Mein Dilemma
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Viggy
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Mein Dilemma

Post 1 im Thema

Beitrag von Viggy »

Hallo Forenkolleg/inn/en,

meist bin ich hier nur passiver Mitleser, vielleicht, weil ich bei vielen Themen das Gefühl habe, gar nicht mitreden zu können. Aber heute möchte ich mal mein Dilemma beschreiben und würde gerne erfahren, wievielen es auch so geht wie mir.

Ich hatte schon im Vorstellungs-Thread geschrieben, dass ich mich eindeutig auf der männlichen Seite sehe. Ich habe mich nie im falschen Körper gefühlt. Erst vor einigen Jahren begann ich durch einen Zufall schrittweise die angenehmen oder schönen Seiten der weiblichen Gepflegtheit am eigenen Körper zu genießen. Heute habe ich epilierte Beine, die ich haarig gar nicht mehr ertragen könnte, habe stets lackierte Fuß- und Fingernägel und trage hin und wieder Fesselkettchen. All das weiß meine Frau auch und sie kann damit leben. Was sie nicht weiß ist, dass ich als Telearbeiter zuhause meist in Bleistiftrock, Pumps und Shirt oder Bluse am Schreibtisch sitze und mich dabei wohl fühle. An meine femininen Attribute hat sie sich 'gewöhnt' sagte sie erst kürzlich wieder bei einem lockeren Gespräch auf der Terrasse, was sie aber nicht wolle, ist dass ich in Pumps und Rock herumliefe, das sei ihr zu tuntig oder so ähnlich.

Das war die Einleitung, nun mein Dilemma:
Ich fühle mich klar männlich, ich bin vielleicht kein Macho, war ich auch noch nie, aber ich ticke männlich, habe Hobbies die allgemein der männlichen Seite zugeordnet werden, ich spreche männlich ( ... gut sexistische Witze habe ich auch noch nie gemocht) und trage auch gerne modische 'Männersachen'. Ich bin einigermassen Stolz auf meine sportliche Figur und ich will auch keine weiblichen Rundungen. Ich hatte auch schon mal rein testweise eine Perücke gekauft, die aber selbst überrascht sofort wieder weggelegt, das war nicht ich, so wollte ich gar nicht sein. Ich gefalle mir als Mann, aber ich will einfach meine weibliche Seite akzentuieren und ausleben können. Leider ist es nun so, dass ich trotz aller Informationen und eifriges Lesen hier mich frage, ob ich ein 'richtiger Mann' bin. Hmmm, das will ich ja eigentlich gar nicht sein, aber so stehe ich mir irgendwie selbst im Weg, mit dem Resultat, dass leider auch unsere erotische Beziehung darunter leidet. Nicht weil sie mir Vowürfe macht, oder so, nein, sondern, weil ich selbst an mir zweifle und weil ich das Gefühl habe, dass sie obwohl sie nichts sagt, vielleicht den Mann von früher vermisst, der sie männlich mal wieder richtig durch*&%*. Ich liebe mein Frau und sie mich, aber wie ich aus dieser Zwickmühle komme, weiß ich noch nicht. Das berühmte klärende Gespräch kommt nach dem letzten Kommentar wohl nicht in Frage. Ich werde hier wohl auch nicht groß auf Ratschläge hoffen, denn jeder hat seine eigene Zwickmühle.

Ich wollte mir nur mal meine Situation von der Seele schreiben und vielleicht sehen, wieviele hier noch in ähnlicher Lage sind.

LG
Jenniffer63
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Re: Mein Dilemma

Post 2 im Thema

Beitrag von Jenniffer63 »

Hallo Viggy.

Das was du als Dilemma bezeichnest hat jede(r) mehr oder weniger erlebt.
Deine Frau steckt in einer Vergleichbaren.
Ich kann keine Ratschläge geben, ich kann nur berichten, das genau das was du für unmöglich hältst, nämlich ein offenes Gespräch mit deiner Frau, meine Beziehung bereichert hat. Nicht einfach, aber einfach Klasse was durch gegenseitiges Verständnis, klärende Gespräche und allein das Wissen alles bewirkt hat. Beim erstem Mal natürlich schwer, aber heute ist sie meine erste Kritikerin, wenn im en femme modus der Mann mal wieder zu stark zum Vorschein kommt.

Upps, jetzt habe ich doch einen möglichen und uralten Lösungsansatz geliefert. aber wie deine praktische Lösung aussieht weiß ich wirklich nicht.
vorher war ich anderer Meinung, aber Inzwischen Denke ich das jede Heimlichkeit auf Dauer einer der Beziehungskiller schlechthin ist.

Liebe Grüße
Jenniffer
besser ANDERS und GLÜCKLICH als gleich und unglücklich!

Brauchst du Hilfe beim Schminken und Stylen? Schau hier:
www.transpassabel.de
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Re: Mein Dilemma

Post 3 im Thema

Beitrag von Joa »

Hallo Viggy,
na, was Deine Empfindungen und Deine Einordnung in den Transgender-Reigen angeht, können wir uns prima die Hand reichen. Ich trage, auch und gerade in der Öffentlichkeit Röcke und Strumpfhosen, bin aber sonst klar als Mann zu erkennen. Versuche eines weitergehenden femininen Stylings habe ich schnell wieder aufgegeben, das war ich auch nicht. Meine weibliche Seite ist allerdings präsent genug, dass ich keine Herrenunterwäsche mehr besitze, die ist seit Jahren ebenso entsorgt wie die Körperbehaarung. Ich sehe mich weder als Mann noch als Frau, auch wenn mich die Biologie als Ersteren ausweist und ich im Männeroutfit keine allergischen Reaktionen bekomme. Allerdings fühle ich mich im Rock wohler.
Was die Beziehung zu Deiner Frau angeht: Gerade als Mitleser in diesem Forum wirst Du immer wieder mitbekommen haben, wie wichtig Gespräche in einer Beziehung zu diesem Thema sind. Die Bemerkung Deiner Frau, die Du als Absage an ein klärendes Gespräch wertest, solltest Du vielleicht eher als das Gegenteil sehen. Nämlich als Anlass, Dein Bedürfnis nach Weiblichkeit zu formulieren und Deiner Frau die Chance zu geben, damit umzugehen. Meine Frau wusste so ziemlich von Anfang an über mein wesen Bescheid, auch wenn die weiteren Entwicklungen mit den öffentlichen Auftritten im Rock uns vor Herausforderungen gestellt haben und dies immer noch tun. Aber wir reden miteinander und das bringt uns einenander näher und hilft uns, den Anderen zu verstehen. Wenn Du also wissen willst, ob und was Deine Frau wirklich vermisst bei Dir, in Eurer Beziehung, musst Du sie schon fragen. Ansonsten bleibst Du, fürchte ich, in Deinen Mutmassungen und Deiner Zwickmühle gefangen.
Die dicksten Mauern sind immer noch in unseren Köpfen, also schnapp' Dir ganz klischeehaft und männlich den grossen Bohrhammer und frisch ans Werk!
Viel Erfolg und liebe Grüße
von Joa
s_Roeckchen
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Re: Mein Dilemma

Post 4 im Thema

Beitrag von s_Roeckchen »

Hi Viggy,

leider weis ich nicht ob Du Dich schminkst, ob Du zur männlichen Rolle einfach die weibliche mit ausleben willst. Ich habe seit langem zu meinem Style gefunden, weibliche Attribute an Schmuck und Kleidung mit den männlichen Attributen zu kombinieren, beides auch mit 100% Vollausschlag. Aber mit falschem Busen (per Schalen-BH simuliert, das schaute eine fremde Person aus dem Spiegel) oder Schminke kann ich bis heute nichts anfangen.
Ich interpretiere Deine Aussage so, dass Du nicht sicher bist zu welcher Seite Du tendieren sollst. Aber warum soll man(n) sich in weiblich und männlich aufteilen? Die Attribute die wir so schätzen und annehmen sind halt im westlichen Kontext der weiblichen Seite zugeordnet. Ist es für Dich vorstellbar, dieses Konstrukt zu verlassen und einfach feststellen, ich bin ich, egal was ich gerade anhabe? Irgendwann stellte ich fest, ich verändere meine Verhaltensweisen nicht, egal ob mit Hose oder Rock. Dies war dann meine Lösung für diesen Zwiespalt, sich aus beiden Bereichen zu "bedienen" und ich teile mich nicht auf in weibliche und männliche Verhaltensweisen und Attribute.

LG s'Röckchen
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Viggy
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Re: Mein Dilemma

Post 5 im Thema

Beitrag von Viggy »

Vielen Dank erst mal für die netten Antworten.
leider weis ich nicht ob Du Dich schminkst
Nein, ich schminke nicht, das ist wie mit der Perücke, das entfremdet mich.
Meine Frau wusste so ziemlich von Anfang an über mein wesen Bescheid
Das empfinde ich bei mir mit als einen Teil meines Problems, meine Frau kennt mich seit wir vor 33 Jahren geheiratet haben, als Mann ohne 'Abweichungen'. Und wenn sie abends nach Hause kommt, fällt es mir auch nicht schwer wieder Mann zu sein, mit den bekannten weiblichen Features natürlich.
Ich interpretiere Deine Aussage so, dass Du nicht sicher bist zu welcher Seite Du tendieren sollst.
Ich weiß eigentlich schon auf welcher Seite ich sein möchte. Wie schon gesagt in mir ist nicht der Wunsch Frau zu werden. Ich würde nur gerne aus dieser 'klassischen Männerrolle' herauskommen und meine weibliche Seite offen leben.

Ich habe mich auch schon öfter gefragt, ob ich mich da nicht selbst in etwas hineinsteigere, habe schon zweimal meine Sachen entsorgt, aber trotzdem kommt immer wieder der Wunsch auf, mich feminin zu kleiden. Das ist auch nicht nur sexuell bedingt, denn auch wenn ich mich mal selbst befriedigt habe, bleibt immer wieder der Wunsch und das Verlangen nach den Gefühlen in dieser weichen, angenehmen und schöneren Kleidung.

Es mag sein, dass ein klärendes Gespräch notwendig, womöglich langfristig die einzige Möglichkeit ist. Aber ich kann mich nicht aufraffen, meiner Frau diese Wahrheit zu beichten. Nicht weil ich Angst vor einer Trennung hätte, das würde wohl nicht passieren, aber es war wohl schon nicht einfach für sie die Attribute, die ich jetzt offen zeige, zu akzeptieren. Ich stelle mir ja auch vor, wie es wäre, wenn sie Männerwäsche oder Hemden tragen wollte ... da hätte ich ein Problem. Und wenn sie die gleiche Abneigung gegen gleichgeschlechtliche Berührungen hat wie ich, dann kann ich mir sehr gut vorstellen, dass mit meiner Beichte etwas zwischen uns steht, das ich lieber nicht in die Welt gesetzt hätte.

Vielleicht habe ich im Hinterkopf auch Angst vor mir selbst. Bei aller Sicherheit, nicht den Wunsch zu haben, den Weg zur Frau weitergehen zu wollen, bleibt vielleicht ein 'Restrisiko', das ich mir jetzt noch gar nicht vorstellen kann. Und mit dieser Möglichkeit muss ich auch erst noch lernen umzugehen, schließlich habe ich mein Dasein als Mann ja selbst lange Zeit nicht in Frage gestellt.
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Re: Mein Dilemma

Post 6 im Thema

Beitrag von s_Roeckchen »

Ich erkläre mal meine Sichtweise darauf mein eigenes Erleben, dann kannst Du entscheiden ob dieses Gedankenkonstrukt was für Dich ist oder nicht.

Meine Karriere begann ich als DWT. Die ganze Heimlichtuerei kenn ich auch, hab mich 20 Jahre vor mir und fast so lange vor ihr versteckt. "Normal" werden und alles wegwerfen hab ich auch hinter mir. Geholfen hats nicht. Nur Crossdressing war damals kein Interesse. Das kam erst als sie bereits mein "Extra" kannte. Da traf ich mal einen Mann im Rock, der damit ganz natürlich umging. Nach langem Brüten entschloss ich mich zum Selbsttest, es gefiel, mir und ihr. Dann kamen Schuhe dazu, Damenshirts & -pullis, Blusen, Jäcken & Mäntel. Bis heute keine Sillies, keine Perücke, keine Schminke ausser Nagellack.

Alles begleitet von warum mach ich das? Ist da noch mehr? Bis ich für mich feststellte, ich bin mit dem biologisch zugeteilten Geschlecht zufrieden. Will ich ab und zu Frau sein/spielen? Wieder Nein! Was will ich dann? Einfach keinen Unterschied mehr machen in Kleidung, ich will aus beiden Abteilungen anziehen was ich will, durchgemischt oder auch sortenrein, so wie ich gerade Lust habe. Aber bin ich dann teilweise weiblich? Wieder nein, denn ich gab die gesellschaftlichen Konstrukte, was ist typisch weiblich oder männlich, eher noch was ist in der westlichen Kultur dem weiblichen und männlichen üblicherweise zugeordnet, einfach auf.
Ich brach mit der kulturell vorgegebenen Ordnung. Ich bin ein Mann, der frei entscheiden will, ja entscheidet, was er anziehen will. Logische Konsequenz, ich teile mich nicht in männliches und weibliches Denken auf. Da ist nur "s'Röckchen"-Denke.

LG s'Röckchen
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Re: Mein Dilemma

Post 7 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2021-01-08 »

Viggi,
nachdem ich in zwischen nur noch sehr unregelmässig hier mitlese, aber immer wieder meine "Phasen" habe, möchte ich ein paar Gedanken zu deinem Thema beisteuern.
Zuerst mal: Kleider machen Leute

Es ist sicher so, das bestimmte Stoffe, Schnitte und die damit verbundenen Erfahrungen oder Erwartungen etwas auslöst.
Ein tiefer Ausschnitt soll ebenso wie ein Schlitz im Rock etwas bei einem selbst und dem gegenüber auslösen, sonst gäbe es keine Mode!
Strumpfhosen, Röcke oder Blusen "machen" weiblich ... nur ... nicht Alles steht Allen.
Ein Stringtanga schmeichelt nicht jedem Körper ... deshalb verkaufen sich auch Badeanzüge.


Ich glaube es geht hier um zwei Dinge die wir besser differenziert betrachten sollten.
1. Die Wirkung unserer Kleidung auf unsere Umwelt und die damit wieder zurückreflektierte Wirkung auf uns bewirkt ein (fiktives?) Fremdbild.
2. Unser Wunsch uns selbst zu finden ... hiermit meine ich unsere Identität (Sexuell?) was zu unserem Eigenbild führt.

Ich denke Fremd und Eigenbild, das sind Themen die zu tiefst menschliche Bedürfnisse berühren.
Schon als Kind fangen wir an uns in unserer Umwelt zu verorten.
Mit der Pupertät rückt die sexuelle Identität in den Vordergrund.
Kleidung hilft uns ggf unsere "Rolle" zu finden.
Ich kenne viele CIS-Frauen die sich eher männlich kleiden und ggf so fühlen, und ebenso viele Cis-Frauen die ihre Weiblichkeit in Gesten und Kleidung stark unterstreichen.

Viggi, jeder Mensch trägt beide Pole in sich, wir müssen nur zu ihnen stehen.
Zwischen einem selbstbewußt getragenes rosa Männer T-Shirt, oder einem unsicher "benutzter" Rock liegen Welten in der Selbstwarnehmung, und damit auch in der Wirkung auf Andere.

Wenn du dich in Damenmode wohl fühlst ist nichts schlecht daran, dann steh dazu, selbstbewusst.
Deine Frau wird das spüren und DICH akzeptieren.
Du musst deshalb deine männlich Seite nicht verleugnen,sie gehört ebenso zu dir ...
Du bist nicht nur was du trägst, aber was du trägst ist ein Teil von dir.

es ist schon spät ... Nachtgedanken ...
Julie
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Re: Mein Dilemma

Post 8 im Thema

Beitrag von universe »

Ich kann mich dem Beitrag von s_Roeckchen über weite Strecken und insbesondere dem Beitrag von Joa anschließen (wenngleich ich aufgrund meines vorhandenen Busens etwas weiter als Joa hinsichtlich "femininen Stylings" gehe). Wovon sprechen wir denn hier? Von Kleidung! Uns es hat sich leider im Laufe der Zeit eingebürgert, von "männlicher" oder "weiblicher" Kleidung zu sprechen, was natürlich gar nicht geht, denn weiblich oder männlich können doch nur Lebewesen sein, oder? Deswegen spreche ich lieber von "Kleidung, die üblicherweise von Frauen (Männern) getragen wird". Das, was heute bekleidungstechnisch innerhalb der gesellschaftlichen Zwänge gilt, war aber doch nicht immer so (es gibt jede Menge Beispiele dafür!) und wird sicher in einer mehr oder minder fernen Zukunft auch nicht mehr so sein. Man geht viel zu schnell mit dem Wort "Normalität" um, ein Mann im Rock ist nicht "normal". Aber Normalität ist ebenso wie Raum und Zeit nicht absolut, sondern relativ, will sagen, jeder hat seine eigene Normalität, weil jeder für sich ein eigenes Individuum ist, das sich nicht in eine Norm (DIN?) pressen lässt! Die einzige, heute (!) gültige Normalität ist der gesellschaftliche Zwang, dem jeder mehr oder weniger ausgeliefert ist. Also, wie Joa völlig korrekt schrieb "Die dicksten Mauern sind immer noch in unseren Köpfen..." und s_Roeckchen: "...kulturell vorgegebenen Ordnung...". Dessen muss man sich einfach mal bewusst werden, auch wenn es dem einen oder anderen schwerfällt. Und Viggy, da gibt es, um aus deinem Dilemma heraus zu kommen, folgerichtig nur eine Möglichkeit: "Sprechenden Menschen kann geholfen werden." Das hat meine Erfahrung immer wieder (nicht nur in Bezug auf "Kleidung, die üblicherweise von Frauen (Männern) getragen wird)", glänzend bestätigt.

Gruß
universe
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Re: Mein Dilemma

Post 9 im Thema

Beitrag von Aubergine »

Hallo Viggi,

vielleicht kann dir die Sichtweise einer Bio-Frau bzgl. dem Gespräch mit deiner Frau etwas nützlich sein.

Vielleicht solltest du die Dinge aus einer anderen Richtung betrachten. Du sagst du bist Mann und willst das auch bleiben. Prima!
Du liebst weibliche Kleidung. Vielleicht dient sie dir nur zur Entspannung? Andere kommen von der Arbeit nach Hause und ziehen ne Jogginghose an, ein lockeres Shirt um sich wohl zu fühlen. Vielleicht ist das bei dir eben die weibliche Kleidung, die du ab und an tragen möchtest? Entspannung und Wohlfühlen?
Deine Frau sitzt sicher auch nicht im Rock und Stöckelschuhen auf der Terrasse und liest ein gutes Buch. Sie macht es sich vermutliche auch bequem.

Das wäre ein neuer Aspekt, womit man die Frage bin ich noch Mann oder nicht klar mit Ja beantworten könnte und trotzdem eine Begründung für sein Bedürfnis hätte. Somit die Argumentation für ein Gespräch mit deiner Frau wesentlich einfacher wäre, da man nicht wirklich in Erklärungsnot kommt, sondern einfach sagen kann, so isses und das brauch ich um abschalten zu können.

Der Mann von früher ist definitiv da und nur das schlechte Gewissen macht dich unsicher, dass du aber eigentlich gar nicht haben musst

Ein Gespräch mit deiner Frau würde ich dir schon empfehlen, denn Heimlichkeiten, egal welcher Art belasten eine Beziehung und oft interpretiert man Dinge hinein, die weit hergeholt sind und absolut absurd. Heimlichkeit erzeugt Unsicherheit dem Partner gegenüber, denn Frau spürt immer wenn was "im Busch" ist und wenn sie dafür keine vernünftige Erklärung finden kann, fahren die Gedanken Karussell.

Klar ist es nicht leicht, aber wenn du vernünftig erklären kannst, dass du immer der Mann sein wirst, den sie geheiratet hat, wird sie nach einer Zeit Verständnis aufbringen und es auch akzeptieren. Allerdings musst du dann auch die Geduld aufbringen und ihr die Zeit lassen, die sie zum eingewöhnen braucht. Ich bin in einer 15 jährigen Beziehung und habe es vor 4 Monaten erfahren. Nicht weil er es heimlich gemacht hat, sondern weil er es so lange verdrängt hatte. Jetzt musste es raus! Der Schock für mich war groß, aber nach 4 Monaten kann ich dir sagen, mir gehts gut, wir haben viel Spaß. Kleine Regeln haben wir gemeinsam aufgestellt bzw wurden von mir auch vorgegeben und akzeptiert. Eine davon: in unserem Bett liegt nur eine Frau.

Ich möchte sogar so weit gehen, zu sagen, dass unsere Beziehung seitdem wieder intensiver geworden ist. Vielleicht macht dir das ein bisschen Mut.

LG Aubergine
Dir geht's nicht gut? Du fühlst dich mies? So was kommt schnell mal vor.
Geteiltes Leid ist halbes Leid, ich leih dir gern mein Ohr.
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Re: Mein Dilemma

Post 10 im Thema

Beitrag von Viggy »

Hallo Aubergine,

vielen Dank für Deinen aufmunternden Beitrag, wenn ich mich auch noch immer schwer tue mit Umsetzen.
Deine Frau sitzt sicher auch nicht im Rock und Stöckelschuhen auf der Terrasse und liest ein gutes Buch. Sie macht es sich vermutliche auch bequem.
Da hast Du vollkommen Recht, das macht sie natürlich in legerer Kleidung.
Du liebst weibliche Kleidung. Vielleicht dient sie dir nur zur Entspannung?
Das kann es wohl nicht sein. Ich bin im aktiven Teil meiner Altersteilzeit, in dem ich zu 98% von zuhause aus arbeite und das ist noch dazu alles andere als stressig.
Es ist nur einfach so, dass ich die Frauen um ihre schöne Kleidung beneide, nein nicht nur die Kleidung, auch dass es für sie völlig normal ist, sich zu pflegen, glatte Haut zu haben und gut zu duften, sofern sie wollen, aber sie könnten jederzeit.
Ein Gespräch mit deiner Frau würde ich dir schon empfehlen, denn Heimlichkeiten, egal welcher Art belasten eine Beziehung und oft interpretiert man Dinge hinein, die weit hergeholt sind und absolut absurd.
Oh ja, das tun sie. Leider ist es eben so, dass ich in meinem schlechten Gewissen und meinen Selbstzweifeln, nur selten noch den Mut aufbringe mich ihr zu nähern, aus Angst zu versagen, dabei hätte ich physisch gar keine Probleme. Das vergrößert dann wiederum mein schlechtes Gewissen, ein Teufelskreis.

Es ist nur leider so, dass bei zweimaligen vorsichtigen Anspielungen zu diesem Thema die Ablehnung ihrerseits ziemlich eindeutig war. An meine lackierten Nägel etc. hat sie sich 'gewöhnt', was für mich so viel heißt wie, sie kann damit leben, aber gut findet sie es nicht. Aber Rock und Pumps wären ihr dann doch zu tuntig.

So bin ich immer am überlegen, ob ich ihr das Gespräch antun soll, vielleicht ist es ja nur eine Laune, die vorübergeht. Ich habe keine Ahnung, was in ihr vorgeht, vermutlich glaubt sie ich bin im 'männlichen Klimakterium', ich weiß nur, sie hat das nicht verdient.
Ich habe auch schon an eine Therapie gedacht, schließlich wird das ja offiziell als Krankheit eingestuft (siehe entspr. Thread hier). Da ich aber noch nie Macho war, und schon immer besser mit Frauen konnte, glaube ich das würde mich nur verbiegen und nicht 'heilen'.
Irgendwie hoffe ich immer auf eine Frage ihrerseits, um einen Aufhänger zu haben, die kommt aber leider auch nicht.
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Re: Mein Dilemma

Post 11 im Thema

Beitrag von Aubergine »

Viggy hat geschrieben:
Es ist nur einfach so, dass ich die Frauen um ihre schöne Kleidung beneide, nein nicht nur die Kleidung, auch dass es für sie völlig normal ist, sich zu pflegen, glatte Haut zu haben und gut zu duften, sofern sie wollen, aber sie könnten jederzeit.
Von der glatten Haut abgesehen kann Mann das ja auch, bzw das erwarte ich sogar von einem Mann. (smili) Aber Spaß beiseite, ich versteh was du meinst.
Viggy hat geschrieben: Oh ja, das tun sie. Leider ist es eben so, dass ich in meinem schlechten Gewissen und meinen Selbstzweifeln, nur selten noch den Mut aufbringe mich ihr zu nähern, aus Angst zu versagen, dabei hätte ich physisch gar keine Probleme. Das vergrößert dann wiederum mein schlechtes Gewissen, ein Teufelskreis.
Das kommt mir sehr bekannt vor. Zweifel an sich selbst und der Männlichkeit obwohl keinerlei Veranlassung dazu besteht...
Du bist aber der einzige, der den Teufelskreis unterbrechen kann. Denn sei doch mal ehrlich, so weitermachen frustet dich immer mehr und nimmt dir die Nähe zu deiner Frau durch deine Selbstzweifel.
Viggy hat geschrieben: Es ist nur leider so, dass bei zweimaligen vorsichtigen Anspielungen zu diesem Thema die Ablehnung ihrerseits ziemlich eindeutig war. An meine lackierten Nägel etc. hat sie sich 'gewöhnt', was für mich so viel heißt wie, sie kann damit leben, aber gut findet sie es nicht. Aber Rock und Pumps wären ihr dann doch zu tuntig.
Also wenn ich nicht so überfallen worden wäre mit dem Outing und mein Schatz mir mit rot lackierten Nägeln unter die Augen gekommen wär, hätte ich es vermutlich auch gezwungener Maßen akzeptiert und mir den Rest gedacht. Immer im Hinterkopf " oh mein Gott, hoffentlich kommt da nicht noch mehr. Man hört ja soviel über Transmenschen". Mehr hätte ich zum damaligen Zeitpunkt nämlich nicht gewusst, nur dass es Menschen gibt, die im falschen Körper geboren wurden. Und das stellt man sich schlimm vor, will aber möglichst nichts damit zu tun haben.
Aus Angst vor diesem "Mehr" würde ich vermutlich auch einiges an Aussprache geblockt haben. Ganz nach dem Motto, was ich nicht weiß belastet mich nicht und tritt nicht ein. Wenn wir befürchten, dass etwas Schlimmes auf uns zu kommt, wollen wir am Liebsten nichts davon wissen. Daher kann ich deine Frau gut verstehen, wenn sie das Thema nicht gern hört. Das ist aber Unsicherheit und Angst.
Viggy hat geschrieben: So bin ich immer am überlegen, ob ich ihr das Gespräch antun soll, vielleicht ist es ja nur eine Laune, die vorübergeht. Ich habe keine Ahnung, was in ihr vorgeht, vermutlich glaubt sie ich bin im 'männlichen Klimakterium', ich weiß nur, sie hat das nicht verdient.
Nein, hat sie ganz sicher nicht verdient. Ich kann dir zwar nicht sagen, wie in deinem Fall das Gespräch ausgehen wird, aber wenn ihr sonst offen zueinander seid, dann sei fair zu deiner Frau und sag ihr die Wahrheit. Sag sie ihr offen ins Gesicht, aber beruhige sie auch. Erklär dich und erklär ihr was sie unbedingt wissen muss, nämlich dass du der bleibst, der du bist. Dass du nur äußerliche Veränderungen möchtest.
Vielleicht kann sie es akzeptieren, vielleicht tolerieren, vielleicht sagt sie dir auch, dass du zum Teufel gehen sollst.....(Was ich aber nicht glaube)
Deine Frau ist so unsicher wie du. Sei fair und beende das. Du hast A gesagt (lackierte Nägel) jetzt sag auch B, egal wie der Rest aussieht.
Da fällt mir grad ein Spruch meiner Mutter ein: Nicht nur gackern, auch Eier legen :lol:
Viggy hat geschrieben: Ich habe auch schon an eine Therapie gedacht, schließlich wird das ja offiziell als Krankheit eingestuft (siehe entspr. Thread hier). Da ich aber noch nie Macho war, und schon immer besser mit Frauen konnte, glaube ich das würde mich nur verbiegen und nicht 'heilen'.
Irgendwie hoffe ich immer auf eine Frage ihrerseits, um einen Aufhänger zu haben, die kommt aber leider auch nicht.
Eine Therapie kann hilfreich sein, aber ich glaube nicht, dass ihr sie braucht, wenn ihr miteinander sprecht. Seid offen, ermögliche ihr Fragen zu stellen die sie beschäftigen, zeig ihr vielleicht das Forum oder triff dich mit Gleichgesinnten und deren Partner. Der Blickwinkel anderer kann auch einiges bewirken.

Frauen sind alle unterschiedlich in ihren Reaktionen. Daher musst du eben auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass nicht alles so glatt läuft, aber sie weiter im Unklaren lassen finde ich nicht sehr fair.

Wenn du noch Fragen hast - jederzeit.

LG Aubergine
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Geteiltes Leid ist halbes Leid, ich leih dir gern mein Ohr.
Viggy
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Re: Mein Dilemma

Post 12 im Thema

Beitrag von Viggy »

Hallo Aubergine,
Der Schock für mich war groß
Das glaube ich gerne.

Mich würde interessieren, wie Du diesen Schock dann für dich selbst überwunden hast. Hast Du deinen Mann auch schon in 'Frauenkleidern' gesehen, oder weißt und akzeptierst Du nur. Kauft Ihr sogar zusammen Kleider oder Accessoires und wie ist das für dich? Hat eine Bio-Frau Angst, dass der Mann dann vielleicht sogar die schöneren Beine hat, was bei uns tatsächlich der Fall ist :) und sie hatte ja auch schon gesagt, sie wolle keine Konkurrenz im Haus. Ist da auch eine Angst, dass man (frau) nicht mehr seinen Ansprüchen genügt, wenn er in Frauenkleidern evtl. auch 'gar nicht mal so schlecht' aussieht?

Entschuldige bitte, wenn ich dich so mit Fragen überhäufe, die ich wohl besser meiner Frau stellen sollte, aber obwohl wir schon miteinander reden, habe ich mich aufgrund ihrer doch sehr deutlichen Ablehnung an dieses Thema nicht weiter rangetraut.
Früher hatten wir oft Gespräche über unsere Gefühle, die Sexualität, z. B. wenn sie nicht so oft Lust hatte wie ich, weil sie sich wegen ihrem Übergewicht nicht attraktiv genug fand, dabei störte mich das gar nicht. Für mich ist gar nicht so wichtig ob eine Frau jung und schlank ist, oder aussieht wie ein Topmodel, ich mag Frauen, die sich ihrer Weiblichkeit bewusst sind und deshalb diese gewisse Ausstrahlung haben. Aber diese Gespräche hatten immer Themen, mit dem traditionellen Rollenbild, Mann und Frau, weil ich früher selbst noch gar nichts von meiner femininen Seite ahnte.

LG
Viggy
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Re: Mein Dilemma

Post 13 im Thema

Beitrag von Aubergine »

Hallo Viggy,
bitte lies mal das: viewtopic.php?f=2&t=12329 , das beantwortet schon einen Teil deiner Fragen und sonst muss ich alles nochmal schreiben und ich bin faul :lol:
Heute, 4 Monate später weiß meine Tochter Bescheid, wir gehen alle 4 Wochen nach Karlruhe zum Transtalk und letztes Mal waren wir zusammen in der SHG.
Da wir auch in schlechten Zeiten immer schon alles zusammen gemacht haben, ist das für mich selbstverständlich. Jetzt, nachdem ich weiß worum es geht habe ich keine Angst mehr und wir haben viel Spaß beim Schminken, Einkaufen und anderen Dingen.
Wir sind beide im Forum und fühlen uns sehr wohl. Das hört sich natürlich alles so einfach an, wie es heute ist, war es aber nicht.
Viele, viele Gespräche, viele Tränen, Wutausbrüche und was nicht alles hat seine Zeit gebraucht. Jetzt ist es in Ordnung. Toleriert, Akzeptiert und ich steh hinter ihm.

Er hat definitiv schönere Beine als ich. Mir geht es wie deiner Frau und ich bin schon mein Leben lang etwas zu schwer, schwerer, am schwersten :roll:
Ich sehe ihn aber nicht als Konkurrenz, denn ich sehe ihn als Mann und zwar als meinen Mann. Wenn er Frauenklamotten trägt und wir ausgehen, bleibt es immer noch mein Mann und das einzige Problem, dass ich habe ist, ihn mit weiblichem Namen an zureden, was ihn aber nicht stört (Außerdem reagiert er noch gar nicht richtig darauf :lol: )
Er ist immer und egal in welcher Form mein Mann! Ob en femme oder im Schlafzimmer.
Er hat sich nie an meinem Gewicht gestört, stand in allen schweren Situationen zu mir, ist 10 Jahre jünger als ich ....was soll ich befürchten?

Aber er soll als Frau gut aussehen und was probieren wir nicht alles aus an Schminken. Dekoltee, Bartschatten weg, Schlupflider bessern usw.
Wir werden immer besser und wir haben wirklich viel Spaß damit und Lachen sehr viel über unsere Künste.
Und wenn er fertig gestylt ist und wir mit dem Ergebnis zufrieden sind, dann bin ich stolz auf ihn.
Die früheren Gespräche sahen bei uns ähnlich aus wie bei euch, aber das ist ja völlig normal.
Jetzt dreht sich fast alles nur noch um das Thema CD, selbst im Garten haben wir nicht halt gemacht: viewtopic.php?f=23&t=12534
Das hat damit zu tun, dass alles noch neu ist. Das wird sich mit der Zeit sicher legen und alles wird ruhiger werden.
Wir haben auch schon zu anderen Kontakt aufgenommen und haben dadurch sehr nette Menschen kennengelernt. Wir wollen das auch noch ein bisschen ausbauen, da wir eh kaum Freunde haben. (Das hat aber andere Gründe)

Ich hoffe ich konnte deine Fragen umfassend beantworten, sonst frag einfach weiter. ))):s

LG Aubergine
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Geteiltes Leid ist halbes Leid, ich leih dir gern mein Ohr.
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Re: Mein Dilemma

Post 14 im Thema

Beitrag von Viggy »

Hallo Aubergine,

ich kann euch nur beglückwünschen, wie locker Du damit umgehen kannst, und ihm sogar zur Seite stehst! Bewundernswert (ap)

Aber für heute muss ich Schluss machen. Vielen lieben Dank für Deine Geduld und deine netten Beschreibungen und für dein Angebot, vielleicht nerve ich dich nochmal.

LG
Viggy
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Re: Mein Dilemma, endlich, es ist raus

Post 15 im Thema

Beitrag von Viggy »

Hallo,

endlich .... ich habe mich geoutet!!!

Am Sonntag abend nachdem wieder mal die Erotik nicht so war wie sie sein sollte, kamen doch Fragen, Gewürge meinerseits und dann fasste ich mir ein Herz und ließ die Katze aus dem Sack. Wie erwartet ... sie vor den Kopf gestoßen, unsicher, traurig, zweifelnd an allem auch an sich ... ich kann nicht alles in Worte fassen.
Irgendwann kamen wir auch nicht weiter und versuchten die letzten verbleibenden Stunden der Nacht zu schlafen.
Am nächsten Tag schien alles wieder einigermaßen zu passen, es fielen aber auch keine Worte zu diesem Thema. Ich war erst mal erleichtert, dass es raus ist. Am Tag darauf morgens die gleiche Situation, so konnte das nicht zwischen uns stehen bleiben. Also fasste ich mir am Dienstag Abend ein Herz und brachte das Gespräch wieder auf meine Neigungen. Das war dann eigentlich die pure Katastrophe, ihre Abneigung so hart, dass ich erst mal resignierte, das Thema blieb so stehen. Am Mittwoch hatte ich wegen Wetterwechsel mal wieder extreme Kopfschmerzen, es war kein Gespräch möglich. Ich war weiterhin frustriert alles feminine weg, kein Nagellack, kein Kettchen ... nix, ich hatte keine Freude mehr daran, mir war erst mal alles egal. Geredet wurde nur das nötigste, von Liebe keine Spur. Das Zusammenleben ein Eiskeller. Heute morgen brachte ich sie mit dem Auto ins Büro, kurz bevor sie ausstieg, fasste sie sich wohl ein Herz und suchte das Gespräch, weil sie die letzten Nächte nur mit Zweifeln, Tränen und wenig Schlaf verbrachte. Wir verabredeten uns gleich für Mittag und diesmal konnten wir so reden, dass wir endlich auch richtig über unsere Gefühle, Ängste, Hoffnungen und auch Grenzen sprechen konnten. Ich will jetzt nicht zu ausführlich werden, aber jetzt sind wir wieder ein Paar, wir verstehen uns wieder, umarmen uns wieder und warten wie sich das weiter entwickelt, wohl beide auch mit Bangen aber wir gehen wieder gemeinsam.

Am Samstag wollen wir, so wir uns von unserer Tochter loseisen können, in die Stadt fahren und auch ein bisschen Shoppen gehen, vielleicht auch etwas für beide kaufen? Ich bin jedenfalls erst mal überglücklich, dass dieser Druck weg ist und dass sie auch wieder glücklich ist, es tut mir weh zu sehen wenn sie weint.

Ich möchte mich bei allen für die netten Zuschriften bedanken, mein besonderer Dank geht aber an Aubergine, sie hat mir als Bio-Frau am meisten Mut gegeben, auch in privaten Mails Hoffnung gegeben.

Liebe Grüße an alle und vor allem an Aubergine
Viggy
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