Wahre Stärke
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ExuserIn-2020-11-14
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Wahre Stärke
Hallo Forum,
ich möchte hier an einen Aspekt anknüpfen, auf den ich im Thema 'Null Promille' gestoßen wurde. Es gehört dort nicht hin, deshalb eröffne ich hier ein eigenes Thema. Jetzt ist Wochenende. Also habe ich Zeit meine Gedanken in Worte zu fassen.
Mir wurde von klein auf bei gebracht als Mann Stärke zu zeigen und mir nichts gefallen zu lassen. Und ich glaube, vielen hier geht es genauso. Wenn dann dazu kommt, dass die männliche Rolle nicht wirklich zu einem passt, und sich daher kein starkes Selbstwertgefühl entwickelt, gibt es auch wenig Bereitschaft an seinem Selbst zu arbeiten. Also wird der "starke Mann" entsprechend dem gelernten Klischee gespielt. Und der lässt sich eben aus Prinzip nichts sagen oder vorschreiben.
Jetzt kommt es aber auf die Situation an. Kommt die Rüge vom Chef, werden die Arschbacken zusammen gekniffen und der Ärger wird runter geschluckt. Da ist dann nicht genug Selbstwertgefühl vorhanden um dem Chef sachlich aber bestimmt zu erklären, dass er seinen Mitarbeiter gekränkt oder beleidigt hat. Kommt so etwas nun häufiger vor, stauen sich Wut und Ärger auf. Und dann ist man in so einem Forum im Internet wie diesem unterwegs und jemand äußert etwas, das einem irgendwie quer geht. Dann kann er endlich raus, dieser ganze lange aufgestaute Ärger. Nun gibt es kein Arbeitsverhältnis, dass man vielleicht einfach nur hasst, aber aus Angst vor Arbeitslosigkeit und sozialem Abstieg nicht aufs Spiel setzten möchte. Und dann kommt er, der Auftritt als der starke Mann, den es in Wirklichkeit überhaupt nicht gibt.
Das beschriebene Verhalten ist weder unseren sozialen Kontakten noch unserer Karriere förderlich. Wahre Stärke kommt aus einem echten starken Selbst und nicht von einem Panzer, den man um sein kleines unterdrücktes Ich herum aufbaut.
Wie komme ich nun zu einem echten starken Selbst? - Vom theoretischen Prinzip her ist mir das nun ziemlich klar. Aber wie lief meine Sozialisation ab? Meine Eltern waren, wie viele in den 1960er Jahren, vom zweiten Weltkrieg traumatisiert. Irgendwie wollten sie nur noch ihre Ruhe haben und konzentrierten sich auf ihr kleines "Familienglück". Der kleine Erich wurde darin fester Bestandteil. Der kam da erst raus, als er in die Schule musste. Dort war er dann der Außenseiter und wurde gehänselt. So lernte er schnell, wie man jemandem ordentlich eins auf die Nuss gibt und sich damit Ruhe verschafft - diese Ruhe die seine Eltern auch pflegten. In dieser Situation fühlte sich der kleine Erich immer schwach und damit auch unwichtig. Aber er war ja ein Junge. Und ein Junge ist stark und behauptet sich immer gegen die Anderen. Schwäche zugeben, also ehrlich sein wahres Ich zeigen, gab es für ihn nicht.
Diese Zusammenhänge waren mir lange nicht bewusst. Da war nur dieses seltsame Verlangen mich in ein Frau verwandeln zu wollen. Ich tat es immer heimlich. Niemand durfte etwas davon wissen. Ich glaubte irgendwie gestört oder pervers zu sein. Es war einfach nur "falsch", aber wenn ich mich unglücklich fühlte, brauchte ich es. Interessant wurde es dann, als ich irgendwo in einer fremden Stadt Erika zum ersten Mal raus ließ. Mein Passing war grauenhaft - übertrieben geschminkt und eine hässliche Perücke - aber in den Läden wurde ich als Kundin und nicht als Kunde behandelt. Und plötzlich konnte ich diesen Panzer ein Stück ablegen, den ich um mich herum aufgebaut hatte. Der starke Mann, der ich nie wirklich war, stand mir nicht mehr im Weg.
In der Rolle als Mann ist es mit dem Zeigen meines wahren Ich immer noch schwierig. Alle kennen nun einmal den ewig nörgelnden Erich, der gerne wie eine Rakete hoch geht. Irgendwie wirklich ernst nimmt den aber keiner, der ihn kennt. Und dann nimmt man mich plötzlich als Frau ernst, obwohl man sofort erkennt, dass ich keine bin. Ich möchte jetzt an das und meine Antwort darauf anknüpfen, was Frieda bei 'Null Promille' dazu geschrieben hat.
Ich denke, den meisten hier dürfte mein Lebenslauf, aus dem ich ein wenig zitiert habe, recht bekannt vorkommen. Wie man unglücklich, zynisch und aggressiv wird, sollte also klar sein. Nur mit einer solchen Haltung erreicht man nicht wirklich etwas im Leben. In Ausbildung und Beruf kann man mit Disziplin und Sachkenntnis einiges erreichen. Aber ohne die zu einem passenden sozialen Kontakte wird man nie ein wirklich positiver und erfolgreicher Mensch. Dieses Video zeigt, meine ich, recht anschaulich, wie das mit unserer Evolution zusammen hängt:
Die 5 Fragen bei der Morgenroutine lasse ich jetzt einmal außer Acht. Aber ich habe mir ein Ziel gesetzt. Ich möchte lernen, wie ich mit anderen Menschen besser umgehen kann, damit ich mehr Positives von ihnen erfahre und dieses Positive dann auch wieder zurück geben kann. Ich denke, nur auf diesem Weg kann mein Selbstwertgefühl wachsen. Dann kann ich vielleicht irgendwann aus "Bequemlichkeit" eingefahrene Gleise verlassen und den Mut für neue Wege finden. Meiner Meinung nach ist es nicht einfach Bequemlichkeit. Es ist nichts weiter als die panische Angst davor, dass dieses kleine bedeutungslose zu nichts wirklich fähige Ich wieder jämmerlich versagt. Angst lähmt. Angst macht depressiv.
Und ich möchte hier anregen, dass wir gemeinsam einen Weg von dieser Angst weg finden, dass wir die "Schwäche" zugeben können gekränkt zu sein oder einen Fehler gemacht zu haben. Nur so kann mit unserem Selbstwertgefühl unsere wahre Stärke wachsen.
Liebe Grüße
Erich_Erika
ich möchte hier an einen Aspekt anknüpfen, auf den ich im Thema 'Null Promille' gestoßen wurde. Es gehört dort nicht hin, deshalb eröffne ich hier ein eigenes Thema. Jetzt ist Wochenende. Also habe ich Zeit meine Gedanken in Worte zu fassen.
Mir wurde von klein auf bei gebracht als Mann Stärke zu zeigen und mir nichts gefallen zu lassen. Und ich glaube, vielen hier geht es genauso. Wenn dann dazu kommt, dass die männliche Rolle nicht wirklich zu einem passt, und sich daher kein starkes Selbstwertgefühl entwickelt, gibt es auch wenig Bereitschaft an seinem Selbst zu arbeiten. Also wird der "starke Mann" entsprechend dem gelernten Klischee gespielt. Und der lässt sich eben aus Prinzip nichts sagen oder vorschreiben.
Jetzt kommt es aber auf die Situation an. Kommt die Rüge vom Chef, werden die Arschbacken zusammen gekniffen und der Ärger wird runter geschluckt. Da ist dann nicht genug Selbstwertgefühl vorhanden um dem Chef sachlich aber bestimmt zu erklären, dass er seinen Mitarbeiter gekränkt oder beleidigt hat. Kommt so etwas nun häufiger vor, stauen sich Wut und Ärger auf. Und dann ist man in so einem Forum im Internet wie diesem unterwegs und jemand äußert etwas, das einem irgendwie quer geht. Dann kann er endlich raus, dieser ganze lange aufgestaute Ärger. Nun gibt es kein Arbeitsverhältnis, dass man vielleicht einfach nur hasst, aber aus Angst vor Arbeitslosigkeit und sozialem Abstieg nicht aufs Spiel setzten möchte. Und dann kommt er, der Auftritt als der starke Mann, den es in Wirklichkeit überhaupt nicht gibt.
Das beschriebene Verhalten ist weder unseren sozialen Kontakten noch unserer Karriere förderlich. Wahre Stärke kommt aus einem echten starken Selbst und nicht von einem Panzer, den man um sein kleines unterdrücktes Ich herum aufbaut.
Wie komme ich nun zu einem echten starken Selbst? - Vom theoretischen Prinzip her ist mir das nun ziemlich klar. Aber wie lief meine Sozialisation ab? Meine Eltern waren, wie viele in den 1960er Jahren, vom zweiten Weltkrieg traumatisiert. Irgendwie wollten sie nur noch ihre Ruhe haben und konzentrierten sich auf ihr kleines "Familienglück". Der kleine Erich wurde darin fester Bestandteil. Der kam da erst raus, als er in die Schule musste. Dort war er dann der Außenseiter und wurde gehänselt. So lernte er schnell, wie man jemandem ordentlich eins auf die Nuss gibt und sich damit Ruhe verschafft - diese Ruhe die seine Eltern auch pflegten. In dieser Situation fühlte sich der kleine Erich immer schwach und damit auch unwichtig. Aber er war ja ein Junge. Und ein Junge ist stark und behauptet sich immer gegen die Anderen. Schwäche zugeben, also ehrlich sein wahres Ich zeigen, gab es für ihn nicht.
Diese Zusammenhänge waren mir lange nicht bewusst. Da war nur dieses seltsame Verlangen mich in ein Frau verwandeln zu wollen. Ich tat es immer heimlich. Niemand durfte etwas davon wissen. Ich glaubte irgendwie gestört oder pervers zu sein. Es war einfach nur "falsch", aber wenn ich mich unglücklich fühlte, brauchte ich es. Interessant wurde es dann, als ich irgendwo in einer fremden Stadt Erika zum ersten Mal raus ließ. Mein Passing war grauenhaft - übertrieben geschminkt und eine hässliche Perücke - aber in den Läden wurde ich als Kundin und nicht als Kunde behandelt. Und plötzlich konnte ich diesen Panzer ein Stück ablegen, den ich um mich herum aufgebaut hatte. Der starke Mann, der ich nie wirklich war, stand mir nicht mehr im Weg.
In der Rolle als Mann ist es mit dem Zeigen meines wahren Ich immer noch schwierig. Alle kennen nun einmal den ewig nörgelnden Erich, der gerne wie eine Rakete hoch geht. Irgendwie wirklich ernst nimmt den aber keiner, der ihn kennt. Und dann nimmt man mich plötzlich als Frau ernst, obwohl man sofort erkennt, dass ich keine bin. Ich möchte jetzt an das und meine Antwort darauf anknüpfen, was Frieda bei 'Null Promille' dazu geschrieben hat.
Ich denke, den meisten hier dürfte mein Lebenslauf, aus dem ich ein wenig zitiert habe, recht bekannt vorkommen. Wie man unglücklich, zynisch und aggressiv wird, sollte also klar sein. Nur mit einer solchen Haltung erreicht man nicht wirklich etwas im Leben. In Ausbildung und Beruf kann man mit Disziplin und Sachkenntnis einiges erreichen. Aber ohne die zu einem passenden sozialen Kontakte wird man nie ein wirklich positiver und erfolgreicher Mensch. Dieses Video zeigt, meine ich, recht anschaulich, wie das mit unserer Evolution zusammen hängt:
Die 5 Fragen bei der Morgenroutine lasse ich jetzt einmal außer Acht. Aber ich habe mir ein Ziel gesetzt. Ich möchte lernen, wie ich mit anderen Menschen besser umgehen kann, damit ich mehr Positives von ihnen erfahre und dieses Positive dann auch wieder zurück geben kann. Ich denke, nur auf diesem Weg kann mein Selbstwertgefühl wachsen. Dann kann ich vielleicht irgendwann aus "Bequemlichkeit" eingefahrene Gleise verlassen und den Mut für neue Wege finden. Meiner Meinung nach ist es nicht einfach Bequemlichkeit. Es ist nichts weiter als die panische Angst davor, dass dieses kleine bedeutungslose zu nichts wirklich fähige Ich wieder jämmerlich versagt. Angst lähmt. Angst macht depressiv.
Und ich möchte hier anregen, dass wir gemeinsam einen Weg von dieser Angst weg finden, dass wir die "Schwäche" zugeben können gekränkt zu sein oder einen Fehler gemacht zu haben. Nur so kann mit unserem Selbstwertgefühl unsere wahre Stärke wachsen.
Liebe Grüße
Erich_Erika
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ExuserIn-2020-10-20
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Re: Wahre Stärke
Diese feige Rasselbande kam immer nur zu Zweit oder Dritt aus der Deckung, wehren konnte ich mich da nicht wirklich, Mobbing ist auch nur schwer in den Griff zu bekommen. Informationen die ich brauchte wurden mir oft vorenthalten, in der Schule wie im Beruf.
Also setzte ich mich schon recht früh auf meine vier Buchstaben und lernte für mich allein. Das hatte oft zur Folge, das ich mehr wußte als meine sogenannten Kollegen, der Beliebtheitsgrad sank weiter.
Wissen ist Macht. Eine Situation die viele nicht verkraften, besonders Vorgesetzte nicht, die ihren Zustand der beruflichen geistigen Inkompetenz bereits erreicht hatten, weil sie schon zu lange räumlich vom eigentlichen Geschehen entfernt waren. Als ich Anfang des Jahres in Rente ging hatte ich meinen Platz aufgeräumt, und Fachbücher die ich nun nicht mehr benötigte an Azubis verschenkt. Mißtrauisch haben sie die Bücher aufgeschlagen, ihnen fielen fast die Augen aus dem Kopf, keine Ausgabe war älter als 4 Jahre. Bücher von den sie nicht einmal wußten, daß es sie bereits in neuer Auflage zu kaufen gibt.
Oft habe ich mir während der letzten Jahre, in denen ich immer weiter aus mir herauskomme, mich offentlich so zeige wie ich bin gefragt, hättest du dich das noch vor 5 Jahren getraut ? Habe gleichzeitig feststellen dürfen, das es heute kaum noch Beachtung findet. Lange Haare, dezente Damenoberbekleidung, sich abzeichnender BH. Vor zwei Jahren das ersten Mal im Badeanzug am Strand. Wen hat es interessiert, kaum jemanden.
Je mehr ich bei mir selbst ankomme, je einfacher und unkomplizierter wird es. Endlich darf ich das was ich immer schon wollte, ohne das es negative Folgen für mich hat. Endlich.
Das geht aber auch erst seit dem das Thema Trans ( ich lasse mal alle anderen Bezeichnungen weg, ohne die Meschen dahinter zu vergessen) in der Öffentlichkeit präsenter ist. Es wird alles nicht mehr als fremd oder außergewöhnlich angesehen.
Sondern eher so: "Aha da ist einer von denen, egal" Auch ich habe wesentlich weniger meine eigene Situation im Hnterkopf,wenn ich auf andere zu gehe. Die Kommunikation wird nach und nach immer entspannter.
LG
Petra Sofie
Also setzte ich mich schon recht früh auf meine vier Buchstaben und lernte für mich allein. Das hatte oft zur Folge, das ich mehr wußte als meine sogenannten Kollegen, der Beliebtheitsgrad sank weiter.
Wissen ist Macht. Eine Situation die viele nicht verkraften, besonders Vorgesetzte nicht, die ihren Zustand der beruflichen geistigen Inkompetenz bereits erreicht hatten, weil sie schon zu lange räumlich vom eigentlichen Geschehen entfernt waren. Als ich Anfang des Jahres in Rente ging hatte ich meinen Platz aufgeräumt, und Fachbücher die ich nun nicht mehr benötigte an Azubis verschenkt. Mißtrauisch haben sie die Bücher aufgeschlagen, ihnen fielen fast die Augen aus dem Kopf, keine Ausgabe war älter als 4 Jahre. Bücher von den sie nicht einmal wußten, daß es sie bereits in neuer Auflage zu kaufen gibt.
Oft habe ich mir während der letzten Jahre, in denen ich immer weiter aus mir herauskomme, mich offentlich so zeige wie ich bin gefragt, hättest du dich das noch vor 5 Jahren getraut ? Habe gleichzeitig feststellen dürfen, das es heute kaum noch Beachtung findet. Lange Haare, dezente Damenoberbekleidung, sich abzeichnender BH. Vor zwei Jahren das ersten Mal im Badeanzug am Strand. Wen hat es interessiert, kaum jemanden.
Je mehr ich bei mir selbst ankomme, je einfacher und unkomplizierter wird es. Endlich darf ich das was ich immer schon wollte, ohne das es negative Folgen für mich hat. Endlich.
Das geht aber auch erst seit dem das Thema Trans ( ich lasse mal alle anderen Bezeichnungen weg, ohne die Meschen dahinter zu vergessen) in der Öffentlichkeit präsenter ist. Es wird alles nicht mehr als fremd oder außergewöhnlich angesehen.
Sondern eher so: "Aha da ist einer von denen, egal" Auch ich habe wesentlich weniger meine eigene Situation im Hnterkopf,wenn ich auf andere zu gehe. Die Kommunikation wird nach und nach immer entspannter.
LG
Petra Sofie
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Sahara65
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Re: Wahre Stärke
Gehe ich nicht auf dem mir gegenüber zu geht man mir aus dem Wege.
Vor allem seit ich mich Kurven betont und mit offenen Haar zeige.
Durch meinen neuen Job in der Firma den man mir angeboten hat, ich diesen dankbar annahm, der mich weit von personeller Verantwortung fern hält bin ich auch irgendwie abgekanzelt.
Deine Worte bewegen mich, ich sehe mehrfach Parallelen.
Ich selbst bezeichne mich nicht mehr als trans, mich würgt es schon beim aussprechen der Bezeichnung oder des Wortes.
Ich bin die die ich bin.
Als was man mich wahr ist mir immer mehr egal.
LG
Sara
Vor allem seit ich mich Kurven betont und mit offenen Haar zeige.
Durch meinen neuen Job in der Firma den man mir angeboten hat, ich diesen dankbar annahm, der mich weit von personeller Verantwortung fern hält bin ich auch irgendwie abgekanzelt.
Deine Worte bewegen mich, ich sehe mehrfach Parallelen.
Ich selbst bezeichne mich nicht mehr als trans, mich würgt es schon beim aussprechen der Bezeichnung oder des Wortes.
Ich bin die die ich bin.
Als was man mich wahr ist mir immer mehr egal.
LG
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Helga
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Re: Wahre Stärke
Hallo Erich_Erika,Erich_Erika hat geschrieben: Sa 27. Jun 2020, 13:20
Mir wurde von klein auf bei gebracht als Mann Stärke zu zeigen und mir nichts gefallen zu lassen. Und ich glaube, vielen hier geht es genauso. Wenn dann dazu kommt, dass die männliche Rolle nicht wirklich zu einem passt, und sich daher kein starkes Selbstwertgefühl entwickelt, gibt es auch wenig Bereitschaft an seinem Selbst zu arbeiten. Also wird der "starke Mann" entsprechend dem gelernten Klischee gespielt. Und der lässt sich eben aus Prinzip nichts sagen oder vorschreiben.
die vergangenen Jahrhunderte und Jahrtausende haben uns eine Menge Rollenklischees beschert, in denen beschrieben ist wie Mann/ Junge, Frau/ Mädchen sich zu verhalten hat. Teilweise mögen diese zu ihrer Zeit eine gewisse Berechtigung gehabt haben, abgesehen von den biologisch bedingten Unterschieden brauchen wir diese heute allesamt nicht mehr. Ich habe hierzu vor einiger Zeit einen Post gestartet(viewtopic.php?t=20089) bin aber noch nicht dazu gekommen den Gedanken weiter zu spinnen.
Diese Rollenklischees sind nicht für die "Starken" gemacht, sondern für die, die einfach nicht wissen wie sie sich verhalten sollen. "Starke" Auftritte wie das Durchsetzen der (möglicherweise verkehrten) eigenen Meinung durch "auf den Tisch hauen" sind ein Zeichen von Schwäche. Zum Glück wird die Zahl dieser Polterer langsam weniger.
Wie kommt Mensch zum besseren Umgang miteinander? Es erfordert auf jeden Fall eine Menge Einfühlungsvermögen, das sehr mühsam abtrainiert werden muß. Auseinandersetzungen, auch wenn sie sachlich begründet scheinen, spielen sich zum größten Teil auf einer unsichtbaren emotionalen Ebene ab. Es gilt herauszufinden was das Gegenüber dazu bringt genau diesen Standpunkt zu vertreten. Über die emotionale Ebene lassen sich dann meistens auch falsche Sachargumente ausräumen.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
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Bea Magdalena
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Re: Wahre Stärke
Hallo Erich_Erika,
Ich bin mir nicht sicher, ob ich Dich richtig verstanden habe?
Als Mann stark sein müssen, bedeutet nicht, gewalttätig zu handeln! Oder den eigenen Willen ohne Rücksicht auf die Argumente anderer auf biegen und brechen durchsetzen zu müssen.
In meiner Wahrnehmung sind gerade diese Männer (oder allgemein, Menschen) alles andere als stark. Sie handeln so aus ihrer inneren Unsicherheit, Schwäche und manchmal sogar Hilflosigkeit.
Uns werden Muster aufgedrückt, in gewisser Weise werden wir ab frühester Kindheit konditioniert. Von vielen, den eigenen Eltern, der Gesellschaft, der Kirche und später von der Firma und dem Chef. Sogar unseren Freundeskreis will ich da nicht ausschließen.
Die Beweggründe sind meiner Meinung nach sehr vielfältig: nicht auffallen wollen, dazugehören wollen, bis hin zur Ausbeutung, und bestimmt viele andere mehr.
Wahre Stärke ist meiner Meinung nach, sein Leben zu führen, ohne die auferlegten Zwänge, aber auch ohne dabei andere zu verletzen (
sehr wichtig).
Diese "wahre Stärke" zu leben finde ich sehr, sehr schwer, ich hab zum Beispiel Jahrzehnte gebraucht, um die elterliche Konditionierung zu erkennen und mich zumindest ansatzweise davon zu lösen.
Auch das Trans* sein, erfordert meiner Meinung nach mega viel von dieser Stärke von jeder/jedem von uns!
Nachdenklich,
Liebe Grüße
Bea
Ich bin mir nicht sicher, ob ich Dich richtig verstanden habe?
Als Mann stark sein müssen, bedeutet nicht, gewalttätig zu handeln! Oder den eigenen Willen ohne Rücksicht auf die Argumente anderer auf biegen und brechen durchsetzen zu müssen.
In meiner Wahrnehmung sind gerade diese Männer (oder allgemein, Menschen) alles andere als stark. Sie handeln so aus ihrer inneren Unsicherheit, Schwäche und manchmal sogar Hilflosigkeit.
Uns werden Muster aufgedrückt, in gewisser Weise werden wir ab frühester Kindheit konditioniert. Von vielen, den eigenen Eltern, der Gesellschaft, der Kirche und später von der Firma und dem Chef. Sogar unseren Freundeskreis will ich da nicht ausschließen.
Die Beweggründe sind meiner Meinung nach sehr vielfältig: nicht auffallen wollen, dazugehören wollen, bis hin zur Ausbeutung, und bestimmt viele andere mehr.
Wahre Stärke ist meiner Meinung nach, sein Leben zu führen, ohne die auferlegten Zwänge, aber auch ohne dabei andere zu verletzen (
Diese "wahre Stärke" zu leben finde ich sehr, sehr schwer, ich hab zum Beispiel Jahrzehnte gebraucht, um die elterliche Konditionierung zu erkennen und mich zumindest ansatzweise davon zu lösen.
Auch das Trans* sein, erfordert meiner Meinung nach mega viel von dieser Stärke von jeder/jedem von uns!
Nachdenklich,
Liebe Grüße
Bea
ich bin keine Frau, leider
und werde bedauerlicherweise auch nie eine Frau (100%) werden können.
Aber: ich fühle mich als Simulation einer Frau und dabei bin ich mega glücklich!
und werde bedauerlicherweise auch nie eine Frau (100%) werden können.
Aber: ich fühle mich als Simulation einer Frau und dabei bin ich mega glücklich!
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ExuserIn-2020-10-20
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Re: Wahre Stärke
Jeder versucht sich in einer Gruppe zu integrieren, versucht sich so darzustellen wie er gesehen wird, bzw gesehen werden möchte.
Letztendlich geht es nur darum die Achtung der Gruppe zu erlangen.
Solange man in sich selbst ruht, dem von der Gesellschaft aufgdruckten Klischee von vornherein ansatzweise entspricht, ist alles in Ordnung. Das Zusammenleben fällt verhältnismäßig leicht, es bedarf kaum eines Kraftaufwandes.
Kommt es aber dazu, männlches Erscheinungsbild von Sean Connery, und einer Gefühlswelt von Prinzessin Diana, wird es schwierig.
Dämliche Kommentare über Schwule und andere Tunten, die eine Gruppendynamik auslösen, treffen bis ins Mark. Da habe ich mich immer sehr erniedrigt gefühlt, ja wertlos. Also, Max raushängen lassen. Da merkt aber jeder sehr schnell, das ist nur kraftloses Gehabe. Mich selbst hat es aber Unmengen an Kraft gekostet, bloß nicht auffallen, nicht schon wieder zum Gespött werden.
Niemanden an mich heranlassen. Eine Kollegin hat mal vor vielen Jahren gesagt: " An dich kommt man nicht ran, da ist eine riesen Mauer um diech herum, da kommt keiner durch. Warum ?" Ich war so baff, fand keine Worte. Wie immer, es durfte doch niemand etwas wissen.
Mein Urvertrauen in andere Menschen wurde von meiner Mutter zerstört, alles was ich ihr anvertraut habe wurde in der Familie breitgetreten. Damals wußte ich selbst noch nicht was eigentlich mit mir los war, aber die Auswirkungen bekam ich da schon zu spüren. Hänseleien, Mobbing usw. Mutti warum sind die so zu mir? Die Antwort hat mich auf die Bretter gezählt: " Hör auf mich zu nerven, wehr dich, jammer mir nicht die Ohren voll." Ich habe sie nie wieder genervt oder auch nur ansatzweise ins Vertrauen gezogen. Nie wieder.
Ein grandioser Fehler wie ich heute weiß, ich hätte mich da zur Wehr setzen müssen, aber die Kraft hatte ich damals schon nicht mehr. Ich bin seit dem nur den Weg des geringsten Widerstandes gegangen. Bis vor etwa 10 Jahren, seither kämpfe ich um jeden Zentimeter Boden unter meinen Füßen. Es ist mein Leben, gewöhnt euch an mich, oder geht.
Heute kann ich es mir leisten, brauche keine Rücksicht zu nehmen, bin Rentnerin. Ich muß nicht Stärke zeigen, Mann zu sein, kann mich so geben wie ich bin. Vieles muß ich noch lernen, damit das weibilche Bild nach außen hin stimmiger wird.
Mein Selbstbewußtsein wächst, damit auch die Stärke, anderen mit meinem wirklichen I c h gegenüberzutreten, ohne mich wertlos zu fühlen. Befinde mich also auf der Transitreise. Der alte Freundeskreis, so er denn einer war blieb zurück. Davon war sowieso nur einer geblieben , der starb vor drei Jahren.
Neue Freunde zu finden, ist für mich schwer, das bedeutet Vertrauen haben, zu sich selbst und anderen. Egal, ich gebe nicht auf, das Leben ist schön trotz aller Widrigkeiten die mir bisher zu Teil wurden. Die Gesellschaft ist bereit sich auf uns einzustellen, jedenfalls mehr als noch vor 10 Jahren. Das muß man anerkennen, immer nur meckern ist unfair.
Sich selbst endlich ausprobieren, war es gut, weitermachen. Nicht gut was anderes probieren. So kehrt langsam aber sicher die Stärke zurück die ich einmal hatte.
LG
Petra Sofie
Letztendlich geht es nur darum die Achtung der Gruppe zu erlangen.
Solange man in sich selbst ruht, dem von der Gesellschaft aufgdruckten Klischee von vornherein ansatzweise entspricht, ist alles in Ordnung. Das Zusammenleben fällt verhältnismäßig leicht, es bedarf kaum eines Kraftaufwandes.
Kommt es aber dazu, männlches Erscheinungsbild von Sean Connery, und einer Gefühlswelt von Prinzessin Diana, wird es schwierig.
Dämliche Kommentare über Schwule und andere Tunten, die eine Gruppendynamik auslösen, treffen bis ins Mark. Da habe ich mich immer sehr erniedrigt gefühlt, ja wertlos. Also, Max raushängen lassen. Da merkt aber jeder sehr schnell, das ist nur kraftloses Gehabe. Mich selbst hat es aber Unmengen an Kraft gekostet, bloß nicht auffallen, nicht schon wieder zum Gespött werden.
Niemanden an mich heranlassen. Eine Kollegin hat mal vor vielen Jahren gesagt: " An dich kommt man nicht ran, da ist eine riesen Mauer um diech herum, da kommt keiner durch. Warum ?" Ich war so baff, fand keine Worte. Wie immer, es durfte doch niemand etwas wissen.
Mein Urvertrauen in andere Menschen wurde von meiner Mutter zerstört, alles was ich ihr anvertraut habe wurde in der Familie breitgetreten. Damals wußte ich selbst noch nicht was eigentlich mit mir los war, aber die Auswirkungen bekam ich da schon zu spüren. Hänseleien, Mobbing usw. Mutti warum sind die so zu mir? Die Antwort hat mich auf die Bretter gezählt: " Hör auf mich zu nerven, wehr dich, jammer mir nicht die Ohren voll." Ich habe sie nie wieder genervt oder auch nur ansatzweise ins Vertrauen gezogen. Nie wieder.
Ein grandioser Fehler wie ich heute weiß, ich hätte mich da zur Wehr setzen müssen, aber die Kraft hatte ich damals schon nicht mehr. Ich bin seit dem nur den Weg des geringsten Widerstandes gegangen. Bis vor etwa 10 Jahren, seither kämpfe ich um jeden Zentimeter Boden unter meinen Füßen. Es ist mein Leben, gewöhnt euch an mich, oder geht.
Heute kann ich es mir leisten, brauche keine Rücksicht zu nehmen, bin Rentnerin. Ich muß nicht Stärke zeigen, Mann zu sein, kann mich so geben wie ich bin. Vieles muß ich noch lernen, damit das weibilche Bild nach außen hin stimmiger wird.
Mein Selbstbewußtsein wächst, damit auch die Stärke, anderen mit meinem wirklichen I c h gegenüberzutreten, ohne mich wertlos zu fühlen. Befinde mich also auf der Transitreise. Der alte Freundeskreis, so er denn einer war blieb zurück. Davon war sowieso nur einer geblieben , der starb vor drei Jahren.
Neue Freunde zu finden, ist für mich schwer, das bedeutet Vertrauen haben, zu sich selbst und anderen. Egal, ich gebe nicht auf, das Leben ist schön trotz aller Widrigkeiten die mir bisher zu Teil wurden. Die Gesellschaft ist bereit sich auf uns einzustellen, jedenfalls mehr als noch vor 10 Jahren. Das muß man anerkennen, immer nur meckern ist unfair.
Sich selbst endlich ausprobieren, war es gut, weitermachen. Nicht gut was anderes probieren. So kehrt langsam aber sicher die Stärke zurück die ich einmal hatte.
LG
Petra Sofie
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Re: Wahre Stärke
ich hoffe, das passiert jetzt bei mir auch so langsam. Irgendwann zu einer anderen Zeit in einer anderen Galaxie sollte ich eine solche Stärke ja einmal gehabt haben. Ich lernte und lernte. Was schließlich für einen Hochschulabschluss ausreichte. Bei diversen Arbeitgebern sank aber dann meine Motivation rapide. Jetzt warte ich eigentlich nur noch auf die Rente. Und dazu kommt diese unerträgliche Corona-Langeweile.Petra Sofie hat geschrieben: So 28. Jun 2020, 13:45 So kehrt langsam aber sicher die Stärke zurück die ich einmal hatte.
Für alle anderen Antworten bedanke ich mich hiermit schon einmal pauschal.
Ich muss mich noch sammeln. Dann gehe ich detailliert darauf ein.
Gruß Erika
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Lavendellöwin
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Re: Wahre Stärke
Huhu...
ich denke grade wieder sehr über diesen Text nach
"Weil, wer einen Menschen beeinflußt, ihm seine eigene Seele gibt. Er denkt nicht seine natürlichen Gedanken und glüht nicht in seinem natürlichen Feuer. Seine Tugenden gehören nicht wirklich ihm. Seine Sünden, wenn es so etwas wie Sünden gibt, sind geborgte. Er wird ein Echo der Musik irgendeines Fremden, Schauspieler einer Rolle, die nicht für ihn geschrieben wurde. Das Ziel des Lebens ist Selbstentfaltung. Seine eigene Natur vollkommen zu verwirklichen — dafür ist jeder von uns da. Die Menschen von heutzutage haben Angst vor sich selbst. Sie haben die höchste aller Pflichten vergessen, die Pflicht, die man sich selbst gegenüber hat. Natürlich sind sie wohltätig. Sie nähren den Hungrigen und kleiden den Bettler. Aber ihre eigenen Seelen sterben Hungers und sind nackt. Der Mut ist unserm Geschlecht verloren gegangen. Vielleicht haben wir ihn nie wirklich besessen. Die Furcht vor der Gesellschaft, die die Grundlage der Moral ist, die Furcht vor Gott, die das Geheimnis der Religion ist — das sind die zwei Dinge, die uns beherrschen. Und doch ..."
er ist mittlerweile 130 Jahre alt und doch erschreckend akutell. Vielleicht kennt sogar jemand den Absatz...
Seid mir nicht böse-vielleicht tät es gut etwas weniger zu diskutieren und dafür mehr wahrhaft zu leben.
Habt es gut,
alles liebe Marie
ich denke grade wieder sehr über diesen Text nach
"Weil, wer einen Menschen beeinflußt, ihm seine eigene Seele gibt. Er denkt nicht seine natürlichen Gedanken und glüht nicht in seinem natürlichen Feuer. Seine Tugenden gehören nicht wirklich ihm. Seine Sünden, wenn es so etwas wie Sünden gibt, sind geborgte. Er wird ein Echo der Musik irgendeines Fremden, Schauspieler einer Rolle, die nicht für ihn geschrieben wurde. Das Ziel des Lebens ist Selbstentfaltung. Seine eigene Natur vollkommen zu verwirklichen — dafür ist jeder von uns da. Die Menschen von heutzutage haben Angst vor sich selbst. Sie haben die höchste aller Pflichten vergessen, die Pflicht, die man sich selbst gegenüber hat. Natürlich sind sie wohltätig. Sie nähren den Hungrigen und kleiden den Bettler. Aber ihre eigenen Seelen sterben Hungers und sind nackt. Der Mut ist unserm Geschlecht verloren gegangen. Vielleicht haben wir ihn nie wirklich besessen. Die Furcht vor der Gesellschaft, die die Grundlage der Moral ist, die Furcht vor Gott, die das Geheimnis der Religion ist — das sind die zwei Dinge, die uns beherrschen. Und doch ..."
er ist mittlerweile 130 Jahre alt und doch erschreckend akutell. Vielleicht kennt sogar jemand den Absatz...
Seid mir nicht böse-vielleicht tät es gut etwas weniger zu diskutieren und dafür mehr wahrhaft zu leben.
Habt es gut,
alles liebe Marie
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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Frieda
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Re: Wahre Stärke
Liebe Marie
Ich finde dein Zitat gut. Ich kenne es nicht und umso mehr interessiert es mich wer es gesagt hatte.
Namaste
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!
*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!
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Lavendellöwin
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Re: Wahre Stärke
Frieda hat geschrieben: So 28. Jun 2020, 14:48 Ich kenne es nicht und umso mehr interessiert es mich wer es gesagt hatte.
Liebe Frieda...
gerne..es wurde Lord Henry Wotton von Oscar Wilde in "Das Bildnis des Dorian Gray"
in den Mund gelegt..und von vielem was Lord Henry als Figur sonst sagt distanziere ich mich
wirklich ausdrücklich...
"aber das ist eine andere Geschichte und soll ein ander mal erzählt werden" (Michael Ende)
Alles Liebe Marie
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
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ExuserIn-2020-10-20
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Re: Wahre Stärke
An alle anderen und Emmi Marie, du bist 46, und damit exakt 20 Jahre jünger als ich. Eine reine Feststellung im Bezug auf gesellschaftliche und eigene Situationen.
Ich habe angefangen mehr zu Leben und nicht mehr zu diskutieren, auf Grund der Änderungen in der Gesellschaft innerhalb der letzten 20 Jahre, denn da liegt der Ursprung meiner heutigen offeneren Entwicklung in Richtung Frau.
Das ging aber nur, weil ich mir der Änderung der Situation bewußt wurde, und nun die Zeit seit etwa 5 Jahren mit wesentlich mehr Leben fülen konnte als bisher. Eine Zeit die mir mein Selbstwertgefühl in weiten Teilen zurückgegeben hat.
Du hast das Glück der späten Geburt, die 68 haben die alten Zöpfe abgeschnitten, als du geboren wurdest, und dir bewußt wurdest was dein eigentliches Wesen ausmacht, gab es schon ein TSG. So schlecht dieses Gesetz auch ist, es war dein Wegbereiter. Deine Eltern und Lehrer waren schon wesentlich aufgeklärter als meine Eltern und Lehrer. Denn die waren noch mit den Nazidoktrien verseucht. ( außer meinem Vater, der konnte mir aber nicht helfen, er starb 1968, da war ich 12 ) Ich war mal gob gepeilt 20 Jahre ohne vernünftige Informationen und Hilfen, in dieser Hinsicht völlig auf mich gestellt. Da wurden Weichen gestellt, die eine sehr lange Zeit des Lebens beeinflußten, die es teilweise auch heute noch tun.
Heute gehe ich wie selbstverständlich mt meinen Damenhosen und Blusen in die Damenumkleide zur Anprobe, das juckt niemanden. Hättest du das in der Zeit vor 1986 getan, hätte dich die Verkäuferin aus dem Laden gejagt.
Wärst du 1976 mit Badeanzug im Freibad aufgetaucht, hätte dich der Bademeister, auf vielfachen Wunsch anderer Badegäste nach draußen begleitet.
Verstecken war angesagt, heute ist öffentliches Auftreten angesgt. Das allerdings will auf Grund schlechter Erfahrungen erlernt werden. Du brauchst es nicht erst lernen, du kannst von dem profitieren was meine Generation erstritten hat.
Ein Urteil ist leicht gefällt, wenn man nur die heutige Situation betrachtet, in der man dir wesentlich weniger Steine in den Weg rollt als mir früher. Wir haben mehr Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit zu bewältigen, als du. Es ist keine Anklage, nur ein Hinweis auf das was uns bedrückt, dir / euch erspart blieb. Es ist auch kein Neid, wenn ich heute Berichte lese, wo sich Eltern für ihre Kinder einsetzen, damit sie eine Transitreise schnellst möglich hinter sich bringen können, das sogar im First Class Abteil. Da kommen dann schon die Tränen, weil plötzlich wieder einmal Erinnerungen hoch kommen.
Aber auch Stolz, denn das haben wir mit erschaffen, damit es Menschen wie uns in der Zukunft besser ergeht, das sollten heutige Generationen nicht in Vergessenheit geraten lassen.
LG
Petra Sofie
Ich habe angefangen mehr zu Leben und nicht mehr zu diskutieren, auf Grund der Änderungen in der Gesellschaft innerhalb der letzten 20 Jahre, denn da liegt der Ursprung meiner heutigen offeneren Entwicklung in Richtung Frau.
Das ging aber nur, weil ich mir der Änderung der Situation bewußt wurde, und nun die Zeit seit etwa 5 Jahren mit wesentlich mehr Leben fülen konnte als bisher. Eine Zeit die mir mein Selbstwertgefühl in weiten Teilen zurückgegeben hat.
Du hast das Glück der späten Geburt, die 68 haben die alten Zöpfe abgeschnitten, als du geboren wurdest, und dir bewußt wurdest was dein eigentliches Wesen ausmacht, gab es schon ein TSG. So schlecht dieses Gesetz auch ist, es war dein Wegbereiter. Deine Eltern und Lehrer waren schon wesentlich aufgeklärter als meine Eltern und Lehrer. Denn die waren noch mit den Nazidoktrien verseucht. ( außer meinem Vater, der konnte mir aber nicht helfen, er starb 1968, da war ich 12 ) Ich war mal gob gepeilt 20 Jahre ohne vernünftige Informationen und Hilfen, in dieser Hinsicht völlig auf mich gestellt. Da wurden Weichen gestellt, die eine sehr lange Zeit des Lebens beeinflußten, die es teilweise auch heute noch tun.
Heute gehe ich wie selbstverständlich mt meinen Damenhosen und Blusen in die Damenumkleide zur Anprobe, das juckt niemanden. Hättest du das in der Zeit vor 1986 getan, hätte dich die Verkäuferin aus dem Laden gejagt.
Wärst du 1976 mit Badeanzug im Freibad aufgetaucht, hätte dich der Bademeister, auf vielfachen Wunsch anderer Badegäste nach draußen begleitet.
Verstecken war angesagt, heute ist öffentliches Auftreten angesgt. Das allerdings will auf Grund schlechter Erfahrungen erlernt werden. Du brauchst es nicht erst lernen, du kannst von dem profitieren was meine Generation erstritten hat.
Ein Urteil ist leicht gefällt, wenn man nur die heutige Situation betrachtet, in der man dir wesentlich weniger Steine in den Weg rollt als mir früher. Wir haben mehr Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit zu bewältigen, als du. Es ist keine Anklage, nur ein Hinweis auf das was uns bedrückt, dir / euch erspart blieb. Es ist auch kein Neid, wenn ich heute Berichte lese, wo sich Eltern für ihre Kinder einsetzen, damit sie eine Transitreise schnellst möglich hinter sich bringen können, das sogar im First Class Abteil. Da kommen dann schon die Tränen, weil plötzlich wieder einmal Erinnerungen hoch kommen.
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LG
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Lavendellöwin
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Re: Wahre Stärke
Liebe Petra Sofie...Petra Sofie hat geschrieben: So 28. Jun 2020, 16:17 Da kommen dann schon die Tränen, weil plötzlich wieder einmal Erinnerungen hoch kommen.
ich weiss du magst es nicht wirklich, wenn ich nur einen Satz aus deinem Text zitiere,
nimm es mir nicht übel. Aber genau das kenne ich auch..
oder ich verkneife sie mir dann doch irgendwie, wenn ichs schaffe..gerade gestern hat meine Liebste als wir zu Bett gingen,
zu mir gesagt "eigentlich wären Stefan und du das perfekte Paar gewesen und ich war eifersüchtig auf eure tiefe Verbindung"
ja verdammt, stimmt, genau so war und ist es noch-da ist eine tiefe Liebe.
Und doch wir haben uns für andere Wege entschieden und leben im Hier und Jetzt und das zählt!
Das Warum dafür ist viel mehr, als die Kleidung die ich trage..
Ich wünsche dir aus ganzem Herzen, das du die dir "erstrittene" Freiheit noch lange Jahre geniessen kannst..
leb das bitte für mich und ganz besonders für dich..
Alles Liebe Marie
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Re: Wahre Stärke
Dann beginne ich mal mit dem detaillierten Eingehen auf die Antworten. So etwas fällt mir schwer. Da habe ich wohl immer sehr wenig Empathie erfahren und kann diese entsprechend auch kaum zurück geben. Lange nervtötende Monologe gehen mir leichter von der Feder.
So viel erst einmal.
Liebe Grüße
Erika
Ich glaube, bei mir fing das mit dem Lernen schon viel früher an. Nicht mit Lesen, Schreiben, Rechnen - das kann ich alles bis heute nicht wirklich richtig. Aber wofür gibt es Computer? - Gelernt habe ich als kleines Kind vor allem technische Dinge von meinem Vater. Und mit diesem Wissensvorsprung kam ich dann in die Schule. Das kam bei den Mitschülern schon einmal gar nicht gut an. Es war im zweiten oder dritten Schuljahr. Ich stand an der Tafel und erklärte, wie man die Flugbahn zum Mond und wieder zurück berechnet. Der Lehrerin fiel vor Staunen die Kinnlade runter. Und bei den Schülern war ich als Klugscheißer unten durch. Im Studium und Beruf setzte sich dieser Trend fort. Wenn man mehr weiß als der Chef, sollte man das geschickt nutzen ohne dass es jemandem großartig auffällt. Wissen ist Macht. Und Macht an der falschen Position kann für gewisse Herrschaften gefährlich werden.Petra Sofie hat geschrieben: So 28. Jun 2020, 06:27 Diese feige Rasselbande kam immer nur zu Zweit oder Dritt aus der Deckung, wehren konnte ich mich da nicht wirklich, Mobbing ist auch nur schwer in den Griff zu bekommen. Informationen die ich brauchte wurden mir oft vorenthalten, in der Schule wie im Beruf.
Also setzte ich mich schon recht früh auf meine vier Buchstaben und lernte für mich allein. Das hatte oft zur Folge, das ich mehr wußte als meine sogenannten Kollegen, der Beliebtheitsgrad sank weiter.
Ich habe mich hier als Crossdresser vorgestellt. Mit meinen Problemen in der männlichen Rolle könnte - nach dem, was ich hier bereits gelesen habe - auch nicht binär oder Enby passen. Als trans im strengen Sinne - "im falschen Körper geboren" - sehe ich mich nicht. Wie weit ich gehen würde, wenn ich ganz alleine ohne Verpflichtungen wäre, kann ich jetzt kaum einschätzen. Hormone und OP werden aber sicher nicht mein Weg sein.Sahara65 hat geschrieben: So 28. Jun 2020, 06:57 Ich selbst bezeichne mich nicht mehr als trans, mich würgt es schon beim aussprechen der Bezeichnung oder des Wortes.
Ich bin die die ich bin.
Das ist jetzt für mich das Stichwort. Die wahre Stärke wahrhaft leben, das soll hier das Ziel sein. Darum geht es mir. Ich möchte hier nicht über irgend etwas lange herum diskutieren. Ich möchte die Erfahrungen der anderen hier im Forum sammeln und daraus lernen, wie ich mein Verhalten anderen gegenüber so verbessern kann, dass ich positive Eindrücke zurück bekomme. Ich will aus der wegen der negativen Erfahrungen selbst gewählten Einsamkeit raus - mit und trotz Scheiß-Corona. Erst mal als Erich und hoffentlich bald wieder als Erika.!EmmiMarie! hat geschrieben: So 28. Jun 2020, 14:17 Seid mir nicht böse-vielleicht tät es gut etwas weniger zu diskutieren und dafür mehr wahrhaft zu leben.
So viel erst einmal.
Liebe Grüße
Erika
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Re: Wahre Stärke
Da bin ich nochmal. - Wenn man sich geistig in das Kaiserreich zurück versetzt, wollte man da vor allem treue und gefügige Untertanen haben. Wie alles zu sein hatte, wurde von oben diktiert. Wer da nicht mit machte, spürte die Konsequenzen. Als Rechtfertigung für diese Unterdrückung wurde der allmächtige Gott missbraucht (Kaiser von Gottes Gnaden). In konservativen Kreisen ist genau diese Denkweise heute immer noch sehr präsent.Helga hat geschrieben: So 28. Jun 2020, 07:06 Diese Rollenklischees sind nicht für die "Starken" gemacht, sondern für die, die einfach nicht wissen wie sie sich verhalten sollen. "Starke" Auftritte wie das Durchsetzen der (möglicherweise verkehrten) eigenen Meinung durch "auf den Tisch hauen" sind ein Zeichen von Schwäche.
Nichts ist aber schädlicher für eine Demokratie als ein solches Denken. Aber da zeigen dann viele ihre "Stärke" und schimpfen lautstark über die Politiker aller Parteien. Ihre Rufe verhallen im Nichts und von ihrem Wahlrecht machen sie keinen Gebrauch. Ein Starker Auftritt wäre dagegen einen lokalen Politiker auf ein Problem hin anzusprechen und ihn bitten das bei der Nächsten Versammlung vorzutragen. Oder man trägt es bei der nächsten öffentlichen Sitzung des Gemeinderates selbst vor. So funktioniert Demokratie. Aber wo lernt man das? - Wenn man es sich nicht irgendwie selbst bei bringt, lernt man es wohl nie.
Gruß Erika
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Re: Wahre Stärke
Stärke leben, sein gegenüber auch mal ertragen.
Bei zufälligen Begegnungen:
Ich habe festgestellt, wenn ich mich einfach so gebe wie ich bin, werde ich auch so angenommen. Man sieht mich als Mann, nicht als Frau, folglich spricht mich mein Gegenüber als Mann an. Er sieht zwar, Damenbluse, Damen Jeans, lange Haare, BH zeichnet sich ab, Oberweite nicht zu übersehen. Der Adamsapfel alledings auch nicht,genauso wenig den Bartschatten, Becken zu schmal.
Schminken ist nicht so mein Ding, das kriege ich nicht so richtig hin, also lasse ich es. Muß mir vielleicht am jemand richtig zeigen.
Was tun, mein Gegenüber zurechtweisen, nee stop, Frau ist die richtige Anrede. Das führt zu stark befremdlichen Reaktionen.
Könnte ich machen, keine Frage. Genau betrachtet steht mir das aber nicht zu, denn im Ausweis steht ein männlicher Vorname.
Bei offiziellen Begegnungen: ( Polizei,Arzt.......und ggF. [privates Umfeld] )
Der DGTI-Ausweis sagt was anderes, ist auch eine gute Erklärhilfe, aber eigentlich nur dann, wenn mein Gegenüber von vornherein irritiert ist. Die Begegnung letztendlich für mich persönlich wichtig ist. Im persönlichen Umfeld so denke ich reicht die mündliche Erklärung.
Zur eigenen Stärke:
Ich bin so wie ich bin, daher hinterlasse ich auch einen entsprechenden Eindruck, je offener ich auftrete je besser der Eindruck.
Damit nehme ich den Meisten sofort den Wind aus den Segeln. Wer mich auf provokante Art mit Herr oder Frau anspricht, wird nicht korrigiert. Reine Kraftverschwendung.
Wer mich höflich als Mann anspricht, ohne Unsicherheit zu zeigen, und sich auch sonst korrekt verhält, warum eingreifen? Bringt nichts.
Wer mich als Frau anspricht und plötzlich das männliche Wesen erkennt, sich dann plötzlich entschuldigt, weil er mich als Frau angesprochen hat. Der bekommt ein Lächeln, und "Nein,nein das war schon richtig so"
So wächst die eigene Selbstsicherheit von Mal zu Mal.
In jeder Kaffeebude muß man zur Zeit seine Kontaktdaten hinterlassen, mit diebischer Freude stehen jetzt mein meine weiblichen Vornamen auf dem Zettel. Bei einem Bäcker kennt man mich schon eine ganze Weile, nicht mit Namen so doch vom Sehen. Beim ersten Mal hat die Bedienung gestutz, hat nichts weiter gesagt. Das war so ein wenig wie - " Ach deshalb " Seither schaut mich das ganze Team dort noch freundlicher an, als vorher.
Übung macht die Meisterin, nichts übers Knie brechen, das erzeugt nur Splitter.
Einige werden jetzt sagen wie kann man nur. Jede geht ihren Weg ich gehe meinen, habe damit bessere Erfolge erzielt, als auf meinem Status als Frau ohne Wenn und Aber zu bestehen. Ne richtige Dame werde ich wohl nie. Muß ich ?
LG
Petra Sofie
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Ich habe festgestellt, wenn ich mich einfach so gebe wie ich bin, werde ich auch so angenommen. Man sieht mich als Mann, nicht als Frau, folglich spricht mich mein Gegenüber als Mann an. Er sieht zwar, Damenbluse, Damen Jeans, lange Haare, BH zeichnet sich ab, Oberweite nicht zu übersehen. Der Adamsapfel alledings auch nicht,genauso wenig den Bartschatten, Becken zu schmal.
Schminken ist nicht so mein Ding, das kriege ich nicht so richtig hin, also lasse ich es. Muß mir vielleicht am jemand richtig zeigen.
Was tun, mein Gegenüber zurechtweisen, nee stop, Frau ist die richtige Anrede. Das führt zu stark befremdlichen Reaktionen.
Könnte ich machen, keine Frage. Genau betrachtet steht mir das aber nicht zu, denn im Ausweis steht ein männlicher Vorname.
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Der DGTI-Ausweis sagt was anderes, ist auch eine gute Erklärhilfe, aber eigentlich nur dann, wenn mein Gegenüber von vornherein irritiert ist. Die Begegnung letztendlich für mich persönlich wichtig ist. Im persönlichen Umfeld so denke ich reicht die mündliche Erklärung.
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Ich bin so wie ich bin, daher hinterlasse ich auch einen entsprechenden Eindruck, je offener ich auftrete je besser der Eindruck.
Damit nehme ich den Meisten sofort den Wind aus den Segeln. Wer mich auf provokante Art mit Herr oder Frau anspricht, wird nicht korrigiert. Reine Kraftverschwendung.
Wer mich höflich als Mann anspricht, ohne Unsicherheit zu zeigen, und sich auch sonst korrekt verhält, warum eingreifen? Bringt nichts.
Wer mich als Frau anspricht und plötzlich das männliche Wesen erkennt, sich dann plötzlich entschuldigt, weil er mich als Frau angesprochen hat. Der bekommt ein Lächeln, und "Nein,nein das war schon richtig so"
So wächst die eigene Selbstsicherheit von Mal zu Mal.
In jeder Kaffeebude muß man zur Zeit seine Kontaktdaten hinterlassen, mit diebischer Freude stehen jetzt mein meine weiblichen Vornamen auf dem Zettel. Bei einem Bäcker kennt man mich schon eine ganze Weile, nicht mit Namen so doch vom Sehen. Beim ersten Mal hat die Bedienung gestutz, hat nichts weiter gesagt. Das war so ein wenig wie - " Ach deshalb " Seither schaut mich das ganze Team dort noch freundlicher an, als vorher.
Übung macht die Meisterin, nichts übers Knie brechen, das erzeugt nur Splitter.
Einige werden jetzt sagen wie kann man nur. Jede geht ihren Weg ich gehe meinen, habe damit bessere Erfolge erzielt, als auf meinem Status als Frau ohne Wenn und Aber zu bestehen. Ne richtige Dame werde ich wohl nie. Muß ich ?
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