Ehe/Partnerschaft/Beziehung
Ehe/Partnerschaft/Beziehung

Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
Rose
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 97
Registriert: Di 20. Jan 2015, 10:35
Geschlecht: Beides
Pronomen: Immer mehr Sie
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Ehe/Partnerschaft/Beziehung

Post 1 im Thema

Beitrag von Rose »

Ich weiß jeder Mensch denkt und fühlt anders.
Ich habe gestern mit meiner Frau über das Thema Trans sein gesprochen. Am Ende meinte sie nur, jede andere Frau wäre schon lange weg. Sie könnte sich nicht vorstellen das viele Frauen das mitmachen würden.
Da ich ja selber zwar nicht am Anfang stehe. Aber auch nicht am Ende vom Weg angekommen bin, stellt sich mir die Frage: Hat sie recht? Lasse ich mich erpressen? Ist das eine Feststellung?
Fragen über Fragen.
Gibt es wirklich so wenige Beziehungen die das vom Anfang bis Ende überstehen.
Wie war das bei euch? Ab wann war bei euch der Bogen überspannt?.
Ich würde mich sehr freuen wenn wenn viral Antworten würden, wo es geklappt hat. Aber ich würde auch gerne die Erfahrungen lesen von Beziehungen die es leider nicht überstanden haben.
Mir ist bewußt das es kein Zauberspruch oder ein Rezept gibt.
Ich würde nur gerne wissen ob meine Frau damit recht hat.

Ich bin schon echt gespannt auf eure Beiträge. Ich danke euch schon einmal das Ihr mich teilhaben lasst an den Erfahrungen die Ihr gemacht habt.

LG Rose
Jeder sollte so leben wie er will.
ExuserIn-2018-12-30
Beiträge: 56
Registriert: Di 24. Jul 2018, 07:30
Geschlecht: w
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ehe/Partnerschaft/Beziehung

Post 2 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-12-30 »

Ob Deine Frau Recht hat oder nicht, weiß ich nicht, sie spricht jedenfalls für sich selber und sieht es so.
Für mich ist und bleibt TS eine Qual. Nach meiner Erfahrung, auch persönlichen Erfahrung, ist es so, dass sich bei einer vorher intakten Partnerschaft die Partnerin meist alle erdenkliche Mühe gibt, den Weg mitzugehen. Sie will es wirklich! Und sie bemüht sich nach Kräften. Aber oftmals schafft sie es nicht. Dieser Drahtseilakt zwischen Gefühl und Vernunft, zwischen Ratio und Emotion gelingt häufig auf die Dauer nicht, was nicht heißt, dass man es nicht versuchen sollte.

Man selber fühlt sich in der Verantwortung, stellt sich immer wieder die Frage, inwieweit man Rücksicht nehmen muß und auch kann. Vielleicht ist es letztendlich auch eine Frage des Alters, wie viel Lebenszeit man noch glaubt, vor sich zu haben.

Am Ende trägt man aber auch für sich Verantwortung, man hat nicht mehrere Leben, nur dieses eine.
Bea Magdalena
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1224
Registriert: Sa 30. Dez 2017, 19:27
Geschlecht: gefühlt weiblich
Pronomen: Am liebsten sie
Hat sich bedankt: 23 Mal
Danksagung erhalten: 3 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ehe/Partnerschaft/Beziehung

Post 3 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena »

Hallo Rose,

wenn sich immer nur ein Partner durchsetzt, wird eine Ehe nicht lange funktionieren. Jeder gibt etwas nach und beide treffen sich in in einem für beide akzeptablen Bereich.
Bei diesem Thema sehe ich das genauso.
Wir sind jetzt 35 Jahre verheiratet, das ist weit mehr als mein halbes Leben, und wir lieben uns immer noch. Das will ich nicht aufgeben, da müsste schon mein innerer Druck explodieren. Meine Frau bestimmt mit, wenn ich mich in kleinen Schritten vorwärts taste.
Ob das "Ende des Weges" auch das für mich richtige Ende ist, weiss ich nicht, aus jetziger Sicht wohl eher nicht.
Abendfüllende Diskussionen über Trans hatten wir bisher nie, sondern oft und "scheibchenweise".

Ist jetzt leider kein Erfahrungsbericht, eher meine Einstellung.

Liebe Grüße
Bea
ich bin keine Frau, leider
und werde bedauerlicherweise auch nie eine Frau (100%) werden können.
Aber: ich fühle mich als Simulation einer Frau und dabei bin ich mega glücklich!
Viktoria-TV
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 445
Registriert: Mo 2. Sep 2013, 09:40
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen:
Wohnort (Name): 47xxx
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Ehe/Partnerschaft/Beziehung

Post 4 im Thema

Beitrag von Viktoria-TV »

Hallo

Meine Frau gibt sich viel Mühe und versucht mich zu unterstützen. Ich bin ja teilzeitfrau und hab kein Interesse das Geschlecht vollständig zu wechseln. Dennoch ist es für meine Frau auch nicht leicht. Es gibt Phasen da hat sie kein Problem mit dem Thema und ist neugierig und es gibt Phasen da belastet sie das Thema sehr.

Im Prinzip gibt es für uns ein paar Regeln. Offenheit und Absprachen. Zudem will sie auch noch ihren Mann haben. Es ist halt ein ständiges austarieren von Interessen. Bisher funktioniert das.

Lg
Viktoria
I`m not ashamed to dress "like a woman" because I don`t think it's shameful to be a woman. - Iggy Pop -
Michelle_Engelhardt
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4016
Registriert: Mi 27. Aug 2014, 14:15
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Dortmund
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ehe/Partnerschaft/Beziehung

Post 5 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Unsere Ehe ist gescheitert. Es war alles mehr oder weniger ok bis zu dem Punkt, an dem mir klar war, das es mir nicht um den Spaß an der Verwandlung geht, sondern das da eben sehr viel mehr dahinter steckt.....eben meine Transidentität. Als ich meine Frau damit konfrontierte, das ich fortan als Frau leben will / muss, dauerte es nur noch 8 Monate bis zu ihrem Auszug. Ich nehme es ihr nicht übel, im Gegenteil habe ich Verständnis für sie. Ich weiß nicht, ob ich damit klar gekommen wäre, wenn sie mir erklärt hätte, das sie fortan als Mann leben möchte.
Viele Menschen sind dem Thema Trans, in welcher Form auch immer, ziemlich offen und tolerant eingestellt.....die meisten allerdings nur solange sie nicht selbst betroffen sind.

"Trans? Na klar...finde ich toll wenn jemand so lebt wie er sich fühlt......aber bitte nicht mein Mann / meine Frau"

Meine Frau und ich (wir sind nach wie vor verheiratet) führen heute eine ausgesprochen schöne Freundschaft, sind aber eben kein Paar mehr. Sie lebt mit ihrem Freund zusammen.....übrigens ein Kleingeist, in dessen Augen ich eine, Zitat, schwule Tunte, bin. Es gibt in diesem Forum aber auch Beispiele, das eine Ehe funktionieren kann.....wobei es natürlich ein gewaltiger Unterschied ist, ob ein Partner hin und wieder in die Rolle des anderen Geschlechts schlüpft oder dauerhaft in dieser lebt.
Ich denke es gibt da kein Patentrezept, dafür sind Menschen zu individuell.

Liebe Grüße
Michelle
Zuletzt geändert von Michelle_Engelhardt am So 19. Aug 2018, 11:16, insgesamt 1-mal geändert.
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!

Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
Jasmine
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 6443
Registriert: Di 16. Jul 2013, 08:25
Pronomen: sie
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 3 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ehe/Partnerschaft/Beziehung

Post 6 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Bei meiner Menalee und mir funktioniert es wunderbar, sie hat mich so akzeptiert wie ich bin und unterstützt mich täglich aufs neue. Dafür bin ich ihr sehr dankbar. Aber auch das ist kein Selbstläufer. Wir reden viel miteinander und machen viel zusammen. Freunde von uns sagen manchmal: wir sind unzertrennlich. Vielleicht hat auch viel dazu beigetragen, welche Probleme wir zusammen durchgestanden haben. Wir sind glücklich und versuchen wenn Probleme sich ankündigen diese bereits frühzeitig zu lösen.
Liebe Grüße Jasmine
Diana.65
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1303
Registriert: Mo 2. Mai 2016, 00:27
Geschlecht: TG MzF
Pronomen: du
Wohnort (Name): Rudolstadt
Hat sich bedankt: 474 Mal
Danksagung erhalten: 175 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ehe/Partnerschaft/Beziehung

Post 7 im Thema

Beitrag von Diana.65 »

Hallo Rose.

Ich kann mich da dem bereits Gesagten anschließen. Ich bin ja auch gerade dabei, mich in meinem Umfeld zu outen. Zwar bisher erst mal als Crossdresser. Aber wer weiss schon, wo der Weg mich mal noch hinführen wird. Meine Frau hat da bis jetzt ein großes Problem damit.
Michelle_Engelhardt hat geschrieben: So 19. Aug 2018, 09:38 ...Als ich meine Frau damit konfrontierte, das ich fortan als Frau leben will / muss, dauerte es nur noch 8 Monate bis zu ihrem Auszug. Ich nehme es ihr nicht übel, im Gegenteil habe ich Verständnis für sie. Ich weiß nicht, ob ich damit klar gekommen wäre, wenn sie mir erklärt hätte, das sie fortan als Mann leben möchte.
Viele Menschen sind dem Thema Trans, in welcher Form auch immer, ziemlich offen und tolerant eingestellt.....die meisten allerdings nur solange sie nicht selbst betroffen sind.

"Trans? Na klar...finde ich toll wenn jemand so lebt wie er sich fühlt......aber bitte nicht mein Mann / meine Frau"
...
Ich denke es gibt da kein Patentrezept, dafür sind Menschen zu individuell.
...
Den Worten von Michelle kann ich mich voll anschließen, da es bei meiner Frau fast Wortgleich rüber kam. Sie steht den Sachen eigentlich offen gegenüber, da es aber jetzt ihr Mann ist, ist es schon wieder ganz anders. Da kommen dann die Gefühle in der Partnerschaft zum Tragen. Wie, und wie weit sie meinen künftigen Weg mitgeht, kann ich noch nicht sagen. Bei einem unserer Gespräche in den letzten Wochen kam von ihr dann auch mal die Bemerkung, dass bei 'so was' ja eh die meisten Beziehungen in die Brüche gehen. Hier im Forum gibt es ja aber auch genug Beispiele, wie es weiter gut funktionieren kann.
Für meine Beziehung hoffe ich noch auf einen für beide akzeptablen gemeinsamen Weg.

Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag.

Liebe Grüße,
Diana.
Ich bin und bleibe ich.
Und ... genieße mein neues Leben.
heike65

Re: Ehe/Partnerschaft/Beziehung

Post 8 im Thema

Beitrag von heike65 »

Also ich gehöre wohl zu den wenigen glücklichen die da keine Probleme haben.
Meine Frau hat da keine grösseren Probleme, es fällt ihr zwar noch manchmal mich unbekannten als meine Frau vorzustellen, Heike geht aber easy, meinen alten Vornamen habe ich schon lange nicht mehr aus ihrem Mund gehört. Wir sind aber auch 34 Jahre ein Paar und ich habe ihr von Beginn unserer Beziehung nichts verschwiegen, sie wusste immer das ich eine feminine Seite habe, das die mal so sehr in den Vordergrund rückt war uns beiden nicht bewusst und eine Entwicklung über viele Jahre, ums konkret zu sagen, zwischen meiner ersten weiblichen Unterwäsche (die sie mir geschenkt hat) bis zum ersten mal en femme in die Öffentlichkeit lagen ca 15 Jahre, aber nicht weil sie Probleme damit hatte, es war mein Tempo, vielleicht ging es deshalb auch so gut.
Es geht also durchaus, ich denke aber das wichtigste ist von vornherein ehrlich zu sein.
Edit: ich werde vermutlich den ganzen Weg gehen incl GaOp, in Abstimmung mit meiner Frau.

Liebe Grüße
Heike
Zuletzt geändert von heike65 am So 19. Aug 2018, 10:25, insgesamt 1-mal geändert.
Michelle_Engelhardt
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 4016
Registriert: Mi 27. Aug 2014, 14:15
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Dortmund
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ehe/Partnerschaft/Beziehung

Post 9 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Sehr gewichtig ist natürlich auch die Frage, ob es "nur" äußerliche Aspekte sind (Kleidung, MakeUp, etc.) oder ob medizinische Dinge mit ins Spiel kommen (hormonelle und operative Veränderungen). Ich weiß nicht welchen Weg Du einschlagen möchtest, Rose. Als Geschlecht gibst Du "beides" an, scheinst also selbst noch nicht so genau zu wissen, wohin Dein / Euer Weg führen wird.

Liebe Grüße
Michelle
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!

Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 26979
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 176 Mal
Danksagung erhalten: 1985 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ehe/Partnerschaft/Beziehung

Post 10 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
jede andere Frau wäre schon lange weg.
JEDE ist schon falsch. Meine Frau hat sie jedenfalls nicht gefragt. Sie hätte ihr eine ganz andere Antwort gegeben, findet sie doch "so wie es bei uns ist" als Bereicherung.
Zu dieser Bereicherung gehört nicht nur "meine Entwicklung", sondern auch der Kontakt zu anderen Menschen, die wir als Freunde gewonnen haben, weil es ist wie es ist und wir z.B. zusammen die Selbsthilfegruppe besuchen, am Forumtreffen teilgenommen haben...

Ich kenne auch andere Paare, die die oben zitierten Aussage nicht bestätigen. Allerdings gibt es auch Paarbeziehungen, die so einer Entwicklung nicht standgehalten haben.


Gruß
Anne-Mette
ExUserIn-2026-01-22
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2302
Registriert: So 26. Sep 2010, 15:55
Geschlecht: Männlich
Pronomen: angekommen als Frau
Wohnort (Name): Plauen
Hat sich bedankt: 505 Mal
Danksagung erhalten: 1061 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ehe/Partnerschaft/Beziehung

Post 11 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-01-22 »

Rose hat geschrieben: So 19. Aug 2018, 06:39 Ich habe gestern mit meiner Frau über das Thema Trans sein gesprochen. Am Ende meinte sie nur, jede andere Frau wäre schon lange weg. Sie könnte sich nicht vorstellen das viele Frauen das mitmachen würden.
Hallo Rose,
da ich Single bin, kann ich dir leider nichts zum "CDsein in einer Partnerschaft" schreiben. Dennoch möchte ich etwas zu dem hervorgehobenen Satz in deinem Zitat schreiben:

In meinem weibl. Freundkreis kennen mich viele als "Trans Jennifer" und finden das völlig ok - natürlich solange das Verhältnis auf Freundschaft basiert. Unsere Mädelsclique findet es immer toll, wenn man sich zusammen trifft, Kaffeetrinken oder Shoppen geht oder was man unter Frauen eben noch so alles macht. Jedoch ist der Punkt folgender: Freundschaft und Beziehung. Ich hatte dieses Thema schon länger in unserer Runde zur Sprache gebracht und wollte einfach mal wissen, welche Frau sich eine Transe in der Partnerschaft mit Liebe, Lust und Sex vorstellen kann. Das Ergebnis: niemand.

Für mich ist das ok und finde es schon super schön, wenn man ein freundschaftliches Verhältnis führt und von den Bio-Frauen/Freundinnen als Transe oder sogar als Frau angesehen wird - wie eben in meinem Fall. Jedoch würde niemand so weit gehen und einen Mann in Damenmode, entweder zum Ehemann oder in einer festen Beziehung, haben wollen.

Mir sagt das eines: Freundschaft ist ok - Liebe geht aber nicht.

Jennifer
=================================

Aktueller Beziehungsstatus: Jennifer ist verliebt !-!-!

=================================
FallenMycraft

Re: Ehe/Partnerschaft/Beziehung

Post 12 im Thema

Beitrag von FallenMycraft »

Hallo zusammen.

Ich kann hier ja nur von meiner Liebsten und mir sprechen. Ich bin ja noch nicht ganz so lange dabei, allerdings haben wir schon über so einige Eventualitäten gesprochen. Natürlich würde meine Frau traurig sein, wenn sie irgendwann nur noch ihre Ehefrau hätte und der Ehemann ganz verschwinden würde. Es hat sich aber gezeigt, dass sie auch diesen Weg gehen würde.

Aktuell sieht es aber eher so aus, dass sie mit Daniela einfach nur eine Ehefrau dazu bekommen hat. Und damit hat sie überhaupt kein Problem. Aus dieser Situation heraus (TzF), haben wir natürlich ein paar Regeln zusammen festgelegt, damit das Crossdressing den Alltag nicht negativ beeinflusst. Aber das hat sich genauso angefühlt wie bei allen anderen Themen auch.

Ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen kann ich aber sagen, dass wir Daniela auch schon ein bisschen ins Sexualleben integriert haben. :D

Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass sie sich beim Kennenlernen so für mich, als Mann und Frau, entschieden hätte. Da wir das aber gemeinsam entwickeln, funktioniert das bei uns wunderbar.

LG Daniela (flow)
ExUserIn-2026-04-08
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3891
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Pronomen:
Hat sich bedankt: 142 Mal
Danksagung erhalten: 1029 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ehe/Partnerschaft/Beziehung

Post 13 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Du wirst hier wahrscheinlich keine echte tendenzaussage bekommen, aber wie Anne-Mette schon schrieb: "jede Frau" ist sicher der falsche Ausdruck. Jedoch fallen viele Frauen in der Kommunikation gerne in einen "Absolutheits- oder Übertreibenmodus". Evtl. muss man das nicht so ernst nehmen. Auch den Begriff "erpressen" ist vielleicht etwas übertrieben. Ich könnte mir vorstellen, dass Deine Frau ein deutliches Aufmerksamkeits- und Anerkennungsdefizit hat. Ich bin der Meinung, dass das ein wesentlicher Baustein meiner Ehe und der Akzeptanz meines "zwischen den Geschlechtern stehen" ist.

Ich habe ihr von Anfang an reinen Wein eingeschenkt und sie hat mich "trotzdem" oder vielleicht auch gerade deshalb geheiratet. Nicht das es ihr gefiele, aber ich bringe sicherlich einige Eigenschaftetn mit, die man so bei einem "Standardmann" nicht findet. Auch sind wir jenseits der 50 und unser Leben hat sich deutlich gewandelt. Die gemeinsame Nähe ist viel wichtiger als anderes. Auch der Sex hat eine andere Dimension bekommen. Vicky ist dabei, auch ohne es auszusprechen, deutlich präsent. Aber ich hatte auch vor Jahren eine Freundin, der war das Spüren des "Dochtes" elementar wichtig.

Wie Du schon schreibst, es ist individuell. Ratschläge sind auch nur Schläge heißt es, aber mir scheint es sehr wichtig, dass Du Dich jetzt nicht in den Vordergrund schiebst, sondern Deine Frau. Ich denke, wenn sie spürt, dass Du es ernst meinst, wird sie Dir auch entgegen kommen können. Es besteht sonst die Gefahr, dass sie in der Ecke steht und Angst haben muss, dass ihre eigenen Bedürfnisse unter den Tisch fallen. Dabei ist Ehrlichkeit sehr wichtig. Frauen können eine sehr feine Antenne haben...
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Céline
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2296
Registriert: Mi 11. Mär 2015, 07:39
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: Sie
Hat sich bedankt: 190 Mal
Danksagung erhalten: 363 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Ehe/Partnerschaft/Beziehung

Post 14 im Thema

Beitrag von Céline »

Hallo Rose,
Meine Situation sieht so aus das meine Frau mich vor sehr sehr vielen Jahren eigentlich als Crossdresser kennengelernt hat.Ich wusste ja selber Jahrzehnte nicht was mit mir los war und verdrängte alles so gut wie es nur ging und lebte meinen"Fetisch"wie ich immer dachte immer stundenweise und Wochenends hinter verschlossenen Türen aus.Meine Frau wusste es wollte mich aber eigentlich nie sehen.Es war im Grundegenommen eine sehr einsame Zeit mit vielen Ängsten entdeckt zu werden.Bis ca. 2015 als mir aus unerklärlichen Gründen immer schlechter ging und das erste Mal mit der Thematik in Kontakt kam und mir auf Anraten Hilfe suchte.
Dann kamm eins zum anderen,SHG Therapie und.....das erste Mal als Kelly raus.Das war der Moment an dem ich wusste:Ja das bin ich,ich werde diesen Weg gehen.Das erste Mal seit viele Jahren wieder wirklich glücklich und es ist schwierig zu beschreiben....ich habe mich selbst gefunden
Meine Frau aber, und das muss ich so auch ehrlich schreiben....für sie ging eine Welt unter!!!
Ihr Partner,ihr Mann ....wir werden alles verlieren.Sie sagte ich werde nicht mit einer Frau zusammenleben!!!Es wäre gelogen wenn ich sagen würde wir haben keine Probleme.
Ich versuchte und versuche immer noch mich in die gleiche Lage zu versetzen wen meine Frau Trans gewesen wäre,wie hätte ich reagiert,ich glaube ich hätte es nicht gekonnt.
Deswegen ging und gehe ich diesen Weg immer noch sehr sehr behutsam um meine Frau auf diesem Weg nicht zu verlieren und gehe auch notfalls mal einen Schritt zurück.Ich lebe inzwischen zwar ganz offiziell als Frau aber wenn es sein muss gehe ich mit meiner Frau auch mal ganz androgyn raus.So ging meine Frau immer einen kleinen Schritt nach dem anderen mit mir und macht Dinge mit die noch vor 2Jahren unmöglich erschienen.
Denn eines wollte ich von Anfang an nicht....die Liebe meines Lebens zu verlieren !!!
Ein Geheimnis besteht wahrscheinlich darin auch mal Kompromisse einzugehen und mit viel Geduld immer wieder" kleine Schritte"im Einverständnis zu gehen.Was auch sehr wichtig war das ich bei allen Freunden,Verwandten und Bekannten einfach nur Kelly bin und wir das gleiche Verhältnis zu(eigentlich jetzt viel besser😊)allen haben ohne ständig über die Thematik zu sprechen.
Ich will ja schließlich auch die nächste 30Jahre noch glücklich verheiratet sein und denke das gelingt uns auch
Euch noch einen schönen Sonntag
Liebe Grüße
Kelly
"Sprache und Worte können mich nicht verletzten...nur der Mensch und seine Absicht dahinter"
C.B.
MEL
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 739
Registriert: Mi 14. Sep 2011, 01:12
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen: Situationsbedingt
Wohnort (Name): 249..
Hat sich bedankt: 37 Mal
Danksagung erhalten: 10 Mal
Kontaktdaten:

Re: Ehe/Partnerschaft/Beziehung

Post 15 im Thema

Beitrag von MEL »

Moin und Hallo,

also ich kann mich den vorhergehenden Äusserungen nur anschliessen, im Besonderen,
was Michelle in ihrem posting niedergeschrieben hat!
Michelle_Engelhardt hat geschrieben: So 19. Aug 2018, 09:38 Unsere Ehe ist gescheitert. Es war alles mehr oder weniger ok bis zu dem Punkt, an dem mir klar war, das es mir nicht um den Spaß an der Verwandlung geht, sondern das da eben sehr viel mehr dahinter steckt.....eben meine Transidentität. Als ich meine Frau damit konfrontierte, das ich fortan als Frau leben will / muss, dauerte es nur noch 8 Monate bis zu ihrem Auszug. Ich nehme es ihr nicht übel, im Gegenteil habe ich Verständnis für sie. Ich weiß nicht, ob ich damit klar gekommen wäre, wenn sie mir erklärt hätte, das sie fortan als Mann leben möchte.
Viele Menschen sind dem Thema Trans, in welcher Form auch immer, ziemlich offen und tolerant eingestellt.....die meisten allerdings nur solange sie nicht selbst betroffen sind.

"Trans? Na klar...finde ich toll wenn jemand so lebt wie er sich fühlt......aber bitte nicht mein Mann / meine Frau"

Meine Frau und ich (wir sind nach wie vor verheiratet) führen heute eine ausgesprochen schöne Freundschaft, sind aber eben kein Paar mehr. Sie lebt mit ihrem Freund zusammen.....übrigens ein Kleingeist, in dessen Augen ich eine, Zitat, schwule Tunte, bin. Es gibt in diesem Forum aber auch Beispiele, das eine Ehe funktionieren kann.....wobei es natürlich ein gewaltiger Unterschied ist, ob ein Partner hin und wieder in die Rolle des anderen Geschlechts schlüpft oder dauerhaft in dieser lebt.
Ich denke es gibt da kein Patentrezept, dafür sind Menschen zu individuell.
Wir Menschen sind nun mal individuell und genau so unterschiedlich sind auch die Beziehungsgeflechte mit den
sie umgebenden bestimmenden Einflüssen und Faktoren.
In sofern kann auch kein Patentrezept an die Hand gegeben werden, wie Rose selbst schon richtig erkannt hat.

So gut meine Frau mit meiner weiblichen Seite auch klarkommt und mich unterstützt,
sie das als Bereicherung unserer Beziehung sieht und auch nach außen kommuniziert,
genauso wäre - aus ihrer heutigen Sichtweise - für sie nicht hinnehmbar,
wenn ich gänzlich in der weiblichen Rolle aufgehen würde. Sie möchte auf den Mann an ihrer
Seite nicht verzichten, was auch bei all unseren Unternehmungen immer auf der Agenda steht!

Elementar ist es, die Interessen des Partners in alle Überlegungen mit einzubeziehen,
ihm/ihr Zeit zu geben, sich an das "Neue, Unbekannte" heranzutasten und zu reflektieren,
sprich: Reden, reden, reden!

Was ich/wir im Laufe der Jahre feststellen konnten:
Was zu Beginn meines outings (Dez 2011) noch unvorstellbar erschien, wurde schon Monate später erträglicher,
man/Frau tastete sich ran, probierte sich aus, gewann im Laufe der Zeit mehr und mehr Zutrauen gepaart mit Selbstvertrauen,
wurde lockerer und begriff die gemeinsamen Mädelstage als absolute Bereicherung.
Wenn dann mal Konflikte zutage traten - wie ich hier auch schon berichtete - galt es, diese anszusprechen und
Lösungen zu erarbeiten!

Ganz wichtig ist uns auch der Austausch mit anderen, gerade unsere vielen Begegnungen mit betroffenen Paaren,
hier sei im Besonderen für meinen Schatz die Kommunikation von Frau zu (Bio)Frau erwähnt!
Daher können wir die Teilnahme an Stammtischen/SHG's nur wärmstens empfehlen und die Erfahrung zeigt,
dass viele Frauen, die mit der Offenbarung der weiblichen Seite des Partners zuvor eine unüberwindbare Wand
vor sich sahen, diese zunehmend zum Einsturz gebracht werden konnte/kann!

Und, wie ebenfalls schon anklang, mit zunehmendem Alter verschiebt sich die Wichtung der Interessen und
dies auch in sexueller Hinsicht, ohne dies hier vertiefen zu wollen.

Eine glückliche Beziehung lebt nun mal vom gegenseitigen Geben und Nehmen.

Euch einen schönen Sonntag

Steffi und Mel )))(:
Antworten

Zurück zu „Inter_, Trans_, Crossdresser: PartnerInnen und Beteiligte“