"Acceptance", ein Spiel über trans Herausforderungen
-
Jaddy
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 4108
- Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
- Geschlecht: a_binär / a_gender
- Pronomen: en/en/ens
- Wohnort (Name): nahe Bremen
- Hat sich bedankt: 325 Mal
- Danksagung erhalten: 1436 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
"Acceptance", ein Spiel über trans Herausforderungen
In einem Blog-Artikel schildert Margaret Evans, wie ihr ein Spiel bei der Selbstfindung half. Acceptance soll eigentlich Cis-Menschen einen Eindruck von den Schwierigkeiten von Transpersonen aufzeigen. Die Spiel-Autorin, Laura Kate Dale, hat es als freies Spiel auf itch.io veröffentlicht.
Ganzer Artikel: https://www.polygon.com/2019/4/12/18306 ... ity-gender
Ganzer Artikel: https://www.polygon.com/2019/4/12/18306 ... ity-gender
-
ExuserIn-2020-07-10
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 388
- Registriert: Sa 2. Feb 2019, 15:41
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: "Acceptance", ein Spiel über trans Herausforderungen
Das Spiel zeigt wirklich nur das Worstes-Case-Szenario und spielt mit vielen Klischees.
Zum Beispiel ist die Herrentoilette sehr schmutzig wenn man als trans Frau da reingeht. Als trans Mann hingegen ist die Toilette sauber.
Vielleicht ist das gut für Cis Personen die davon keine Ahnung haben um da mal ein Gefühl zu bekommen für. Aber ich empfinde solche negativen Spiele genauso wie viele LGBT+ Filme einfach als Worst-Case-Szenarien, die so nicht viel mit der Realität zu tun haben. Solche Filme haben mich sehr davon abgehalten mich früher zu öffnen, weil sie mir zeigten das ich dafür wie ich bin nur schlecht behandelt werde kann. Und das ist genau mein Punkt. Vielleicht schaffen solche negativ Medien Betroffenheit bei den Unbetroffenen aber es überdramatisiert und schürrt Angst bei denen die (LGBT+) sich öffnen möchten.
Stattdessen ballen sie die Faust und scheinen sich vor der bösen Gesellschaft verteidigen zu müssen. Dabei ist die viel weiter.
Dafür Zeigt das Spiel aber auch gut wie stark der Fokus bei manchen auf das Negativ sein kann. Dadurch das trans Personen sehr sensibel auf Geschlecht und Gender im Alltag reagieren, sehe sie auch viel eher Dinge die gar nicht so gemeint sind oder die vielleicht gar nicht gesagt wurden.
Für mich selbst habe ich das Spiel erst als Genderidentität "Mann" durchgespielt und dann als "Frau". So war das für mich auch am Stimmigsten. Als Frau habe ich mich selbst am umwohlsten gefühlt. Besonders so Dinge wie Perücke, Brustform und Kleid bzw. Rock würde ich niemals öffentlich tragen wollen. Es wäre mir unangenehm. Selbst in meiner Transitionszeit fühlte es sich einfach super an einen weiblichen Körper zu haben aber relativ butchig rumzulaufen und einfach nur die Möglichkeit zu haben auch mal in ein Kleid wechseln zu können. Mit einem weiblichen Körper habe ich mich damals unglaublich frei in meinen tun erlebt. Ich konnte halt durch alle Abteilungen shoppen ohne das jemand doof geguckt hätte.
Zum Beispiel ist die Herrentoilette sehr schmutzig wenn man als trans Frau da reingeht. Als trans Mann hingegen ist die Toilette sauber.
Vielleicht ist das gut für Cis Personen die davon keine Ahnung haben um da mal ein Gefühl zu bekommen für. Aber ich empfinde solche negativen Spiele genauso wie viele LGBT+ Filme einfach als Worst-Case-Szenarien, die so nicht viel mit der Realität zu tun haben. Solche Filme haben mich sehr davon abgehalten mich früher zu öffnen, weil sie mir zeigten das ich dafür wie ich bin nur schlecht behandelt werde kann. Und das ist genau mein Punkt. Vielleicht schaffen solche negativ Medien Betroffenheit bei den Unbetroffenen aber es überdramatisiert und schürrt Angst bei denen die (LGBT+) sich öffnen möchten.
Stattdessen ballen sie die Faust und scheinen sich vor der bösen Gesellschaft verteidigen zu müssen. Dabei ist die viel weiter.
Dafür Zeigt das Spiel aber auch gut wie stark der Fokus bei manchen auf das Negativ sein kann. Dadurch das trans Personen sehr sensibel auf Geschlecht und Gender im Alltag reagieren, sehe sie auch viel eher Dinge die gar nicht so gemeint sind oder die vielleicht gar nicht gesagt wurden.
Für mich selbst habe ich das Spiel erst als Genderidentität "Mann" durchgespielt und dann als "Frau". So war das für mich auch am Stimmigsten. Als Frau habe ich mich selbst am umwohlsten gefühlt. Besonders so Dinge wie Perücke, Brustform und Kleid bzw. Rock würde ich niemals öffentlich tragen wollen. Es wäre mir unangenehm. Selbst in meiner Transitionszeit fühlte es sich einfach super an einen weiblichen Körper zu haben aber relativ butchig rumzulaufen und einfach nur die Möglichkeit zu haben auch mal in ein Kleid wechseln zu können. Mit einem weiblichen Körper habe ich mich damals unglaublich frei in meinen tun erlebt. Ich konnte halt durch alle Abteilungen shoppen ohne das jemand doof geguckt hätte.
-
Jaddy
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 4108
- Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
- Geschlecht: a_binär / a_gender
- Pronomen: en/en/ens
- Wohnort (Name): nahe Bremen
- Hat sich bedankt: 325 Mal
- Danksagung erhalten: 1436 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: "Acceptance", ein Spiel über trans Herausforderungen
Wir sind ja auch nicht frei von Voreingenommenheit. Die Wahrnehmung wird durch die Erwartung beeinflusst. Einen "falschen" Ort, der dem innerstes Gefühl widerstrebt, wird eins vermutlich negativer wahrnehmen, als einen, an dem es sich stimmig anfühlt.Toni Smith hat geschrieben: Mi 17. Apr 2019, 10:22Das Spiel zeigt wirklich nur das Worstes-Case-Szenario und spielt mit vielen Klischees. Zum Beispiel ist die Herrentoilette sehr schmutzig wenn man als trans Frau da reingeht. Als trans Mann hingegen ist die Toilette sauber.
Ein wichtiger Punkt. Ich hab meine Dosis an negativer Stimmung aus den "eigenen Reihen" auch runter gedreht, bervor sie meine Sicht auf die Welt zu sehr trübt. Aber ich sag mal so: Ich kann das auch einfach tun, weil meine persönliche Situation so pervers privilegiert ist, dass ich viele Erfahrungen gar nicht (mehr) machen werde.Toni Smith hat geschrieben: Mi 17. Apr 2019, 10:22Vielleicht schaffen solche negativ Medien Betroffenheit bei den Unbetroffenen aber es überdramatisiert und schürrt Angst bei denen die (LGBT+) sich öffnen möchten.
Stattdessen ballen sie die Faust und scheinen sich vor der bösen Gesellschaft verteidigen zu müssen. Dabei ist die viel weiter.
Dafür Zeigt das Spiel aber auch gut wie stark der Fokus bei manchen auf das Negativ sein kann. Dadurch das trans Personen sehr sensibel auf Geschlecht und Gender im Alltag reagieren, sehe sie auch viel eher Dinge die gar nicht so gemeint sind oder die vielleicht gar nicht gesagt wurden.
Ich kenne allerdings Menschen mit einem ganz anderen Leben, das schon ohne den Genderkram schwer genug wäre. Die müssen um alles kämpfen, sowohl materiell, als auch ideell im Zusammenleben mit Familie, Job, etc. und dabei versuchen seelisch einigermassen über die Runden zu kommen. Die fühlen sich wegen erlebter Ablehnung aus dem Umfeld und verweigerten Hilfen durch "das System" ständig unter Beobachtung. Deshalb zehrt jede blöde Bemerkung mehrfach so stark an den Nerven und verstärkt die ohnehin vorhandenen Selbstzweifel, ob das alles so richtig ist mit Transition und hinwegsetzen über das zugeschriebene, antrainierte Geschlecht. Eine böse selbstverstärkende Wechselwirkung. Klar, dass diese Stimmen in social media deutlicher wahrgenommen werden, als jene, bei denen alles glatt läuft. Was sollten die auch posten, "Heute wieder nicht blöd angemacht worden"?
... oder Du hast gar nicht auf die Blicke geachtet, weil Dich ja niemand "enttarnen" konnte?Toni Smith hat geschrieben: Mi 17. Apr 2019, 10:22Für mich selbst habe ich das Spiel erst als Genderidentität "Mann" durchgespielt und dann als "Frau". So war das für mich auch am Stimmigsten. Als Frau habe ich mich selbst am umwohlsten gefühlt. Besonders so Dinge wie Perücke, Brustform und Kleid bzw. Rock würde ich niemals öffentlich tragen wollen. Es wäre mir unangenehm. Selbst in meiner Transitionszeit fühlte es sich einfach super an einen weiblichen Körper zu haben aber relativ butchig rumzulaufen und einfach nur die Möglichkeit zu haben auch mal in ein Kleid wechseln zu können. Mit einem weiblichen Körper habe ich mich damals unglaublich frei in meinen tun erlebt. Ich konnte halt durch alle Abteilungen shoppen ohne das jemand doof geguckt hätte.
Was wäre zum Beispiel so unwohl an Perücke oder Silikonbrüsten?
-
ExuserIn-2020-07-10
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 388
- Registriert: Sa 2. Feb 2019, 15:41
- Pronomen:
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: "Acceptance", ein Spiel über trans Herausforderungen
Jaddy hat geschrieben: Mi 17. Apr 2019, 12:43
... oder Du hast gar nicht auf die Blicke geachtet, weil Dich ja niemand "enttarnen" konnte?Toni Smith hat geschrieben: Mi 17. Apr 2019, 10:22Für mich selbst habe ich das Spiel erst als Genderidentität "Mann" durchgespielt und dann als "Frau". So war das für mich auch am Stimmigsten. Als Frau habe ich mich selbst am umwohlsten gefühlt. Besonders so Dinge wie Perücke, Brustform und Kleid bzw. Rock würde ich niemals öffentlich tragen wollen. Es wäre mir unangenehm. Selbst in meiner Transitionszeit fühlte es sich einfach super an einen weiblichen Körper zu haben aber relativ butchig rumzulaufen und einfach nur die Möglichkeit zu haben auch mal in ein Kleid wechseln zu können. Mit einem weiblichen Körper habe ich mich damals unglaublich frei in meinen tun erlebt. Ich konnte halt durch alle Abteilungen shoppen ohne das jemand doof geguckt hätte.
Was wäre zum Beispiel so unwohl an Perücke oder Silikonbrüsten?
Ich hab meine Kleidung nicht wirklich angepasst während meiner Transition. Heißt ich lief in den gleichen Jungsklamotten rum wie vorher auch. Allerdings wurde ich irgendwann einfach als Frau wahrgenommen. So war ich dann mal shoppen und bin in die Umkleide gegangen. Das die Umkleide nach Geschlechtern getrennt war, viel mir erst später auf. Ich kam also ohne Probleme in die Frauenumkleide.
Ich brauchte mich nicht schminken oder besondere Kleidung tragen. Es reichten längere Haare, ne Mütze oder nen Schal/Tuch und schon wurde ich als Frau gelesen. Brille und Bartepilation taten noch ihren Teil dazu bei.
Erst als ich mich mal im Sommer luftiger anzog, war es für mich ein Problem und ich bekam regelrechte Panikattacken.
Jetzt konnte ich mich nicht mehr hinter der Kleidung verstecken.
Brüste find ich generell nicht interessant. Ich hab meine Brüste teilweise sogar mit einem Binder abgebunden und das fühlte sich halt auch cool an einfach mal wieder ne flache Brust zu haben. Dann aber Abends den auszuziehen und einfach einen weiblichen Körper zu haben ist toll.
Silikonbrüste fänd ich daher erst recht merkwürdig.
Perücken habe ich mir ein paar zum Ausprobieren geholt, vor allem weil ich ab und an gerne lange Haare haben würde aber ich sie für dauerhaft zu pflegeintensiv finde und ich kurze Frauen Haarschnitte viel schöner finde.