Ein verwirrtes "Hallo nochmal" mit vielen Fragezeichen
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Wer möchte, kann sich vorstellen: bitte kurz fassen
und längere Diskussionen in den dafür vorgesehenen
Themen führen!
Carrie_C
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Ein verwirrtes "Hallo nochmal" mit vielen Fragezeichen

Post 1 im Thema

Beitrag von Carrie_C »

Liebe Community,

es mag seltsam klingen, aber eigentlich ist das meine zweite Vorstellung hier. Ich war bereits vor ca 9 Jahren schonmal hier im Forum unterwegs, ich kann mich aber nicht einmal erinnern, unter welchem Benutzernamen. Ich war mir auch lange Zeit sicher, nie wieder hierher zurück zu kehren.

Ich bemühe mich mal, meine "Geschichte" kurz zu fassen: Wie bei den meisten ging es bei mir in der Pubertät los, dass ich ein Interesse für das Weibliche entdeckte - vor allem an entsprechender Kleidung und am Schminken. Ich habe das sehr lange im Verborgenen ausgelebt, bis ich dann - mittlerweile verheiratet und Vater einer Tochter - im Sommer 2012 vor meiner Frau das Coming Out hatte. Zunächst noch als Crossdresser, zeigte sich dann bald für mich, das anscheinend mehr dahinter steckt. Ich habe eine Psychotherapie begonnen, habe einen Transident-Stammtisch besucht, ich bin sogar schon im Alltagstest angekommen und war als Frau öffentlich unterwegs.
Aber dann gab es deine entscheidende Erkenntnis in meiner Therapie und das Frau-Sein-Wollen stellte sich als eine Kompensation für ein emotionales Defizit meiner Kindheit heraus. Ohne hier groß ins Detail gehen zu wollen, ging es etwas verkürzt formuliert bei dem Frau-Sein darum, etwas zu bekommen, das ich als Kind von meinen Eltern nicht genügend bekommen konnte. Schwäche, sich Fallen lassen, Passivität und Schutzbedürftigkeit zeigen, Schönheit und Anmut verkörpern - das alles konnte ich mir als Mann nicht zugestehen (was auf Dauer extrem anstrengend ist), wohl aber als Frau. Mit dieser Erkenntnis hat das Frau-Sein seine "Magie" verloren. Ich erkannte: Frau sein zu wollen war nicht die eigentliche Ursache, sondern ein Symptom von etwas ganz anderem, von einem Kindheitstrauma.
Damit habe ich das Frau-Sein abgelegt. Und dadurch auch meine Ehe gerettet, denn meine Frau wollte keine Frau an ihrer Seite, sondern einfach nur ihren Mann wieder haben.
Ende gut, alles gut? Für einige Zeit, ja.

Bis... ja, bis dann das letzte Jahr alles durcheinander gebracht hat. Mittlerweile um zwei Söhne bereichert, mit beiden Beinen im Berufs- und Familienleben stehend, hat mich meine weibliche Seite eingeholt und aus der Bahn geworfen. Während sich die Coronoa-Lage zuspitzte, ist meine Frau häufiger mit unseren Kindern bei meinen Schwiegereltern gewesen, um der Familie etwas Entlastung zu bescheren. JedeR hier, der/die Kinder im Grundschul- und Kindergartenalter hat, weiß, wie schwierig die Lockdown-Situation gerade für Familien ist. Wie dem auch sei, ich war also mehrmals allein Zuhause. Und da war es dann da, dieses Bedürfnis: Wieder Frauenkleidung zu tragen. Es war so stark, dass ich mir ein wenig was im Internet bestellte. Ich war aufgeregt. Und als ich dann BH, Top und Kleid angezogen habe, musste ich unvermittelt weinen. Nicht, weil ich mich geschämt habe, nein, weil es sich so gut und richtig angefühlt hat, mehr noch, als ich es erwartet hätte. Mit diesen Glücksgefühlen kam meine ganze Trans-Vergangenheit wieder hoch, vor allem die Angst, meine Frau und meine Familie zu verlieren. Ich hatte das Gefühl, etwas Unmögliches zu tun. Eine komplett aussichtslose Perspektive.
Ich war verwirrt, verängstigt und hoffnungslos. Das Bedürfnis wurde etwas schwächer, ich atmete auf, aber es kam wieder. Ich habe mit meiner Frau darüber gesprochen, bin aber nicht in der Lage, ihr meine gesamte Gefühlswelt zu erzählen. Sie hat kein Problem damit, wenn ich ein Kleid anziehe. Aber sie hat ein Problem damit, wenn es darum geht, auch körperlich wie eine Frau zu wirken. Einen Push-Up-BH anziehen? No go. Sich Brust und Beine rasieren? Bitte nicht.
Dass es aber auch das ist, was ich möchte, habe ich mich nicht getraut ihr zu sagen. Naja, so halb habe ich es probiert, habe gesagt, dass der BH für mich an der Stelle einfach dazu gehört, aber ihre Reaktion hat mir gezeigt: Hier wird das Eis gefährlich dünn.
Und jetzt sitze ich hier, Frau und Kinder bei den Schwiegereltern, sehr weiblich gekleidet und zerbreche mir den Kopf, wie das nur weitergehen soll und wohin das führen soll. Ich weiß nicht, wie ich mit diesem Bedürfnis umgehen soll, das ich vor Jahren rational überwunden habe, das mich jetzt aber emotional verschlingt. Was ist meine Wahrheit, wer bin ich, wer kann und will ich sein? Und wie? Ich sehe keine Perspektive, als diesen Teil von mir in ein Schattendasein zu zwängen, vor meiner Frau und meinen Kindern zu verstecken und selten mal stundenweise auszuleben und in der Angst, entdeckt zu werden. Es ist ein Déjà-vu, ein fürchterliches.

Um zum Ende zu kommen: Diese Einbahnstraße, in der ich jetzt gerade feststecke, hat mich wieder hierher geführt, in der Hoffnung, Austausch und Mut zu finden.
Ich freue mich auf euch.

Carrie
Claudia_G
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Re: Ein verwirrtes "Hallo nochmal" mit vielen Fragezeichen

Post 2 im Thema

Beitrag von Claudia_G »

Hallo Carrie,

erstmal Willkommen zurück hier bei uns.

Und dann gleich in die Vollen - wenn dein Thera-Mensch wirklich mit dieser "Kindheitstrauma"-Geschichte Recht haben würde - warum gings erst mit dem Einsetzen der Pubertät los, gerade dann, wenn mensch seine innere Geschlechtlichkeit bewusst wird? Wenns wirklich das sein würde, was Thera-Mensch gesagt hat, dann hätte Junge schon viel eher Mädchen gespiegelt, weils dann ja möglicherweise das behauptete Vermisste gegeben hätte. Ich habe auch so ein Kindheitstrauma und habe trotzdem nie in den Jahren vor dem Einsetzen der Pubertät danach gestrebt, Mädchen sein zu wollen. Auch bei mir ging es los, als mir mit Beginn der Pubertät bewusst wurde, dass ich anders sein möchte als es mir von außen auf Grund meines Körper vorgegeben wurde.
Und dass es eben nicht grundursächlich dieses Kindheitstrauma sein kann, dass dich zu uns hier zurück geführt hat, merkst du nun ziemlich deutlich.

Nur kurz noch zu deiner Frau und diesem "Mann", den sie geheiratet hat - hat sie wirklich einen Mann geheiratet oder nur einen Menschen, der Mann sein wollte/musste, weil der Körper so aussah? War vielleicht nicht genau dieser "Mann" nicht so wie die anderen Männer um sie herum? War da nicht etwas, dass diesen "Mann" für sie angenehmer, liebenswert im Sinne des Wortes gemacht hat?
Meine Frau war anfangs auch beziehungstechnisch ablehnend Claudia gegenüber, es hat stundenlange Gespräche über Wochen gebraucht, bis sie erkannte, warum genau ich als "Mann" der Mensch in ihrem Herzen werden konnte - ich war nie einer, da war eine Fassade, die wie Mann aussehen sollte, aber dahinter war anderes, eben ich in meinem wirklichen Sein, von dem ich damals nur nichts (mehr) gewusst hatte.
Vielleicht kann es euch helfen, wenn ihr mal schaut, wer da eigentlich wen geheiratet hat?

Alles Liebe
Claudia
Bin keine CD, bin ne Floppy-Disk ... ;-)
MiriamR
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Re: Ein verwirrtes "Hallo nochmal" mit vielen Fragezeichen

Post 3 im Thema

Beitrag von MiriamR »

Hallo Carrie....

Herzlich Willkommen (zurück) hier im Forum.
Ich denke Du hast vieles in kurzer Zeit erlebt was uns alle irgendwie umtreibt.
Wer/Was bin ich....wo führt das alles hin u.s.w.

Es wird vielleicht nicht immer die "passende" Antwort auf Deine Fragen geben, aber was es auf jeden Fall geben wird, ein Ohr und eine (virtuelle) Schulter.

weibliche Grüße

Miriam
Have fun.....always.
Nicole Fritz
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Re: Ein verwirrtes "Hallo nochmal" mit vielen Fragezeichen

Post 4 im Thema

Beitrag von Nicole Fritz »

Hallo Carrie,

dann herzlich willkommen zurück.
Carrie_C hat geschrieben: Fr 2. Apr 2021, 08:26 Aber dann gab es deine entscheidende Erkenntnis in meiner Therapie und das Frau-Sein-Wollen stellte sich als eine Kompensation für ein emotionales Defizit meiner Kindheit heraus. Ohne hier groß ins Detail gehen zu wollen, ging es etwas verkürzt formuliert bei dem Frau-Sein darum, etwas zu bekommen, das ich als Kind von meinen Eltern nicht genügend bekommen konnte. Schwäche, sich Fallen lassen, Passivität und Schutzbedürftigkeit zeigen, Schönheit und Anmut verkörpern - das alles konnte ich mir als Mann nicht zugestehen (was auf Dauer extrem anstrengend ist), wohl aber als Frau.
Im Prinzip könnte ich meine Situation so ähnlich einschätzen. Ich war immer ein zarter Junge, der in das männliche Bild nicht hinein passte. Also versuchte meine Mutter mich zum Mann zu erziehen - am Ende erfolglos. Wie es schließlich bei mir lief, steht kurz zusammen gefasst in meinem Profil.

Ich vermute, es ist bei nicht wenigen TS ähnlich. Der Schritt sich wie ich als nicht binär zu definieren bedeutet aber einen weitgehenden Ausstieg aus dieser Gesellschaft. Den gab es bei mir bereits vor meinem Outing. Vielleicht zeigt sich deshalb auch keine stark ausgeprägte körperliche Dysphorie. Und da haben wir das Problem: Der Psychologe kennt transsexuell, von nicht binär steht in seinen Richtlinien aber nichts. Also ist die Diagnose schnell 'nicht trans'. Und irgendwie ist es dann doch trans* - nicht binär, genderfluid, ... - nicht Mann, aber auch nicht in der letzten Konsequenz Frau. Es passt eben schlicht und einfach mit der männlichen Rolle nicht, was extrem anstrengend ist und das Selbstwertgefühl am Ende zerstört.

Von mir also keine weiblichen sondern liebe nicht binäre Grüße
Nicole
YvonneTV
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Re: Ein verwirrtes "Hallo nochmal" mit vielen Fragezeichen

Post 5 im Thema

Beitrag von YvonneTV »

Carrie_C hat geschrieben: Fr 2. Apr 2021, 08:26 ...Diese Einbahnstraße, in der ich jetzt gerade feststecke, hat mich wieder hierher geführt, in der Hoffnung, Austausch und Mut zu finden.
Ich freue mich auf euch.
Hallo Carrie (moin)

herzlich Willkommen hier bei uns - fühl Dich wohl (smili)

Das ist sicher schwer, da Antworten auf die Fragen zu bekommen, wo der Weg hinführt und wie das alles funktionieren kann ... :roll:
Ich wünsche Dir dabi gaaaaanz viel Erfolg hier im Austausch !

Manchmal habe ich das Gefühl, das die Yvi-Zeit auch eine Art "kompensieren" ist: Eine Auszeit vom Alltag, Wellness für die Seele nenne ich es gern (smili)
Doch das hat sich bei Dir verändert, so wie ich es verstehe.
Es ist wohl gut Dir (auch hier) Zeit zu nehmen um Dich selbst besser und intensiver kennen zu lernen ))):s
Nur meine Gedanken dazu ....
Ganz liebe Grüsse - Yvi
Lorelai74
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Re: Ein verwirrtes "Hallo nochmal" mit vielen Fragezeichen

Post 6 im Thema

Beitrag von Lorelai74 »

Ja es ist eine fürchterliche Sackgasse in der Du dich gerade siehst.
Fürchterlich weil deine Hoffnung dein "Bedürfnis" überwunden zu haben sich nicht erfüllt hat.
Und weil du dich fürchtest davor wie es aus deiner Sicht jetzt weitergehen könnte.

Wenn ich etwas gelernt habe,
Dann dass es meistens mehr als 2 Wege gibt, das es mehr gibt als Links oder rechts.

So wie du dich fürchtest, so fürchtest sich vielleicht deine Frau auch.
So wie du "erschrocken" bist über deine Erkenntnis, ist sie es vielleicht auch.

Was helfen kann ist wirklich reden...
Reden und nochmal reden.
Aber nicht diskutieren oder streiten, sondern
Miteinander im Gespräch sein.
Das braucht viel Zeit und Geduld und vielleicht auch andere Formen des Redens als ihr es gewohnt seit.

Es bedarf ein Reden über eure Ängste, eure Gefühle, über euch. Ohne Vorwürfe und Schuldzuweisungen, aber mit aushalten der Gefühle und Verletzungen die dabei hoch kommen.

Eine Art des Redens die hilfreich sein kann ist das sogenannte Zwiegespräch nach Möller.

Hier z.b eine Erklärung:
https://zwiegespraeche.jimdofree.com/

Das könnt ihr alleine versuchen, es gibt aber auch Menschen die euch hier begleiten können am Anfang bis ihr es selbst gut könnt.

Und dann können sich vielleicht andere Wege ergeben als die, die du jetzt siehst.

Viel Kraft und Glück dir auf den Weg.
Es kann sich lohnen.

LG
Lorelai
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Jasmine
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Re: Ein verwirrtes "Hallo nochmal" mit vielen Fragezeichen

Post 7 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Hi Carrie, willkommen zurück in diesem schönen Forum.
LG Jasmine
Blossom
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Re: Ein verwirrtes "Hallo nochmal" mit vielen Fragezeichen

Post 8 im Thema

Beitrag von Blossom »

Hi Carrie,

auch von mir ein herzliches Willkommen ... zumindest solange du dich nicht als "des Satans jüngste Tochter" herausstellst ... und hier alles in Brand steckst ... hihi

Liebe Grüße vom
Blümchen (na)
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)
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Re: Ein verwirrtes "Hallo nochmal" mit vielen Fragezeichen

Post 9 im Thema

Beitrag von Carrie_C »

Das sind ja schon ganz viele tolle Gedanken und anregungen, die ihr hier mit mir teilt.
Ich habe selbst in den letzten Tagen schon viel über das Binaritäts-Problem nachgedacht - also die vermeintliche Entscheidung zwischen zwei Optionen bzw. die eindeuitige Zuordnung zu einem Geschlecht. Ich war in der Vergangenheit geradezu fixiert, für mich "die eine" Lösung / Wahrheit zu finden, die mich dann von allen Zweifeln und Problemen erlösen sollte. Nie wieder darüber nachdenken müssen, wer und was man nun eigentlich ist...
Eure Kommentare bestärken mich darin, dass das eine verengte Sichtweise ist und es so viel mehr Diverstität gibt als eindeutig Mann oder Frau. Für mich sehe ich das Weibliche vor allem als ein Lebensgefühl, das mit einer wunderbaren Leichtigkeit einhergeht - gleichzeitig gibt es aber auch oft Situationen, da geht es mir als Mann ganz hervorragend. Irgendwie bin ich beides, mal mehr das eine, mal mehr das andere... Tja, da jetzt irgendwie den Spagat zu finden und eine gangbare Praxis im Alltag, das wird spannend. Ich freue mich auf Austausch und Diskussion!
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Re: Ein verwirrtes "Hallo nochmal" mit vielen Fragezeichen

Post 10 im Thema

Beitrag von Carrie_C »

Blossom hat geschrieben: Fr 2. Apr 2021, 18:31 Hi Carrie,

zumindest solange du dich nicht als "des Satans jüngste Tochter" herausstellst ... und hier alles in Brand steckst ... hihi
(na)
Gut erkannt, die Verbindung. Tatsächlich hat mich Stephen Kings "Carrie"sehr berührt , als ich es gelesen habe - irgendwie konnte ich mich mit dieser armen Seele identifizieren -, und habe den Namen Kurzerhand als Signatur im Internet und auf Zeichnungen / Malereien genutzt ;) Aber pyromanisch veranlagt bin ich zum Glück nicht (wema)
Melissa_S
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Re: Ein verwirrtes "Hallo nochmal" mit vielen Fragezeichen

Post 11 im Thema

Beitrag von Melissa_S »

Hallo Carrie, willkommen zurück.

Wenn du vor 9 Jahren hier warst, kennst du mich vielleicht noch ... auch ich hatte damals einen anderen Namen als jetzt, weil sich mein alter einfach überlebt hatte.

Vielleicht trifft man sich mal ..

Viele Grüße und viel Spaß hier

GLG

Melissa
Momo58
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Re: Ein verwirrtes "Hallo nochmal" mit vielen Fragezeichen

Post 12 im Thema

Beitrag von Momo58 »

Herzlich willkommen zurück. Ich finde es sehr interessant, was passieren kann, wenn man/frau nicht auf die eigene Gefühlswelt achtet und an einen evtl. manipulativen Therapeuten gerät. Ich wünsche dir auf jeden Fall viele Antworten auf deine Fragen.

Liebe Grüße
Manuela
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Re: Ein verwirrtes "Hallo nochmal" mit vielen Fragezeichen

Post 13 im Thema

Beitrag von Helga »

Carrie_C hat geschrieben: Fr 2. Apr 2021, 08:26 Aber dann gab es deine entscheidende Erkenntnis in meiner Therapie und das Frau-Sein-Wollen stellte sich als eine Kompensation für ein emotionales Defizit meiner Kindheit heraus.
Liebe Carrie,
Herzlich willkommen zurück im Forum!
Vielen Dank für deine ausführliche Vorstellung, die ich sehr wichtig finde, da hier von Therapeutenseite dokumentiert wird, dass die Neigung zur Weiblichkeit bei Männern nicht zwangsläufig mit Transsexualität zu tun haben muss, sondern auch andere Ursachen haben kann. Soviel Mühe machen sich nicht alle Therapeut*innen, viele neigen dazu "Männer in Frauenkleidern" ganz schnell in die Schublade mit der Aufschrift "Transsexualität" zu stecken ohne wirklich zu forschen oder zu therapieren.
Es war allerdings ein Trugschluss, dass mit Klärung der Ursache die Wirkung verschwinden würde. Unsere gemeinsame Neigung ist leider etwas sprunghaft. Mal ist sie mehr, mal weniger ausgeprägt, teilweise scheint sie über Jahre völlig verschwunden zu sein. Das einzige, worauf wir uns verlassen können ist, dass dieses Bedürfnis sich weiblich zu kleiden irgendwann wieder mit Macht in den Vordergrund tritt.
Der dabei empfundene Leidensdruck ist übrigens nicht exklusiv für Transsexuelle reserviert, auch Crossdresser kennen die leidvolle Erfahrung wie es sich anfühlt wenn der weiblichen Seite nicht ausreichend Raum gegeben werden kann.
Du wirst hier im Forum viele Beispiele von Crossdressern finden, die ihre weibliche Seite ausleben, indem sie einfach mal aus ihrem Alltag ausbrechen. Du hast die Stichworte bereits geschrieben: Kompensation und Leichtigkeit. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Tag "en femme" ähnlichen Effekt hat wie eine Woche Urlaub. Handy aus, volles Programm mit Perücke, Pölsterchen, Schminke, chicker Kleidung. Ein Treffen mit Freundinnen, Fotoshooting, Shoppingtour, etc. Der ganze Alltag ist vergessen. Eine derart effiziente Rückzugsmöglichkeit haben "normale" Männer nicht.
Wenn deine Frau kein Problem damit hat dass du Kleider trägst, dann sehe ich dies als gute Basis für eine weitere Entwicklung. Viele andere haben es deutlich schwerer. Du müsstest jetzt ergründen worin Vorbehalte und Ängste liegen, um diese hoffentlich zerstreuen zu können.
In der öffentlichen Wahrnehmung treten leider nur Extreme auf. Zum einen die Drag- Queens wie Ru Paul oder Olivia Jones, zum anderen Problemmenschen, die ihr gesamtes bisheriges Leben über den Haufen werfen, die Familie verlassen, den Beruf kündigen, um sich einer Hormontherapie und einer ganzen Reihe von Operationen zu unterziehen. Die sehr viel größere Gruppe der Crossdresser nimmt leider (oder zum Glück?) kaum jemand wahr, da sie meistens unauffällig bleibt. Mit diesem Lebensentwurf können viele Ehefrauen durchaus umgehen.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
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Re: Ein verwirrtes "Hallo nochmal" mit vielen Fragezeichen

Post 14 im Thema

Beitrag von Melanie72 »

Hallo Carrie,

herzlich willkommen (zurück) :-) (moin)

Liebe Grüße

Melanie
„Ich glaube, dass die einzig wahre Religion darin besteht, ein gutes Herz zu haben“ - Dalai Lama
Karla
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Re: Ein verwirrtes "Hallo nochmal" mit vielen Fragezeichen

Post 15 im Thema

Beitrag von Karla »

Hallo Carie,
willkommen hier, dem bereits geschriebenen kann ich mich nur anschließen.
Vielleicht kriegst Du Rasieren der Arme und Beine ja mit dem Hinweis auf (Hobby-)-Radrennfahrer durch - die tun das nämlich auch, ohne daß sie deshalb unmännlich wären.

LG Elly
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
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