Gudn Naaamd,
man kann alles immer irgendwie unterschiedlich bewerten, ganz klar. Aber daneben ist auch klar: Die Nordkirche ist mit diesem Schritt weiter als die staatliche Gemeinschaft. Während zwischen den kirchlichen Akten für homo- oder heterosexuelle Paare jetzt auch in der großen NK in der Substanz kein Unterschied mehr besteht, unterscheidet die weltlich-staatliche Gesellschaft bis heute nicht nur mittels der Bezeichnung, sondern auch ganz handfest bei den entstehenden Rechts- bzw. Statusfolgen.
Natürlich sind die Folgen einer kirchlichen Trauung oder Segnung (vom weltlichen Standpunkt aus betrachtet) von deutlich geringerer Tragweite, als die der staatlichen Ehe. Allerdings ist die NK auch kein besonders rationaler Verein, sondern eine Glaubensgemeinschaft, deren Fundamente irgendwo in biblischer Vorzeit liegen und in der es Gestalten gibt, die nach wie vor davon ausgehen, das Mann und Frau, selbstverständlich unter der Oberhoheit des Mannes, eigentlich nur die Aufgabe haben, neue Vereinsmitglieder beizusteuern. Neben denen gibt es aber auch Mitglieder, für die die Haltung ihrer Glaubensgemeinschaft zu ihrer eigenen sexuellen Orientierung ein massives Problem war. Und um die müsste es doch eigentlich gehen, oder?
Auch wenn man in deren Interesse gewünscht hätte, dass die liberalen Kräfte aus Hamburg, Schleswig und Holstein sich gegen die
Fundis Zögerlichen aus ...egal... noch weitergehend hätten durchsetzen können: Ich glaube, dass das eine gute Sache ist, die auch die gesamtgesellschaftliche Debatte beeinflussen wird.
Habt es gut
Marielle
PS: Zu hoffen bleibt mir und ein paar anderen, das die hiesige Gemeinde, wie von ihm selbst angekündigt, bald einen Fundi weniger in ihren Reihen haben wird
