Hallo Katrin;
ich denke, Du könntest mit Deiner Vermutung schon richtig liegen. Ohne mich jetzt auf Steiner*s Inkarnation allein zu beziehen, aber die neuesten Forschungen rund um die genderspezifische Rollenfindung bei BioMädchen versus BioJungs zeigte immer wieder, dass Mädchen allein durch ihre weit "liberalere Sozialisation" schon sehr früh deutlich weniger "Probleme" mit vermeintlichen Grenzüberschreitungen des eigenen oder "fremden" Rollenbildes haben.
So zeigten Mädchen mindestens bis hin zur Pubertät, sofern sie mit sehr offenen, nicht starr abgegrenzten Vorbildern aufwuchsen, meist keinerlei Konflikte, wenn ihre Brüder sich auch für "weibliche Spielsachen, Schminke, Kleidung, Schmuck, Tätigkeiten, etc." begeistern konnten, während Jungens des selben Alters aus stark genderisierten Umgebungen schnell versuchten, sich abzugrenzen gegen alles vermeintlich den Mädchen Vorbehaltene. "Das ist doch nichts für Jungs! Das finde ich doof! Mein Bruder ist gar keine richtiger Junge!" Die Ergebnisse konnten im Grundschulalter wiederholt werden, wobei sie dort teils noch deutlicher als im KiGa ausfielen, wo die grundsätzliche Offenheit noch etwas größer war.
Als Fazit meinen viele Pädagogen und Forschergruppen inzwischen, dass je selbtverständlicher, je freier und bewusster Eltern, nahe Angehörige und pädagogisches Personal mit "Grenzüberschreitungen" umgeht, desto mehr lernen auch die Jungs ihre, sozialen und Trans-Gender Fähigkeiten / Emotionen als Bereicherung ihrer Persönlichkeit wahrzunehmen.
Ich persönlich halte diesen Ansatz für wegweisend.
Denn wie wollen wir von erwachsen Männern ernsthaft mehr Empathie, weniger starre Rollenbilder, weichere Qualitäten (soft skills) insgesamt erwarten, wenn wir den Jungs schon im Kindesalter die weiblich konnotierten Merkmale ihres Wesens austreiben? Auf Konkurrenz und Kräftemessen werden sie noch früh genug getrimmt, spätestens in der Schule. IMHO.
Hoffe Dir ein klein wenig weiter-geholfen zu haben, Katrin?
Gute Nacht,
GLG Ronda.
