Die Vereinten Nationen haben gerade ein Statement anlässlich des IDAHOT 2016 verfasst:
http://dayagainsthomophobia.org/huge-al ... claration/
GENF (12. Mai 2016) - Im Vorfeld des Internationalen Tages gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie am 17. Mai, fordert eine Gruppe von UN- und internationalen Menschenrechtsexperten dringend die Beendigung der Pathologisierung von lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans (LGBT) Erwachsenen und Kindern.
Das UN-Kommitee für die Rechte von Kindern, eine Gruppe von UN-Menschenrechtsexperten, die Inter-Amerikanische Kommission für Menschenrechte, die afrikanische Kommission für Menschen- und Völkerrechte und der Beauftragte für Menschenrechte des Europarats, mahnen Regierungen weltweit, medizinische Klassifikationen zu reformieren und Maßnahmen zu ergreifen, um sämtliche Formen von erzwungenen Behandlungen an LGBT-Personen zu verhindern.
"Die Pathologisierung von LGBT-Erwachsenen und -Kindern - sie als krank zu brandmarken wegen ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Geschlechtsidentität oder ihres Geschlechtsausdruckes - ist historisch und bis heute weiterhin eine der Hauptursachen für die Menschenrechtsverletzungen, die sie erfahren. Sie ist auch ein Hindernis bei der Überwindung negativer Attitüden, Stereotypen und den vielfältigen Barrieren bei der Durchsetzung der fundamentalsten Menschenrechte von LGBT-Menschen.
Pathologisierende und stigmatisierende medizinische Klassifikationen bezüglich Gender-Identität und -Ausdruck werden dazu benutzt, Transmenschen, selbst in jungen Jahren, auf zwanghafte oder nötigende Weise Sterilisationen, Hormontherapien, Operationen und psychischen Beurteilungen zu unterziehen, und ihre Menschenrechte auf weitere Arten zu missbrauchen.
Diese pathologisierenden Klassifikationen erzeugen auch missbräuchliche Hindernisse beim Zugang zu geschlechtsbestätigenden Maßnahmen für Transmenschen, was zu vermeidbaren und frühen Toden führt aufgrund unsicherer und heimlich durchgeführter Maßnahmen.
Auf Basis von pathologisierenden Klassifikationen werden LGBT-Menschen weiterhin missbräuchlichen, verletzenden und unethischen Zwangsbehandlungen unterzogen. Dies schließt die sogenannten "Konversions-" oder "reparativen" "Therapien" bezüglich ihrer sexuellen Orientierung oder Gender-Identität mit ein, die besonders schädliche Auswirkungen auf Kinder und Heranwachsende haben.
Erzwungene, nötigende oder anderweitig unfreiwillige Behandlungen und Maßnahmen können zu schweren lebenslangen körperlichen und geistigen Schmerzen und Leid führen, und das Recht auf Freiheit vor Folter und anderen furchtbaren unmenschlichen oder erniedrigenden und herabsetzenden Behandlungen und Bestrafungen zu sein, verletzen.
Pathologisierende Klassifikationen werden auch dazu verwendet, um anderen Missbrauch gegen LGBT-Menschen zu rechtfertigen - einschließlich der fortgesetzten Kriminalisierung von Transgender-Menschen und gleichgeschlechtlichen Beziehungen sowie zur Verweigerung oder der Festlegung missbräuchlicher Hürden der offiziellen Anerkennung der Geschlechtsidentität von Transmenschen - und das trägt zur Marginalisierung und dem Ausschluss von LGBT-Menschen bei, unter anderem in den Bereichen Ausbildung, Gesundheit, Arbeits- und Wohnungsmarkt.
LGBT-Menschen als krank zu brandmarken, steht auch im Zusammenhang mit sexueller Gewalt, einschließlich sogenannter "korrigierender" Vergewaltigungen von Lesben, bisexueller Frauen und Transfrauen, sowie transphober und homophober Gewalt und Mobbing, die von jungen Menschen auf der Basis ihrer tatsächlichen oder wahrgenommenen Gender-Identität und sexuellen Orientierung erfahren wird, mit tiefgreifenden Folgen für ihrer geistige und körperliche Gesundheit und ihr Wohlbefinden, einschließlich höherer Selbstmordraten, Depressionen und Selbstverletzungen.
Lesbisch, schwul, bisexuell oder trans zu sein, ist Teil einer reichen Vielfalt der menschlichen Natur. Wie sind zutiefst betroffen, dass Transgender-Kinder und -Erwachsene weiter aufgrund internationaler und nationaler medizinischer Klassifikationen pathologisiert werden.
Wir heißen Fortschritt in der Entpathologisierung gleichgeschlechtlicher Anziehung willkommen seit die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgehört hat, Homosexualität als Krankheit zu behandeln und sie vor 26 Jahren von der internationalen Klassifizierung von Krankheiten (ICD) gestrichen hat, aber wir bleiben beunruhigt, dass Homosexualität von einigen nationalen medizinischen Verbänden weiterhin als krankhaft angesehen wird.
Reformen von Recht und Richtlinien sind nötig, um diskriminierende Gesetzgebungen abzuschaffen und LGBT-Menschen vor Gewalt und Diskriminierung zu schützen. Aber diese werden nicht alleinig wirksam oder ausreichend sein, solange veraltete medizinische Klassifikationen weiter bestehen.
Diese Klassifizierungen sollten reformiert werden, um Transgender-Identitäten und -Ausdrucksweisen und gleichgeschlechtliche Anziehung zu entpathologisieren. Staaten sollten Maßnahmen ergreifen, um sämtliche Formen von erzwungener, nötigender oder anderweitiger unfreiwilliger Behandlungen und Maßnahmen an LGBT-Menschen zu verhindern, und für strafrechtliche Verfolgung und Ahndung zu sorgen.
Weiterhin sollten sie die medizinische Versorgung auf Basis von Einverständniserklärungen und frei von Stigmata, Pathologisierung und Diskriminierung sicherstellen, einschließlich geschlechtsbestätigender Maßnahmen für Transmenschen.
Statement der VEREINTEN NATIONEN anlässlich des IDAHOT 2016Statement der VEREINTEN NATIONEN anlässlich des IDAHOT 2016
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Anne-Mette
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