Gutes richtig tun
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Nicole Fritz
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Gutes richtig tun
Gestern lief etwas bei SWR, was für alle, die - wie ja auch ich - hier helfen wollen, interessant sein dürfte:
https://www.ardmediathek.de/swr/player/ ... type=pc%2F
Es wird auch das hier aktuell diskutierte Thema "erhobener Zeigefinger" als Folge des so genannten Helfer-Syndroms angesprochen und zeigt - für mich sehr plausibel und verständlich - warum "gut gemeint" oft das Gegenteil von "gut" ist.
LG Nicole
https://www.ardmediathek.de/swr/player/ ... type=pc%2F
Es wird auch das hier aktuell diskutierte Thema "erhobener Zeigefinger" als Folge des so genannten Helfer-Syndroms angesprochen und zeigt - für mich sehr plausibel und verständlich - warum "gut gemeint" oft das Gegenteil von "gut" ist.
LG Nicole
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Joe95
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Re: Gutes richtig tun
Ja, da ist viel interessantes dran.
Früher gieß es "Hilfe zur Selbsthilfe", was ich damals schon den besseren Weg fand als eifach nur irgendwelche Güter durch die Welt schicken.
Was die Spenden betrifft möchte ich sagen "wohl dem, der die Wahl hat".
Egal ob ich irgendwo angesprochen werde oder mir in Ruhe die passende Organisation aussuchen könnte, ich müsste es mir dreimal überlegen ob ich fünf Euro über habe.
Für gewöhnlich fällt mir bei der ersten Überlegung schon ein wofür ich das Geld selber brauche.
Deshalb bin ich sehr froh das mein bevorzugter Supermarkt sich an der Aktion "Aufrunden bitte" beteiligt.
Das sind für mich maximal zehn Cent pro Einkauf, die machen selbst mir nix aus.
Altruismus als höchste Form des Egoismus?
Da ist viel dran. Irgendjemand bezeichnete es mal als Altruismus das ich gerne für andere da bin, gerne helfe.
Mein erster Gedanke war "aber ich tue es doch nur für mich, weil es ein schönes Gefühl ist".
Aber ganz so egoistisch bin ich vielleicht doch nicht, denn ich erwarte keinen Dank und ich möchte auch nicht anders gesehen werden als Freund unter Freunden.
Wenn ich wirklich mal jemandem helfen kann das Dankbarkeit angebracht wäre, dann doch bitte in eine andere Richtung.
Früher gieß es "Hilfe zur Selbsthilfe", was ich damals schon den besseren Weg fand als eifach nur irgendwelche Güter durch die Welt schicken.
Was die Spenden betrifft möchte ich sagen "wohl dem, der die Wahl hat".
Egal ob ich irgendwo angesprochen werde oder mir in Ruhe die passende Organisation aussuchen könnte, ich müsste es mir dreimal überlegen ob ich fünf Euro über habe.
Für gewöhnlich fällt mir bei der ersten Überlegung schon ein wofür ich das Geld selber brauche.
Deshalb bin ich sehr froh das mein bevorzugter Supermarkt sich an der Aktion "Aufrunden bitte" beteiligt.
Das sind für mich maximal zehn Cent pro Einkauf, die machen selbst mir nix aus.
Altruismus als höchste Form des Egoismus?
Da ist viel dran. Irgendjemand bezeichnete es mal als Altruismus das ich gerne für andere da bin, gerne helfe.
Mein erster Gedanke war "aber ich tue es doch nur für mich, weil es ein schönes Gefühl ist".
Aber ganz so egoistisch bin ich vielleicht doch nicht, denn ich erwarte keinen Dank und ich möchte auch nicht anders gesehen werden als Freund unter Freunden.
Wenn ich wirklich mal jemandem helfen kann das Dankbarkeit angebracht wäre, dann doch bitte in eine andere Richtung.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!
Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
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Nicole Fritz
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Re: Gutes richtig tun
Hallo und einen frohen zweiten Weihnachtstag,
nachdem Joe die Thematik Altruismus - Egoismus noch etwas beleuchtet hat - danke dafür -, möchte ich aus aktuellem Anlass das Thema aus einem anderen Blickwinkel noch einmal aufgreifen.
TRIGGERWARNUNG!! - der Glaube und der Trans-Weg werden in Frage gestellt.
Mit diesem Worten sprach mir unsere kleine Ketzerin geradezu aus der Seele:
viewtopic.php?f=23&t=19392&p=264071#p264071
Was sich meiner Meinung nach hinter dieser Problematik verbirgt, ist eine Kombination aus den ausbeuterisch-unterdrückenden Prinzipien unserer Herren-Gesellschaft und lange überholte Überzeugungen der Christlichen Kirchen. Da gibt es Personen, die mit unserem Geschlechter-Rollen-Schema nicht klar kommen. Jetzt ist aber das Mittelalter vorbei, und für die ganz einfache Lösung des Problems - das Verbrennen auf dem Scheiterhaufen - gibt es - zum Glück - keine rechtliche Handhabe. Also sucht man möglichst einfache Wege, diese Personen - wie schon Galileo Galilei bezüglich der Sonne als Mittelpunkt unserer Welt - in das festgefahrene Schema zurück zu bringen. Dabei muss ich auch an einen anderen Vetter im Geiste Giordano Bruno denken. Und jetzt werde ich richtig zynisch: Wenn das nicht funktioniert, hofft man wohl im Stillen, dass die Betroffenen die Sache mit dem Scheiterhaufen durch Selbstmord eigenverantwortlich alleine machen (ich denke da auch an unsere Steffi-BLN). Dann kommt mal wieder das Argument: Wir haben uns ja mit allen Kräften bemüht, aber wenn absolut nichts zu machen ist ... .
Für mich stellt es sich so dar: Ich habe in die Rolle als Mann nie hinein gepasst und immer nur versucht, darin zu funktionieren. Das tat ich nur für andere - Eltern, Lehrer, Chefs -, und mein Ich verkümmerte. Jetzt habe ich mich geoutet und bin damit aus diesem "Hamster-Rad" ausgebrochen. Nun bietet man mir "Hilfe" an: "Wenn du kein Mann bist, dann musst du ja eine Frau sein - irgend etwas anderes hat Gott ja nicht erschaffen. Also machen wir dich jetzt körperlich und vom Personenstand zur Frau. Dann ist alles Gut und du kannst ein glückliches Leben führen."
Ich habe den Glauben an Gott - oder zumindest das, was Christen, Juden und Moslems als Gott ansehen - wohl noch nie nachvollziehen können. Und an ein glückliches Leben als Frau nach der Transition kann ich - wie an eine Wiedergeburt im Paradies - auch nicht glauben. Deshalb nehme ich diese "Hilfe", mit der man sich doch so um mich bemüht, nicht an. Ich will in dieses verdammte binäre "Hamster-Rad" nicht wieder zurück. Und so stehe ich ganz alleine da. Hormone: gibt's nicht ohne Indikation; VÄ/PÄ: da stellt kein Arzt das Attest für eine Änderung gemäß PStG aus; Bart epilieren oder bei einer Glatze die Perücke darf ich selbst bezahlen ... .
Ich verstehe es ehrlich gesagt schlicht und einfach nicht, dass offensichtlich so viele diesem "Glauben" an des glückliche Leben im anderen Geschlecht anhängen. Für einige mag es ja wirklich passen und in diesem Sinne auch richtig sein. Aber ich lese immer wieder - oder immer öfter? - von Fällen wo diese "Hilfe" fehl schlägt: Zweifel, Enttäuschung, Selbstmordgedanken.
So weit erst einmal. Sonst möge man mir bitte diesen unchristlichen Beitrag zur Geburt Jesu verzeihen. Ich musste es bei meiner üblichen düster-depressiven Stimmung zum Fest einfach von der Seele schreiben.
Liebe Grüße
Nicole
nachdem Joe die Thematik Altruismus - Egoismus noch etwas beleuchtet hat - danke dafür -, möchte ich aus aktuellem Anlass das Thema aus einem anderen Blickwinkel noch einmal aufgreifen.
TRIGGERWARNUNG!! - der Glaube und der Trans-Weg werden in Frage gestellt.
Mit diesem Worten sprach mir unsere kleine Ketzerin geradezu aus der Seele:
Meine Antwort darauf und die weitere Diskussion dazu finden sich hier:Kleine Ketzerin hat geschrieben: Di 24. Dez 2019, 22:51 Was wir im Bereich "Trans" erleben, ist meiner Ansicht nach vor allem und in erster Linie eine Art "Glaubenskrieg", der sich gerne hinter einer (pseudo)wissenschaftlichen Fassade verbirgt und dessen treibende Kräfte ("Experten" genannt) gerne vorgeben, für "Betroffene nur das Beste zu wollen". Am Ende sind es dann aber ausgerechnet die "Betroffenen" (und nicht die "Experten"), die zwischen den Fronten zermalmt werden. Dem sollte man sich besser entziehen und das tun, wovor man sich in der deutschen Trans-Community offenbar am meisten fürchtet: selbstbestimmt auf Basis frei verfügbarer Informationen eine eigenverantwortliche Entscheidung für sich und sein Leben treffen.
viewtopic.php?f=23&t=19392&p=264071#p264071
Was sich meiner Meinung nach hinter dieser Problematik verbirgt, ist eine Kombination aus den ausbeuterisch-unterdrückenden Prinzipien unserer Herren-Gesellschaft und lange überholte Überzeugungen der Christlichen Kirchen. Da gibt es Personen, die mit unserem Geschlechter-Rollen-Schema nicht klar kommen. Jetzt ist aber das Mittelalter vorbei, und für die ganz einfache Lösung des Problems - das Verbrennen auf dem Scheiterhaufen - gibt es - zum Glück - keine rechtliche Handhabe. Also sucht man möglichst einfache Wege, diese Personen - wie schon Galileo Galilei bezüglich der Sonne als Mittelpunkt unserer Welt - in das festgefahrene Schema zurück zu bringen. Dabei muss ich auch an einen anderen Vetter im Geiste Giordano Bruno denken. Und jetzt werde ich richtig zynisch: Wenn das nicht funktioniert, hofft man wohl im Stillen, dass die Betroffenen die Sache mit dem Scheiterhaufen durch Selbstmord eigenverantwortlich alleine machen (ich denke da auch an unsere Steffi-BLN). Dann kommt mal wieder das Argument: Wir haben uns ja mit allen Kräften bemüht, aber wenn absolut nichts zu machen ist ... .
Für mich stellt es sich so dar: Ich habe in die Rolle als Mann nie hinein gepasst und immer nur versucht, darin zu funktionieren. Das tat ich nur für andere - Eltern, Lehrer, Chefs -, und mein Ich verkümmerte. Jetzt habe ich mich geoutet und bin damit aus diesem "Hamster-Rad" ausgebrochen. Nun bietet man mir "Hilfe" an: "Wenn du kein Mann bist, dann musst du ja eine Frau sein - irgend etwas anderes hat Gott ja nicht erschaffen. Also machen wir dich jetzt körperlich und vom Personenstand zur Frau. Dann ist alles Gut und du kannst ein glückliches Leben führen."
Ich habe den Glauben an Gott - oder zumindest das, was Christen, Juden und Moslems als Gott ansehen - wohl noch nie nachvollziehen können. Und an ein glückliches Leben als Frau nach der Transition kann ich - wie an eine Wiedergeburt im Paradies - auch nicht glauben. Deshalb nehme ich diese "Hilfe", mit der man sich doch so um mich bemüht, nicht an. Ich will in dieses verdammte binäre "Hamster-Rad" nicht wieder zurück. Und so stehe ich ganz alleine da. Hormone: gibt's nicht ohne Indikation; VÄ/PÄ: da stellt kein Arzt das Attest für eine Änderung gemäß PStG aus; Bart epilieren oder bei einer Glatze die Perücke darf ich selbst bezahlen ... .
Ich verstehe es ehrlich gesagt schlicht und einfach nicht, dass offensichtlich so viele diesem "Glauben" an des glückliche Leben im anderen Geschlecht anhängen. Für einige mag es ja wirklich passen und in diesem Sinne auch richtig sein. Aber ich lese immer wieder - oder immer öfter? - von Fällen wo diese "Hilfe" fehl schlägt: Zweifel, Enttäuschung, Selbstmordgedanken.
So weit erst einmal. Sonst möge man mir bitte diesen unchristlichen Beitrag zur Geburt Jesu verzeihen. Ich musste es bei meiner üblichen düster-depressiven Stimmung zum Fest einfach von der Seele schreiben.
Liebe Grüße
Nicole
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ExuserIn-2020-10-20
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Re: Gutes richtig tun
Hilfe zur Selbsthilfe ist immer noch die beste Medizin.
Ich schaue mir genau an wem ich die wenigen Euro die ich übrig habe spende. Da gibt es für mich nur eine Organisation, die belegt das sie wirklich flache Hirarchien hat, die DGZRS. Das sind die, die überall die kleinen Schiffchen aufstellen. Draußen auf der Strasse könnte ich zwar an jeder Ecke etwas in die Kaffeebecher werfen, aber in Alkoholismus investiere ich keinen Cent. Mag hart sein, irgendwo sind Grenzen. Kurz vor Weihnachten sprach mich eine ältere Frau an, und bat um ein paar Cent. Im weiteren Gespräch kam glaubhaft heraus, das sie 75 Jahre alt ist, Flaschen sammeln muß, weil es nach zahlen der Miete zum Leben nicht mehr reicht. Das Sammelsurium von Leergut sprach für sich. Sie hat meinen kleinen Obulus bekommen.
Glaube an Gott mit Hilfe der religiösen Vereinigungen (Kirchen) ist mein Ding auch nicht, darum bin ich nach Zwangskonfirmation aus dem Club ausgetreten. Als ich erfuhr wes Geistes Kind der Pastor war. Egal. Du kannst denken in welche Richtung du willst, du kommst immer wieder bei der Frage nach dem Konstrukteur heraus. Wer hat gesagt, daß das so ist. Die Frage nach der Ursache und den Zusamenhängen. Was war zuerst da, das Ei oder das Huhn? Zuerst war da die Idee ein Huhn, oder doch die Idee ein Ei zu haben? Nur durch eine Ansammlung von Zufällen funktioniert das nicht.
Nicole, mir geht es ähnlich wie dir, muß ich mich unbedingt outen. Mir reicht es im Moment noch klar aufzuzeigen, das ich eine sehr große weibliche Seite habe. Die ich mit Leben ausfüllen will. Ich habe meine Pflicht und Schuldigkeit für diese Gesellschaft geleistet. War viele Jahre in einer Freiwilligen Feuerwehr, bis ich die Tätigkeit aus beruflichen Gründen aufgeben mußte. (Ortswechsel) Habe meinen Wehrdienst abgeleistet, für mich keine tolle Zeit. Halte bei Unfällen grundsätzlich an, frage, braucht ihr Hilfe. Meist wird abgewunken,Danke, alles im Griff.
Darum mag ich im Moment nicht per Diagnose um Annerkennung in der heutigen Gesellschaft betteln. Vielleicht bleibt mir irgend wann nichts anderes übrig, weil es anders nicht mehr weitergeht.
Petra Sofie
Ich schaue mir genau an wem ich die wenigen Euro die ich übrig habe spende. Da gibt es für mich nur eine Organisation, die belegt das sie wirklich flache Hirarchien hat, die DGZRS. Das sind die, die überall die kleinen Schiffchen aufstellen. Draußen auf der Strasse könnte ich zwar an jeder Ecke etwas in die Kaffeebecher werfen, aber in Alkoholismus investiere ich keinen Cent. Mag hart sein, irgendwo sind Grenzen. Kurz vor Weihnachten sprach mich eine ältere Frau an, und bat um ein paar Cent. Im weiteren Gespräch kam glaubhaft heraus, das sie 75 Jahre alt ist, Flaschen sammeln muß, weil es nach zahlen der Miete zum Leben nicht mehr reicht. Das Sammelsurium von Leergut sprach für sich. Sie hat meinen kleinen Obulus bekommen.
Glaube an Gott mit Hilfe der religiösen Vereinigungen (Kirchen) ist mein Ding auch nicht, darum bin ich nach Zwangskonfirmation aus dem Club ausgetreten. Als ich erfuhr wes Geistes Kind der Pastor war. Egal. Du kannst denken in welche Richtung du willst, du kommst immer wieder bei der Frage nach dem Konstrukteur heraus. Wer hat gesagt, daß das so ist. Die Frage nach der Ursache und den Zusamenhängen. Was war zuerst da, das Ei oder das Huhn? Zuerst war da die Idee ein Huhn, oder doch die Idee ein Ei zu haben? Nur durch eine Ansammlung von Zufällen funktioniert das nicht.
Nicole, mir geht es ähnlich wie dir, muß ich mich unbedingt outen. Mir reicht es im Moment noch klar aufzuzeigen, das ich eine sehr große weibliche Seite habe. Die ich mit Leben ausfüllen will. Ich habe meine Pflicht und Schuldigkeit für diese Gesellschaft geleistet. War viele Jahre in einer Freiwilligen Feuerwehr, bis ich die Tätigkeit aus beruflichen Gründen aufgeben mußte. (Ortswechsel) Habe meinen Wehrdienst abgeleistet, für mich keine tolle Zeit. Halte bei Unfällen grundsätzlich an, frage, braucht ihr Hilfe. Meist wird abgewunken,Danke, alles im Griff.
Darum mag ich im Moment nicht per Diagnose um Annerkennung in der heutigen Gesellschaft betteln. Vielleicht bleibt mir irgend wann nichts anderes übrig, weil es anders nicht mehr weitergeht.
Petra Sofie
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Re: Gutes richtig tun
Nicole Doll hat geschrieben: Do 26. Dez 2019, 13:41 Was sich meiner Meinung nach hinter dieser Problematik verbirgt, ist eine Kombination aus den ausbeuterisch-unterdrückenden Prinzipien unserer Herren-Gesellschaft und lange überholte Überzeugungen der Christlichen Kirchen.
Vergiss bei Deiner Betrachtung bitte nicht die Psychiatrie, die als fester Bestandteil des bestehenden Herrschaftssystems heute die Funktion der sozialen Normierung und Kontrolle von der Kirche übernommen hat. Die früheren Hexen, Ketzer und Sünder sind heute "Patienten", ihre Vergehen und Sünden sind jetzt "psychische Krankheiten" und die Mittel der Wahl sind statt hochnotpeinlicher Befragung, Exorzismus und Gebet nun Psychotherapie und Psychopharmakotherapie. Entsprechend würde ich die "Hilfe", die man geschlechtlich nonkonformen Menschen heute anbietet, um einen wichtigen Punkt erweitern: die "psychische Krankheit". Das "Angebot" lautet also: "Wenn Du mit Deinem Geschlecht nicht zurecht kommst, dann erklären wir Dich für psychisch krank und dann darfst Du es wechseln." Dabei erfüllt die "psychische Krankheit" einen sehr wichtigen Zweck: sie sorgt als Stigma für Ausgrenzung und Unsichtbarkeit.Nicole Doll hat geschrieben: Do 26. Dez 2019, 13:41 Nun bietet man mir "Hilfe" an: "Wenn du kein Mann bist, dann musst du ja eine Frau sein - irgend etwas anderes hat Gott ja nicht erschaffen. Also machen wir dich jetzt körperlich und vom Personenstand zur Frau. Dann ist alles Gut und du kannst ein glückliches Leben führen."
An dieser Stelle muss ich Dir ein bisschen widersprechen - alleine schon deshalb, weil ich ja den "vollständigen Wechsel" vollzogen habe und "trotzdem" ein glückliches Leben führe (von akuten Sorgen wegen aktueller politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen mal abgesehen). Es kann also durchaus funktionieren... Die Frage ist hier meiner Meinung nach auch gar nicht so sehr die Frage nach dem "Ob", sondern die Frage nach dem "Wie". Ich habe damals ja das offizielle Behandlungssystem (vorsätzlich) verlassen und mein "eigenes Ding" gemacht. Das Ergebnis ist oberflächlich betrachtet erstmal das selbe... Allerdings habe ich dadurch, dass ich mein "eigenes Ding" gemacht habe, heute ein völlig anderes, deutlich positiveres Selbstbild, als ich es mit der offiziellen Behandlung je bekommen hätte. Und das ist auch etwas, das ich bei trans Menschen aus Ländern mit weniger restriktiven Behandlungssystemen beobachte: die haben alle ein deutlich positiveres Selbstbild als trans Menschen aus Ländern mit sehr strengen Behandlungssystemen - selbst dann, wenn sie in ihrem Alltag oft viel größeren Gefahren für Leib und Leben ausgesetzt sind als wir hier in Deutschland. Deshalb wage ich mal eine provokante Hypothese: In Deutschland (und einigen anderen Ländern) wird trans Menschen durch das extrem restriktive Behandlungssystem (und die Doppelbegutachtung beim TSG-Verfahren) mit typisch deutscher Präzision ein derart toxisches Selbstbild aufgezwungen, daß ein wirklich glückliches Leben mit diesem Selbstbild kaum noch möglich ist. Dieses Selbstbild ist das Selbstbild schwer gestörter Patienten, die unfähig sind, eigene Entscheidungen zu treffen, und die permanent Betreuung und Beratung benötigen. Es ist das Selbstbild psychosozialer Vollzeit-Pflegefälle. Es ist das Selbstbild von Mündeln... Und dieses toxische, im Grunde sogar lebensfeindliche Selbstbild wird durch "Therapien" und "Selbsthilfegruppen" von Generation zu Generation weitergegeben.Nicole Doll hat geschrieben: Do 26. Dez 2019, 13:41 Ich verstehe es ehrlich gesagt schlicht und einfach nicht, dass offensichtlich so viele diesem "Glauben" an des glückliche Leben im anderen Geschlecht anhängen. Für einige mag es ja wirklich passen und in diesem Sinne auch richtig sein. Aber ich lese immer wieder - oder immer öfter? - von Fällen wo diese "Hilfe" fehl schlägt: Zweifel, Enttäuschung, Selbstmordgedanken.
Soviel erstmal von meiner Seite zum Thema weihnachtliche Ketzerei... Mal schauen, auf welchem Scheiterhaufen ich dafür jetzt lande.
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ExuserIn-2020-10-20
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Re: Gutes richtig tun
Dafür kommst du nicht auf den Scheiterhaufen, nur die Selbsthilfegruppen würde ich ein wenig von deiner Anklage ausschließen.
Es ist zur Zeit für viele die einzige Möglichkeit, in einem größeren Kreis Informtionen zu bekommen. Es sind, wenn auch vorsichtig betrachtet, die ersten öffentlichen Räume die Betroffene betreten. Oft unter aufbringen der letzten Kraftrserven.
Petra Sofie
Es ist zur Zeit für viele die einzige Möglichkeit, in einem größeren Kreis Informtionen zu bekommen. Es sind, wenn auch vorsichtig betrachtet, die ersten öffentlichen Räume die Betroffene betreten. Oft unter aufbringen der letzten Kraftrserven.
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Kleine Ketzerin
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Re: Gutes richtig tun
Schade, mir war gerade ein bisschen fröstelig... Na ja, drehe ich halt die Heizung auf.Petra Sofie hat geschrieben: Do 26. Dez 2019, 19:52 Dafür kommst du nicht auf den Scheiterhaufen, nur die Selbsthilfegruppen würde ich ein wenig von deiner Anklage ausschließen.
Aber Spaß beiseite: Ich kann die Selbsthilfegruppen (leider!) nicht von meiner Anklage ausnehmen, weil sie in ihrer gegenwärtigen Form eher Teil des Problems als Teil der Lösung sind, denn sie transportieren als "Informationen" genau die toxischen Narrative der Psychiatrie, die trans Menschen in die Rolle von "Dauerpatienten" drängen. Das ist auch genau so gewollt, denn Selbsthilfegruppen für "psychisch Kranke" (und das sind trans Menschen hier in Deutschland noch immer und daran wird auch die ICD-11 nichts ändern) sind ein fester Bestandteil der deutschen Psychiatriereform aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts und sie lassen sich über Fördertöpfe und die eine oder andere Bauchpinselei in Form von z.B. öffentlicher Ehrung von Funktionär*Innen auch wunderbar lenken und kontrollieren. Im Grunde funktioniert das wie ein Staubsauger: Selbsthilfegruppen saugen die "Betroffenen" in der verwundbarsten Phase ihres Lebens auf und vermitteln sie in ein Behandlungssystem, das am Ende mehrheitlich heteronormierte Dauerpatienten mit nachhaltig lädierter Selbstkompetenz produziert, die sich lieber stillschweigend verstecken als irgendwie aufzufallen. Das "System Trans" in Deutschland ist wie ein Teufelskreis, aus dem es (fast) kein Entrinnen gibt. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Katastrophe.
(Darf ich jetzt auf den Scheiterhaufen oder muss ich die dicken Wollsocken suchen gehen?
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ExuserIn-2020-10-20
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Re: Gutes richtig tun
Ich bin auf jeden Fall für Hilfe zur Selbsthilfe sonst ist Hilfe wirkungslos bis schädlich.
Deshalb hinterfrage ich grundsätzlich jede Information in dieser Hinsicht.
Da ich aus der Mitte des letzten Jahrhunderts stamme, eine Zeit in der Informationen nur schwer erhältlich waren, war ich froh eine Selbsthilfegruppe gefunden zu haben, die wenigstens etwas Licht ins Dunkel brachte. Als Informationsquellen dienten sonst nur Büchereien und ähnliche Quellen. Schwer verständliches Zeug. Deshalb schrieb ich, die Selbsthilfegruppen ein wenig, aus der Anklage herauszunehmen. Die bekommen Strafmilderung.
Das TSG gab es erst 1986. Die Strömungen in der Gesellschaft waren immer noch die von 1920.
Zeiten ändern sich. Doch Änderungen in der Gesellschaft brauchen brauchen mindestens 20 bis 30 Jahre.
Du forderst viel auf einmal. Also nicht kleckern sondern Klotzen. Versuchen wir es mal.
Das ganze verschwurbelte Geschreibsel -er, -in, -innen mit und ohne -* verschwindet, das bringt so wieso keinen Gewinn. Letztendlich läuft es in einem sachlichen Text unter dem Strich immer auf weiblich oder männlich hinaus. Das beinhaltet, den Job kann Mann wie Frau machen, also warum darüber diskutieren. Irgend eine Art von Mensch wird schon die passende Begabung haben, der die gestellten Aufgaben erledigt.
Die Selbsthilfegruppen der alten Schule erübrigen sich. Statt dessen werden offizielle Beratungsstellen für medizinische Belange der Geschlechtsangleichung eingerichtet.
Da der Ausweis mit den Biometrischen Bildern und dem Fingerabdruck bereits eingeführt ist, wird der Eintrag m/w/d erst mit Vollendung des 18.ten Lebensjahres festgeschrieben, um Mißverständnissen in anderen Kulturkreisen dieser Welt vorzubeugen. Bei Abweichung vom geburtlichen Geschlecht, das in den Ausweis eingetragen werden soll, genügt ein kurzes beurkundetes Beratungsgespräch. Eine Verzögerung des Eintrages von 3 bzw 5 Jahren kann auf Wunsch beantragt werden.
So könnte ich mir, mehr oder weniger das Prozedere vorstellen, wenn ich dich einigermaßen richtig verstanden.
Petra Sofie
Deshalb hinterfrage ich grundsätzlich jede Information in dieser Hinsicht.
Da ich aus der Mitte des letzten Jahrhunderts stamme, eine Zeit in der Informationen nur schwer erhältlich waren, war ich froh eine Selbsthilfegruppe gefunden zu haben, die wenigstens etwas Licht ins Dunkel brachte. Als Informationsquellen dienten sonst nur Büchereien und ähnliche Quellen. Schwer verständliches Zeug. Deshalb schrieb ich, die Selbsthilfegruppen ein wenig, aus der Anklage herauszunehmen. Die bekommen Strafmilderung.
Das TSG gab es erst 1986. Die Strömungen in der Gesellschaft waren immer noch die von 1920.
Zeiten ändern sich. Doch Änderungen in der Gesellschaft brauchen brauchen mindestens 20 bis 30 Jahre.
Du forderst viel auf einmal. Also nicht kleckern sondern Klotzen. Versuchen wir es mal.
Das ganze verschwurbelte Geschreibsel -er, -in, -innen mit und ohne -* verschwindet, das bringt so wieso keinen Gewinn. Letztendlich läuft es in einem sachlichen Text unter dem Strich immer auf weiblich oder männlich hinaus. Das beinhaltet, den Job kann Mann wie Frau machen, also warum darüber diskutieren. Irgend eine Art von Mensch wird schon die passende Begabung haben, der die gestellten Aufgaben erledigt.
Die Selbsthilfegruppen der alten Schule erübrigen sich. Statt dessen werden offizielle Beratungsstellen für medizinische Belange der Geschlechtsangleichung eingerichtet.
Da der Ausweis mit den Biometrischen Bildern und dem Fingerabdruck bereits eingeführt ist, wird der Eintrag m/w/d erst mit Vollendung des 18.ten Lebensjahres festgeschrieben, um Mißverständnissen in anderen Kulturkreisen dieser Welt vorzubeugen. Bei Abweichung vom geburtlichen Geschlecht, das in den Ausweis eingetragen werden soll, genügt ein kurzes beurkundetes Beratungsgespräch. Eine Verzögerung des Eintrages von 3 bzw 5 Jahren kann auf Wunsch beantragt werden.
So könnte ich mir, mehr oder weniger das Prozedere vorstellen, wenn ich dich einigermaßen richtig verstanden.
Petra Sofie
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Joe95
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Re: Gutes richtig tun
Wenn ich das so lese denke ich erst mal "jetzt übertreibt die kleine Ketzerin". Aber tut sie das wirklich?
Ich bin mir da nicht so sicher. Klar, für mich erlebe ich das anders. Ich weiß was ich will und habe einen Therapeuten, der mich genau dabei unterstützt. Der Zukunft sehe ich positiv entgegen, alles läuft gut, na, jedenfalls so gut es geht. Also alles Quatsch, was sie da erzählt?
Nein, nur weil es mir damit gut geht heißt das nicht das es grundsätzlich so ist.
Haben wir nicht genug Beispiele für Menschen, die genau das erleben, was sie da beschreibt?
Nicole schildert jedenfalls schon mal sehr deutlich wie sie es erlebt.
Ich bin mir da nicht so sicher. Klar, für mich erlebe ich das anders. Ich weiß was ich will und habe einen Therapeuten, der mich genau dabei unterstützt. Der Zukunft sehe ich positiv entgegen, alles läuft gut, na, jedenfalls so gut es geht. Also alles Quatsch, was sie da erzählt?
Nein, nur weil es mir damit gut geht heißt das nicht das es grundsätzlich so ist.
Haben wir nicht genug Beispiele für Menschen, die genau das erleben, was sie da beschreibt?
Nicole schildert jedenfalls schon mal sehr deutlich wie sie es erlebt.
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Re: Gutes richtig tun
Hallo liebe Joe,Joe95 hat geschrieben: Fr 27. Dez 2019, 07:11 Wenn ich das so lese denke ich erst mal "jetzt übertreibt die kleine Ketzerin". Aber tut sie das wirklich?
Ich bin mir da nicht so sicher.
doch, ich bin mir da recht sicher. Zum Einen ist Übertreiben bekanntlich ein beliebtes Stilmittel zum Veranschaulichen. Auf der anderen Seite ist wütendes und undifferenziertes Bashing gegen alles und jeden oft Ausdruck tiefer innerer Verletztheit und Zerrissenheit. Eines von beiden wird wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit zutreffen.
Das Leben ist keineswegs so schwarz, ja noch nicht mal schwarz-weiß, auch wenn wohl jede(r) von uns gelegentlich (oder auch öfter) mal diesen Eindruck haben mag. Es gibt sicherlich Beispiele wo etwas falsch läuft. Auch ich habe mal (vor Jahren!) über eine dritte Person von einer SHG gehört, wo Menschen in eine bestimmte Richtung gedrängt worden sein sollen. Das kann durchaus sein. Aber selbst habe ich in zwei SHGs gänzlich andere Erfahrungen gemacht. Pauschalisierungen, ganz gleich ob Schwarzseherei oder Schwarz-Weiß-Malerei sind definitiv unangebracht.
Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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ExuserIn-2020-10-20
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Re: Gutes richtig tun
Die Meinung der Kleinen Ketzerin deckt sich mit dem vom Spiegel geführten Interview mit Tessa Ganserer.
Es ist keine Schwarz-Weiß Gegenüberstellung, sondern eine Aufzählung von Fakten. Zur Zeit führt nur ein Weg zur Anerkennung des eigenen Status über eine Krankheitsdiagnose. Egal wie die genannt, oder per ICD bezeichnet wird. Psychologische Hilfe ist für einige durchaus hilfreich, aber dadurch das sie zur Pflicht geworden ist, wurden die Hürden für einige so hoch, daß sie kaum zu überwinden sind.
Ich wußte bereits, mit 5 Jahren, das ich etwas anderes sein wollte, als das was von mir verlangt wurde. Jedes Mal wenn ich meine Fühler in die für mich richtige Richtung ausgestreckt hatte wurde ich dafür zusammengefaltetet.
Alles was ich wollte durfte ich nicht, und alles was ich durfte, wollte ich nicht. Tolle Kindheit. Wollen wir ewig so weitermchen?
Nach Informationen suchen via Internet/SHG/Psychologen/Krankheitsdiagnose/Gutachten mit Krankheitsbescheinigung/usw und so fort.
Nein, ich denke da ist die Kleine Ketzerin der Zeit voraus, sie legt die Finger in offene Wunden, genau wie Tessa Ganserer.
Liebe Joe das ist keine Kritik an dir, und deinem von dir gewählten Weg. Er wurde von dir gewählt, und darum ist er gut.
Petra Sofie
Es ist keine Schwarz-Weiß Gegenüberstellung, sondern eine Aufzählung von Fakten. Zur Zeit führt nur ein Weg zur Anerkennung des eigenen Status über eine Krankheitsdiagnose. Egal wie die genannt, oder per ICD bezeichnet wird. Psychologische Hilfe ist für einige durchaus hilfreich, aber dadurch das sie zur Pflicht geworden ist, wurden die Hürden für einige so hoch, daß sie kaum zu überwinden sind.
Ich wußte bereits, mit 5 Jahren, das ich etwas anderes sein wollte, als das was von mir verlangt wurde. Jedes Mal wenn ich meine Fühler in die für mich richtige Richtung ausgestreckt hatte wurde ich dafür zusammengefaltetet.
Alles was ich wollte durfte ich nicht, und alles was ich durfte, wollte ich nicht. Tolle Kindheit. Wollen wir ewig so weitermchen?
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Re: Gutes richtig tun
Als ich vor 20 Jahren meine "Transition" begann, waren Informationen auch noch ziemlich schwer zu bekommen. Damals war Deutschland den Umgang mit trans Menschen betreffend im internationalen Vergleich auch noch recht fortschrittlich, weshalb es kaum Gründe gab, das "System" zu hinterfragen. Insofern verstehe ich Deine Sicht auf das Thema "Selbsthilfegruppen" sehr gut. Der springende Punkt ist aber: Wir haben inzwischen fast 2020. Die Informationen liegen heute offen auf der (Daten)Straße. Andere Länder haben uns in rechtlicher und medizinischer Hinsicht längst überholt. Und ohne das Bundesverfassungsgericht würde das "Transsexuellengesetz" noch immer im ursprünglichen Wortlaut gelten und die dritte Option gäbe es auch nicht. Deutschland steckt beim Thema Trans gedanklich, strukturell, medizinisch und rechtlich noch immer in den 80er/90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts fest. Da lässt es sich dann auch gar nicht vermeiden, dass irgendwann tatsächlich viel auf einmal gefordert wird. Wenn man lange nicht putzt, sammelt sich der Dreck halt an...Petra Sofie hat geschrieben: Fr 27. Dez 2019, 06:00 Da ich aus der Mitte des letzten Jahrhunderts stamme, eine Zeit in der Informationen nur schwer erhältlich waren, war ich froh eine Selbsthilfegruppe gefunden zu haben, die wenigstens etwas Licht ins Dunkel brachte. Als Informationsquellen dienten sonst nur Büchereien und ähnliche Quellen. Schwer verständliches Zeug. Deshalb schrieb ich, die Selbsthilfegruppen ein wenig, aus der Anklage herauszunehmen. Die bekommen Strafmilderung.
Dabei wäre es aber gar nicht mal so schwer, eine "große Reform" umzusetzen, denn andere Länder haben uns inzwischen ja vorgemacht, wie es geht. Wir bräuchten das Rad also gar nicht neu zu erfinden, sondern einfach nur von anderen etwas übernehmen. Ich stelle mir das so vor:
- Ein Selbstbestimmungsgesetz (Gender Recognition Act) wie z.B. in Argentinien
- medizinische Behandlung auf Basis der informierten Einwilligung ("informed consent") wie z.B. in den USA
- Festschreibung der medizinischen Leistungen im Leistungskatalog der Krankenkassen
Wenn man "nur" das umsetzen würde, dann würde von Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen und auch Therapeuten die riesengroße, Zeit und Ressourcen fressende Last abfallen, trans Menschen bei der Bewältigung der künstlich durch das "System Trans" geschaffenen Hürden helfen zu müssen und es würden Ressourcen frei, die man den wirklich wichtigen Fragen widmen könnte: Was will und was brauche ich wirklich? Dafür müsste man allerdings das aus der Mottenkiste des vergangenen Jahrhunderts stammende Bild von trans Menschen als "zwanghaft dem anderen Geschlecht angehören wollende Gestörte, die auf Operationen und Hormone versessen und deshalb vor sich selbst zu schützen sind" aufgeben. Und das ist meiner Meinung nach die allergrößte Hürde hier in Deutschland.
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Re: Gutes richtig tun
Bingo!MichiWell hat geschrieben: Fr 27. Dez 2019, 11:26 Zum Einen ist Übertreiben bekanntlich ein beliebtes Stilmittel zum Veranschaulichen.
Oh weh... Ob man diese "typische" Art der "Abwehr" wohl irgendwann einfach mal bleiben lassen könnte? Zum einen ist das ein schrecklich alter "Ad-Hominem-Hut", zum anderen blockiert man auf diesem Wege unter Umständen Diskussionen, die langsam wirklich mal geführt werden sollten. Mit beschwichtigendem "Ist-doch-alles-nicht-so-schlimm-Geplapper" erreicht man keine Veränderungen, sondern Stagnation. Aber vielleicht ist ja genau das gewollt?MichiWell hat geschrieben: Fr 27. Dez 2019, 11:26 Auf der anderen Seite ist wütendes und undifferenziertes Bashing gegen alles und jeden oft Ausdruck tiefer innerer Verletztheit und Zerrissenheit.
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Re: Gutes richtig tun
Das freut mich!Petra Sofie hat geschrieben: Fr 27. Dez 2019, 12:39 Ich denke da liegen wir beide garnicht mal so weit auseinander.