Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.
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Anne-Mette
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Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

In der Einleitung heißt es

"Transgender gelten medizinisch als psychisch krank — bis jetzt"

hier geht es zum Text:

http://www.bento.de/gefuehle/transgende ... en-741651/

Gruß
Anne-Mette
ab08
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Re: Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.

Post 2 im Thema

Beitrag von ab08 »

Danke, liebe Anne-Mette,

Zitat
"Die Einstufung als geistige Störung lässt Stigmata zu, verhindert die richtige psychologische Betreuung und schafft Barrieren in Politik und Gesellschaft."
Zum Glück gibt es einige Psychiater/Praktiker, die dies ähnlich sehen. Heute morgen wieder mal darüber diskutiert...

Liebe Grüße
Andrea
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Marielle
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Re: Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.

Post 3 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo, Guten Abend,

um den ganzen Artikel im Original in The Lancet zu lesen, müsste man (leider) US-$ 31,50 berappen. Es könnte einem das fast wert sein, weil allein die Zusammenfassung zeigt, das manche Diskussionen, die wir hier (in Deutschland) führen (müssen), im Rest der Welt gar nicht erst entstehen. Der Unsinn, der uns hier von noch den kleinsten Fortschritten abhält, wird andernorts nichtmal thematisiert.

Aus der Zusammenfassung auf TheLancet.com:

"Interpretation

This study provides additional support for classifying health-related categories related to transgender identity outside the classification of mental disorders in the ICD-11. The reconceptualisation and related reclassification of transgender-related health conditions in the ICD-11 could serve as a useful instrument in the discussion of public health policies aimed at increasing access to appropriate services and reducing the victimisation of transgender people.
"

Mit meinen begrenzten Fähigkeiten übersetzt:

Diese Studie stellt einen weiteren Grund dar, um die gesundheitsbezogenen Begriffe im Zusammenhang mit trans*-Identität im (kommenden) ICD-11 nicht mehr als zu den psychischen Störungen gehörig zu kategorisieren. Die Neuformulierung und die damit zusammenhängende Neubewertung von Gesundheitsanforderungen von trans*-Menschen im ICD 11 kann als nützliches Instrument in der Diskussion um die Gesundheitspolitik mit dem Ziel einer angemessenen Versorgung von Transgender-Menschen dienen.

Kein Buchstabensuppen-Bullshit, keine kleinkarierten 'Differenzanalysen', sondern nur die Feststellung, dass jede_r nach seinen_ihren Bedürfnissen zu versorgen ist. Und das in einem ziemlich angesehenen Magazin. Prima!

Habt es gut

Marielle
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.

Post 4 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

So schnell können so viele Menschen mit einem Schlag gesund "gemacht" werden. (ap)
Viele Grüße
Vicky

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Anke
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Re: Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.

Post 5 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,
Marielle hat geschrieben:
um den ganzen Artikel im Original in The Lancet zu lesen, müsste man (leider) US-$ 31,50 berappen. Es könnte einem das fast wert sein, weil allein die Zusammenfassung zeigt, das manche Diskussionen, die wir hier (in Deutschland) führen (müssen), im Rest der Welt gar nicht erst entstehen. Der Unsinn, der uns hier von noch den kleinsten Fortschritten abhält, wird andernorts nichtmal thematisiert.
ich werde mir das Geld sparen. In dem Lancet Artikel sind mit hoher Wahrscheinlichkeit vor allem die Studiendetails und die statistischen Methoden beschrieben, um die Validität der Studie zu belegen.

Ansonsten stimme ich Marielle vollständig zu. Viele Diskussionen, die hierzulande die Gemüter erhitzen, spielen anderwärts nicht die geringste Rolle. Vor allem die allseits beliebte Begriffsdiskussion ist ein primär deutsche Phänomen. Das sollte doch einigen mal zu denken geben, ob das wirklich sinnvoll ist.
Marielle hat geschrieben:Kein Buchstabensuppen-Bullshit, keine kleinkarierten 'Differenzanalysen', sondern nur die Feststellung, dass jede_r nach seinen_ihren Bedürfnissen zu versorgen ist. Und das in einem ziemlich angesehenen Magazin. Prima!
Genau so ist es. Eigentlich ist es ganz einfach und es hilft niemandem es komplizierter zu machen, als es tatsächlich ist.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.

Post 6 im Thema

Beitrag von Marielle »

Guten Tag Claudia, Hallo zusammen,

verstehe ich das richtig: Du findest es falsch und verletzend, gegen das Verständnis von trans* (auch Transsexualität) als Krankheit einzutreten? Weil dadurch aus deiner Sicht eine Minderwertigkeit zugeschrieben wird?

Bislang ist doch wohl eher so, dass (wenn überhaupt) eben Aufgrund von Krankheit eine 'Minderwertigkeit' zugeschrieben wird; und nicht aufgrund von Gesundheit.


Der damit immer wieder vermischte Aspekt der Kostenträgerschaft ist ein ganz anderes Thema. Es gibt durchaus Beispiele für die Übernahme von Kosten durch das Sozialversicherungssystem, die zeigen, dass nicht nur lebensnotwendige (zur Abwendung von Tod oder Schmerzen durch körperliche oder seelische Gebrechen) Massnahmen bezahlt werden. Man könnte z.B. entstellte Unfallopfer auch nur im minimal erforderlichen Umfang soweit wiederherstellen, dass sie nicht mehr an ihren Verletzungen sterben; macht man aber nicht. Es ist Konsens, dass da mehr getan wird. Selbst bei Fettleibigkeit gibt es Wege, um Massnahmen 'auf Kasse' zu erhalten, die nicht originärer Bestandteil der Kassenversorgung sind (Fettabsaugung). Und auch seelische Belastungen werden nicht erst behandelt, wenn jemand auf den Gleisen liegt. *


Wenn wir auch nur die Hälfte der Zeit, die wir mit unsinnigen Begriffsdebatten und dem Erdenken von Abgrenzungsargumenten zubringen, für die Erarbeitung und Verbreitung von Konzepten zur Lösung dieser unbestrittenen Problemlage aufwenden würden, wären wir heute schon viel weiter damit; vielleicht sogar schon fertig. Stattdessen werden Unmengen Texte und Thesen fabriziert, um sich abzugrenzen und den eigenen Krankheitsstatus zu verteidigen.

Natürlich wird es am Ende nicht so sein, dass man zum Doc geht und sagt: "Einmal Brüste Cup C, Penis ab und Körperbehaarung wegmachen bitte, die Kasse zahlt". Dafür wird es ein Procedere geben müssen; wie bei allen anderen Leistungen des Sozialversicherungssystems auch. Dieses Procedere muss aber keineswegs darauf basieren, dass erstmal sämtliche Menschen mit trans*-Thema für krank (synonym: behandlungsbedürftig) erklärt werden müssen. Das kann man auch wesentlich individueller regeln. Eventuell mit einer anderen Beschreibung des Bedarfes (Bedürfnisses) und vielleicht einem vernünftigen Gutachter-Verfahren, dass sich nur auf die Ermittlung der Notwendigkeit medizinischer Massnahmen erstreckt. Und, wer weiss, vielleicht kriegt man damit auch zugleich das Besonderheitsbedürfnis mancher Menschen erledigt, ohne damit vielen anderen auf die Nerven zu gehen und deren Bedürfnisse zu ignorieren.

Habt es gut

Marielle


* Das es 'Kostenvermeidungsstrategien' bei Krankenversicherungen gibt, weiss ich auch. Das ist aber kein trans*-spezifisches Phänomen, sondern dem allgemeinen Unfug der Übertreibung betriebswirtschaftlicher Optimierungen gemeinschaftlicher Aufgaben anzulasten.
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Svetlana L
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Re: Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.

Post 7 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Sind schwangere krank? Nein, kann ich mir nicht vorstellen und trotzdem zahlen die Krankenkassen die Untersuchungen und die Entbindung, weil durchaus Gefahren für Gesundheit und Leben sowohl der Mutter als auch des Kindes bestehen (können). Ähnliches wird man sich dann sicherlich auch einfallen lassen müssen, wenn trans* nicht mehr als Krankheit angesehen wird und der ganze Begutachtersch... weggefallen ist. Nicht trans* an sich ist krank, sondern die durch Anfeindung, Diskriminierung und Gewalterfahrung erlittenen seelischen und körperlichen Verletzungen machen krank. Das ist in meinen Augen ein gewaltiger Unterschied.
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Svetlana

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Anne-Mette
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Re: Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.

Post 8 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Auch das Deutsche Ärzteblatt schreibt über die Studie: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/69775

Gruß
Anne-Mette
ab08
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Re: Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.

Post 9 im Thema

Beitrag von ab08 »

ab08 hat geschrieben: Zitat
"Die Einstufung als geistige Störung lässt Stigmata zu, verhindert die richtige psychologische Betreuung und schafft Barrieren in Politik und Gesellschaft."
Liebe Claudia,

natürlich sind Kranke nicht weniger wert! Da hast Du völlig Recht und gegen solche Verurteile sollten wir uns wehren!
Da stimm ich Dir natürlich voll und ganz zu!! (yes)

Aber... oben nochmal der entscheidende Satz -> Im Ernstfall kann diese Einstufung eben auch zu heftigen Problemen führen.

--> Personen, die mit der Problematik konfrontiert werden und wenig Ahnung von der Materie haben, können was missverstehen und entsprechend handeln.
Bei mir führte die Bekanntgabe, dass ich transsexuell bin, dazu, dass man annahm, dass ich krank und daher sowohl psychisch, als auch körperlich, meinem Beruf nicht mehr gewachsen sei.
Aus Fürsorge kam es demzufolge zur Zwangspensionierung.

Erst nach vielen Schwierigkeiten, bescheinigte mir eine kompetente Amtsärztin, dass Transsexualität keine Krankheit sei und ich meine Aufgaben daher korrekt erfüllen könne.
Morgen trete ich mit Erreichung der Altergrenze (65 Jahre+8 Monate+5Tage) in den Ruhestand. (Volle Dienstzeit, stets Vollzeit und in den letzten 8 Jahren seit dem dienstlichen CO fehlte ich keinen Tag wegen Krankheit.)

Ich halte es wirklich für wichtig, dass festgestellt wird, dass Transsexualität keine Krankheit ist und dass diese Information allgemein bekannt wird!!!
Dann würden nämlich solche Auswüchse, wie bei mir, wahrscheinlich seltener... :wink:

Liebe Grüße, nix für ungut
Andrea

P.S. Ich kam ja zum Glück auch so durch...
Wenn es nicht geklappt hätte, hätte mich der Spaß "Zwangspensionierung" übrigens über die Jahre bis heute insgesamt netto circa 115 000 € gekostet... :wink:
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exuserin-2017-01-16

Re: Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.

Post 10 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 »

Moin moin selbst wenn die Begutachterei wegfällt ,heißt das ja noch lange nicht, dass man durch die gesellschaftliche Ächtung, durch die Probleme mit einer Transition nicht doch krank wird. Wenn dann ein Psychologe /Psychiater F64.0 feststellt (wie auch immer es dann genannt wird) sind die Kassen wieder mit im Rennen. Hoffentlich haben es die Menschen nach uns nicht noch schwerer als wir heute.
LG Uta
Marielle
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Re: Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.

Post 11 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo Claudia, Uta, Hallo zusammen,

Uta schrieb:
... wenn die Begutachterei wegfällt ,heißt das ja noch lange nicht, dass man durch die gesellschaftliche Ächtung .... nicht doch krank wird
Stimmt. Aber das ziemlich drastische Problem mit dem Andrea (ab08) konfrontiert wurde, hätte es ohne das 'Krankheitsbild Trans' vermutlich nicht gegeben. Und viele andere Probleme gäbe es auch nicht.

Ich bin sehr sicher, dass es für alle Menschen mit trans*-Phänomen insgesamt besser ist, wenn man einen allgemein unaufgeregten Umgang, frei von Krankheit, mit uns findet und denjenigen hilft, die Hilfe brauchen. Wie das dann aussehen kann und soll, darüber sollten wir gemeinsam streiten und dann endlich an die Arbeit gehen.


Zum Thema Kosten schrieb Claudia:
Schon jetzt muss man notwendige/hilfreiche Medikamente trotz ärztliche Diagnose und Verordnung selbst bezahlen
Das weiss ich (siehe Fussnote im vorherigen Beitrag) Aber: Bedarf es dann noch eines weiteren Beleges dafür, dass das ganze Thema, sowohl das TSG als auch das Gesundheitssystem als Ganzes, dringend reformiert werden müsste? Und wenn es mit dem TSG und den Kosten jetzt schon nicht funktioniert: Wieso sollte man solchen Unsinn dann noch verteidigen?


Da du auf den von Anne-Mette verlinkten Artikel verweist, in dem steht:

Zitat:"In einigen Ländern sorgt sie (Anm: die ICD-Definition) dafür, dass die Betroffenen bei den kostspieligen Behandlungen zur Geschlechtsanpassung auf finanzielle Unterstützung durch die Krankenkassen hoffen können. Dies würde vielfach entfallen, wenn der Wunsch, ein anderes Geschlecht zu haben, zu einer reinen Privatangelegenheit wird."

Von Privatangelegenheit redet hier niemand! Es geht darum die Sache für alle besser zu machen, es geht darum, gemeinsam darüber nachzudenken, wie möglichst vielen möglichst gut gedient ist.

Wenn du jetzt schreibst: "Ich schreibe hier ja nicht, um andere zu ärgern, sondern weil ich große Bedenken habe." dann verstehe ich das. Allerdings verstehe ich deine Opposition gegen Änderungen am Namens- und Personenstandsrecht, die du hier an anderer Stelle deutlich ausgedrückt hast, absolut gar nicht mehr. Da geht es nicht um Kostenerstattung, viel eher um Kostenvermeidung, und trotzdem bist du dagegen, obwohl es ganz offensichtlich vieles für viele erleichtern würde, wenn die Gutachterei (wenigstens) an dieser Stelle gekippt würde.


Zum Thema möglicher Änderungen:

Das "eventuell" und das "vielleicht" vor dem Wort "Gutachter" in meinem Beitrag hast du geflissentlich überlesen? Ich werde es kaum fertigbringen, eine Lösung zu präsentieren, die allen zusagt. Mir persönlich ist es doch fast egal, wer wessen Brüste bezahlt, aber für eine Forderung an eine Sozialkasse muss im bestehenden System nunmal eine Begründung mitgeliefert werden. Die muss und darf aber nicht darin bestehen, dass trans* ganz allgemein ein Krankheitsbild ist (mit den von Svetlana und Andrea genannten Folgen). Sie kann auch darin bestehen, dass jemand individuell unter dem Fehlen von Brüsten massiv leidet. Das dieser Mensch dann quasi wieder 'krank' ist bzw. sein muss, um Leistungen zu bekommen, liegt in den Abläufen des Gesundheitssystems begründet; Beschwerden -> Diagnose durch Doc -> Behandlung -> Kostenübernahme durch KK.

Möglicherweise!! liegt darin aber ein Ansatz für den Komplex ICD, MDK und KK, indem man nämlich den Bedarf nicht mehr über trans*(-sexualität) als Krankheitsbild, sondern über die individuellen Leiden unter den falschen körperlichen Gegebenheiten beschreibt*, wie die WMA es (im Ansatz) schon tut. Es kann nämlich nicht die Aufgabe der Einen sein, die Kostenerstattung der Anderen zu 'er-leiden', nur weil ein m.E. äusserst fragwürdiger ICD-Code erhalten werden soll.

Ich fände es toll, wenn sich stattdessen mal eine Arbeitsgruppe (vielleicht von körperphänomenalen Transsexuellen?) hinsetzt und einen ernstzunehmenden und praktikablen Vorschlag erarbeitet, statt mir und vielen anderen eine Krankheit ans Bein zu quatschen oder Wolkenkuckucksheim-Erklärungen zu formulieren und damit, unter anderem, behindern, dass die Gesellschaft zu einem adäquaten Umgang mit Menschen findet, die sich (noch) nicht klar über ihr Sein äussern können.

So schwierig es ist, man muss zwischen dem 'für krank erklären' einer ganzen Gruppe von Menschen einerseits und den Ansprüchen einzelner Menschen an die Sozialversicherung andererseits unterscheiden. Es sind und bleiben zwei verschiedene Themenbereiche, auch wenn sie in unserem Kontext bisher immer zusammen gedacht wurden.


Und mal ganz abgesehen von all unseren Meinungen, Wünschen und Empfindlichkeiten: Das Thema heisst doch nicht nur 'Wir gegen die Gesellschaft. Wie holen wir am meisten für uns raus?' Es geht immer auch um den Umgang aller Menschen mit dem Thema Geschlecht, wozu auch ganz cis-ige Heteros, Feminist_innen, Intersexuelle, Kinder die dazu noch nichts sagen können und viiiile andere gehören.


Marielle


* Ja, ich weiss: Transsexualität und das Leiden unter dem eigenen (falschen) Körper seien doch ein- und dasselbe, sagen bekannte Aktivist_innen schon lange und immer wieder; bewiesen hat das aber noch niemand. Es könnte genauso gut sein, dass wir im Grunde alle das gleiche Phänomen in unterschiedlichen Ausprägungen haben und sich dieses 'Phänomen' weit in die gesamte Menschheit erstreckt. Und dann? Alle krank?
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Re: Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.

Post 12 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

wir sollten nicht vergessen, dass Transsexualität und der Umgang mit transsexuellen Menschen und deren Beratung (auch) ein "Geschäftsmodell" für viele Menschen ist.
Es ist eine stetig fließende Geldquelle - wie ein Angeln an einem See, der gut mit "Beute" gefüllt ist. Es muss nur die Angel ausgeworfen werden; einer beißt schon an (smili)
Die Quelle soll natürlich möglichst lange fließen und nicht versiegen. Auch deshalb heißt es "Transgender gelten medizinisch als psychisch krank" — (bis jetzt)
Mit der Streichung von "bis jetzt" tut man sich bei uns schwer; denn es ist noch vielen Menschen nicht klar, was dann "ab jetzt" kommen soll.
Ich glaube, an vielen Stellen ist man froh über unsere Diskussionen und über die "Uneinigkeiten"; denn das sichert weiterhin die Berechtigung der BehandlerInnen auch an den Stellen, wo ihre Tätigkeit (eigentlich) nicht erforderlich ist.
Leider werden viele Themen "aufgeblasen" und ein deutsches "ist eigentlich nicht machbar" wird viele Jahre einfach so übernommen, anstatt mal auf einen Tisch zu steigen, in den Keller zu laufen oder auf einen Baum zu klettern und sich die "Probleme" aus einem anderen Blickwinkel anzusehen.

Die Zwangsgutachterei bei einem Wechsel des Namens und/oder des Geschlechtseintrages (oder ein Verzicht auf den Eintrag eines Geschlechtes) ist QUATSCH - und eine reine Beschäftigungstherapie und (verbotene(?)) Subventionsgewährung für Psychologinnen und Psychologen.
Wenn wir es erreichen könnten, dass alle Menschen solche Änderungen auf dem Antragswege erledigen könnten, dann wäre schon mal ein "Problem" vom Tisch.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.

Post 13 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

nicht nett - Du hast leider nur den Teil des Satzes zitiert, den Du wohl am besten "gebrauchen konntest", um Deinen Zorn loszuwerden.

Der Satz lautet - und ich schreibe extra für Dich noch einmal FETT, auf was es ankommt
Die Zwangsgutachterei
bei einem Wechsel des Namens und/oder des Geschlechtseintrages (oder ein Verzicht auf den Eintrag eines Geschlechtes)
ist QUATSCH - und eine reine Beschäftigungstherapie und (verbotene(?)) Subventionsgewährung für Psychologinnen und Psychologen.
Gruß
Anne-Mette
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Re: Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.

Post 14 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,

diese Diskussion haben wir hier schon mehrfach geführt. Was ich dabei überhaupt nicht verstehen kann, ist das jemand versucht etwas als krank zu bezeichnen, obwohl es schlicht und ergreifende keine Krankheit ist. Und zwar nur deshalb, weil die sich vielleicht (und wirklich nur vielleicht) daraus ergebenden Konsequenzen nicht gefallen.
Krankheit ist die Störung der Funktion eines Organs, der Psyche oder des gesamten Organismus.
So oder so ähnlich wird Krankheit üblicherweise definiert. Ich wüsste nicht wo bei Transsexualität die organische oder die psychische Funktionsstörung sein soll. Mal abgesehen davon wird eine psychische Funktionsstörung durch psychologische/psychiatrische Methoden geheilt. Wie wir hoffentlich mittlerweile alle wissen und anerkennen waren die sogenannten Heilungsversuche der genannten Professionen völlige Fehlschläge.

Transsexualität ist daher genauso wenig eine Krankheit wie eine Schwangerschaft oder eine Behinderung. Der Schlagzeuger in unserer Band ist stark conterganbehindert. Mal abgesehen davon, dass er auch mal eine Grippe hat, ist er völlig gesund. Er würde sich auch massiv dagegen wehren, wenn ihn jemand als krank bezeichnen würde.

Weiter vorne hat Claudia geschrieben:
Wer krank ist, braucht Hilfe, wer gesund ist eben nicht
Da muss ich klar widersprechen. Ich kenne niemanden, der nicht schon einmal irgendwelche Hilfe gebraucht hätte. Und manche Menschen brauchen eben mehr Hilfe ohne dass sie dafür krank sein müssen. Mir fallen da spontan Kinder, Schwangere, Behinderte oder Hochbetagte ein.

Transsexuelle Menschen brauchen die Hilfe und Unterstützung ihres Umfelds und der Gesellschaft. Dafür braucht es nicht das Etikett "Krank". Aus meiner Sicht ist es ein völlig legitimes Anliegen diese Unterstützung einzufordern. Dafür brauchen wir nicht das Etikett "krank" als vorgeschobenen Rechtfertigungsgrund.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.

Post 15 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Es gibt viel zu wenig Therapeuten, die sich mit TS auskennen.
Dann solten doch gerade die wenigen Fachkräfte sinnvoll eingesetzt werden und sich nicht auch noch mit den sinnlosen Gutachten wg. Namens- und Personenstandsänderung beschäftigen.
Wir sollten auch nicht vergessen: die wenigen Fachkräfte machen alles und tauchen (fast) überall auf. Sie sind in verschiedenen Gremien vertreten, sind gefragte Gäste auf Veranstaltungen, die sich mit Transsexualität befassen, schreiben an neuen Leitlinien mit...
Da liegt es doch auf der Hand, sie von sinnlosen Aufgaben zu entbinden.

Gruß
Anne-Mette
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