Der innere Kampf
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Patricia
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Der innere Kampf
Hallo Ihr Lieben,
seit etwa dreißig Jahre beschäftigt mich das Thema meiner sexuellen Identität und mittlerweile ist es eine Qual. Tja, wo soll ich anfangen"¦
Ich wusste schon immer irgendwie, dass ich anders bin. Schon als Kind wollte ich oft jemand anderes sein, nur nicht ich selbst. Und schon als Kind hatte ich mit meinen Emotionen zu kämpfen.
Meine ersten Erfahrungen mit dem Tragen von Mädchensachen habe ich im Alter von 5 oder 6 Jahren gemacht. Einmal war ich im Spätsommer mit meiner Mutter unterwegs und am Ende haben wir meine Oma besucht. Leider wurde es etwas später und meine Mutter machte sich Sorgen, dass ich auf dem Weg nach Hause frieren würde, also beschlossen meine Mutter und meine Oma, dass ich eine Strumpfhose anziehen soll, damit mir nicht kalt wird. Ich kann mich an die Details nicht besonders gut erinnern, aber ich weiß noch dass ich mich mit allen Kräften dagegen gewehrt habe, denn Jungs tragen keine Mädchensachen und Strumpfhosen sind nun mal Mädchensachen. Allem Widerstand zum Trotz musste ich mich in mein Schicksal ergeben und den Weg nach Hause in einer Hautfarbenen Strumpfhose meiner Oma? Antreten. Wie gesagt an die Details kann ich mich nicht besonders gut erinnern. Aber an das interessante Gefühl der Strumpfhose an meinen Beinen als wir mit dem Bus nach Hause gefahren sind.
Das andere Mal war in der Vorschule. Ich habe in der Nachbarschaft eine Freundin gehabt welche mit mir in die Vorschule gegangen ist, und so ergab es sich, dass wir sehr viel miteinander gespielt haben. Eines Abends war ich bei ihr Zuhause spielen und sie wollte mit mir Gummitwist spielen, was ich verneint habe, denn Jungs machen nun mal keine Mädchensachen. Sie und ihre Oma meinten dann, dass ich doch ein Kleid von meiner Freundin anziehen könnte und wir beide dann Mädchen wären. Erstaunlicherweise war ich damit einverstanden und habe diesen Abend bei Ihr als Mädchen verbracht, sehr zum Erstaunen meiner Mutter, als mich diese abgeholt hat.
Ich kann mich leider nicht genau erinnern ob zuerst mein Vater gestorben ist, oder ich die feminine Seit in mir entdeckt habe. Mein Paps starb leider an einem Herzinfarkt vor meinen Augen als ich nicht ganz 10 Jahre gewesen bin.
Wir hatten Karneval in der Schule. Hier mag das ganz normal sein, aber ich wohnte zu diesem Zeitpunkt in Polen und da war Karneval was außerordentliches. Ich ging, wie Jungs das nun mal so machen als Cowboy hin. Einer der Schulkameraden kam gekleidet wie ein Mädchen und ich war hin und weg, nein, nicht von ihm, aber von der Idee weibliche Kleidung zu tragen.
Von da an ließ mich der Gedanke nicht mehr los und weibliche Kleidung übte einen sehr starken Reiz auf mich aus.
Die Pubertät kam bei mir recht früh, vielleicht weil ich mich verantwortlich für meine Mutter fühlte, denn ich war nun mal der einzige Mann im Haushalt seit mein Vater gestorben ist. So war ich mit 11 oder 12 voll in der Pubertät und machte auch einen Schuss nach oben.
Als ich von der Körpergröße meine Mutter erreicht habe (nicht sonderlich schwer, denn sie ist nur 152cm groß) kam ich auf die Idee, dass ich mich doch an ihrem Kleiderschrank Mutter bedienen könnte. Vereinfacht wurde das Ganze dadurch, dass meine Mutter aufgrund ihres Berufes immer Nachts gearbeitet hat und ich seit dem Tod meines Vaters die Abende alleine verbringen durfte. Na ja bis auf die Nachbarin, die um neu Uhr Abends nach mir schaute. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Polen in Tanzlokalen ganz oft Cover-Livebands welche die Besucher unterhalten haben und meine Mutter war Mitglied einer solchen Band. Also hatte ich sechs Tage die Woche Zeit Blödsinn zu veranstalten, wenn ich Zuhause alleine gewesen bin. Berufsbedingt war die Garderobe meiner Mutter auch nicht zu Verschmähen, also konnte ich mich so richtig austoben. Von der Unterwäsche, über ihre Kleider und Röcke, bis hin zu ihren Schuhen und Makeup.
Zum Glück hat meine Mutter das nie bemerkt, oder ich denke eher, sie wollte es nicht bemerken. Meine Mama weiß heute von meiner weiblichen Seite und wir sprechen ganz offen darüber. Ich habe ihr das dieses Jahr erzählt und sie sagte mir, es wäre ihr nie in den Sinn gekommen damals, dass ich ihre Sachen getragen hatte.
Doch es kam wie es kommen musste, ich bin irgendwann aus ihren Sachen herausgewachsen und konnte meine Leidenschaft nicht mehr fortsetzen.
Ungefähr zur selben Zeit beneidete ich auch immer wieder Mädchen für die Sachen die sie tragen durften, habe mir aber niemals was anmerken lassen. Nach Außen hin war ich ein ganz normaler pubertierender Junge. Das war ich auch irgendwo. Jungs oder Männer haben mich nicht wirklich interessiert, bis auf die Tatsache, dass ich manchmal erotische Fantasien hatte in denen ich die Frau an der Seite eines Mannes gewesen bin.
Irgendwann mit 12 oder 13 Jahren war ich dann im Kino und in Polen gab es damals die Wochenschau vor dem Hauptfilm. Dieses mal ging es um Transsexuelle und deren Weg im Leben inkl. Gerichtsbeschluss zur Namensänderung. In dieser einen Wochenschau wurden zwei MzF Transsexuelle gezeigt und ich dachte mir nur: WOW, das will ich sein!!!
1989 sind wir dann nach Deutschland umgezogen und für eine Zeitlang verlor sich mein Hobby mangels Möglichkeiten. Ab und an hatte ich noch den einen oder anderen erotischen Traum in dem es um Männer ging, aber sonst war ich ein ganz normaler männlicher Teenager. Männer sind und waren für diese Seite meiner Persönlichkeit weitgehendst uninteressant.
Dennoch war das Verlangen weibliche Kleidung zu tragen nicht weg, so dass ich eines Tages den Kleiderschrank meiner Mutter geplündert habe und mich in eines ihrer Kleider rein gezwängt hatte. Ich fand dieses Kleid so wunderschön, ich wollte auch so toll darin aussehen wie sie.
Leider habe ich nicht gut genug hinter mir Aufgeräumt und meiner Mutter ist aufgefallen, dass ich an ihren Sachen gewesen bin. Sie war total sauer, ich kam aber mit der Lüge davon, dass ich aus purer Neugier geschaut habe was sie in ihrem Schrank hat.
Die Zeit verging und meine feminine Seite schlummerte im Tiefschlaf bis ich dann 1995 in meine eigene Wohnung gezogen bin.
Ich kann mich erinnern, dass ich im Fernsehen einen Bericht gesehen habe in dem es um einen Jungen Mann aus München ging, der sich schminkte und oft auch als Frau unterwegs gewesen ist. Erstens fand ich diesen jungen Mann total ansprechend und zweitens wollte ich genau so ein Leben führen können. Ich habe mich allerdings nicht getraut, also blieb es dabei, dass ich nur ab und an eine Strumpfhose gekauft hatte und mich dabei wie ein totaler Perversling gefühlt habe. Wie oft habe ich die Sachen weggeworfen und mir geschworen ein ganz normaler Mann zu sein. Es hat niemals lange funktioniert.
1999 oder 2000 entdeckte ich das Internet und, dass es Tausende wenn nicht Millionen solcher Menschen wie mich gibt. Einige von Euch werden sicherlich noch das Susanna Marques TG Directory kennen. Ich war nicht alleine! Nach und nach fing ich an mich mit dem Thema zu beschäftigen und sogar mich im Chat als ein junges Mädchen auszugeben. Und was soll ich sagen, es war toll, ich spielte keine Rolle, ich war ich selbst und kam anscheinend auch gut bei den Leuten an. Es war übrigens ein ganz normaler banaler Chat in dem es nicht um Sex, sondern um alles Mögliche ging. Es gab sogar ab und an Treffen in Deutschland. Ich hatte mich dort ebenfalls auch als Mann angemeldet und bin dann 2001 zu einem dieser Treffen gefahren. Dort habe ich meine spätere Lebenspartnerin kennengelernt. Doch dazu später mehr.
Jedenfalls hatte ich mich dort in meiner Identität als Jessica auch in einen jungen Mann verliebt, rein über das Schreiben. (Ja ich weiß, ich bin naiv). Eines Tages habe ich meinen gesamten Mut zusammengenommen und ihm gebeichtet was mit mir los ist. Ihr werdet es nicht glauben, aber er hat das für sich behalten, denn er war ebenfalls ein Transgender. Eine Zeitlang haben wir eine Art Fernbeziehung geführt und bei seinen Besuchen bei mir ein wenig rumgemacht, aber es ging recht schnell vorbei. Wir beide kamen nur schlecht damit zurecht eine Schwule Beziehung zu führen. Das Ganze veranlasste mich aber dazu mehr über meine Identität nachzudenken und ob ich nicht den Weg einer Transsexuellen Person gehen möchte.
Dann kam das Chatter-treffen zu dem ich gefahren bin um die anderen Menschen kennenzulernen mit denen ich geschrieben habe. Natürlich wusste bis auf eine Person dort, niemand von meiner Doppelidentität. Hingefahren ist Marius und nicht Jessica.
Es war ein sehr schönes Treffen und es funkte zwischen mit und einer Frau aus Köln auf Anhieb. Wir haben zwar ab und zu davor schon miteinander geschrieben, aber seit diesem Wochenende, gingen wir uns beide nicht aus dem Kopf, knapp anderthalb Monate später waren wir zusammen und haben ein Jahr Fernbeziehung geführt bei der wir und nur alle zwei Wochen am Wochenende gesehen haben. Ich habe ihr von meiner weiblichen Seite erzählt, von meinen Wünschen weiblicher zu sein und kam zum Schluss, das ich damit leben kann wenn ich ein Mann bliebe, der sich ab und an verkleiden kann und seine Weibliche Seite ausleben kann. Meine Freundin hat mich damit sogar anfangs unterstützt und unternahm die notwendigen Einkäufe mit mir. 2002 bin ich zu ihr, nach Köln, gezogen.
Sie brachte zwei Kinder aus der geschiedenen Ehe in die Beziehung und wir bekamen 2003 einen Sohn. Ich war jetzt Vater und musste mich auf den Familienunterhalt konzentrieren. So verschwand die weibliche Seite erstmal langsam. Ich habe dann noch eine gewisse Zeitlang mich komplett um gestylt Abends und den Kindern haben wir erzählt, dass ich für Karneval übe. Irgendwann habe ich den Kindern erzählt, dass ich einfach Lust habe mich so anzuziehen und dass es einfach normal sein sollte, dass man Sachen tragen kann, die man mag.
Doch die Kinder wurden größer und um es den Kindern nicht zu erschweren, habe ich damit aufgehört. Ich glaube teilweise auch weil ich immer eine starke Diskrepanz zwischen meinem Aussehen und meinem Innerem gefühlt habe. Ich habe immer nur einen dicken Kerl im Fummel gesehen und niemals die Frau, welche ich in diesen Momenten in meinem Innerem fühlte.
Doch die Sehnsucht nach mehr Weiblichkeit verschwand nicht, ganz im Gegenteil, der Wunsch wurde immer stärker und die Auswirkungen immer drastischer. 2014 wurde mir bewusst, dass ich an extrem starken Depressionen und Burnout leide, eine der Ursachen ist sicherlich der Wunsch weiblicher zu sein und der damit verbundene Wunsch nach Anerkennung. Ich weiß nicht ob ich mir nicht irgendwann was angetan hätte, aber zu meinem Glück hörte ich eines Morgens im Radio die Meldung, dass sich der Schauspieler Robin Williams das Leben genommen hat. Und zu meinem Erschrecken war der einzige Gedanke der mir dann durch den Kopf ging: Der Glückliche, er hat es hinter sich!!!
Das war mein Weckruf und ich habe angefangen mich selbst zu analysieren und zu therapieren. Ich habe Vieles in meinem geändert, und bin ein ganz anderer Mensch geworden, doch der Wunsch weiblicher zu sein, hat mich niemals verlassen und wurde immer stärker, was leider immer wieder zu Rückfällen in depressive Phasen geführt hat. Ebenso habe ich wohl mehr unbewusst meine Lebenspartnerin auf den Abstellgleis gestellt und mich nur noch auf den ewigen Kampf konzentriert, damit ich einfach weiter leben kann. Irgendwann letztes Jahr kam der Punkt an dem ich sagte, endlich geht es mir wieder gut und ich will Leben. Die Depressionen waren besiegt und die einzige Baustelle die mich noch belastete was meine Transidentität. Aber solange nur dieses Problem existierte war es handlebar- Da habe ich auch erkannt, dass ich meine Lebenspartnerin verlieren werde, wenn ich nichts ändere und habe wieder angefangen mich ihr anzunähern. Doch leider wie es sich Anfang August dieses Jahres herausgestellt hat, war es bereits zu spät. Sie hat mich Anfang August verlassen und erklärt, dass sie lange still um meine Liebe gekämpft hat, aber das Leben mit mir wohl eher wie in einer Wohngemeinschaft gewesen ist. Sie hat sich leider neu verliebt.
Für mich und unseren gemeinsamen Sohn ist in diesem Moment eine Welt zusammengebrochen. Sie hat uns verlassen. Ich habe anfangs gelitten ohne Ende, aber irgendwann kam der Punkt an dem ich es akzeptieren musste/konnte. Das Leben geht weiter. Doch ich habe die Rechnung ohne meine verkorkste Seite gemacht, denn Ende September kam der lang unterdrückte Wunsch heraus, meine weibliche Seite zu ergründen, nein nicht nur mich anders zu kleiden, sondern auch das Äußere mehr dem einer Frau anzupassen, ein Wunsch der schon so lange in meinem Geist herumschwirrte aber den ich immer unterdrücken konnte, weil ich mich für das Leben als Mann an der Seite einer Frau entschieden habe. Doch dieser Anker ist jetzt weg und der Geist ist im Moment aus der Flasche und ich weiß nicht weiter. Ich habe eine andere Frau getroffen, welche an mir interessiert ist und bin gerade dabei das Ganze abzubrechen weil der Wunsch danach zumindest teilweise das Leben einer Frau zu führen im Moment so stark ist, dass mir das wichtiger ist, als eine Frau an meiner Seite zu haben.
Ich habe Angst mit meinem Sohn darüber zu sprechen, und das obwohl ich denke, dass er damit souverän umgehen könnte, denn wir haben die Kinder von Anfang an so erzogen, dass sie niemals Angst davor haben sollten sich zu outen, falls sie homosexuell oder transident sein sollten. Ich habe Angst, dass er dann zu seiner Mutter ziehen will und sich am Ende von uns beiden im Stich gelassen fühlt. (Er ist bei mir geblieben und hat ein großes Problem mit der Entscheidung seiner Mutter)
Ich weiß nicht weiter.
Ich bewundere alle Menschen die sich getraut haben ihren Weg zu gehen, egal wie schwierig dieser gewesen sein mag und am Ende herausgefunden haben, was oder wer sie sind. Ich habe Angst davor. Ich habe Angst davor herauszufinden, dass meine weibliche Seite nur das Ergebnis irgendeiner Störung sein könnte und ich nicht Transsexuell bin. Ich habe Angst herauszufinden, dass ich als Frau genauso unglücklich sein würde wie eigentlich bisher in meinem Leben als Mann. Ja ich hatte viel Glück im Leben und kann mich eigentlich nicht beschweren, aber ich war niemals richtig glücklich.
Ich wünschte mir es gäbe eine Möglichkeit eine Pille zu nehmen und dann geht man ins Bett und am nächsten Morgen weiß man ganz klar wer man ist. Egal ob Mann oder Frau. Ich möchte, dass dieser Kampf und diese Sehnsucht einfach aufhören.
Bitte verzeiht mir diese Wall of Text, aber ich trage das schon so lange mit mir herum, ich musste es einfach loswerden.
Liebe Grüße
MJP
seit etwa dreißig Jahre beschäftigt mich das Thema meiner sexuellen Identität und mittlerweile ist es eine Qual. Tja, wo soll ich anfangen"¦
Ich wusste schon immer irgendwie, dass ich anders bin. Schon als Kind wollte ich oft jemand anderes sein, nur nicht ich selbst. Und schon als Kind hatte ich mit meinen Emotionen zu kämpfen.
Meine ersten Erfahrungen mit dem Tragen von Mädchensachen habe ich im Alter von 5 oder 6 Jahren gemacht. Einmal war ich im Spätsommer mit meiner Mutter unterwegs und am Ende haben wir meine Oma besucht. Leider wurde es etwas später und meine Mutter machte sich Sorgen, dass ich auf dem Weg nach Hause frieren würde, also beschlossen meine Mutter und meine Oma, dass ich eine Strumpfhose anziehen soll, damit mir nicht kalt wird. Ich kann mich an die Details nicht besonders gut erinnern, aber ich weiß noch dass ich mich mit allen Kräften dagegen gewehrt habe, denn Jungs tragen keine Mädchensachen und Strumpfhosen sind nun mal Mädchensachen. Allem Widerstand zum Trotz musste ich mich in mein Schicksal ergeben und den Weg nach Hause in einer Hautfarbenen Strumpfhose meiner Oma? Antreten. Wie gesagt an die Details kann ich mich nicht besonders gut erinnern. Aber an das interessante Gefühl der Strumpfhose an meinen Beinen als wir mit dem Bus nach Hause gefahren sind.
Das andere Mal war in der Vorschule. Ich habe in der Nachbarschaft eine Freundin gehabt welche mit mir in die Vorschule gegangen ist, und so ergab es sich, dass wir sehr viel miteinander gespielt haben. Eines Abends war ich bei ihr Zuhause spielen und sie wollte mit mir Gummitwist spielen, was ich verneint habe, denn Jungs machen nun mal keine Mädchensachen. Sie und ihre Oma meinten dann, dass ich doch ein Kleid von meiner Freundin anziehen könnte und wir beide dann Mädchen wären. Erstaunlicherweise war ich damit einverstanden und habe diesen Abend bei Ihr als Mädchen verbracht, sehr zum Erstaunen meiner Mutter, als mich diese abgeholt hat.
Ich kann mich leider nicht genau erinnern ob zuerst mein Vater gestorben ist, oder ich die feminine Seit in mir entdeckt habe. Mein Paps starb leider an einem Herzinfarkt vor meinen Augen als ich nicht ganz 10 Jahre gewesen bin.
Wir hatten Karneval in der Schule. Hier mag das ganz normal sein, aber ich wohnte zu diesem Zeitpunkt in Polen und da war Karneval was außerordentliches. Ich ging, wie Jungs das nun mal so machen als Cowboy hin. Einer der Schulkameraden kam gekleidet wie ein Mädchen und ich war hin und weg, nein, nicht von ihm, aber von der Idee weibliche Kleidung zu tragen.
Von da an ließ mich der Gedanke nicht mehr los und weibliche Kleidung übte einen sehr starken Reiz auf mich aus.
Die Pubertät kam bei mir recht früh, vielleicht weil ich mich verantwortlich für meine Mutter fühlte, denn ich war nun mal der einzige Mann im Haushalt seit mein Vater gestorben ist. So war ich mit 11 oder 12 voll in der Pubertät und machte auch einen Schuss nach oben.
Als ich von der Körpergröße meine Mutter erreicht habe (nicht sonderlich schwer, denn sie ist nur 152cm groß) kam ich auf die Idee, dass ich mich doch an ihrem Kleiderschrank Mutter bedienen könnte. Vereinfacht wurde das Ganze dadurch, dass meine Mutter aufgrund ihres Berufes immer Nachts gearbeitet hat und ich seit dem Tod meines Vaters die Abende alleine verbringen durfte. Na ja bis auf die Nachbarin, die um neu Uhr Abends nach mir schaute. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Polen in Tanzlokalen ganz oft Cover-Livebands welche die Besucher unterhalten haben und meine Mutter war Mitglied einer solchen Band. Also hatte ich sechs Tage die Woche Zeit Blödsinn zu veranstalten, wenn ich Zuhause alleine gewesen bin. Berufsbedingt war die Garderobe meiner Mutter auch nicht zu Verschmähen, also konnte ich mich so richtig austoben. Von der Unterwäsche, über ihre Kleider und Röcke, bis hin zu ihren Schuhen und Makeup.
Zum Glück hat meine Mutter das nie bemerkt, oder ich denke eher, sie wollte es nicht bemerken. Meine Mama weiß heute von meiner weiblichen Seite und wir sprechen ganz offen darüber. Ich habe ihr das dieses Jahr erzählt und sie sagte mir, es wäre ihr nie in den Sinn gekommen damals, dass ich ihre Sachen getragen hatte.
Doch es kam wie es kommen musste, ich bin irgendwann aus ihren Sachen herausgewachsen und konnte meine Leidenschaft nicht mehr fortsetzen.
Ungefähr zur selben Zeit beneidete ich auch immer wieder Mädchen für die Sachen die sie tragen durften, habe mir aber niemals was anmerken lassen. Nach Außen hin war ich ein ganz normaler pubertierender Junge. Das war ich auch irgendwo. Jungs oder Männer haben mich nicht wirklich interessiert, bis auf die Tatsache, dass ich manchmal erotische Fantasien hatte in denen ich die Frau an der Seite eines Mannes gewesen bin.
Irgendwann mit 12 oder 13 Jahren war ich dann im Kino und in Polen gab es damals die Wochenschau vor dem Hauptfilm. Dieses mal ging es um Transsexuelle und deren Weg im Leben inkl. Gerichtsbeschluss zur Namensänderung. In dieser einen Wochenschau wurden zwei MzF Transsexuelle gezeigt und ich dachte mir nur: WOW, das will ich sein!!!
1989 sind wir dann nach Deutschland umgezogen und für eine Zeitlang verlor sich mein Hobby mangels Möglichkeiten. Ab und an hatte ich noch den einen oder anderen erotischen Traum in dem es um Männer ging, aber sonst war ich ein ganz normaler männlicher Teenager. Männer sind und waren für diese Seite meiner Persönlichkeit weitgehendst uninteressant.
Dennoch war das Verlangen weibliche Kleidung zu tragen nicht weg, so dass ich eines Tages den Kleiderschrank meiner Mutter geplündert habe und mich in eines ihrer Kleider rein gezwängt hatte. Ich fand dieses Kleid so wunderschön, ich wollte auch so toll darin aussehen wie sie.
Leider habe ich nicht gut genug hinter mir Aufgeräumt und meiner Mutter ist aufgefallen, dass ich an ihren Sachen gewesen bin. Sie war total sauer, ich kam aber mit der Lüge davon, dass ich aus purer Neugier geschaut habe was sie in ihrem Schrank hat.
Die Zeit verging und meine feminine Seite schlummerte im Tiefschlaf bis ich dann 1995 in meine eigene Wohnung gezogen bin.
Ich kann mich erinnern, dass ich im Fernsehen einen Bericht gesehen habe in dem es um einen Jungen Mann aus München ging, der sich schminkte und oft auch als Frau unterwegs gewesen ist. Erstens fand ich diesen jungen Mann total ansprechend und zweitens wollte ich genau so ein Leben führen können. Ich habe mich allerdings nicht getraut, also blieb es dabei, dass ich nur ab und an eine Strumpfhose gekauft hatte und mich dabei wie ein totaler Perversling gefühlt habe. Wie oft habe ich die Sachen weggeworfen und mir geschworen ein ganz normaler Mann zu sein. Es hat niemals lange funktioniert.
1999 oder 2000 entdeckte ich das Internet und, dass es Tausende wenn nicht Millionen solcher Menschen wie mich gibt. Einige von Euch werden sicherlich noch das Susanna Marques TG Directory kennen. Ich war nicht alleine! Nach und nach fing ich an mich mit dem Thema zu beschäftigen und sogar mich im Chat als ein junges Mädchen auszugeben. Und was soll ich sagen, es war toll, ich spielte keine Rolle, ich war ich selbst und kam anscheinend auch gut bei den Leuten an. Es war übrigens ein ganz normaler banaler Chat in dem es nicht um Sex, sondern um alles Mögliche ging. Es gab sogar ab und an Treffen in Deutschland. Ich hatte mich dort ebenfalls auch als Mann angemeldet und bin dann 2001 zu einem dieser Treffen gefahren. Dort habe ich meine spätere Lebenspartnerin kennengelernt. Doch dazu später mehr.
Jedenfalls hatte ich mich dort in meiner Identität als Jessica auch in einen jungen Mann verliebt, rein über das Schreiben. (Ja ich weiß, ich bin naiv). Eines Tages habe ich meinen gesamten Mut zusammengenommen und ihm gebeichtet was mit mir los ist. Ihr werdet es nicht glauben, aber er hat das für sich behalten, denn er war ebenfalls ein Transgender. Eine Zeitlang haben wir eine Art Fernbeziehung geführt und bei seinen Besuchen bei mir ein wenig rumgemacht, aber es ging recht schnell vorbei. Wir beide kamen nur schlecht damit zurecht eine Schwule Beziehung zu führen. Das Ganze veranlasste mich aber dazu mehr über meine Identität nachzudenken und ob ich nicht den Weg einer Transsexuellen Person gehen möchte.
Dann kam das Chatter-treffen zu dem ich gefahren bin um die anderen Menschen kennenzulernen mit denen ich geschrieben habe. Natürlich wusste bis auf eine Person dort, niemand von meiner Doppelidentität. Hingefahren ist Marius und nicht Jessica.
Es war ein sehr schönes Treffen und es funkte zwischen mit und einer Frau aus Köln auf Anhieb. Wir haben zwar ab und zu davor schon miteinander geschrieben, aber seit diesem Wochenende, gingen wir uns beide nicht aus dem Kopf, knapp anderthalb Monate später waren wir zusammen und haben ein Jahr Fernbeziehung geführt bei der wir und nur alle zwei Wochen am Wochenende gesehen haben. Ich habe ihr von meiner weiblichen Seite erzählt, von meinen Wünschen weiblicher zu sein und kam zum Schluss, das ich damit leben kann wenn ich ein Mann bliebe, der sich ab und an verkleiden kann und seine Weibliche Seite ausleben kann. Meine Freundin hat mich damit sogar anfangs unterstützt und unternahm die notwendigen Einkäufe mit mir. 2002 bin ich zu ihr, nach Köln, gezogen.
Sie brachte zwei Kinder aus der geschiedenen Ehe in die Beziehung und wir bekamen 2003 einen Sohn. Ich war jetzt Vater und musste mich auf den Familienunterhalt konzentrieren. So verschwand die weibliche Seite erstmal langsam. Ich habe dann noch eine gewisse Zeitlang mich komplett um gestylt Abends und den Kindern haben wir erzählt, dass ich für Karneval übe. Irgendwann habe ich den Kindern erzählt, dass ich einfach Lust habe mich so anzuziehen und dass es einfach normal sein sollte, dass man Sachen tragen kann, die man mag.
Doch die Kinder wurden größer und um es den Kindern nicht zu erschweren, habe ich damit aufgehört. Ich glaube teilweise auch weil ich immer eine starke Diskrepanz zwischen meinem Aussehen und meinem Innerem gefühlt habe. Ich habe immer nur einen dicken Kerl im Fummel gesehen und niemals die Frau, welche ich in diesen Momenten in meinem Innerem fühlte.
Doch die Sehnsucht nach mehr Weiblichkeit verschwand nicht, ganz im Gegenteil, der Wunsch wurde immer stärker und die Auswirkungen immer drastischer. 2014 wurde mir bewusst, dass ich an extrem starken Depressionen und Burnout leide, eine der Ursachen ist sicherlich der Wunsch weiblicher zu sein und der damit verbundene Wunsch nach Anerkennung. Ich weiß nicht ob ich mir nicht irgendwann was angetan hätte, aber zu meinem Glück hörte ich eines Morgens im Radio die Meldung, dass sich der Schauspieler Robin Williams das Leben genommen hat. Und zu meinem Erschrecken war der einzige Gedanke der mir dann durch den Kopf ging: Der Glückliche, er hat es hinter sich!!!
Das war mein Weckruf und ich habe angefangen mich selbst zu analysieren und zu therapieren. Ich habe Vieles in meinem geändert, und bin ein ganz anderer Mensch geworden, doch der Wunsch weiblicher zu sein, hat mich niemals verlassen und wurde immer stärker, was leider immer wieder zu Rückfällen in depressive Phasen geführt hat. Ebenso habe ich wohl mehr unbewusst meine Lebenspartnerin auf den Abstellgleis gestellt und mich nur noch auf den ewigen Kampf konzentriert, damit ich einfach weiter leben kann. Irgendwann letztes Jahr kam der Punkt an dem ich sagte, endlich geht es mir wieder gut und ich will Leben. Die Depressionen waren besiegt und die einzige Baustelle die mich noch belastete was meine Transidentität. Aber solange nur dieses Problem existierte war es handlebar- Da habe ich auch erkannt, dass ich meine Lebenspartnerin verlieren werde, wenn ich nichts ändere und habe wieder angefangen mich ihr anzunähern. Doch leider wie es sich Anfang August dieses Jahres herausgestellt hat, war es bereits zu spät. Sie hat mich Anfang August verlassen und erklärt, dass sie lange still um meine Liebe gekämpft hat, aber das Leben mit mir wohl eher wie in einer Wohngemeinschaft gewesen ist. Sie hat sich leider neu verliebt.
Für mich und unseren gemeinsamen Sohn ist in diesem Moment eine Welt zusammengebrochen. Sie hat uns verlassen. Ich habe anfangs gelitten ohne Ende, aber irgendwann kam der Punkt an dem ich es akzeptieren musste/konnte. Das Leben geht weiter. Doch ich habe die Rechnung ohne meine verkorkste Seite gemacht, denn Ende September kam der lang unterdrückte Wunsch heraus, meine weibliche Seite zu ergründen, nein nicht nur mich anders zu kleiden, sondern auch das Äußere mehr dem einer Frau anzupassen, ein Wunsch der schon so lange in meinem Geist herumschwirrte aber den ich immer unterdrücken konnte, weil ich mich für das Leben als Mann an der Seite einer Frau entschieden habe. Doch dieser Anker ist jetzt weg und der Geist ist im Moment aus der Flasche und ich weiß nicht weiter. Ich habe eine andere Frau getroffen, welche an mir interessiert ist und bin gerade dabei das Ganze abzubrechen weil der Wunsch danach zumindest teilweise das Leben einer Frau zu führen im Moment so stark ist, dass mir das wichtiger ist, als eine Frau an meiner Seite zu haben.
Ich habe Angst mit meinem Sohn darüber zu sprechen, und das obwohl ich denke, dass er damit souverän umgehen könnte, denn wir haben die Kinder von Anfang an so erzogen, dass sie niemals Angst davor haben sollten sich zu outen, falls sie homosexuell oder transident sein sollten. Ich habe Angst, dass er dann zu seiner Mutter ziehen will und sich am Ende von uns beiden im Stich gelassen fühlt. (Er ist bei mir geblieben und hat ein großes Problem mit der Entscheidung seiner Mutter)
Ich weiß nicht weiter.
Ich bewundere alle Menschen die sich getraut haben ihren Weg zu gehen, egal wie schwierig dieser gewesen sein mag und am Ende herausgefunden haben, was oder wer sie sind. Ich habe Angst davor. Ich habe Angst davor herauszufinden, dass meine weibliche Seite nur das Ergebnis irgendeiner Störung sein könnte und ich nicht Transsexuell bin. Ich habe Angst herauszufinden, dass ich als Frau genauso unglücklich sein würde wie eigentlich bisher in meinem Leben als Mann. Ja ich hatte viel Glück im Leben und kann mich eigentlich nicht beschweren, aber ich war niemals richtig glücklich.
Ich wünschte mir es gäbe eine Möglichkeit eine Pille zu nehmen und dann geht man ins Bett und am nächsten Morgen weiß man ganz klar wer man ist. Egal ob Mann oder Frau. Ich möchte, dass dieser Kampf und diese Sehnsucht einfach aufhören.
Bitte verzeiht mir diese Wall of Text, aber ich trage das schon so lange mit mir herum, ich musste es einfach loswerden.
Liebe Grüße
MJP
Lebe dein Leben, denn du hast nur das eine!!!
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Jaddy
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- Pronomen: en/en/ens
- Wohnort (Name): nahe Bremen
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Re: Der innere Kampf
Hi MJP,
die magische Pille gibt es meines Wissens nicht. Und ehrlich gesagt wäre es in deinem Falle nicht eher eine Amputation einer Seite?
Das Gefühl, auf keiner Seite richtig zu sein kenne ich von mir. Glücklicherweise, auf eine schräge und auch nicht so angenehme Art, war ich schon von klein auf nie Teil einer in-group, deshalb an Aussenseiterdasein gewöhnt. Bei anderen Themen habe ich dann meine Zugehörigkeit ein bisschen gefunden, aber im Alltag, also im Kontakt mit der Mehrheitsgesellschaft war ich innerlich immer ein Unikum.
In der Mann/Frau-Frage konnte ich mich nie entscheiden. Beide Varianten schienen mir ähnlich unpassend. Transition schien nur binär möglich und viel Aufwand für die gleiche Situation, nur in der anderen Ecke. Also kam das irgendwie nicht in Betracht. Eine Lösung war crossdressing, eigentlich mixed expression, also lange Wuschelmähne, Bart, "weibliche" Kleidung inkl Heels, nie künstliche Oberweite oder andere Haare als meine eigenen. So ein bisschen Protesthaltung war dabei, denke ich. Also wenn schon Unikum, dann eben richtig.
Vollständig glücklich war ich aber auch nicht. Es könnte sein, dass ich mir selbst nicht ehrlich vorkam, weil ich ja jederzeit die Klamotten wechseln und mich "tarnen" konnte. Innerlich war und bin ich aber weder Mann, noch Frau. Nie gewesen. Ich bin immer ich. Ich hab keine Ahnung, wie sich ein "Mann" fühlen kann oder eine "Frau", wie auch immer sich das definieren mag. Ich habe keine zwei Seiten, sondern bin auf einer immer ziemlich stabilen Position ausserhalb der beiden Gender-Ecken.
Für mich - und das ist jetzt nur meine persönliche Lösung, die ich keinesfalls anpreisen möchte - kam die Erkenntnis mit dem Entscheid zur dritten Option. Ich habe immer noch blaue Flecken, wo ich mich in den eigenen Hintern gebissen hab, dass ich da nicht früher drauf gekommen bin. Ich muss mich nicht binär zuordnen. Wunderbar. Plötzlich hatte ich mir selbst die Erlaubnis für viel mehr Freiheit gegeben. Ja, auch dadurch, dass es quasi eine offizielle Anerkennung gab. Blöde antrainierte Abhängigkeiten.
Es folgten inzwischen zwei sehr interessante Jahre mit selbstbestimmten körperlichen Verbesserungen, gerade so wie ich sie will, politischem Aktivismus, schliesslich Personenstand "divers", usw. Vieles wäre früher auch möglich gewesen, aber ich war einfach noch nicht so weit.
Was ich damit rüberbringen möchte: Prinzipiell musst du dich nicht entscheiden. Nicht für dein restliches Leben, nicht für die nächsten Monate, nicht für die Woche, nicht mal für heute. Die einzige Entscheidung ist, wie weit du aus deiner Umgebung herausstechen willst. Aber prinzipiell kannst du dich ausprobieren und deine Anteile und Aspekte erforschen und ausleben.
Es kann gut sein, dass du nicht 100% binär trans bist. Also nicht "Frau" im klassichen Sinne. Dann ist das eben so. Aber selbst wenn, bist du dann "trans genug" für dich, so viel du sein magst. Selbst wenn du in einer Therapie eine vermeintliche Ursache finden solltest, dann bist du jetzt eben so. Mit der Ursachenforschung verschwinden
Allerdings empfehle ich auch ein paar Menschen in deiner Umgebung, mit denen du wirklich reden kannst. Dein Herz ausschütten, Empathie bekommen, sinnvolles Feedback und vielleicht neue Impulse. Manche finden das im eigenen Umfeld, manche über das Forum oder im Chat, manche in Selbsthilfegruppen. Und manchmal sind auch Peer-Beratungen und/oder professionelle Beratungen sinnvoll, zur Selbstfindung, oder um andere Altlasten zu lösen.
Für unwahrscheinlich halte ich allerdings den Ansatz, durch eine Analyse die eine Ursache zu finden (die es mMn nie gibt) und durch die Erkenntnis alles auf magische Weise zu lösen. Die Wand, gegen die du läufst, hat viele Türen, und du kannst sie alle ausprobieren, ohne dich endgültig zu entscheiden.
Just my wall of text
die magische Pille gibt es meines Wissens nicht. Und ehrlich gesagt wäre es in deinem Falle nicht eher eine Amputation einer Seite?
Das Gefühl, auf keiner Seite richtig zu sein kenne ich von mir. Glücklicherweise, auf eine schräge und auch nicht so angenehme Art, war ich schon von klein auf nie Teil einer in-group, deshalb an Aussenseiterdasein gewöhnt. Bei anderen Themen habe ich dann meine Zugehörigkeit ein bisschen gefunden, aber im Alltag, also im Kontakt mit der Mehrheitsgesellschaft war ich innerlich immer ein Unikum.
In der Mann/Frau-Frage konnte ich mich nie entscheiden. Beide Varianten schienen mir ähnlich unpassend. Transition schien nur binär möglich und viel Aufwand für die gleiche Situation, nur in der anderen Ecke. Also kam das irgendwie nicht in Betracht. Eine Lösung war crossdressing, eigentlich mixed expression, also lange Wuschelmähne, Bart, "weibliche" Kleidung inkl Heels, nie künstliche Oberweite oder andere Haare als meine eigenen. So ein bisschen Protesthaltung war dabei, denke ich. Also wenn schon Unikum, dann eben richtig.
Vollständig glücklich war ich aber auch nicht. Es könnte sein, dass ich mir selbst nicht ehrlich vorkam, weil ich ja jederzeit die Klamotten wechseln und mich "tarnen" konnte. Innerlich war und bin ich aber weder Mann, noch Frau. Nie gewesen. Ich bin immer ich. Ich hab keine Ahnung, wie sich ein "Mann" fühlen kann oder eine "Frau", wie auch immer sich das definieren mag. Ich habe keine zwei Seiten, sondern bin auf einer immer ziemlich stabilen Position ausserhalb der beiden Gender-Ecken.
Für mich - und das ist jetzt nur meine persönliche Lösung, die ich keinesfalls anpreisen möchte - kam die Erkenntnis mit dem Entscheid zur dritten Option. Ich habe immer noch blaue Flecken, wo ich mich in den eigenen Hintern gebissen hab, dass ich da nicht früher drauf gekommen bin. Ich muss mich nicht binär zuordnen. Wunderbar. Plötzlich hatte ich mir selbst die Erlaubnis für viel mehr Freiheit gegeben. Ja, auch dadurch, dass es quasi eine offizielle Anerkennung gab. Blöde antrainierte Abhängigkeiten.
Es folgten inzwischen zwei sehr interessante Jahre mit selbstbestimmten körperlichen Verbesserungen, gerade so wie ich sie will, politischem Aktivismus, schliesslich Personenstand "divers", usw. Vieles wäre früher auch möglich gewesen, aber ich war einfach noch nicht so weit.
Was ich damit rüberbringen möchte: Prinzipiell musst du dich nicht entscheiden. Nicht für dein restliches Leben, nicht für die nächsten Monate, nicht für die Woche, nicht mal für heute. Die einzige Entscheidung ist, wie weit du aus deiner Umgebung herausstechen willst. Aber prinzipiell kannst du dich ausprobieren und deine Anteile und Aspekte erforschen und ausleben.
Es kann gut sein, dass du nicht 100% binär trans bist. Also nicht "Frau" im klassichen Sinne. Dann ist das eben so. Aber selbst wenn, bist du dann "trans genug" für dich, so viel du sein magst. Selbst wenn du in einer Therapie eine vermeintliche Ursache finden solltest, dann bist du jetzt eben so. Mit der Ursachenforschung verschwinden
Allerdings empfehle ich auch ein paar Menschen in deiner Umgebung, mit denen du wirklich reden kannst. Dein Herz ausschütten, Empathie bekommen, sinnvolles Feedback und vielleicht neue Impulse. Manche finden das im eigenen Umfeld, manche über das Forum oder im Chat, manche in Selbsthilfegruppen. Und manchmal sind auch Peer-Beratungen und/oder professionelle Beratungen sinnvoll, zur Selbstfindung, oder um andere Altlasten zu lösen.
Für unwahrscheinlich halte ich allerdings den Ansatz, durch eine Analyse die eine Ursache zu finden (die es mMn nie gibt) und durch die Erkenntnis alles auf magische Weise zu lösen. Die Wand, gegen die du läufst, hat viele Türen, und du kannst sie alle ausprobieren, ohne dich endgültig zu entscheiden.
Just my wall of text
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Vincent
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Re: Der innere Kampf
Hi MJP,
ich kann Jaddy zu 100% zustimmen.
Akzeptiere Dich wie du dich im jeweiligen Augenblick fühlst, lebe Dich aus, kleide und verhalte wie es die Situation für Dich in diesem Moment erfordert. Du musst dich nicht für eine Seite entscheiden, aber natürlich kannst Du, wenn Du dir Darin sicher bist.
Ich empfinde ähnlich wie Jaddy, spiele aber, optisch, meistens die Rolle Mann, auch wenn ich fast immer mehr oder weniger gegen die Konventionen verstoße.
Ich habe es auch schon mal eine Weile komplett in der weiblichen Rolle versucht, nach außen hin hat es perfekt funktioniert, besser als ich es erträumt hätte - für mich innerlich ging es nicht.
Mich wirklich in der Mitte zu positionieren würde meinem Gefühl vermutlich am besten gerecht werden, ist aber nach meinen Erfahrungen die anstrengendste Variante, weil kaum einer damit umgehen kann, was in der Abwägung der Einzelpunkte dazu führt, dass ich mich DERZEIT so am wohlsten fühle ich ich mich gebe.
Währe die Gesellschaft flexibler, würde ich sicher noch ein Stückchen in die weibliche Richtung rücken.
Warum schreibe ich dir Das?
Ich will dich aufrütteln, deine eigenen Denkblockaden über Bord zu werfen, nach denen du bemisst, was geht und was nicht:
Du willst mit einer Frau zusammen sein - gut. Aber warum kannst Du dann incht weiblich(er) sein? Für viele Frauen ist das ok, hast Du im konkreten Fall nachgefragt? Wenn nicht, es gibt auch andere Frauen.
Warum sollte sich dein Sohn abwenden? Liebte er dein Aussehen oder den Vater, den Vater der du immer bleiben wirst, egal wohin dich dein Weg führt.
Meine Söhne nehmen es kaum bewusst wahr, ob ich gerade ein Kleid oder eine Hose trage und sie verstecken mich auch nicht vor ihren Freunden "klar trägt mein Vater Kleider..."
Es ist nichts schlechtes oder schlimmes daran sich anders zu kleiden, aber nur wenn Du das für Dich akzeptiert, wird auch deine Umgebung entsprechend damit umgehen.
Du bist, wie du bist das zu akzeptieren sollte dein Ziel sein un nicht zu versuchen, dich irgendwelchen Normen anzupassen - abgesehen vielleicht von pragmatischen Lösungen in manchen Situationen - die aber nicht bedeuten, dass man sich verleugnen muss
LG
Vincent
ich kann Jaddy zu 100% zustimmen.
Akzeptiere Dich wie du dich im jeweiligen Augenblick fühlst, lebe Dich aus, kleide und verhalte wie es die Situation für Dich in diesem Moment erfordert. Du musst dich nicht für eine Seite entscheiden, aber natürlich kannst Du, wenn Du dir Darin sicher bist.
Ich empfinde ähnlich wie Jaddy, spiele aber, optisch, meistens die Rolle Mann, auch wenn ich fast immer mehr oder weniger gegen die Konventionen verstoße.
Ich habe es auch schon mal eine Weile komplett in der weiblichen Rolle versucht, nach außen hin hat es perfekt funktioniert, besser als ich es erträumt hätte - für mich innerlich ging es nicht.
Mich wirklich in der Mitte zu positionieren würde meinem Gefühl vermutlich am besten gerecht werden, ist aber nach meinen Erfahrungen die anstrengendste Variante, weil kaum einer damit umgehen kann, was in der Abwägung der Einzelpunkte dazu führt, dass ich mich DERZEIT so am wohlsten fühle ich ich mich gebe.
Währe die Gesellschaft flexibler, würde ich sicher noch ein Stückchen in die weibliche Richtung rücken.
Warum schreibe ich dir Das?
Ich will dich aufrütteln, deine eigenen Denkblockaden über Bord zu werfen, nach denen du bemisst, was geht und was nicht:
Du willst mit einer Frau zusammen sein - gut. Aber warum kannst Du dann incht weiblich(er) sein? Für viele Frauen ist das ok, hast Du im konkreten Fall nachgefragt? Wenn nicht, es gibt auch andere Frauen.
Warum sollte sich dein Sohn abwenden? Liebte er dein Aussehen oder den Vater, den Vater der du immer bleiben wirst, egal wohin dich dein Weg führt.
Meine Söhne nehmen es kaum bewusst wahr, ob ich gerade ein Kleid oder eine Hose trage und sie verstecken mich auch nicht vor ihren Freunden "klar trägt mein Vater Kleider..."
Es ist nichts schlechtes oder schlimmes daran sich anders zu kleiden, aber nur wenn Du das für Dich akzeptiert, wird auch deine Umgebung entsprechend damit umgehen.
Du bist, wie du bist das zu akzeptieren sollte dein Ziel sein un nicht zu versuchen, dich irgendwelchen Normen anzupassen - abgesehen vielleicht von pragmatischen Lösungen in manchen Situationen - die aber nicht bedeuten, dass man sich verleugnen muss
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Re: Der innere Kampf
Ich habe genau das heraus gefunden. Und ich bin froh und erleichtert darüber. - Bei mir war es nach dem Tod meiner Mutter ähnlich, wie jetzt bei Dir. Es gab niemanden mehr, für den ich den Mann noch spielte. Dann Outing als Teilzeitfrau, danach zu einer SHG wegen Trans. Und was ich dann erkannte, kannst Du bei Jaddy nachlesen.MJPCologne hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 01:49 Ich habe Angst herauszufinden, dass ich als Frau genauso unglücklich sein würde wie eigentlich bisher in meinem Leben als Mann.
LG Nicole
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Patricia
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Re: Der innere Kampf
Hallo,
vielen Dank für Eure Antworten, irgendwie geben sie mir einen Schimmer Hoffnung.
Ich habe oft den Wunsch femininer zu sein und nicht aufzufallen wenn ich mich feminin kleide. Gerne möchte ich dann auch als Frau wahrgenommen werden. Ich habe eigentlich selten bis nie den Wunsch als Mann wahrgenommen zu werden, vielleicht liegt es daran, dass mein biologisches Geschlecht schlicht nicht zu übersehen ist. Ich möchte nicht auffallen, sondern einfach in der Masse verschwinden, aber eben so wie ich mich fühle und nicht indem ich irgendein Klischee erfülle. Es gab Zeiten in der Pubertät da wollte ich männlich wirken, doch das ist vorbei, was würde ich heute dafür geben androgyn oder gar feminin zu wirken.
Ich habe mal mit einem Psychiater darüber gesprochen und bekam von ihm als Antwort ein lapidares: "Dann ziehen Sie doch ein Kleid an" als Antwort, aber darum geht es nicht. Er hatte mich nicht verstanden. Es geht nicht (nur) darum geschlechtsspezifische Kleidung zu tragen, es ist viel mehr der Wunsch sich einfach auszudrücken.
Ich habe nicht jeden Tag den Wunsch mich total weiblich zu kleiden, aber ich bin mir absolut sicher, der durchschnittlichen Frau geht es nicht anders.
Lustigerweise habe ich mittlerweile niemals den Wunsch besonders männlich zu wirken. Als Mann lege ich relativ wenig Wert auf meine Bekleidung. Es ist nur Kleidung die dem Zweck dient nicht nackt zu sein. Bei Damenbekleidung geht es mir da oft anders, aber eben nicht immer.
Ich habe aber auch den Wunsch nach körperlichen Änderungen. Ich will femininer sein und möchte ehrlich gesagt auch eine natürliche Oberweite haben. Mir ist auch bewußt, dass ich in diesem Fall meine "Männlichkeit" riskiere, aber um ehrlich zu sein, möchte ich meinen männlichen Sexualtrieb loswerden, ich empfinde ihn als enorme Belastung. Ich kann mir sehr gut ein weitgehend asexuelles Leben zu führen und in den letzten Jahren der Beziehung habe ich das teilweise auch gelebt. Dieser ständigen Gedanken an Sex, die durch mein Hirn schwirren, ekeln mich zum Teil sogar an.
Die Vorstellung keinen Sex mehr als Mann zu haben stört mich wenig bis gar nicht, denn ich bin seit einigen Jahren, bedingt durch die Medikamente welche ich einnehmen muss (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer bzw. ein Antidepressivum) mehr oder weniger impotent. Es hat mich schon mein ganzes Leben lang gestört wenn sich das Teil zwischen meinen Beinen selbständig gemacht hat, also habe ich es sogar begrüßt als das aufgehört hat. Das einzige was ich nicht verlieren möchte ist die Fähigkeit einen Orgasmus zu erleben. Wie dieser herbeigeführt wird, spielt für mich keine grosse Rolle.
Was mich jedoch massiv erschreckt ist die ungewisse Zukunft und die ungewisse Akzeptanz durch die Gesellschaft, ich möchte nicht herausstechen, ich will einfach still und leise mein Leben führen, so wie ich es wünsche.
Ich weiß, dass ich meinem Verlangen zum Teil nachgeben muss, sonst wird es nicht besser und seltsamerweise sehe ich die Flucht in eine neue Beziehung diesmal nicht als eine Lösung an. Vielleicht lieg es daran, dass mein Kinderwunsch, den ich seit meiner Jugend hatte, erfüllt wurde.
Im Moment bin ich eigentlich soweit, dass ich in der nächsten Zeit mit meiner Ärztin darüber sprechen möchte. Ich habe den fixen Wunsch, den ich schon seit Jahren hege und mittlerweile nicht mehr loswerde, zu probieren was passiert wenn ich eine Hormontherapie anfange.
Dennoch habe ich eine Heidenangst vor der Zukunft.
Liebe Grüße
MJP
vielen Dank für Eure Antworten, irgendwie geben sie mir einen Schimmer Hoffnung.
Ich habe oft den Wunsch femininer zu sein und nicht aufzufallen wenn ich mich feminin kleide. Gerne möchte ich dann auch als Frau wahrgenommen werden. Ich habe eigentlich selten bis nie den Wunsch als Mann wahrgenommen zu werden, vielleicht liegt es daran, dass mein biologisches Geschlecht schlicht nicht zu übersehen ist. Ich möchte nicht auffallen, sondern einfach in der Masse verschwinden, aber eben so wie ich mich fühle und nicht indem ich irgendein Klischee erfülle. Es gab Zeiten in der Pubertät da wollte ich männlich wirken, doch das ist vorbei, was würde ich heute dafür geben androgyn oder gar feminin zu wirken.
Ich habe mal mit einem Psychiater darüber gesprochen und bekam von ihm als Antwort ein lapidares: "Dann ziehen Sie doch ein Kleid an" als Antwort, aber darum geht es nicht. Er hatte mich nicht verstanden. Es geht nicht (nur) darum geschlechtsspezifische Kleidung zu tragen, es ist viel mehr der Wunsch sich einfach auszudrücken.
Ich habe nicht jeden Tag den Wunsch mich total weiblich zu kleiden, aber ich bin mir absolut sicher, der durchschnittlichen Frau geht es nicht anders.
Lustigerweise habe ich mittlerweile niemals den Wunsch besonders männlich zu wirken. Als Mann lege ich relativ wenig Wert auf meine Bekleidung. Es ist nur Kleidung die dem Zweck dient nicht nackt zu sein. Bei Damenbekleidung geht es mir da oft anders, aber eben nicht immer.
Ich habe aber auch den Wunsch nach körperlichen Änderungen. Ich will femininer sein und möchte ehrlich gesagt auch eine natürliche Oberweite haben. Mir ist auch bewußt, dass ich in diesem Fall meine "Männlichkeit" riskiere, aber um ehrlich zu sein, möchte ich meinen männlichen Sexualtrieb loswerden, ich empfinde ihn als enorme Belastung. Ich kann mir sehr gut ein weitgehend asexuelles Leben zu führen und in den letzten Jahren der Beziehung habe ich das teilweise auch gelebt. Dieser ständigen Gedanken an Sex, die durch mein Hirn schwirren, ekeln mich zum Teil sogar an.
Die Vorstellung keinen Sex mehr als Mann zu haben stört mich wenig bis gar nicht, denn ich bin seit einigen Jahren, bedingt durch die Medikamente welche ich einnehmen muss (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer bzw. ein Antidepressivum) mehr oder weniger impotent. Es hat mich schon mein ganzes Leben lang gestört wenn sich das Teil zwischen meinen Beinen selbständig gemacht hat, also habe ich es sogar begrüßt als das aufgehört hat. Das einzige was ich nicht verlieren möchte ist die Fähigkeit einen Orgasmus zu erleben. Wie dieser herbeigeführt wird, spielt für mich keine grosse Rolle.
Was mich jedoch massiv erschreckt ist die ungewisse Zukunft und die ungewisse Akzeptanz durch die Gesellschaft, ich möchte nicht herausstechen, ich will einfach still und leise mein Leben führen, so wie ich es wünsche.
Ich weiß, dass ich meinem Verlangen zum Teil nachgeben muss, sonst wird es nicht besser und seltsamerweise sehe ich die Flucht in eine neue Beziehung diesmal nicht als eine Lösung an. Vielleicht lieg es daran, dass mein Kinderwunsch, den ich seit meiner Jugend hatte, erfüllt wurde.
Im Moment bin ich eigentlich soweit, dass ich in der nächsten Zeit mit meiner Ärztin darüber sprechen möchte. Ich habe den fixen Wunsch, den ich schon seit Jahren hege und mittlerweile nicht mehr loswerde, zu probieren was passiert wenn ich eine Hormontherapie anfange.
Dennoch habe ich eine Heidenangst vor der Zukunft.
Liebe Grüße
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Re: Der innere Kampf
Hi,
alles was Du schreibst, ist für mich verständlich, auch wenn ich es mehr mit den anderen oben genannten Beiträgen halte. Für die Frage nach dem Sex gibt es für mich eine Antwort: Hingabe. Hingabe an den Augenblick, an meine Frau, an mich selbst. Da wird sogar der Höhepunkt zweitrangig. Manchmal löst er sich in mehrere kleinere auf. Egal, es ist das Eintauchen in den Moment, nein, in die gemeinsam erlebte Zeit. Nicht mhr und nicht weniger. Es ist losgelöst von körperlichen Merkmalen. Es spielt keine Rolle, wie mein Körper geformt ist. Aber das nur an Rande.
Aber Dein Psychater hat vielleicht gar nicht so Unrecht. Wenn Dir danach ist, Weiblichkeit mit einem Kleid auszudrücken, tue es. Ich habe auch eine Menge "Haken" in meinem Kopf, wenn es darum geht, mir selber im Weg zu stehen. Die Frage ist die: Was willst Du wirklich ? Jede Entscheidung hat Konsequenzen, auch eine Nichtentscheidung. Vielleicht bist Du auch auf denm Weg zu einer Entscheidung. Nach meiner Erfahrung passiert nie, was man erwartet. Manches ist leichter, manches schwerer, manches auch einfach nur anders. Theoretisieren hilft meist nur wenig. Es gilt der alte Spruch: Wer etwas will, findet Wege, wer etwas nicht will, findet Gründe. Ich kenne das von mir nur zur Genüge ...
Damit will ich nicht sagen, Du sollst Dich sofort entscheiden, aber ich könnte mir vorstellen, dass es hilfreich sein könnte, den Weg in Richtung einer Entscheidung einzuschlagen. Probieren, Gefühle ausloten, evtl. anderes probieren, wieder die Gefühle befragen ... Irgendwann sollte es dann klar sein ...
alles was Du schreibst, ist für mich verständlich, auch wenn ich es mehr mit den anderen oben genannten Beiträgen halte. Für die Frage nach dem Sex gibt es für mich eine Antwort: Hingabe. Hingabe an den Augenblick, an meine Frau, an mich selbst. Da wird sogar der Höhepunkt zweitrangig. Manchmal löst er sich in mehrere kleinere auf. Egal, es ist das Eintauchen in den Moment, nein, in die gemeinsam erlebte Zeit. Nicht mhr und nicht weniger. Es ist losgelöst von körperlichen Merkmalen. Es spielt keine Rolle, wie mein Körper geformt ist. Aber das nur an Rande.
Aber Dein Psychater hat vielleicht gar nicht so Unrecht. Wenn Dir danach ist, Weiblichkeit mit einem Kleid auszudrücken, tue es. Ich habe auch eine Menge "Haken" in meinem Kopf, wenn es darum geht, mir selber im Weg zu stehen. Die Frage ist die: Was willst Du wirklich ? Jede Entscheidung hat Konsequenzen, auch eine Nichtentscheidung. Vielleicht bist Du auch auf denm Weg zu einer Entscheidung. Nach meiner Erfahrung passiert nie, was man erwartet. Manches ist leichter, manches schwerer, manches auch einfach nur anders. Theoretisieren hilft meist nur wenig. Es gilt der alte Spruch: Wer etwas will, findet Wege, wer etwas nicht will, findet Gründe. Ich kenne das von mir nur zur Genüge ...
Damit will ich nicht sagen, Du sollst Dich sofort entscheiden, aber ich könnte mir vorstellen, dass es hilfreich sein könnte, den Weg in Richtung einer Entscheidung einzuschlagen. Probieren, Gefühle ausloten, evtl. anderes probieren, wieder die Gefühle befragen ... Irgendwann sollte es dann klar sein ...
Viele Grüße
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Re: Der innere Kampf
Hallo MJP!MJPCologne hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 01:49 Doch ich habe die Rechnung ohne meine verkorkste Seite gemacht,
Warum ist deine weibliche Seite deine verkorkste Seite?
Eine Hormontherapie beginnt man nicht einfach mal zum probieren, es ist eine entgültige Entscheidung, wenn man sich dafür entscheidet. Was ist z. B. wenn du hoffst einen Busen mit Cup C zu bekommen, es aber nach 2 Jahren nur eine AA ist. Hast du überhaupt die Geduld und Kraft solange zu warten? Ich musste wegen gesundheitlicher Probleme die HT unterbrechen, 12 Jahre warten bis mein Körper und Geist wieder soweit war, dass ich im Februar 2020 endlich weiter machen kann.MJPCologne hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 16:04 Ich habe den fixen Wunsch, den ich schon seit Jahren hege und mittlerweile nicht mehr loswerde, zu probieren was passiert wenn ich eine Hormontherapie anfange.
Hatte der Psychiater Erfahrung mit Transsexuellen, hattest du ihn ausgesucht oder wurde er dir empfohlen?MJPCologne hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 16:04 Ich habe mal mit einem Psychiater darüber gesprochen und bekam von ihm als Antwort ein lapidares: "Dann ziehen Sie doch ein Kleid an" als Antwort, aber darum geht es nicht. Er hatte mich nicht verstanden.
Ich selbst brauche keine weibliche Kleidung um als Frau zu leben. Es geht mir psychisch viel besser seit ich offen über meine Transsexualität rede, Michaela nicht unterdrücke sondern leben lasse, ist sie es doch die mit den Schmerzen, Problemen mit der Gesundheit zurecht kommt. Das andere war die männliche Fassade die sich meine Mutter wünschte. Der brave Sohn der alles macht, der sich kaputt gearbeitet hat, keine Rücksicht auf Körper und Seele nahm um so die weibliche Seite zu unterdrücken, wobei dann auch Schmerzmittel wie Morphium, tägliche Einnahme, halfen.
Du hast einen langen Weg vor dir, überstürze nichts, mache keinen Schnellschuss den du später bereust. Als ich von meinem Doc erfuhr, das erst in 6 Monaten in der Uniklinik Würzburg ein Termin möglich sei, andere Psychiater lehnten ab wegen meiner Erkrankung, sagte ich nur: " Jetzt musste ich 12 Jahre warten wegen den Freunden im Rücken, da kommt es auf die 6 Monate auch nicht mehr an."
Hast dafür auch die Geduld?
Gruß
Michaela M.
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Re: Der innere Kampf
Michaela M. hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 19:00Hallo MJP!MJPCologne hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 01:49 Doch ich habe die Rechnung ohne meine verkorkste Seite gemacht,
Warum ist deine weibliche Seite deine verkorkste Seite?
Weil ich dieses hin und her einfach nur noch als Belastung empfinde. Es macht mich fertig. Ich wünschte mir ganz genau zu wissen was ich bin, damit ich endlich Frieden mit mir selbst schliessen kann.
Ich verstehe absolut was du meinst. Es geht nicht nur um den Busen, es geht um alle damit verbundenen Änderungen, körperlicher als auch psychischer Natur. Ich weiß nicht, Flucht aus meiner jetzigen Situation? Ich möchte einfach nur, dass dieses Chaos der Gefühle endlich aufhörtMichaela M. hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 19:00Eine Hormontherapie beginnt man nicht einfach mal zum probieren, es ist eine entgültige Entscheidung, wenn man sich dafür entscheidet. Was ist z. B. wenn du hoffst einen Busen mit Cup C zu bekommen, es aber nach 2 Jahren nur eine AA ist. Hast du überhaupt die Geduld und Kraft solange zu warten? Ich musste wegen gesundheitlicher Probleme die HT unterbrechen, 12 Jahre warten bis mein Körper und Geist wieder soweit war, dass ich im Februar 2020 endlich weiter machen kann.MJPCologne hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 16:04 Ich habe den fixen Wunsch, den ich schon seit Jahren hege und mittlerweile nicht mehr loswerde, zu probieren was passiert wenn ich eine Hormontherapie anfange.
Nein, hatte er nicht, ich war bei ihm nur in Behandlung wegen Burnout und Depressionen, und da eine der Ursachen meiner Depressionen meine Identität ist, habe ich es dort angesprochen.Michaela M. hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 19:00Hatte der Psychiater Erfahrung mit Transsexuellen, hattest du ihn ausgesucht oder wurde er dir empfohlen?MJPCologne hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 16:04 Ich habe mal mit einem Psychiater darüber gesprochen und bekam von ihm als Antwort ein lapidares: "Dann ziehen Sie doch ein Kleid an" als Antwort, aber darum geht es nicht. Er hatte mich nicht verstanden.
Es fällt mir schwer meine Gedanken so auszudrücken, so dass die für andere Verständlich werden. Ich brauche die weibliche Bekleidung ja auch nicht wirklich, das war ja das was der Psychiater nicht verstanden hatte, es geht darum einfach zu leben wie man ist und sich nicht mehr verstecken zu müssen damit man eine Rolle im Leben erfüllt. Es geht darum, die weibliche Seite nicht mehr zu unterdrücken, wie auch immer sie sich ausdrücken will.Michaela M. hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 19:00 Ich selbst brauche keine weibliche Kleidung um als Frau zu leben. Es geht mir psychisch viel besser seit ich offen über meine Transsexualität rede, Michaela nicht unterdrücke sondern leben lasse, ist sie es doch die mit den Schmerzen, Problemen mit der Gesundheit zurecht kommt. Das andere war die männliche Fassade die sich meine Mutter wünschte. Der brave Sohn der alles macht, der sich kaputt gearbeitet hat, keine Rücksicht auf Körper und Seele nahm um so die weibliche Seite zu unterdrücken, wobei dann auch Schmerzmittel wie Morphium, tägliche Einnahme, halfen.
ich weiß es nicht. ich weiß nur eines, ich kann so nicht mehr weiter machen, es zerfrisst mich innerlich und ich weiß einfach nicht weiter. Solange ich mit meiner Ex zusammen gewesen bin, war sie für mich der Ankerpunkt der mich in meinem gewähltem Leben gehalten hat. Ein Punkt aus dem ich Energie schöpfen konnte um weiter zu machen, als ob nichts wäre, gerade dann wenn es schwer war. Doch sie ist jetzt weg und ich strauchele.Michaela M. hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 19:00 Du hast einen langen Weg vor dir, überstürze nichts, mache keinen Schnellschuss den du später bereust. Als ich von meinem Doc erfuhr, das erst in 6 Monaten in der Uniklinik Würzburg ein Termin möglich sei, andere Psychiater lehnten ab wegen meiner Erkrankung, sagte ich nur: " Jetzt musste ich 12 Jahre warten wegen den Freunden im Rücken, da kommt es auf die 6 Monate auch nicht mehr an."
Hast dafür auch die Geduld?
Ich weiß nur eines, es geht so nicht weiter und ich muss was ändern um weitermachen zu können.
Liebe Grüße
MJP
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Re: Der innere Kampf
Hallo MJP,MJPCologne hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 21:36 Weil ich dieses hin und her einfach nur noch als Belastung empfinde. Es macht mich fertig. Ich wünschte mir ganz genau zu wissen was ich bin, damit ich endlich Frieden mit mir selbst schliessen kann.
mir fällt beim Lesen der englische Spruch ein: "learing by doing". Und bevor Du das als Aufforderung verstehst, Dich in eine Transition zu stürzen, möchte ich hinzufügen: "step by step".
Eine Beobachtung, die ich nicht nur bei mir gemacht habe, ist, dass die Thematik als innere Auseinandersetzung beginnt und als äußeres "Ausleben" endet. Wenn man mir diese Wortwahl verzeiht.
Immer, wenn ich zu lange in der inneren Auseinandersetzung mit mir geblieben bin, brachte mir das depressionsartige Muster. Ich hatte oft das Gefühl, mich im Kreis zu drehen, auf der Stelle zu treten, nicht vorwärtszukommend. Der innere "Druck" stieg. Erst dann, wenn ich den Mut gefunden hatte, ein Stück von dem was mich bewegt zuzulassen, auszuprobieren, bin ich auch einen Schritt mit und in mir weitergekommen.
Das Hadern mit dem zugewiesenen Geschlecht ist etwas, das wir mental betrachten können und auch müssen! Es bedarf aber bei jedem Gedankengang auch eines Abschlusses, eines Ergebnisses. Wenn dieser sich einfach nicht finden lässt, ist es meiner Meinung nach ein Zeichen dafür, dass ich nicht loslassen kann. Ängste und Sorgen sind Gefühle, die mich davor warnen, Dinge voreilig zu tun. Sie können aber auch zu Blockaden führen, wenn der treibende Gedanke sich nicht befriedigen lässt. Wir stehen dann bildlich vor einem Hindernis. Egal, ob Du es als Abgrund, Berg, Grenze oder Hürde siehst, es ist immer der gleiche Punkt. Du musst diesen Schritt gehen - und das ging bei mir nicht mehr mit rationalen Gedanken, sondern nur mit einer realen Handlung.
Wenn Du Dir also unsicher bist, ob das eine oder andere richtig ist, dann probiere Dich aus. Nur so wirst Du es erfahren.
Wenn man sich zugesteht, Dinge auszuprobieren, gewinnt man für sich Erfahrungen. Diese können dann an Stelle von Ängsten, Sorgen oder Mutmaßungen treten und Deine Gedankenblockade ist wieder frei, bis zum nächsten Hindernis, Gedankenstopp. Viele Dinge, die mir übermächtig groß und unüberwindbar schienen, haben sich so am Ende als klein und eher unwichtig gezeigt. Der Druck sank und das Leben konnte wieder fließen. Ich vergleiche es gerne mit dem Scheinriesen aus Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, dem Kinderbuch von Michael Ende.
Wenn ich das hier in einigen, wenigen Sätzen schreibe, soll das nicht den Einruck erwecken, es sei leicht. Es braucht seine Zeit und oft vielleicht auch seinen Zeitpunkt. Hin und wieder werden wir verleitet, alles hinzuwerfen, um uns zu "befreien" oder in extreme zu verfallen - beides führt in der Regel nicht zu einer befriedigenden Lösung des Knotens. Daher denke ich nicht, dass die Einnahme von Hormonen Deine Bedürfnis nach eigener Anerkennung befriedigen kann. Nach dem was ich gelesen habe, ist dieser Schritt vielleicht einfach zu groß zur jetzigen Zeit. Auch hier möchte ich Dir nur meine persönlichen Erfahrungen und meine Persönliche Meinung widerspiegeln. Medizinische Eingriffe, egal welcher Art, sind oft sinnvoll, können aber nur unterstützende Maßnahmen sein, machen Dich jedoch nicht "zur Frau". Sie kommen am Ende des Prozesses und nicht am Anfang.
Finde doch erst einmal heraus, was Dir gut tut, wie Du Dein Leben organisieren und lieben kannst. Welche Ängste und Sorgen sind warnende Hinweise, welche Blockaden? Löse diese Stück für Stück, gerne auch mit fremder Hilfe, wie diesem Forum, einem Psychologen, Eltern oder Freunde. Dann lichtet sich der Nebel sicherlich .... und Lösungen und Wege werden ganz klar vor Dir sichtbar sein. Denn alles liegt vor uns. Wir müssen nur lernen, zu sehen, zu verstehen und letztendlich anzunehmen.
Alles Liebe und viel Erfolg auf Deinem Weg
Vanessa
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Re: Der innere Kampf
Hallo MJP,
Erstmal Herzlich Willkommen und vielen Fank für Deinen Lebenslauf.
Deine Beschriebene Pille wünsche ich mir schon lange um einfach ein ganz normales Leben zu führen aber leider müssen wir für uns einen anderen Weg finden.
Es wurde ja schon einiges geschrieben aber etwas sage ich mir immer wieder:Wir sind ganz besondere Menschen und es ist im Grunde ein Privileg so besonders zu sein.
Schön das du hier bist
Liebe Grüße
Céline
Erstmal Herzlich Willkommen und vielen Fank für Deinen Lebenslauf.
Deine Beschriebene Pille wünsche ich mir schon lange um einfach ein ganz normales Leben zu führen aber leider müssen wir für uns einen anderen Weg finden.
Es wurde ja schon einiges geschrieben aber etwas sage ich mir immer wieder:Wir sind ganz besondere Menschen und es ist im Grunde ein Privileg so besonders zu sein.
Schön das du hier bist
Liebe Grüße
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Re: Der innere Kampf
einen inneren kampf verspüre ich auch ständig und täglich.
dabei stecke ich mir ziele ab, nicht punktgenau oder datiert.
step by step, fühle ich mich unwohl dabei wird es nochmal vertagt.
der druck der von außen auf einen zu scheinen wirkt ist ausreichend genug.
ich kämpfe nicht gegen die frau in mir an, ich lasse sie zu, stelle diese nicht in frage.
der kerl in mir stört mich.
ich mache mir keine gedanken mehr ob ich das wirklich bin, ich lebe die person die ich fühle und im spiegel täglich betrachte.
hängt aber denke ich viel mit der inneren einstellung zusammen.
und ja, tiefen hatte ich genug und es waren nicht die letzten.
erst vor 4 wochen war ich 2 wochen zu hause weil ich mit dem outing nicht mehr klar kam (kopfkino)
bin gespannt wie meine a-kollegen am xx.xx.2019 reagieren, ich habe einen termin für eine bekanntgabe gesetzt .... offiziell.
ich denke wir alle haben oder hatten unsere bedenken, waren uns nicht im klaren.
bei mir hat es ca 40 jahre gedauert um für mich zu erfahren.
geistesblitze wie "ich bin trans" hatte ich nicht.
man war das ein prozess, ist es heute noch.
kinder habe ich auch.
und ja, ihnen gegenüber differnziere ich.
wie ich schon mehrfach erwähnt habe, ich bin und bleibe der papa für beide.
eine andere rolle zwänge ich ihnen nicht auf, versuche dies erst garnicht-will ich auch nicht.
zeige heute schon meinem sohn wie man sich rasiert, auch hygiene gehört dazu.
kampeln und catchen "wrestling" wie wir es nenen gehört zum tagesablauf.(ohne blaue flecke)
steigen ja auch frauen in den ring und vermöbeln sich gegenseitig, also nicht abwägiges-oder doch ? na ja, für normal halte ich das nicht, weibliche wesenzüge sind etwas anderes. uff!
meine tochter hingegen fragt mich welchen nagellack sie nehmen soll, was sie anziehen soll, fragt mich nach make up...
keine ihrer freundinen fragt "ey was ist mit deinem papa ? " auch die freunde meines sohnes nicht.
und was hatte ich ängste deswegen.
anbei weiß mein sohn sehr wohl was mit mir ist, er nimmt rücksicht, sieht das weibliche an mir.
in den dialog zu treten ist für beide nicht einfach, aber sie akzeptieren mich ohne zweifel so wie ich bin.
ein familienhelfer kommt ab und zu zu uns, ich mag ihn ganz und gar nicht.
steif wie ein brett und obendrein unsympathisch, war meinereseits ein fehler nach unterstützung für die kinder zu suchen.
das hätte besser laufen sollen, frauen sind in diesem job besser, einfühlsamer.
meine kinder kommen besser damit zurecht als gedacht, ich bin diejenige die sich zu viele gedanken macht.
ich lasse langsam (sehr langsam) los was ander über mich denken könnten.
vergesse das ich geschminkt bin, denke ich mehr darüber nach was ich trage....
es ist alles ein prozess der mal mehr oder mal weniger für einen arbeitet.
partnerschaft-en gehe ich tunlichst aus dem wege.
auch wenn ich mich nach aufmerksamkeit und zärtlichkeiten sehne.
aber den stress gebe ich mir nicht mehr, bei allem respekt denen gegenüber die in einer beziehung leben.
war mal von meiner seite ein kleiner einblick aus dem leben einer "Frau"
LG
Sara oder Kay (bin mir bei der Namensgebung noch nicht sicher)
dabei stecke ich mir ziele ab, nicht punktgenau oder datiert.
step by step, fühle ich mich unwohl dabei wird es nochmal vertagt.
der druck der von außen auf einen zu scheinen wirkt ist ausreichend genug.
ich kämpfe nicht gegen die frau in mir an, ich lasse sie zu, stelle diese nicht in frage.
der kerl in mir stört mich.
ich mache mir keine gedanken mehr ob ich das wirklich bin, ich lebe die person die ich fühle und im spiegel täglich betrachte.
hängt aber denke ich viel mit der inneren einstellung zusammen.
und ja, tiefen hatte ich genug und es waren nicht die letzten.
erst vor 4 wochen war ich 2 wochen zu hause weil ich mit dem outing nicht mehr klar kam (kopfkino)
bin gespannt wie meine a-kollegen am xx.xx.2019 reagieren, ich habe einen termin für eine bekanntgabe gesetzt .... offiziell.
ich denke wir alle haben oder hatten unsere bedenken, waren uns nicht im klaren.
bei mir hat es ca 40 jahre gedauert um für mich zu erfahren.
geistesblitze wie "ich bin trans" hatte ich nicht.
man war das ein prozess, ist es heute noch.
kinder habe ich auch.
und ja, ihnen gegenüber differnziere ich.
wie ich schon mehrfach erwähnt habe, ich bin und bleibe der papa für beide.
eine andere rolle zwänge ich ihnen nicht auf, versuche dies erst garnicht-will ich auch nicht.
zeige heute schon meinem sohn wie man sich rasiert, auch hygiene gehört dazu.
kampeln und catchen "wrestling" wie wir es nenen gehört zum tagesablauf.(ohne blaue flecke)
steigen ja auch frauen in den ring und vermöbeln sich gegenseitig, also nicht abwägiges-oder doch ? na ja, für normal halte ich das nicht, weibliche wesenzüge sind etwas anderes. uff!
meine tochter hingegen fragt mich welchen nagellack sie nehmen soll, was sie anziehen soll, fragt mich nach make up...
keine ihrer freundinen fragt "ey was ist mit deinem papa ? " auch die freunde meines sohnes nicht.
und was hatte ich ängste deswegen.
anbei weiß mein sohn sehr wohl was mit mir ist, er nimmt rücksicht, sieht das weibliche an mir.
in den dialog zu treten ist für beide nicht einfach, aber sie akzeptieren mich ohne zweifel so wie ich bin.
ein familienhelfer kommt ab und zu zu uns, ich mag ihn ganz und gar nicht.
steif wie ein brett und obendrein unsympathisch, war meinereseits ein fehler nach unterstützung für die kinder zu suchen.
das hätte besser laufen sollen, frauen sind in diesem job besser, einfühlsamer.
meine kinder kommen besser damit zurecht als gedacht, ich bin diejenige die sich zu viele gedanken macht.
ich lasse langsam (sehr langsam) los was ander über mich denken könnten.
vergesse das ich geschminkt bin, denke ich mehr darüber nach was ich trage....
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auch wenn ich mich nach aufmerksamkeit und zärtlichkeiten sehne.
aber den stress gebe ich mir nicht mehr, bei allem respekt denen gegenüber die in einer beziehung leben.
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Jasmine
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Re: Der innere Kampf
Vielen Dank für deinen Lebenslauf,
herzlich willkommen in diesem schönen Forum.
Schön das du den Weg in dieses Forum gefunden hast.
Liebe Grüße Jasmine
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Der innere Kampf
Hi MJP,
Pass' auf Dich auf.
Auch ich habe dieses Hin und Her als massive Belastung empfunden. Aber bei mir passt weder Hin noch Her. Jede medizinische Maßnahme wäre falsch für mich. DIe Belastung steckt nur in meinem Kopf, sonst niergends. Ich sehe es genau so, wie es Vanessa beschreibt. Bevor Du endgültige Maßnahmen ernsthaft in Erwägung ziehst, musst Du für Dich klären, dass diese Maßnahmen eine Lösung für Dich darstellen. Nur weil Du jetzt an Deiner Situation zweifelst, ist das kein Garant, dass Du mit medizinischen Maßnahmen zufrieden sein wirst. Auch Depression und Burnout sind keine verlässlichen Anzeiger.MJPCologne hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 21:36 Weil ich dieses hin und her einfach nur noch als Belastung empfinde.
Pass' auf Dich auf.
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
Vicky
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ExuserIn-2020-03-10
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Re: Der innere Kampf
Hallo MJP, mir ging es vor Jahren genauso, diese Hin-und-Her, jeden morgen aufwachen mit 50% Chance unglücklich über das eigene Geschlecht zu sein, das machte mich fertig. Für mich wäre damals die Transition genausowenig in Frage gekommen, da ich ja dann 50% Chance gehabt hätte, als Frau unglücklich zu sein, weil mir die männliche Seite gefehlt hätte.MJPCologne hat geschrieben: Fr 1. Nov 2019, 21:36 Weil ich dieses hin und her einfach nur noch als Belastung empfinde. Es macht mich fertig. Ich wünschte mir ganz genau zu wissen was ich bin, damit ich endlich Frieden mit mir selbst schliessen kann.
Wie bin ich da rausgekommen aus dem Irrsin - ich habe an mir festgestellt dass ich in der Mitte zwischen Mann und Frau bin. Das hat allerdings ca. 6 Jahre Therapie benötigt um zu merken, dass ich beide Seiten leben muss um für mich zufrieden und glücklich zu sein. Seitdem ich das so lebe, bin ich tatsächlich ausgeglichener. Allerdings darf man da keinen 'Transgender-freundlichen' Therapeuten nehmen, sonst ist die Gefahr einer einseitigen Entscheidung groß.
Vielleicht hilft es dir als Denkanstoß bei der Frage "was bin ich" etwas weiter.. man kann auch ein "dazwischen" sein
Liebe Grüße,
Ute
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Helga
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Re: Der innere Kampf
Hallo MJP,
immer positiv denken!
Die beiden wichtigsten Schritte hast du bereits hinter dir.
1. Du hast deine weibliche Seite zugelassen.
2. Du hast dich hier im Forum angemeldet.
Über Hormontherapie oder Gaop solltest du jetzt nicht ernsthaft nachdenken, sondern erkunden wieviel Raum deine weibliche Seite benötigt. Wie von meinen Vorschreiberinnen erläutert gibt es auch einen Weg dazwischen. Meine weibliche Seite ist recht bescheiden und damit zufrieden wenn ich sie alle 2-4 Wochen mal rauslasse, dazwischen aber viel an sie denke.
Bist du schon "en femme" rausgewesen? Wenn nicht dann wird es jetzt höchste Zeit. Probieren geht über Studieren.
Liebe Grüße
Helga
immer positiv denken!
Die beiden wichtigsten Schritte hast du bereits hinter dir.
1. Du hast deine weibliche Seite zugelassen.
2. Du hast dich hier im Forum angemeldet.
Über Hormontherapie oder Gaop solltest du jetzt nicht ernsthaft nachdenken, sondern erkunden wieviel Raum deine weibliche Seite benötigt. Wie von meinen Vorschreiberinnen erläutert gibt es auch einen Weg dazwischen. Meine weibliche Seite ist recht bescheiden und damit zufrieden wenn ich sie alle 2-4 Wochen mal rauslasse, dazwischen aber viel an sie denke.
Bist du schon "en femme" rausgewesen? Wenn nicht dann wird es jetzt höchste Zeit. Probieren geht über Studieren.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.