Vice: "Gender Affirming Surgery Can Be Expensive When You’re Non-Binary"
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Jaddy
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Vice: "Gender Affirming Surgery Can Be Expensive When You’re Non„Binary"

Post 1 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Artikel: https://www.vice.com/en_us/article/wj7j ... non-binary

Keine Ahnung, wie das hier wäre, wenn man als Enby operative Massnahmen haben möchte- Selbstzahlend vielleicht, aber über Kasse?
Mina
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Re: Vice: "Gender Affirming Surgery Can Be Expensive When You’re Non„Binary"

Post 2 im Thema

Beitrag von Mina »

Ich hatte das an anderer Stelle schonmal festgestellt, das TSG jedenfalls lässt es nicht zu da ein Gutachten erstellt werden muss, welches die vollständige Nachweisbarkeit einfordert, im anderen Geschlecht leben zu wollen.
Wie nun die Möglichkeit ist einen Gutachter zu finden welcher in dem kleinen Rahmen seiner Willkür hilfreich sein könnte, bleibt festzustellen. Und über den MDK spreche ich an dieser Stelle nicht.

Da ein Enby aber nicht in "ein" Geschlecht zuortbar ist, wird der bürokratische Gang, einen Antrag auf Angleichung zu stellen, sagen wir interessant wenn nicht sehr komplex.
Dennoch muss aus Gesichtspunkten der Gleichbehandlung eine Möglichkeit kommen. Alles andere wäre nicht demokratisch.
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Jaddy
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Re: Vice: "Gender Affirming Surgery Can Be Expensive When You’re Non„Binary"

Post 3 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Naja, spätestens mit der gesetzes-offiziellen Existenz der dritten Option sollte es gehen. So wie die beiden bisherigen Gender-Sets als Ziel einer Transition anerkannt sind, müsste es dann auch für die dritte Option gelten. Vermutlich erst nach einem erneuten BVerG Urteil. Schon mit dem jetzigen TSG müsste also neben Personenstand auch körperliche Angleichung erreichbar sein. Aber da es bisher keine abgegrenzten Präsentations-Vorlagen gibt, dafür aber vielfältige Varianten von NB, wird die spannende Frage dann sein, welche Massnahmen für Enby anerkannt werden :)
Marielle
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Re: Vice: "Gender Affirming Surgery Can Be Expensive When You’re Non„Binary"

Post 4 im Thema

Beitrag von Marielle »

Guten Tag zusammen, Hallo Mina, Jaddy,
Dennoch muss aus Gesichtspunkten der Gleichbehandlung eine Möglichkeit kommen. Alles andere wäre nicht demokratisch.
Vermutlich erst nach einem erneuten BVerG Urteil.

Die Forderung nach Kassenleistungen für Operationen an Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht-binär ist, müsste man m.E. sehr gut mit Argumenten hinterlegen, wenn man damit ernst genommen werden will.

Schon die 'alte' Argumentation, in der einerseits die Geschlechtsidentität als von den körperlichen Gegebenheiten unabhängig gesehen wird, andererseits aber explizit die körperliche Abweichung von der Identität als zu behebender Mangel gesehen wird, ist erstmal nicht so ganz widerspruchsfrei. Diesen Widerspruch kann man allerdings recht gut auflösen, in dem man die Existenz von zwei 'Normzuständen' unterstellt, die die überwiegende (also 'normale') Ausprägung von körperlichem Geschlecht und Geschlechtsidentität als binär, aber voneinander unabhängig annimmt. Mit dem dadurch möglichen 'Fehler' in der 'körperlichen Ausführung' von Menschen lässt sich jenes Leiden begründen, das letztlich wiederrum die Solidarleistung begründet.

Wenn man die Forderung nach solchen Solidarleistungen auf Personen ausdehnt, für die ebenfalls die Unabhängigkeit von Körperlichkeit und Identität gelten soll und gleichzeitig die biologisch bedingten, binären 'Normzustände' aufgibt: Woran macht sich dann das Leiden fest, das eine Solidarleistung begründen könnte? Das Argument, man leide unter den eigenen körperlichen Gegebenheiten, wird allein nicht ausreichen, wenn man es nicht deutlich von der sogen. Schönheitschirurgie abgrenzen kann.

Damit ich richtig vestanden werde: Ich bin sehr dafür, dass nach Möglichkeit allen Menschen solidarisch geholfen wird, eine maximal gute Existenz zu haben. Sofern dabei aber Leistungen der Solidargemeinschaft in Anspruch genommen werden sollen, die der notwendigen Linderung von Leiden dienen, muss es dafür m.E. eine tragfähige Begründung, am besten allgemein, mindestens aber individuell, geben, die sich eindeutig vom Wunsch nach Anpassung bzw. Annäherung an ein individuelles Ideal abgrenzt.

Man muss die Frage beantworten können, was ein Mensch als individuelles Widerfahrnis hinzunehmen hat und was ein Leiden darstellt, dem nach Möglichkeit solidarisch abzuhelfen ist. Hehre Forderungen und Wünsche können in einem gesellschaftlichen Miteinander nicht ausreichen. Derlei Anliegen müssen exakt* und tragfähig argumentiert werden, wenn man damit durchkommen will.

Habt es gut

Marielle


*) Demokratisch wäre es hierzulande sogar, wenn bei halb leerem Saal mehr als 177,25 Abgeordnete des Bundestages beschliessen würden, dass es per Gesetz ausgeschlossen wird. (Abgeordnete 709 x Beschlussfähigkeitsquorum 0,5 x Stimmenmehrheit 0,5)
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Re: Vice: "Gender Affirming Surgery Can Be Expensive When You’re Non„Binary"

Post 5 im Thema

Beitrag von Mina »

Hm, ja da tut sich die Frage nach einem "Versuch" auf. Da ich weder Quellen/Berichte/Nachweise auf die schnelle im Netz gefunden habe, auch keine Person kenne, welche Leistungen zugesprochen bekommen hat.

Ein denkbar möglicher Weg wäre eine Therapie zu beginnen, bei einer anerkannten Person/PsychotherapeutInn. Im weiteren ist es wohl wichtig, das aus dem Verlauf der Therapie deutlich hervorgeht, welche fehlenden Körpereigenschaften nun Leid erzeugen oder die Lebensqualität herabsetzen. Also, wie Marielle schon schrieb, es sich um eine notwendige Veränderung, nicht um eine "eitle" Angelegenheit handelt.
Irgendwann wird ja auf diese Therapie hin ein Gutachten vorliegen, welches beim MDK eingereicht werden kann. Dieser Weg würde dann auch die Bandbreite der verschiedenen NB's abdecken können, da ja immer nur auf den Bereich Antrag gestellt wird, welcher auch im einzelnen Falle betroffen ist.

Nur, wenn es für uns schon schwierig ist einen Endo zu finden, der sich Fachwissen und Bereitschaft nimmt eine HET als "Dazwischenlösung" zu verschreiben, könnte es mit Psychotherapie ebenfalls eng werden. Das ist natürlich eine spekulative Aussage. Vermutung.

Mein Weg als Enby sieht derzeit nicht vor durch Operationen und der Gleichen eine Veränderung durchzuführen. Natürlich fände ich es ganz wunderbar, wenn mir die Kasse meine Laserepi und HET übernehmen würde. Da ich das aber alles selbst finanzieren kann und auch möchte, stellt sich für mich die Frage diesen Weg zu versuchen nicht.
Denn es darf nicht vergessen werden das Anträge ja auch abgelehnt werden können. Hieße dann, über ein Jahr Therapie ohne besagtes Ziel. Das kann passieren.

Auf jeden Fall "muß" etwas passieren und das mit der vermittelten Information, das es gesetzlich geregelt ist, somit für einen jeden Menschen möglich. Denn nicht alle können sich Behandlungen selbst finanzieren und daran muß unbedingt gedacht werden.
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Re: Vice: "Gender Affirming Surgery Can Be Expensive When You’re Non„Binary"

Post 6 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Marielle hat geschrieben: Sa 31. Mär 2018, 11:41Wenn man die Forderung nach solchen Solidarleistungen auf Personen ausdehnt, für die ebenfalls die Unabhängigkeit von Körperlichkeit und Identität gelten soll und gleichzeitig die biologisch bedingten, binären 'Normzustände' aufgibt: Woran macht sich dann das Leiden fest, das eine Solidarleistung begründen könnte? Das Argument, man leide unter den eigenen körperlichen Gegebenheiten, wird allein nicht ausreichen, wenn man es nicht deutlich von der sogen. Schönheitschirurgie abgrenzen kann.
Zum Beispiel daran, von der (binären) Umgebung ständig in eine der beiden traditionellen Kästen gesteckt zu werden. Bart -> Mann, Brüste -> Frau. Mit der Folge, dass Enby je nach Lesart reduziert, falsch eingeschätzt und "als Mann", bzw. "als Frau" behandelt wird.
Körperlich uneindeutig zu sein, über gemischte bzw. widersprüchliche Signale oder gar keine gendertypischen, könnte eine Lösung sein, um das Selbstbewusstsein zu stärken und die Umgebung darauf hinzuweisen, dass man nicht so eingekastelt werden möchte.
(Hint: Das ist aktuell mein Weg)

Ein dramatischerer Ansatz wäre die transtypische Ablehnung des Geburtskörpers (Dysphorie), aber ohne dass das gegenüberliegende körperliche Extrem angestrebt wird. Also eine Ablehnung beider Ausprägungen. Ich hab schon Menschen getroffen, die darunter leiden. Die sind aktuell ziemlich am A***h.
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Re: Vice: "Gender Affirming Surgery Can Be Expensive When You’re Non„Binary"

Post 7 im Thema

Beitrag von Michi »

Marielle hat geschrieben: Sa 31. Mär 2018, 11:41 *) Demokratisch wäre es hierzulande sogar, wenn bei halb leerem Saal mehr als 177,25 Abgeordnete des Bundestages beschliessen würden, dass es per Gesetz ausgeschlossen wird. (Abgeordnete 709 x Beschlussfähigkeitsquorum 0,5 x Stimmenmehrheit 0,5)
(m)eine Anmerkung dazu:

"Demokratisch" ist offensichtlich ein sehr dehnbarer Begriff, denn wie sich in der Vergangenheit zeigte, wird das Beschlussfähigkeitsquorum von den Damen und Herren Abgeordneten sehr gerne ignoriert, ist mithin nicht das Papier wert, auf dem es mal gedruckt wurde.

Der -§ 45 Abs. 1 der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages besagt zwar, dass zur Beschlussfähigkeit mehr als die Hälfte der Bundestagsmitglieder im Sitzungssaal anwesend sein muss. Allerdings ist die Geschäftsordnung an dieser Stelle so schlecht gemacht, und ich sage bewusst schlecht gemacht, dass der Bundestag auch mit einer Hand voll Abgeordneten beschlussfähig bleibt, so lange sich diese einig sind, die Beschlussfähigkeit nicht anzuzweifeln.

Beispielhaft für viele andere Fälle war die undemokratische Abstimmung zum Meldegesetz aus dem Jahr 2012, mit ca. 30 Abgeordneten - also weniger als 5%. Auch jene "Volksvertreter", die formal dagegen stimmten, haben diesen unsäglichen Beschluss schuldhaft mit zu verantworten, haben sie doch vorsätzlich ignoriert, die Beschlussfähigkeit des Bundestages vor der Abstimmung feststellen zu lassen. Vorsätzlich deshalb, weil unzweifelhaft erkennbar war, dass diese auf gar keinen Fall gegeben ist.




:((a
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Re: Vice: "Gender Affirming Surgery Can Be Expensive When You’re Non„Binary"

Post 8 im Thema

Beitrag von Mina »

Letzlich hatte ich den Begriff "demokratisch" nicht in Bezug auf den gesetzgebenden Prozess erwähnt/ verwendet. Wieviele Abgeordnete eine Richtlinie beschließen welche "alle" Bürger der BRD gleich behandeln läßt sei technisch fürs erste dahingestellt.

Demokratisch unbedingt notwendig ist eben, jegliche Art von Lebensmodell, Gefühlswesen und die damit einhergehenden Schritte zu ermöglichen um Leid wie Ausschluss zu reduzieren/Vermeiden.

Aber da appellieren wir an die Abschaffung des TSG und der Erschaffung eines völlig anders geregelten, neuen Gesetz. Die Zeit und Sinnmäßigkeit des bisherigen Gesetzes ist längst auf eingestaubte Weiße abgelaufen. Für ein liberales und fortschrittliches Deutschland, einem kräftigen Eu- Mitgliedsstaat, ein Schandfleck. Ein Stigma des "nicht nach vorne entwickelns"!

Unterstützung und Möglichkeiten rückwärts zu vergleichen, gegenüber anderen Ländern wäre ohne Blick in die Menschlichkeit und deren Weiterentwicklung.

Selbst in Saudi Arabien gehts momentan rasanter zur Sache. Die Schrittweise Öffnung der Frauenrechte.
Wer hätte das gedacht, das dies möglich wird. Vor fünf Jahren sicher niemand.
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Re: Vice: "Gender Affirming Surgery Can Be Expensive When You’re Non„Binary"

Post 9 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo Jaddy,
Zum Beispiel daran, von der (binären) Umgebung ständig in eine der beiden traditionellen Kästen gesteckt zu werden. Bart -> Mann, Brüste -> Frau.
.....
Körperlich uneindeutig zu sein, über gemischte bzw. widersprüchliche Signale oder gar keine gendertypischen, könnte eine Lösung sein, um das Selbstbewusstsein zu stärken und die Umgebung darauf hinzuweisen, dass man nicht so eingekastelt werden möchte.
Nimm's mir bitte nicht übel, aber das halte ich für eine ziemlich dünne Argumentation, die ich 'draussen' niemandem vorlegen würde, der in diesem Komplex mit Entscheidungen zu tun hat.

Die chirurgische Stärkung individuellen Selbstbewusstseins könnte z.B. auch jemand einfordern, der ausgewachsen 'nur' 150cm hoch ist. Unter- und Oberschenkel jeweils um ein paar Zentimeter länger gemacht -die passenden Teile dazu müssten von Olivias Kürzung noch rumliegen- und besser geht's dem Selbstbewusstsein. Sowas als übliche Kassenleistung zu definieren, würden die allermeisten (nicht nur die konservativen) Entscheidungträger_innen allerdings rundweg ablehnen. Und zwar zu Recht, finde ich, und obwohl tatsächlich anzunehmen ist, dass diese Massnahme auf einen sehr kurz geratenen Menschen tatsächlich positiv wirken könnte.

Und was ist mit dem Menschen, der von allen anderen als relativ alt angesehen und entsprechend 'einsortiert' wird, obwohl er sich total jung fühlt, mit seinen achtzig Jahren? Kann man dem zumuten, dass er wegen seiner Falten im Gesicht für alt gehalten wird? Oder müsste da nicht ein Lifting auf Kasse angeboten werden?

Noch deutlicher wird's m.E. bei einem Menschen zentralafrikanischer Herkunft und hiesiger Staatsbürgerschaft und hiesigem Wohnsitz, der aufgrund ständiger 'Einkastelung' als Person of colour einen Kostenübernahmeantrag auf Ganzkörperbleichung und Blondhaartransplantation einreicht. Entsprechendes würde sein Leben sicherlich auch einfacher machen können.


Welches ist das Argument, dass einen eindeutigen Unterschied dazu definiert? Warum sind 150cm Körperlänge, dunkle Haut und Falten im Gesicht persönliche Widerfahrnisse, die der eigenen Verwaltung unterliegen, und Enby-Brüste nicht?

Sicherheitshalber nochmal der Hinweis: Ich bin nicht grundsätzlich dagegen, entsprechende Regelungen zu treffen. Ich suche das notwendige und das hinreichende Argument, um selbst dafür sein zu können und um es bei passender Gelegenheit als berechtigtes Anliegen vorlegen zu können.


Habs gut

Marielle

PS @ Michi und Mina: Das ganze ist keine Frage der Regierungsform oder der Handhabung von Beschlussfähigkeitsquoren. Das gleiche Thema wäre auch in einer absolutistischen Monarchie relevant, in der das Quorum prinzipbedingt '1' ist.
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Re: Vice: "Gender Affirming Surgery Can Be Expensive When You’re Non„Binary"

Post 10 im Thema

Beitrag von Mina »

@ Ps von Marielle

In diesem Faden wollte ich für meinen Teil Möglichkeiten beleuchten welche eventuell Menschen helfen können, die aktuell von der rechtlichen Seite nicht eingeschlossen sind. Das muss aber nicht zwingend bedeuten, das Hilfe nicht möglich wäre.

Und ich denke es ist möglich. Es gilt eben nur die entsprechenden Ärzte, Gutachter und Psychologen zu finden. Das dies aber ein gewaltiger Kraftakt werden kann ist anzunehmen.
Dazu gehört viel Energie, mentale Stärke und auch finanzielle Mittel für Personen welche damit eventuell nicht aufwarten können.
Und damit spreche ich nicht nur "Enbys" an. Auch binär lebende Personen würden von einem alternativen Weg profitieren können. Denn die Entscheidung: Wieviel Mann oder wieviel Frau stellt sich dann nicht mehr.
Muss es bis hierhin aber da sonst notwendige Gutachten nicht zu erreichen sind. Zumindest nicht, im rechtlichen Sinne.
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Re: Vice: "Gender Affirming Surgery Can Be Expensive When You’re Non„Binary"

Post 11 im Thema

Beitrag von Michi »

Zum PS von Marielle

Ich weiß. Vielleicht hätte ich noch deutlicher herausstellen müssen, dass meine Anmerkung eher nebenläufig und nur als Ergänzung und zur Aufklärung gut gepflegter Falschinformationen gedacht war.

Ich gebe zu, dass es mich sehr stört, dass die Wähler nicht gerade selten als Demokratie-müde gescholten werden, aber gewählte Politiker mit ihrer teilweise sehr offen zur Schau gestellten Missachtung der Wähler und des Wahlauftrags in dieser Hinsicht ein denkbar schlechtes Vorbild abgeben. :(
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Re: Vice: "Gender Affirming Surgery Can Be Expensive When You’re Non„Binary"

Post 12 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Marielle hat geschrieben: Sa 31. Mär 2018, 23:06Welches ist das Argument, dass einen eindeutigen Unterschied dazu definiert? Warum sind 150cm Körperlänge, dunkle Haut und Falten im Gesicht persönliche Widerfahrnisse, die der eigenen Verwaltung unterliegen, und Enby-Brüste nicht?

Sicherheitshalber nochmal der Hinweis: Ich bin nicht grundsätzlich dagegen, entsprechende Regelungen zu treffen. Ich suche das notwendige und das hinreichende Argument, um selbst dafür sein zu können und um es bei passender Gelegenheit als berechtigtes Anliegen vorlegen zu können.
Hmm, ich habe da auch noch kein besseres gefunden. Wenn mir was einfällt sag ich Bescheid :)
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Re: Vice: "Gender Affirming Surgery Can Be Expensive When You’re Non„Binary"

Post 13 im Thema

Beitrag von Jaddy »

MichiWell hat geschrieben: So 1. Apr 2018, 11:37Ich gebe zu, dass es mich sehr stört, dass die Wähler nicht gerade selten als Demokratie-müde gescholten werden, aber gewählte Politiker mit ihrer teilweise sehr offen zur Schau gestellten Missachtung der Wähler und des Wahlauftrags in dieser Hinsicht ein denkbar schlechtes Vorbild abgeben. :(
Den Eindruck kann ich nachvollziehen. Aber es ist wohl klar, dass er hauptsächlich darauf beruht, dass viele Bürger die tatsächliche Arbeitsweise gar nicht kennen. Ähnlich wie die meisten wohl die unterschiedlichen Funktionen und Kompetenzen von Vorständen, Aufsichtsräten und Betriebsräten nicht erklären könnten.

Also wenn ich das richtig verstanden habe, wie Gesetzgebung läuft in D, ist die engültige Abstimmung tatsächlich eher nebensächlich und vorhersagbar. Auch mit mehr Abgeordneten im Saal wird sich das Ergebnis nicht ändern.

Die eigentliche Gestaltung erfolgt a) in den Ministerien (und da auf der 2ten und 3ten Ebene) und b) in den Ausschüssen. Einzelne Abgeordnete können sich eh nicht mit allen Themen im Detail beschäftigen. Unter anderem deshalb gibt es ja die Absprache, als Fraktion geschlossen zu stimmen, weil Kolleg.innen in den jeweiligen Ausschüssen sich in den EInzelthemen engagiert und eine Haltung zum jeweiligen Gesetz entwickelt haben.

Mich interessieren deshalb andere Dinge. Erstens, dass die demokratischen Fraktionen darauf achten, dass nicht die Braunen irgendeine Abwesenheitssituation für Anträge in ihrem Sinne ausnutzen können, zweitens, dass die gewählten Abgeordneten in den Ausschüssen ihr Bestes geben und handwerklich gute Gesetzestexte im Sinne aller Bürger.innen machen.
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Re: Vice: "Gender Affirming Surgery Can Be Expensive When You’re Non„Binary"

Post 14 im Thema

Beitrag von Michi »

@all sorry für off topic
Jaddy hat geschrieben: So 1. Apr 2018, 12:45 Den Eindruck kann ich nachvollziehen. Aber es ist wohl klar, dass er hauptsächlich darauf beruht, dass viele Bürger die tatsächliche Arbeitsweise gar nicht kennen. Ähnlich wie die meisten wohl die unterschiedlichen Funktionen und Kompetenzen von Vorständen, Aufsichtsräten und Betriebsräten nicht erklären könnten.
Mag sein, dass das gar nicht so selten der Fall ist. Doch ich hoffe nicht, dass du mir das hier indirekt unterstellen wolltest. :wink:
Jaddy hat geschrieben: So 1. Apr 2018, 12:45 Also wenn ich das richtig verstanden habe, wie Gesetzgebung läuft in D, ist die engültige Abstimmung tatsächlich eher nebensächlich und vorhersagbar. Auch mit mehr Abgeordneten im Saal wird sich das Ergebnis nicht ändern.

Die eigentliche Gestaltung erfolgt a) in den Ministerien (und da auf der 2ten und 3ten Ebene) und b) in den Ausschüssen. Einzelne Abgeordnete können sich eh nicht mit allen Themen im Detail beschäftigen. Unter anderem deshalb gibt es ja die Absprache, als Fraktion geschlossen zu stimmen, weil Kolleg.innen in den jeweiligen Ausschüssen sich in den EInzelthemen engagiert und eine Haltung zum jeweiligen Gesetz entwickelt haben.
Die ganzen Regeln wurden nicht ohne Grund gemacht. Und wenn ein Quorum vorgesehen ist, dann ist das meiner bescheidenen Meinung nach nicht als "nice to have" anzusehen. Mir ist auch durchaus bekannt, warum man ursprünglich diese Möglichkeit vorgesehen hatte, dass für Abstimmungen festgelegte Quorum zu unterlaufen, nämlich für z.B. Katastrophenszenarien, in denen ein Großteil der Abgeordneten nicht mehr physisch verfügbar ist. Aber ganz gewiss waren das Schlupfloch" nicht dafür gedacht, dass die Abgeordneten in Ruhe Fußball gucken können, während "ein paar Fraktionsdeppen" im Bundestag sitzen und deren Arbeit mitmachen müssen.

Und das von dir so genannte "geschlossene Abstimmen" nennt man nicht ohne Grund Fraktionszwang. Wenn teil sogar mehrfache Probeabstimmungen innerhalb der Fraktionen gemacht werden (müssen), um alle Mitglieder auf Linie zu bringen, geht es offensichtlich weniger darum, dass sich nicht jeder Abgeordnete zu allen Themen umfassend informieren kann, sondern viel eher darum, Partikularinteressen kleiner einflussreicher Lobbygruppen und/oder schlecht gemachte Arbeit gegen mehr oder weniger berechtigte Widerstände durchzudrücken. Und die Denke: "Wenn du meine Arbeit durchwinkst, winke ich auch deine durch." zeugt auch nicht gerade von Vernunft und Pflichtbewusstsein gegenüber dem Wähler.
Jaddy hat geschrieben: So 1. Apr 2018, 12:45 Mich interessieren deshalb andere Dinge. Erstens, dass die demokratischen Fraktionen darauf achten, dass nicht die Braunen irgendeine Abwesenheitssituation für Anträge in ihrem Sinne ausnutzen können, zweitens, dass die gewählten Abgeordneten in den Ausschüssen ihr Bestes geben und handwerklich gute Gesetzestexte im Sinne aller Bürger.innen machen.
Das kann allerdings zum Problem werden, dass die Braunen Situationen ausnutzen können, und auf Grund der Abwesenheit vieler Abgeordneter Abstimmungen "zu ihren Gunsten" entscheiden bzw. abschmettern können.

Ich finde es ehrlich gesagt sehr sehr traurig und beschämend, dass offensichtlich erst die AfD in den Bundestag einziehen muss, damit sich die Abgeordneten der anderen Parteien hoffentlich(!) wieder mehr auf ihre Aufgaben und Verantwortung besinnen, und nicht nur so wie die CSU anfangen, mehr und mehr AfD-Positionen zu übernehmen.
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