26.10. Intersex Awareness Day: Kundgebung vor dem Bundestag
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Anne-Mette
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26.10. Intersex Awareness Day: Kundgebung vor dem Bundestag
Montag, 26. Oktober 2020 von 15:00 UTC+01 bis 18:00 UTC+01
Bundestagswiese
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Sonnenuhr
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Re: 26.10. Intersex Awareness Day: Kundgebung vor dem Bundestag
Quelle: Zwischengeschlecht.orgDer "Intersex Awareness Day" wurde zum ersten Mal am 26. Oktober 2004 in verschiedenen US-Städten abgehalten. Das Datum erinnert an die erste Zwitter-Demo am 26.10.1996 vor dem Jahreskongress der "American Academy of Pediatrics" in Boston, die an ihren Tagungen das Thema Zwangsopertionen an Zwittern "behandelt", aber Betroffenen das Wort an ihren Veranstaltungen verbot. Mitglieder der Intersex Society of North America (ISNA) und solidarische Nicht-Zwitter protestierten u.a. mit Schildern "Hermaphrodites with Attitude" (gleichzeitig Titel eines Videos, in dem Zwitter zum ersen Mal öffentlich über die an ihnen begangenen Zwangsbehandlungen und deren Folgen sprachen, sowie des ISNA-Newsletters), und veröffentlichten eine Pressemitteilung mit dem Titel "Hermaphrodites target kiddie docs" (etwa: "Zwitter nehmen Kinderärzte ins Visier"). Der Protest generierte ein landesweites Presseecho und war der Grundstein dafür, dass die Medizyner die Opfer ihrer Zwangsbehandlungen künftig nicht mehr einfach ausblenden und aussperren konnten, sondern einen Strategiewechsel vollzogen hin zu heute den noch gebräuchlichen Lippenbekenntnissen und scheinbarem Eingehen auf die fundierte Kritik — während sie gleichzeitig weiterhin zwangsoperieren wie gehabt. (>>> mehr auf englisch via intersexinitiative.org, welche den Gedenktag begründete)
1996 entstand mit der Arbeitsgruppe gegen Gewalt in der Pädiatrie und Gynäkologie (AGGPG) die erste deutschsprachige Zwitter-Lobbyorganisation, die bald auch Protestaktionen gegen Medizynerkongresse veranstaltete. 2000 hielt Mitbegründer Michel Reiter als erster zwischengeschlechtlicher Mensch in Europa an einem Sexologenkongress einen denkwürdigen Vortrag "Medizinische Intervention als Folter".
Wann?
Montag, 26.10.2020
Treffpunkt um 15Uhr
Redebeiträge (mit DGS-Dolmetsch) ab 16Uhr
Wo?
Bundestagswiese
(Platz der Republik)
11011 Berlin
Was?
Wir versammeln uns zum Welttag intergeschlechtlicher Menschen auf der Wiese vor dem Bundestag, um unsere Rechte auf körperliche Unversehrtheit und geschlechtliche Selbstbestimmung gegenüber politischen Entscheidungsträger*innen einzufordern. Intergeschlechtliche Menschen passen nicht in das Zwei-Geschlechter-System: Sie erleben in allen Lebensphasen normierende medizinische Eingriffe. Sie werden nach wie vor auf medizinischer, sozialer, rechtlicher und gesellschaftspolitischer Ebene offen sowie strukturell diskriminiert und ihre Identität pathologisiert.
Alle zwangs-medizinischen und kosmetischen Eingriffe an intergeschlechtlichen Kindern und Jugendlichen müssen sofort gestoppt werden. Es handelt sich hierbei um Menschenrechtsverletzungen durch Körperverletzungen, welche die UN als Folter einstuft.
Ein gesetzliches Verbot (mancher Eingriffe), wie es nun schon bald verabschiedet werden soll, wäre ein großer Schritt auf dem Weg unserer zentralen Forderung nach einem Stopp von uneingewilligten "normalisierenden" medizinischen Eingriffen an intergeschlechtlichen Menschen, näher zu kommen.
Das wollen wir feiern und gleichzeitig darüber sprechen, dass noch viele weitere Schritte gemacht werden müssen: Lücken im Gesetzesentwurf müssen geschlossen werden, bevor es verabschiedet wird, es braucht weitere Regelungen z.B. zum Schutz von einwilligungsfähigen intergeschlechtlichen Kindern und Jugendlichen und zur Entschädigung von intergeschlechtlichen Menschen die zwangs-medizinische Eingriffe erfahren haben (oder werden), und wir dürfen nicht vergessen: ein gesetzliches Verbot bedeutet nicht automatisch einen tatsächlichen Stopp von Eingriffen bzw. der Pathologisierung von intergeschlechtlichkeit — es gibt noch viel zu tun & wir brauchen Eure Unterstützung!
Kommt zahlreich!
Unterstützt uns, die inter*Community, im Kampf um körperliche Unversehrtheit, im Kampf um geschlechtliche Anerkennung und im Kampf um Entschädigung!
Wir fordern:
— Den sofortigen Stopp von uneingewilligten "normalisierenden" medizinischen Eingriffen an inter* Personen
— Depathologisierung intergeschlechtlicher Körper
— Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung
— (Rechtlicher) Schutz gegen Diskriminierung aufgrund von Intergeschlechtlichkeit
— Uneingeschränkten Zugang zu medizinischen Interventionen für inter* Personen (wenn sie diese brauchen und wünschen)
— Zugängliche Peer-Beratung für alle inter* Personen und deren Bezugspersonen
— Inter* Themen und inter* Lehrende an Bildungseinrichtungen
Bitte haltet 1,5 Meter Abstand zueinander und tragt einen Mund-Nasen-Schutz, vielen Dank!
FB-Event: https://www.facebook.com/events/792632781503405
Neue Aktionsgruppe gegen das Transsexuellengesetz - https://t.me/NoTSG030