Moin Anja,
habe jetzt etwa ich mit meiner kritischen Haltung gegenüber einer HRT Dein Interesse an Enbys (nicht-binären Menschen) geweckt?
Mir kommt da gerade ein ganz anderer Aspekt in den Kopf, der erklären könnte, warum ich mit "echten" Trans-Frauen so leicht aneinander gerate. Vielleicht muss man ein gutes Stück neben dieser streng binär - also in Mann und Frau - gegliederten Gesellschaft stehen um den üblichen Trans-Weg so vehement wie ich in Frage zu stellen. Wer sich dieser Gesellschaft zugehörig fühlt, wird auch eher deren Regeln und Vorstellungen entsprechen wollen. Und wenn es dann mit dem einen Geschlecht nicht funktioniert, bleibt nur das andere. Stehe ich aber komplett neben der Gesellschaft, brauchen mich die Geschlechterrollen nicht zu interessieren.
Und wenn diese deshalb auch in meinem Gefühlsleben keinen Platz haben, warum soll ich dann die eine oder die andere komplett ausleben wollen? Vielleicht ist das der Grund dafür, dass ich mich nicht vollständig als Frau fühle. Und irgend etwas an meinem Körper verändern, nur damit ich irgendwo hin passe, würde bedeuten meine Freiheit aufzugeben.
Also mache ich einfach das, was ich schon in meiner Jugend gemacht habe: Ich lasse die Haare wachsen. Und dann ziehe ich alle Sachen an, die für mich in der langen Zeit als "richtiger" Mann nicht erlaubt waren. Und wem das jetzt nicht passt, der soll weg sehen.
LG Nicole