Da ich mich hier noch nicht so auskenne, hoffe ich mal, dass ich das richtige Unterforum für meinen Ballast erwischt habe. Nun aber mal zu mir:
Ich brauche dringend eure Hilfe und Tipps, wie ich mich aus meinem aktuellen Loch ziehen und endlich wieder leben kann.
Ich bin Max, 26 und meiner Ansicht nach definitiv transsexuell. Es begann bei mir alles in der späten Kindheit und Frühpubertät, erste Anzeichen erkannte ich daran, dass ich mich meinem Körper nicht so zugehörig fühlte, auch habe ich oft die Kleidung meiner Mutter angezogen, wenn meine Eltern mal außer Haus waren und mir darin viel besser gefallen.
Beim Spielen mit den anderen habe ich oft die Rolle einer weiblichen Person angenommen, mich fast darum gestritten, einfach weil ich mich in diese viel besser reinfühlen konnte, jedoch hat sich keiner so wirklich etwas dabei gedacht. Als dann die Pubertät eintrat und sich langsam ein sexuelles Verständnis entwickelt hat, habe ich mich irgendwie stets von meinem eigenen Körper entfremdet. Auch sexuelle Fantasien kreisten ausschließlich um Männer und wie es wohl wäre im Falle eines Geschlechtsverkehres die Frau zu sein. Mädchen fand ich nie sonderlich anziehend sondern habe sie eher beneidet.
Es fing dann an, dass ich mich selbst nicht mehr wirklich im Spiegel betrachten mochte. Der kommende Bartwuchs, die breiteren Schultern etc. haben mir immer riesen Kummer bereitet, doch habe mich nie getraut etwas zu sagen. Es ging dann so weit, dass ich unter Menschen total nervös und ängstlich wurde, weil ich nicht wollte, dass sie mich ansehen, da ich mich in meinem Körper und mit meinerm Aussehen komplett unwohl fühle und dieser nicht repräsentiert, wie ich mich im Inneren fühle. Auch heute ist es noch, dass ich wenn ich mich im Spiegel betrachte oder auch von oben auf meinen Körper herabblicke, dass sich dieser absolut nicht zugehörig anfühlt. Ich weiß zwar, dass es meiner ist, aber intuitiv fühlt es sich überhaupt nicht so an, als würde mein Geist quasi über dem Körper schweben oder so, es fällt mir sehr schwer dieses Gefühl in Worte zu fassen oder zu beschreiben.
Mit 16 habe ich mich dann überwunden und das erste Mal einen Vibrator gekauft, dieser wurde irgendwann mal von meiner Mutter beim Aufräumen entdeckt, sie war kurz verwundert aber wollte auch nicht so wirklich darüber sprechen. Mein Vater weiß es soweit ich weiß nicht, da er auch heute noch stets abfällige, homophobe Bemerkungen in meinem Beisein macht.
Mit 21 bin ich dann endlich von Zuhause ausgezogen und habe mir seither fast ausschließlich Kleidung für Frauen gekauft. So viel ist es zwar noch nicht geworden, da ich aufgrund meiner Probleme noch von der Grundsicherung lebe, jedoch hab ich mein männliches Aussehen quasi komplett vernachlässigt und immer noch die selbe Kleidung wie vor 5 Jahren...
Zuhause trage ich auch fast ausschließlich feminine Kleidung, da ich, wenn ich mich dann betrachte erstmalig ein Gefühl der Zugehörigkeit empfinde, zumindest was meinen Körper in der Kleidung betrifft. Wenn ich mich jedoch im Spiegel betrachte und meine fliehende Stirn und Geheimratsecken und mein Kinn sehe, könnte ich nur noch weinen. Ich habe Angst, dass es zu spät ist und man diese irreversiblen Veränderungen nicht mehr rückgängig bzw retuschieren kann.
Befinde mich seit einiger Zeit nun quasi im Dauerstresszustand. Bin komplett verspannt, habe Schmerzen im Nacken und Schwindel, Übelkeit etc., ebenso starke depressive Phasen. Habe das Gefühl, dass meine "Hoden" quasi, bzw das Testosteron wie eine tickende Zeitbombe in meinem Körper ist und mich für immer "entstellt".
Bin dann, als es fast unerträglich wurde, erstmalig zu einem Psychiater gegangen und habe ihm alles geschildert. Dieser hat mich leider irgendwie nicht so ernst genommen und mir auch ständig reingeredet und mir kaum Zeit gegeben, mich zu erklären und zu öffnen und meinte, dass man meiner Körpersprache und meinem Aussehen (?!) keine direkte Transsexualität ansehen würde. Ich war danach total verwirrt und meine Welt ist kurzzeitig komplett zusammengebrochen. Er verwies mich darauf, dass er für sowas auch nicht zuständig ist und in meiner Stadt, ich lebe in der kleinen Kreisstadt "Schleswig" an der Schlei, auch niemanden kennt, der so etwas behandeln würde und verschrieb mir lediglich ein Antidepressivum gegen die Depression. Dieses habe ich überhaupt nicht vertragen und starke Panik etc. bekommen, und noch viel mehr Stresssymptome sodass ich diese dann nach ein paar Tagen abgesetzt habe.
Seitdem bin ich nun zuhause, permanent depressiv (viel schlimmer als vorher) und dauerhaft gestresst und weiß nicht mehr, was ich jetzt tun soll. Mein Kopf ist entweder leer oder ängstlich gestimmt und wird dominiert von ausweglosen Gedankenschemata.
Wisst ihr, was ich jetzt tun kann? An wen ich mich hier wenden kann und wie es weitergeht? War vllt mal jemand in einer ähnlichen Situation und hat es geschafft, da wieder rauszukommen? Gibt es evtl sogar transsexuelle Menschen oder Angehörige dieser, die in meiner Umgebung wohnen und ein paar Tipps haben, an wen man sich wenden kann um Hilfe zu bekommen?
Ich hatte auch schon überlegt wegzuziehen, um woanders ein neues Leben als ICH zu starten, in eine Stadt mit mehr Behandlungsmöglichkeiten, habe aber aktuell wenig Motivation für irgendwas. Nachdem ich mir 3 Wohnungen in Kiel ansah und die an wen anderes vergeben wurden, habe ich dann aufgegeben und befinde mich seit gut 6 Monaten in kompletter Stagnation.
Vielen Dank schon mal an alle die mir antworten.