Angst, meine Frau zu verlieren
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Nicoletta
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Angst, meine Frau zu verlieren
Hallo in die Runde,
derzeit sehe ich mich in einer schwierigen Situation. Ich bin verheiratet, und möchte die Beziehung auch aufrechterhalten. Meine Frau hat mich soweit begleitet und unterstützt, manchmal sind wir wie gute Freundinnen, leihen einander Kleidungsstücke oder Schminksachen, raten einander.
Nun hat meine Frau im März eine Therapie wegen Alkoholismus begonnen und befindet sich seit Ende Mai im Anschluss in einer Langzeittherapie. Ich sehe die Erfolge sehr positiv. Die letzten Tage aber ist meine Frau oft depressiv nach der Therapie, was damit zusammenhängt, dass man dort Druck auf sie ausübt, wieso sie überhaupt noch mit mir zusammen sei. Wir haben in der Tat seit mindestens ca. 10 Jahren keinen Sex mehr gehabt, für mich kein Problem, da ich wahrscheinlich asexuell bin, für sie schon schwierig bisweilen, aber aus ihrem christlichen Eheverständnis heraus akzeptiert. Nun versuchen vor allem Mitpatienten, aber offenbar auch Therapeuten, sie dahingehend zu beeinflussen, dass sie sich scheiden lassen soll. Es sei doch nur wirtschaftliche Abhängigkeit, warum sie noch bei mir sei, es fehle die Grundlage für eine Ehe. Ich finde, Therapeuten überschreiten damit erheblich ihre Kompetenz und ihre Aufgabe. Wahrscheinlich kann meine Frau diese negativen Beeinflussungen mit der Zeit auch allein überwinden, aber heute klang das sehr anders und für mich besorgniserregend. Meine Frau vermeidet Kontakt mit mir und weicht mir aus, weil sie wohl über das Gehörte nachdenken muss. Ich bin verunsichert. Meine Prioritäten sind natürlich, an der Beziehung festzuhalten, aber natürlich gibt es auch kein Zurück zur Sexualität, wahrscheinlich selbst technisch nicht mehr möglich. Gut gemeinte Ratschläge sind willkommen.
LG Nicoletta
derzeit sehe ich mich in einer schwierigen Situation. Ich bin verheiratet, und möchte die Beziehung auch aufrechterhalten. Meine Frau hat mich soweit begleitet und unterstützt, manchmal sind wir wie gute Freundinnen, leihen einander Kleidungsstücke oder Schminksachen, raten einander.
Nun hat meine Frau im März eine Therapie wegen Alkoholismus begonnen und befindet sich seit Ende Mai im Anschluss in einer Langzeittherapie. Ich sehe die Erfolge sehr positiv. Die letzten Tage aber ist meine Frau oft depressiv nach der Therapie, was damit zusammenhängt, dass man dort Druck auf sie ausübt, wieso sie überhaupt noch mit mir zusammen sei. Wir haben in der Tat seit mindestens ca. 10 Jahren keinen Sex mehr gehabt, für mich kein Problem, da ich wahrscheinlich asexuell bin, für sie schon schwierig bisweilen, aber aus ihrem christlichen Eheverständnis heraus akzeptiert. Nun versuchen vor allem Mitpatienten, aber offenbar auch Therapeuten, sie dahingehend zu beeinflussen, dass sie sich scheiden lassen soll. Es sei doch nur wirtschaftliche Abhängigkeit, warum sie noch bei mir sei, es fehle die Grundlage für eine Ehe. Ich finde, Therapeuten überschreiten damit erheblich ihre Kompetenz und ihre Aufgabe. Wahrscheinlich kann meine Frau diese negativen Beeinflussungen mit der Zeit auch allein überwinden, aber heute klang das sehr anders und für mich besorgniserregend. Meine Frau vermeidet Kontakt mit mir und weicht mir aus, weil sie wohl über das Gehörte nachdenken muss. Ich bin verunsichert. Meine Prioritäten sind natürlich, an der Beziehung festzuhalten, aber natürlich gibt es auch kein Zurück zur Sexualität, wahrscheinlich selbst technisch nicht mehr möglich. Gut gemeinte Ratschläge sind willkommen.
LG Nicoletta
Ne budi ono što si bio, postani to što jesi. -- Sei nicht, was du gewesen, werde, was du bist!
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JaquelineL
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Re: Angst, meine Frau zu verlieren
Hallo Nicoletta,
schwierig, schwierig. Woanders hatten wir ja gerade erst das Thema "Therapeuten" und dass sie eher ein Echo des Patienten sind. Kann es sein, dass Deine Frau tatsächlich ein (tieferliegendes) Problem mit eurer Beziehung hat und vor allem Du an der Ehe hängst, sie eher "mitläuft"?
Wenn andererseits (seitens der Therapeuten) eine gezielte *Beeinflussung* stattfindet, ist dies sicherlich nicht der wahren Lehre entsprechend. Dies scheint alles in einer Klinik stattzufinden, hast Du die Möglichkeit zu einem kurzen Gespräch mit dem verantwortlichen Arzt, um Deine Bedenken zu äußern? Vielleicht ergibt sich darüber ja schon eine (Er)Klärung der Situation.
Liebe Grüße
Jackie
schwierig, schwierig. Woanders hatten wir ja gerade erst das Thema "Therapeuten" und dass sie eher ein Echo des Patienten sind. Kann es sein, dass Deine Frau tatsächlich ein (tieferliegendes) Problem mit eurer Beziehung hat und vor allem Du an der Ehe hängst, sie eher "mitläuft"?
Wenn andererseits (seitens der Therapeuten) eine gezielte *Beeinflussung* stattfindet, ist dies sicherlich nicht der wahren Lehre entsprechend. Dies scheint alles in einer Klinik stattzufinden, hast Du die Möglichkeit zu einem kurzen Gespräch mit dem verantwortlichen Arzt, um Deine Bedenken zu äußern? Vielleicht ergibt sich darüber ja schon eine (Er)Klärung der Situation.
Liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.
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conny
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Re: Angst, meine Frau zu verlieren
Hallo Nicoletta,
zunächst würde ich mit ihr die Frage stellen, worauf sich die "Empfehlungen" der Therapeuten und Mitpatienten letzlich begründen, wie sie Eure Ehe ohne Kenntnis Deiner Persönlichkeit und Eurer ureigenen Beziehungsgrundlagen überhaupt beurteilen können.
Dann solltet ihr ganz offen darüber diskutieren was Euch zusammenhält, was ihr aneinander wertschätzt und was das Besondere an Eurer Beziehung ist. Dass sie Dich als Frau begleitet ist doch eine ganz tolle und nicht selbstverständliche Sache. Umgekehrt stehst Du trotz des Alkoholproblems zu ihr, auch das ist nicht selbstverständlich. In welche Situation kommt sie ohne Dich? Wer gibt ihr dann halt?
Das Gespräch aber nur als Vorbereitung auf Hilfe Dritter. Denn es wäre m.E. sehr sinnvoll, dass ihr eine professionelle Paarberatung nutzt. Je eher desto besser, bevor Deiner Frau immer mehr Zweifel kommen.
Ich Wünsche Dir viel Kraft und hoffe, dass Du den richtigen Weg findest.
LG
Conny
zunächst würde ich mit ihr die Frage stellen, worauf sich die "Empfehlungen" der Therapeuten und Mitpatienten letzlich begründen, wie sie Eure Ehe ohne Kenntnis Deiner Persönlichkeit und Eurer ureigenen Beziehungsgrundlagen überhaupt beurteilen können.
Dann solltet ihr ganz offen darüber diskutieren was Euch zusammenhält, was ihr aneinander wertschätzt und was das Besondere an Eurer Beziehung ist. Dass sie Dich als Frau begleitet ist doch eine ganz tolle und nicht selbstverständliche Sache. Umgekehrt stehst Du trotz des Alkoholproblems zu ihr, auch das ist nicht selbstverständlich. In welche Situation kommt sie ohne Dich? Wer gibt ihr dann halt?
Das Gespräch aber nur als Vorbereitung auf Hilfe Dritter. Denn es wäre m.E. sehr sinnvoll, dass ihr eine professionelle Paarberatung nutzt. Je eher desto besser, bevor Deiner Frau immer mehr Zweifel kommen.
Ich Wünsche Dir viel Kraft und hoffe, dass Du den richtigen Weg findest.
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Lina
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Re: Angst, meine Frau zu verlieren
Hallo Nicoletta,
ich halte es für wahrscheinlich, dass ich einiges dazu sagen könnte - Ich würde aber gerne die ganze Geschichte hören, ganz ehrlich und offen. Ich habe genügend im Leben gesehen und gehört, dass eigentlich nichts mich überraschen kann. Ich weiß aber auch, dass obwohl alles in deinem Anfangspost sehr aufrichtig und wahrheitstreu scheint, dann ist es lange nicht die volle Wahrheit. Ohne den ganzen Zusammenhang zu kennen, wird auch kaum jemand dir was hilfreiches beisteuern können.
Ich bin auch per PN ansprechbar.
ich halte es für wahrscheinlich, dass ich einiges dazu sagen könnte - Ich würde aber gerne die ganze Geschichte hören, ganz ehrlich und offen. Ich habe genügend im Leben gesehen und gehört, dass eigentlich nichts mich überraschen kann. Ich weiß aber auch, dass obwohl alles in deinem Anfangspost sehr aufrichtig und wahrheitstreu scheint, dann ist es lange nicht die volle Wahrheit. Ohne den ganzen Zusammenhang zu kennen, wird auch kaum jemand dir was hilfreiches beisteuern können.
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Ulrike-Marisa
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Re: Angst, meine Frau zu verlieren
Hallo Nicoletta,
...Daenerys Worten und Einschätzung der Lage ist eigentlich in der Sache nichts mehr hinzuzufügen - teile ich so auch.
die Liebe ist es, die eine Partnerschaft und hier auch eine Ehe zusammenhält; Korinther 13, die liebe trägt alles... und ist immer einen Versuch wert, das beste aus einer gegebenen Situation zu machen; aber es gehören immer zwei dazu, sonst wird es zu einseitig.
Fehlende sexuelle Aktivität ist sicher ein Aspekt aber ich denke nicht der zentrale Aspekt einer lange schon bestehender Ehe. Ich lebe in Liebe mit meiner Frau zusammen wie zwei Frauen eben miteinander leben und wir machen ganz viel zusammen und versuchen uns mit den Gegebenheiten zu arrangieren. Sex haben wir seit dem die Kinder aus dem Haus sind auch nicht mehr, da war ja auch dann mein Outing ihr gegenüber. wir haben es geschafft, unser Leben so organisieren, dass beide etwas davon haben; meine Frau und ich mit meinen weiblichen Wünschen und Bedürfnissen - ein Lebenskompromiss bietet die Grundlage, wie ich schon vielfach an anderer Stelle schon geschrieben habe. Es geht nicht alles im Leben aber sehr viel, wenn alle bereit sind, irgendwo zurückzustecken. Meine Frau akzeptiert/toleriert mich mit Einschränkungen so wie ich bin und unterstützt mich auch mit der Einschränkung, dass ich es im näheren Umfeld nicht öffentlich mache und ich nutze meine persönlichen Freiräume andernorts, bei der Arbeit und in privaten Momenten zu Hause... Und Frau sein und mich fraulich fühlen kann ich jeden Tag und zu jeder Zeit. Nicht alle Frauen sehen top aus und nicht alle Frauen tragen ständig Röcke - da ist ein weites Feld dazwischen in dem ich mich ungehindert bewegen kann. Bei uns ist der Rock das Streitthema; meine Frau kann mich mit Rock nicht ertragen, Schmuck und DW mit allem toleriert sie. Röcke trage ich dann halt nur, wenn sie nicht da ist oder bei der Arbeit und anderswo...
LG, Ulrike-Marisa
...Daenerys Worten und Einschätzung der Lage ist eigentlich in der Sache nichts mehr hinzuzufügen - teile ich so auch.
die Liebe ist es, die eine Partnerschaft und hier auch eine Ehe zusammenhält; Korinther 13, die liebe trägt alles... und ist immer einen Versuch wert, das beste aus einer gegebenen Situation zu machen; aber es gehören immer zwei dazu, sonst wird es zu einseitig.
Fehlende sexuelle Aktivität ist sicher ein Aspekt aber ich denke nicht der zentrale Aspekt einer lange schon bestehender Ehe. Ich lebe in Liebe mit meiner Frau zusammen wie zwei Frauen eben miteinander leben und wir machen ganz viel zusammen und versuchen uns mit den Gegebenheiten zu arrangieren. Sex haben wir seit dem die Kinder aus dem Haus sind auch nicht mehr, da war ja auch dann mein Outing ihr gegenüber. wir haben es geschafft, unser Leben so organisieren, dass beide etwas davon haben; meine Frau und ich mit meinen weiblichen Wünschen und Bedürfnissen - ein Lebenskompromiss bietet die Grundlage, wie ich schon vielfach an anderer Stelle schon geschrieben habe. Es geht nicht alles im Leben aber sehr viel, wenn alle bereit sind, irgendwo zurückzustecken. Meine Frau akzeptiert/toleriert mich mit Einschränkungen so wie ich bin und unterstützt mich auch mit der Einschränkung, dass ich es im näheren Umfeld nicht öffentlich mache und ich nutze meine persönlichen Freiräume andernorts, bei der Arbeit und in privaten Momenten zu Hause... Und Frau sein und mich fraulich fühlen kann ich jeden Tag und zu jeder Zeit. Nicht alle Frauen sehen top aus und nicht alle Frauen tragen ständig Röcke - da ist ein weites Feld dazwischen in dem ich mich ungehindert bewegen kann. Bei uns ist der Rock das Streitthema; meine Frau kann mich mit Rock nicht ertragen, Schmuck und DW mit allem toleriert sie. Röcke trage ich dann halt nur, wenn sie nicht da ist oder bei der Arbeit und anderswo...
LG, Ulrike-Marisa
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Dolores59
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Re: Angst, meine Frau zu verlieren
Hi Nicoletta,Wir haben in der Tat seit mindestens ca. 10 Jahren keinen Sex mehr gehabt, für mich kein Problem, da ich wahrscheinlich asexuell bin, für sie schon schwierig bisweilen,
ich denke, dass es für Deine Frau mehr als "bisweilen schwierig" ist und dass sie mehr darunter leidet, als Du es Dir vorstellen kannst.
Versuche einmal, ihre Sichtweise nachzuvollziehen und sich in sie "hineinzuversetzen". Es scheint mir dringend geboten, diesen Themenbereich offen anzusprechen. Möglicherweise mit Hilfe einer aussenstehenden Person.
Kann es sein, dass die Alkoholprobleme Deiner Frau damit zusammenhängen?
LG
Dolores
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)
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Marielle
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Re: Angst, meine Frau zu verlieren
Hallo Nicoletta, Liebe Leute,
seid doch bitte etwas zurückhaltender mit Ratschlägen zur Situation zweier Menschen, von der und von denen man fast nichts weiss.
Nicoletta: Daenerys hat m.E. einen guten Ansatz genannt. Sprich mit den Leuten, die sich um deine Frau kümmern. Die machen ihre Arbeit nicht um dir zu schaden. Sie sollen erstmal deiner Frau, und damit hoffentlich auch dir, helfen.
Alles Gute
Marielle
seid doch bitte etwas zurückhaltender mit Ratschlägen zur Situation zweier Menschen, von der und von denen man fast nichts weiss.
Nicoletta: Daenerys hat m.E. einen guten Ansatz genannt. Sprich mit den Leuten, die sich um deine Frau kümmern. Die machen ihre Arbeit nicht um dir zu schaden. Sie sollen erstmal deiner Frau, und damit hoffentlich auch dir, helfen.
Alles Gute
Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Anke
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Re: Angst, meine Frau zu verlieren
Hallo,
Liebe Grüße
Anke
das sehe ich auch so und der Ansatz von Daenerys wäre auch das einzige, was mir dazu einfallen würde.Marielle hat geschrieben:Hallo Nicoletta, Liebe Leute,
seid doch bitte etwas zurückhaltender mit Ratschlägen zur Situation zweier Menschen, von der und von denen man fast nichts weiss.
Nicoletta: Daenerys hat m.E. einen guten Ansatz genannt. Sprich mit den Leuten, die sich um deine Frau kümmern. Die machen ihre Arbeit nicht um dir zu schaden. Sie sollen erstmal deiner Frau, und damit hoffentlich auch dir, helfen.
Alles Gute
Marielle
Liebe Grüße
Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.
Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)
https://www.transcuisine.com
Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCQc7XaiWBuzchBQTnGRv80g
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Sylvia
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Re: Angst, meine Frau zu verlieren
Mal eine ganz blöde Frage an all die, die hier raten, Nicoletta solle sich an die Therapeuten ihrer Frau richten: Gibt es da keine ärztliche Schweigepflicht? Man kann doch nicht einfach hingehen und nachfragen, was der andere da so erzählt hat...
Lg,
Sylvia
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Aubergine
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Re: Angst, meine Frau zu verlieren
Hallo Nicoletta,
in vielen Aspekten deiner Situation erkenne ich mich wieder. Das heißt jetzt nicht, dass ich weiß wie es wirklich bei dir ist, aber ich kann dir von mir berichten und vielleicht kannst du ebenso etwas daraus erkennen.
Mit Alkoholismus hatte ich 25 Jahre zu tun, denn mein 1. Mann war Alkoholiker. Auch wenn er inzwischen schon 16 Jahre tot ist, leide ich teilweise heute noch in manchen Situationen darunter.
Auch er war in Therapie, sowohl Kurz- wie auch Langzeit. Ich wurde dort für eine Woche eingeladen um die Familie mit einzuschließen.
Eines darfst du mir aber glauben. Niemand versucht deine Frau irgendwie zu beeinflussen oder von dir weg zu bringen. Wenn das passiert, dann nur, weil das schon lang in ihr verborgen war und nun durch die Therapie zum Vorschein kommt. Vieles, was man verdrängt kommt durch Therapeuten ans Tageslicht, diese Erfahrung habe ich auch in meiner Therapie (für Angehörige) machen müssen/dürfen.
Der Einstieg zum Alkoholismus geht bei Frauen meist über Tabletten. Seelische Probleme verursachen physische Schmerzen, die man mit Tabletten eine Zeitlang in den Griff bekommt. Dann wirken diese Tabletten nicht mehr und man trinkt Alkohol dazu, denn das Verstärkt die Wirkung von Tabletten wie Schmerztabletten und Valium. Doch auch ein bisschen Alkohol verliert mit der Zeit die Wirkung und es muss immer mehr werden, damit es einem besser geht. Und ehe man sich versieht ist man Alkoholikerin, wenns ganz übel kommt auch noch Tabletten abhängig. Ursache ist aber die Seele und alles was da verdrängt wurde, kommt bei einer guten Therapie zum Vorschein.
----------------
Meinen jetzigen Partner habe ich seit fast 15 Jahren. Durch äußere Einflüsse hat er sich im Laufe der Zeit so verändert, dass ich mich mehr und mehr zurück gezogen habe und es ihn scheinbar auch nicht gestört hat. Wir haben uns sonst gut verstanden, haben alles miteinander gemacht, haben schöne Urlaube miteinander verbracht, nur gab es keinerlei Zärtlichkeiten mehr und im Bett war Funkstille. Das ging so über 6 Jahre.
Eine Zeitlang war ich damit zufrieden, denn mein Partner ist eine Seele von Mensch. Aber irgendwann kommen Zweifel und Unzufriedenheit und ich habe über eine Trennung nachgedacht, weil das, was ich eigentlich brauchte wie Nähe, Geborgenheit und Liebe, war durch Freundschaft auf die Dauer nicht zu ersetzen.
Dann kam sein psychischer Zusammenbruch und endlich wussten wir beide, was die Ursache für unser Auseinanderleben war. Nach einer langen Kur kam der Mann zurück, denn ich vor 15 Jahren kennengelernt habe. Viele Gespräche und viel Verständnis für den andern haben uns wieder in ein glückliches Paar verwandelt, dass auch im Bett wieder zueinander gefunden hat. Endlich können wir wieder über ALLES reden.
Wäre das nicht passiert, wären wir vermutlich heute nicht mehr zusammen. In jeder Beziehung oder Ehe schleicht sich mit den Jahren ein gewisser Trott ein, das lässt sich nicht aufhalten und ist völlig normal. Wenn aber die Liebe auf Distanz geht, ist die Liebe irgendwann nur noch Freundschaft und das ist nicht das, was Frau eigentlich möchte. Es gibt sicher viele Frauen, die sich wohl oder übel mit der Situation dann abfinden. Das hat meist materielle Gründe oder es ist einfach Gewohnheit, oder man hat Angst, das Leben allein nicht zu meistern. Vor allem bei der älteren Generation ist das noch oft zu sehen. Auch religiöse Gründe können dafür die Ursache sein, einfach alles hinzunehmen wie es ist, auch wenn man in der Situation unglücklich ist.
Auch wenn ich schon 62 Jahre bin, in diesem Fall zähle ich mich zu den jüngeren, die ihr Leben allein auf die Reihe bekommen würden und ich könnte mich mit einer solchen Distanz in meiner Beziehung nicht auf Dauer abfinden.
Wie es nun bei dir, liebe Nicoletta ist, kann ich nachvollziehen. Aber so wie du schreibst, dass es keinen Weg zurück zur Sexualität gibt, verwehrt deiner Frau ein erfülltes Leben. Kein Geld der Welt kann Liebe und Zärtlichkeit ersetzten und da gehört für mich auch Sex, in welcher Form auch immer, dazu.
Es gibt so viele Varianten in der körperlichen Liebe, die nicht mal Gelähmte davon abhalten auf die eine oder andere Art intim zu werden.
Über eines solltest du dir im Klaren sein - wenn deine Frau nicht in der Lage ist ihre Probleme zu lösen (selbst wenn es die Trennung von dir bedeutet) wird sie vom Alkohol nicht los kommen, dessen bin ich mir ganz sicher.
Ich hoffe, ich habe nicht noch zusätzlichen Frust verursacht, aber die Wahrheit ist oft eine bittere Pille. Ich drücke dir die Daumen, dass ihr beide alles nach und nach wieder auf die Reihe bekommt.
LG Aubergine
in vielen Aspekten deiner Situation erkenne ich mich wieder. Das heißt jetzt nicht, dass ich weiß wie es wirklich bei dir ist, aber ich kann dir von mir berichten und vielleicht kannst du ebenso etwas daraus erkennen.
Mit Alkoholismus hatte ich 25 Jahre zu tun, denn mein 1. Mann war Alkoholiker. Auch wenn er inzwischen schon 16 Jahre tot ist, leide ich teilweise heute noch in manchen Situationen darunter.
Auch er war in Therapie, sowohl Kurz- wie auch Langzeit. Ich wurde dort für eine Woche eingeladen um die Familie mit einzuschließen.
Eines darfst du mir aber glauben. Niemand versucht deine Frau irgendwie zu beeinflussen oder von dir weg zu bringen. Wenn das passiert, dann nur, weil das schon lang in ihr verborgen war und nun durch die Therapie zum Vorschein kommt. Vieles, was man verdrängt kommt durch Therapeuten ans Tageslicht, diese Erfahrung habe ich auch in meiner Therapie (für Angehörige) machen müssen/dürfen.
Der Einstieg zum Alkoholismus geht bei Frauen meist über Tabletten. Seelische Probleme verursachen physische Schmerzen, die man mit Tabletten eine Zeitlang in den Griff bekommt. Dann wirken diese Tabletten nicht mehr und man trinkt Alkohol dazu, denn das Verstärkt die Wirkung von Tabletten wie Schmerztabletten und Valium. Doch auch ein bisschen Alkohol verliert mit der Zeit die Wirkung und es muss immer mehr werden, damit es einem besser geht. Und ehe man sich versieht ist man Alkoholikerin, wenns ganz übel kommt auch noch Tabletten abhängig. Ursache ist aber die Seele und alles was da verdrängt wurde, kommt bei einer guten Therapie zum Vorschein.
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Meinen jetzigen Partner habe ich seit fast 15 Jahren. Durch äußere Einflüsse hat er sich im Laufe der Zeit so verändert, dass ich mich mehr und mehr zurück gezogen habe und es ihn scheinbar auch nicht gestört hat. Wir haben uns sonst gut verstanden, haben alles miteinander gemacht, haben schöne Urlaube miteinander verbracht, nur gab es keinerlei Zärtlichkeiten mehr und im Bett war Funkstille. Das ging so über 6 Jahre.
Eine Zeitlang war ich damit zufrieden, denn mein Partner ist eine Seele von Mensch. Aber irgendwann kommen Zweifel und Unzufriedenheit und ich habe über eine Trennung nachgedacht, weil das, was ich eigentlich brauchte wie Nähe, Geborgenheit und Liebe, war durch Freundschaft auf die Dauer nicht zu ersetzen.
Dann kam sein psychischer Zusammenbruch und endlich wussten wir beide, was die Ursache für unser Auseinanderleben war. Nach einer langen Kur kam der Mann zurück, denn ich vor 15 Jahren kennengelernt habe. Viele Gespräche und viel Verständnis für den andern haben uns wieder in ein glückliches Paar verwandelt, dass auch im Bett wieder zueinander gefunden hat. Endlich können wir wieder über ALLES reden.
Wäre das nicht passiert, wären wir vermutlich heute nicht mehr zusammen. In jeder Beziehung oder Ehe schleicht sich mit den Jahren ein gewisser Trott ein, das lässt sich nicht aufhalten und ist völlig normal. Wenn aber die Liebe auf Distanz geht, ist die Liebe irgendwann nur noch Freundschaft und das ist nicht das, was Frau eigentlich möchte. Es gibt sicher viele Frauen, die sich wohl oder übel mit der Situation dann abfinden. Das hat meist materielle Gründe oder es ist einfach Gewohnheit, oder man hat Angst, das Leben allein nicht zu meistern. Vor allem bei der älteren Generation ist das noch oft zu sehen. Auch religiöse Gründe können dafür die Ursache sein, einfach alles hinzunehmen wie es ist, auch wenn man in der Situation unglücklich ist.
Auch wenn ich schon 62 Jahre bin, in diesem Fall zähle ich mich zu den jüngeren, die ihr Leben allein auf die Reihe bekommen würden und ich könnte mich mit einer solchen Distanz in meiner Beziehung nicht auf Dauer abfinden.
Wie es nun bei dir, liebe Nicoletta ist, kann ich nachvollziehen. Aber so wie du schreibst, dass es keinen Weg zurück zur Sexualität gibt, verwehrt deiner Frau ein erfülltes Leben. Kein Geld der Welt kann Liebe und Zärtlichkeit ersetzten und da gehört für mich auch Sex, in welcher Form auch immer, dazu.
Es gibt so viele Varianten in der körperlichen Liebe, die nicht mal Gelähmte davon abhalten auf die eine oder andere Art intim zu werden.
Über eines solltest du dir im Klaren sein - wenn deine Frau nicht in der Lage ist ihre Probleme zu lösen (selbst wenn es die Trennung von dir bedeutet) wird sie vom Alkohol nicht los kommen, dessen bin ich mir ganz sicher.
Ich hoffe, ich habe nicht noch zusätzlichen Frust verursacht, aber die Wahrheit ist oft eine bittere Pille. Ich drücke dir die Daumen, dass ihr beide alles nach und nach wieder auf die Reihe bekommt.
LG Aubergine
Dir geht's nicht gut? Du fühlst dich mies? So was kommt schnell mal vor.
Geteiltes Leid ist halbes Leid, ich leih dir gern mein Ohr.
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Nicoletta
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Re: Angst, meine Frau zu verlieren
Hallo, Ihr Lieben,
danke Euch allen für Eure Ratschläge und Anregungen, und verzeiht bitte, dass ich erst jetzt antworte, aber ich bin anschließend schlafen gegangen, und heute hatte ich einen auswärtigen Termin. Besonderen Dank möchte ich Aubergine aussprechen, weil sie als Bio-Frau eine andere Ein-Sicht hat, daher hilfreich.
Ansonsten möchte ich zusammenfassen, ohne auf die einzelne Ratschläge einzeln einzugehen. Prinzipiell habe ich das Problem, dass meine Frau sehr zurückhaltend mit Auskünften ist, nicht nur hier, gilt immer. Sie kam gestern niedergeschlagen nach Hause, und auf Rückfragen erfuhr ich dann von den Ratschlägen der Mitpatienten. Die hatten das schon einmal thematisiert, darum meine Rückfrage, ob auch von Therapeuten Ähnliches geäußert worden sei, was offenbar der Fall war. Natürlich ist es richtig, wie Jacqueline und Conny sagen, dass das von Therapeuten angesprochene Problem letztlich eines ist, das meine Frau geäußert hat, also nicht Fremdbeeinflussung. Es gibt daher auch keine Notwendigkeit, mit den Therapeuten zu sprechen, zumal ich wegen meiner Hörbehinderung dazu kaum in der Lage wäre.
Die entscheidende Frage ist natürlich, was unsere Ehe eigentlich ausmacht. Mit war es entscheidend wichtig, die Ehe mit einer gläubig orthodoxen Frau einzugehen, mein Ziel war eine "normale" christliche Ehe mit Kindern. Für meine Frau spielte daneben sicher eine Rolle, dass sie aus wirtschaftlicher Not heraus wollte. Ihre Vorstellung war ein Mann im Westen, Akademiker mit vielen Büchern und orthodox. Das hat sie bekommen. Sexualität hat sie nie explizit genannt, war für sie aber selbstverständlich. Zum Zeitpunkt der Eheschließung wusste ich (aber verdrängt) von meiner Transidentität, hoffte aber zuversichtlich, dass sich das mit der "richtigen" Frau in einer "richtigen" Ehe und Familie ganz von alleine geben würde. Meine Transidentität betrachtete ich als leicht heilbare Perversion. Einen gewissen Widerwillen gegen Sexualität hatte ich eigentlich immer schon, war aber durchaus bereit, diese "Kröte" zu schlucken, denn Kinder wollte ich auf jeden Fall. Ich mag durchaus Zärtlichkeit und vermisse sie lange, denn mit dem Einstellen der Sexualität, seit es klar ist, dass meine Frau keine Kinder mehr bekommen kann, verweigert sie sich mir auch sonst. Während für mich Zärtlichkeit, Streicheln, Küssen absolut ausreichen, sieht sie darin nur ein Vorspiel zu dem mir verhassten sexuellen Akt. Die Möglichkeit, die Ehe zu öffnen, wie Explorer meint, sehe ich durchaus, könnte mich damit wahrscheinlich auch abfinden, wenn ich davon nichts weiter mitbekäme, es entspräche aber nicht den Werten meiner Frau. Sex mit einem anderen Mann zu haben, wäre für sie nur vorstellbar, wenn sie ganz mit ihm zusammenlebte, also über eine Scheidung von mir. Dass ich mich zu sexuellen Handlungen überwinden könnte, ist nicht drin, ich wäre dazu auch physisch gar nicht mehr in der Lage.
Was hält uns zusammen? Liebe zweifellos, und das von beiden Seiten. Weitgehend gemeinsames Weltbild und gemeine Wertvorstellungen auf jeden Fall. Gemeinsame Erfahrungen und Erinnerungen natürlich auch. Und was trennt? Meine Entwicklung. In der Therapie hatte sie wohl gehört, dass uns die "Grundlage" der Ehe fehle. Ich sagte darauf, dass Sex doch nicht alles sei, woraufhin sie nur sagte "Mann -- Frau". Für sie ist eine Ehe unbedingt und ausschließlich die Beziehung zwischen einer Frau und einem Mann, homosexuelle Beziehungen würde sie nie akzeptieren. Allein, dass wir als zwei "Frauen" zusammenleben, verstößt gegen ihre Wertvorstellungen.
Ob ihr Alkoholismus damit zusammenhängt, sicher ja, wenn auch nicht ausschließlich. Ihren ersten Vollrausch hatte sie mit fünf Jahren, wie sie sagt, in ihrer Familie war Alkohol allgegenwärtig, sie ist mit dieser Droge durchaus aufgewachsen. Bei mir gab es immer Wein (seltener Bier) zum Essen, gerne auch Schnaps als Aperitif. Da hat sie immer, wenn auch zurückhaltend, mitgemacht. Der Alkoholmissbrauch begann erst beim nahen Zusammentreffen von Scheitern im Studium, Menopause und meinem Outing. Verletzend empfand ich gestern, dass sie nicht nur vom Fehlen der Grundlage sprach, sondern auch darauf verwies, dass sie wirtschaftlich von mir abhängig sei. Das empfände ich als Grundlage für eine Ehe als zu wenig. In der Tat hat sie nie gearbeitet, immer von meinem Gehalt gelebt und jetzt von meiner Rente. Das macht aber auch eine Scheidung für mich unmöglich. Meine ohnehin recht knapp bemessene Rente würde bei einer Scheidung für keinen von uns mehr zum Überleben reichen. Diese rein weltliche Sorge kommt also noch dazu.
Genug als Antwort und zur Klärung der Umstände. LG Nicoletta
danke Euch allen für Eure Ratschläge und Anregungen, und verzeiht bitte, dass ich erst jetzt antworte, aber ich bin anschließend schlafen gegangen, und heute hatte ich einen auswärtigen Termin. Besonderen Dank möchte ich Aubergine aussprechen, weil sie als Bio-Frau eine andere Ein-Sicht hat, daher hilfreich.
Ansonsten möchte ich zusammenfassen, ohne auf die einzelne Ratschläge einzeln einzugehen. Prinzipiell habe ich das Problem, dass meine Frau sehr zurückhaltend mit Auskünften ist, nicht nur hier, gilt immer. Sie kam gestern niedergeschlagen nach Hause, und auf Rückfragen erfuhr ich dann von den Ratschlägen der Mitpatienten. Die hatten das schon einmal thematisiert, darum meine Rückfrage, ob auch von Therapeuten Ähnliches geäußert worden sei, was offenbar der Fall war. Natürlich ist es richtig, wie Jacqueline und Conny sagen, dass das von Therapeuten angesprochene Problem letztlich eines ist, das meine Frau geäußert hat, also nicht Fremdbeeinflussung. Es gibt daher auch keine Notwendigkeit, mit den Therapeuten zu sprechen, zumal ich wegen meiner Hörbehinderung dazu kaum in der Lage wäre.
Die entscheidende Frage ist natürlich, was unsere Ehe eigentlich ausmacht. Mit war es entscheidend wichtig, die Ehe mit einer gläubig orthodoxen Frau einzugehen, mein Ziel war eine "normale" christliche Ehe mit Kindern. Für meine Frau spielte daneben sicher eine Rolle, dass sie aus wirtschaftlicher Not heraus wollte. Ihre Vorstellung war ein Mann im Westen, Akademiker mit vielen Büchern und orthodox. Das hat sie bekommen. Sexualität hat sie nie explizit genannt, war für sie aber selbstverständlich. Zum Zeitpunkt der Eheschließung wusste ich (aber verdrängt) von meiner Transidentität, hoffte aber zuversichtlich, dass sich das mit der "richtigen" Frau in einer "richtigen" Ehe und Familie ganz von alleine geben würde. Meine Transidentität betrachtete ich als leicht heilbare Perversion. Einen gewissen Widerwillen gegen Sexualität hatte ich eigentlich immer schon, war aber durchaus bereit, diese "Kröte" zu schlucken, denn Kinder wollte ich auf jeden Fall. Ich mag durchaus Zärtlichkeit und vermisse sie lange, denn mit dem Einstellen der Sexualität, seit es klar ist, dass meine Frau keine Kinder mehr bekommen kann, verweigert sie sich mir auch sonst. Während für mich Zärtlichkeit, Streicheln, Küssen absolut ausreichen, sieht sie darin nur ein Vorspiel zu dem mir verhassten sexuellen Akt. Die Möglichkeit, die Ehe zu öffnen, wie Explorer meint, sehe ich durchaus, könnte mich damit wahrscheinlich auch abfinden, wenn ich davon nichts weiter mitbekäme, es entspräche aber nicht den Werten meiner Frau. Sex mit einem anderen Mann zu haben, wäre für sie nur vorstellbar, wenn sie ganz mit ihm zusammenlebte, also über eine Scheidung von mir. Dass ich mich zu sexuellen Handlungen überwinden könnte, ist nicht drin, ich wäre dazu auch physisch gar nicht mehr in der Lage.
Was hält uns zusammen? Liebe zweifellos, und das von beiden Seiten. Weitgehend gemeinsames Weltbild und gemeine Wertvorstellungen auf jeden Fall. Gemeinsame Erfahrungen und Erinnerungen natürlich auch. Und was trennt? Meine Entwicklung. In der Therapie hatte sie wohl gehört, dass uns die "Grundlage" der Ehe fehle. Ich sagte darauf, dass Sex doch nicht alles sei, woraufhin sie nur sagte "Mann -- Frau". Für sie ist eine Ehe unbedingt und ausschließlich die Beziehung zwischen einer Frau und einem Mann, homosexuelle Beziehungen würde sie nie akzeptieren. Allein, dass wir als zwei "Frauen" zusammenleben, verstößt gegen ihre Wertvorstellungen.
Ob ihr Alkoholismus damit zusammenhängt, sicher ja, wenn auch nicht ausschließlich. Ihren ersten Vollrausch hatte sie mit fünf Jahren, wie sie sagt, in ihrer Familie war Alkohol allgegenwärtig, sie ist mit dieser Droge durchaus aufgewachsen. Bei mir gab es immer Wein (seltener Bier) zum Essen, gerne auch Schnaps als Aperitif. Da hat sie immer, wenn auch zurückhaltend, mitgemacht. Der Alkoholmissbrauch begann erst beim nahen Zusammentreffen von Scheitern im Studium, Menopause und meinem Outing. Verletzend empfand ich gestern, dass sie nicht nur vom Fehlen der Grundlage sprach, sondern auch darauf verwies, dass sie wirtschaftlich von mir abhängig sei. Das empfände ich als Grundlage für eine Ehe als zu wenig. In der Tat hat sie nie gearbeitet, immer von meinem Gehalt gelebt und jetzt von meiner Rente. Das macht aber auch eine Scheidung für mich unmöglich. Meine ohnehin recht knapp bemessene Rente würde bei einer Scheidung für keinen von uns mehr zum Überleben reichen. Diese rein weltliche Sorge kommt also noch dazu.
Genug als Antwort und zur Klärung der Umstände. LG Nicoletta
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Marielle
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Re: Angst, meine Frau zu verlieren
Hallo Sylvia,
Hab es gut
Marielle
Nein, das eher nicht. Aber man kann da hingehen oder erstmal anrufen und sagen, dass man am Wohlergehen der Partnerin (und natürlich auch dem eigenen) interessiert ist und die Situation aus der eigenen Sicht schildern. Wenn man das offen tut, werden die Leute dort schon damit umzugehen wissen und entsprechend darauf reagieren.Mal eine ... Frage .... Man kann doch nicht einfach hingehen und nachfragen, was der andere da so erzählt hat...
Hab es gut
Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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Nicoletta
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Re: Angst, meine Frau zu verlieren
Das ist in der Tat nicht das, was ich gerne hören möchte, obwohl die Analyse stimmt. So etwas Ähnliches dürfte meine Frau wohl gestern zu hören bekommen haben, was dann zu den Äußerung führte, durch die ich mich verletzt fühlte. Nur bin ich halt weiterhin der Meinung, dass wir doch einiges gemeinsam haben an Werten und Vorstellungen, die eine gute partnerschaftliche Lebensweise ermöglichen. Der gemeinsame christliche Hintergrund erlaubt es uns, die Herausforderung zu akzeptieren. Beide haben wir unabhängig voneinander Hinweise erhalten, die wir so verstehen, dass unsere Ehe gottgewollt ist. Da kann man sich nicht einfach so trennen, weil es Probleme gibt. Ehe ist kein Vergnügen. Nach orthodoxer Tradition werden die Eheleute gekrönt, aber das sind keine Herrschaftssymbole, sondern Märtyrerkronen. Ehe soll ein Martyrium sein, nicht im modernen weltlichen Sinne, sondern nach der ursprünglichen Bedeutung des Wortes, ein Zeugnis des Glaubens.
Ich habe auch eine nicht christlichen Vorstellungen entstammende Idee, die mir gefallen hat: Gott ist wie ein spielendes Kind, das immer wieder Neues ausprobiert und Freude daran hat. Diesem Gott hat es gefallen, mir zu meiner weiblichen Seele einen männlichen Körper zu geben und mich mit einer Frau zu verbinden, der Sexualität wichtig ist. Jetzt sitzt Er sozusagen da und beobachtet, was sich daraus entwickelt, wobei wir uns Seiner liebenden Aufmerksamkeit sicher sein dürfen.
Ich habe auch eine nicht christlichen Vorstellungen entstammende Idee, die mir gefallen hat: Gott ist wie ein spielendes Kind, das immer wieder Neues ausprobiert und Freude daran hat. Diesem Gott hat es gefallen, mir zu meiner weiblichen Seele einen männlichen Körper zu geben und mich mit einer Frau zu verbinden, der Sexualität wichtig ist. Jetzt sitzt Er sozusagen da und beobachtet, was sich daraus entwickelt, wobei wir uns Seiner liebenden Aufmerksamkeit sicher sein dürfen.
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Re: Angst, meine Frau zu verlieren
Guten Abend Nicoletta,
als man dir nahelegte, dass dein Verhalten ursächlich für das Alkoholproblem deiner Frau sein könnte, man euch als Christen eine 'offene Beziehung' angeraten hat und man sagte, dass es per Ferndiagnose eine sinnvolle Hilfestellung gäbe, fand ich das unangemessen.
Aber, sei mir nicht böse, was du in deinen beiden letzten Beiträgen ausführst ist m.E. der Situation auch nicht grade angemessen.
Wenn du sagst "Es gibt daher auch keine Notwendigkeit, mit den Therapeuten zu sprechen, zumal ich wegen meiner Hörbehinderung dazu kaum in der Lage wäre." dann kann da irgendetwas nicht stimmen, wenn du, laut deiner eigenen Webseite, zugleich einen "Lehrauftrag für Kirchenslavisch im Rahmen des slavistischen Master-Studiengangs an der Universität zu Köln" inne hast. Es gibt Schreibpapier, Computer und Gebärdendolmetscher, die Hörgeschädigten eine vernünftige Kommunikation ermöglichen. Man muss sie aber wollen.
Und, bitte entschuldige: Ein "spielender Gott", der ein Spiel ersonnen hat, in dem du die Regeln bestimmst? Nee. Wenn es einen Gott gibt (ich bin stark unterkühlte Agnostiker_in) würde er kaum so einseitige Spielchen erfinden; sorry.
Es stimmt, dass Ehe bzw. Partnerschaft nicht immer lustig ist. Aber so wie du dir das zurechtbiegst, dass deine Frau das Martyrium erledigt und du die Tradition pflegst, geht es auch nicht.
Marielle
als man dir nahelegte, dass dein Verhalten ursächlich für das Alkoholproblem deiner Frau sein könnte, man euch als Christen eine 'offene Beziehung' angeraten hat und man sagte, dass es per Ferndiagnose eine sinnvolle Hilfestellung gäbe, fand ich das unangemessen.
Aber, sei mir nicht böse, was du in deinen beiden letzten Beiträgen ausführst ist m.E. der Situation auch nicht grade angemessen.
Wenn du sagst "Es gibt daher auch keine Notwendigkeit, mit den Therapeuten zu sprechen, zumal ich wegen meiner Hörbehinderung dazu kaum in der Lage wäre." dann kann da irgendetwas nicht stimmen, wenn du, laut deiner eigenen Webseite, zugleich einen "Lehrauftrag für Kirchenslavisch im Rahmen des slavistischen Master-Studiengangs an der Universität zu Köln" inne hast. Es gibt Schreibpapier, Computer und Gebärdendolmetscher, die Hörgeschädigten eine vernünftige Kommunikation ermöglichen. Man muss sie aber wollen.
Und, bitte entschuldige: Ein "spielender Gott", der ein Spiel ersonnen hat, in dem du die Regeln bestimmst? Nee. Wenn es einen Gott gibt (ich bin stark unterkühlte Agnostiker_in) würde er kaum so einseitige Spielchen erfinden; sorry.
Es stimmt, dass Ehe bzw. Partnerschaft nicht immer lustig ist. Aber so wie du dir das zurechtbiegst, dass deine Frau das Martyrium erledigt und du die Tradition pflegst, geht es auch nicht.
Marielle
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Inga
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Re: Angst, meine Frau zu verlieren
Liebe Nicoletta,
ich glaube, ihr seid mit euren traditionellen Glaubenshaltungen an Grenzen gestoßen, die die Zuneigung zueinander behindert. Sie scheinen mir nicht mehr zu den Realitäten des Lebens zu passen. Glauben soll und kann kein Käfig eines Gedankengebäudes sein, aus dem man nicht raus darf, sich nicht raus traut, Angst hat, zu verlassen. Glaube ist, sich zur Wahrheit zu trauen, zur Gewissheit, die in einem ist, von Gott gegeben ist, und einem die Kraft gibt, neue ungewohnte Wege zu gehen. Glauben macht frei, nicht eng.
In der Bibel heißt es an einer Stelle "Da ist Glaube, Hoffnung, Liebe. Und die Liebe ist das Größe unter ihnen." Da steht nicht Glaube ist größe als Liebe oder selbst Hoffnung sei größer als Liebe, Sondern die Liebe steht über dem Glauben und der Hoffnung. So ist euere Liebe zwischen euch beiden "Frauen" einfach größer als die im orthodoxen Glaubensformen begründete Partnerschaft zwischen Mann und Frau. Dazu kannst du doch stehen!
Übrigens: Es heißt "die Liebe ist das Größe unter ihnen" und nicht "Das Leiden ist das Größte unter ihnen"
Ihr seid gläubige Menschen. So will ich dich einladen, Gedanken und Schlußfolgerungen nicht zu überstürzen oder angestrengt zu rechtfertigen, sondern die Liebe zu suchen und nicht das Leiden, und dies auch eine Weile im Gebet zu bewegen.
Und passt jetzt nicht auch die Formel "Und Gottes Segen, der höher ist als alle Vernunft, sei mit Euch!"
Liebe Grüße
Inga
ich glaube, ihr seid mit euren traditionellen Glaubenshaltungen an Grenzen gestoßen, die die Zuneigung zueinander behindert. Sie scheinen mir nicht mehr zu den Realitäten des Lebens zu passen. Glauben soll und kann kein Käfig eines Gedankengebäudes sein, aus dem man nicht raus darf, sich nicht raus traut, Angst hat, zu verlassen. Glaube ist, sich zur Wahrheit zu trauen, zur Gewissheit, die in einem ist, von Gott gegeben ist, und einem die Kraft gibt, neue ungewohnte Wege zu gehen. Glauben macht frei, nicht eng.
In der Bibel heißt es an einer Stelle "Da ist Glaube, Hoffnung, Liebe. Und die Liebe ist das Größe unter ihnen." Da steht nicht Glaube ist größe als Liebe oder selbst Hoffnung sei größer als Liebe, Sondern die Liebe steht über dem Glauben und der Hoffnung. So ist euere Liebe zwischen euch beiden "Frauen" einfach größer als die im orthodoxen Glaubensformen begründete Partnerschaft zwischen Mann und Frau. Dazu kannst du doch stehen!
Übrigens: Es heißt "die Liebe ist das Größe unter ihnen" und nicht "Das Leiden ist das Größte unter ihnen"
Ihr seid gläubige Menschen. So will ich dich einladen, Gedanken und Schlußfolgerungen nicht zu überstürzen oder angestrengt zu rechtfertigen, sondern die Liebe zu suchen und nicht das Leiden, und dies auch eine Weile im Gebet zu bewegen.
Und passt jetzt nicht auch die Formel "Und Gottes Segen, der höher ist als alle Vernunft, sei mit Euch!"
Liebe Grüße
Inga