Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
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artemis
Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Hallo liebe Community,
ich muss gleich vorweg sagen, ich fühle mich als wäre ich weder Fisch noch Fleisch. Ich denke mal, dass es vielen hier so geht/ging.
Ich bin männlich, werde dieses Jahr 34. Wenn mich jemand fragt, wann ich das erste mal gemerkt habe, dass in mir eine feminine Seite schlummert, würde ich sagen, schon seit ich meine Sexualität entdeckt habe. Ich hatte schon immer Fantasien über Transfrauen. Im Speziellen Frauen mit Penis (oder wie auch immer man es für sich formulieren möchte). Meine erste reale Transfrau, oder Shemale (ich weiß nicht ob das in der Community als abwertend zählt, ich möchte niemanden angreifen. Shemale ist halt der Begriff, der das Erscheinungsbild treffend beschreibt), habe ich im Alter von 12 Jahren in einer Zeitschrift für Erwachsene (Coupé, weiß nicht ob das noch jemand kennt) gesehen. Vorher waren es nur Fantasien. Und das hat mich nachhaltig fasziniert. Diese Vorstellung... wow. Darauf folgten so ziemlich "normale" heteronormative Entwicklungen. Erste Freundin, erster Kuss, das erste Mal, Sex. Aber immer mal wieder kam der Gedanke an Shemales. Das Internet hat das Verlangen bedient. Es gab auch einige kurze Phasen in der Pubertät, in der ich wirklich keine Ahnung hatte, was ich bin.
Anfang 20 zog ich dann bei meinen Eltern aus und ich hatte mehr Freiheit. In den letzten Jahren hat sich auch meine sexuelle Orientierung immer mehr gefestigt. Was nicht zuletzt sehr stark an meiner jetzigen Frau liegt. Zu ihr habe ich ein so starkes Vertrauen und eine innige Verbindung, dass ich ihr letztes Jahr im September von meinen Transgedanken erzählt habe. In den letzten Jahren sind die Gedanken daran, wie es wäre, ein feminineres Erscheinungsbild und Brüste zu haben, fast nie verschwunden.
Sie hat zweigeteilt auf meine Ehrlichkeit reagiert. Ihre erste Reaktion war, dass sie das unterstützt. Denn die sexuelle Identität ist was unglaublich essenzielles und jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben so zu leben, seine Identität so ausleben zu können, wie er/sie es empfindet um glücklich zu werden.
Die andere Reaktion hat sie aus der Perspektive meiner Frau geäußert. Sie wünscht sich Kinder und für diese Kinder einen Vater. Außerdem hat sie sich in mich verliebt, weil ich so bin, wie ich bin und wie ich erscheine. Und genau deswegen liebt sie mich auch immer noch.
Nun ist dieses Thema "Trans" ein Teil unseres Lebens, der noch ungeklärt ist. Ich weiß nicht ob es sich bei mir um einen Fetisch handelt. Habe ich zu viel Pornos konsumiert und einen Schaden bekommen? Oder ist das für mich wirklich eine erstrebenswerte Identität? Oder bin ich einfach nur ein Perversling?
Ich suche in meiner Region (Raum Magdeburg) nach Therapeuten, die mit Transthemen Erfahrung haben. An wen kann ich mich noch wenden? Gibt es Leute mit ähnlichen Erfahrungen?
Ich bin ein bisschen wütend, weil der Text so unsympathisch klingt, aber ich kann meine wirren Gedanken grade nicht besser formulieren. Zurzeit sind die Gedanke wieder sehr präsent.
Liebe Grüße
Artemis
ich muss gleich vorweg sagen, ich fühle mich als wäre ich weder Fisch noch Fleisch. Ich denke mal, dass es vielen hier so geht/ging.
Ich bin männlich, werde dieses Jahr 34. Wenn mich jemand fragt, wann ich das erste mal gemerkt habe, dass in mir eine feminine Seite schlummert, würde ich sagen, schon seit ich meine Sexualität entdeckt habe. Ich hatte schon immer Fantasien über Transfrauen. Im Speziellen Frauen mit Penis (oder wie auch immer man es für sich formulieren möchte). Meine erste reale Transfrau, oder Shemale (ich weiß nicht ob das in der Community als abwertend zählt, ich möchte niemanden angreifen. Shemale ist halt der Begriff, der das Erscheinungsbild treffend beschreibt), habe ich im Alter von 12 Jahren in einer Zeitschrift für Erwachsene (Coupé, weiß nicht ob das noch jemand kennt) gesehen. Vorher waren es nur Fantasien. Und das hat mich nachhaltig fasziniert. Diese Vorstellung... wow. Darauf folgten so ziemlich "normale" heteronormative Entwicklungen. Erste Freundin, erster Kuss, das erste Mal, Sex. Aber immer mal wieder kam der Gedanke an Shemales. Das Internet hat das Verlangen bedient. Es gab auch einige kurze Phasen in der Pubertät, in der ich wirklich keine Ahnung hatte, was ich bin.
Anfang 20 zog ich dann bei meinen Eltern aus und ich hatte mehr Freiheit. In den letzten Jahren hat sich auch meine sexuelle Orientierung immer mehr gefestigt. Was nicht zuletzt sehr stark an meiner jetzigen Frau liegt. Zu ihr habe ich ein so starkes Vertrauen und eine innige Verbindung, dass ich ihr letztes Jahr im September von meinen Transgedanken erzählt habe. In den letzten Jahren sind die Gedanken daran, wie es wäre, ein feminineres Erscheinungsbild und Brüste zu haben, fast nie verschwunden.
Sie hat zweigeteilt auf meine Ehrlichkeit reagiert. Ihre erste Reaktion war, dass sie das unterstützt. Denn die sexuelle Identität ist was unglaublich essenzielles und jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben so zu leben, seine Identität so ausleben zu können, wie er/sie es empfindet um glücklich zu werden.
Die andere Reaktion hat sie aus der Perspektive meiner Frau geäußert. Sie wünscht sich Kinder und für diese Kinder einen Vater. Außerdem hat sie sich in mich verliebt, weil ich so bin, wie ich bin und wie ich erscheine. Und genau deswegen liebt sie mich auch immer noch.
Nun ist dieses Thema "Trans" ein Teil unseres Lebens, der noch ungeklärt ist. Ich weiß nicht ob es sich bei mir um einen Fetisch handelt. Habe ich zu viel Pornos konsumiert und einen Schaden bekommen? Oder ist das für mich wirklich eine erstrebenswerte Identität? Oder bin ich einfach nur ein Perversling?
Ich suche in meiner Region (Raum Magdeburg) nach Therapeuten, die mit Transthemen Erfahrung haben. An wen kann ich mich noch wenden? Gibt es Leute mit ähnlichen Erfahrungen?
Ich bin ein bisschen wütend, weil der Text so unsympathisch klingt, aber ich kann meine wirren Gedanken grade nicht besser formulieren. Zurzeit sind die Gedanke wieder sehr präsent.
Liebe Grüße
Artemis
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Michaela_mit_a
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Hallo Artemis und willkommen im Forum,
ähnliche Gefühle, nicht zu wissen ob "Fisch oder Fleisch", haben oder hatten sicher viele hier.
Auch die Unsicherheit, nicht zu wissen was es genau ist, was einen da umtreibt.
In etwa deinem Alter ging es mir ähnlich (außer die "Shemale/Penis-Euphorie"), was mich zehn Jahre später zur Erkenntnis brachte, dass es sich bei mir um Transidentität handelt.
Die vergangenen zehn Monate Therapie haben mich noch einmal alles kritisch hinterfragen lassen und letztendlich meine anfängliche Vermutung und später Selbstdiagnose bestätigt.
Das kann bei Dir natürlich anders ausgehen, so unterschiedliche Schicksale und Wege habe ich schon gelesen, aber ich bin mir sicher, dass eine Therapie Dir mehr Klarheit geben kann.
LG und viel Kraft für Deinen (euren) Weg,
Michaela
ähnliche Gefühle, nicht zu wissen ob "Fisch oder Fleisch", haben oder hatten sicher viele hier.
Auch die Unsicherheit, nicht zu wissen was es genau ist, was einen da umtreibt.
In etwa deinem Alter ging es mir ähnlich (außer die "Shemale/Penis-Euphorie"), was mich zehn Jahre später zur Erkenntnis brachte, dass es sich bei mir um Transidentität handelt.
Die vergangenen zehn Monate Therapie haben mich noch einmal alles kritisch hinterfragen lassen und letztendlich meine anfängliche Vermutung und später Selbstdiagnose bestätigt.
Das kann bei Dir natürlich anders ausgehen, so unterschiedliche Schicksale und Wege habe ich schon gelesen, aber ich bin mir sicher, dass eine Therapie Dir mehr Klarheit geben kann.
LG und viel Kraft für Deinen (euren) Weg,
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Engelchen
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Erstmal herzlich willkommen.
Ich kann dir deine Gefühle sehr nachvollziehen da es mir ähnlich ging.
Verfangen im Fetish mich nie richtig zu verorten.
Leider hatte ich nie ein Frau an meiner Seite der ich mich so anvertrauen konnte.
Ich denke du bist auf einem guten Weg und der Gedanke dir Hilfe ins Boot zu holen - Therapeuten - sehr gut.
Geh deinen Weg zusammen mit deiner Frau und in eurem Tempo.
Alles Liebe und gute für die Zukunft
Lisa
Ich kann dir deine Gefühle sehr nachvollziehen da es mir ähnlich ging.
Verfangen im Fetish mich nie richtig zu verorten.
Leider hatte ich nie ein Frau an meiner Seite der ich mich so anvertrauen konnte.
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Liebe geben und offen sein für Neues
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JuLa67
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Hallo Artemis,
herzlich Willkommen im Forum!
Ich denke auch, dass dir ein Therapeut helfen kann diese Frage zu klären.
Ich selber hatte auch mal so eine Phase, in der ich Shemales sehr begehrenswert fand. Das war zu einer Zeit, als bei mir der Druck ohnehin schon ziemlich groß war. Nach meinem Outing war das wieder weg. Da konnte ich mich um mich selber kümmern.
Ich wünsche Dir alles Gute
Liebe Grüße
Larissa
herzlich Willkommen im Forum!
Ich denke auch, dass dir ein Therapeut helfen kann diese Frage zu klären.
Ich selber hatte auch mal so eine Phase, in der ich Shemales sehr begehrenswert fand. Das war zu einer Zeit, als bei mir der Druck ohnehin schon ziemlich groß war. Nach meinem Outing war das wieder weg. Da konnte ich mich um mich selber kümmern.
Ich wünsche Dir alles Gute
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Nach den Wolken kommt die Sonne - Alain de Lille
Glück ist, nicht mehr zu wollen als man kann, und nicht zu müssen, was man nicht will - Judy Parker
Wenn du schnell gehen willst, gehe alleine. Wenn du weit gehen willst, gehe mit anderen. -aus Afrika
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Nicole Fritz
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Hallo Artemis,
dann sei erst einmal herzlich willkommen in der Gemeinschaft der "Perverslinge"!
Irgendwie gehöre ich auch dazu. Eigentlich männlich hetero hat sich bei mir nie eine "normale" Sexualität zwischen Mann und Frau entwickeln können. Immer mehr wurden Frauenkleider zum Fetisch für meine Selbstbefriedigung. So war es bis zu meinem Coming Out 2017 mit 59 Jahren. Dann gab es eine Irrfahrt zwischen sexuell motiviertem Transvestiten und Transfrau. Ich bin weder das eine noch das andere, nicht Mann, aber auch nicht Frau - irgend etwas dazwischen - nicht-binär oder Enby. Und das passt wohl auch mit Shemales zusammen. Die Fantasie kennt ja bekanntlich keine Grenzen.
Weitere Informationen über Enbys findest Du hier:
viewforum.php?f=145
LG Nicole
dann sei erst einmal herzlich willkommen in der Gemeinschaft der "Perverslinge"!
Irgendwie gehöre ich auch dazu. Eigentlich männlich hetero hat sich bei mir nie eine "normale" Sexualität zwischen Mann und Frau entwickeln können. Immer mehr wurden Frauenkleider zum Fetisch für meine Selbstbefriedigung. So war es bis zu meinem Coming Out 2017 mit 59 Jahren. Dann gab es eine Irrfahrt zwischen sexuell motiviertem Transvestiten und Transfrau. Ich bin weder das eine noch das andere, nicht Mann, aber auch nicht Frau - irgend etwas dazwischen - nicht-binär oder Enby. Und das passt wohl auch mit Shemales zusammen. Die Fantasie kennt ja bekanntlich keine Grenzen.
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LG Nicole
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Alex_andra
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Hallo,
in dem hier schon mehrere Male beworbenen Buch "Psychotherapeutische Arbeit mit trans* Personen" gibt es nach meinem Empfinden einige sehr gute Beschreibungen, die sich des Phänomens der sexualisierten Lust im Gegengeschlecht leben zu wollen annehmen.
Oft ist es eine Kompensation des Bedürfnisses, aus dem bei der Geburt zu geordneten geschlechtlichen Gefüge auszubrechen, zu dessen Befriedigung wir uns auf einer anderen Ebene als der sexualisierten nicht in der Lage sehen. Die innere Anspannung kann dadurch temporär abgebaut werden.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die verborgenen Anteile der eigenen Identität von anderen um ihrer selbst willen geliebt werden, erscheint nicht besonders groß. Oft ist es ja schon schwer genug bzw. nicht möglich, sich selbst als trans* Person anzunehmen, zu lieben oder zu akzeptieren. Wenn das dann alles noch in einem Umfeld gelebt werden soll, das vormals durch ein cis hetero normatives Beziehungsleben geprägt war, wird es um so schwerer. Alle Definitionen und Begriffe greifen nicht mehr, obwohl Mensch doch gerade jetzt die Sprache so dringend bräuchte, um sich den nahestehenden Menschen und sich selbst erklären zu können. Die Erklärungen versagen, da sie immer erklären wollen und das Verständnis versagt, da es immer verstehen möchte. Gelassenheit wäre eine mögliche Lösung. Loslassen und schauen was passiert.
Ich würde dein sexuelles Bedürfnis nicht abwerten, sondern ernst nehmen oder viel mehr so wie es ist annehmen, ohne es moralisch zu bewerten.
Unabhängig davon scheint etwas in dir zu zeigen, dass die Art wie du dein Leben führst nicht ausreicht, um all das was in dir steckt zu leben.
So wie deine geschlechtlich Identität nicht nur eine einzige sein muss und eben so oft von den als normal geltenden Mustern abweicht, kann dein Begehren dich auch in verschiedene lustvolle Bereiche führen, die erst mal weder gut noch schlecht sind.
Wenn es dir möglich ist, lass deinem weiblichen Anteil Raum und Zeit. Schaffe dir Erlebnisse, dann kannst du die unterschiedliche Gewichtung zwischen sexuellem Begehren und zu lebender Identitätsfacette herausfinden.
Das schreibt sich gerade nicht leicht, vor allem um diese Uhrzeit nicht, schreibt sich aber immer noch leichter, als es sich leben lässt.
Das weiß ich aus leidvoller eigener Erfahrung. Dennoch hilft mir diese Unterscheidung.
Lieeb Grüße
in dem hier schon mehrere Male beworbenen Buch "Psychotherapeutische Arbeit mit trans* Personen" gibt es nach meinem Empfinden einige sehr gute Beschreibungen, die sich des Phänomens der sexualisierten Lust im Gegengeschlecht leben zu wollen annehmen.
Oft ist es eine Kompensation des Bedürfnisses, aus dem bei der Geburt zu geordneten geschlechtlichen Gefüge auszubrechen, zu dessen Befriedigung wir uns auf einer anderen Ebene als der sexualisierten nicht in der Lage sehen. Die innere Anspannung kann dadurch temporär abgebaut werden.
Die Wahrscheinlichkeit, dass die verborgenen Anteile der eigenen Identität von anderen um ihrer selbst willen geliebt werden, erscheint nicht besonders groß. Oft ist es ja schon schwer genug bzw. nicht möglich, sich selbst als trans* Person anzunehmen, zu lieben oder zu akzeptieren. Wenn das dann alles noch in einem Umfeld gelebt werden soll, das vormals durch ein cis hetero normatives Beziehungsleben geprägt war, wird es um so schwerer. Alle Definitionen und Begriffe greifen nicht mehr, obwohl Mensch doch gerade jetzt die Sprache so dringend bräuchte, um sich den nahestehenden Menschen und sich selbst erklären zu können. Die Erklärungen versagen, da sie immer erklären wollen und das Verständnis versagt, da es immer verstehen möchte. Gelassenheit wäre eine mögliche Lösung. Loslassen und schauen was passiert.
Ich würde dein sexuelles Bedürfnis nicht abwerten, sondern ernst nehmen oder viel mehr so wie es ist annehmen, ohne es moralisch zu bewerten.
Unabhängig davon scheint etwas in dir zu zeigen, dass die Art wie du dein Leben führst nicht ausreicht, um all das was in dir steckt zu leben.
So wie deine geschlechtlich Identität nicht nur eine einzige sein muss und eben so oft von den als normal geltenden Mustern abweicht, kann dein Begehren dich auch in verschiedene lustvolle Bereiche führen, die erst mal weder gut noch schlecht sind.
Wenn es dir möglich ist, lass deinem weiblichen Anteil Raum und Zeit. Schaffe dir Erlebnisse, dann kannst du die unterschiedliche Gewichtung zwischen sexuellem Begehren und zu lebender Identitätsfacette herausfinden.
Das schreibt sich gerade nicht leicht, vor allem um diese Uhrzeit nicht, schreibt sich aber immer noch leichter, als es sich leben lässt.
Das weiß ich aus leidvoller eigener Erfahrung. Dennoch hilft mir diese Unterscheidung.
Lieeb Grüße
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Jasmine
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Herzlich willkommen in diesem schönen Forum
LG Jasmine
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artemis
Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Hallo alle zusammen,
erstmal vielen lieben Dank für die Aufnahme und die vielen persönlichen Berichte. Ich dachte mir schon, dass es vielen so oder so ähnlich geht/ging.
Bei meiner Recherche im Netz als auch bei Unterhaltungen mit Transfrauen habe ich das Gefühl bekommen, dass es nur einen möglichen finalen Weg gibt, und das ist eine GaOp. Wie gesagt, dass ist nur mein Gefühl. Aber ich bin mir sicher, da muss es doch auch was dazwischen geben: Feminines Äußeres und funktionierendes männliches Geschlechtsteil. Wenn mich jemand fragen würde, wer meine "Vorbilder" sind, würden mir nur Pornodarstellerinnen einfallen
. Aber weil hier die Community so groß ist, hoffe ich, dass ich Leute kennen lerne, die meine Vorstellung auch haben/hatten und den Weg gegangen sind. Dabei wäre ich für jede Information dankbar. Was kritisch ist, das machbar ist, was nicht machbar ist. Einfach alles
@Michaela_mit_a ich hab deinen Threat "Vater, Ehemann und Transfrau" begonnen zu lesen. Diese innige, ehrliche und tiefe Unterhaltung mit deiner Frau hat erschreckende Ähnlichkeit mit der/den Unterhaltung/en mit meiner Frau. Wow. Auch die Frage "Will du als Frau leben" hat sie mir gestellt. Aber darauf habe ich keine Antwort.
@sabine_allein, wow, deine Ausführung klingt fast on-point! Ich werde mir das Buch mal anschauen, vielen Dank. Meine Frau und ich haben einen kleinen Neujahrsdeal gemacht. Ich kümmere mich im Januar darum, dass ich professionelle Hilfe kontaktiere, Kontakt zu Transpersonen aufnehme und, wie du auch schon angesprochen hast, ich mir Zeit und Raum nehme um zu probieren. Wie genau das aussehen wird, weiß ich noch nicht.
Ich bin unglaublich dankbar für euren Input :* danke danke danke!
Liebe Grüße
Artemis
erstmal vielen lieben Dank für die Aufnahme und die vielen persönlichen Berichte. Ich dachte mir schon, dass es vielen so oder so ähnlich geht/ging.
Bei meiner Recherche im Netz als auch bei Unterhaltungen mit Transfrauen habe ich das Gefühl bekommen, dass es nur einen möglichen finalen Weg gibt, und das ist eine GaOp. Wie gesagt, dass ist nur mein Gefühl. Aber ich bin mir sicher, da muss es doch auch was dazwischen geben: Feminines Äußeres und funktionierendes männliches Geschlechtsteil. Wenn mich jemand fragen würde, wer meine "Vorbilder" sind, würden mir nur Pornodarstellerinnen einfallen
@Michaela_mit_a ich hab deinen Threat "Vater, Ehemann und Transfrau" begonnen zu lesen. Diese innige, ehrliche und tiefe Unterhaltung mit deiner Frau hat erschreckende Ähnlichkeit mit der/den Unterhaltung/en mit meiner Frau. Wow. Auch die Frage "Will du als Frau leben" hat sie mir gestellt. Aber darauf habe ich keine Antwort.
@sabine_allein, wow, deine Ausführung klingt fast on-point! Ich werde mir das Buch mal anschauen, vielen Dank. Meine Frau und ich haben einen kleinen Neujahrsdeal gemacht. Ich kümmere mich im Januar darum, dass ich professionelle Hilfe kontaktiere, Kontakt zu Transpersonen aufnehme und, wie du auch schon angesprochen hast, ich mir Zeit und Raum nehme um zu probieren. Wie genau das aussehen wird, weiß ich noch nicht.
Ich bin unglaublich dankbar für euren Input :* danke danke danke!
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Renée
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Hallo Artemis,
Hier in diesem schönen Forum.
Mit Erfahrungen zu Psychologen kann ich nicht dienen, es soll aber einen in MD in der Hegelstraße geben, welcher mit dem Thema vertraut ist.
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Mit Erfahrungen zu Psychologen kann ich nicht dienen, es soll aber einen in MD in der Hegelstraße geben, welcher mit dem Thema vertraut ist.
Liebe Grüße
Renée
Wenn jemand zu Dir sagt "Das geht nicht". Denk daran, es sind seine Grenzen, nicht Deine.
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ExuserIn-2020-07-10
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Hallo,artemis hat geschrieben: Mi 15. Jan 2020, 21:58 Nun ist dieses Thema "Trans" ein Teil unseres Lebens, der noch ungeklärt ist. Ich weiß nicht ob es sich bei mir um einen Fetisch handelt. Habe ich zu viel Pornos konsumiert und einen Schaden bekommen? Oder ist das für mich wirklich eine erstrebenswerte Identität? Oder bin ich einfach nur ein Perversling?
Ich suche in meiner Region (Raum Magdeburg) nach Therapeuten, die mit Transthemen Erfahrung haben. An wen kann ich mich noch wenden? Gibt es Leute mit ähnlichen Erfahrungen?
ich bin ja in einigen Bereichen der Detransition und von NoFap unterwegs gewesen. Dabei ist mir schon aufgefallen, dass explizit bei Männer mit erhöhten Pornokonsum ein ansteigen von Transitionswunsch aufkommt. Dabei ist aber fast immer ein autogynophilie Voraussetzung (Autogynophilie = Lustgewinn aus der Vorstellung der eigenen Feminisierung). Der autogynophile Wunsch nach Transition hängt meist mit dem eigenen Sexdrive (Lust auf Sex) zusammen, so habe ich es bei mir festgestellt.
Um diesen Wunsch zu reduzieren hilft es sich erstmal von Pornos fern zu halten besonders von Trans Pornos in all ihren Fassetten.
Da aber Menschen mit Autogynophilie recht kreativ sind hält das nicht lange. Darum brauchen wir auch alternative Beschäftigungen. Beschäftigung die unsere Fantasie anregt aber eben auf eine andere Weise.
Zusätzlich ist es hilfreich im Internet Transbereiche zu meiden, denn die Erhöhen den Transitionswunsch. Was mir noch hilft, ist Freizeitbeschäftigung bei der ich mit einer Gruppe abhänge die gar nichts mit Trans und LGBT zu tun hat. Außerdem hilft es mir wenn die Frauen nicht so betont feminin gekleidet sind, leider hat man das auf der Straße nicht unter Kontrolle.
Darum bin ich ja auch gegen zu starke Geschlechter getrennte Kleidung. Viele autogynophile Fantasie stammen schließlich aus den Modezeiten wo eben eher die Geschlechter bewusst unterschiedlich aussahen wie in den 19Jhrd, 50er und weniger die 20er,80er,90er.
Das ist die Alternativen-Strategie.
Ich habe allerdings zu erst die Transitionsstrategie gemacht und spätestens beim offiziellen Outing gemerkt, dass das eine Fantasie von mir selbst ist, die ich nie vorhatten mit anderen zu teilen. Auch eine Therapie hat mir da nichts gebracht, viel eher empfehle ich eine Körperarbeitstherapie.
Wenn man Autogynophil ist, welches ich auch als Sexuelle Orientierung betrachte und weniger als Fetisch, dann muss man damit umgehen lernen, den AGP (Kurz Form) geht nicht so schnell weg. Schließlich kann eine Heterosexuelle Person sich nicht dazu zwingen, auf das eigen Geschlecht zu stehen. (Eine Autogynophilie oder Androphilie Person hingegen kann das, denn in ihrer Sexualität geht es nicht um das Geschlecht der anderen Person, sondern um die Vorstellung das eigen Geschlecht zu wechseln. Dabei kann dann die andere Person diese Fantasie unterstützen. Die meisten AGP Fantasien sind ja auch meist mit der vollendeten Transition zuende.)
Also hier mal einen Rundumschlag zum Thema Autogynophilie.
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ExuserIn-2020-07-10
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Artemis du kannst dich glücklich schätzen das du hier in diesem Forum deutlich ehrlichere Leute kennenlernst als ich damals 2016 in Facebook. Weil die sexuelle Lust aus der Transition vor 4 Jahren noch tabuisiert wurde innerhalb der Transcommunity und ja damals war auch das Kredo, eine echte trans Frau ist man nur mit GaOP-Wunsch. Das ist mitlerweile aber durch die zahlreichen jüngeren Leute nicht mehr so. Allerdings hat sich dafür ein Trend verstärkt den es auch damals schon gab und der in mir die Initialzündung auslöste zum weg Mann zur Frau. Es waren die damaligen Vorher-Nachher-Montagen auf Youtube und sie zeigten mir, eine wundersame Veränderung durch die HRT.artemis hat geschrieben: Fr 17. Jan 2020, 09:32 Bei meiner Recherche im Netz als auch bei Unterhaltungen mit Transfrauen habe ich das Gefühl bekommen, dass es nur einen möglichen finalen Weg gibt, und das ist eine GaOp. Wie gesagt, dass ist nur mein Gefühl. Aber ich bin mir sicher, da muss es doch auch was dazwischen geben: Feminines Äußeres und funktionierendes männliches Geschlechtsteil. Wenn mich jemand fragen würde, wer meine "Vorbilder" sind, würden mir nur Pornodarstellerinnen einfallen . Aber weil hier die Community so groß ist, hoffe ich, dass ich Leute kennen lerne, die meine Vorstellung auch haben/hatten und den Weg gegangen sind. Dabei wäre ich für jede Information dankbar. Was kritisch ist, das machbar ist, was nicht machbar ist. Einfach alles
Damals wusste ich noch nicht wie stark diese Videos manipuliert wurden. Da wurde mit der Perspektive gespielt, mit FIltern und mit Überlichtung. Natürlich wurde die Leute auch besser mit dem Make-Up (2020 könnte man als DragQueen rumlaufen und die Leute würden denken es wäre eine cis Frau, weil sich der Make-Up Mode aus dem Youtube-Videos rekrutiert). Aber vor allem haben sie meist ein wichtiges Detail verschwiegen, nämlich die FFS oder Gesichtsfeminisierung. Diese kleine Detail machte die Verwandlung erst perfekt.
Als ich diese Methoden durchblickte, war es aber schon zu spät und ich war mitten in der HRT.
Ich war also auf dem Weg mich freiwillig ein Lebenlang von der Pharmaindustrie abhängig zu machen und auch noch zu einem OP-Junkie zu werden.
Erst dann sah ich die Transleute die Trotz den zahlreichen OPs nicht glücklich waren und die die wegen OPs sogar gesundheitliche Probleme bekamen.
Ich war also auf den besten Wege meine eigene Sexfantasie zu werden. Es ist eine Fantasie und wenn man gewisse Fantasien in die Realität holt, dann ist das nicht so cool wie man denken könnte. Diese Erfahrung habe ich während der Transition mehr mals machen müssen.
Nun ist aber 2020 und die Transfantasien haben sich zu 2015 deutlich verändert, sie sind immer mehr zur scheinbaren Realität geworden. Gerade jüngere Transfrauen scheinen sich gerne über ihre eigenen Sexseiten das schnelle Geld machen zu wollen, was ich aber kritisch sehe, denn sie Prostiturieren sich selbst und nicht wie es mal war aus der Not herraus, sondern aus dem fetisch, wie ich befürchte. Das ist ja nicht schlimm, sollen sie machen worauf sie Lust haben, aber sie haben auch eine Verantwortung. Sie tauchen als Vorbilder auf und stiften zum Nachahmen an. Sie prägen damit unsere Realität in der Umwelt. Transfrauen werden von sich selbst sexualisiert und von weniger aufgeklärten Menschen als Sexobjekte gesehen, die Sexhungrig nur auf sie warten würden. Transfrauen geben auch Make-Up tipps und prägen damit auch ein verkommenes Schönheitsideal. Nicht wenige Youtube Transfrauen unterziehen sich zahlreichen OPs um "schön" auszusehen. Sie sind Opfer der Schönheits- und Sexindustrie geworden. Sie haben sich selbst versklavt. Ich behaupte keine von denen denkt daran wie sie in 20 Jahren aussieht.
Die Frage ist willst du so leben? Soll das wirklich Realität sein, deine Realität?
Mich hat mal eine Doku über eine Transfrau sehr beeindruckt, diese sagte:"Ich möchte kein Topmodell werden, sondern eine ganz normale 0815 Frau". Das fand ich beeindruckend, nach dieser Doku hatte ich keinen Transitionswunsch.
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Alex_andra
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Hallo nochmal von mir,
kurz was zu dem Rundumschlag.
Wenn es belastend wird ist der Verzicht auf den Konsum jeglicher erotisierender Medien sicher nützlich. Aber er löst das eigentlich Problem nicht, außer wenn mensch extrem kontrolliert und mit Scheuklappen durch den Alltag geht, da hinter jeder Ecke die Gefahr lauern könnte, dort einem Reiz ausgesetzt zu sein, der alle guten Vorsätze wieder vergessen lässt.
Es hört ja nie auf und lässt sich nicht wirklich kontrollieren. Das wäre ein Leben wie das eines trockenen alkoholkranken Mnschen, der sein restliches Leben mit der Gewissheit des Risikos einer Rückfalls leben muss.
Der Ansatz sich das Phänomen des Wunsches im Gegengeschlecht leben zu wollen, wenn auch nur temporär, oder sich vollkommen aus den vorgegebenen geschlechtlichen Typen zu verabschieden, wie das dann auch immer aussehen mag, mittels einer Paraphilie zu erklären, ist wieder so ein Versuch etwas zu labeln, das so vielschichtig und verschieden ist, als dass mensch es in all seinen Ausprägungen verstehen kann, um es definieren zu können und dadurch irgendwie handhabbar zu machen.
Wem es hilft, nach eigener Erfahrung, solche Maßnahmen zu ergreifen, damit das Leben wieder lebenswert wird, dem sei die Hilfe, die sich durch das Labeln mittels der Erleichterung, endlich eine Erklärung für all das zu haben, ergibt, gegönnt. Es kann helfen eine Diagnose zu haben, zu glauben zu wissen was der Grund für die Irritation ist und daraus Strategien zu entwickeln, die helfen können, Probleme zu lösen.
Aber von Anfang an alles nur auf die Karte des lebenslangen Verzichts zu setzen, erscheint mir eher lebensfeindlich und ist sich nicht der richtige Weg für die meisten.
Deshalb würde ich wie oben beschrieben empfehlen, den Wunsch zuzulassen ohne eine Dysphorie bezüglich der eigenen Körperlichkeit oder der geschlechtlichen Identität zu entwickeln. Diversität in allen Bereichen zulassen würde ich empfehlen. Es kann ja sein, dass es hilft.
Eine Reduzierung der Reize, die bestimmte Vorstellungsmuster antriggern, kann sicher hilfreich sein, sollte dann aber auf einer anderen Ebene durch reale Erlebnisse kompensiert werden, deren Reiz-Reaktions bzw. Behlohnungsmuster anders funktioniert, als Reiz Erregung Orgasmus...
Es kann sich unendlich frei anfühlen, dazu zu stehen, dass mensch sich im Gestus, der Kleidung, den Verhaltensweisen, der körperlichen Erscheinung usw. die normalerweise typisiert dem Gegengeschlecht zugeordnet werden, wohlfühlt, sich mag, sich errotisch oder schön oder richtig fühlt, um nur einige positiv besetzte Anjektive zu verwenden.
Das muss nicht unbedingt in der Transition enden, kann aber und es hilft das als Teil der eigenen Indentitätskonstruktion anzunehmen und sich aus diesem Grund als transident zu bezeichnen.
Ich hoffe, mit meinem Beitrag keinen neuen Streit auszulösen, wenn dem doch so sein sollte, werde ich mich daran nicht beteiligen.
So zumindest mein Vorsatz.
Liebe Grüße
kurz was zu dem Rundumschlag.
Wenn es belastend wird ist der Verzicht auf den Konsum jeglicher erotisierender Medien sicher nützlich. Aber er löst das eigentlich Problem nicht, außer wenn mensch extrem kontrolliert und mit Scheuklappen durch den Alltag geht, da hinter jeder Ecke die Gefahr lauern könnte, dort einem Reiz ausgesetzt zu sein, der alle guten Vorsätze wieder vergessen lässt.
Es hört ja nie auf und lässt sich nicht wirklich kontrollieren. Das wäre ein Leben wie das eines trockenen alkoholkranken Mnschen, der sein restliches Leben mit der Gewissheit des Risikos einer Rückfalls leben muss.
Der Ansatz sich das Phänomen des Wunsches im Gegengeschlecht leben zu wollen, wenn auch nur temporär, oder sich vollkommen aus den vorgegebenen geschlechtlichen Typen zu verabschieden, wie das dann auch immer aussehen mag, mittels einer Paraphilie zu erklären, ist wieder so ein Versuch etwas zu labeln, das so vielschichtig und verschieden ist, als dass mensch es in all seinen Ausprägungen verstehen kann, um es definieren zu können und dadurch irgendwie handhabbar zu machen.
Wem es hilft, nach eigener Erfahrung, solche Maßnahmen zu ergreifen, damit das Leben wieder lebenswert wird, dem sei die Hilfe, die sich durch das Labeln mittels der Erleichterung, endlich eine Erklärung für all das zu haben, ergibt, gegönnt. Es kann helfen eine Diagnose zu haben, zu glauben zu wissen was der Grund für die Irritation ist und daraus Strategien zu entwickeln, die helfen können, Probleme zu lösen.
Aber von Anfang an alles nur auf die Karte des lebenslangen Verzichts zu setzen, erscheint mir eher lebensfeindlich und ist sich nicht der richtige Weg für die meisten.
Deshalb würde ich wie oben beschrieben empfehlen, den Wunsch zuzulassen ohne eine Dysphorie bezüglich der eigenen Körperlichkeit oder der geschlechtlichen Identität zu entwickeln. Diversität in allen Bereichen zulassen würde ich empfehlen. Es kann ja sein, dass es hilft.
Eine Reduzierung der Reize, die bestimmte Vorstellungsmuster antriggern, kann sicher hilfreich sein, sollte dann aber auf einer anderen Ebene durch reale Erlebnisse kompensiert werden, deren Reiz-Reaktions bzw. Behlohnungsmuster anders funktioniert, als Reiz Erregung Orgasmus...
Es kann sich unendlich frei anfühlen, dazu zu stehen, dass mensch sich im Gestus, der Kleidung, den Verhaltensweisen, der körperlichen Erscheinung usw. die normalerweise typisiert dem Gegengeschlecht zugeordnet werden, wohlfühlt, sich mag, sich errotisch oder schön oder richtig fühlt, um nur einige positiv besetzte Anjektive zu verwenden.
Das muss nicht unbedingt in der Transition enden, kann aber und es hilft das als Teil der eigenen Indentitätskonstruktion anzunehmen und sich aus diesem Grund als transident zu bezeichnen.
Ich hoffe, mit meinem Beitrag keinen neuen Streit auszulösen, wenn dem doch so sein sollte, werde ich mich daran nicht beteiligen.
So zumindest mein Vorsatz.
Liebe Grüße
Zuletzt geändert von Alex_andra am Fr 17. Jan 2020, 18:04, insgesamt 1-mal geändert.
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lexes
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
artemis hat geschrieben: Mi 15. Jan 2020, 21:58 Ich bin ein bisschen wütend, weil der Text so unsympathisch klingt, aber ich kann meine wirren Gedanken grade nicht besser formulieren. Zurzeit sind die Gedanke wieder sehr präsent.
Liebe Grüße
Artemis
Da sei mal bloß nicht wütend .. das ist eine ehrliche und sicher hart-erarbeitete Selbstanalyse .. alles gut
Lexi
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Gibt es. Auf diese entweder-oder-Transitions-Story bin ich auch reingefallen, trotz oder weil ich schon lange trans Personen im direkten Umkreis hatte. Aber eben "nur" binäre.artemis hat geschrieben: Fr 17. Jan 2020, 09:32Bei meiner Recherche im Netz als auch bei Unterhaltungen mit Transfrauen habe ich das Gefühl bekommen, dass es nur einen möglichen finalen Weg gibt, und das ist eine GaOp. Wie gesagt, dass ist nur mein Gefühl. Aber ich bin mir sicher, da muss es doch auch was dazwischen geben: Feminines Äußeres und funktionierendes männliches Geschlechtsteil.
Also ja, prinzipiell kannst du technisch alles mögliche mit deinem Körper machen. Einiges ist kompliziert und das vieles teuer, weil nicht Standard, nicht im aktuellen Katalog und nicht von der Kasse gedeckt.
Aber! Viel wichtiger als eine körperliche Veränderung ist meiner Ansicht nach die Erforschung deiner Gefühle. Warum feminines Äusseres? Was heisst das konkret und was soll es bewirken? Geht es darum, wie du deinen Körper von innen und aussen spürst? Beim reinhorchen oder berühren? Geht es darum wie du von anderen gelesen wirst? Würdest du lieber als Frau oder als Mann im Alltag gelesen werden oder eher weder-noch? Und wie sollte dieses weder-noch sich anfühlen? Ist das überhaupt rein körperlich zu erreichen? Geht es körperlich um Sexualpartner"¢innen und körperlichen Sex oder eher darum wie dich die Partner"¢innen sehen und sexuell berühren? Wie ist es in Familie, Beziehung, Job, Freund"¢innenkreis? Welchen Anteil hat "funktionierendes männlcihes Geschlechtsteil"? Definiert es mehr als die Möglichkeit bestimmte Formen von Sex haben zu können? Ist es vielleicht ein Anker zu einem Teil deiner Persönlichkeit, sozusagen eine Rückversicherung deiner männlichen Apekte?
Sprich: Wie genau sieht eigentlich dein "Seelenkern" (cf. Carry) aus, d.h. dein persönliches Gender im Verhältnis zur Umwelt, den beiden Standardsets, zur Sexualität, etc.
Wenn du da klarer bist, empfehle ich eine schrittweise Annäherung/Angleichung an den Körper, der dir dann wirklich wichtig ist.
Du hast da vermutlich eine spannende Reise vor dir, und ich bin nicht sicher, ob viele Therapeut"¢innen wirklich helfen können. Wenn deyjenige nur binäre Optionen im Werkzeugkasten hat, könnte es problematisch werden. Wenn du dich nicht wohl fühlst mit denjenigen, dann schreib noch mal hier. Es gibt einige Spezialist"¢innen, die speziell nicht-binären Menschen helfen können, weil sie nicht im Schema F eingefahren sind. Die sind nur leider nicht bei dir um die Ecke.
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lexes
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Re: Fetisch, wahre Identität oder Perversling?
Das , Liebe Jaddy .. das ist mal "deep" ( wie man so schön auf Neudeutsch sagt. )Jaddy hat geschrieben: Fr 17. Jan 2020, 14:38Gibt es. Auf diese entweder-oder-Transitions-Story bin ich auch reingefallen, trotz oder weil ich schon lange trans Personen im direkten Umkreis hatte. Aber eben "nur" binäre.artemis hat geschrieben: Fr 17. Jan 2020, 09:32Bei meiner Recherche im Netz als auch bei Unterhaltungen mit Transfrauen habe ich das Gefühl bekommen, dass es nur einen möglichen finalen Weg gibt, und das ist eine GaOp. Wie gesagt, dass ist nur mein Gefühl. Aber ich bin mir sicher, da muss es doch auch was dazwischen geben: Feminines Äußeres und funktionierendes männliches Geschlechtsteil.
Also ja, prinzipiell kannst du technisch alles mögliche mit deinem Körper machen. Einiges ist kompliziert und das vieles teuer, weil nicht Standard, nicht im aktuellen Katalog und nicht von der Kasse gedeckt.
Aber! Viel wichtiger als eine körperliche Veränderung ist meiner Ansicht nach die Erforschung deiner Gefühle. Warum feminines Äusseres? Was heisst das konkret und was soll es bewirken? Geht es darum, wie du deinen Körper von innen und aussen spürst? Beim reinhorchen oder berühren? Geht es darum wie du von anderen gelesen wirst? Würdest du lieber als Frau oder als Mann im Alltag gelesen werden oder eher weder-noch? Und wie sollte dieses weder-noch sich anfühlen? Ist das überhaupt rein körperlich zu erreichen? Geht es körperlich um Sexualpartner"¢innen und körperlichen Sex oder eher darum wie dich die Partner"¢innen sehen und sexuell berühren? Wie ist es in Familie, Beziehung, Job, Freund"¢innenkreis? Welchen Anteil hat "funktionierendes männlcihes Geschlechtsteil"? Definiert es mehr als die Möglichkeit bestimmte Formen von Sex haben zu können? Ist es vielleicht ein Anker zu einem Teil deiner Persönlichkeit, sozusagen eine Rückversicherung deiner männlichen Apekte?
Sprich: Wie genau sieht eigentlich dein "Seelenkern" (cf. Carry) aus, d.h. dein persönliches Gender im Verhältnis zur Umwelt, den beiden Standardsets, zur Sexualität, etc.
Wenn du da klarer bist, empfehle ich eine schrittweise Annäherung/Angleichung an den Körper, der dir dann wirklich wichtig ist.
Du hast da vermutlich eine spannende Reise vor dir, und ich bin nicht sicher, ob viele Therapeut"¢innen wirklich helfen können. Wenn deyjenige nur binäre Optionen im Werkzeugkasten hat, könnte es problematisch werden. Wenn du dich nicht wohl fühlst mit denjenigen, dann schreib noch mal hier. Es gibt einige Spezialist"¢innen, die speziell nicht-binären Menschen helfen können, weil sie nicht im Schema F eingefahren sind. Die sind nur leider nicht bei dir um die Ecke.
Schön geschrieben
Danke dafür