Ich liebe die Geschichten hier und sehne jede Folge von zum Beispiel "Ostwind", "Doku-Soap" oder Narea's Geschichte(n) regelrecht herbei. Gestern nun bin ich bei der Lektüre der aktuellen Folge von Doku-Soap an einer Stelle hängen geblieben, wo ihre Therapeutin der Heldin Laura von mexikanischen und Südseestämmen erzählt, wo Söhne schon mal als Töchter großgezogen werden. Mein Interesse war geweckt und Recherchen brachten mich unter Anderem zu unten angefügter Passage vom beigefügten Link.
Die Autorin Veronika Bennholdt-Thomsen beschreibt da, dass sie den entspannten Umgang dieses matriarchalisch organisierten Stammes mit dem "dritten Geschlecht" anfangs für Toleranz gehalten hatte. Dann fiel ihr auf, dass Toleranz für so viel Anerkennung der falsche Begriff ist.
An der Stelle musste ich mich ein wenig zurücklehnen und nachdenken: ja, Toleranz heißt doch, ich finde dich doof - aber ich benachteilige dich deswegen nicht. Wenn ich im Rock durch Berlin Mitte stiefele und ( überwiegend ) Frauen mich anerkennend anlächeln und ansprechen, dann ist das kein Akt der Toleranz, sondern eben Anerkennung und das ist sehr viel mehr!
Seid ihr mit meinen Begriffedefinitionen einverstanden?
http://matriarchat.info/suedamerika/das ... lecht.html
Bis zu diesem Abend hatte ich die Haltung der Juchitecos gegenüber den Muxe's als besonders großherzige Toleranz verstanden. Nun musste ich feststellen, dass meine Interpretation nur von den eigenen kulturellen Mustern geprägt war. Miguel wurde mit so viel Respekt behandelt, und er strahlte eine solch selbstverständliche, lässige Autorität aus, man begegnete ihm mit so viel unverstellter Zuvorkommenheit, dass "Toleranz" dafür ein viel zu abfällig gefärbtes Wort war.