Direkt am Startplatz konnte man auch so etwas sehen:
Ich bin zwar leider der polnischen Sprache nicht mächtig, aber "Stoppt LGBT-Ideologie" und "Stoppt Pädophilie" konnte ich mir auch so zusammenreimen. Vor dem offiziellen Start fing dann auch der Lautsprecher auf dem Dach des Wagens an zu krächzen. Wie gut, dass ich der polnischen Sprache nicht mächtig bin
Begleitet von einem großen Polizeiaufgebot ging es dann endlich los in Richtung Stadtbrücke, welche die Verbindung zwischen Slubice und Frankfurt ist.
Auffällig war, dass auf polnischer Seite sehr, sehr viele Passant_innen vom Straßenrand aus mit ihren Handys gefilmt haben, auch von Balkonen und aus Fenstern. Viele haben den Demo-Teilnehmer_innen auch zugewunken. Beschimpfungen habe ich selber nicht mitbekommen (ich hätt's ja auch nicht verstanden - wie gut, dass ... siehe oben), die soll es aber vereinzelt wohl auch gegeben haben.
Auch eine kreative Art Solidarität zu zeigen
Kurz vor der Brücke führte der Demonstrationszug direkt an einer Gruppe religöser Gegendemonstranten vorbei, die mit polnischen Nationalflaggen und Plakaten (wie gut, dass ... - siehe oben), Gebeten und dem Singen von Kirchenliedern auf uns gewartet haben. Öl ins Feuer dieser Fundamentalisten dürfte bestimmt dieses "Statement" gewesen sein
Nach der Brücke - also schon auf Frankfurter Stadtgebiet - wurde ein Halt gemacht. Von Aktivist_innen wurden Forderungen an die Städte Frankfurt und Slubice verlesen, die die Situation queerer Menschen in der Region verbessern sollen. Der Frankfurter Oberbürgermeister war persönlich anwesend, hat die Forderungen entgegengenommen und ein paar Worte gesagt. Der Bürgermeister von Slubice war nicht da, aber jemand von der Kreisverwaltung Slubice, der ebenfalls gesprochen hat. Er sagte u. a., dass das wohl die größte und bunteste Demonstration war, die Slubice jemals gesehen hat. Im Demonstrationszug waren wohl auch Abgeordnete des Sejm (Polnisches Parlament) und anderer (regionaler) Parlamente, u. a. des Berliner Abgeordnetenhauses, vertreten. Dort wurde auch eine erste Schätzung der Teilnehmendenzahl angesagt: 780. In den Nachrichten (rbb) wurde Tausend genannt.
Nach diesem Zwischenhalt ging es dann durch Frankfurt, wo auf dem Platz vor Kaufland nochmals ein Halt eingelegt wurde und Reden gehalten wurden. Anschließend ging es dann zum Holzmarkt, wo die Demonstration offiziell endete und in eine Abschlusskundgebung überging. Der rbb berichtete sowohl in Brandenburg aktuell und rbb24. Und im nächsten Jahr soll es wohl wieder einen deutsch-polnischen Pridemarsch geben.