Wirtschaftswoche: eine dumme Kolumne mit Unwahrheiten?!
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Anne-Mette
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Wirtschaftswoche: eine dumme Kolumne mit Unwahrheiten?!
Moin,
"Deutschland gehört zu den wenigen Ländern in der Welt, die neben den biologischen Geschlechtern Mann und Frau auch noch das "dritte Geschlecht" anerkennen".
Es ist die Frage, woher er diese Info hat. Von den vergeblichen Kämpfen für einen "dritten Geschlechtseintrag" (und den anderen Varianten) haben sie in seinem Redaktions-Team wohl noch nichts gehört oder gelesen.
Ich weiß, es ist eine Kolumne mit der Überschrift "Werner knallhart | Der Gender-* diskriminiert alle Gender", aber so viel Falsches und Merkwürdiges, das schafft selbst Fleischhauer kaum.
Was ich in den letzten Tagen mehrfach gehört und gelesen habe: Die "Facebook-Geschlechtseintrag-Wahlmöglichkeiten" werden verwechselt mit tatsächlichen Wünschen/Forderungen und gesetzlichen Regelungen.
Neben dem biologischen Geschlecht, dem Sex, gibt es auch das soziale Geschlecht, Gender, also das, in dem man sich als sich selbst fühlt, unabhängig von seinen biologischen Geschlechtsmerkmalen. Üblich und anerkannt sind hier ganze 60:
Im zweiten Teil geht es um "Sprechbare Bezeichnungen".
Sicherlich ein Thema, über das gesprochen und nachgedacht werden sollte, aber wenn ich mir die ganzen Äußerungen ansehe, die davor in seiner Kolumne stehen, dann ist die Frage, ob sich an der Stelle so eine Auseinandersetzung lohnt.
http://www.wiwo.de/politik/deutschland/ ... 06140.html
Gruß
Anne-Mette
"Deutschland gehört zu den wenigen Ländern in der Welt, die neben den biologischen Geschlechtern Mann und Frau auch noch das "dritte Geschlecht" anerkennen".
Es ist die Frage, woher er diese Info hat. Von den vergeblichen Kämpfen für einen "dritten Geschlechtseintrag" (und den anderen Varianten) haben sie in seinem Redaktions-Team wohl noch nichts gehört oder gelesen.
Ich weiß, es ist eine Kolumne mit der Überschrift "Werner knallhart | Der Gender-* diskriminiert alle Gender", aber so viel Falsches und Merkwürdiges, das schafft selbst Fleischhauer kaum.
Was ich in den letzten Tagen mehrfach gehört und gelesen habe: Die "Facebook-Geschlechtseintrag-Wahlmöglichkeiten" werden verwechselt mit tatsächlichen Wünschen/Forderungen und gesetzlichen Regelungen.
Neben dem biologischen Geschlecht, dem Sex, gibt es auch das soziale Geschlecht, Gender, also das, in dem man sich als sich selbst fühlt, unabhängig von seinen biologischen Geschlechtsmerkmalen. Üblich und anerkannt sind hier ganze 60:
Im zweiten Teil geht es um "Sprechbare Bezeichnungen".
Sicherlich ein Thema, über das gesprochen und nachgedacht werden sollte, aber wenn ich mir die ganzen Äußerungen ansehe, die davor in seiner Kolumne stehen, dann ist die Frage, ob sich an der Stelle so eine Auseinandersetzung lohnt.
http://www.wiwo.de/politik/deutschland/ ... 06140.html
Gruß
Anne-Mette
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Michi
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Re: Wirtschaftswoche: eine dumme Kolumne mit Unwahrheiten?!
Hallo Anne-Mette,
das Dumme an solchen "Beiträgen" ist, dass sie sich zwar vordergründig neutral geben, aber eher konservative Stimmungen und Ablehnung schüren. Es geht weniger um Tatsachen, als um das Gefühl. Da können ein paar Unwahrheiten sicher helfen, gleich ob nun gezielt eingestreut, oder unbewusst aus der ablehnenden Haltung des Verfasseres entsprungen.
Liebe Grüße
Michi
das Dumme an solchen "Beiträgen" ist, dass sie sich zwar vordergründig neutral geben, aber eher konservative Stimmungen und Ablehnung schüren. Es geht weniger um Tatsachen, als um das Gefühl. Da können ein paar Unwahrheiten sicher helfen, gleich ob nun gezielt eingestreut, oder unbewusst aus der ablehnenden Haltung des Verfasseres entsprungen.
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Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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conny
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Re: Wirtschaftswoche: eine dumme Kolumne mit Unwahrheiten?!
Grundsätzlich ja, denn Aufklärung tut bitter Not, wie man sieht. Gemeinsames Aufregen hier im Forum (was sicher geschehen wird) bringt ja nichts. In diesem Fall wäre ein Lesebrief wohl etwas länger, aber trotzdem.Anne-Mette hat geschrieben:...dann ist die Frage, ob sich an der Stelle so eine Auseinandersetzung lohnt.
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Anne-Mette
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Re: Wirtschaftswoche: eine dumme Kolumne mit Unwahrheiten?!
Moin,
ich habe den Eindruck, dass sehr gezielt Unwahrheiten verbreitet werden.
Dabei werden die Anliegen vieler ernsthafter Menschen lächerlich gemacht. Natürlich sind einige Forderungen und Wünsche für weite Teile der Bevölkerung schlecht nachzuvollziehen; aber wenn es die Gelegenheit gibt, zu informieren und zu diskutieren, dann hätten wir gute Möglichkeiten, um etwas zu erreichen.
Viele Menschen sind lernfähig.
Das Lächerlichmachen hebt die Diskussion allerdings auf eine Ebene, auf der sich schlecht diskutieren lässt.
Gruß
Anne-Mette
ich habe den Eindruck, dass sehr gezielt Unwahrheiten verbreitet werden.
Dabei werden die Anliegen vieler ernsthafter Menschen lächerlich gemacht. Natürlich sind einige Forderungen und Wünsche für weite Teile der Bevölkerung schlecht nachzuvollziehen; aber wenn es die Gelegenheit gibt, zu informieren und zu diskutieren, dann hätten wir gute Möglichkeiten, um etwas zu erreichen.
Viele Menschen sind lernfähig.
Das Lächerlichmachen hebt die Diskussion allerdings auf eine Ebene, auf der sich schlecht diskutieren lässt.
Gruß
Anne-Mette
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JaquelineL
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Re: Wirtschaftswoche: eine dumme Kolumne mit Unwahrheiten?!
Man kann schlecht mit dummen Menschen diskutieren: Erst ziehen sie Dich auf ihr Niveau hinunter und schlagen Dich dann mit ihrer Erfahrung.
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ab08
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Re: Wirtschaftswoche: eine dumme Kolumne mit Unwahrheiten?!
Hallo,
einzige Möglichkeit, die ich sehe, sich die betreffende Person, hier "Marcus Werner" zu merken und künftig genau zu beobachten.
Anschließend besteht die Möglichkeit zu weiteren Veröffentlichungen dieser Person öffentlich Stellung zu nehmen.
Entweder ändern sich dann die Beiträge dieser Person, da sie einsichtig ist,
... oder zumindest wird anderen klar, "wes Geistes Kind" die Person ist
Liebe Grüße
Andrea
einzige Möglichkeit, die ich sehe, sich die betreffende Person, hier "Marcus Werner" zu merken und künftig genau zu beobachten.
Anschließend besteht die Möglichkeit zu weiteren Veröffentlichungen dieser Person öffentlich Stellung zu nehmen.
Entweder ändern sich dann die Beiträge dieser Person, da sie einsichtig ist,
... oder zumindest wird anderen klar, "wes Geistes Kind" die Person ist
Liebe Grüße
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conny
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Re: Wirtschaftswoche: eine dumme Kolumne mit Unwahrheiten?!
ab08 schrieb:
"Anschließend besteht die Möglichkeit zu weiteren Veröffentlichungen dieser Person öffentlich Stellung zu nehmen."
Und warum nicht jetzt? So könnte man auch die regelmäßigen LeserInnen mit einem entsprechenden Kommentar zu diesem Artikel aufklären.
Übrigens: Miriam Meckel ist Chefredakteurin der Wirtschaftswoche und Lebensgefährtin von Anne Will.
"Anschließend besteht die Möglichkeit zu weiteren Veröffentlichungen dieser Person öffentlich Stellung zu nehmen."
Und warum nicht jetzt? So könnte man auch die regelmäßigen LeserInnen mit einem entsprechenden Kommentar zu diesem Artikel aufklären.
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Anne-Mette
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Re: Wirtschaftswoche: eine dumme Kolumne mit Unwahrheiten?!
Moin,
"Kolumne" ist in diesen Tagen ein recht beliebtes Mittel, auf Unter-Stammtischniveau ein paar Gedanken unter's Volk zu bringen.
Ein weiteres Beispiel: die Kolumne von Professor Dr. Harald Welzer in der National Gegraphic Januar 2017.
Auffällig, dass sich mehrere "Kolumnen" mit den Themen Transsexualität, Intersexualität, Gender beschäftigen.
Dann würde ich den Satz
Gruß
Anne-Mette
"Kolumne" ist in diesen Tagen ein recht beliebtes Mittel, auf Unter-Stammtischniveau ein paar Gedanken unter's Volk zu bringen.
Ein weiteres Beispiel: die Kolumne von Professor Dr. Harald Welzer in der National Gegraphic Januar 2017.
Auffällig, dass sich mehrere "Kolumnen" mit den Themen Transsexualität, Intersexualität, Gender beschäftigen.
Das wäre vielleicht gut gewesen.Er hätte doch besser Satire oder Groteske drüberschreiben sollen damit's wenigstens einigen auffällt.
Dann würde ich den Satz
auch ganz anders interpretieren. So ist er nur ein Äußerung, die nicht den Tatsachen entspricht. Wozu so ein Unfug?"Deutschland gehört zu den wenigen Ländern in der Welt, die neben den biologischen Geschlechtern Mann und Frau auch noch das "dritte Geschlecht" anerkennen".
Gruß
Anne-Mette
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Michi
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Re: Wirtschaftswoche: eine dumme Kolumne mit Unwahrheiten?!
Es würde mich in der Tat sehr interessieren, woher du weißt, worauf er hinaus will?Hedi hat geschrieben:Wenn ich die Kommentare so lese...bin ich die einzige die weiß worauf er hinaus will und die Konzeption der Kolumne verstanden hat?
Nun, mit sowas scheinst du dich ja bestens auszukennen.Hedi hat geschrieben:Die bisherigen Kommentare sind z.T. riskante Schnellschüsse ohne Nachzudenken [...]
Ich ziehe es vor, genau diesen Text zu bewerten. Dass ein Mensch zuweilen Kluges sagte oder schrieb, ist nur ein sehr schwaches Indiz dafür, dass dies für jede seiner Verlautbarungen gilt.Hedi hat geschrieben:Herrn Werner zu Unrecht vorgeworfen werden. Einem Juristen und Journalisten der Wiwo und öffentlich-rechtlichen einfach mal Dummheit und rechte Gesinnung vor die Füsse zu schmeissen ist nicht gerade ladylike-ToleranzVielleicht hätte man sich vorher mal die anderen Kolumnen von ihm ansehen sollen ob sich diese Beschuldigungen halten lassen?
Da muss ich gleich noch André Gide zitieren: "Die Anzahl der Dummheiten, die ein intelligenter Mensch im Lauf eines Tages sagen kann, ist unglaublich."
Wenn er das Stilmittel nicht beherrscht, sollte er vielleicht ein anderes wählen. Aber jede Dummheit hinterher mit Satire erklären zu wollen,scheint sich in letzter Zeit zu einer beliebten Ausrede zu mausern.Hedi hat geschrieben:Er hätte doch besser Satire oder Groteske drüberschreiben sollen damit's wenigstens einigen auffällt.
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Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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ab08
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Re: Wirtschaftswoche: eine dumme Kolumne mit Unwahrheiten?!
Liebe Conny,conny hat geschrieben:ab08 schrieb:
"Anschließend besteht die Möglichkeit zu weiteren Veröffentlichungen dieser Person öffentlich Stellung zu nehmen."
Und warum nicht jetzt? So könnte man auch die regelmäßigen LeserInnen mit einem entsprechenden Kommentar zu diesem Artikel aufklären.
Übrigens: Miriam Meckel ist Chefredakteurin der Wirtschaftswoche und Lebensgefährtin von Anne Will.
um Deine Frage zu beantworten "das kann jede halten, wie sie will"
-> Ich warte eben lieber gern ab und entscheide dann, nach längerer Überlegung/Prüfung, wann ich mich einschalte.
Natürlich kann man auch sofort reagieren, aber in der heutigen Zeit besteht dann immer die Gefahr eines "shitstorms" und bei sowas möchte ich,
mögen die Äußerungen auch ganz unmöglich sein/was hier meinem Eindruck nach nicht der Fall ist/, keinesfalls dabei sein
Sofort reagieren, das ist bei Schwächen*) in Presseartikeln selten mein Weg, sollen halt andere machen...
Liebe Größe
Andrea
P.S. Ganz herzlichen Dank für Deine Hintergrundinformation!
*) Bei positiven Artikeln zögere ich selten und lobe meist schnell.
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Marielle
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Re: Wirtschaftswoche: eine dumme Kolumne mit Unwahrheiten?!
"Hallo Leute" *,
eigentlich hatte ich mir nach den hiesigen Threads zum Welzer-Artikel in der NG und zur Hauptschen Einlassung zum informed consent eine vorläufige Schreibsperre verordnet. Ich wollte prüfen, ob sich meine Sicht der Dinge in kurzer Zeit radikal geändert haben könnte oder ob sich irgendwas anderes verändert hat, was mich neuerdings in Opposition zu meiner eigenen Community stellt und mir sogar Likes einbringt, die ich ganz bestimmt nicht haben will. Eine Antwort habe ich noch nicht gefunden, aber mich beschleicht grade ein Verdacht, weshalb ich die Schreibsperre vorübergehend aufhebe.
Die Wirtschaftswoche !, ein reichlich konservatives Blatt (sogar Pflichtpublikationsorgan der Börse), befasst sich mit dem Unterstrich bzw. dem Sternchen. National Geographic macht ein komplettes Heft unter dem Titel 'Gender' ..... hmm.
Ja, natürlich hat der Beitrag von Harald Welzer in der NG deutliche Schwächen und Ja, natürlich ist die Aussage zur Anerkennung eines dritten Geschlechts in Deutschland mindestens verkürzt, weil die daran geknüpfte Bedingung 'mit uneindeutigen äusseren Geschlechtsmerkmalen neugeboren' nicht genannt wird. Aber diese Texte sind doch ganz was anderes, als die polemisch-tendenziösen Ergüsse von Leuten wie Fleischhauer, Kelle, Beverförde, Pirinci oder, direkt aus der Community, Frau Nowicki (bei Tichy, der mal Chefredakteur der WiWo war) und wer da sonst noch so gegen Respekt und Vielfalt rumtextet.
Welzer und Werner stellen ihre Ansichten dar, dabei sind sie manchmal ungenau bis falsch informiert und vielleicht sogar stellenweise auch ironisch oder gar polemisch. Aber mal ehrlich: Die haben auch ein Recht auf ihre Ansicht. Und sofern sie nicht gegen grundsätzliche Regeln des Anstands und Respekts verstossen, wie es die anderen, oben genannten rechtsaussen-maskulinistisch-rückwärtsgewandten Schreiber_innen tun, sollten wir mit denen reden, nicht über sie**.
Man kann und darf gegen * und _ in der Sprache sein (Werner), man kann und darf es beklagen, dass alles Machbare auch gemacht wird (Welzer) und man kann und darf auch gegen diese Ansichten sein und dagegen argumentieren. Das sollten wir tun, um nicht irgendwann so wahrgenommen zu werden, wie Frau S., die über Jahre sämtliche Kommentarbereiche mit kleinkariertem Gejammer Widerspruch vollgeschrieben hat; bis sie von (fast) niemandem in irgendwelchen Redaktionen mehr ernst genommen wurde.
Nochmal zurück zu meiner Sicht der Dinge: Könnte es vielleicht sein, dass sich 'dort draussen' etwas verändert hat? Und könnte es weiterhin sein, dass das bei uns noch nicht so ganz richtig ankommt und es uns womöglich, hier und da, an vernünftig argumentierten Standpunkten fehlt, die wir in den Diskurs einbringen könnten/müssten? Oder sollte doch ich plötzlich radikal doof geworden sein, nicht mehr verstehen was vor sich geht und deswegen doch besser die Klappe halten?
Fühlt euch frei mir den Marsch zu blasen und habt es gut
Marielle
@Hedi: Herr Werner irrt meiner Meinung nach, wenn er meint, dass der Unterstrich nicht ohne Verrenkungen sprechbar sei. Es gibt an Universitäten, unter Journalist_innen, in Behörden und anderswo jede Menge Menschen, die "Willkommen liebe Teilnehmer_innen" so elegant aussprechen können, dass sich tatsächlich jede_r willkommen fühlt; ganz ohne mit den Armen zu wedeln.
--------------------------------------------------------------------
*) Zitat von Werner, letzter Satz des Textes in der WiWo
**) Welzer habe ich angeschrieben, Reaktion steht noch aus
eigentlich hatte ich mir nach den hiesigen Threads zum Welzer-Artikel in der NG und zur Hauptschen Einlassung zum informed consent eine vorläufige Schreibsperre verordnet. Ich wollte prüfen, ob sich meine Sicht der Dinge in kurzer Zeit radikal geändert haben könnte oder ob sich irgendwas anderes verändert hat, was mich neuerdings in Opposition zu meiner eigenen Community stellt und mir sogar Likes einbringt, die ich ganz bestimmt nicht haben will. Eine Antwort habe ich noch nicht gefunden, aber mich beschleicht grade ein Verdacht, weshalb ich die Schreibsperre vorübergehend aufhebe.
Die Wirtschaftswoche !, ein reichlich konservatives Blatt (sogar Pflichtpublikationsorgan der Börse), befasst sich mit dem Unterstrich bzw. dem Sternchen. National Geographic macht ein komplettes Heft unter dem Titel 'Gender' ..... hmm.
Ja, natürlich hat der Beitrag von Harald Welzer in der NG deutliche Schwächen und Ja, natürlich ist die Aussage zur Anerkennung eines dritten Geschlechts in Deutschland mindestens verkürzt, weil die daran geknüpfte Bedingung 'mit uneindeutigen äusseren Geschlechtsmerkmalen neugeboren' nicht genannt wird. Aber diese Texte sind doch ganz was anderes, als die polemisch-tendenziösen Ergüsse von Leuten wie Fleischhauer, Kelle, Beverförde, Pirinci oder, direkt aus der Community, Frau Nowicki (bei Tichy, der mal Chefredakteur der WiWo war) und wer da sonst noch so gegen Respekt und Vielfalt rumtextet.
Welzer und Werner stellen ihre Ansichten dar, dabei sind sie manchmal ungenau bis falsch informiert und vielleicht sogar stellenweise auch ironisch oder gar polemisch. Aber mal ehrlich: Die haben auch ein Recht auf ihre Ansicht. Und sofern sie nicht gegen grundsätzliche Regeln des Anstands und Respekts verstossen, wie es die anderen, oben genannten rechtsaussen-maskulinistisch-rückwärtsgewandten Schreiber_innen tun, sollten wir mit denen reden, nicht über sie**.
Man kann und darf gegen * und _ in der Sprache sein (Werner), man kann und darf es beklagen, dass alles Machbare auch gemacht wird (Welzer) und man kann und darf auch gegen diese Ansichten sein und dagegen argumentieren. Das sollten wir tun, um nicht irgendwann so wahrgenommen zu werden, wie Frau S., die über Jahre sämtliche Kommentarbereiche mit kleinkariertem Gejammer Widerspruch vollgeschrieben hat; bis sie von (fast) niemandem in irgendwelchen Redaktionen mehr ernst genommen wurde.
Nochmal zurück zu meiner Sicht der Dinge: Könnte es vielleicht sein, dass sich 'dort draussen' etwas verändert hat? Und könnte es weiterhin sein, dass das bei uns noch nicht so ganz richtig ankommt und es uns womöglich, hier und da, an vernünftig argumentierten Standpunkten fehlt, die wir in den Diskurs einbringen könnten/müssten? Oder sollte doch ich plötzlich radikal doof geworden sein, nicht mehr verstehen was vor sich geht und deswegen doch besser die Klappe halten?
Fühlt euch frei mir den Marsch zu blasen und habt es gut
Marielle
@Hedi: Herr Werner irrt meiner Meinung nach, wenn er meint, dass der Unterstrich nicht ohne Verrenkungen sprechbar sei. Es gibt an Universitäten, unter Journalist_innen, in Behörden und anderswo jede Menge Menschen, die "Willkommen liebe Teilnehmer_innen" so elegant aussprechen können, dass sich tatsächlich jede_r willkommen fühlt; ganz ohne mit den Armen zu wedeln.
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*) Zitat von Werner, letzter Satz des Textes in der WiWo
**) Welzer habe ich angeschrieben, Reaktion steht noch aus
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Anne-Mette
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Re: Wirtschaftswoche: eine dumme Kolumne mit Unwahrheiten?!
Moin Marielle, moin alle,
Gruß
Anne-Mette
könntest Du das noch etwas herausarbeiten und verdeutlichen?Nochmal zurück zu meiner Sicht der Dinge: Könnte es vielleicht sein, dass sich 'dort draussen' etwas verändert hat?
Gruß
Anne-Mette
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JaquelineL
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Re: Wirtschaftswoche: eine dumme Kolumne mit Unwahrheiten?!
Liebe Marielle,
Polemik und Engstirnigkeit berührt mich übrigens bei allen Themen, nicht nur bei gender-bezogenen. Und richtig schlecht wird mir, wenn ich das gleiche bei mir erkennen muss - immerhin habe ich mittlerweile die Lebensreife, um wenigstens in meinem Fall korrigierend eingreifen zu können.
Liebe Grüße
Jackie
da stimme ich Dir explizit zu, doch für mich persönlich gibt es da ein eindeutiges, wenngleich sich nur auf mein Empfinden bezogenes Kriterium: Verallgemeinerung. Wenn sich jemand kritisch mit etwas auseinandersetzt, viele negative Beispiele nennt und sie, nennen wir es trotz fließender Übergänge einfach "sachlich", darstellt und bewertet, so ist dies ein gültiger und von mir ausdrücklich willkommener Diskussionsbeitrag. Doch sobald ich das Gefühl bekomme, dass der Text verallgemeinert, alles in eine Schublade steckt, also umgangssprachlich "auf Stammtischniveau absinkt", dann kann ich das nicht mehr ernst nehmen. Genau dieses Gefühl stellte sich bei mir beim Lesen von Dr. Welzers Beitrag im NG-Sonderheft ein, viele seiner Formulierungen empfand ich als stark polemisch. Vergleichbar ging es mir bei der Lektüre einiger Beiträge von Anne Lawrence und ganz stark bei den Originaltexten von Ray Blanchard, wo ich einen extremen normativen Druck herauszulesen meinte - es gab nur eines, alles andere wurde entweder unter den Tisch gekehrt oder als Fehlinterpretation Unfähiger (meine Worte, nicht die von Blanchard) dargestellt.Marielle hat geschrieben:Man kann und darf gegen * und _ in der Sprache sein (Werner), man kann und darf es beklagen, dass alles Machbare auch gemacht wird (Welzer) und man kann und darf auch gegen diese Ansichten sein und dagegen argumentieren.
Polemik und Engstirnigkeit berührt mich übrigens bei allen Themen, nicht nur bei gender-bezogenen. Und richtig schlecht wird mir, wenn ich das gleiche bei mir erkennen muss - immerhin habe ich mittlerweile die Lebensreife, um wenigstens in meinem Fall korrigierend eingreifen zu können.
Liebe Grüße
Jackie
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Anne-Mette
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Re: Wirtschaftswoche: eine dumme Kolumne mit Unwahrheiten?!
Moin,
Das soll bedeuten: ich stelle erst mir und anderen die Frage, ob der Artikel eine "dumme Kolumne" ist.
Ich stelle auch keine Behauptung auf.
Befremdlich finde ich, dass in der Kolumne "falsche Tatsachen" vermischt werden und als Aufhänger dienen (Intersex-X).
Ich habe nichts gegen Satire, kann auch über mich und "uns" lachen, habe auch Probleme mit einigen _ * - Fraktionen, weil ich auch lese und schreibe und möchte auch nichts gegen Herrn Werner sgen, weil ich keine weiteren Artikel von ihm kenne, die ich zum Maßstab nehmen kann.
Mag sein, dass beim Wort "beobachten" dank negativer Erfahrungen besonders empfindlich reagiert wird, aber man kann auch Vögel beobachten - oder wie sich Autoren entwickeln.
Gruß
Anne-Mette
Vergriffen habe ich mich nicht; Du hast sicherlich übersehen, dass dort erst ein Fragezeichen steht und dann ein Ausrufenzeichen?Ich sehe eine Thread-Überschrift bei der Anne-Mette sich vergriffen hat, und viele plappern's nach.
Das soll bedeuten: ich stelle erst mir und anderen die Frage, ob der Artikel eine "dumme Kolumne" ist.
Ich stelle auch keine Behauptung auf.
Befremdlich finde ich, dass in der Kolumne "falsche Tatsachen" vermischt werden und als Aufhänger dienen (Intersex-X).
Ich habe nichts gegen Satire, kann auch über mich und "uns" lachen, habe auch Probleme mit einigen _ * - Fraktionen, weil ich auch lese und schreibe und möchte auch nichts gegen Herrn Werner sgen, weil ich keine weiteren Artikel von ihm kenne, die ich zum Maßstab nehmen kann.
Mag sein, dass beim Wort "beobachten" dank negativer Erfahrungen besonders empfindlich reagiert wird, aber man kann auch Vögel beobachten - oder wie sich Autoren entwickeln.
Gruß
Anne-Mette
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ab08
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Re: Wirtschaftswoche: eine dumme Kolumne mit Unwahrheiten?!
Liebe Abby,Abby hat geschrieben:Besonders über Andrea (ab08) war ich erschrocken, die ich bisher für sehr liberal hielt und nun Herrn Werner "weiter beobachten" will. Diese Wendung ist für jemanden wie mich, die 38 Jahre in der ehemaligen DDR sozialisiert wurde, mit äußerst unangenehmen Assoziationen verbunden.
bitte, bitte! Ich bitte Dich ganz herzlich um Entschuldigung!! Wir beide haben da offenbar ein -durch den Lebenslauf bedingtes- Verständigungsproblem.
Geboren in Bayern, ein ganzes Leben in Bayern unterrichtet. Tut mir wirklich leid , dass es bei Dir anders ankam.
"Weiter beobachten" war bei weitem nicht so negativ gemeint. Der Artikel wurde hier gepostet und kommentiert. Ich las ihn durch und fand einiges nicht besonders gelungen. - Es störte mich aber auch nicht extrem. - Ergo war ich für abwarten, daher "Weiter beobachten".
Bin halt der Meinung, dass wir, gerade in der heutigen Zeit(!), nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen und sofort reagieren sollten!
Mir geht es darum, zu analysieren, hinter die Dinge zu sehen. - Natürlich liege ich zunächst auch manchmal falsch. - Das macht nix, dann ändere ich eben meinen Standpunkt. - Mir kommt es auf den Kern an. usw. Genau das meinte ich auch, wenn ich schrieb "Weiter beobachten"...
Ich bin liberal (verehrte z.B. immer Hildegard Hamm-Brücher) und bleibe es auch.
Ganz liebe Grüße
Andrea,
der es selten um Recht haben, sondern eher um Ausgleich/Verständigung/das Finden einer gemeinsamen Basis geht
P.S. Im Bezug auf die Qualität des Artikels scheinen wir beide übrigens inhaltlich auf exakt der gleichen Linie zu sein...
Zuletzt geändert von ab08 am Mi 4. Jan 2017, 18:03, insgesamt 5-mal geändert.
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