Ritzen
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Lebensplanung, Standorte
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Karla
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Re: Ritzen

Post 1 im Thema

Beitrag von Karla »

a) bleib von den Arterien weg!
b) meine Piercings (Brustwarze) hab ich mir stechen lassen, nachdem ich nach über 22 Jahren im Job rausgemobt wurde -
manchmal brauchts auch ein Ritual!
LG Elly
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
Christine DarkJoker
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Re: Ritzen

Post 2 im Thema

Beitrag von Christine DarkJoker »

Hey Delfi,

Ich persönlich ritze zwar nicht, meine Frau allerdings schon seit ich sie kennengelernt habe. Anfangs sogar sehr sehr häufig, mittlerweile kaum noch, dann aber ist ihr "Rückfall" um so heftiger.

Sie selbst sagt, dass sie mittlerweile nur noch zur Klinge greift, wenn sie keine andere Möglichkeit mehr sieht, ihre Anspannung abzubauen. Bis es soweit war, hat sie allerdings auch jahrelange Therapie mit diversen Verlängerungen und Klinikaufenthalt hinter sich gebracht. Und selbst jetzt gibt es immer noch Situationen, in der sie es nicht verhindern kann.

Ohne dir zu nahe treten zu wollen: aber bist du dir sicher, dass du die Narben wirklich schön findest? Meine Frau zum Beispiel weigert sich mittlerweile, ärmellos zu tragen, weil ihr Oberarm mit Narben voll ist. Und auch wenn ich mir beinah sicher bin, dass sie die in ihrer "Anfangszeit" gar nicht so schlimm fand, kommt irgendwann zwangsläufig das böse Erwachen.

Letzten Endes war es auch bei ihr nur der Ausdruck von angestauter Anspannung, den sie nicht anders verarbeiten könnte.
Vielleicht könntest du das nächste mal andere Möglichkeiten versuchen, die nicht so langanhaltende Folgen mit sich ziehen, bis du soweit bist, dass es gar nicht mehr soweit kommen muss?
Einfallen würden mir da auf Schlag so sachen wie auf Chili-Schoten beißen, eine eiskalte Dusche nehmen, alles was zwar irgendwo wehtut, aber keine wirklichen Schäden hervorruft.

Liebe Grüße Christine
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Maria T
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Re: Ritzen

Post 3 im Thema

Beitrag von Maria T »

Hey,
Klingt nach borderline.
Hab ne gute Freundin die genauso ist.
Hoffe deine Psychologin hat dir paar Skills gegeben.
Es gibt viele gruppen bei Facebook die sich damit beschäftigen und teilweise auch gut helfen können.
Ich hab Depression mit borderline Anteilen, mal mehr mal weniger. Mittlerweile kann ich damit umgehen.
LG Maria
Einfach ist am schwersten.
Christine DarkJoker
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Re: Ritzen

Post 4 im Thema

Beitrag von Christine DarkJoker »

Delfinium hat geschrieben: Sa 16. Dez 2017, 20:34 dann schäme ich mich und heule weil ich mich "verunstaltet" habe..
Dann bist du in der Realität angekommen, nach ein paar Jahren wirst es noch mehr Bereuen als jetzt. Du hast immer eine Art Tripp die zu einer Sucht werden kann und jedes mal nach so ein Tripp bekommst du eine Klatsche von der Realität. Du solltest wie es hier schon gesagt wurde andere Möglichkeiten suchen die dir deine Anspannung nehmen. Dafür musst du lernen rechtzeitig zu merken wann diese Anspannungen kommen um dann auch gleich zu handeln.
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Re: Ritzen

Post 5 im Thema

Beitrag von Britt »

Hi,
irgendwie kommt mir hier einiges bekannt vor. Ich habe mit 11 oder 12 Jahren angefangen zu schneiden (das war ende der 70er). Anfangs nur im Genitalbereich. Dann hatte ich einen Bericht über Ritzen im Fernsehen gesehen, und sofort daran gefallen gefunden. Irgendwann hatte ich mich auch mal die Zunge durchgeschnitten. Wenn man dann genießt hat, hat es im Mund weh getan, und das jucken und die Schmerzen an den anderen Körperstellen (aufgerissene Haut wegen der Schuppenflechte) war weg. Das war ein Schönes Gefühl. Warum ich das gemacht habe, keine Ahnung. Irgendwie habe ich mich dann besser gefühlt. Dann hatte ich mal ein Mädchen mit Brandwunden gesehen. Die Narben sind größer geworden als ich wollte"¦.
Aufgehört, besser gesagt immer seltener geritzt, hatte ich dann, als ich mich aufgegebenen hatte. Da war ich Anfang 20. Dann kamen Alkohol und andere Drogen ins Spiel. Nichts gerade zum nachahmen.
Nach meinem abgebrochen Studium hatte ich mich dann irgendwie wieder gefangen. Ich habe angefangen zu arbeiten. Außer Alkohol/Nikotin keine Drogen mehr. Das ist nun 25 Jahre her.
So oft war es auch nicht gewesen dass ich mir selbst weh getan habe. Ich denke so um die 30 Mal, vielleicht öfter.
Es ist nun schon fast 10 Jahre her, dass ich mich das letzte mal selbst verletzt habe. Alkohol trinke ich inzwischen nur noch in Gesellschaft.
In meinem TS Lebenslauf steht nichts davon drin, da die Krankenkasse Selbstverletzung gegen einen verwenden kann. Man hat dann einen instabilen Zustand.

Liebe Grüße,
Britt
Joe95
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Re: Ritzen

Post 6 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Hallo Delfinium...
Wenn ich das alles von dir lese fallen mir zwei Dinge auf:
Du möchtest nicht "machen müssen" nur um des machens willen.
Du weist wie es ist, wenn es einem richtig schlecht geht.

Vielleicht fehlt dir eine Aufgabe?
Etwas, was du erreichen möchtest.
Jemand, um den du dich kümmern kannst.

Ich überlege ob es etwas gibt, wo du jemandem helfen kannst, ohne das du gezwungen bist dann und dann dort dieses oder jenes zu tun.
Es gibt so sehr viele Wesen auf dieser Welt, die deine Hilfe brauchen und vielleicht hilft es dir zu sehen was du selber bewirken kannst.

Meine Gedanken halt...
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
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Re: Ritzen

Post 7 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2022-03-18 »

Hi Delfi :)
Ich kann das durchaus nachvollziehen, dass du die Sache an sich und die Narben schön findest.
Bis vor 8 Jahren habe ich diesen Blödsinn auch sehr exzessiv betrieben und hab mich nicht mal mit den frischen Schnitten draußen geschämt, obwohl es wirklich heftig und total eklig aussah, da es meistens auch total entzündet und eitrig war. Anschließend dachte ich die nächsten 2-3 Jahre auch, dass die Dinger einfach zu mir gehören und ich hab sie nicht versteckt.
Ich kann es nicht mal genau sagen warum ich das überhaupt gemacht hatte. Vermutlich war es eine Mischung aus fremd fühlen wie mein Körper ist (weil als hässlich empfand ich mich noch nie) und etwas zu spüren, da ich damals mit meinen Emotionen nicht klar kam, bzw. außer Verzweiflung/innere Leere keine hatte. Ich denke es war einfach eine Psychose, da ich nachdem ich das ein paar Jahre gemacht hatte, bis heute absolut keinen Drang mehr danach verspürt habe :) (auch nicht wenn ich mal sehr depressiv oder traurig bin)
Auf alle Fälle, ist es mir mittlerweile sehr unangenehm, wenn man es sehen kann. An beiden Oberarmen jeweils 10-15 Narben die hügelig und teilweise fast 1 cm breit sind fällt einfach auf :(
Du kannst sowas nur mit einem Laser wegmachen lassen und das ist extrem teuer. Je nach aufwand können es ein paar Tausend € sein, mit fragwürdigem Ergebnis, da es keine Garantie gibt, wie effektiv es wirkt!
Ich habe mir mittlerweile den kompletten linken Oberarm mit einem Phönix zutätowieren lassen, da sieht man jetzt zum Glück so gut wie gar nichts mehr :) Das hat zwar auch knapp 700€ gekostet aber besser als so entstellt rumlaufen zu müssen.
Ich wünsche dir auf alle Fälle, dass du irgendwie davon loskommst :/ (ki)

LG, Alex
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