Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?
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Anne-Mette
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Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ich habe das Gefühl, wir drehen uns im Kreis - und das sehr ausdauernd.
Manchmal wird uns "von außen" etwas zugeworfen, ein Vorschlag, eine Initiative, ein Artikel.

Einige stürzen sich darauf, huldigen die edlen SpenderInnen, während die KritikerInnen gerne wie hungrige Wölfe zerreißen, was ihnen angeboten wird.
Andere "dackeln hinterher" und schauen erst einmal, in welche Richtung die Mehrheitsmeinung geht, aber sie sind sich sicher: wir bleiben im Kreis!

Nur: es entwickelt sich daraus irgendwie NICHTS. Alle warten, bis wieder etwas über den Zaun geworfen wird (?)

Können wir uns auf einige Minimalziele einigen, bei denen nicht "Jein" oder "ja, aber" kommt?

Ich fange mal an: Abschaffung der Zwangsgutachterei für die Umtragung des Namens und des Geschlechtsstandes

Gruß
Anne-Mette
ab08
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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 2 im Thema

Beitrag von ab08 »

Liebe Anne-Mette,

selbstverständlich, die Gutachten sind ein absoluter Anachronismus, :evil:

1. Das TSG sollte durch eine Regelung, wie z.B. in Belgien ersetzt werden.
2. Operationen an intersexuellen Neugeborenen sollten verboten und frühere Taten strafrechtlich verfolgt werden.

Ich bin übrigens überzeugt, dass dies irgendwann wahrscheinlich unerwartet und schlagartig erfolgt.
---> Aber dafür sind Basisarbeit, Gespräche & Überzeugungsarbeit bei Abgeordneten (+ anderen Entscheidungsträgern) nötig.

Liebe Grüße
Andrea
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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 3 im Thema

Beitrag von JanaH »

Überhaupt gar keine Frage, vollste Unterstützung!
TSG gehört abgeschafft!
Operationen verboten!

und nu?
Hab mal den Direktmandatsträger hier angeschrieben:

http://mathias-stein.info

mal sehen...
Simone 65
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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 4 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Anne-Mette , doch wir haben gemeinsame Ziele . Gegen die Transfeindlichkeit , gegen die AFD.
Ich versuche in meinem bescheidenen Leben dabei zu sein .
Ich bin sichtbar .
Mein Pfarrer Nulf Schade-James ist gerade dabei . Ich will nicht in die Württembergische Evangelische Kirche Sie hat es abgelehnt Schwule und Lesben zu segnen . Ich ?
Ich wohne hier , möchte aber nicht hier Mitglied sein . Ich wurde in Frankfurt getauft .
Auch das ist nicht einfach . Einfach sich seine Gemeinde aussuchen .
Ich war auf der Gegendemo in Stuttgart , gegen die ,, Demo für Alle " .
Auch den Namen ändern , wenn das so einfach wäre .
Ich wurde als Simone Simon getauft. Im Ausweis steht was anderes .
Wir müssen noch viel machen . Ich bin nur ein ganz kleiner Teil .
LG Simone.
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .
Saskia.shewulf
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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 5 im Thema

Beitrag von Saskia.shewulf »

Hallo Anne Mette,


Im Grunde was daenery schon geschrieben Hat keine Zwangsgutachten aber Medizinische Versorgung ja bei TS.

Lg Saskia
Wer keinen Mut zum träumen hat
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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 6 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Sogar daran scheitern die Gemeinsamkeiten schon. Ich fasse es nicht!
Hawadehre
Svetlana

As gitt halt nix Bessers wäi wos Guads!
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ExuserIn-2018-07-15

Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 7 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-07-15 »

Claudia hat geschrieben: So 28. Jan 2018, 15:29 Hierzu gibt es von mir ein ganz klares NEIN für die Abschaffung. Was ist so schwer daran, ganz offen und ehrlich zu sich zu stehen? Die Gespräche empfand ich nicht als diskriminierend. Und wem das wirklich wichtig ist, zieht das auch durch. Es ist für mich mehr als nur ein 'Verwaltungsakt', Namen sind mehr als Schall und Rauch.
Falls du CD / DWT / TZF sein solltest, könnte ich dir nur vorwerfen, nicht über deinen Tellerrand zu schauen und einer gewissen Ignoranz nicht zu entbehren.
Aber als "Vollzeitfrau", die den "Kerl" für alle Zukunft mit all seinen in den Kniekehlen baumelnden Jeans, unförmigen Schuhen usw.abgeschafft hat, sollte es auch dir wenig Freude bereiten, dich bis zur gerichtlichen VÄ / PÄ ständig zwangsouten zu müssen (Paketshops, erstmalige Arztbesuche, Polizeikontrollen, Fahrscheinkontrollen usw.) - oder doch?
Macht es so viel Spaß, schon als "Frau" angeredet zu werden, um dann einen Männer-Ausweis zu zücken? Mir jedenfalls nicht.

Denk mal an diejenigen, die sich nicht von Kindesbeinen an heimlich als Prinzessin Peach verkleidet haben. Es gibt auch andere Trans-Karrieren, deren Geschichte es nicht erlaubt, die erzwungenen drei Jahre "Wartefrist" so nebenbei als absolviert abzuhaken, sondern die diese Jahre als 24/7 Frau runterreißen müssen. Die gesamte aktuelle Rechtslage zum Thema ist diskriminierend und entmündigend, obendrein widersprüchlich. Der Gesetzgeber verlangt von mir, drei Jahre lang als äußere Frau herumzurennen, mich dennoch immer wieder als Kerl anquatschen zu lassen, der privatrechtlich nicht den geringsten Anspruch auf korrekte Anrede / Geschlecht / Pronomen hat. Das ist Schwachsinn und kein "Alltagstest" und entbehrt jeder Logik. Nicht anders ist es mit den Zwangsgutachten. Mein F64 hab ich längst, stelle mich nach drei Jahren, in denen ich tagtäglich meine Frau gestanden habe in Familie und Job vor zwei wildfremde Klugscheißer, die mir im Schlimmstfall beweisen wollen, dass ich in den letzten drei Jahren in einer Art schizophrenen Phase gelebt habe? Und dafür zahle ich mehr, als ich in den ganzen drei Jahren für Schuhe ausgegeben habe?

Für deine Aussage bekommst du von mir das Prädikat "besonders :((a "

Semele
Svetlana L
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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 8 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Andere Meinung hin oder her, ich fasse es nicht, wie man diese Zwangsbegutachtungen gutheißen kann... und mit jagen und verbrennen hast du angefangen.
Hawadehre
Svetlana

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Anne-Mette
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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 9 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Claudia hat geschrieben: So 28. Jan 2018, 15:29 Moin!

Du Wolltest etwas, wo kein "jein" kommt.
Anne-Mette hat geschrieben: Mi 24. Jan 2018, 16:51 Ich fange mal an: Abschaffung der Zwangsgutachterei für die Umtragung des Namens und des Geschlechtsstandes
Hierzu gibt es von mir ein ganz klares NEIN für die Abschaffung. Was ist so schwer daran, ganz offen und ehrlich zu sich zu stehen? Die Gespräche empfand ich nicht als diskriminierend. Und wem das wirklich wichtig ist, zieht das auch durch. Es ist für mich mehr als nur ein 'Verwaltungsakt', Namen sind mehr als Schall und Rauch.

Aber die Gemeinsamkeiten sind eben geringer geworden, so what.

LG Claudia
Moin,

Ich frage mich schon lange, warum einige UserInnen dem Forum mit solchen und ähnlichen Meinungen, die sich in Beiträgen regelmäßig widerspiegeln, "treu bleiben".
Wenn sich Deine Postings überwiegend in "GEGEN" und Granteln erschöpfen, frage ich mich, was das soll.
Wenn selbst Minimalforderungen so sehr neben Deiner Auffassung liegen, dann lass doch die in Ruhe das machen, die sich einsetzen und diese Forderungen unterstützen und
mit Kräften wirken für:

- Eine Abschaffung der Zwangsgutachterei und eine Änderung/Lockerung des Personenstandsrechtes
- Erhalt der medizinischen Leistungen für transsexuelle Menschen
- Ein striktes Verbot von nicht med. erforderlichen Operationen an intersexuellen Kindern
- Peerberatung transsexueller und intersexueller Menschen
- Aufbau und Pflege einer Informations- und Diskussionsquelle für PartnerInnen
- Unterstützung (soweit möglich) in Behörden-Angelegenheiten
- Veröffentlichung von Adressen und Treffpunkten für transsexuelle und intersexuelle Menschen (SHG-Liste)
- Vermittlung von Kontakten zu med. oder beratenden Institutiuonen
- Austausch von Erfahrungen
- Für Freiheit und Vielfalt statt Einfalt und Dummheit - und gegen Gewalt
- Vernetzung mit Gruppen die diese Ziele unterstützen und fördern

...

Gruß
Anne-Mette
Michi
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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 10 im Thema

Beitrag von Michi »

Auch wenn ich selbst nicht betroffen bin, so empfinde ich die Zwangsgutachterei doch als menschenunwürdig.

Sie gehört ohne Wenn und Aber abgeschafft.

Wenn ich von Personen lese, die dies selbst durchmachen mussten, dass sie diesen Zwang dennoch befürworten, dann frage ich mich, was da für eine Motivation dahintersteckt. Eine Begründung erfolgt allenfalls mit fadenscheinigen Argumenten, so dass sich mir der Eindruck aufdrängt, dass dahinter eher Neid und Mißgunst steckt, dass es andere mal leichter haben könnten als sie selbst.


Kopfschüttelnd
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 11 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Ich bin ja im Zweifel eher dafür, Menschen das Leben leichter und glücklicher zu machen, und da sind die Punkte von Anne-Mette schon fast Minimalforderungen. Was wäre, wenn sie alle erreicht wären? Den meisten Betroffenen würde es ohne solche Hürden besser gehen. Wer hätte ein Problem damit? Ich sage mal: Niemand für sich selbst; höchstens mit anderen. Und das kann ja wohl kein Kriterium sein.

Klar kann ich gedanklich nachvollziehen, dass wer sich mit viel persönlichem Leid viele Jahre über die aktuellen Hürden gequält hat, quasi betrogen fühlt, wenn man diese Hindernisse einfach abschafft. Aber statt anderen den gleichen Leidensweg aufzuzwingen, müsste doch gerade die eigene Erfahrung die Mitmenschlichkeit befördern.

Zunehmend wenig bis keine Toleranz bringe ich allerdings dafür auf, anderen Menschen binäre Denke aufzuzwingen. Wenn jemand für sich unbedingt nur zwei Sorten Menschen wahrnehmen will - okay, tu das, aber etliche werden sich dagegen wehren. Und niemand hat das Recht, sie derart einzuschränken. Vor allem weil kein einziger rationaler Grund eine solche Unterscheidung hergibt. Wann immer man genauer hinsieht, findet man mehr als zwei Varianten, Zwischentöne, Mixturen und ganz aus dem binären Sepktrum fallende. Welches Recht hätte irgendjemand, einem anderen da etwas vorzuschreiben?

Ach so; es ging doch um Katholiken vs. Protestanten, oder hatte ich das falsch verstanden?
ExuserIn-2018-07-15

Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 12 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-07-15 »

Claudia hat geschrieben: Mo 29. Jan 2018, 10:43 Ein Wort noch an Semele:
Wenn Du meinen Beitrag aufmerksam gelsen hättest, dann wäre Dir auch aufgefallen, dass ich dieses ganze Verfahren vor Jahren durchgezogen habe.

Genau das meinte ich mit "offen und selbstbewußt" zu sich stehen. Mit wenigen Worten ist alles geklärt und es gab in vielen Fällen Anerkennung für diese selbstbewußte Lebensgestaltung.
Bei deiner Meinung fällt es mir tatsächlich schwer zu glauben, dass du "Vollzeitfrau" bist. Vermutlich begründet sich deine Ansicht in dem, was Michi geschrieben hat - wie auch immer.

Offen und selbstbewusst lebe ich jeden Tag in Familie, Job und Freizeit - und zwar als Frau. Nein, ich kann mich nicht zu Hause bei Heimarbeit verkriechen, um nur den Postboten reinzulassen. Ich bin 9-12 Stunden im Büro und habe mit 300 Kolleg_innen und einer Menge externer Firmen und Behörden zu tun, bin also ständig sichtbar und in Kommunikation.
Ich habe keinen Schimmer, inwieweit das immer wieder aufgrund falscher Papiere erforderliche Zwangsouting zu noch mehr Offenheit und Selbstbewusstsein führen sollte. Das ist blanker Unsinn.

Wäre das Zwangsouting wirklich so toll, dann hätte der sonst nicht gerade transfreundliche Gesetzgeber ein Ausforschen der früheren Identität nach der VÄ / PÄ nicht untersagt. Das wird nach der gerichtlichen Änderung plötzlich als diskriminierende Handlung verboten. Nur in der Zeit davor soll diese Schikane ein Quell des gestärkten Selbstbewusstseins darstellen?

Immerhin haben Bund und Länder diesen Wahnsinn längst erkannt und geben in dieser Sache die glasklare, eindeutige Empfehlung, korrekten Vornamen / Geschlecht / Pronomen bereits vor der gerichtlichen Änderung in der betrieblichen Dokumentation und Organisation (Telefonlisten, Organigramme, Türschild, Mailadresse) ausnahmslos anzuerkennen und zu verwenden (Beispiele: BMFSJ, SenJust Berlin). Leider gilt das nur für den hoheitlichen Bereich, d.h. öffentlichen Dienst. Nur dadurch ist überhaupt ein menschenwürdiger "Alltagstest" grundsätzlich möglich, denn was nutzt es, wenn einem die Identität (=Name, Geschlecht) abgesprochen wird?
Im Privatrecht herrscht dagegen weiter finsterstes Mittelalter. Aber das scheinst du ja äußerst förderlich zu finden.
Claudia hat geschrieben: Mo 29. Jan 2018, 10:43 Und über das Verfahren bzw. die Fristen solltest Du Dich genauer informieren.
die erzwungenen drei Jahre "Wartefrist"
Es gibt keine solche Wartefrist. Dieser drängende Wunsch nach einem Leben im anderen Geschlecht sollte länger als drei Jahre bestehen, man muss nicht diese Zeit in der anderen Rolle gelebt haben.
Selbstverständlch gibt es diese Wartefrist. Der drängende Wunsch nach einem Leben im anderen Geschlecht muss mindestens drei Jahre lang bestehen. Wer das aufgrund seiner speziellen Trans-"Karriere" nicht belegen kann, muss warten, bis die Jahre rum sind. Das nenne ich "warten" - was sollte es sonst sein?
Claudia hat geschrieben: Mo 29. Jan 2018, 10:43 Und den inzwischen weitegehend abgeschafften "Alltagstest" finde ich schon angemessen. Denn nur so erlebt man, wie das gewünschte zukünftige Leben in der neuen Rolle nun wirklich ist.
Unfug: Der "Alltagstest" wird ständig von Zwangsoutings unterbrochen, die im Leben "danach" nicht mehr vorkommen (dürfen - s.o.) und hat alleine deshalb nichts mit einem "normalen" Leben zu tun. Außerdem besteht kein durchsetzbarer Anspruch auf die Anerkennung der Identität (bis auf den öffentlichen Dienst, wo es allerdings ungeachtet aller Empfehlungen immer auch des Good-Wills der Vorgesetzten bedarf). Kein Anspruch auf das korrekte Geschlecht und den korrekten Vornamen -
[Ironie on]
hurra, was für ein herrlicher Alltagstest!
[Ironie off]

Dieser "Test" ist inzwischen als überholte MDK-Richtlinie inzwischen nur noch beliebtes Werkzeug von Ärzten, die sich möglichst schnell die Trans*Klientel vom Halse schaffen wollen.
Keiner kann die Betroffenen zählen, die sich deshalb in Alkohol und Drogen oder von Brücken stürzten, weil sie drei Jahre als erkennbar "verkleideter Kerl" rumlaufen sollten, bevor sie auch nur die ersten Hormone verschrieben bekämen.
Claudia hat geschrieben: Mo 29. Jan 2018, 10:43 Was nützen geänderte Personalien, wenn man dann später im realen Kontakt doch falsch "gelesen" wird? Die Authentizität ergibt sich im realen Leben, nicht aus den Papieren.
Die Jacke brauch ich mir zum Glück - und letztlich ist es nur Glück und Veranlagung, kein Verdienst - nicht anzuziehen. Aber erzähl das mal den Leuten, die selbst nach der GAOP "fertig" sind und noch immer nicht als Frau "gelesen" werden ... Ich hab einige davon kennengelernt und hab heute noch an deren unaussprechlichem Leid zu knabbern, weil ich anfangs dachte, auch dort zu landen.

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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 13 im Thema

Beitrag von Michi »

Claudia hat geschrieben: Mo 29. Jan 2018, 10:43 Ein Wort noch an Semele:
Wenn Du meinen Beitrag aufmerksam gelsen hättest, dann wäre Dir auch aufgefallen, dass ich dieses ganze Verfahren vor Jahren durchgezogen habe.
Aber als "Vollzeitfrau" [...] sollte es auch dir wenig Freude bereiten, dich bis zur gerichtlichen VÄ / PÄ ständig zwangsouten zu müssen (Paketshops, erstmalige Arztbesuche, Polizeikontrollen, Fahrscheinkontrollen usw.) - oder doch?
Macht es so viel Spaß, schon als "Frau" angeredet zu werden, um dann einen Männer-Ausweis zu zücken? Mir jedenfalls nicht.
Genau das meinte ich mit "offen und selbstbewußt" zu sich stehen. Mit wenigen Worten ist alles geklärt und es gab in vielen Fällen Anerkennung für diese selbstbewußte Lebensgestaltung.
Wenn es das doch so toll ist, sich als Frau ständig zwangszuouten, dann frage ich mich, warum du überhaupt die VÄ/PÄ gemacht hast. :?:

Denkt man deine Argumente konsequent zu Ende, dann braucht man die gar nicht. Man muss ja nur "offen und selbstbewußt" zu sich stehen. Wenn man das 2-3 Jahre bis zur VÄ/PÄ durchgezogen hat, dann hat man doch das Zu-sich-Stehen voll verinnerlicht und genug Selbstbewusstsein aufgebaut, um das bis zum Lebensende durchzuziehen.

Im Interesse der Betroffenen sage ich zur Zwangsgutachterei :((a
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 14 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Claudia hat geschrieben: Mo 29. Jan 2018, 10:43
- Eine Abschaffung der Zwangsgutachterei und eine Änderung/Lockerung des Personenstandsrechtes
Gegen diese Abschaffung, weil gerade hier im Forum Einige die Sache doch zu einfach/spielerisch nehmen. Schon mehrfach habe ich in Beiträgen gelesen "mal für den Urlaub ganz Frau sein mit allem", dann denke ich schon, dass hier doch Grenzen gesetzt werden bzw. erhalten bleiben sollten.
Oh, wenn wir das doch nur alle spielerisch nehmen könnten! Sowohl trans*-, inter-, enbi, was-auch-immer-idente Menschen, als auch unsere cis Mitmenschen. Das wäre doch wunderbar! Denken wir es mal ins Extrem: Die körperliche Erscheinung ändern, den Namen und Personenstand wechseln nach Wunsch, auf Kasse, ohne Fragen, ohne Hürden. Wem würde es schaden? "Gabi heisst jetzt Karl" - "Ah, danke für die Info". "Mami, ich bin trans" - "Okay, aber BH's kaufst du dir selber". "Hey, keine Brust mehr?" - "Nein, ich fühl mich nicht mehr danach".

Klar werden ein paar Menschen feststellen, dass eine Transisition keine anderen Probleme des Lebens löst. Ja, tun sie jetzt auch. Nur mit mehr Leiden vorher oder je nach Bankkonto mit mehr oder weniger Risiko in Thailand. Und das spricht sich genau so rum, wie

Aber wenn wir der Logik der Zwangsbeschützung folgen würden, müssten als erstes Alkohol, Nikotion, viele Sportarten und Heimwerken verboten werden. Und Kinderkriegen nur gegen staatliche Eignungsprüfung.

Also ich sehe keinen Grund, irgendwem das Leben schwerer zu machen, nur weil Körper, Name, Anrede in Konflikt mit dem Selbstbild sind.
- Erhalt der medizinischen Leistungen für transsexuelle Menschen
Bei der permanenten Forderung, TS aus dem ICD auszuschließen, sehe ich eben die Gefahr, dass genau dies verloren geht. Ohne Krankheitsbegriff entfällt die Verpflichtung der Krankenkassen, hier medizinische Unterstützung zu leisten. Wie will man dann der Solidargemeinschaft vermitteln, dass hier Hilfe notwendig ist? Da wird es doch eher zur Privatsache erklärt. Und dafür wäre man dann selbst verantwortlich.
Prävention zum Beispiel. Folgekosten vermeiden, die durch das Leiden an der Gesellschaft entstehen. Aber es reicht auch völlig eine Erklärung der solidarischen Hilfe. Die Kassen tragen auch Folgekosten selbstgewählter, lebenslanger Fehlernährung, Haarausfall, Langzeitschäden durch Sport, usw. Sie können auch einen Leidensdruck lindern, ohne eine derartig unfaire Definition. Und die Summer der realen Kosten sind ja verglichen mit anderen Fällen eher gering.

Der entscheidende Unterschied wäre, dass nicht mehr der transidente Mensch als krank gekennzeichnet wird, sondern die Umwelt als Konfliktursache. Das macht im Selbstbild schon nen Unterschied, finde ich.

Anders wäre es natürich, wenn auch "die Gesellschaft" aus dem Thema weniger ein Problem machen würde, denn darum geht es ja bei der Definition als Krankheit. Und da wären wir wieder beim Absatz oben. Wenn eine gender-nicht-konforme Identität genauso banal gesehen würde, wie Kurzsichtigkeit oder Plattfüsse, dann wäre euch eine Kodierung im ICD wohl kein Problem.

Aber bis wir gesellschaftlich dort angelangt sind, ist eine Stigmatisierung als Krankheit wieder nur mehr Leid. Und wie ich darüber denke und über Menschen, die anderen das nicht ersparen wollen, hatte ich ja schon beschrieben.
Und den inzwischen weitegehend abgeschafften "Alltagstest" finde ich schon angemessen. Denn nur so erlebt man, wie das gewünschte zukünftige Leben in der neuen Rolle nun wirklich ist.
Ehrlich jetzt? Von jetzt auf gleich mit Bartschatten - bzw. bei Transmännern mit Oberweite - und falscher Körperform, falschen Papieren und ohne offizielle Anerkennung erst mal 12 oder mehr Monate Spiessrutenlaufen? Bloss um dann zu hören: Okay, du hast durch leiden deine Ernsthaftigkeit bewiesen? Soll das so eine Art spartanische Erziehung sein? Aufnahmeritual in die Elite der "echten Trans"? Wie fies kann man bloss sein. Es ist echt nicht zu fassen.
Michi
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Re: Gibt es für "uns" gemeinsame Ziele, die (fast) alle unterstützen?

Post 15 im Thema

Beitrag von Michi »

Jaddy hat geschrieben: Mo 29. Jan 2018, 20:13 Ehrlich jetzt? Von jetzt auf gleich mit Bartschatten - bzw. bei Transmännern mit Oberweite - und falscher Körperform, falschen Papieren und ohne offizielle Anerkennung erst mal 12 oder mehr Monate Spiessrutenlaufen? Bloss um dann zu hören: Okay, du hast durch leiden deine Ernsthaftigkeit bewiesen? Soll das so eine Art spartanische Erziehung sein? Aufnahmeritual in die Elite der "echten Trans"? Wie fies kann man bloss sein. Es ist echt nicht zu fassen.
Danke. Das mit dem "Aufnahmeritual in die Trans-Elite" trifft es ganz gut.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
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