Wie gehen, hier die jüdisch basierten monotheistische Religionen und queeres Leben zusammen?
https://www.taz.de/Queer-und-glaeubig/!5593401/
*von mir geänderte WortwahlIn Berlin knüpfen jüdische, christliche und muslimische Queers beim gemeinsamen Fastenbrechen im Ramadan neue Netzwerke.
Noemi hat viel verloren in ihrem Leben. Wegen einer Hungersnot musste sie aus ihrer Heimat fliehen, in der Fremde verlor sie Söhne und Ehemann. Das Leben gibt ihr nichts mehr, sie will zurück in die Heimat, um dort zu sterben; ihre Schwiegertöchter drängt Noemi, sich neu zu verheiraten. Doch Ruth liebt ihre Schwiegermutter, sie will keinen Mann: "Dränge mich nicht, dich zu verlassen! Wohin du gehst, dahin gehe auch ich, wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk, dein Gott ist mein Gott. Gott soll mir dies und das antun — nur der Tod wird mich von dir scheiden."
Im Gemeindesaal der katholischen Sankt-Augustinus-Kirche unweit des legendären Ostberliner Sonntags-Clubs in Prenzlauer Berg erzählt die jüdische Kantorin Jalda Rebling die biblische Geschichte von Noemi und Ruth, denn "zwischen den Zeilen ist hier viel Platz für meine Erfahrung als lesbische Jüdin". Vor 25 Jahren habe auch sie gedacht, das Leben gebe ihr nichts mehr: "Noch die Kinder großziehen, dann war"™s das." Bis sie sich verliebt, erzählt Rebling: in eine Frau.
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Gemeinsam mit queeren Vereinen und Studierendengemeinden lud die interreligiöse Initiative Café Abraham vergangenen Donnerstag anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Trans- und Biphobie und des Fastenmonats Ramadan dazu ein, beim gemeinsamen Fastenbrechen über die Rechte, Selbstverständnisse und Erfahrungen von LGBTI*s in Islam, Christen- und Judentum zu sprechen.
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Säkularistische LGBTI*s und orthodoxe Religionsdeuter*innen fordern oft ein Entweder-oder...: entweder queer oder rechtgläubig.
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Erst europäische Kolonisierungsbewegungen hätten die systematisch ausgrenzende Gesetzgebung in (außereuropäische)* Gesellschaften gebracht. Die Befreiung von postkolonialer Abhängigkeit könnte so mit der Befreiung von LGBTI*s einhergehen,...
Sie wisse aus eigener Erfahrung, dass die doppelte Verunsicherung von queerer und Migrationserfahrung es vielen jüdischen und muslimischen LGBTI*s schwermache, ihren Platz in Deutschland zu finden, sagt eine aus der Sowjetunion stammende Berlinerin. Die junge jüdische Generation könne darum besonders dankbar sein, was Vorgänger*innen wie Jalda Rebling hier geleistet haben. Rebling gibt zu bedenken, dass der Einfluss von Populisten in der Welt wachse. Es sei bezeichnend, dass Autoritäre möglichst rasch die Rechte von LGBTI* einschränkten, oftmals unter religiösen Vorzeichen: "Wir haben viel erreicht, müssen aber immer weiter kämpfen."