Planet Wissen: Gender - Weg vom Schwarz-Weiß-Denken
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Anne-Mette
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Planet Wissen: Gender „ Weg vom Schwarz„Weiß„Denken
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und heute (15.4. um 23:00)
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Nicole Fritz
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Re: Planet Wissen: Gender „ Weg vom Schwarz„Weiß„Denken
Hallo,
hier mal ein Beispiel, wie schwer es ist von diesem Schwarz-Weiß-Denken weg zu kommen. Ich habe diesen Beitrag für das Autoren-Hilfe-Forum bei Facebook verfasst:
LG Nicole
hier mal ein Beispiel, wie schwer es ist von diesem Schwarz-Weiß-Denken weg zu kommen. Ich habe diesen Beitrag für das Autoren-Hilfe-Forum bei Facebook verfasst:
Er wurde von einx Admin oder Moderator nicht genehmigt. Ich vermute sehr stark, dass xe männlich ist und sich damit verarscht fühlte.Die Alantar-Transskription
Gendern ist Schwachsinn. Sternchen, Unterstrich & Co machen die Sprache kaputt. - Ist das wirklich so?
Unsere Gesellschaft wandelt sich - hoffentlich - immer mehr von einem strengen Patriarchat mit klaren Grenzen und festen Klischees zu einem offenen und toleranten Miteinander. Und dazu passt die derzeitige deutsche Sprache einfach nicht mehr. Sternchen, Unterstrich, Glottisschlag-Pause beim Sprechen - das dient alles nur dazu, das Problem überall bewusst zu machen. Und an der heftigen Diskussion darüber erkennt man, dass es immer mehr bewusst wird. Da will niemand spalten oder irgend etwas kaputt machen. Es spalten vor allem diejenigen, die sich heftig gegen jegliche Änderungen wehren statt einmal ganz einfach in Ruhe über die Problematik nachzudenken. Sprachen haben sich schon immer stetig verändert.
Alantar ist in dem Roman, den ich gerade schreibe, ein ferner Planet irgendwo draußen im Weltraum. Die Bewohner dort haben immer beide Geschlechter, Mann und Frau in einem. Also unterscheidet deren Sprache nicht zwischen er, sie oder es. Statt dem Vater oder der Mutter gibt es - ganz einfach ins Deutsche übertragen - xe Elter. Das ist jetzt schon ein Beispiel für die Alantar-Transskription. Bis zur letzten Konsequenz durchgezogen würde das dann so aussehen: "Xe Astronaut Elian wächst in einx Dorf auf Alantar auf, xe in einx großex Wüste direkt anx Meer gelegen ist. Xen Elter ist Fischer. Xier fährt mit den anderen Bewohnern dex Dorf immer mit einx großex Schiff auf xe Meer hinaus. Dort fangen sie xen Domlin, einx sehr großex Fisch." So extrem mache ich es in dem Roman nicht. Für Gegenstände, Tiere und allgemeine Bezeichnungen bleibt es beim gewohnten deutschen grammatischem Geschlecht.
Das ist jetzt erst einmal ungewohnt, liest und spricht sich aber doch deutlich besser und flüssiger als das Sternchen-Unterstrich-Glottisschlag-Gehampel. Mit den nicht binären X-Pronomen gibt es auch das Problem mit dem generischen Maskulinum nicht mehr. Xe Bäcker spricht einen Bäcker, eine Bäckerin und auch eine als Bäcker tätige nicht binäre Person an. Eine Dreifach-Form, also allgemein Bäcker (m/w/d), Bäckerin für w und vielleicht Bäckerich oder Bäckerer für m, halte ich bei den Vielen dabei betroffenen Wörtern für völlig unpraktikabel. Nicht Binäre oder Intersexuelle könnten sich dabei zudem zu einer allgemeinen Bezeichnung herab gestuft fühlen. Ist lediglich die Berufsbezeichnung wichtig, könnte es beim grammatischen männlichen Geschlecht bleiben: "Für einen Bäcker ist es wichtig, dass er immer gutes Mehl einkauft". Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass sich eine letztlich einfachere Form wie "Für einx Bäcker ist es wichtig, das xier immer gutes Mehl einkauft" langfristig durchsetzen würde. Das wäre dann irgendwann ganz normal und für jeden geläufig.
Das mit dem X passt sicherlich gut zu einer Sci-Fi-Geschichte. Man denke da an die Wortschöpfungen bei StanisÅ‚aw Lem. In der Praxis einer zukünftigen deutschen Sprache könnte man sich natürlich über andere Formen nicht binärer Pronomen einig werden. Ansätze dazu gibt es genug.
Statt großartig herum zu meckern versuche ich jetzt einfach mal in meinem Roman mit einem - hoffentlich - guten Beispiel voran zu gehen.
Liebe Grüße von xen Autor
Nikolai Fritz / Nicole Doll
LG Nicole