Rachel Levine
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zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
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Anke
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Rachel Levine

Post 1 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,

Trump ist weg. Das alleine ist für mich schon Grund genug zu feiern. Jetzt hat er auch noch mit Rachel Levine eine Transfrau zur Staatssekretärin gemacht. Hier ein paar Links zum Thema:

https://www.queer.de/detail.php?article_id=37953

https://www.spiegel.de/politik/ausland/ ... d6c5b9e6d0

https://www.woman.at/a/rachel-levine-joe-biden

Das ist eine richtig gute Nachricht für uns. Vor allem, weil Rachel Levine durch Kompetenz und gute Arbeit zu diesem Job gekommen ist. Denn alleine darauf sollte es ankommen.

Ich hoffe sehr, dass so etwas auch bei uns passiert. Dass es eine Transperson gibt, die es aufgrund ihrer Leistungen in eine Landes- oder die Bundesregierung schafft.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Rachel Levine

Post 2 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Anke hat geschrieben: So 24. Jan 2021, 06:38 Das ist eine richtig gute Nachricht für uns. Vor allem, weil Rachel Levine durch Kompetenz und gute Arbeit zu diesem Job gekommen ist. Denn alleine darauf sollte es ankommen.

Ich hoffe sehr, dass so etwas auch bei uns passiert. Dass es eine Transperson gibt, die es aufgrund ihrer Leistungen in eine Landes- oder die Bundesregierung schafft.
Liebe Anke,


1. Tolle Nachrichten. Biden ist ein Lichtblick bis jetzt.

2. So sehr ich das oben Zitierte gerne sehen würde ist mir auch bewusst: Neben den Hindernissen von Außen (Konservatismus, Vorurteile, Hass), gibt es auch den Umstand der Menschen mit Transidentität haben und zwar viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt zu sein/sein zu müssen. Wenn z.B. bei einem spitzen Politiker/-Wissenschaftler der Job/die Außenwelt mit 90% im Fokus steht und das eigene Innenleben mit 10%. Ist es bei Menschen mit Transidentität eher umgekehrt. Das musste ich am eigenen Leib erfahren als es bei mir so richtig ausbrach und ich habe es auch von vielen anderen TGs so erfahren. Ich weis ja nicht ob es irgendwann wieder "normal" wird aber man verliert in dieser Zeit zumindest den Fortschritt den man hätte machen müssen um eben zu den besten zu gehören. Manche verlieren sogar völlig den Fokus. Oder widmen sich anderen/völlig neuen Sachen zu.

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Re: Rachel Levine

Post 3 im Thema

Beitrag von Stefanie »

Nicht Trump hat Rachel Levine zur Staatssekretärin gemacht, sondern Joe Biden. Da ist wohl in der ersten Zeile ein Fehlerchen passiert ;-)
Anke
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Re: Rachel Levine

Post 4 im Thema

Beitrag von Anke »

Mir ist es auch aufgefallen. Da stand noch ein anderer Satz dazwischen, den ich gelöscht habe und dadurch hat sich der Bezug geändert.

Aber ich kann den Beitrag nicht ändern, früher ging das.
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Re: Rachel Levine

Post 5 im Thema

Beitrag von Anke »

Liebe Laila-Sarah, liebe Bewohner des Forums,
Laila-Sarah hat geschrieben: So 24. Jan 2021, 09:18
2. So sehr ich das oben Zitierte gerne sehen würde ist mir auch bewusst: Neben den Hindernissen von Außen (Konservatismus, Vorurteile, Hass), gibt es auch den Umstand der Menschen mit Transidentität haben und zwar viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt zu sein/sein zu müssen. Wenn z.B. bei einem spitzen Politiker/-Wissenschaftler der Job/die Außenwelt mit 90% im Fokus steht und das eigene Innenleben mit 10%. Ist es bei Menschen mit Transidentität eher umgekehrt. Das musste ich am eigenen Leib erfahren als es bei mir so richtig ausbrach und ich habe es auch von vielen anderen TGs so erfahren. Ich weis ja nicht ob es irgendwann wieder "normal" wird aber man verliert in dieser Zeit zumindest den Fortschritt den man hätte machen müssen um eben zu den besten zu gehören. Manche verlieren sogar völlig den Fokus. Oder widmen sich anderen/völlig neuen Sachen zu.
da sprichst Du einen wichtigen Aspekt an. Die Transition, die Veränderung des Lebens braucht viel Kraft und Fokus. Da ist eine Weile kaum Platz für irgendetwas anderes.

Doch ich kann dir Mut machen. Diese Phase, die mich auch sehr beschäftigt hat, ist schon eine gute Weile vorbei, die Normalität ist zurück. Und ich habe nicht das Gefühl, dass ich Fortschritt für mich selbst verpasst hätte. Eher im Gegenteil, in der Transition habe ich mich, wie Du ja auch schreibst, mich viel mit mir beschäftigt, viel über mich gelernt und gehe jetzt viel besser mit mir und meiner Umwelt um. Und es macht mich auch erfolgreicher als früher.

Allerdings habe ich auch erkannt, dass ich beruflich nicht in der für mich passenden Situation bin. Es läuft zwar gut, aber ich spüre, dass es nicht das ist, was ich eigentlich gerne machen würde. Glücklicherweise kann ich damit recht gut umgehen und es ist auch eine Verbesserung in Sicht.

Das Problem ist dabei nicht durch die Transition entstanden. Vielmehr würde es dadurch offenbar, die Entscheidungen die dazu geführt haben, habe ich davor getroffen.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Rachel Levine

Post 6 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Anke hat geschrieben: Mo 25. Jan 2021, 07:05 Liebe Laila-Sarah, liebe Bewohner des Forums,
Laila-Sarah hat geschrieben: So 24. Jan 2021, 09:18
2. So sehr ich das oben Zitierte gerne sehen würde ist mir auch bewusst: Neben den Hindernissen von Außen (Konservatismus, Vorurteile, Hass), gibt es auch den Umstand der Menschen mit Transidentität haben und zwar viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt zu sein/sein zu müssen. Wenn z.B. bei einem spitzen Politiker/-Wissenschaftler der Job/die Außenwelt mit 90% im Fokus steht und das eigene Innenleben mit 10%. Ist es bei Menschen mit Transidentität eher umgekehrt. Das musste ich am eigenen Leib erfahren als es bei mir so richtig ausbrach und ich habe es auch von vielen anderen TGs so erfahren. Ich weis ja nicht ob es irgendwann wieder "normal" wird aber man verliert in dieser Zeit zumindest den Fortschritt den man hätte machen müssen um eben zu den besten zu gehören. Manche verlieren sogar völlig den Fokus. Oder widmen sich anderen/völlig neuen Sachen zu.
da sprichst Du einen wichtigen Aspekt an. Die Transition, die Veränderung des Lebens braucht viel Kraft und Fokus. Da ist eine Weile kaum Platz für irgendetwas anderes.

Doch ich kann dir Mut machen. Diese Phase, die mich auch sehr beschäftigt hat, ist schon eine gute Weile vorbei, die Normalität ist zurück. Und ich habe nicht das Gefühl, dass ich Fortschritt für mich selbst verpasst hätte. Eher im Gegenteil, in der Transition habe ich mich, wie Du ja auch schreibst, mich viel mit mir beschäftigt, viel über mich gelernt und gehe jetzt viel besser mit mir und meiner Umwelt um. Und es macht mich auch erfolgreicher als früher.

Allerdings habe ich auch erkannt, dass ich beruflich nicht in der für mich passenden Situation bin. Es läuft zwar gut, aber ich spüre, dass es nicht das ist, was ich eigentlich gerne machen würde. Glücklicherweise kann ich damit recht gut umgehen und es ist auch eine Verbesserung in Sicht.

Das Problem ist dabei nicht durch die Transition entstanden. Vielmehr würde es dadurch offenbar, die Entscheidungen die dazu geführt haben, habe ich davor getroffen.

Liebe Grüße

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Hallo Anke,

ich kann dich gut verstehen. Jedoch ging es mir nicht um Transition als Problem darzustellen. Es ging um die folgende Argumentationskette:
- Transidente Menschen sollen an Spitzenpositionen wegen ihrer Kompetenz.
- Um sehr kompetent zu sein um an die Spitze zu gehören, muss du sehr viel Energie und Disziplin in deinen Beruf hineinstecken. Und dies durchgehend.
- Durch den Transitionsprozess geht das "durchgehend" kaputt. Du verlierst im Schnitt 5-10 Jahre.
- Nach der Transition hat man in der Regel sehr oft einen anderen Fokus wie davor. Wie du ja auch berichtest. Da geht also auch die Erfahrung verloren.
- Also ist dies alles zusammen eine der Gründe warum es Transidente Menschen nicht sehr oft bis an die Spitzenpositionen schaffen.
- Es sind also nicht NUR die äußeren Umstände dafür verantwortlich.

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Re: Rachel Levine

Post 7 im Thema

Beitrag von Anke »

Liebe Laila-Sarah, liebe Bewohner des Forums,

deinem letzten Satz stimme ich uneingeschränkt zu. Früher war es praktisch ausgeschlossen, dass eine Transperson es in eine solche Position schafft. Heute ist das deutlich besser, doch leider noch nicht so, dass es gar keine Rolle mehr spielt, ob jemand trans ist oder nicht. Doch ich bin optimistisch, dass sich das weiter verbessern wird. Das ist auch das, was ich zum Ausdruck bringen wollte.

Bei den anderen Punkten bin ich nicht ganz bei dir. Deiner These, dass Du im Transitionsprozess praktisch zwangsläufig 5 bis 10 Jahre verlierst, kann ich so nicht zustimmen. Bei vielen ist das sicherlich so. Ich selbst habe überhaupt nicht das Gefühl Zeit verloren zu haben.

Während der Transition war ich natürlich mit mir selbst beschäftigt und es ging im Job deutlich langsamer. Doch danach bin ich um so stärker durchgestartet. Auch in meinem (eher ungeliebten) Job agiere ich auf einem Level, den ich vorher nicht für möglich gehalten habe. Ich fühle mich befreit, innere Hindernisse sind beseitigt und ich agiere aus mir selbst heraus.

Jetzt stelle ich mir vor, dass ich die Transition nicht mit Anfang 50 gemacht hätte, sondern deutlich früher. Statt mit mir selbst zu kämpfen hätte ich 10, 20 oder vielleicht sogar 30 Jahre mehr Zeit gehabt meinen wahren Weg zu gehen.

Wo ich dir recht gebe ist die Beobachtung, dass sich bei einigen (leider gibt es keine richtigen Zahlen darüber) nach der Transition die Ziele und der Weg ändern. Ich gehe mal davon aus, dass das nicht zwangsläufig so sein muss. Auch da ist es hilfreich, wenn die Transition früh stattfindet. Dann sollte dieser Punkt keine Rolle mehr spielen.

Für mich kann ich sagen, dass ich in meinem Job weit gekommen bin. Als Bid Managerin kümmere ich mich um Projekte im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich. In dem großen Konzern, in dem ich arbeite gehöre ich zu einigen wenigen, die dazu in der Lage sind. Wen ich gewollt hätte, dann wäre ich auf de Karriereleiter noch ein paar Stufen nach oben gekommen. Wollte ich allerdings nicht und habe mich nach der Transition bewusst dagegen entschieden.

Hätte ich meine Transition viel früher gehabt (ich blende mal aus, dass die Zeiten und die Möglichkeiten anders waren), dann wäre ich heute eine erfolgreiche Künstlerin. Woher weiß ich das? Zum einen weil ich neben meinem Job Musik und Bühnenkunst mache und dabei im Rahmen der Möglichkeiten auch recht erfolgreich bin. Und weil ich eine Frau bin, die ihre Ziele mit Engagement, Fleiß und Nachdruck verfolgt.

Ich sehe es eher so, dass mich die Transition praktisch nicht behindert oder zurückgeworfen hat. Vielmehr war es die Zeit davor, die mich oft auf der Stellte hat treten lassen und die mich in die falsche Richtung geführt hat.

Ob sich das verallgemeinern lässt, ist schwer zu beurteilen. Doch ich bin optimistisch, dass jemand rechtzeitig die Kurve kriegt, dann so richtig durchstartet und in solch einer Aufgabe sichtbar wird. Ich bin gespannt, wann es der Fall sein wird.

Liebe Grüße

Anke
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