man liest häufiger von Forenmitglieder, wie sie sich fühlen, nachdem sie das erste Mal auf die Straße "getraut" haben. Wir lesen aber viel weniger darüber, wie sich das weiter entwickelt. Meine Idee ist, eine Sammlung von Erfahrungen zu haben, was es Euch längerfristig bedeutet, en femme auf die Straße zu gehen. Vermisst Ihr das Gefühl des Aufregenden oder ist eine Art "innere Ruhe" eingetreten ? Was hat es mit Euch gemacht ?
Meine Erfahrungen nach vielen Jahren des Experimentierens:
Am Anfang stand das Aufregende im Vordergrund und ich war sehr konzentriert auf mich. Langsam habe ich die Dosis gesteigert und mich immer mehr getraut. Vom einsamen Spaziergang im Wald unweit des Autos bis zum relativ selbstverständlichen Bewegen in der Öffentlichkeit für mehrere Tage im Urlaub. Während ich früher en femme nicht in der Lage war, etwas anderes zu tun (ständig der Blick im Spiegel und das Ausprobieren von neuen Dingen
Wenn der Punkt erreicht ist, an dem ich merke, dass es genug ist, kann ich mich dann auch wieder ruhig vom en femme sein lösen. Da lebe ich die "alternative Normalität" en homme. Aber das Gefühl en femme lebe ich bewusster und mit mehr Intensität, während en homme habe ich nicht wirklich das Gefühl ein Mann zu sein. Das ist eher eine Art "Grundzustand" ohne heraus ragende Gefühle.
So richtig weiß ich nicht, wer oder was ich eigentlich bin. Alles Grübeln und Nachdenken hat mir in dieser Frage nicht wirklich weiter geholfen. Deshalb gehe mehr und mehr dazu über, einfach das zu leben, was ich gerade spüre, das aber nicht als etwas Besonderes zu sehen.
Vielleicht liegt das Besondere für mich im Unspektakulären. Als Kind/Jugendlicher habe ich mir schon gewünscht, das Geschlecht wechseln zu können, ohne dass es jemand als etwas Außergewöhnliches betrachtet. Dem komme ich heute schon relativ nahe, auch wenn ich in vielen Bereichen noch sehr vorsichtig bin, weil ich der Welt (oder mir ?) noch nicht traue.
Wie seht Ihr Eure Situation ? Habt Ihr ähnliche oder ganz andere Sichtweisen ?