Wie verändern sich Eure Gefühle beim "Rausgehen"
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Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
ExUserIn-2026-04-08
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Wie verändern sich Eure Gefühle beim "Rausgehen"

Post 1 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Hallo in die Runde,

man liest häufiger von Forenmitglieder, wie sie sich fühlen, nachdem sie das erste Mal auf die Straße "getraut" haben. Wir lesen aber viel weniger darüber, wie sich das weiter entwickelt. Meine Idee ist, eine Sammlung von Erfahrungen zu haben, was es Euch längerfristig bedeutet, en femme auf die Straße zu gehen. Vermisst Ihr das Gefühl des Aufregenden oder ist eine Art "innere Ruhe" eingetreten ? Was hat es mit Euch gemacht ?

Meine Erfahrungen nach vielen Jahren des Experimentierens:

Am Anfang stand das Aufregende im Vordergrund und ich war sehr konzentriert auf mich. Langsam habe ich die Dosis gesteigert und mich immer mehr getraut. Vom einsamen Spaziergang im Wald unweit des Autos bis zum relativ selbstverständlichen Bewegen in der Öffentlichkeit für mehrere Tage im Urlaub. Während ich früher en femme nicht in der Lage war, etwas anderes zu tun (ständig der Blick im Spiegel und das Ausprobieren von neuen Dingen :roll: :wink: ), bin ich heute manchmal so selbstverständlich en femme, dass ich vergesse, welche Kleidung ich trage. Aber im Hintergrund bleibt immer das Gefühl, dass es richtig ist, was ich tue und sehe ich mich dann zufällig im Spiegel, freue ich mich. Diese "Normalität" im Alltag hat etwas tief befriedigendes. Zwar ist die Normalität nicht immer so, aber sie kommt immer deutlicher.

Wenn der Punkt erreicht ist, an dem ich merke, dass es genug ist, kann ich mich dann auch wieder ruhig vom en femme sein lösen. Da lebe ich die "alternative Normalität" en homme. Aber das Gefühl en femme lebe ich bewusster und mit mehr Intensität, während en homme habe ich nicht wirklich das Gefühl ein Mann zu sein. Das ist eher eine Art "Grundzustand" ohne heraus ragende Gefühle.

So richtig weiß ich nicht, wer oder was ich eigentlich bin. Alles Grübeln und Nachdenken hat mir in dieser Frage nicht wirklich weiter geholfen. Deshalb gehe mehr und mehr dazu über, einfach das zu leben, was ich gerade spüre, das aber nicht als etwas Besonderes zu sehen.

Vielleicht liegt das Besondere für mich im Unspektakulären. Als Kind/Jugendlicher habe ich mir schon gewünscht, das Geschlecht wechseln zu können, ohne dass es jemand als etwas Außergewöhnliches betrachtet. Dem komme ich heute schon relativ nahe, auch wenn ich in vielen Bereichen noch sehr vorsichtig bin, weil ich der Welt (oder mir ?) noch nicht traue.

Wie seht Ihr Eure Situation ? Habt Ihr ähnliche oder ganz andere Sichtweisen ?
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Marlene
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Re: Wie verändern sich Eure Gefühle beim "Rausgehen"

Post 2 im Thema

Beitrag von Marlene »

Hallo Vicky_Rose,
ich habe gerade Deinen Beitrag hier gelesen und ich muss sagen, der trifft auch bei mir den Nagel genau auf den Kopf. Nur mit einer kleinen Einschränkung: eigentlich will ich das en homme wirklich nicht mehr, aber durch mein Umfeld bedingt, geht es nicht anders, weil mich viele so kennen, wie ich die ganzenn Jahre war und ich will da nichts kaputtmachen, was allen nicht helfen würde. Deshalb muss ich weiter regelmäßig Theater spielen.

Das anfangs vorhandene kribbeln ist mit der Zeit gewichen, weil man auch selbstbewußter mit allem umgeht.

Momentan bin ich überwiegend zu Hause und da kann ich mir anziehen was ich gerade möchte und ich genieße diese Zeit. Wenn ich raus muss, na ja, dann ist es eher ein "Mischlook", ohne dabei bei Bekannten gleich aufzufallen.
Manchmal gehe ich aber auch auf's Ganze und dann ist Marlene auch en femme unterwegs. Je nach Situation und Zeit. Der aufwand für's Schminken ist dabei das größte Problem. Berührungsängste habe ich dabei keine mehr als solches. Klar, kommt auch auf die Situation an.

Der Wunsch mich so anzuziehen, wie es mir gerade einkommt, ja der bestand bei mir auch schon als Kind. Da mußte mit 7-8 Jahren schon Mutters Kleiderschrank herhalten. Auch bin ich mental eher weiblich und ich kann diese Protztypen und primitiven Möchtegern-Cowboys absolut nicht ausstehen. Technisch bin ich doch recht versiert und vor allem praktisch veranlagt. Da macht mir keiner gleich was vor und ich lasse mich auch nicht für dumm verkaufen.

Viele Grüße
Marlene
Jenina
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Re: Wie verändern sich Eure Gefühle beim "Rausgehen"

Post 3 im Thema

Beitrag von Jenina »

Vicky,

ich könnte ja jetzt mal provozierend-ironisch sein: wärest Du letztes Wochenende mit im "Falkenberg-Kreis" gewesen, wüsstet Du wie kompliziert so ein Leben sein kann. Aber Schurz beiseite (wie Otto so schön sagte).

Die Frage ist ja vor allem für Crossdresser, Transvestiten, non binaries interessant. Und da kann ich bestätigen, dass das mit Schwankungen verbunden ist, wann, wie und mit welchem Gefühl man sein Innerstes nach draußen zu zeigen versucht.

Ich formuliere das so vorsichtig, weil es immer wieder eine fragile Angelegenheit ist. So wie bei mir an besagtem Wochenende. Obwohl die ideale Gelegenheit gewesen wäre sich vollständig aufzubrezeln, war ich durch äußere Einflüsse abgelenkt, gestört in meinem Willen. Es war ganz komisch, aber mir nicht neu. Zu anderen Gelegenheiten habe ich da auch schon das ganze Gegenteil erlebt: unbedingtes Wollen zum Zeigen der weiblichen Seite ohne geringste Schwierigkeiten.

Verändert hat sich dieses Schwanken eigentlich nicht. Mein allererstes Mal war zu einer trans-Veranstaltung eines Forums. Obwohl ich noch nie in der Öffentlickeit en femme war war es an diesem Tag wie selbstverständlich und viele der Anwesenden konnten es gar nicht begreifen dass ich so selbstbewußt auftreten konnte. Und das hatte ich danach noch sehr oft. Ein sehr befriedigendes Gefühl, es wirkt tatsächlich alles wie selbstverständlich. Aber wehe, es ist gerade ein Tag wo irgend etwas störendes auf mich wirkt. Dann lasse ich es lieber sein - wie an jenem Samstag bei unserem Treffen. Da waren es dann nur ein Männermodus mit Stücken aus der Damenabteilung, die weibliche Seite war zwar da, aber nicht so intensiv sichtbar. Auch das bringt aber ein Gefühl, dass für diese konkrete Situation das richtige ist.

Mittlerweile habe ich angenommen dass dieses ewige Hin und Her für mich der normale Zustand ist. Früher war ich mal neidisch auf die, die sich so ganz sicher waren "schon immer eine Frau" zu sein. Mittlerweile weiss ich ebenso sicher dass ich genau das nicht bin. Dafür aber ein Mensch mit vielen Seiten, die zu zeigen zwar manchmal nicht so einfach ist, aber wenn man es richtig für sich annimmt ist das sehr befriedigend und beruhigend. Mittlerweile bin ich ein rundum glücklicher Mensch damit - und was will man mehr!

Jenina
Disclaimer: Dies ist eine persönliche Meinung, sie ist möglicherweise inkompatibel mit Deinem Glauben/Lifestyle/Parteiprogramm!
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Re: Wie verändern sich Eure Gefühle beim "Rausgehen"

Post 4 im Thema

Beitrag von Yoko »

Hallo Vicky_Rose,
bei mir war es ganz ähnlich wie bei dir. Am Anfang war es etwas ganz besonderes, etwas "Großes", spannendes und mit der Zeit geht man damit eben selbstbewusster damit um.
Frau entwickelt eine gewisse Routine und kann dann auch die Umgebung entspannter und leichter wahrnehmen. Da ist es dann weniger der thrill, der den Spaß macht, sondern eher die Atmosphäre.

LG Fee
carpe noctem
Viktoria-TV
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Re: Wie verändern sich Eure Gefühle beim "Rausgehen"

Post 5 im Thema

Beitrag von Viktoria-TV »

Hallo,

ich finde das ist ein tolles Thema: Ich gehe jetzt seit Oktober 2017 regelmäßig raus. In der Regel 1 mal im Monat. En femme rauszugehen, nehme ich für mich als Abenteuer wahr. Das hat sich insgesamt noch nicht geändert, aber ich merke wie ein Gewöhnungseffekt einsetzt. Am Anfang überwog bei mir die Aufregung. Es war spannend. Wie reagieren die Leute? Wie werde ich wahrgenommen? Die ersten Schritte aus dem Auto raus, Aufregung pur. Nach 5 Ausflügen stellt sich nun allerdings ein Gewöhungseffekt ein. Ich weiß wie die Leute reagieren, ich weiß inzwischen, wie ich rüberkomme. Aufregend ist es trotzdem noch, aber auf eine andere Art und Weise. Das was noch Aufregung verursacht, sind unvorhergesehene Umstände. Gestern war ich beispielsweise zuerst shoppen und dann im Theater. Die Karte hab ich vor einem Monat gekauft. Da konnte ich nicht ahnen, dass 30 Grad werden würden. Da stellt Frau sich die Frage, hält das MakeUp oder löst sich die erzeugte Illusion auf und ich bin wieder als Mann erkennbar? Ich war kurz davor nicht zugehen, wegen dieser Zweifel.

Die andere Seite ist, der Adrenalinausstoß ist immer noch da. Bin ich en femme unterwegs, brauch ich nichts zu essen. Ich habe einfach keinen Hunger. Das berichte mir auch ein anderer Crossdresser bei einem Treffen in Dortmund. Andererseits wandelt es sich. Mit der Zeit merke ich wie ich mutiger werde.Ich rede jetzt mit Leuten. Davor hab ich versucht Gespräche zu vermeiden, denn die Stimme ist ja nicht weiblich.

So das wars.

LG
Viktoria
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Re: Wie verändern sich Eure Gefühle beim "Rausgehen"

Post 6 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Bei mir war es der 16.7.2016 , ich war so aufgeregt . Es war ein ganzes Wochenende in Frankfurt. Ich war später immer wieder aufgeregt , wenn ich was neues gemacht habe . Zum ersten mal in meinem Heimatort raus . Ich wäre am liebsten gerannt. Als ich zum ersten mal im Dirndl auf das Volksfest ( Cannstatter Wasen ) bin , da war es wieder .
Bei mir hat sich eine Normalität eingestellt. Ich bin jeden Tag unterwegs.
Aber das erste mal werde nie vergessen .
Liebe Grüße Simone
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .
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Re: Wie verändern sich Eure Gefühle beim "Rausgehen"

Post 7 im Thema

Beitrag von sbsr »

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 20. Apr 2018, 07:52 wie sie sich fühlen, nachdem sie das erste Mal auf die Straße "getraut" haben
In einem Wort zusammengefasst: angekommen.

Nachdem mir einigermaßen schnell klar wurde, dass schöne Kleider, lange Haare und hohe Schuhe wider Erwarten absolut nichts mit Fetish zu tun haben, musste ich mir selbst eingestehen, dass es da eine andere Seite gibt, die wohl zunehmend die Kontrolle übernimmt. So floss schon lange vor dem ersten Mal draußen immer mehr Damenkleidung in den Alltag ein, und es fühlte sich stets einfach nur richtig an. Trotzdem hatte ich meine Probleme damit, anfangs denkt man ja immer, man wäre der Einzige auf der Welt mit dem "Problem".

Es war der 24.06.2017 zum Stammtisch in Regensburg, als nach viel zu langem Unterdrücken, Selbstverleugnung und Angst, das Mädchen schließlich den Weg nach draußen fand.

Aufgeregt im Sinne von zitternden Knien war ich, ob man es glaubt oder nicht, weder damals noch später. Eine gewisse Vorsicht (Angst wäre das falsche Wort) ist jedes Mal dabei.

An meinem Gefühl hat das Rausgehen, was sich allerdings mit zwei Ausnahmen bis heute auf den Stammtisch beschränkt, sehr viel geändert. Eine große Rolle haben dabei, natürlich neben den Mädels in der Runde, insbesondere zwei Personen gespielt. Die erste war tatsächlich die Servicekraft im Biergarten, wo mein erster Stammtischbesuch stattfand. Sie kam an unseren Tisch, grüßte mich und fragte nach der Getränkebestellung. Jetzt denken sich wahrscheinlich viele "ja, und?!". Genau das ist der Punkt: nichts. Ich war einfach nur ein Gast im Biergarten.

Die zweite Person war eine super liebe Bio Frau, die als Begleitung einer Trans Frau am Stammtisch dabei war. Was sie selbst nicht wissen konnte, sie war die erste Person von außerhalb "unserer Kreise", die mich ohne darüber nachzudenken mit meinem Mädchennamen angesprochen hat.

So banal sich das beides anhören mag, für mich waren es zwei entscheidende Erlebnisse, die mir gezeigt haben, dass es OK ist, dass nichts falsches daran ist, und dass wir auch normale Menschen sind. Mit diesem Wissen im Rücken habe ich es geschafft, mit mir selbst ins Reine zu kommen.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
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Re: Wie verändern sich Eure Gefühle beim "Rausgehen"

Post 8 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 »

Saari hat geschrieben: Fr 20. Apr 2018, 08:42Es mag sein, dass ich mich an meinen Vorbau so gewöhnt habe, dass auch Dritte diesen und daher als normal empfinden.
Auch das Tragen von Röcken und lackierten Finger- und Fußnägeln wurde zur Gewohnheit.
Liebe Saari, ich glaube nicht wirklich daran dass du dich an deinen Vorbau je gewöhnen wirst.
Denn du erwähnt in fast in jedem deiner Postings, egal ob passend oder nicht.
Dritte oder andere machen sich vermutlich tatsächlich weitaus weniger Gedanken darüber wie du selbst.

LG Tatjana
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Re: Wie verändern sich Eure Gefühle beim "Rausgehen"

Post 9 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-12-09 »

Es gibt rausgehen und rausgehen.

Es gehört nicht nur Mut und Selbstbewusstsein dazu in einen 20k Nest in Baden Württemberg durch die Innenstadt im Hochsommer zu laufen.
Die meisten kennen einen vom sehen zumindest.
Das ist extrem outen.

Hingegen sich ins geliebte Auto zu setzen und direkt die erste Waldlichtung anzufahren um dort sein Kleid Gassi zu führen sind beides ein Paar vollkommen andere Schuhe.

Das erste Mal durch meine Stadt zum Bahnhof zu Fuß um in die nächst größere Stadt per S-Bahn zu gelangen um dort shoppen als geschminkte femme zu gelangen war der reinste innere Horrortrip für mich.

Nicht nur gefühlt wurde ich angestarrt.
War verunsichert und fühlte mich mehr als nur unwohl.

Seit dem hält sich mein Hang dazu in Grenzen.
Jedoch bis auf Schulbesuche bin ich nur als Frau in der Öffentlichkeit zu sehen. ( Gäbe es Frauenhosen auf Arbeit würde ich diese dort tragen).

Heute empfinde ich Männerkleidung als befremdend.
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Re: Wie verändern sich Eure Gefühle beim "Rausgehen"

Post 10 im Thema

Beitrag von Violetta Arden »

Für mich ist es jedes Mal noch aufregend- allerdings nicht mehr so fast panisch wie die ersten Male -da war eine innere Unruhe weil ich mir dachte alles starren mich an- taten aber nur die wenigsten - mit der Zeit wird dann auch das Outfit und die Schminke besser bzw. es setzt die Routine ein - und da die Reaktionen auf mein Erscheinen so gut wie nicht stattfinden werde ich auch ruhiger - aber der Adrenalinspiegel ist immer noch höher als normal- speziell wenn das letzte Ausgehen enfemme schon etwas länger her ist. Das Aufregendste ist für mich immer noch die Wohnungstür zu schliessen und loszustarten. Davor muss im Spiegel noch alles einmal kontrolliert werden bevor ich mich rauswage. Da ich kein TS bin und es nicht mein Ziel ist komplette als Frau zu leben bleiben diese Ausgänge immer wieder spannend und aufregend. Und nachdem ich wieder zurückgekehrt bin weicht die Spannung und ein wunderbar wohliges Gefühl breitet sich aus.
Liebe Grüße Gerda Joanna
Mein weibliches Ich ist ein Teil von mir und lässt sich nicht mehr unterdrücken. Ungenützte Zeit lässt sich nie mehr zurückholen.
Lebe Dein Leben.

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NanaVistor
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Re: Wie verändern sich Eure Gefühle beim "Rausgehen"

Post 11 im Thema

Beitrag von NanaVistor »

20k-Nest....
Das ist eine ganz schön große Stadt. Die umliegenden Städte hier, sind bei weitem nicht so groß. Mein Dorf hat gar nur 40 Einwohner... und obwohl ich offen aus- und eingehe, wissen nur die wenigsten davon von mor, oder können mich nicht zuordnen. Und von denen, die von mir wissen, hat mich noch nie wer darauf angesprochen.

Ich gehe raus seit Anfang 2012, so ein- bis zweimal pro Woche, mal mehr, mal weniger. Seit ich draußen bin, hat das "im Haus" keine Bedeutung mehr. Nur wenn mal eine Lieferung kommt oder wenn ich was ausprobieren möchte, passiert da noch was. Das hat sich in den letzten 6 Jahren auch nicht verändert.

Am Anfang war alles aufregend, sehr vieles passierte oder erlebte ich zum ersten Mal. Besuche von Stammtischen, Orten, Treffen auf Menschen, Reden mit Menschen, Menschen wie du und ich, oder ganz "normale" Langweilige... ;-)

Vieles ist mir davon selbstverständlich geworden, Aufregung gibt es eher nur noch selten. Und genau diese Aufregung, die fehlt mir ein wenig, oder vermisse sie sogar.
Auch Vordenker müssen nachdenken.
Simone 65
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Re: Wie verändern sich Eure Gefühle beim "Rausgehen"

Post 12 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Nana . Du vermisst die Aufregung. Ich weiss . Ich bin noch nicht solange draussen . Ich suche und finde auch immer was Neues . Im September fliege ich , Simone zum ersten mal in den Urlaub . Ich bin jetzt schon aufgeregt.
Liebe Grüße Simone.
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
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Alle Menschen sollen mich sehen .
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Re: Wie verändern sich Eure Gefühle beim "Rausgehen"

Post 13 im Thema

Beitrag von NanaVistor »

ich bin noch geflogen - ganz egal wie :-)
Auch Vordenker müssen nachdenken.
Theresa
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Re: Wie verändern sich Eure Gefühle beim "Rausgehen"

Post 14 im Thema

Beitrag von Theresa »

Hallo zusammen.
Tolle Antworten gibt es hier, denen ich mich im Großen und Ganzen mit meinen Erfahrungen anschließen möchte. Hätte es vermutlich nicht so gut formulieren können.
Diese Hochs und Tiefs sind mir ebenfalls gut bekannt. Auch ich bin nur Teilzeitfrau und bei weitem nicht so häufig im weiblichen Outfit unterwegs wie ich möchte. Meistens ist die Zeit zu knapp, so das es sich nicht mehr unbedingt lohnt mich fertig zu machen. Gerade ist es sommerlich warm aber auch ein großes Hindernis die weibliche Seite ausleben zu können:
Um mir selber gerecht zu werden muss ich viel auf polstern und weg schnüren. Ohne Strumpfhose kann ich keinen Rock tragen. Mit bald 57 sind meine Beine nicht mehr so toll. Unter diesen Umständen läuft mir schon die Schminke beim Auftragen aus dem Gesicht. Ohne das Zubehör fühle ich mich wie ein Mann in Frauenkleidung und das ist in meinen Augen schlichtweg albern. (Ähnlich wie Männerballett)
Das unterscheidet mich vermutlich von reinen Ts-Leuten, die in der Mehrzahl auf solches Beiwerk verzichten können. Obwohl ich mich ihnen teilweise zugehörig fühle.

Und wenn es doch, mehr oder weniger, Normalität geworden ist auch die weibliche Seite auszuführen stellt sich die Frage :Wohin?

Ich habe bald Urlaub und wollte den in der Nähe von Flensburg verbringen. Leider ist meine Reisebegleitung abgesprungen. Ich werde bei Gelegenheit mal einen Aufruf starten, ob es bei euch im Norden jemanden gibt, der/die gerne Fremdenführer spielen möchte ;) (auch shoppingbegleitung oder nur einen Kaffee trinken)
Auch wenn es doof klingt, wenn es sehr warm sein sollte muss Theresa im Schrank bleiben. Jochen ist auch ganz nett, sieht nur anderes aus :)

------------
So, das war jetzt ein bisschen Lobhuddelei und gleichzeitig eine ganz dezenter Hinweis auf mein Vorhaben....

Grüße

Theresa
Beachten sie folgenden Hinweis:
-Hä?-
Vielen dank für ihre Aufmerksamkeit
Michi
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Re: Wie verändern sich Eure Gefühle beim "Rausgehen"

Post 15 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo Vicky,

eine gute Idee (aus gegebenem Anlass) diesen Thread aufzumachen.

Also das Aufregende war vielleicht das, was mich hinaus getrieben hat, aber ich bin nicht hinaus gegangen, um dieses Gefühl zu erleben. Ganz im Gegenteil hat mich die anfängliche Aufregung und Anspannung eher daran gehindert, die Zeit richtig zu genießen.

Gerade erst am vergangenen Wochenende, als wir am Ederstausee unterwegs waren, habe ich deutlich gespürt wie angenehm es ist, sich völlig zwanglos zwischen den anderen Menschen zu bewegen, wenn diese Aufregung nicht dabei ist. Auch wenn ich die einzige der Teilzeitmädels war, die sich "in Schale" geworfen hatte, habe ich mich kein bissel unwohl gefühlt, und auch nicht den Schutz der Gruppe gebraucht. Ich bin zwischen den Leuten herumgelaufen, ohne dabei über mich und mein Äußeres nachzudenken, war Eins mit meiner Kleidung, konnte ganz einfach ich selbst sein, und das habe ich bestimmt auch ausgestrahlt. Das war Freiheit, ich war frei.

Auch hatte ich am vergangenen Wochenende keinen Druck verspürt, mich zurecht zu machen. Ich habe es einfach getan, ohne mich dabei von der allgemeinen Lustlosigkeit all zu sehr berühren zu lassen. Ich habe in mich hineingehört, und getan, was mir mein Gefühl geraten hat. Das hat sich auch im Nachhinein als gut und richtig angefühlt.


Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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