Alleine im Niemandsland
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Christiane
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Alleine im Niemandsland

Post 1 im Thema

Beitrag von Christiane »

Hallo Zusammen

1. Teil geschrieben am 16.12. um 23.35 Uhr :

Ich muss in meinem letzten Leben ein irrer Serienmörder gewesen sein - anders kann ich mir das Alles nicht mehr erklären.
Oder ich bin für Andere in meiner Nähe der Pech Rabe (man könnte auch sagen Sch...magnet)

Bevor ich hier jetzt einen Heulkrampf kriege, weil ich hier echt besch.. alleine bin, schreib ich jetzt einfach mal los. (wo) (wo)
Bei uns sitzt wieder der "schwarze Mann" mit am Tisch.
Meiner Frau geht es momentan total bescheiden und ich hab sie mit einem Eimer und viel Fenchel-Anis-Kümmeltee ins Bett gebracht.
Ich hoffe, sie kann jetzt etwas schlafen und dass die brutale Übelkeit langsam wieder weggeht. Nachdem ich nun den "Unfall" vor der Keramik aufgewischt ist, sitze ich hier und die eine oder andere Träne rinnt über die Wange.
Die neuen Medikamente für ihre Krebstherapie hauen voll rein. Ich kann sie nur unterstützen wo es geht, aber diese Ohnmacht macht mich über die Zeit nur noch fix und fertig. (ag) (ag)
Los ging der ganze Sch.. im Jahr 08 mit Brust (deswegen kenn ich Amoena) - nach 2 Jahren (10/11) waren es dann die Knochen (5 vor 12 / 6,5 St. OP am 3. Halswirbel). An dem Tag habe ich wieder angefangen zu qualmen!
Seitdem immer wieder leichte Chemo wegen steigendem Tumormarker und die permanente Angst, dass es sich noch mehr verschlimmert (streut).
Das Outing bei meiner Therapeutin im September habe ich gemacht, damit ich irgendwo Druck vom Kessel kriege - ich hatte wirklich keine Kraft mehr, alle "Kriegsschauplätze" im Griff zu behalten.
Wenn ich mich umziehe um mich besser zu fühlen, habe ich gleichzeitig ein schlechtes Gewissen ihr gegenüber, weil ich versuche ein wenig glücklich zu sein.
Steht mir denn das überhaupt zu? Ich kann doch nicht Glück empfinden, wenn meine Partnerin permanent dem Tod in die Augen sehen muss.
Der Onkologe war brutal ehrlich zu uns im Jahr 2011 - "Sie werden therapiefreie Zeiten und Therapiezeiten haben - aber stellen Sie sich schon mal darauf ein, dass Rentenalter nicht zu erreichen." :shock: :shock:

Ihr könnt Euch ja vorstellen, dass dies im Lauf der Zeit auch die Persönlichkeit verändert. Vielleicht kommt bei mir jetzt der fürsorgliche und beschützende Teil mehr zum Vorschein (Löwenmama - Fauch!) und das trifft sich jetzt mit meinen Empfindungen, die ich schon immer habe.
"In guten wie in schlechten Tagen" - scheinbar haben wir die guten schon aufgebraucht (wann? wir können uns nicht erinnern!!).
Ich beneide Jede von Euch, die sich nur mit einem Seelen-Problem herumschlagen muss - bei mir sind es eindeutig zu viele.
Bauch und Kopf hassen sich mittlerweile. Noch hat zum Glück der Kopf die Oberhand und der Bauch bekommt nur nach seiner Maßgabe "Freigang".
Bei einem Seminar (Krebsliga), bei dem auch Partner mitgebracht werden konnten wurde ich angestaunt wie ein seltenes Tier von der roten Liste.
Die Typen der anderen Frauen hatten sich alle aus dem Staub gemacht. So viel zum "starken" Geschlecht!

Eigentlich müssten wir beide schon längst zum Seelenklempner - nur - meine Süße sträubt sich dagegen und mit Gewalt will ich sie auch nicht hin schleifen. Das wäre sicher kontraproduktiv.
Ihr werdet sicher verstehen, dass wir unser Leben jetzt auch etwas anders leben. Ich stand ja 2013 auch schon mit einem Bein auf der Schaufel - er hätte nur besser zielen müssen......... .
Vielleicht komm ich Euch ab und an zynisch vor, aber - das ist manchmal die Verdrossenheit und die verdrängten Aggressionen, die einfach in einem stecken und die man an nichts "abarbeiten" kann.

Teil 2 - heute 12.05 Uhr - mittlerweile geht es meiner Frau wieder so weit gut, dass sie trotz meiner Bedenken die Fahrt nach Nürnberg angetreten hat. :roll: :roll:
Ich hatte mich so auf unseren Urlaub gefreut und meinen Besuch bei ST in Schwaig - ich müsste nur noch die nächsten 2 Tage schaffen/überleben - es ist mir eigentlich nicht mehr wichtig.
Ich fühle mich momentan wieder auf die essenziellen Fakten des Daseins reduziert. Wenn ich denn Heulen könnte, hätte die Tastatur schon Kurzschluss.

Seid mir nicht böse, wenn ich so viele schlechte Gefühle transportiere - aber ich bin hier definitiv alleine auf weiter Flur.
Ich geh jetzt auf die Couch und zieh mir ne Schnulze rein - vielleicht klappt es dann mit dem Heulen.
Nein - ich will nicht bemitleidet werden - aber vielleicht hilft es Jemand in der Runde, seine Probleme neu zu nivellieren?
Vielleicht seid auch Ihr die Einzigen, die es überhaupt interessiert, wie es ihren "Mitmenschen" so geht?

Christiane
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Yasmine
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Re: Alleine im Niemandsland

Post 2 im Thema

Beitrag von Yasmine »

Hallo Christiane,
danke für deine ehrlichen und bewegenden Worte. Ich kann leider kaum schöne und trostbringende Worte schreiben, aber es rührt mich zu Tränen. Meine Gedanken sind bei dir / euch.
Ich wünsche euch alles Gute und eine hoffentlich wieder bessere Zeit.
GLG
Yasmine
ps: Ich finde solche Beiträge hier sehr wichtig und gut, dass du das geschrieben hast.
JaquelineL
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Re: Alleine im Niemandsland

Post 3 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Liebe Christiane,

nein, wir sind bestimmt nicht die Einzigen, die Interesse an ihren Mitmenschen und ihrem Wohlergehen haben. Und bestimmt helfen Deine Zeilen, dass die eine oder andere Person die eigene Situation überdenkt und sich klar darüber wird, dass es Probleme gibt, die das Leben erheblich weniger schön machen als die momentane eigene Situation.

Aber vor allem wünsche ich Dir, dass Dir Dein hier schreiben und unsere Reaktionen zeigen, dass Du eben (mental) nicht allein bist. Dass Du so etwas Kraft bekommst, Deine bes.....ne Situation durchzustehen, für Deine Frau da zu sein und trotzdem Dich nicht völlig verlierst.

Deinen Zwiespalt kann ich erahnen, auch wenn es objektiv Dir gar nicht darum geht, "glücklicher" zu sein. Und wenn ihr euch schon nicht beide Unterstützung holt, so kannst Du das vielleicht für Dich alleine tun? Die Belastung durch die Folgen der Erkrankung Deiner Frau sind schon für sich genommen enorm, da kann Dich (und damit auch sie) jede Hilfe nur weiterbringen - zumal Du ja schon jetzt das Gefühl hast, allein auf weiter Flur zu sein. Ohne Dich näher zu kennen: Es wirkt so, dass Du Deinen Akku schon recht weit hast leerlaufen lassen, nutze den Rest der Energie, um Unterstützung zum Nachladen zu bekommen!

Die Meisten hier sind weit weg von Dir, auch bzgl. der Kenntnisse über die Beratungs- und Unterstützungsangebote in der Schweiz. Doch vielleicht findet sich ja doch noch jemand mit Tipps und Namen von Anlaufstellen, die Dir das Schultern eurer Last etwas weniger schwer werden lässt.

Ganz liebe und doch sehr betrübte Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.
heike65

Re: Alleine im Niemandsland

Post 4 im Thema

Beitrag von heike65 »

Hallo Christiane

ich wünsche dir viel Kraft um das zu überstehen, und das deine Frau noch ein paar Jahre mit dir zusammen verbringen darf.
Wir haben ein sehr ähnliches Schicksal,bei mir noch ein wenig grausamer, ich kann dir nur sagen ein bisschen Egoismus brauchst du, also zöger nicht Christiane zu leben, sonst verzweifelst du völlig.

Liebe Grüsse

Heike
Zuletzt geändert von heike65 am So 18. Dez 2016, 17:15, insgesamt 1-mal geändert.
ExuserIn-2019-12-20

Re: Alleine im Niemandsland

Post 5 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-20 »

Hallo Christiane,

Es ist wahrlich eine sehr belastende und schwierige Situation für Dich.
Viele Worte werde ich leider nicht für dich haben, ich wünsche dir aber von ganzem Herzen viel Kraft und auch ich plädiere dazu, das Du dir Unterstützung holst.
Es ist ja schon ein sehr großer Schicksalsschlag den Du verarbeiten musst.

Hier wirst Du viel Anteilnahme finden, auch wenn nicht alle auf deinen Thread antworten.

Viele liebe Grüße und alles Gute für deine Frau und Dich.

Anna (moin)
Christiane
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Re: Alleine im Niemandsland

Post 6 im Thema

Beitrag von Christiane »

Hallo Zusammen

Nachdem ich mich wieder etwas beruhigt habe, erst mal ganz lieben Dank für die netten Antworten. (flo)
Das musste einfach raus - ich hätte sonst das Fenster aufgerissen und rausgebrüllt. Macht sich bestimmt gut hier im Tal ............. .
Unterstützung habe ich schon mal gesucht, auch vor dem Hintergrund der Erlebnisse im Jahr 2013. Das tragische war einfach, dass man zuerst versucht hat das Problem mit Tabletten zu lösen - mehrmals.
Nicht zur Unterstützung - sondern als fertige Antwort.
Wenn ich das Zeug, dass hier bei mir im Schrank steht, am Bahnhof verticken würde, wäre der nächste Urlaub auf Hawai gesichert. Das Zeugs hat teilweise Nebenwirkungen gehabt, die einem die Zehennägel hochklappen lassen.
Am besten war der Hinweis "Gewichtszunahme" - besser wäre gewesen "permanenter Hunger und Heißhunger Attacken". Resultat 4 Kilo in 6 Wochen (!!!!). :shock:
Hab sofort abgebrochen und hatte 2 Wochen lang ziemlich üble Entzugserscheinungen - von den 4 Kilo hängen immer noch 2 an prominenter Stelle an mir dran - Danke!
Erst nach wüstestem Protest habe ich Gesprächstherapie bekommen. Die gute Frau hat mich eigentlich nur Reden lassen - eine Interaktion fand irgendwie nicht statt - ich bekam nie eine Standortbestimmung.
Ich bin fast ein Jahr regelmäßig da hin getigert - eigentlich ohne fassbares Resultat. Ihr gegenüber hätte ich nie ein Outing gemacht. Problem ist - sie gibt einen Bericht ab und hat in der Hand, ob man mal schnell den "Spinner" zu seiner "eigenen Sicherheit" von der Straße holt, bevor was passiert. Da bin ich echt Misstrauisch geworden mittlerweile.
Meine Frau könnte gehen und war genau 2 x (bei einer anderen). Das erste Mal mit mir ("Da musst Du mit! Biiiiiitte !") und dann nochmals alleine. Seitdem ist das Thema abgeschlossen ("Zu der blöden Kuh geh ich nie wieder!!!").
Zumindest redet sie mit unserer Therapeutin an der Ostsee. Da mussten wir sie auch erst gaaaanz sacht hinschieben.
Miteinander reden wir über das Thema eigentlich nicht. Ab und an streifen wir es, aber wir biegen beide sofort wieder ab. Wir wollen die guten Zeiten nicht auch noch damit ruinieren.
Wir werden diesen Weg weiter zusammen gehen - egal was kommt. Die nächste Akku-Ladestation ist hoffentlich schon in Sicht.

Ganz liebe Grüße an Euch.
Christiane
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Svetlana L
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Re: Alleine im Niemandsland

Post 7 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Liebe Christiane,

deine Zeilen haben mich sehr betroffen gemacht. Auch wir, meine Frau und ich, hatten 2004 das Thema Krebs auf der Agenda und ich kann daher sehr gut nachfühlen, wie viel Kraft der Kampf dagegen für alle Beteiligten kostet, wie sich Hoffnung und Resignation abwechseln und wie hilflos und ausgeliefert man sich vorkommt.
Ich denke aber, du musst kein schlechtes Gewissen haben, wenn du dich "umziehst", wie du schreibst. Das ist eben deine Art dich zu empowern und wenn es dich aufmuntert und du daraus Kraft schöpfst, dann hilft es letztendlich auch deiner Frau. Ich wünsche euch viel Kraft und Hoffnung. Vielleicht hilft auch diese kleine Geschichte, die ich sehr gerne mag und mir oft durchlese:
"Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.
Bei der zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen.
Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte: "Wer bist du?"
Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. "Ich? Ich bin die Traurigkeit", flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass sie kaum zu hören war.
"Ach, die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.
"Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit misstrauisch.
"Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet."
"Ja, aber..." argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?"
"Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?"
"Ich... ich bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.
Die kleine alte Frau setzte sich zu ihr. "Traurig bist du also", sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. "Erzähl mir doch, was dich so bedrückt." Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht.
"Ach, weißt du", begann sie zögernd und äußerst verwundert, "es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest." Die Traurigkeit schluckte schwer. "Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreißen. Und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Und sie sagen: Nur Schwächlinge weinen. Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen."
"Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir schon oft begegnet."
Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. "Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist, hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Stattdessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu." Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt.
Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel. "Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll. "Ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt."
Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre nette Gefährtin: "Aber... aber — wer bist eigentlich du?"
"Ich", sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein Mädchen: "Ich bin die Hoffnung."
Hawadehre
Svetlana

As gitt halt nix Bessers wäi wos Guads!
Däi owapfölzer Bärlinerin
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Re: Alleine im Niemandsland

Post 8 im Thema

Beitrag von Christiane »

Hallo Svetlana
Danke für die tröstenden Worte und die absolut hinreißende Geschichte. Ich bin so frei, drucke sie aus und lege Sie meiner Frau demnächst mal aufs Kissen.
Für mich war das Lesen wirklich aufbauend. Danke. (hs)

Ganz lieben Gruss
Christiane
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Re: Alleine im Niemandsland

Post 9 im Thema

Beitrag von Christiane »

Hallo Neutrum

Erst mal mein herzlichstes Mitgefühl! Fühle Dich über die x Kilometer einfach mal herzlich in den Arm genommen.
Das was Du geschildert hast, wird auch irgendwann auf uns zukommen. Es sei denn ich habe vorher einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder werde vom nächsten Irren umgenietet.
Das was da auf uns zukommt wird hoffentlich meine Kräfte nicht übersteigen. Aber - wir wissen - es kommt irgendwann auf uns zu - und davor haben wir Beide eine Sch... Angst!
Einen Angriff von Außen könnte man noch vereiteln - aber einen Angriff von Innen? Da kann man dann nur Beistand leisten und alles tun, was möglich ist.

Wir wollen auf jeden Fall die verbleibende Zeit so intensiv wie möglich für uns nutzen.

Liebe Grüße
Christiane
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