amtliche sein, falls ein damit im Zielland Probleme bekommt. Unter diesen Umständen sind auch mehrere Reisepässe möglich.
Es gibt vier mögliche amtliche Genderoptionen: männlich, weiblich, divers (seit Ende 2018) und "kein Eintrag" (Streichung, schon seit 2013). Alle vier sind theoretisch (seit BGH Urteil 2020) für alle Menschen zugänglich. Entweder über ärztliche Bescheinigung nach -§45b PStG oder über TSG (zwei Gutachten, usw).
Wer also weder "divers", noch "m" oder "w" haben möchte, kann auch ganz auf einen Eintrag verzichten. "divers" wurde nach der Option Streichung eingeführt, weil die vor dem BVerfG klagende Person im amtlichen Register "nicht nichts, sondern etwas" sein und deshalb "einen positiven dritten Geschlechtseintrag" erreichen wollte.
Klar ist das jedes Mal ein Outing. Aber wie soll es denn anders gehen? Wie willst du denn "anders" sein und deiner Andersartigkeit entsprechend behandelt werden, wenn die anderen es nicht wissen?
Egal ob "divers" oder "kein Eintrag": Es ist immer eine Abweichung vom Gewohnten. Das ist anstrengend und jedes Mal eine Abwägung. Nehme ich den Aufwand in Kauf? Weise ich immer wieder darauf hin, dass gerade wieder etwas übersehen oder falsch einsortiert wurde? Oder spare ich mir die Energie und lasse mich misgendern und als M oder W unterbuttern?
Es ist immer wieder der persönliche Konflikt mit dem binären Gendersystem. Ich persönlich habe die eigentlichen Probleme nur mit den binären Zuschreibungen. Egal wie andere mich gegen meinen Willen einsortieren, immer schramme ich an diese gedanklichen Leitplanken an, die mir aufgedrückt werden. Sie bestimmen die Umgangsformen, die Themen, die Erwartungen an meine Interessen, an mein Verhalten und an meine Ansichten. Da muss ich schon sehr klar kommunizieren, dass ich "anders" bin. Ob nun "divers" oder "ohne" auf dem Papier ist lediglich Geschmackssache und macht in der Praxis, wenn du sagst "nein, ich bin weder Herr, noch Frau" keinen Unterschied. Als nicht-binäre Person begehrst du entweder aktiv auf und nimmst das Auffallen, die Irritation, die ständige Erklärerei in Kauf - und das immer wieder, weil die Leute in ihre alten Muster zurückfallen - oder du gehst unter und leidest weiter an den binären Zuschreibungen.
Es gibt kein nicht-binäres Passing und keinen nicht-binären stealth mode.
In Perso, Fahrerlaubnis, etc. steht kein Gendermarker (aka "Geschlecht").
Das ist schon ein Problem an sich, denn ich hab auch mit dem Eintrag im Register quasi kein amtliches Papier, um andersrum auch meine Rechte als nicht-binäre Person einzufordern. Ich möchte das aber auch gar nicht in den Papieren drin haben, weil das etliche andere Probleme macht. Ausnahme: Gesundheitskarte. Da ist der "X" Eintrag sehr praktisch, weil ich die Leuten jedes Mal drauf aufmerksam machen kann und sie es - es ist auf der Karte - für amtlich halten (was es bei mir ja auch ist).
Im Reisepass muss (wg der internationalen Passverträge) ein Gendermarker stehen. M, W oder X. Aber das muss nicht der deutsch-amtliche sein, falls ein damit im Zielland Probleme bekommt. Unter diesen Umständen sind auch mehrere Reisepässe möglich.
Es gibt vier mögliche amtliche Genderoptionen: männlich, weiblich, divers (seit Ende 2018) und "kein Eintrag" (Streichung, schon seit 2013). Alle vier sind theoretisch (seit BGH Urteil 2020) für alle Menschen zugänglich. Entweder über ärztliche Bescheinigung nach -§45b PStG oder über TSG (zwei Gutachten, usw).
Wer also weder "divers", noch "m" oder "w" haben möchte, kann auch ganz auf einen Eintrag verzichten. "divers" wurde nach der Option Streichung eingeführt, weil die vor dem BVerfG klagende Person im amtlichen Register "nicht nichts, sondern etwas" sein und deshalb "einen positiven dritten Geschlechtseintrag" erreichen wollte.
Klar ist das jedes Mal ein Outing. Aber wie soll es denn anders gehen? Wie willst du denn "anders" sein und deiner Andersartigkeit entsprechend behandelt werden, wenn die anderen es nicht wissen?
Egal ob "divers" oder "kein Eintrag": Es ist immer eine Abweichung vom Gewohnten. Das ist anstrengend und jedes Mal eine Abwägung. Nehme ich den Aufwand in Kauf? Weise ich immer wieder darauf hin, dass gerade wieder etwas übersehen oder falsch einsortiert wurde? Oder spare ich mir die Energie und lasse mich misgendern und als M oder W unterbuttern?
Es ist immer wieder der persönliche Konflikt mit dem binären Gendersystem. Ich persönlich habe die eigentlichen Probleme nur mit den binären Zuschreibungen. Egal wie andere mich gegen meinen Willen einsortieren, immer schramme ich an diese gedanklichen Leitplanken an, die mir aufgedrückt werden. Sie bestimmen die Umgangsformen, die Themen, die Erwartungen an meine Interessen, an mein Verhalten und an meine Ansichten. Da muss ich schon sehr klar kommunizieren, dass ich "anders" bin. Ob nun "divers" oder "ohne" auf dem Papier ist lediglich Geschmackssache und macht in der Praxis, wenn du sagst "nein, ich bin weder Herr, noch Frau" keinen Unterschied. Als nicht-binäre Person begehrst du entweder aktiv auf und nimmst das Auffallen, die Irritation, die ständige Erklärerei in Kauf - und das immer wieder, weil die Leute in ihre alten Muster zurückfallen - oder du gehst unter und leidest weiter an den binären Zuschreibungen.
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NikolaAusR
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- Geschlecht: Häsin :-)
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Re: ze.tt: Geschlechtseintrag "divers": "Mir wäre es am liebsten, wenn gar kein Geschlecht im Pass stünde"
Jenseits der internationalen Verpflichtungen aus den Passverträgen gibt es ordnungspolitisch kaum Begründungen für die Erfassung von Geschlecht. Die Gerichtsbarkeit zeigt dem Gesetzgeber in Personenstands-/ Selbstbestimmungssachen regelmäßig auf, dass er auf die Erfassung von Geschlecht auch verzichten könne.Jaddy hat geschrieben: Fr 30. Apr 2021, 10:32 Im Reisepass muss (wg der internationalen Passverträge) ein Gendermarker stehen. M, W oder X
So ließe sich, beginnend in den Behörden, die Dichotomie in den Köpfen langsam auflösen.
Leider ist das (noch) Wunschdenken
Wer trans* sagt muss auch cis sagen
Klar definier ich mich binär :-)
01000110 % weiblich
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