Corona und die Wiedervereinigung.. meine ganz persönlichen Gedanken dazu
Corona und die Wiedervereinigung.. meine ganz persönlichen Gedanken dazu

Lebensplanung, Standorte
Frieda
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1411
Registriert: Mo 27. Aug 2018, 15:57
Geschlecht: Bio-Frau
Pronomen: Sie
Hat sich bedankt: 227 Mal
Danksagung erhalten: 94 Mal
Kontaktdaten:

Corona und die Wiedervereinigung.. meine ganz persönlichen Gedanken dazu

Post 1 im Thema

Beitrag von Frieda »

Liebe Community❣️


Vorab das Wichtigste: Ich und meine Liebsten stehen 100%-ig hinter den Corona Regeln, ich und meine Liebsten wir tragen den Mundnasenschutz, waschen und desinfizieren unsere Hände und halten uns an die Abstandsregeln (und verreisen auch nicht). Michi&ich sind dankbar für jede neue Info zum Thema Corona die die Wissenschaftler uns geben können.

Nun zur Kehrseite dieser Mediale. Ich kann solche Äußerungen wie hier zB von Kerstin absolut verstehen... viewtopic.php?p=289478#p289478
Ich verstehe auch die Angst die dahintersteckt. Warum? Sorry, weil ich es ähnlich und trotzdem anders bereits vor 30 Jahren erlebt habe, wie viele, sehr viiiiiieeeeeele ehemalige DDR Bürger damals auch!
Seit einem Auftritt von Tim Mälzer bei "Lanz" im ZDF beschäftigt mich dieses Thema immer wieder mal... https://youtu.be/t2liDVz-u2o

Ich bitte an dieser Stelle jetzt schon vielmals und mit ehrlichen Herzen um Entschuldigung, weil meine nachfolgenden Gedanken nicht sehr positiv sind. Ich möchte keinen Streit anstacheln, im Gegenteil. Seit ner Weile habe ich heute mal wieder in dem "Corona-Thread" gelesen, und ich möchte mich nun trauen einen Gedanken hier auszusprechen, der vermutlich nicht nur in mir arbeitet, sondern in vielen Menschen womöglich ebenso arbeitet.
Und noch mal möchte ich wiederholen, es sind meine ganz persönlichen Gedanken, die ich mit keiner Stastik belegen kann.

Worum geht es mir?
Es geht mir genau um den Punkt den Kerstin (oben erwähnt) angesprochen hat, wie die Wirtschaft unter Corona leidet.
Als ich vor 5 Monaten Mälzer bei Lanz hab weinen sehen, passierte mit mir etwas. Ich fühlte mich unwichtig/ungesehen. Warum?
Springt mit mir zusammen bitte 30 Jahre zurück. Mit der Euphorie der Wiedervereinigung die im "allgemeinen" so herrschte, konnte ich nicht angesteckt werden. Ich hatte Angst, ich hatte richtig richtig dolle Angst! Und genau diese Angst empfinde ich in solchen Worten von Kerstin, wenn ich heute manchen "Coronagegner", der sich um seinen Arbeitsplatz sorgt, wahrnehme. Aber! Trotzdem empfinde ich mich selbst abseits der breiten Masse. Heute mit Corona, Deutschland vereint, treiben mich meine Gedanken immer wieder in alte Erinnerungen der Wendezeiten, und in mir arbeiten alte und neue Gefühle. Meine Erinnerungen an die Wende und die Wiedervereinigung, und meine damaligen Angstgefühle lassen mich die Worte von Kerstin echt verstehen. Aber! Meine damaligen leidvollen Erfahrungen, geschleppt ins Hier&Jetzt, lassen mich etwas neues fühlen. Ich erinnere mich an einen Begriff, an eine Betitelung die wir ehemaligen DDR Bürger jaaahrelang ertragen mussten. Der Begriff des "Jammerossis" wurde irgendwann geboren, weil wir ehemaligen DDR Bürger für den Westen vollkommen unerklärlich, angeblich zu Unrecht ständig rumjammern würden.
Und nun tut mir bitte einen Gefallen, versucht bitte mein Gefühl zu verstehen, wie verletzend es für mich und vermutlich viele ehemalige DDR Bürger war (und noch ist!), als wir jahrelang als "Jammerossi" bezeichnet wurden, und, wenn man dann bei "Lanz" sieht wie Tim Mälzer dort sitzend durch Corona mit den Tränen kämpft, weil er für seine Angestellten und sich selbst Existenzängste hat.

Und jetzt Klartext von mir!
Ich behaupte, dass es in den letzten 30 Jahren nur sehr wenige im Westen a) interessiert hat und b) kaum jemand in den ganzen 30 Jahren nachfühlen konnte, wie wir im Osten mit der Massenarbeitslosigkeit durch die Wende gelitten haben. Natürlich weiß ich um die vielen Vorzüge für den Osten durch die Wiedervereinigung, dass will ich gar nicht anzweifeln. Aber! Sorry, der Westen hat irgendwann begonnen sich über die gerechtfertigten Äußerungen aus dem Osten lustig zu machen, in Unwissenheit. Sorry, man muss ein DDR Bürger gewesen sein um nachfühlen zu können, wovon ich spreche... bis Corona kam! Denn jetzt, auf einmal trifft diese drohende Massenarbeitslosigkeit auf ganz Deutschland und nicht nur den Osten zu!
Und jetzt frage ich mich, können wir den Begriff des "Jammerossis" umbenennen?
Ich frage mich, ist die Massenarbeitslosigkeit die nur Ostdeutschland betraf/betrifft weniger tragisch, als eine Massenarbeitslosigkeit die durch Corona auf einmal ganz Deutschland betrifft? Für Familie Müller, Meier, Schulze aus dem Osten, die das schon mehrfach in den letzten 30 Jahren wiederholt erleben mussten, vermutlich nicht!?
In meiner Wahrnehmung könnte der Westen mit Corona eine Chance haben, den ehemaligen DDR Bürgern nachempfinden zu können, was sie seit 30 Jahren leben. Und vielleicht könnte Einsicht in so manchem Hirn sich entwickeln, was der Begriff "Jammerossi" in so manchem Ossiherz in den letzten Jahren angerichtet hat.
Die drohende Welle der Massenarbeitslosigkeit mit Corana, ist für den Osten Deutschlands die zweite leidvolle Erfahrung und für den Westen Deutschlands die erste (in den letzten 30 Jahren) .. so ist jedenfalls meine persönliche Wahrnehmung❣️

Zum Abschluss!
Ich wiederhole ausdrücklich das ich kein Coronagegner bin, und ich auch auf keine Coronademo gehen werde, weil ich meinen Alltag mit den Coronaregeln so nicht mehr leben könnte.
Mir geht es mit diesen Post einzig und allein darum, dass ich die Ängste und Sorgen wie sie Kerstin (zwar rumpelig und bissl provozierend) äußert, verstehen kann, weil sie nicht vollkommen Unrecht hat, in meiner Wahrnehmung!
Und es geht mir um den Begriff des "Jammerossi" der auch wieder in meiner Wahrnehmung, im Westen durch Unwissenheit geboren wurde, und der höchstwahrscheinlich sehr viele Menschen, seit sehr vielen Jahren bereits verletzt.
Jede Arbeitslosigkeit ist tragisch egal ob Ostdeutschland, Westdeutschland, Polen, Russland, Frankreich, Italien, und und und. Menschen die in einer solchen Krise gemeinsam sitzen, können auch die Chance des zusammenwachsen haben, und sich nicht nur als Gegner sehen.

Namaste 🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
ExuserIn-2020-11-14
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 239
Registriert: Di 9. Jun 2020, 15:16
Geschlecht: Enby
Pronomen: egal, sie bevorzugt
Wohnort (Name): Im Rheinland
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Corona und die Wiedervereinigung.. meine ganz persönlichen Gedanken dazu

Post 2 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-11-14 »

Hallo Forum,

ich empfinde es als beängstigend dass Frieda sich hier genötigt fühlt darauf hinweisen zu müssen, dass sie und Michi sich an alle Sch.. C.. -Regeln halten und KEINE C.. -Leugner sind.

Ich bin auch KEIN C.. -Leugner, nur empfinde ich vieles bei den Maßnahmen von den Politikern völlig schwachsinnig umgesetzt. Da steht wieder einmal nur Geld und Profit im Vordergrund. Die Menschen werden unter Androhung von Strafe gegängelt, statt die Krise so effektiv wie möglich zum Ende zu bringen. Mein Inneres kennt in diesem Fall nur folgende Reaktionen: Wut, Hass, Verzweiflung. Also ziehe ich mich in die Einsamkeit zurück, und wenn ich mal wieder einkaufen muss, trage ich den "Fetzen" mit größtem Widerwillen. Das sind Emotionen. Da gibt es nichts zum Überzeugen. Mein Leben ist mit C.. zum Stillstand gekommen. Wenn ich jetzt sterben müsste, würde ich das als Erlösung deuten.

Aber genug davon: Was ich da kurz angerissen habe, sind meine Meinung und vor allem meine Empfindungen zu diesem Thema. Und da ist ein Punkt ganz wichtig: Einen absolut sicheren Schutz gibt es nicht. Es muss immer zwischen Risiko und Einschränkung abgewogen werden. Und dabei ist ganz entscheidend wie wichtig jemand sein eigenes Leben einschätzt und wie er mit dem Tod umgeht. Die Fakten sind so wie sie sind. Wer die in die Diskussion bringt, hat das Problem nicht verstanden. Ich befinde mich da offensichtlich emotional in einer extremen Situation, die mich entsprechend extrem reagieren lässt. Doch die Lager sind abgesteckt. Entweder dummes Schaf, das sich alles gefallen lässt, oder ignoranter Dummkopf. SONST NICHTS! Keine Diskussion mehr möglich. Es lebe die Dummheit! Von mir aus kann C.. diese ganzen Dummköpfe endlich dahin raffen. Und damit stehe ich bei weitem nicht alleine. Die meisten anderen dürften eingeschüchtert oder maßlos enttäuscht den Schwanz einziehen und die Klappe halten - oder sie profilieren sich als C.. -Leugner.

Es war eigentlich OT aber musste mal wieder raus. UND BITTE KEINE DISKUSSION DARÜBER - ist ja zwecklos. Bitte nur einmal nachdenken (falls das noch irgendwie möglich sein sollte).

Liebe Grüße
Erika
Frieda
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1411
Registriert: Mo 27. Aug 2018, 15:57
Geschlecht: Bio-Frau
Pronomen: Sie
Hat sich bedankt: 227 Mal
Danksagung erhalten: 94 Mal
Kontaktdaten:

Re: Corona und die Wiedervereinigung.. meine ganz persönlichen Gedanken dazu

Post 3 im Thema

Beitrag von Frieda »

Erich_Erika hat geschrieben: Do 22. Okt 2020, 12:02 ich empfinde es als beängstigend dass Frieda sich hier genötigt fühlt darauf hinweisen zu müssen, dass sie und Michi sich an alle Sch.. C.. -Regeln halten und KEINE C.. -Leugner sind.
Meine Gute❣️ (dr)

Ich fühlte und fühle mich nicht genötigt mit meiner Einleitung liebe Erika, es war mir persönlich schlicht und einfach wichtig aussprechen zu wollen, was mir/uns bzgl der Coronaregeln wichtig ist. Womit ich auch niemanden angreifen, reizen wollte, und ich auch es gar nicht für nötig empfinde bei meinem eigentlichen Thema, meinen Gedanken (siehe bitte Überschrift) überhaupt über meine Einleitung zu reden. 🙈

Ich hab dich lieb, und das weißt du auch❣️
Ich denke an dich❣️
Und Danke dafür, dass du trotz starker Abneigung beständig "den Fetzen" für deine Mitmenschen trägst... du bist super❣️🙏

Namaste 🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
Lavendellöwin
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3224
Registriert: Do 6. Sep 2018, 15:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen:
Hat sich bedankt: 485 Mal
Danksagung erhalten: 796 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Corona und die Wiedervereinigung.. meine ganz persönlichen Gedanken dazu

Post 4 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Hi...

persönliche Gedanken-das ist sehr wichtig diese zu teilen in Frieden und Wohlwollen,
danke Frieda..

mich als Wessi stört schon seit der Wiedervereinigung dieses, eben, Ossi und Wessi,
oder Ostdeutschland und Westdeutschland. Und warum sind diese Einordnungen immer noch da?
Weil es vielleicht eine Wiedervereinigung so in dem Sinne (noch) gar nicht gab?
Und die Mauer ist länger weg, als sie da stand..
Sorry wenn ich diesen Gedanken aufwerfe, die Wiedervereinigung ist für mich erst dann
passiert, wenn Menschen die diese Einordnung noch benutzen es endlich mal sein lassen.
Auch haben alle mal was zu jammern, ob jetzt in München, Köln oder Bautzen...

dann gibt es noch die Nordländer und die Südländer..bitte..ich bin Europäerin und sowieso
keine Freundin von Nationalstaatlichkeit-bei so viel gesäter Trennung ist keine Einigkeit möglich.
Trotzdem liebe ich die kleinen und feinen Unterschiede der Landstiche, die Übergänge darin
die doch mehr Verbundeneit zeigen wenn man die kleinen und nicht die grossen Schritte nimmt.
Fliesst man von Kilometer zu Kilometer und nimmt alles auf was darin steckt wird ein
grosser Unterschied plötzlich winzig...

bevor jetzt alle denken, was für Gedanken hat Marie da schon wieder...

wartet stopp, ich merkte grade, das ich die falsche Motivation entwickelt habe um angemessen
im Ton zu bleiben-ja es geht ums jammern und ich glaube, das jammern die falsche Haltung ist.

ich schreibe weiter..etwas später

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
Frieda
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1411
Registriert: Mo 27. Aug 2018, 15:57
Geschlecht: Bio-Frau
Pronomen: Sie
Hat sich bedankt: 227 Mal
Danksagung erhalten: 94 Mal
Kontaktdaten:

Re: Corona und die Wiedervereinigung.. meine ganz persönlichen Gedanken dazu

Post 5 im Thema

Beitrag von Frieda »

Liebe Marie❣️

Nein Marie mir geht es nicht ausschließlich ums "Jammern"❣️ Wenn man meine Gedanken auf ein einziges Wort hart runterbrechen will, dann wäre vielleicht am passendsten das Wort "Mitbetroffenheit".

Aber ja du hast Recht, dieses Ost-/West-denken ist nicht gut. Und trotzdem bestehe ich darauf die langjährigen Verletzungen über den "Jammerossi" auszusprechen.
Denn die Nation hat aktuell scheinbar mehr Mitgefühl für Mälzer, als für nur den Ossi vor Corona. Und das aus einem einzigen Grund, weil die gesamte Nation jetzt betroffen ist!


!EmmiMarie! hat geschrieben: Do 22. Okt 2020, 13:01 ich schreibe weiter..etwas später
Gerne (dr)


Namaste 🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
Lavendellöwin
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3224
Registriert: Do 6. Sep 2018, 15:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen:
Hat sich bedankt: 485 Mal
Danksagung erhalten: 796 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Corona und die Wiedervereinigung.. meine ganz persönlichen Gedanken dazu

Post 6 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Frieda hat geschrieben: Do 22. Okt 2020, 13:18 mir geht es nicht ausschließlich ums "Jammern"
Liebe Frieda...das weiss ich doch
Frieda hat geschrieben: Do 22. Okt 2020, 13:18 Und trotzdem bestehe ich darauf die langjährigen Verletzungen über den "Jammerossi" auszusprechen.
es ist egal ob ich dieses Wort jemals benutzt habe, habe ich nicht, es tut mir leid-Besserwessi ist aber
auch nicht schön, oder? Wie uneinig sind wir uns eigentlich? Nein, ich will jetzt nicht die Verursacher
dafür suchen, ich möchte das das aufhört und da kann jede Person bei sich damit anfangen.
Frieda hat geschrieben: Do 22. Okt 2020, 13:18 "Mitbetroffenheit"
Ich fühle mich nicht betroffen, wirklich nicht. Mein Leben ist über die Hygieneregeln hinaus wie es war,
meine Mutter hatte das Virus, sie ist wieder gesund und das mit 85. Ich hatte Sorgen und Angst...ja, aber Corona hat mein
Leben nicht wirklich verschlechtert. Ich kann lernen damit zu koexistieren, auch rein ökonomisch.
Denn ich kann in vollen Zügen leben, aber auch sehr gut verzichten, weil ich meine Sicht auf die Dinge und meine
Haltung ändern kann.
Und das ist der Punkt für mich, ich muss etwas ändern wenn es nötig ist etwas zu ändern, das liegt bei mir.
Nicht sonst wo...
du weisst es ist nicht nur möglich, die Probleme von andern lösen zu lassen, die eigene Handlung ist wichtig
und das Prinzip Handlung Wirkung.

Ich sehe Corona sogar immer noch als Chance, das die gesamte Menschheit umdenkt, weil ich eine
unheilbare Idealistin bin. Aber das weisst du..

Jetzt habe ich von mir geredet, ziemlich viel sogar. Das war auch zum Teil egoistisch und ich nehme auch wahr,
das es viel Leid, Unsicherheit, Angst und Wut und Missgunst gibt, das schmerzt.
Aber können wir nicht alle zu einer Verbesserung beitragen?
Und wo bleibt das Mitgfühl von denen die ihre Angst und Wut vor sich hertragen?

Verstehst du was ich meine?
Vielleicht nicht..

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
Frieda
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1411
Registriert: Mo 27. Aug 2018, 15:57
Geschlecht: Bio-Frau
Pronomen: Sie
Hat sich bedankt: 227 Mal
Danksagung erhalten: 94 Mal
Kontaktdaten:

Re: Corona und die Wiedervereinigung.. meine ganz persönlichen Gedanken dazu

Post 7 im Thema

Beitrag von Frieda »

Marie stößt meine Gedanken an, und ich möchte Euch noch ein bissl mehr davon zeigen.


Ich empfinde es genauso das Ost und West noch nicht zusammen-wachsen konnten.
Vielleicht liegt es auch mit am eigenen Bild was in jedem einzelnen gewachsen ist!?

Jetzt folgen nur Vermutungen, nur Hirngespinste von mir...
Vielleicht hat der Westen mit H. Kohl, damals einen Gedanken, ein Gefühl in sich wachsen lassen, die DDR-Bürger hätten die Westbürger mit der Wiedervereinigung, evtl wie die "Befreier" feiern sollen!? Ich weiß es nicht?
Aber für mich (Achtung meine Gedanken, bitte nicht vergessen!) war es keine Befreiung. Für mich wird das Wort "Wiedervereinigung" nicht gerecht. Der erste Teil des Wortes also "Wieder-" ja OK ist nachvollziehbar, aber der zweite Teil des Wortes die "-vereinigung", da bin ich noch nicht angekommen. Sorry für mich ist da ein anderes Empfinden. Ich habe nicht das Gefühl das an unserem Schulsystem, unserem Gesundheitssystem, unserem Erfinderreichtum, unserem Resorsensparenden Leben, oder unserem gemeinschaftliche Miteinander irgend ein ernstgemeintes positives (gemeinsames) Interesse gezeigt wurde.
Es wurde seit der Wiedervereinigung kein faires Symbol neu erschaffen welches optisch die Wiedervereinigung zweier Mentalitäten zum Ausdruck bringt. Außer der grüne rechtsabbiegende Pfeil im Straßenverkehr (wo ich behaupte kaum die Mehrheit der Nation registriert das dieser aus dem Osten kommt) fällt mir grade nix ein, was im Alltag oder an Feiertagen sichtbar macht, dass "2 Welten" vereint wurden.
Jetzt mit Corona empfinde ich kommen 2 Punkte ans Tageslicht. Zum einen die noch kränkelnde Wirtschaft hier im Osten und unsere Bescheidenheit.
In meiner Wahrnehmung hatte der Osten sich nur den Westen anzupassen. Die DDR ist untergangen, also hatten "die da drüben" eh keine Ahnung von Kapitalismus und Marktwirtschaft, also wird dort einfach übernommen was der Westen Jahren schon tut. Ist ja so auch nicht falsch, und kann ich auch verstehen. Aber! Auch wir hatten Gutes! Und das bedauerte ich hergeben zu müssen. Unser Sein, eine Welt die 4 Jahrzehnte gewachsen ist, die für Millionen von Menschen das zu Hause war, wird Jahr um Jahr immer mehr ausradiert, und kein Westbürger hat (so gefühlt im Osten), in 30 Jahren kaum ein ehrliches Interesse an unserer Mentalität unserem Sein gezeigt.
Und nach der Wiedervereinigung, die Sorgen und Nöte die für uns hier im Osten immer präsent waren und wuchsen und wuchsen, bekamen wir dann auch noch den Titel "Jammerossi" auferlegt, leider.
Und plötzlich sitzt irgendwann ein Herr Mälzer bei "Lanz" und ganz Deutschland versteht, was in ihm für Gefühle wegen Corona arbeiten.

Der "Besserwessi" (sry ich kenne das Wort nicht) ist dann evtl parallel zum "Jammerossi" entstanden, vermutlich aus den Beschreibungen von mir, die ich oben hier aufgeführt habe!?...ich weiß es nicht.

!EmmiMarie! hat geschrieben: Do 22. Okt 2020, 13:56 .. ich nehme auch wahr,
das es viel Leid, Unsicherheit, Angst und Wut und Missgunst gibt, das schmerzt.
Aber können wir nicht alle zu einer Verbesserung beitragen?
Und wo bleibt das Mitgfühl von denen die ihre Angst und Wut vor sich hertragen?

Verstehst du was ich meine?
Vielleicht nicht..
Ja ich weiß Marie, mich schmerzt das auch oft.
Um meine Gefühle als ich Mälzer sah wieder ins Spiel zu bringen, das war in diesem Moment keine Wut, oder Angst bei mir, eher Fassungslosigkeit würde ich sagen. Weil mir klar wurde, dass früher evtl das Mitgefühl für den Osten gefehlt hat um uns in den 30 Jahren verstehen zu können.
Und jetzt mit Corona will ich auch weiterhin Hoffnung haben, dass alle gemeinsam verstehen und wachsen können❣️




Ehrlich gesagt, habe ich Angst all dies hier im Forum so offen und ehrlich auszusprechen, weil für mich gefühlt, es hier im Forum weniger Mitglieder aus dem Osten gibt. Ich hoffe die Mehrheit von Euch will mich mit meiner Offenheit trotzdem leben lassen!? 🙈

Namaste 🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
Marlene K.
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2146
Registriert: Fr 10. Aug 2018, 17:54
Geschlecht: größtenteils weiblic
Pronomen: sie, ohne Überempfin
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 203 Mal
Danksagung erhalten: 65 Mal
Kontaktdaten:

Re: Corona und die Wiedervereinigung.. meine ganz persönlichen Gedanken dazu

Post 8 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Liebe Frieda,
ich kann, obwohl in Aachen, also so weit westlich wie in Deutschland möglich, geboren Deine Ängste, die Verletzung und die Wut gut nachvollziehen. Ich denke, sehr viele Wessis können das.
Ich lebe seit 1990 mit Unterbrechungen in Berlin und dort vorwiegend im Ostteil der Stadt. Mein langjähriger Lebenspartner ist in Leipzig geboren. Ich habe also zwar nie in der DDR gelebt, habe aber deren "Abwickelung" hautnah miterlebt. Dafür bin ich sehr dankbar weil es meinen Blick erweitert hat und ich immer wieder überrascht bin wie wenig meine vormaligen Mitstaatsbnürger*Innen von den Veränderungen mitbekommen haben.

Ich habe schon damals gesagt, dass es einen unterschiedlichen Lohn nur in Ausnahmefällen geben darf. Was begründet den zum Beispiel bei einer Krankenschwester oder in meinem Beruf, einer Köchin?
Allerdings gehen die Fehler ja nicht von einer Vertragspartei aus und die Zeit ließ keine lange Diskussionen zu. Die Masse der Bevölkerung, insbesondere der gut ausgebildeten und jungen, wäre wohl "zur D-Mark" gezogen, wenn diese nicht zu ihr gekommen wäre.

Aber es bleibt dabei: Viele Westdeutsche haben von der Vereinigung nur mitbekommen, dass die Infrastruktur im Osten ausgebaut wurde und im Westen zunehmend verfiel. Gründe hierzu zu hinterfragen machen nur wenige.
Auch viele Menschen im Westen wären froh gewesen, wenn das Grundgesetz, wie ja ursprünglich geplant, nach einer Vereinigung zur Diskussion gestellt und eine gemeinsame Verfassung erarbeitet worden wäre.

Mich macht es immer wieder traurig, wenn sich Menschen aus dem Osten als Verlierer und abgewertet erleben. Ihr wart es doch, die als einzige Deutsche jemals aus eigener Kraft für Demokratie und ein frei gewähltes Parlament gesorgt haben. Ihr müsstet also unendlich stolz sein.

Wir hatten nach der Befreiung vom Faschismus am 8.Mai 1945 keine andere Wahl und haben erst langsam und mit den Umbrüchen um 1968 zu einer wirklichen gesellschaftlichen Veränderung gefunden.
Vorher hatten wir das Wirtschaftswunder und, dass gilt allerdings für beide deutschen Staaten, wie durch ein Wunder keine Nazis mehr sondern nur noch Opfer und Wiederstandskämpfer.

Wenn es, wie wohl alle Deutschen gemeinsam hofften, nach 1990 ein neues Wirtschaftswunder gegeben hätte, würden wir heute viele Probleme nicht so stark wahrnehmen.

Auch viele von uns "Wessis" hatten gehofft, dass zum Beispiel der Grad der Kitaversorgung oder die medizinische Versorgung in Polikliniken als Beispiel genommen und das beste aus beiden Systemen zusammengeführt würde. Bei den Polikliniken passiert das ja 30 Jahre nachdem diese zerschlagen wurden ja oft mit neuen Facharztzentren, aber die sind dann ja westlich...

Wie gesagt, ich kenne Menschen aus den Bundesländern im Osten, die sagen, früher war alles besser und alle Wessis sind arrogante Arschlöcher, die Dich nur betrügen und Wessis, die sich als was besseres fühlen und Dankbarkeit erwarten, als hätten sie persönlich für jeden Meter neue geteerte Straße in zum Beispiel Sachsen jahrelang gehungert.

Aber die meisten Menschen, die ich kennen lerne, sind sich in ihren Ängsten, Vorurteilen, Hoffnungen und Kämpfen so ähnlich, dass ich meist nicht mehr weiß, wer ist jenseits der Elbe und wer diesseits sozialisiert wurde.

Das waren jetzt ganz unsortiert meine Gedanken zu Deinen für mich ganz und gar nicht unverständlichen oder anklagenden Gedanken und Gefühlen.
Ja, um Emmi-Maries Anmerkung aufzunehmen, ich habe Mitgefühl, weil Menschen mich in ihr Leben ließen und ich mich auseinandersetzen durfte.
Ich hoffe, dass ich jetzt niemanden verletzt habe durch meine ofenen Worte.
Alles Liebe

Marlene
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Frieda
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1411
Registriert: Mo 27. Aug 2018, 15:57
Geschlecht: Bio-Frau
Pronomen: Sie
Hat sich bedankt: 227 Mal
Danksagung erhalten: 94 Mal
Kontaktdaten:

Re: Corona und die Wiedervereinigung.. meine ganz persönlichen Gedanken dazu

Post 9 im Thema

Beitrag von Frieda »

Ralf-Marlene hat geschrieben: Do 22. Okt 2020, 16:50 ...
Liebe Marlene❣️

Ich danke dir sehr für deine offenen, mitfühlenden und warmherzigen Worte für mich, dass bedeutet mir sehr sehr viel...... Daaaanke❣️🙏🙏🙏🙏🙏 (dr)
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
gagalady
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 113
Registriert: Do 16. Jan 2020, 16:15
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Corona und die Wiedervereinigung.. meine ganz persönlichen Gedanken dazu

Post 10 im Thema

Beitrag von gagalady »

Frieda hat geschrieben: Do 22. Okt 2020, 10:56
Und nun tut mir bitte einen Gefallen, versucht bitte mein Gefühl zu verstehen, wie verletzend es für mich und vermutlich viele ehemalige DDR Bürger war (und noch ist!), als wir jahrelang als "Jammerossi" bezeichnet wurden, und, wenn man dann bei "Lanz" sieht wie Tim Mälzer dort sitzend durch Corona mit den Tränen kämpft, weil er für seine Angestellten und sich selbst Existenzängste hat.

Und jetzt Klartext von mir!
Ich behaupte, dass es in den letzten 30 Jahren nur sehr wenige im Westen a) interessiert hat und b) kaum jemand in den ganzen 30 Jahren nachfühlen konnte, wie wir im Osten mit der Massenarbeitslosigkeit durch die Wende gelitten haben.
Hallo Frieda,
ich glaube, Deine Sorgen und Gedanken betreffs Corona und die Empfindungen der Menschen der DDR sehr gut nachvollziehen zu können.
Ich finde, dass das, was der "Westen" damals an Fehlern gemacht hat, teilweise unentschuldbar ist. Und gelernt hat offenbar auch keiner etwas aus Fehlern. Bzgl. Corona denke ich, dass alle, Experten, Politiker und Volk immer nur im Nebel herumstochern und keine Idee haben, was da abgeht...
VG GL
ohne Worte (sind gerade ausgegangen...)
gagalady
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 113
Registriert: Do 16. Jan 2020, 16:15
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Corona und die Wiedervereinigung.. meine ganz persönlichen Gedanken dazu

Post 11 im Thema

Beitrag von gagalady »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Do 22. Okt 2020, 13:56
Denn ich kann in vollen Zügen leben,...
Na, ich nicht, mir sind schon leere Züge zu ungastlich. :mrgreen:

Sorry für den platten Witz...
ohne Worte (sind gerade ausgegangen...)
geraldine
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1716
Registriert: So 13. Jan 2013, 08:12
Pronomen:
Wohnort (Name): Jena
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Corona und die Wiedervereinigung.. meine ganz persönlichen Gedanken dazu

Post 12 im Thema

Beitrag von geraldine »

Liebe Frieda,
deine "Beitrag" finde ich sehr gut und wirft einige Fragen auf.
Meiner Meinung nach werden diese immer weiter in den Hintergrund rücken.
Viel Unrecht und Ignoranz wird Bestand haben, bis es sich über die Generatitionen
herraus "wächst".
Leider kann ich nichts finden was aus der DDR für ein Neues Land erhaltenswert war.
Um unsere Revolution beneidet uns die gesammte Welt.
Nur im eigenem Land vermisse ich dieses Gefühl auch wie du.
Klar, die demorkratischste Zeit war die, der Runden Tische.
Leider konnten wir das und diese Ideen nicht retten. Leider !
Welche Bereicherung wäre es für ein vereinigtes Deutschland gewesen.
So will ich dir als ex-DDR-Bürger( wohne immer noch in Jena) zur Seite stehen .
Sagen ich verstehe Dich und deine Gefühle.
Unsere Kinder wachsen, zum Trost für uns alle in einem anderen Deutschland auf.
Schon dafür hat sich doch alles gelohnt.Oder?
sei lieb gegrüßt
Geraldine
JuLa67
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 596
Registriert: So 1. Dez 2019, 13:29
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Reichshof
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Corona und die Wiedervereinigung.. meine ganz persönlichen Gedanken dazu

Post 13 im Thema

Beitrag von JuLa67 »

Liebe Frieda,
danke, dass du uns an deinen Gedanken und Ängsten teilhaben lässt!
Als ich Jammerossi gelesen habe, musste ich tatsächlich schmunzeln.
Ich meine mich erinnern zu können, dass vor Jahren jemensch zu mir meinte, dass die im Osten nur jammern. Dabei haben die doch jetzt endlich ihre Freiheit....
Und ich habe gespürt, dass dieser Mensch voller Neid und Angst war: Die nehmen uns was weg. Auch wegen der Rente. Und klar, die ganzen Zuwanderer auch. Deshalb müssen wir im Gesundheitswesen so sparen bzw. mehr bezahlen.

Ich finde es schade, dass uns diese Diskussionen immer in unterschiedliche Lager drängen: Der Ossi - der Wessi.
Ich spinne mal weiter: Die CDs, die Trans*Personen, die mit Partner, die ohne, die Enbis, die mit Arbeit, die ohne, die mit eigenen Haaren auf dem Kopf, die mit zu viel Haaren am Körper, ...........

Aber jetzt mal zum Schmunzeln darüber.
Conny, meine Liebste, hat aus der Achtsamkeitsacademy die Einladung zum JammerFASTEN bekommen und sich angemeldet.
Ich werde dann mal mitmachen bei geführten Meditationen usw.
Vermutlich geht es darum, negative Gedankenangebote (wo) , die uns zum Jammern verleiten, einfach durch zu winken und die positiven anzunehmen ))):s .
Ich bin mal positiv gespannt.

In diesem Sinne
Bleib achtsam mit dir und grübel nicht soviel!
Ich wünsche dir viele schöne, freundliche Gedanken und Empfindungen!

Alles Liebe
Larissa
Nach den Wolken kommt die Sonne - Alain de Lille
Glück ist, nicht mehr zu wollen als man kann, und nicht zu müssen, was man nicht will - Judy Parker
Wenn du schnell gehen willst, gehe alleine. Wenn du weit gehen willst, gehe mit anderen. -aus Afrika
Frieda
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1411
Registriert: Mo 27. Aug 2018, 15:57
Geschlecht: Bio-Frau
Pronomen: Sie
Hat sich bedankt: 227 Mal
Danksagung erhalten: 94 Mal
Kontaktdaten:

Re: Corona und die Wiedervereinigung.. meine ganz persönlichen Gedanken dazu

Post 14 im Thema

Beitrag von Frieda »

Guten Morgen❣️

Ich bin so überrascht und dankbar für eure Worte hier im Thread und auch per PN. 🙏
Ein bisschen stromert mir die ganzen Tage noch ein Gedanke durch mein Hirn, den ich mich nun doch trauen möchte Euch zu zeigen.... https://youtu.be/_QGh5pmcsiQ

Gysi spricht über Emanzipation, über Schulsysteme wzB in Finnland, wo seit längerem nicht registriert wird, wieviele Gemeinsamkeiten es mit dem Schulsystem aus der DDR hat. Er erwähnt auch die schulische Förderung egal in welche Familie man hineingeboren wurde. Das Beispiel was Gysi bzgl der Spezialschulen anspricht, kann ich persönlich bestätigen, ein Mitschüler aus unserer Klasse ging recht früh von unserer Schule ab um dann an einer Sportschule weiter unterrichtet zu werden.
Seine Worte übers "Siegen" sind in meiner Wahrnehmung politisch wie zwischenmenschlich schlicht und einfach weise❣️💖
Oder der Begriff "soziale Geborgenheit" den Gysi benutzt, bringt 100pro meine persönlichen Ängste zum Ausdruck die ich bei der Wende und der Wiedervereinigung in mir trug.
Auch sein Blickwinkel auf die Erfindung des Handys und dessen Folgen, ist für mich persönlich sehr sehr weise❣️👍


Vielleicht hat ja die Eine oder Andere bissl Interesse diese 23 Minuten zu investieren, für mich persönlich ist es eine Bereicherung ihm zuzuhören.

Namaste 🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
Marlene K.
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2146
Registriert: Fr 10. Aug 2018, 17:54
Geschlecht: größtenteils weiblic
Pronomen: sie, ohne Überempfin
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 203 Mal
Danksagung erhalten: 65 Mal
Kontaktdaten:

Re: Corona und die Wiedervereinigung.. meine ganz persönlichen Gedanken dazu

Post 15 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Frieda hat geschrieben: Di 27. Okt 2020, 07:14 Guten Morgen❣️
... https://youtu.be/_QGh5pmcsiQ

Gysi spricht über...
Danke, liebe Frieda,
für wirklich lohnende Worte von Herrn Gysi. Obwohl ich ja überzeugte Anhängerin der Grünen bin habe ich mit meiner Zweitstimme immer Herrn Gysi gewählt sobald es möglich war. Er war ja Direktkandidat hier in Köpenick.
Für mich sind seine Ausführungen immer wieder gut, weil er Ursache und Wirkung benennt. So war die Angst um den Arbeitsplatz oder eben die Nicht-Angst entscheidend für das geborgen fühlen und nicht eine höhere Sozialkompetenz.
Ich habe noch keine so trennscharfe Analyse von Verlust und Kritik der in der DDR bestehenden Strukturen gehört. Keine "Ostalgie", klare Analyse...
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Antworten

Zurück zu „Körper - Gefühle - Empfindungen“