Meine Geschichte "I did it my way..." - und jetzt ?
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Lebensplanung, Standorte
Leonie67
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Meine Geschichte "I did it my way..." „ und jetzt ?

Post 1 im Thema

Beitrag von Leonie67 »

Hi Ihr Lieben,
ich muss mir mal in dieser Runde etwas "von der Seele" schreiben und ich hoffe Ihr könnt mir folgen.
Es ist nicht nur eine Geschichte — nein — es ist meine Geschichte:

Ich blicke auf eine lange Crossdresser-Historie zurück und bis vor ein paar Wochen hätte ich noch vollmundig behaupten können, ich wäre sowohl als Mann als auch als Frau glücklich, halt in Teilzeit, als Christiane verschwiegen und außerhalb der Familie und fern der Nachbarschaft. Das kennt Ihr alle zur Genüge"¦

Hinzu kommt noch, dass ich mich als Christiane in einer männerdominierten Baubranche halt auch derzeit (noch) nicht vorzustellen vermag. Meine Gegenüber wären in der Baubesprechung viel zu sehr von meinem Äußeren abgelenkt und ich glaube, ich würde sie mit meinem Worten nicht erreichen. Auch hätte ich Angst, das ich trotz all meiner Kompetenzen und Expertise, die ich mir im Laufe der Jahre angeeignet habe plötzlich nicht mehr ernstgenommen werde und nur aufgrund von Äußerlichkeiten falsch behandelt werden würde. Wenn ich mich in meinem Job "austobe", denke ich auch keine Sekunde an Christiane. Da gehe ich männlich dominant und hartnäckig als Pragmatiker in meinem Wirken als Projektleiter auch total auf. Ich glaube da brauche ich auch die scharfe Trennung Mann/ Frau, um mich auf meine Aufgaben konzentrieren zu können. Ich habe da (noch) nicht das Gefühl als würde ich etwas vermissen. Das geht dann bis zum Feierabend oder Wochenende gut, aber dann schlagen die Sehnsüchte in mir Kapriolen"¦

Feminine Kleidung, elegante Schuhe, lange Haare (Perücke), Schmuck und Schminke sind meine zweite Haut, darüber spiegele ich meine wahre Identität nach aussen und so möchte ich wahrgenommen werden. Nur so fühle ich mich authentisch und glücklich. Ich schaue dann an mir herunter und höre mich sagen "Das ist das Richtige, alles andere ist nur Verkleidung""¦

Jetzt in Zeiten von Corona im Homeoffice seit Mitte März ist das Pendel Mann/ Frau zunehmend mehr und mehr in Richtung Christiane ausgeschlagen, die immerwährenden Sehnsüchte erwachen mehr und mehr zum Leben. Wenn morgens Frau und Kinder aus dem Haus sind habe ich mich geduscht, rasiert, geschminkt und Christiane kam zum Vorschein. Und sobald wieder Leben ins Haus kam, verschwand Christiane wieder in der Versenkung. Und es tat mir dabei richtig weh"¦

Bis mich vor gut 2 Monaten die Sehnsüchte nach Christiane irgendwann nicht mehr einschlafen oder durchschlafen ließen. Ich verspürte innerlich eine nie gekannte Unruhe und Rastlosigkeit, gemischt mit purer Verzweiflung, wie es mit mir weitergehen sollte. Das gipfelte in ein Gefühl wie in einem Dampfkochtopf. Ein immenser Druck lastete auf mir und ich spürte massiv, dass sich in meinem Leben etwas Großes verändern müsste... Das konnte auch nicht mehr länger warten, dem Leidensdruck konnte ich nun nicht mehr standhalten und ablenken ging schon gar nicht mehr. Und unter Ablenken zählt hier für mich auch das Spielen mit den Kindern. Und das spüren Kinder auch"¦

Wenn frau das Gefühl bekommt, das das Leben der eigenen Identität wichtiger wird als das bürgerliche Leben mit Ehefrau, 16 Jahren Ehe, Eigenheim, gutem Verdienst, interessantem Job und 2 Kindern (8 und 11 Jahre). Und wenn einem dann alles so egal wird, frau Ihr bisheriges Leben aufs Spiel setzt nur um dann endlich frei zu sein, endlich auch mal an sich zu denken, nicht nur Glück zu schenken sondern auch mal wahres Glück abseits aller materiellen Glücksbringer zu empfangen. Ich weiß, da kommen die Moralapostel: "Du hast willentlich 2 Kinder in die Welt gesetzt, dafür hast auch Du jetzt die Verantwortung." Aber wenn Dir das Ganze dann über den Kopf wächst und Du aus purer Verzweiflung, hin und hergerissen zwischen der Erfüllung gesellschaftlicher Erwartungen als Mann und Verantwortung als Vater und der Glückseligkeit, endlich so zu sein, wie ich immer schon sein wollte, dann kommen Dir irgendwann die Gedanken ein für alle Mal Schluss zu machen und deinem Leben ein Ende zu bereiten und allem zu entfliehen...

Das konnte ich meiner Therapeutin, die mich jetzt schon über 4 Jahre begleitet auch sehr gut erklären aber halt meiner Frau gegenüber habe ich halt total immer die berühmten Muffensausen, eine Mischung aus Scham und Angst vor Verachtung und womöglich verstoßen zu werden (trotzdem sie eigentlich meine Entwicklung kennt und ich Sie mit meiner Neigung nicht überfallen habe). Meine Frau kennt meine feminine Seite, seitdem wir zusammengekommen sind. Als ich zum ersten Mal die Hosen heruntergelassen habe, stand ich in einer Feinstrumpfhose vor Ihr. Ich habe Ihr damals auch meine Schuh-Regale und meine Klamotten gezeigt, frei nach dem Motto "Akzeptiere es oder ziehe die Konsequenzen für Dich (meine Frau gemeint)". Auch habe ich nie ein Hehl daraus gemacht, dass meine Beziehung und meine weibliche Seite in der Rangfolge auf einer Stufe stehen. Wir haben uns in dieser Hinsicht viel aneinander gerieben und dennoch stehen wir heute seit gut 20 Jahren Seit an Seit beieinander.

Bisher habe Ich Christiane Ihr gegenüber immer nur heimlich genossen. In der Öffentlichkeit oder in der SHG, fern von Familie, Freunden und Beruf bewege ich mich wie selbstverständlich als Christiane, da habe ich überhaupt keine Scheu und noch nie negative Erfahrungen gemacht. Ich begegne den Menschen offen als sei es für mich das natürlichste auf der Welt Frauenkleidung zu tragen. Oder ich hole Sie z.B. mit einem Kompliment aus Ihrer kurzen Verlegenheit, wenn Sie mit einem Fragezeichen auf der Stirn vor mir stehen, nicht wissend, "in Schublade sie mich hineinstecken sollen"¦"

Aber nun spürte ich deutlich, dass es mit diesem zwiespältigen Verhalten und dem inneren Konflikt zwischen den Welten Familie und Gesellschaft so nicht mehr weitergehen konnte. Irgendwann hatte ich alleine im Auto so einen dermaßen Wutausbruch, ich schrie mich im Rückspiegel an "Ich will mich nicht mehr verstecken müssen" und war kurz vor einem mentalen Zusammenbruch. Aus dem starken Gefühl heraus, jetzt irgendetwas bewegen zu müssen habe ich einen gemeinsamen Gesprächstermin mit meiner Therapeutin und Ehefrau vereinbart. Vorher war eisiges Schweigen zwischen uns, es lag was in der Luft. Für mich hatte ich mir schon ausgemalt, das Gespräch wird eskalieren und wir fahren getrennt heim. Nie war ich mir mehr bewusst, dass ich vor den Scherbenhaufen meiner bisherigen Existenz stand.

Aber irgendwie haben sich die Dinge im Laufe des Gesprächs dann ganz anders entwickelt, aus dem Schwarzweiß blühte im Laufe des Gesprächs irgendwann ein Pflänzchen Hoffnung und es eröffneten sich plötzlich neue Möglichkeiten, die ich nie für möglich erachtete"¦ Als ich unter Tränen meiner Frau irgendwann meine abgrundtiefe Verzweiflung mit der Situation offenbaren konnte, nahm Sie mich in den Arm und bestätigte mir Ihre Liebe mit einem tiefen Kuss. Sie hat mich seit Sie mich kennen gelernt hat immer für meine feminine Ader und Ansichten sehr geschätzt. Ich war schon immer sensibler, feinfühliger, empathischer aber auch "zickiger" als die Anderen. Das hat Sie mir in meiner schwersten Stunde auch ganz klar noch einmal vor meiner Therapeutin bestätigt. Ich glaube Sie hat es für den Erhalt der Familie schließlich akzeptieren "müssen", dass ich meine feminine Seite mehr und mehr auch nach Aussen hin zeigen muss. Ich glaube Sie konnte in diesem Moment ehrlich nachvollziehen, dass es mich sonst in den Abgrund ziehen würde und dann gäbe es nur Verlierer.

Der Deal ist nun folgender:
Zuhause im Kreise der Familie keine Perücke, keine Strumpfhose und kein Kleid. Ab Oberkante Hals sollte ich weiterhin als Ehemann und Vater erkennbar bleiben. Meine Kinder sollen mich weiter Papa nennen dürfen und für Sie bleibe ich der Christian. Aber zum Beispiel sind Ballerinas, Langschaftstiefel, lila DocMartens mit Plateau, Skinny-Jeans oder Leggins, schmale lange Trägertops, Cardigans oder Blusen in untersch. Farben und leichtes Tage-Make-Up für Sie jetzt akzeptabel. Wenn ich denn als Christiane alleine das Haus verlassen wollte, dann könnte ich mich zuhause auch komplett umziehen & schminken und muss mich dafür nicht mehr auf einem dunklen Parkplatz verstecken. Ihre Worte waren: "Die Nachbarn werden zwar erst dumm gucken, aber irgendwann werden auch sie es nicht mehr besonders finden — man gewöhnt sich halt an alles, lass sie doch reden"¦".

Aber wir sagen wir es den Kindern ? Sie bemerken natürlich auch meinen Veränderungen, sehen mich aber dabei wesentlich glücklicher als zuvor. Wie gehen wir damit um, wenn Sie über Andere mit meiner Veränderung negativ konfrontiert werden ?

Liebe Grüße
Christiane (ki)
Ich bin eine Frau ohne Menstruationshintergrund - aber mit ganz viel Herzblut, in der Regel.
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Re: Meine Geschichte "I did it my way..." „ und jetzt ?

Post 2 im Thema

Beitrag von Kerstin65 »

Hallo Christiane,

ich hab Deine Geschichte mit großem Interesse gelesen und ich kann mich gut in Deine Situation hineindenken. Ich hab selber 4 Jungs, wobei diese schon älter sind und zwei schon nicht mehr zuhause wohnen. Wie sag ich es den Kindern ? Diese Frage treibt mich auch um und ich hab bislang keine Antwort gefunden. ich hab nur gemerkt, dass meine Jungs, wenn sie mich in femininer Kleidung sehen, nichts darauf gesagt haben. So, als wenn es nichts besonderes wäre. Manchmal hab ich das Gefühl, dass die Kinder damit weit weniger Probleme damit haben, als wir selbst.
Liebe Grüße aus Franken
Kerstin
Patricia
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Re: Meine Geschichte "I did it my way..." „ und jetzt ?

Post 3 im Thema

Beitrag von Patricia »

Liebe Christiane,
eigentlich habe ich Dir das schon gesagt, aber ich wiederhole mich gerne.
Ich erinnere mich an diesen einen Abend, da war ich gerade mal das zweite Mal bei der SHG und dann kam eine für mich beeindruckene Person in den Raum und um uns, den Neuen in der Gruppe, die Angst zu nehmen, erzählte sie ihr Geschichte. Diese Frau hatte so eine beeindruckende Ausstrahlung, dass mir dieser Abend sehr gut in meinem Gedächtnis geblieben ist. Eine Geschichte die meine eigene Wahrnehmung auf mich selbst doch sehr beeinflusst hat. Eine Geschichte die mir gezeigt hat, dass ich nicht dieses kranke Perversling bin für den ich mich mein Leben lang gehalten habe, denn bis auf Details war es eigentlich die Geschichte meines Lebens.
Du weisst ganz genau wer diese beeindruckende Person ist. Das bist du.
Ich erkenne mich immer wieder in deiner Geschichte. Die Verantwortung und die Liebe gegenüber der eigenen Familie bis es nicht mehr geht.
Ich habe meine Kinder von Anfang an an das Thema herangeführt, da waren sie 5 und 7 Jahre alt, der Kleine war glaube ich noch nicht mal auf der Welt. Am Anfang war es für sie seltsam dass Papa Frauenkleidung trug, aber sie haben sich schnell daran gewöhnt und irgendwann erfuhren sie von mir, dass Papa nicht unbedingt ein Mann ist und damit sind sie dann aufgewachsen.
Heute bin ich zwar weiterhin Papa oder Patricia, aber eben eine Frau, auch für die Kinder. Sie akzeptieren es und insbesondere wenn sie sehen dass ich jetzt wieder lachen kann in meinem Leben. Etwas was schon lange Jahre nicht mehr ging.
Ich bin mir sicher, du wirst es schaffen alles richtig zu machen und du weisst ich bin jederzeit für Dich da.

Liebe Grüße
Patricia
Lebe dein Leben, denn du hast nur das eine!!!
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Re: Meine Geschichte "I did it my way..." „ und jetzt ?

Post 4 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Liebe Christiane,
und wieder darf ich mich mit euch freuen..., das ist so wunderschön.
Du wirst sehen der Rest kommt ganz von allein.

Langsam glaube ich Corona hat auch sein gutes - zwingt es doch zum Handeln.

Bleibt bei euch..

Liebe Grüße
Lisa
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Re: Meine Geschichte "I did it my way..." „ und jetzt ?

Post 5 im Thema

Beitrag von Leonie67 »

Lisa-Weber hat geschrieben: Fr 4. Dez 2020, 19:22 Liebe Christiane,
und wieder darf ich mich mit euch freuen..., das ist so wunderschön.
Du wirst sehen der Rest kommt ganz von allein.

Langsam glaube ich Corona hat auch sein gutes - zwingt es doch zum Handeln.

Bleibt bei euch..

Liebe Grüße
Lisa
Hallo Lisa,
ja - ich habe der guten alten Corona wirklich viel zu verdanken. Sie gab und gibt mir endlich die Zeit und Muße, mich mit mir selber auseinander zu setzen und nicht mehr vor meinen Sehnsüchten davon zu laufen. Ich werde meine Salami-Taktik beibehalten, keinen gro0en Druck aufbauen denn der erzeugt Gegendruck. Ich bleibe beharrlich in dem was ich tue, denn Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut und ein Sixpack kommt auch nicht über Nacht ("wieso komme ich jetzt auf den Vergleich ? Sorry, streiche das bitte aus Deinem Hirn, ein Sixpack wollte ich nie - Ihhhh, wie männlich...")

Ganz liebe Grüße von Christiane
Ich bin eine Frau ohne Menstruationshintergrund - aber mit ganz viel Herzblut, in der Regel.
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Re: Meine Geschichte "I did it my way..." „ und jetzt ?

Post 6 im Thema

Beitrag von Helga »

Christiane67 hat geschrieben: Fr 4. Dez 2020, 15:41 ich muss mir mal in dieser Runde etwas "von der Seele" schreiben und ich hoffe Ihr könnt mir folgen.
Es ist nicht nur eine Geschichte — nein — es ist meine Geschichte:
Hallo Christiane,
vielen Dank für diesen sehr tiefen Einblick in den Seelenleben, auch bezogen auf deinen Vorstellungspost. Schreiben kann eine Menge Druck abbauen.
Einiges was du schreibst kommt mir bekannt vor: Das Aufgehen in einem typischen "Männerberuf", die Scheu bei der Kommunikation mit der Partnerin, obwohl sie über die Neigung informiert ist und schlussendlich auch die Frage nach dem "was bin ich?".
Die Antwort, die ich nach langen Suchen für mich gefunden habe ist so einfach wie für viele, die noch immer noch dem binären Denken nachhängen inakzeptabel: Beides! Meine Persönlichkeit besteht aus einer männlichen und einer weiblichen Seite, die sich, seitdem ich dies akzeptiert habe, prächtig ergänzen. Die männliche Seite strahlt soviel Kompetenz aus, dass Anweisungen vom Kosovarischen Trockenbauer umgesetzt und Aussagen zu Baukosten auch von konservativen Kommunalpolitiker*innen geglaubt werden. Für "anspruchsvolle" Bauherren wie Museumsdirektor*innen oder Schulleiter*innen verlasse ich mich dann lieber auf meine weibliche Seite, die wesentlich empathiefähiger ist und relativ schnell herausfindet wie jemensch tickt. Sie findet auch immer die passenden Worte um eine Situation zu deeskalieren wenn die männliche Seite am liebsten nur mit 4 Buchstaben antworten würde.
Die Suche nach dem "wahren Ich" kann trügerisch sein und darf die Äußerlichkeiten nicht zu sehr in den Fokus nehmen. Natürlich trägt sich eine leichte Seidenbluse angenehmer als ein frisch gestärktes Leinenhemd mit Krawatte. Das luftige Sommerkleid auf den frisch rasierten Beinen fühlt sich deutlich besser an, als der vor Schmutz starre Blaumann, der oberdrein noch nach Benzin stinkt. Aber mittlerweile hat ja sogar die Sparkasse den Krawattenzwang aufgehoben und niemand nimmt mehr Anstoss daren, dass ich im Rollkragen- Pullover zur Aufsichtsratssitzung erscheine. Und zum Schrauben an Autos oder beim Hantieren mit Holzbearbeitungsmaschinen ist so ein Sommerkleid denkbar ungeeignet und aufgrund des wehenden Rockes sogar gefährlich.
Auch ich finde mich mit Schminke und Perücke deutlich attraktiver als farblos und mit stark rückläufigem Haupthaar. Aber dennoch: Weder mein Avatar, noch das Bild im Personalausweis zeigen mein wahres Ich. Beide zeigen nur Bestandteile davon. Für das "wahre Ich" gibt es weder Gestalt noch Abbild.
Ich finde es toll, dass du mit deiner Frau eine Regelung gefunden hast, die Allen gerecht wird. Vielleicht trauen wir unseren Partnerinnen manchmal zuwenig zu.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
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Re: Meine Geschichte "I did it my way..." „ und jetzt ?

Post 7 im Thema

Beitrag von VanessaB »

Kerstin65 hat geschrieben: Fr 4. Dez 2020, 18:56 Wie sag ich es den Kindern ? Diese Frage treibt mich auch um und ich hab bislang keine Antwort gefunden.
Guten Morgen,

die Entwicklungen, die hier beschrieben wurden (vielen lieben Dank dafür, Christiane) sind relativ normal und auch die Fragestellungen so alt wie die Menschheit, möchte ich fast schreiben. Der Prozess der inneren Auseinandersetzung mit sich und die Umsetzung dessen nach Außen. Veränderung verändert nicht nur uns selbst, sondern das ganze System in dem wir uns bewegen, wie natürlich auch umgekehrt. Action / Reactio in der Umgebung ist dabei stärker, als in der Ferne.

Als ich die Frage oben gelesen habe, ist mir spontan in den Sinn gekommen, dass es die Frage sein könnte, die im Grunde falsch ist. Solange ich nicht weiß, was ich eigentlich mitteilen MUSS, solange bleibt auch die Frage nach dem Wie natürlich immer schwammig und offen. Informationen werden immer am besten klar, prägnant und direkt weitergegeben. Wenn wir sie jedoch verpacken, Hintertürchen auflassen, wenn-dann Argumente einfügen, kann die Botschaft verwässert werden und die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Missverständnissen kommt (auch wenn es so scheint, dass beide das Gleiche verstanden haben).
Daher meine ich ich, dass es nicht das Wie ist, das ein Problem darstellt, sondern man sich immer noch beim Was befindet und sich noch nicht entschieden hat, welche der vier Handlungsmöglichkeiten (mit entsprechend möglichen Konsequenzen) man wählen "möchte". Wir meinen aus Liebe etwas nicht tun zu dürfen und verwechseln es dabei aber mit Angst. Namasté.

Alles Liebe und Gute für Euch und Eure Lieben.
Habt eine schöne Vorweihnachtszeit.

Vanessa
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Re: Meine Geschichte "I did it my way..." „ und jetzt ?

Post 8 im Thema

Beitrag von Leonie67 »

Ihr Lieben,
zunächst habt alle vielen Dank für Euren wertvollen Zeilen.

Ja, ich habe mich mittlerweile ein wenig wieder geerdet. Nachdem sich im Kompromiss mit meiner Frau eine erste große Tür öffnete wollte ich natürlich mit Macht auch die 5 Türen dahinter im Sprint durchlaufen aus blanker Euphorie über das, was ich mir im Traum nie vorzustellen vermag. Aber was für einen Druck auf mich und meine Familie hätte das unnötigerweise zur Folge gehabt. Ich habe mir quasi schon ausgemalt wie ich irgendwann mal nach CORONA optisch im Büro auftauchen würde... Irgendwie aber auch ganz schöner Stress, meine anfängliche Euphorie und die Sorge, wie es weitergeht, auszupendeln. Das wäre, den zweiten vor dem ersten Schritt zu tätigen und irgendwie ganz schnell in die Hose gegangen.

Dem gegenüber durchschreite ich jetzt ganz bewusst diese erste Tür die sich öffnete und ich geniesse dabei jeden einzelnen Schritt, den ich dabei tue. Morgens kleide und schminke ich mich nach Belieben: Feinstrümpfe (die meine rot lackierten Zehen sichtbar lassen), farbige Leggins oder Skinny Jeans, lange Trägertops, dazu farbige Cardigans, Strickjacken oder feminine Hemden. Halt keine sichtbare Strumpfhose, Kleider oder Perücke, so ist der Deal. Nun ja, ich sage selber "androgyner Stil" (weil ich mich damit ja nicht entscheiden muß) dazu, andere mögen sagen, es fehlt eigentlich nur noch das lange Haupthaar in Form einer Perücke.

Egal, so gehe ich unter die Leute und geniesse die mehr oder mindere Aufmerksamkeit der Umstehenden. Denn das bin ich, so will ich erkannt werden, das ist das "Richtige" und der Normalzustand für mich. Ich verschlinge im Bon..ix-Katalog immer nur die ersten Seiten, der Rest ist langweilig. Auch mein Käuferprofil bei AM...ON spricht Bände. Und seltsamer Weise springt ein Funke von meiner Authentizität, meinem unerschöpflichen Glücksgefühl und die Selbstverständlichkeit in meiner Erscheinung irgendwie positiv über, denn ich bemerke offensichtlich keine negativen Reaktionen, eher fast Gleichgültigkeit in der Gesellschaft. Manchmal bekomme ich plötzlich Handreichungen und Hilfe, die mir schmeicheln, da ich womöglich schon so wahr genommen werde, wie ich immer sein wollte...(...und bedanke mich natürlich artig)

Wenn anfänglich noch eine gewisse Unsicherheit in der fortdauernden Zustimmung meiner Frau geherrscht hat, so wird es jetzt 6 Wochen danach immer verlässlicher. Die Grübeleien während schlafloser Nächte mit der Sorge, morgen könnte alles vorbei sein werden weniger. Auch wache ich jetzt nicht mehr regelmäßig um 4.30 auf und mache mir Gedanken, was ich mir wohl anziehen werde und wann ich mich irgendwie in der Öffentlichkeit präsentieren könnte. "Welcome to the new normal" (Ihr merkt aus mir spricht noch die blanke Euphorie !!!)

Gestern bin ich in meinem persönlichen "androgynen" Stil zur Schweigermutter und meine Frau hat nicht mal mit er Wimper gezuckt - himmlisch. Meine Schwiegermama hatte ich schon über meine feminine Seite, die mehr und mehr zum Vorschein kommen muss, einweiht. Rot lackierte Fußnägel in offenen Keilsandaletten, gepaart mit weisser 3/4-Caprijeans im Sommer konnten irgendwann von meiner Seite nicht unkommentiert gelassen werden... So habe ich bei Ihr die Bilder aufgehängt und auf der Leiter ein Stromkabel unter der Decke verlegt (@Helga: ASR und UVV sind doch eh nur Abkürzungen und der SIGEKO hat weggeguckt...). Tja, ich war schon immer Ihr Lieblingsschweigersohn, hilfsbereit, verlässlich und immer zuverlässig - Ihre einzige Sorge gilt natürlich nur dem ungehinderten Fortbestand unserer Familie, die ich Ihr natürlich auch nicht nehmen kann...

Jam ich habe es begriffen - natürlich muß ich mich jetzt nicht entscheiden genauso wie ich meiner Frau auch nicht derzeit sagen kann wohin mich mein Weg noch führt. Aber die mögliche Entscheidung für die Einnahme von Hormonen wäre aber für Sie wohl zu viel des "Guten", das hat Sie schon durchklingen lassen. Aber das steht bei mir im Augenblick auch gar nicht zur Debatte. Ich gehe meinen Weg "Schrittchen für Schrittchen", aber beharrlich nach vorne...

Mögt Ihr bitte auch so viel Glück und Zufriedenheit geschenkt bekommen, wie ich es derzeit empfinden darf - ich gönne es jedem von Euch von ganzem Herzen !
Ihr seid alle so stark - Ihr müsst es sein jeden Tag auf Neue - denn wer nicht kämpft hat sich schon aufgegeben und das Leben ist kein Ponyhof oder Märchenschloss.

Holt Euch in diesen schweren pandemischen Zeiten trotz der Kontaktbeschränkungen die Aufmerksamkeit und den Respekt, den Ihr verdient...
Tausend Dank, das Ihr mir Eure kostbare Zeit beim Lesen dieser Zeilen gewidmet habt.
Ganz liebe Grüße aus Köln
Christiane
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Meine Geschichte "I did it my way..." „ und jetzt ?

Post 9 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Liebe Christiane,

ich kann gut nachvollziehen, was dich so umtreibt. In vielem finde ich mich zu großen Teilen wieder. Auch bin ich "zickig", wie das u.a. auch hier im Forum bestätigt werden kann ;-). Corona, und damit das verbundene Homeoffice, hat mir auch mehr Möglichkeiten gegeben, en femme zu leben. Ich fürchte schon jetzt das Ende des mobilen Arbeitens. Ein Unterschied zu Dir ist, meine Kinder sind aus dem Haus. Meinen Sohn habe ich einmal, da waren wir auf einem Segeltörn, informiert, dass ich bei meinem Vater nach seinem Ableben im Heim einen Damenbadeanzug gefunden habe, über meine weibliche Seite. Ich war mir nicht sicher, ob nicht Vererbung eine Rolle spielt. Da sollte er nicht aleine gelassen werden. Meine Tochter, sie ist jetzt in den USA, hat sich in der Regenbogenszene engagiert. Sie weiß zwar von mir noch nichts das Thema betreffend, aber ich erwarte keine Probleme. In Sachen Kinder kann ich Dir keine anderen Erfahrungen mitteilen. Das dürfte auch ziemlich individuell sein.

Auch hat meine Frau von Anfang an über die beiden Abteilungen in meinen Kleiderschrank Bescheid gewusst, aber sich nicht weiter interessiert. Im Verlauf der Jahre ist mein en femme-Dasein stärker geworden und nun ist es Alltag bei uns. Die Einschränkung ihrerseits: keine Außenkontakte (sie befürchtet Tratsch) und sie erträgt keine körperliche Nähe, wenn ich en femme bin. Ich habe die Hoffnung, dass sich das noch ändern kann. Da schwanken die Stimmungen.

Wie sieht das für mich aus ? Den "Aufschrei" kenne ich auch zur Genüge. DIe Verzweiflungen, das Hadern, diese Dinge haben mich manchmal rasend gemacht. Dann wieder Phasen der Ruhe ohne Dressen. Ich bin vor Kurzem von einer Reise zurück gekommen, auf der ich beschlossen habe, en femme zu leben, wann immer ich den Wunsch danach verspüre. Es gehört zu mir wie eine zweite Haut. Es ist einfach wichtig für mich und ich verzichte niemals mehr auf diese Freiheit. Seit dem, es liegt etwa 2 Wochen zurück, lebe ich zuhause en femme. Ohne besonderes Styling, einfach in Jeans, Oberteil und weiblichen Formen. Meine Frau geht gut damit um. Sie hat es akzeptiert und ich halte mich an die Regeln. Was noch aussteht ist eine Aussprache. Das vielleicht Interessante ist dabei, dass mein Wunsch mich aufzustylen hat nachgelassen. Es ist für mich "normaler" geworden. Schminken muss nicht sein und die Perücke nutze ich schon lange nicht mehr. Wenn mir danach ist style ich mein eigenes Haar mit Festiger und Haarspray. Sieht auch viel besser aus, wie ich finde (siehe z.B. hier: gallery/image/3169). Es ist die Normalität, die mir wichtig ist, nicht das Extravagante, auch wenn ich ab und zu das Besondere suche. Aber so laufe ich nicht den ganzen Tag herum.

Wenn ich sehe, wie lange ich dafür gebraucht habe, kann ich mich nur wundern. Aber die Dinge sitzen so tief, dass es seine Zeit braucht. Die Angst, dass meine Frau die Reißleine zieht, nimmt es mir nicht ganz. Aber ohne mein ganzes Wesen leben zu können, geht nicht mehr. Die Wahl mich für meine Frau oder meine Weiblichkeit entscheiden zu müssen, bleibt mir hoffentlich erspart. DAs Gedicht von Charlie Chaplin kennst Du vielleicht. Dort heißt es u.a.
Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das "Gesunden Egoismus",
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.
Ich hoffe, dass das meine Frau nicht als Beeinträchtigung ihrer selbst versteht, sondern es als "Aufforderung zum Wachsen" interpretiert. Aber das muss sie selber erkennen. Das sage ich ihr nicht, damit sie sich nicht in der Situation fühlt, sie müsse sich selber meinen Wünschen unterordnen. Das Wachsen geschieht auf Augenhöhe.

Das ist kein Rezept für Dich, sondern nur eine Anregung. Vielleicht hilft es ja.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Meine Geschichte "I did it my way..." „ und jetzt ?

Post 10 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Liebe Christiane,
ich finde, dass du deinen Weg richtig eingeschlagen hast. Und ganz offenbar akzeptiert dich, neben deiner Frau auch deine Schwiegermutter. Geh weiter behutsam vor; höre aber vor allem auf dein Herz bzw. deine Gefühle. Denn im Gegensatz zum Verstand bleiben diese gleich und sind dir ein guter Begleiter.
Liebe Grüße
Christina
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Re: Meine Geschichte "I did it my way..." „ und jetzt ?

Post 11 im Thema

Beitrag von Leonie67 »

Hallo Ihr Lieben,
nachdem bei mir nun alle Dämme gebrochen sind und ich ganz viel Redebedarf an den Tag lege, spricht meine Frau nicht mehr mit mir. Sie wirkt abweisend und absolut unnahbar. Ich habe mich vorgerstern meinerm 81 jährigen Vater und meiner Stiefmutter geoutet, die mich herzlich als Christiane aufgenommen haben. Auch von meiner guten alten besten Freundin, die mich seit ich 16 Jahre alt bin kennt, habe ich ganz viel Unterstützung erfahren. Je mehr ich mit anderen darüber rede um so sicherer werde ich mir, das ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Ich werde nie wieder die Rolle des Mannes einnehmen können udn einen Arm zum Anlehnen finde ich bei meiner Frau erst recht nicht. Je mehr ich mich äußerlich in Christiane verwandele desto mehr lasse ich auch die in mir tief drinnen schlummernden Wünsche und Bedürfnisse zu. Ich möchte nicht mehr dominant männlich sein, ich kann nicht immer den starken Maxe spielen. Ich will mich anlehnen und geborgen fühlen und möchte das jemand anderes mich auch lenkt und führt. Ich werde glaube ich zunehmend zum richtigen "Weibchen" (entschuldigt diese Schublade zur Beschreibung meines Innersten). Sa bin ich dann mal bei meiner doch eher männlichen geprägten Branche in der ich tätig bin in manchen Entscheidungen zutiefst verwirrt. Letzten hab ich wieder den Christian rausgekramt, weil mir dann eine Entscheidung im Job leichter fiel...

Ich höre überall ich müsse Ihr mehr Zeit geben, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Aber wenn doch gar nicht die Bereitschaft vorhanden ist sich mit dem Thema zu befassen und sie igelt sich nur ein und will den Tatsachen nicht ins Gesicht sehen. Was soll ich nur tun ? Ich will Sie ja regelrecht mit Glück und Zuneigung überschütten, aber sie nimmt erste Ansätze dafür null an. Ich habe heute kleine Zitronenmuffins gebacken denn übermorgen hat sie Geburtstag. Ich habe gestern noch einen großen Blumenstrauss organisiert, da ich nicht weiss, ob die Blumenläden am Samstag noch geöffnet haben. Es war einfach alles zuviel für Sie. Ich höre nur ich möge Sie doch in Ruhe lassen.

Ich glaube sie benötigt ganz dringend jemanden Unabhängigen zum sprechen über Ihre Gefühle. Da bin ich dann wohl zu nahe dran und nicht objektiv genug. Ich müsste mal als nächste ganz dringend mit meiner 11 jährigen Tochter sprechen, weil 2 Freundinnen von Ihr mich wohl als Christiane anhand meiner Jacke erkannt haben. Aber ich denke der Weg zu meiner Tochter führt nur über meine Frau und die ist für eine Bewertung der Lage noch gar nicht reif...

Ich bin echt verzweifelt...
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Anne-Mette
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Re: Meine Geschichte "I did it my way..." „ und jetzt ?

Post 12 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag,
Christiane67 hat geschrieben: Do 17. Dez 2020, 11:45 Ich glaube sie benötigt ganz dringend jemanden Unabhängigen zum sprechen über Ihre Gefühle.
dann frage doch mal, ob sie in das Forum kommen möchte, um mit den anderen Partnerinnen zu sprechen.
Christiane67 hat geschrieben: Do 17. Dez 2020, 11:45 Ich müsste mal als nächste ganz dringend mit meiner 11 jährigen Tochter sprechen
Davon würde ich dringend abraten. Ich würde erstmal keine weitere Baustelle aufmachen, bevor nicht mit deiner Frau wieder ein Gespräch möglich ist.
"Ball flachhalten" würde ich erstmal sagen.

Bemühe dich bitte, deine Frau nicht außenvor zu lassen - selbst wenn andere Familienmitglieder und Freunde sich unterstützend und begeistert zeigen.

Herzliche Grüße
Anne-Mette
Leonie67
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Re: Meine Geschichte "I did it my way..." „ und jetzt ?

Post 13 im Thema

Beitrag von Leonie67 »

Hallo Anne Mette,
ich werde ihr das Forum nahe legen. Alternativ hat sich auch schon meine langjährige Therapeutin für ein Einzelgespräch angeboten, nicht als "Therapiesitzung" sondern als Austausch unter Bio-Frauen, da sie ja meine Frau von unserem ersten Partnergespräch her kennt. Meine Therapeutin ist hier wirklich sehr engagiert und denkt an uns beide.

Bei meiner Tochter möchte ich nur vermeiden, das sie von ausserhalb womöglich von den 2 Freundinnen mit Ablehnung konfrontiert wird und ich mich Ihr vorher nicht erklären konnte und Ihr ein "gewisses Rüstzeug" mitgeben konnte...
Ich bin eine Frau ohne Menstruationshintergrund - aber mit ganz viel Herzblut, in der Regel.
Lavendellöwin
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Re: Meine Geschichte "I did it my way..." „ und jetzt ?

Post 14 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Christiane67 hat geschrieben: Do 17. Dez 2020, 11:45 Ich möchte nicht mehr dominant männlich sein, ich kann nicht immer den starken Maxe spielen. Ich will mich anlehnen und geborgen fühlen und möchte das jemand anderes mich auch lenkt und führt. Ich werde glaube ich zunehmend zum richtigen "Weibchen" (entschuldigt diese Schublade zur Beschreibung meines Innersten).

Hallo Christiane...

sorry, wenn ich jetzt offen spreche...

bei diesen Sätzen bekam ich ein ganz mulmiges Gefühl und das nicht erst seit gestern.
Ich weiss du bist am Anfang deiner Reise und tatsächlich hatte ich auch mal einen ähnlichen Gedankenansatz...

aber, wenn du keine starke Frau bist, wirst, wirst du in dieser Welt nicht überleben.
Und ganz im Ernst-warum sollte ich mich einem Mann unterordnen? Das ist in meinen Augen ein ganz
grosses Missverständnis beim Frau-Sein.
Und was ist schon dominant männlich? Ich lasse mir von keinem Mann was befehlen oder sagen, wenn ich weiss
und fühle das ich für mich richtig liege-ich brauche niemand der mir sagt tu dies tu das.
In einem weiblichen Leben bleibt die Verantwortung für dich immer noch bei dir-das ist kein outsourcing-Programm.

In einer Partnerschaft, egal was für "Geschlechter" da vorkommen, tragen beide die gleiche Verantwortung,
haben die gleichen Aufgaben und einmal lehnt sich die eine Person an und dann die andere.
Auf Augenhöhe, denn alles andere hat nichts mit Gleichstellung zu tun. So ist es zumindest bei uns
und ich möchte das auch nie anders haben..

Wenn ich lese, das manche kochen und backen für eine weibliche Aufgabe halten, weiss ich wie die
Erziehung stattgefunden hat und danke meinen Eltern, das sie mir nicht so nen sorry Quatsch beigebracht
haben.

Ich hoffe, dir ist klar, das du egal wie du aussiehst, zu deinem Mensch-sein stehen musst und dazu gehört
einfach Eigenverantwortung, denn die macht Leben aus, sonst fällst du vermutlich kräftig auf die Nase.

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Re: Meine Geschichte "I did it my way..." „ und jetzt ?

Post 15 im Thema

Beitrag von Leonie67 »

Hi Marie,
natürlich bin ich da ganz Deiner Meinung. War ja auch geradzu eine Steilvorlage für Deine "Korrektur" meiner Sichtweise. Sorry ich habe mich da total falsch ausgedrückt, das Anlehnen meinerseits an der Schulter meiner Frau ist in letzter Zeit absolut zu kurz gekommen und ja selbstverständlich koche, backe und staubsauge ich so wie ich noch die Küche aufräume und den Müll rausbringe. Allerdings schaffe ich es immer wieder die Wäsche einzufärben so das sie mir das Wäschewaschen irgendwann aus der Hand genommen hat. Also alles gut "Zwinker zwinker".
Ganz liebe Grüße von Christiane
Ich bin eine Frau ohne Menstruationshintergrund - aber mit ganz viel Herzblut, in der Regel.
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