ich habe vor einiger Zeit über einen Versuch an der Karolinska Universität gelesen, in dem über ein interessantes Phänomen geschrieben wurde. Ein Probant hatte eine Gummihand als eigene Hand wahrgenommen, wenn er entsprechend konditioniert wurde. Auf der Suche nach dem Artikel bin ich auf diesen gestoßen: https://www.dasgehirn.info/wahrnehmen/f ... rschwimmen.
Quelle: ebendortDas Wichtigste in Kürze
- Wir wissen intuitiv, welche Teile zu unserem Körper gehören und wie sie angeordnet sind. Dennoch ist dieses Körperbild eine Funktion des Gehirns und kann unter bestimmten Umständen fehlerhaft sein.
- Krankhaft gestört ist das Körperbild etwa bei Neglect-Patienten oder bei manchen Epileptikern, die vorübergehende außerkörperliche Erfahrungen haben.
- Aber auch bei Gesunden ist das Körperbild flexibel. Die Mechanismen, auf denen es beruht, lassen sich gezielt austricksen — so entstehen dann etwa die Gummihand- oder die Körpertausch-Illusion.
Dieses Phänomen ist also noch sehr viel vielfältiger als bei dem mir bekannten Versuch. Mir scheint, wir tragen eine innere Landkarte von unserem Körper mit uns herum, die uns sagt, wo wir aufhören und wo das außen anfängt. Es geht mMn sogar noch weiter: Ich habe den Eindruck, dass es mir ohne Probleme möglich ist, mir einen weiblichen Körper zu "denken", nein, dass das sogar von ganz alleine passiert. Das passiert mir nicht nur nachts beim Grübeln oder im Traum so, das ist sogar am hellichten Tag, allerdings in stark schwankender Intensität, normal für mich. Das betrifft nicht nur die äußere Gestalt, sondern auch innere Organe. Ein sehr merkwürdiges Gefühl, denn dann bin ich sogar an den Silikoneinlagen empfindsam und stimulierbar.
Der Artikel eröffnet Erklärungsmöglichkeiten, zumindest fördert er die Akzeptanz meiner Empfindungen. Er würde auch erklären, wenn transsexuelle Menschen ihren Körper dauerhaft in seiner Ursprungsgestalt ablehnen. Bei mir ist es nur zeitweise eine Sehnsucht nach einem weiblichen Körper. Das eigentlich Fatatale sind die unkontrollierbaren Schwankungen im Empfinden. Ich weiß letztlich nicht, welcher Körper für mich der Richtige ist und Menschen, die das nicht kennen, können das nicht verstehen. Ist es eine Störung oder ist es eine Gabe ? Ich tendiere zur Gabe, die ich aus verschiedenen Gründen nicht voll umfänglich leben kann, da die Reaktionen in meinem Umfeld je nach Auftreten völlig unterschiedlich ist. Vor allem mit dem Unkontrollierbaren habe ich so meine Probleme. Wie soll ich konzentriert meine Arbeit im Büro machen, wenn ich in einer Phase stecke, in der alles in mir nach einer Selbstwahrnehmung als Frau schreit ?