In was für einer Welt leben wir eigentlich?
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Michelle_Engelhardt
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In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Post 1 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Schlimmer Vorfall kürzlich im Vorraum einer kleinen Filiale der Deutschen Bank in Essen. Ein Rentner erlitt nach Erledigung seiner Bankgeschäfte am Automaten einen Schwächeanfall und lag auf dem Boden. 4 "Menschen" die nach ihm den Vorraum betraten, kümmerten sich nicht um den Mann und holten seelenruhig ihr Geld vom Automaten ab. Einer von denen stieg sogar über den Mann hinweg, hat ihn also definitiv gesehen. Erst ein fünfter Bankkunde alarmierte den Rettungsdienst. Der Rentner verstarb, die 4 Bankkunden bekommen nun eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung und ich hoffe, dass diese (sorry) Schweine die volle Härte des Gesetzes trifft. Das alles passierte übrigens am 3. Oktober (Feiertag), sodass auch kein Bankpersonal anwesend war, das evtl. hätte helfen können.
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir 'ne PN!

Weihnachtsmarkt ist das Wacken für Büroangestellte!
Michelle_Engelhardt
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Re: In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Post 2 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Ja, die 4 Bankkunden sind bereits identifiziert dank Zeitabgleich zwischen Überwachungskamera und Transaktion am Geldautomaten.
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ExuserIn-2021-09-13
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Re: In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Post 3 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2021-09-13 »

Solche Begebenheiten spielen sich leider mittlerweile tagtäglich ab. Ich könnte da kot***! Sorry! Jeder kümmert sich nur noch um sich selbst und andere interessieren da nicht! Und gerade die Menschen, die sich am wenigsten um andere scheren schreien am lautesten, wenn ihnen in einer Notsituation nicht hilft.

Ich hab solche Dinge am eigenen Leib erlebt. Vor 25 Jahren hatte ich einen schweren Motorradunfall und es standen bestimmt zwanzig Leute um mich herum. Keiner davon hat es für nötig gehalten zu einer Telefonzelle zu gehen und den Notruf zu wählen. Vor fünf Jahren bin ich mit dem Motorrad auf Glatteis gestürzt und hab mir ein Bein gebrochen. Die Autofahrer machten einen schönen Bogen um mich und einer beschwerte sich sogar. Ich hab dann das Motorrad selbst von der Strasse gezogen. Ich hatte natürlich kein Handy dabei ;) Nachdem ich dann eine Weile am Strassenrand gesessen hab und selbst ein Linienbus an mir und dem mittlerweile auf dem Seitenstreifen liegen Motorrad vorbei gefahren war, bin ich trotz des Beinbruchs knapp einen Kilometer zurück zu meiner Arbeitsstelle gelaufen.

Bitte nicht falsch verstehen: Ich will dafür kein Mitleid jetzt ;) Ich will damit nur aufzeigen, wie die meisten Menschen um uns herum ticken.
Jenniffer63
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Re: In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Post 4 im Thema

Beitrag von Jenniffer63 »

Leider sind die Strafen für unterlassene Hilfeleistungen viel zu gering, selbst wenn sie wie in diesem offensichtlich krassen Fall eindeutig nachweisbar sind.
Da bleibt nur zu hoffen, das nicht irgendein schlauer Advokat Gründe für verminderte Schuldfähigkeit findet.
besser ANDERS und GLÜCKLICH als gleich und unglücklich!

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www.transpassabel.de
Kornelia
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Re: In was für einer Welt leben wir eigentlich?

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Beitrag von Kornelia »

Traurig,traurig aber wahr das ist in dieser Gesellschaft leider so.Du kannst auf der Straße liegen,es interessiert niemanden.
Hoffentlich bekommen die 4 eine saftige Geldstrafe,denn das tut solchen Leuten am meisten weh.

LG
Kornelia
Endlich lebe ich mein Leben,denn es ist mir nur einmal gegeben!
Dolores59
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Re: In was für einer Welt leben wir eigentlich?

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Beitrag von Dolores59 »

Es ist noch schlimmer:


Gaffen

MUSIK UND TEXT: DANIEL "DÄN" DICKOPF

Guck mal da auf der Gegenfahrbahn! Da hat's gekracht. Da hat es "Bumm!" gemacht.
O wei, das sieht übel aus. Der muss bestimmt ins Krankenhaus.
Und da steht ein Auto aufm Kopp. Stopp!
Lass uns ma gucken, fahr mal näher ran!
Irgendjemand ruft ja ganz bestimmt nen Krankenwagen an "¦wir nicht.

Wir wollen gaffen, wenn jemand blutet, leidet, stirbt oder ersäuft.
Zum Glück ist das nicht uns passiert!
Wir gaffen, bis uns der Sabber aus den Mundwinkeln läuft.

Guck mal da an der Haltestelle: Die sind zu zweit. Die sind gewaltbereit.
O wei, guck mal da, den Mann, den pöbeln die jetzt grundlos an
und aus den Augen blitzt der blanke Hass. Krass!
Die schlagen kräftig zu. Wir bleiben stehn.
Es ist cool, sich das aus sicherer Entfernung anzusehn. Auf geht's!

Wir wollen gaffen"¦

Mensch, hol das Handy raus! Worauf wartest du noch?
Jetzt zählt jede Sekunde, Mann, das sieht man doch!
Mensch, hol das Handy raus und film' alles mit!
Das wird auf YouTube todsicher ein Hit!

Denn auch da woll'n alle gaffen"¦

Und wenn uns irgendwann mal irgendwas passiert und das irgendjemand sieht,
könn'n wir nur hoffen dieser "irgendjemand" ist noch restzivilisiert. Im Gegensatz zu uns.

Wir wollen gaffen...
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)
Michelle_Engelhardt
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Re: In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Post 7 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Danke Dolores,

der Songtext ist leider traurige Realität!
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Lina
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Re: In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Post 8 im Thema

Beitrag von Lina »

Jenniffer63 hat geschrieben:Leider sind die Strafen für unterlassene Hilfeleistungen viel zu gering, selbst wenn sie wie in diesem offensichtlich krassen Fall eindeutig nachweisbar sind.
Da bleibt nur zu hoffen, das nicht irgendein schlauer Advokat Gründe für verminderte Schuldfähigkeit findet.

Viellecht kann er bodenlose Dummheit als Grund nennen - die begehen wissentlich eine Straftat, die Todesfolge haben kann, und hinterlassen dann ihre elektronische Signatur zusammen mit der Videoaufnahme.


Ich war selber Notfallmediziner auf der Straße vor ca. einem Jahr, brauchte aber für etwas ganz Einfaches jemanden zur Hilfe. Habe mehrere angesprochen, die entweder nicht geantwortet haben, weg gingen oder die abenteuerlichsten Ausreden machten. Eines dieser Arschlöcher stand hinterher und lamentierte rum, dass er mal auf der Straße einen Unfall gehabt hatte, und niemand hat geholfen.
Ticken solche Idioten noch richtig? Erst selber Hilfe verweigern und dann das?! Wenn ich Zeit gehabt hätte, hätte ich ihn zur Sau gemacht. Ich war auf dem Weg zu einem Fachseminar wofür ich richtig Geld hingeblättert hatte. Zum Glück kam mein Bus mit 20 Min Verspätung.
Zuletzt geändert von Lina am Do 3. Nov 2016, 01:46, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Post 9 im Thema

Beitrag von Cybill »

Nach meiner Erfahrung ist es weniger die Dummheit der Menschen, als vielmehr Unsicherheit und Unwissen. Die Wenigsten wissen, dass sie sich durch Unterlassung strafbar machen. Sie haben vielmehr Angst, für Fehlleistungen bei der Hilfe belangt zu werden. An dieser Stelle zeit sich dann wie wenig die Bürger von unserem Rechtssystem wissen. Die schwachsinnigen US-Serien lassen grüßen!

Trotzdem:
Ginge es nach meiner Rechtsauffassung, dann sollten alle der Kunden mit der Höchststrafe von 1 Jahr Gefängnis bestraft werden - allein um ein Exempel zu staturieren!

Schade, dass es keine Ehr- und Prügelstrafen mehr gibt.

-Cy
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
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Re: In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Post 10 im Thema

Beitrag von Lina »

Die Entschuldigung "Unsicherheit" haelt einfach nicht. In dem Fall, die ich beschrieb, habe ich klar gesagt, was ich brauche - was ganz Simples. Wenn man sich dann weigert, dann ist es einfach Ruecksichtslosigkeit und Gleichgueltigkeit.

In einem andren Fall habe ich jemanden in einem Kiosk gebeten einen RTW zu rufen. Er hat sich geweigert. Ohne Angabe von Grund. Ihn habe ich hinterher abgezeigt.
ExuserIn-2019-12-20

Re: In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Post 11 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-20 »

Michelle, und alle anderen (smili)

bzgl dieses Thema in einer beschissenen Welt!

Das was als eigentlich selbstverständlich gelten sollte....und wenn dann sowas bei rum kommt, erbärmlich!

Vor langer Zeit war ich auf dem Heimweg mit meiner Frau, da sahen wir einen älteren Mann, der aufgrund von sehr vielem Alkohol-Konsum gestürzt ist.
Das Fahrrad lag auf ihm drauf, vor uns die Autos einfach weiter gefahren.
Ich 20 m weiter angehalten, zurück zu ihm und geholfen wie ich konnte. ein weiterer junger Mann stieß hinzu und hat mitgeholfen.
Der Betrunkene hatte pipi in den Augen weil wir Courage gezeigt haben.
Wenn ich an einer Unfallstelle jedoch sehe, das genug Leute vor Ort sind, dann gebe ich zu, wenn ich sehe das geholfen wird, das ich weiter gehe/fahre.

Ich wünsche mir auch mehr Courage und Hilfsbereitschaft!

Lg,
Anna (moin)
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Re: In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Post 12 im Thema

Beitrag von Lina »

Jetzt, wo du sowieso den vermeintlichen Alkoholkonsum erwähnst - in diesem Fall war es wahrscheinlich Alkoholkonsum

Manchmal wird aber ein gleich bevorstehendes oder schon gegenwärtiges diabetisches Koma mit Alkoholrausch verwechselt. Die konkrete Hilfe die ich in dem o.g. Fall brauchte, war so einfach, dass jemand kurz schnuppert und sagt, ob er nach Alkohol riecht oder was anderes. Das hätte nämlich den Unterschied gemacht, dass ich dazu aufgefordert hätte, dass sofort ein Notarzt und nicht nur ein Team von Rettungsassistenten kommt, weil dann akute Lebensgefahr bestanden hätte. Ich habe aus nicht völlig geklärten Gründen nie ein Gedächtnis für Gerüche entwickelt und konnte es selber nicht beurteilen.

Angeblich soll der Patient bei einem diabetischen Koma eher nach Obst-Salat riechen - wobei, wie erwähnt, andere Symptome glauben lassen könnte, dass er besoffen ist. Da sind schon Leute daran in den Ausnüchterungszellen der Polizei gestorben.
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Re: In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Post 13 im Thema

Beitrag von Angelique »

Passend zum Thema und an Dreistigkeit fast nicht zu überbieten

http://www.shz.de/lokales/ostholsteiner ... 99286.html
Ich trage Frauenkleider - Na und! 50% der Menschheit tut das.
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Re: In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Post 14 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,
eigentlich soltte heute jeder wissen, wie in so einer Sitution zu handeln ist. Dei meisten haben ein Handy, und am anderen Ende sitzen erfahrene Leute. Wenn ich also unsicher bin, so kann ich doch den Notruf absetzen. Und wenn ich erkläre, was soll ich jetzt tun, werden diese Leute sicher Rat geben, welche Maßnahme bis zum Eintreffen des Rettungswagens zu tun ist. Und als Ersthelfer ist jder rechtlich abgesichert, falls durch falsche erbrachte Hilfe dem Verunfallten ein Schaden entsteht. Bei nicht erbrachter Hilfe, wie her im angeführten Fall, ist die Person verstoben. Was ist eine versehentlich gebrochene Rippe dagegen.

Ich kann nur hoffen, dass die wegen unterlassener Hilfe ermittelten Personen belangt werden.


Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Re: In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Post 15 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt »

Ich kann nur hoffen, dass die wegen unterlassener Hilfe ermittelten Personen belangt werden.
Ja werden sie. Glücklicherweise sind die 4 Personen ja eindeutig identifiziert worden. Die Bank hat die Personalien der Polizei übergeben.

LG
Michelle
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