Das Nichtbinär-Wiki
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Jaddy
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Post 1 im Thema

Beitrag von Jaddy » Mi 3. Jan 2018, 21:40

... gibt es schon länger, hat jetzt eine neue Adresse: https://nibi.space/

Ich mag die nichtbinären Wörter.

Und über die Links habe ich das Blog von Sasha gefunden, insbesondere die Übersicht nichtbinärer Geschlechtsidentitäen.

Viel Spass beim schmökern.

Mina
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Re: Das Nichtbinär-Wiki

Post 2 im Thema

Beitrag von Mina » Mi 3. Jan 2018, 21:55

Ich bin definitiv für :“ Mau Mina“ (ap) (ap)

Danke fürs Teilen Jaddy )))(:
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lexes
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Re: Das Nichtbinär-Wiki

Post 3 im Thema

Beitrag von lexes » Mi 3. Jan 2018, 21:59

Sehr spaßig ..... wer kommt auf solche Ideen ... klasse

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Re: Das Nichtbinär-Wiki

Post 4 im Thema

Beitrag von Jenina » Do 4. Jan 2018, 07:50

lexes hat geschrieben:
Mi 3. Jan 2018, 21:59
Sehr spaßig ..... wer kommt auf solche Ideen ... klasse
Spaßig? Ich glaube die meinen das Ernst. Als Nibi Pama und Ohlta (geil! - klingt nach "Hey Alta") muss ich das mal meinen Herzmensch erklären. Ob sie es überlebt? - vor lachen meine ich.

Jenina
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Re: Das Nichtbinär-Wiki

Post 5 im Thema

Beitrag von Jaddy » Do 4. Jan 2018, 09:18

Es ist eher spaßiger Ernst. Keine Sprache zu haben, die den betreffenden Menschen gerecht wird, ist unangenehm. Sowohl für Enbys, als auch für ihre Mitmenschen, die sie nicht angemessen ansprechen oder benennen können.

Spaßig aber, weil spielen und experimentieren aktuell die einzige Möglichkeit ist.

Sprache kann letztlich nicht dekretiert, sondern nur durch Gewöhnung etabliert werden. Irgendwelche Wörter und Wendungen werden sich im Alltag durchsetzen, und uns in einem Jahrzehnt genauso gewöhnlich erscheinen wie „Smartphone“.

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Re: Das Nichtbinär-Wiki

Post 6 im Thema

Beitrag von Jenina » Do 4. Jan 2018, 11:21

Jaddy,

bitte nicht falsch verstehen wenn ich einen kleinen Spass gemacht habe. Aber manches ist einfach zu bemüht*.

Aber Du kannst versichert sein, dass ich als nichtbinärer Transvestit ein sehr großes Interesse habe die überholten binären Modelle aller Couleur zu überwinden. Dazu zähle ich auch die von manchen Transsexuellen vertretenen strikten Modelle.

Sprache ist ja nur eine kleiner Bestandteil des ganzen. Es wäre mir auch lieb wenn es eine Anrede, ein Pronomen und alles damit zusammenhängende an Bezeichnungen gäbe. Aber Sprache ist halt auch eine ganz konservative Geschichte, träge und faul. Man muss sich auch einigen - schwer wo wir noch nicht mal den Arsch in der Hose haben Transe als Geusenwort für unsere Sache zu verwenden.

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Re: Das Nichtbinär-Wiki

Post 7 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » So 7. Jan 2018, 12:55

.. Was soll jetzt Mau Doll dazu sagen? Eigentlich hat Jenina schon alles gesagt. Transmenschen sind eine Minderheit, - so etwa 0,5% der Bevölkerung, wenn ich noch richtig informiert bin. Non-binär sind noch weniger. Wenn sich also Änderungen bei der Sprache durchsetzen, werden sich nur wenige wirklich damit auseinander setzen. Mir genügt es daher, wenn man mich als Frau sieht und auch so anspricht. Es muss nicht jeder wissen, dass ich mich irgendwo dazwischen fühle. Bekannte sprechen mich einfach mit "Nicole" an - ohne Mau, Frann, Fron, Perx oder ähnlichem. Und warum soll ein Kind Frau Onkel oder Herrn Oma auch nicht einfach mit dem Vornamen anreden?

Wenn mich jemand fragt, was ich bin, sage ich einfach "Transe" (Geusenwort hin oder her). Würde ich "non-binär" sagen, müsste ich erst einmal lange erklären, was das ist.

LG Nicole
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

Jaddy
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Re: Das Nichtbinär-Wiki

Post 8 im Thema

Beitrag von Jaddy » So 7. Jan 2018, 18:29

Nicole Doll hat geschrieben:
So 7. Jan 2018, 12:55
.. Was soll jetzt Mau Doll dazu sagen? Eigentlich hat Jenina schon alles gesagt. Transmenschen sind eine Minderheit, - so etwa 0,5% der Bevölkerung, wenn ich noch richtig informiert bin. Non-binär sind noch weniger. Wenn sich also Änderungen bei der Sprache durchsetzen, werden sich nur wenige wirklich damit auseinander setzen. Mir genügt es daher, wenn man mich als Frau sieht und auch so anspricht. Es muss nicht jeder wissen, dass ich mich irgendwo dazwischen fühle. Bekannte sprechen mich einfach mit "Nicole" an - ohne Mau, Frann, Fron, Perx oder ähnlichem. Und warum soll ein Kind Frau Onkel oder Herrn Oma auch nicht einfach mit dem Vornamen anreden?

Wenn mich jemand fragt, was ich bin, sage ich einfach "Transe" (Geusenwort hin oder her). Würde ich "non-binär" sagen, müsste ich erst einmal lange erklären, was das ist.

LG Nicole
Prima für dich, für andere eben nicht. Ich weiss nicht, ob du es so meintest, aber nehme das Statement mal als Aufhänger: Es geht überhaupt nicht darum, quasi per Kommission irgendwelche allgemeingültigen Lösungen zu dekretieren. Keine Vorschriften, keine Einengungen, niemandem soll irgendwas weggenommen werden. Menschen sind vielfätig sind und diese Vielfalt wird erst langsam wirklich sichtbar. Die wenigen Prozent hatten bisher mangels Kontakt noch gar nicht die Möglichkeit, sich miteinander auszutauschen und soetwas wie Begriffe, Umgangsformen und Konventionen zu (er)finden. Was ich aber in der kurzen Zeit, die ich jetzt mit anderen Enbys verbringen durfte gelernt habe ist, dass das Recht jedes Menschen zur Selbstdefinition über alle Zuschreibungen gestellt wird.

Aus der Perspektive sind eigentlich alle Kommentare in Richtung "Regelung", "Vereinheitlichung" oder "das ist alles übertrieben" völlig widersinnig. Überspitzt gesagt: Entweder man respektiert, dass jemand sich selbst in einer ganz persönlichen Art sieht, beschreibt und sprachlich verortet - oder man ist ein A***loch, denn der Effekt des nicht-respektierens ist eine ungewollte Zuschreibung. Und das kennen wir ja wohl alle. Der Punkt ist aber: Wie sich irgendjemand einordnet oder angesprochen werden möchte nimmt niemand anderem das Recht, das für sich völlig anders zu lösen.

Aber konkret zu Deiner Lösung und weshalb ich für mich nicht "Transe" verwenden würde, sondern bewusst "nicht-binär" oder kurz Enby/Enbi: Transe ist ein bekanntes Wort, das bei vielen Menschen mit eher abwertenden Attributen verknüpft ist. Die Selbstironie kommt nicht immer durch, gerade schriftlich nicht. Es ist zudem mit binärem Geschlecht verbunden. Es kann über Jahre hinweg gelingen, solche Wörter zurück zu erobern und positiver umzuwerten. Bei schwul ist es so ein bisschen gelungen. Das Wort wird aber immer noch als Schimpfwort verwendet. Sprich: Bei Transe ist die Umgebung und Situation, in der man es gebraucht sehr wichtig.

Wenn ich einen neuen Begriff verwende, muss ich zwar erklären, habe damit aber auch erst mal die Deutungshoheit bei mir. Mit ein bisschen Glück kann ich im Hirn gegenüber neue Denkpfade bilden und die genderbinäre Denke aufweichen oder erweitern.

Und nicht zuletzt ist es mir persönlich schon wichtig, dass mir weder eine rein männliche, noch eine ren weibliche Rolle zugschrieben wird. Da komme ich, für mich, mit "Trans*" und den damit verknüpften Assoziation bei den meisten binären Menschen nicht weiter.

Ich finde Sprache übrigens gar nicht so träge, @Jenina. Jedes Jahr kommen viele neue Wörter hinzu, andere verschwinden langsam. Je breiter ein Thema diskutiert wird, umso schneller geht das. Smartphone, Navi, Hipster, Emo, Helikopter-Eltern zum Beispiel sind keine 10 Jahre alt. Googlen ist als Verb schon lange im Duden. "Coffee to go" gibt's meines Wissens nur in Deutschland (so wie "Handy"). Viele kennen schon ein Bento, kaum einer mehr ein Jausenbrot. Diese Wörter sind nicht durch irgendeine Einigung in den Sprachgebrauch gekommen, sondern durch Benutzung und Gewöhnung. Es werden sich vermutlich wieder jene durchsetzen, die am bequemsten zu sprechen sind. Enby lässt sich besser sprechen als nicht-binär. Aus genau dem Grund hat sich das x von Lann H auch nicht durchgesetzt und alle Schreibenden ringen mit Binnen-I, *, "." oder "_".

Für mich ist das erst mal sehr viel Spass und experimentieren. Mit jeder neuen Wortschöpfung sind auch neue Ideen verbunden. Sich darüber auszutauschen ist lebendige Kultur. Und das finde ich großartigund inspirierend.

(Wie man merkt werde ich nur dann kiebig, wenn jemand diese Lebendigkeit einschränken oder durch streamlining abtöten will...)

Valerie Bellegarde
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Re: Das Nichtbinär-Wiki

Post 9 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » So 7. Jan 2018, 18:47

Hallo Jaddy,
"Liebschaft" war doch schon mal da, und bestimmt hat schon Luther auch ab und zu von der "Buhlschaft" geschrieben, wenn es mal sexuell wurde. Aber alles in allem: HUT AB ! Das ist ein sehr interessanter, positiver und bestimmt auch effektiver Ansatz für Enbys wie dich, die politisch etwas bewirken wollen. Hast du eigentlich mal das Buch von Benjamin Lee Whorf gelesen: "Sprache, Denken, Wirklichkeit" (rororo, cirka 1963), ist hier auch zu empfehlen. Linguistik ist also nichts ganz so Neues.

LG, Valerie

Jaddy
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Re: Das Nichtbinär-Wiki

Post 10 im Thema

Beitrag von Jaddy » So 7. Jan 2018, 19:45

Valerie Bellegarde hat geschrieben:
So 7. Jan 2018, 18:47
Hast du eigentlich mal das Buch von Benjamin Lee Whorf gelesen: "Sprache, Denken, Wirklichkeit" (rororo, cirka 1963), ist hier auch zu empfehlen. Linguistik ist also nichts ganz so Neues.
Hihi, danke für die Erinnerung an das Buch. Der Name ist mir im Zusammenhang mit dem Film "Arrival" begegnet. Sapir-Whorf-Hypothese. Sollte ich wirklich mal lesen.

Cybill
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Re: Das Nichtbinär-Wiki

Post 11 im Thema

Beitrag von Cybill » Mo 8. Jan 2018, 07:40

Mein Katzen habendas Ganze schon verstanden und nennen mich seit jeher: "Mau". )..)c

-Cy
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Mina
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Re: Das Nichtbinär-Wiki

Post 12 im Thema

Beitrag von Mina » Fr 9. Mär 2018, 16:14

Interessante Erfahrungen und Aspekte eines "Menschen".

Disclaimer: Die Gesamtaussage in folgenden Video spiegelt nicht die meine wieder.


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Re: Das Nichtbinär-Wiki

Post 13 im Thema

Beitrag von Sasha » Fr 9. Mär 2018, 17:55

Jaddy hat geschrieben:
Mi 3. Jan 2018, 21:40

Und über die Links habe ich das Blog von Sasha gefunden, insbesondere die Übersicht nichtbinärer Geschlechtsidentitäen.
Hallo,

ich möchte der Richtigheit halber darauf hinweisen, daß NICHT ICH (hier angemeldet als "Sasha") Betreiber dieses Blogs bin, sondern irgendjemand anders - nur für alle Fälle ......

LG Sasha
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Re: Das Nichtbinär-Wiki

Post 14 im Thema

Beitrag von Sasha » Fr 9. Mär 2018, 18:00

Jaddy hat geschrieben:
Mi 3. Jan 2018, 21:40

Ich mag die nichtbinären Wörter.
ach ja, ich vergaß zu sagen: sehr viele hier schon lange oder auch nur kurz lebende Menschen haben Schwierigkeiten zu lesen und zu schreiben. Der Unfug mit diesen neuen Begrifflichkeiten und Ausfomulierungen unendlicher Varianten schreit m.E. zum Himmel. Herr, laß Hirn regnen...

Sasha
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Re: Das Nichtbinär-Wiki

Post 15 im Thema

Beitrag von Jaddy » Fr 9. Mär 2018, 18:44

Hach ja :) So ähnlich habe ich das hier auch erlebt (TransCafe, einmal monatlich in Bremen). Ähnliche Menschen, auch was Aussehen und Sprache betrifft. Neben binären Transpersonen sehr hoher Anteil genderqueere, Enbis. Ich finde es durchaus spannend. Einerseits mal mit Sprache zu spielen, explizit drauf zu achten, immer erst aufs Schildchen gucken, wie die Person gegenüber angesprochen werden möchte. Gendergap mitsprechen ist auch ne feine Übung. Er und sie vermeiden, inklusiv formulieren, usw.

Die Themen sind auch durchaus vielfältig hier, aber nur wenig bezieht sich auf Enbi-Probleme. Da viele sehr junge Menschen dabei sind, dreht sich viel um Schule, Ausbildung, Studium, aber auch Familie, Geldmangel, Therapie, etc.

Am meisten hat mir beim ersten Besuch gegeben, mal abwechslungsweise in der Mehrheit zu sein; unter Menschen, die wahrnehmen, akzeptieren und respektieren, dass man nicht auf die Rolle des (teilweise) sichtbaren Geschlechts reduziert werden möchte. Das war und ist schön, und gibt einen Eindruck, wie es mal allgemein sein könnte :)

Und deshalb müssen es auch nicht unbedingt Genderthemen sein. Also für mich.

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