Wie ist das zu verstehen "im falschen Körper"?
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Nicki
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Wie ist das zu verstehen "im falschen Körper"?

Post 1 im Thema

Beitrag von Nicki »

Hallo Community,

ich versuche zur Zeit rauszufinden, was dahinter steckt, wenn ein Trans* Mensch sagt, er/sie lebe im falschen Körper. Ich für meinen Teil kann von mir nicht behaupten, dass ich im "falschen Körper" lebe. Immerhin stecke ich in meinem eigenen Körper und nicht in dem eines anderen.

Also wie würdet ihr das beschreiben? Was ist für euch der entscheidende Hinweis, dass ihr im falschen Körper lebt?

Falls es einen solchen Beitrag schon gibt: Sorry, habe nach 2 Tagen suchen nichts gefunden. :?

LG
Nicki
exuserin-2017-01-16

Re: Wie ist das zu verstehen "im falschen Körper"?

Post 2 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 »

Hi dann fang ich mal an viele empfinden vielleicht ähnlich oder anders.
Du stehst vorm Spiegel und siehst einen dir fremden Menschen Beispiel Transfrau sieht einen Typ der sie nicht ist. Kopf ,Bauch Seele sagt Frau Bild sagt Kerl oder bei Transmann genau anders herum. Kopf sagt Mann Bild sagt Frau.
es gibt noch viele da passt werder das Eine noch das Andere.
Nächstes Beispiel du wachst früh auf Kopf sagt bin Frau und dann fehlt die Brust keine langen haare und zwischen den Beinen baumelt was was nicht dort hingehört und du ekelst dich noch dazu beim Anblick dieses Körpers.
Ich hoffe es ist etwas verständlich beschrieben. Gruß Uta
Michelle_Engelhardt
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Re: Wie ist das zu verstehen "im falschen Körper"?

Post 3 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Die Software (Psyche, Gefühl) ist mit der Hardware (Körper) inkompatibel (smili)
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!

Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
Nicki
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Re: Wie ist das zu verstehen "im falschen Körper"?

Post 4 im Thema

Beitrag von Nicki »

Ich hatte befürchtet, dass so was kommt! :P

@Uta: "Fremd" dürfte dir der Mensch ja nicht sein. Immerhin seid ihr euch ja lange Zeit jeden Morgen im Bad begegnet - nehme ich mal an. Da würde ich jedenfalls irgendwann mal fragen, was er/sie hier zu suchen hat und wer er/sie ist. Darf ich fragen, wie sich für dich ein Blick in den Spiegel anfühlt?

Ich hoffe, das klang jetzt nicht unverschämt oder so, denn so war es nicht gemeint.
Nicki
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Re: Wie ist das zu verstehen "im falschen Körper"?

Post 5 im Thema

Beitrag von Nicki »

Wenn ich beschreiben müsste, wie es sich für mich anfühlt in den Spiegel zu gucken - und ich behaupte nicht von mir, dass im falschen Körper lebe - würde ich das wohl so beschreiben:

Für mich fühlt sich der erste Moment irgendwie "ernüchternd" an. Mein Gefühl ist etwas damit vergleichbar, wenn man aus einem schönen Traum aufwacht. Aber eben nur etwas. Bevor ich in den Spiegel gucke, erwarte ich allerdings auch nicht, dass ich eine Frau sehen würde, wenn ich denn in den Spiegel sehe. Ich erwarte eigentlich meinen Körper zu sehen und genau das passiert dann auch. Woher die Ernüchterung dann kommt, weiß ich nicht. Vielleicht, weil ich mich einfach nicht ansehnlich finde.

Nach dem Aufwachen kann ich auch nicht von mir behaupten, dass mir Brüste fehlen. Ich hatte noch nie welche und wäre wohl eher verwundert, wenn plötzlich welche da wären. Allerdings kann ich es kaum erwarten etwas über-/anzuziehen, und falls das gerade zeitlich nicht drin ist (was echt selten ist), wird der Blick in einen Spiegel gerne gemieden. Dass ich mich kurz vor oder während des Aufwachens aber als Frau fühle, kann ich eigentlich nicht behaupten. Ich fühle mich meist ... naja, eben morgenmuffelig.

@Daenerys: Ja, damit kann ich schon mehr anfangen. Aber woher weißt du, was dein Geschlecht ist?
Andrea aus Sachsen
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Re: Wie ist das zu verstehen "im falschen Körper"?

Post 6 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Der "falsche" Körper bzw. die männlichen Körpermerkmale, die frau nicht haben möchte, sind die eine Sache. Noch weitaus unerträglicher empfand ich dagegen die falsche Geschlechterrolle und die damit verknüpften Erwartungen. "Zeig mal, dass du ein richtiger Mann bist!" war so ziemlich das schlimmste, was man von mir verlangen konnte.
Klar, um im gefühlten Geschlecht weitestgehend anerkannt zu werden, ist ein gewisses Passing unumgänglich. Das brauche ich auch, um mich wohlzufühlen. Doch das, was man von außen normalerweise nicht sieht (z.B. das Ding zwischen den Beinen), stört mich persönlich nicht allzu sehr.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
JaquelineL
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Re: Wie ist das zu verstehen "im falschen Körper"?

Post 7 im Thema

Beitrag von JaquelineL »

Liebe Andrea,

Du sprichst mir aus der Seele... genau *das* versuchte ich auch gerade auszudrücken. )))(:

Liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.
Simone 65
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Re: Wie ist das zu verstehen "im falschen Körper"?

Post 8 im Thema

Beitrag von Simone 65 »

Wenn ich nach dem Aufstehen in den Spiegel schaue ( ich habe im Schlafzimmer ein riesen Spiegel am Kleiderschrank) , ich möchte gar nicht rein schauen , Grauss. Ich habe mittlerweile meine Kleider darüber gehängt. Ich habe im Flur noch ein großen Spiegel. Da schaue ich rein wenn ich Frau Simone bin. Ich fühle mich als Simone richtig. Ich weiss nicht wie ich es sonst beschreiben soll. Auch für mich ist DAS alles neu. Ich dachte ich bin nur CD. Ich war letzte Woche 10 Tage am Stück als Simone. Ich habe mich so wohl, so richtig gefühlt. Ich will noch so viel schreiben, aber ich weiss nicht wie ich Es beschreiben soll. Meine Gefühle? Ja meine Gefühle. Ich darf, ab Freitag wieder 9 Tage Simone sein. Ich soll Freistunden abbauen. Irgendwie habe ich die Ahnung, ich kann nicht noch mal Simone los lassen. ICH BIN SIMONE Liebe Grüße Simone
Zuletzt geändert von Simone 65 am Fr 2. Dez 2016, 21:04, insgesamt 1-mal geändert.
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .
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Re: Wie ist das zu verstehen "im falschen Körper"?

Post 9 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Ich mag meinen Körper und empfinde ihn auch zu mir gehörend. Was mein Körper jeden Tag leistet ist für mich unvorstellbar. Dass er nicht so ausgestattet ist, wie ich es zumindest zeitweise gerne hätte, empfinde ich als schade, was sich aber aus meiner Sicht nicht ändern lässt. Eine HET oder eine GAOP möchte ich meinem Körper nicht zumuten. DAs Leiden ist auch nicht so sehr die Frage nach Rollenverhalten, das kann ich ja beliebig ändern, sondern dass ich mich nicht von scheinbar intrinsischen Regularien befreien kann und deswegen noch immer gelegentlich Scham empfinde.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Wie ist das zu verstehen "im falschen Körper"?

Post 10 im Thema

Beitrag von Frida »

Hallo ihr Lieben,

in meiner Pubertät hatte ich große Schwierigkeiten mit meinen körperlichen Veränderungen. Ich wollte keine tiefere Stimme, keinen Bart und auch die Entwicklung zwischen den Beinen warf mich sehr aus der Bahn. Ich bekam psychische Probleme und fühlte mich aber damit allein gelassen, weil es niemanden gab, dem ich vertrauen konnte. Ich wollte schon als Kind lieber aussehen wie ein Mädchen"¦ weil ich mich so fühlte.
Ich hatte nie das Gefühl, dass ich in einem falschen Körper lebe, aber empfand meine männlichen Körpermerkmale immer als falsch. Auch mit meiner Rolle als Mann war ich stets unzufrieden und lebte sie mehr schlecht als recht.
Jetzt, nach mehr als einem Jahr HRT, fühle ich mich viel besser. Die psychischen und körperlichen Veränderungen haben meine Lebensqualität erheblich verbessert. Ich bin angekommen und fühle mich gut.
Das Einzige, was noch fehlt, ist die Korrektur meines Genitals und vielleicht der Brust (Daenerys, auch ich liebe meine Brüste"¦klein, aber mein). Ich weiß, dass erst dann alles stimmig sein wird.
Diese Stimmigkeit spüre ich in der neuen Rolle, die aber noch in Entwicklung ist, wohl auch nie abgeschlossen sein wird. Alles braucht seine Zeit. Stealth werde ich nie leben (können). Manchmal ist das schade, aber spielt für mein Glück nicht die große Rolle. Ich werde nicht um die Anerkennung als Frau kämpfen, etwas spielen wollen, denn das habe ich lange genug gemacht. Ich bin einfach ich, Frida, eine Frau.

Liebe Grüße, Frida
Valerie Bellegarde
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Re: Wie ist das zu verstehen "im falschen Körper"?

Post 11 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Diese Diskussion ist ziemlich scholastisch und artifiziell. Im Mittelalter gab es Gelehrte, die diskutierten die Frage, wie viele Engel wohl auf der Spitze einer Nadel Platz fänden. Wenn ich als männlicher Crossdresser über mich nachdenke und zu dem Schluss komme, ich lebte im falschen Körper, so beschreibt das doch nichts anderes als mein persönliches Empfinden, d.h. in diesem Fall mein nicht ganz stimmiges oder kohärentes Eigen-Image. Ich bin dann unzufrieden mit dem männlichen Körper, den ich im Spiegel sehe, empfinde ihn daher als "falsch" oder hätte gerne einen weiblichen. (wenigstens äußerlich). Was ist daran nicht zu verstehen?
Valerie
Theresa-Annalena
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Re: Wie ist das zu verstehen "im falschen Körper"?

Post 12 im Thema

Beitrag von Theresa-Annalena »

Hi Nicki,

vieles was bisher gesagt wurde deckt sich auch mit meinen Empfindungen.
Wie bei Anderen hier, ist die eigene Verortung dessen was Du bist auch abhängig
wie weit Dein Weg bisher in der Selbstreflexion war. Nicht immer ist die TS
sofort zu erkennen oder überhaupt vorhanden. Das fängt mit Gefühlen im Kindesalter an,
die du nicht zuordnen kannst - du unterdrückst sie, um deiner "zugewiesenen" Geschlechterolle
gerecht zu werden. Gibt "es" sich nicht, schiebst du es im Jugend-/ Erwachsenenalter auf so'n Fetisch Ding.
Hier kann das enden - muß es aber nicht. Es ist auch eine Frage der Zeit. Manche erkennen es vorteilhafterweise
im Kindes oder Jugendalter, manche erst mit 50 Lebensjahren. Es fängt an zu "leben", wenn du es anfängst als
Teil von dir zu akzeptieren.

Ja und jetzt kommt die Sache mit dem Spiegel bzw. noch ein Schritt vorher(!).
Beschreiben kann ich es nicht genau, will es aber trotzdem versuchen:

Am deutlichsten zeig es sich bei mir durch einen Traum, den ich (fast) jeden Morgen kurz vor dem Aufwachen habe.
Während ich noch schlafe (!) sehe ich mich als Frau (das Bild[!] was ich da sehe, deute ich mal als eine Reflexion bestimmter Ideale).
Im Traum(!) wache ich dann auf, betrachte meinen Körper und habe ein enorm stimmiges Gefühl im Bezug zu meinem Inneren.
Ich fühle mich dabei unendlich wohl. Und genau dann wache ich wirklich(!)auf. In diesem Moment bin ich noch gedanklich der
Mensch aus dem Traum und überglücklich. Doch es ist die Sekunde (versucht das mal nachzuvollziehen) in der das "Betriebssystem" hochgefahren
und du in der "falschen" Realität wieder ankommst. Der Blick danach in den Spiegel tut sein Übriges. Wie Michelle so schön
formulierte: die "Software" ist gestartet und steht in Komplikation mit der "Hardware". Ich empfinde es als täglichen Krieg
mit mir selbst. Manchmal wirkt der Alltag mit einem besonders hohem Arbeitspensum wie ein Katalysator um die Spannungen abzubauen.
Manchmal stehe ich aber (um bei den Begrifflichkeiten zu bleiben) kurz vor einem "Bluescreen".

So Nicki, das ist vieleicht auch nicht die allumfängliche Antwort, aber ein Puzzelteilchen mit dem ich jeden Morgen
aufwache und mir bewusst bin, das da irgendwie viel mehr ist als das reine CD.

LG
Tessa.
Hat die Blume einen Knick, war der Schmetterling zu dick.
Wenn alle Stricke reißen, warst Du zu schwer für die Schaukel.
exuserin-2017-01-16

Re: Wie ist das zu verstehen "im falschen Körper"?

Post 13 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 »

@ Nicki ,angefangen hat es bei mir auch mit CD dabei fühlte ich mich sauwohl. Ich war auch Outdoor unterwegs alles ohne Sexuelle Erregung. ich habe mich einfach nur wohl gefühlt richtig angekommen. Im Spiegelbild z.B. eines Schaufensters in der Stadt sah ich mich und meine Seele war mit dem Spiegelbild eins. Als ich dann Fotos von mir als Kerl sah oder zu Hause im Spiegel, hatte ich das Gefühl das bin ich nicht das ist jemand Fremdes das ist bis heute so. Heute sehe ich im Spiegel die Frau die ich immer war aber nicht sein durfte der Typ ist weg im Sommer nach Beginn der HRT gestorben. Ich habe keinerlei Beziehung mehr dazu, mein Ausweis ist nicht mehr meiner, das ist ein Fremder alte Fotos genauso. Es war viele jahre das Gefühl eingesperrt zu sein jetzt bin ich frei und fühle mich trotz der Probleme in meinem Umfeld endlich in meinem Körper wohl. Durch die HRT hat sich viel Richtung weiblich verändert und deshalb ist mein Wohlbefinden wieder richtig gut geworden. Im Sommer als Frau im männlichen Körper war mir jeden Früh schlecht ich hatte das Gefühl ich muß meine Seele ausbrechen damit sie endlich frei sein kann. Ich wollte mich wie Rumpelstilzchen zerreissen damit die Seele endlich raus kann. Es war grausam jeden Früh jeden Tag immer wieder wie in täglich grüßt das Murmeltier. Das wünscht man keinem ich war dem Selbstmord sehr nahe die Verantwortung und Liebe zu meinen Kindern hat mich davon abgehalten.

LG Ut a
ChristinaF
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Re: Wie ist das zu verstehen "im falschen Körper"?

Post 14 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

Was bei mir zusätzlich zu dem Geschriebenen noch dazukam war teilweise das körperlich ganz üble Gefühl, gar Schmerzen im Magenbereich oder dem Bauch. Teilweise konnte ich gar nicht mehr richtig gehen, so schlecht gings mir.
All das hörte fast schlagartig auf, als ich mich zu meinem Frausein bekannte, es akzeptierte. Ich blühte direkt auf und Kopf und Körper bildeten wieder eine gesunde Einheit.
LG
Christina
exuserin-2017-01-16

Re: Wie ist das zu verstehen "im falschen Körper"?

Post 15 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 »

Nachtrag, wie bei Christina ging es mir auch zusätzlich Depressionen ,ich konnte nicht /wollte nicht mehr aufstehen lag den ganzen Tag im Bett erledigte nur die wichtigsten Dinge. Bauchschmerzen ,Übelkeit ,Kopfschmerzen wenn die Seele nicht mehr will spürst du das, dann hilft dein männliches Pflichtgefühl auch nicht mehr es geht nichts mehr. Ich lag dann auch 8 Tage im Krankenhaus. Über diese Zeit bin ich Gott sei Dank drüber weg , es geht mir deutlich besser ich denke das ist auch zu sehen. Das Bild ist ca. 6 Wochen alt .
Gruß Uta
Antworten

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