Ein großes Stück Freiheit mehr...
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Astrid
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Ein großes Stück Freiheit mehr...
Hallo,
es gibt Momente, in denen ich es selbst immer noch nicht glauben kann, daß ich vor zwei Wochen damit begonnen habe, meinen Coming-Out-Prozess sowohl in dr Öffentlichkeit, als auch an meiner Arbeitsstelle voranzutreiben.
Scheinbar muß ich wohl immer erst psychisch im Keller ankommen, bis ich mich zu Neuem aufraffen kann. Vielleicht hat aber auch die PN einer Forumsteilnehmerin an mich, die ich als sehr aufbauend empfand, dazu beigetragen, daß ich den Mut dazu fassen konnte. Ich danke Dir nochmals ganz herzlich!
An meinem Arbeitsplatz ist manfrau ja schon seit längerem gewohnt, daß ich mit langen, lackierten Nägeln, dezent geschminkt und mit nicht ganz männertypischer Kleidung zur Arbeit erscheine. Daß hat wohl auch schon zu Spekulationen geführt und, wie ich an anderer Stelle schon erwähnte, habe ich mich bei den Personen, die den Mut hatten mich darauf anzusprechen, auch geoutet. Einige wußten also Bescheid.
Jetzt vor zwei Wochen kam ich zum Entschluß, Ernst zu machen. Ich zog mir einfach meine Wohlfühlkleidung an und schminkte mich kräftiger, sodaß ich zweifelsfrei als das zu erkennen war was ich bin: Transgender. Dann habe ich mich den ganzen Morgen an der Musik von Alice in Chains berauscht und bin dann zur Spätschicht gefahren, vorher noch ein paar Teile Einkaufen und Tanken. Zum Warmwerden sozusagen. Das hat auch ganz gut geklappt. Anfangs noch leicht zittrig, dann aber lief es.
Als ich auf den Firmenparkplatz fuhr, wurde mir allerdings dann schon deutlich mulmiger, aber ich mußte nun da durch. Und als ich den Eingang betrat und mir die ersten Leute entgegenkamen, hatte ich das Gerfühl, bald ohnmächtig zu werden. Ich mußte mich zusammenreißen und Haltung bewahren. Die Leute schauten nur verblüfft, aber keine sagte etwas dazu.
Bei der Arbeit muß ich Sicherheitsschuhe und Jacke tragen, also zog ich mich also um, wobei zwei Kollegen zugegen waren, die sich aber normal verhielten und dann war für mich das Erste geschafft.
Zu Schichtende, als es dann wieder ans Umziehen ging, war mein Mut von morgens verflogen und ich habe mich richtig elend gefühlt, aber es nutzte ja nix, ich mußte es durchhalten.
Und so habe ich nun in den nächsten zwei Wochen bis heute weitergemacht. Zwei Wochen den ganzen Tag nur in "Frauenkleidung". Meine Frau sah dem Ganzen anfangs sehr skeptisch entgegen, aber mittlerweile hat sie sich gefasst.
Einige Kollegen haben mich in der Zwischenzeit angesprochen und mir ihren Respekt für meinen Mut ausgesprochen. Ich habe ihnen einiges von mir erzählt. Andere wiederum lassen sich nichts anmerken, sind wie immer, was ich auch gut finde, denn das schafft für mich Normalität, auch wenn ich weiß, daß hinter meinem Rücken eventuell gelästert wird.
Dann gibt es aber auch welche, denen ich anmerke, daß sie mir nun deutlich unterkühlt entgegentreten. Damit mußte ich aber rechnen, auch wenn es wehtut. Allerdings platzte wohl gestern einem Kollegen der Kragen und brachte lautstark seine Empörung über mich zum Ausdruck, in dem er zu anderen, während ich zugegen war, in der dritten Person über mein unfassbares Verhalten schimpfte. Gestern Abend haben sich dann noch drei Kolleginnen im Vorbeigehen anscheinend über mich lustig gemacht, allerdings sprachen sie russisch und ich konnte nicht verstehen, was sie sagten.
Solch ein Verhalten finde ich total unfair und es hat mich richtig runtergezogen.
Ich überlege nun, ob meine neue Offensive überhaupt richtig war und ob ich in der Art weitermachen soll. Jetzt scheint der schwierige Teil zu beginnen, vor dem ich mich immer gefürchtet habe.
Diese "Öffentlichkeitsarbeit" ist sehr anstregend für mich und ich spüre, wie sich der Ladestand meiner Akkus dem Ende entgegenneigt. Aber ich möchte auf keinen Fall dieses großartige Stück Freiheit, was ich mir selbst erkämpft habe, wieder hergeben.
Offen als Transgender zu leben, scheint einem ewigen Kampf zu gleichen. Ob ich dem gewachsen bin, wird sich zeigen...
Liebe Grüße - Astrid
es gibt Momente, in denen ich es selbst immer noch nicht glauben kann, daß ich vor zwei Wochen damit begonnen habe, meinen Coming-Out-Prozess sowohl in dr Öffentlichkeit, als auch an meiner Arbeitsstelle voranzutreiben.
Scheinbar muß ich wohl immer erst psychisch im Keller ankommen, bis ich mich zu Neuem aufraffen kann. Vielleicht hat aber auch die PN einer Forumsteilnehmerin an mich, die ich als sehr aufbauend empfand, dazu beigetragen, daß ich den Mut dazu fassen konnte. Ich danke Dir nochmals ganz herzlich!
An meinem Arbeitsplatz ist manfrau ja schon seit längerem gewohnt, daß ich mit langen, lackierten Nägeln, dezent geschminkt und mit nicht ganz männertypischer Kleidung zur Arbeit erscheine. Daß hat wohl auch schon zu Spekulationen geführt und, wie ich an anderer Stelle schon erwähnte, habe ich mich bei den Personen, die den Mut hatten mich darauf anzusprechen, auch geoutet. Einige wußten also Bescheid.
Jetzt vor zwei Wochen kam ich zum Entschluß, Ernst zu machen. Ich zog mir einfach meine Wohlfühlkleidung an und schminkte mich kräftiger, sodaß ich zweifelsfrei als das zu erkennen war was ich bin: Transgender. Dann habe ich mich den ganzen Morgen an der Musik von Alice in Chains berauscht und bin dann zur Spätschicht gefahren, vorher noch ein paar Teile Einkaufen und Tanken. Zum Warmwerden sozusagen. Das hat auch ganz gut geklappt. Anfangs noch leicht zittrig, dann aber lief es.
Als ich auf den Firmenparkplatz fuhr, wurde mir allerdings dann schon deutlich mulmiger, aber ich mußte nun da durch. Und als ich den Eingang betrat und mir die ersten Leute entgegenkamen, hatte ich das Gerfühl, bald ohnmächtig zu werden. Ich mußte mich zusammenreißen und Haltung bewahren. Die Leute schauten nur verblüfft, aber keine sagte etwas dazu.
Bei der Arbeit muß ich Sicherheitsschuhe und Jacke tragen, also zog ich mich also um, wobei zwei Kollegen zugegen waren, die sich aber normal verhielten und dann war für mich das Erste geschafft.
Zu Schichtende, als es dann wieder ans Umziehen ging, war mein Mut von morgens verflogen und ich habe mich richtig elend gefühlt, aber es nutzte ja nix, ich mußte es durchhalten.
Und so habe ich nun in den nächsten zwei Wochen bis heute weitergemacht. Zwei Wochen den ganzen Tag nur in "Frauenkleidung". Meine Frau sah dem Ganzen anfangs sehr skeptisch entgegen, aber mittlerweile hat sie sich gefasst.
Einige Kollegen haben mich in der Zwischenzeit angesprochen und mir ihren Respekt für meinen Mut ausgesprochen. Ich habe ihnen einiges von mir erzählt. Andere wiederum lassen sich nichts anmerken, sind wie immer, was ich auch gut finde, denn das schafft für mich Normalität, auch wenn ich weiß, daß hinter meinem Rücken eventuell gelästert wird.
Dann gibt es aber auch welche, denen ich anmerke, daß sie mir nun deutlich unterkühlt entgegentreten. Damit mußte ich aber rechnen, auch wenn es wehtut. Allerdings platzte wohl gestern einem Kollegen der Kragen und brachte lautstark seine Empörung über mich zum Ausdruck, in dem er zu anderen, während ich zugegen war, in der dritten Person über mein unfassbares Verhalten schimpfte. Gestern Abend haben sich dann noch drei Kolleginnen im Vorbeigehen anscheinend über mich lustig gemacht, allerdings sprachen sie russisch und ich konnte nicht verstehen, was sie sagten.
Solch ein Verhalten finde ich total unfair und es hat mich richtig runtergezogen.
Ich überlege nun, ob meine neue Offensive überhaupt richtig war und ob ich in der Art weitermachen soll. Jetzt scheint der schwierige Teil zu beginnen, vor dem ich mich immer gefürchtet habe.
Diese "Öffentlichkeitsarbeit" ist sehr anstregend für mich und ich spüre, wie sich der Ladestand meiner Akkus dem Ende entgegenneigt. Aber ich möchte auf keinen Fall dieses großartige Stück Freiheit, was ich mir selbst erkämpft habe, wieder hergeben.
Offen als Transgender zu leben, scheint einem ewigen Kampf zu gleichen. Ob ich dem gewachsen bin, wird sich zeigen...
Liebe Grüße - Astrid
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Olivia
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Re: Ein großes Stück Freiheit mehr...
Hallo Astrid,
ich habe sehr großen Respekt vor Deinem Mut und ziehe den Hut vor Dir! Ich wünsche Dir auch weiterhin alles Gute und vor allem, dass die negativen Erlebnisse weniger und die positiven Erlebnisse mehr werden und dass sich Dein Akku wieder aufladen lässt...
Ganz liebe Grüße von Olivia
ich habe sehr großen Respekt vor Deinem Mut und ziehe den Hut vor Dir! Ich wünsche Dir auch weiterhin alles Gute und vor allem, dass die negativen Erlebnisse weniger und die positiven Erlebnisse mehr werden und dass sich Dein Akku wieder aufladen lässt...
Ganz liebe Grüße von Olivia
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Joa
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Re: Ein großes Stück Freiheit mehr...
Hallo Astrid,
zunächst möchte ich mich meiner Vorrednerin anschliessen:Respekt!! Wenn ein Mann derart aus der Rolle fällt, wie Du geschildert hast, hat das sicher mehr mit seiner Verunsicherung zu tun als mit Dir. Russland ist nun auch kein Land, wo Geschlechterrollen mal eben in Frage gestellt werden, auch nicht von Frauen. Trotzdem machen solche Reaktionen das Leben nicht schöner. Was mir geholfen hat, (ich habe' es allerdings erst einmal gebraucht), war, dass ich mir prophilaktisch schon mal eine passende Replik zurecht gelegt hatte. Auf "Schwuchtel" kam dann "und jetzt mal was intelligentes". Da war dann erst mal Ruhe im Stall. Gut ist auch " und wer will's wissen?!" Auf jeden Fall sind die anderen falsch gewickelt und nicht Du. Bleib in der Offensive, auch wenn das nach dem Kampf klingt, von dem Du selbst sprichst und den ich Dir nicht wünsche.
Stattdessen Volldampf voraus und alles Gute für Dich von Joa
zunächst möchte ich mich meiner Vorrednerin anschliessen:Respekt!! Wenn ein Mann derart aus der Rolle fällt, wie Du geschildert hast, hat das sicher mehr mit seiner Verunsicherung zu tun als mit Dir. Russland ist nun auch kein Land, wo Geschlechterrollen mal eben in Frage gestellt werden, auch nicht von Frauen. Trotzdem machen solche Reaktionen das Leben nicht schöner. Was mir geholfen hat, (ich habe' es allerdings erst einmal gebraucht), war, dass ich mir prophilaktisch schon mal eine passende Replik zurecht gelegt hatte. Auf "Schwuchtel" kam dann "und jetzt mal was intelligentes". Da war dann erst mal Ruhe im Stall. Gut ist auch " und wer will's wissen?!" Auf jeden Fall sind die anderen falsch gewickelt und nicht Du. Bleib in der Offensive, auch wenn das nach dem Kampf klingt, von dem Du selbst sprichst und den ich Dir nicht wünsche.
Stattdessen Volldampf voraus und alles Gute für Dich von Joa
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Astrid
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Re: Ein großes Stück Freiheit mehr...
Hallo,
Danke Euch beiden, Sara und Olivia, für Eure lieben Worte
Jetzt rückblickend empfinde ich meinen Post von heute Morgen viel zu deprimierend. Ja, ich war enttäuscht, aber ich weiß auch, ich muss damit leben lernen.
Im Moment bin ich aber wieder glücklich, daß ich diesen Schritt gewagt habe und mit jedem Tag ein wenig mehr abstumpfe gegenüber den unangenehmen Begegnungen, die nunmal dazugehören.
Leider gehören auch diese Achterbahnfahrten meiner Gefühle zu meiner Persönlichkeit. Auf eine anfängliche Euphorie folgt oft schnell die Katerstimmung. Erst im Laufe der Zeit schwingt sich alles auf das richtige Level bei mir ein.
Aber gerade in diesem Moment genieße ich wieder mein neu dazugewonnenes Stück Freiheit und es fühlt sich gut an...
Liebe Grüße - Astrid
Danke Euch beiden, Sara und Olivia, für Eure lieben Worte
Gewiss werde ich das irgendwie. Das Problem ist im Moment nur mal wieder, wie so oft bei mir, daß ich den negativen Erfahrungen die ich mache, mehr Bedeutung beimesse, als den Positiven. Wobei ich ehrlich sagen muß, daß die guten Erfahrungen der letzten zwei Wochen bei Weitem überwiegen.Explorer hat geschrieben: ...ich hoffe du findest eine Möglichkeit, dir sowas nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen.
Jetzt rückblickend empfinde ich meinen Post von heute Morgen viel zu deprimierend. Ja, ich war enttäuscht, aber ich weiß auch, ich muss damit leben lernen.
Im Moment bin ich aber wieder glücklich, daß ich diesen Schritt gewagt habe und mit jedem Tag ein wenig mehr abstumpfe gegenüber den unangenehmen Begegnungen, die nunmal dazugehören.
Leider gehören auch diese Achterbahnfahrten meiner Gefühle zu meiner Persönlichkeit. Auf eine anfängliche Euphorie folgt oft schnell die Katerstimmung. Erst im Laufe der Zeit schwingt sich alles auf das richtige Level bei mir ein.
Aber gerade in diesem Moment genieße ich wieder mein neu dazugewonnenes Stück Freiheit und es fühlt sich gut an...
Liebe Grüße - Astrid
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Franka
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Re: Ein großes Stück Freiheit mehr...
Hallo Astrid,
lass dich von ein paar dummen Sprüchen nicht unterkriegen. Bei Leuten, die ich eh nie wiedersehe (beim Einkaufen oder so) ignoriere ich das einfach. Bei Bekannten oder Arbeitskollegen würde ich das aber nicht durchgehen lassen sondern mich zur Wehr setzen und ihnen klar machen, dass sie dich damit verletzen. Aber zugegeben es gibt auch Menschen, da ist Hopfen und Malz verloren, da hilft leider alles nix.
Aber genieße deine Freiheit und erfreue dich an lieber an den netten Gesprächen die sich ja auch immer mal ergeben. Und je länger du in deinem Wohlfühloutfit unterwegs bist, umso selbstsicherer wirst du, dir fallen spontaner gute Antworten ein in solchen Situationen, es wird also immer leichter. Ich wünsche dir weiter viel Kraft und alles Gute.
LG Dahlia
lass dich von ein paar dummen Sprüchen nicht unterkriegen. Bei Leuten, die ich eh nie wiedersehe (beim Einkaufen oder so) ignoriere ich das einfach. Bei Bekannten oder Arbeitskollegen würde ich das aber nicht durchgehen lassen sondern mich zur Wehr setzen und ihnen klar machen, dass sie dich damit verletzen. Aber zugegeben es gibt auch Menschen, da ist Hopfen und Malz verloren, da hilft leider alles nix.
Aber genieße deine Freiheit und erfreue dich an lieber an den netten Gesprächen die sich ja auch immer mal ergeben. Und je länger du in deinem Wohlfühloutfit unterwegs bist, umso selbstsicherer wirst du, dir fallen spontaner gute Antworten ein in solchen Situationen, es wird also immer leichter. Ich wünsche dir weiter viel Kraft und alles Gute.
LG Dahlia
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.
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Céline
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Re: Ein großes Stück Freiheit mehr...
Hi Astrid,
Gratuliere zu Deinen Schritt und lass Dich nicht unterkriegen!!!
Das mit den überwiegend positiven Reaktionen kann ich nur bestätigen.Und Leute die meinen sich lustig machen zu müssen oder zu tuscheln einfach ignorieren ,die können einem eigentlich nur leid tun.
Ich wünsch Dir weiterhin viel Kraft und alles Gute
Liebe Grüße
Kelly
Gratuliere zu Deinen Schritt und lass Dich nicht unterkriegen!!!
Das mit den überwiegend positiven Reaktionen kann ich nur bestätigen.Und Leute die meinen sich lustig machen zu müssen oder zu tuscheln einfach ignorieren ,die können einem eigentlich nur leid tun.
Ich wünsch Dir weiterhin viel Kraft und alles Gute
Liebe Grüße
Kelly
"Sprache und Worte können mich nicht verletzten...nur der Mensch und seine Absicht dahinter"
C.B.
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Simone 65
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Re: Ein großes Stück Freiheit mehr...
Hallo Astrid. Ich habe in meinem Leben viele negative Erfahrungen gemacht und trotzdem dei schönsten Erinnerungen waren nur die Positiven. Ich beneide Dich für deinen Mut. Wenn ich an die dummen Migranten denke, die mich als Transe beschimpften, vergessen ich das. Ich denke dann an meinen vorletzten Montag, als ich in Nürnberg war und mich als meine Simone sah. Liebe Grüße Simone
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .
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Nicola
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Re: Ein großes Stück Freiheit mehr...
Liebe Astrid, auch von mir herzlichen Glückwunsch zu deinem Coming-Out. Ich bin mir nicht sicher ob du dich als Frau siehst, oder da du dich als Transgender bezeichnest, dich irgendwo dazwischen definierst. Da ich amtlich meinen Namen geändert habe, bin ich in der Zwischenzeit überall geoutet als Mensch zwischen den Geschlechtern. Auch wenn ich selbständig Arbeite, ist meine Erfahrung, dass es gut ist, wenn ich Personen die eine zentrale Rolle haben als erster informiere. So habe ich z. B. in einem Gewerbeverein bei dem ich dabei bin, zuerst den Präsidenten informiert. Er hat es gut aufgenommen und so bekamen Personen die bei ihm nachfragten was den mit mir los sei, eine klare und aufklärende Antwort. Einige kamen auch direkt auf mich zu und es ergaben sich mehrere gute Gespräche. Grundsätzlich stelle ich fest das Frauen oft besser damit umgehen können und mich zum Teil auch direkt ansprechen. Ich weiss nicht wie weit du deine Vorgesetzten oder die Personalabteilung vorgängig informiert hasst, ich denke dass es auf jeden Fall gut ist, wenn du sie, falls du es noch nicht getan hast, direkt informieren würdest.
Alles Gut und lass dich nicht unterkriegen. Liebe Grüsse Nicola
Alles Gut und lass dich nicht unterkriegen. Liebe Grüsse Nicola
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Astrid
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Re: Ein großes Stück Freiheit mehr...
Hallo,
ich danke Euch allen für Euer tolles Feedback und die guten Wünsche!
Glaubt mir, ich bin wirklich sehr gerührt.
Als ich in dieses Forum vor mehr als zwei Jahren eingestiegen bin, habe ich neben einigen anderen Userinnen gerade auch dahlia immer für ihren großartigen Mut bewundert, ihre Identität auch am Arbeitsplatz offen zu leben. Ihren späteren Entschluß, auf männliche Kleidung vollständig zu verzichten und das souverän durchzuziehen, habe ich mir dann auch zum Vorbild genommen.
Daß aber einmal der Tag kommen würde, an dem Du, dahlia, mich zu meinem eigenen Coming-Out beglückwünschst, habe ich immer nur für einen Traum gehalten. Jetzt aber ist der Traum Realität geworden. Und egal wie steinig der Weg der vor mir liegt, auch noch sein wird: Ich bereue nichts! Ich danke Dir, dahlia - und natürlich auch allen anderen - für Deine Funktion als Vorbild und für Deine entspannte Art, anderen hier im Forum mit Deinen Berichten Mut zu machen.
Im Besonderen eingehen möchte ich auch kurz auf Dich, Simone.
Ich finde es toll, daß auch Du langsam den Weg aus dem tiefen Tal nach oben findest. Auch wenn es oft scheinbar keine Auswege mehr zu geben scheint, lohnt es sich doch, weiter durchzuhalten und sich nicht selbst aufzugeben. Ich weiß wovon ich spreche.
Ich wünsche auch Dir alles erdenklich Gute und daß Du es schaffst, weiter an Deinen Zielen festzuhalten und sie auch irgendwann zu erreichen.
Und noch etwas zu Dir Nicola.
Ich denke, mit der Bezeichnung Transgender mache ich für mich im Moment am wenigsten falsch. Mich vollständig als Frau zu bezeichnen und zu fühlen, fällt mir im Moment noch schwer. Fast ein ganzes Leben als Mann sozialisiert worden zu sein, kann ich nicht in zwei Dutzend Monaten abstreifen. Ich fühle mich zur Zeit schon sehr gut damit, mich nicht mehr als Mann bezeichnen zu müssen. Wie weit meine Entwicklung noch geht, kann ich zur Zeit nicht absehen. Durch den Schritt, den ich jetzt gewagt habe, wird sich bestimmt noch einiges ändern. Auch in meinen Empfindungen.
Dein Vorschlag, am Arbeitsplatz zentrale Personen, wie z.B. Vorgesetzte einzuweihen, finde ich sehr gut. Mein Abteilungsleiter hatte mich allerdings schon vor einigen Monaten, als ich anfing, mit lackierten Nägeln zur Arbeit zu erscheinen, beiseite genommen und nach meinen Gründen gefragt. Ich hatte ihm gegenüber dann grob beschrieben, was bei mir Thema ist.
Möglicherweise wäre es besser gewesen, wenn ich vorher nochmal mit ihm gesprochen hätte, als ich vor zwei Wochen in Frauenkleidung auf der Arbeit erschien. Aber ich habe jetzt geplant, in der kommenden Woche einen Termin bei ihm zu vereinbaren und das nachzuholen. Die Geschäftsleitung will ich erstmal außen vor lassen, da ich während der Arbeit bis auf die Hose sowieso Arbeitskleidung trage und das, was ich beim Kommen und Gehen aus der Firma an Kleidung trage, ja Privatsache ist.
Ich schaue erstmal, wie sich das Ganze weiter entwickelt. Der Kollege, der die Nerven verlor, hat sich beruhigt und wohl einen schlechten Tag gehabt, da war ich ein willkommenes Ventil. Die drei besagten Kolleginnen wollen allerdings noch nicht aufhören, mich zu belästigen. Wenn sich das nächste Woche nicht legt, werde ich mich beim Chef beschweren.
In der Öffentlichkeit bin ich bis jetzt noch nicht dumm angemacht worden. Das macht mich zuversichtlich.
Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage!
Liebe Grüße - Astrid
ich danke Euch allen für Euer tolles Feedback und die guten Wünsche!
Glaubt mir, ich bin wirklich sehr gerührt.
Als ich in dieses Forum vor mehr als zwei Jahren eingestiegen bin, habe ich neben einigen anderen Userinnen gerade auch dahlia immer für ihren großartigen Mut bewundert, ihre Identität auch am Arbeitsplatz offen zu leben. Ihren späteren Entschluß, auf männliche Kleidung vollständig zu verzichten und das souverän durchzuziehen, habe ich mir dann auch zum Vorbild genommen.
Daß aber einmal der Tag kommen würde, an dem Du, dahlia, mich zu meinem eigenen Coming-Out beglückwünschst, habe ich immer nur für einen Traum gehalten. Jetzt aber ist der Traum Realität geworden. Und egal wie steinig der Weg der vor mir liegt, auch noch sein wird: Ich bereue nichts! Ich danke Dir, dahlia - und natürlich auch allen anderen - für Deine Funktion als Vorbild und für Deine entspannte Art, anderen hier im Forum mit Deinen Berichten Mut zu machen.
Im Besonderen eingehen möchte ich auch kurz auf Dich, Simone.
Ich finde es toll, daß auch Du langsam den Weg aus dem tiefen Tal nach oben findest. Auch wenn es oft scheinbar keine Auswege mehr zu geben scheint, lohnt es sich doch, weiter durchzuhalten und sich nicht selbst aufzugeben. Ich weiß wovon ich spreche.
Ich wünsche auch Dir alles erdenklich Gute und daß Du es schaffst, weiter an Deinen Zielen festzuhalten und sie auch irgendwann zu erreichen.
Und noch etwas zu Dir Nicola.
Ich denke, mit der Bezeichnung Transgender mache ich für mich im Moment am wenigsten falsch. Mich vollständig als Frau zu bezeichnen und zu fühlen, fällt mir im Moment noch schwer. Fast ein ganzes Leben als Mann sozialisiert worden zu sein, kann ich nicht in zwei Dutzend Monaten abstreifen. Ich fühle mich zur Zeit schon sehr gut damit, mich nicht mehr als Mann bezeichnen zu müssen. Wie weit meine Entwicklung noch geht, kann ich zur Zeit nicht absehen. Durch den Schritt, den ich jetzt gewagt habe, wird sich bestimmt noch einiges ändern. Auch in meinen Empfindungen.
Dein Vorschlag, am Arbeitsplatz zentrale Personen, wie z.B. Vorgesetzte einzuweihen, finde ich sehr gut. Mein Abteilungsleiter hatte mich allerdings schon vor einigen Monaten, als ich anfing, mit lackierten Nägeln zur Arbeit zu erscheinen, beiseite genommen und nach meinen Gründen gefragt. Ich hatte ihm gegenüber dann grob beschrieben, was bei mir Thema ist.
Möglicherweise wäre es besser gewesen, wenn ich vorher nochmal mit ihm gesprochen hätte, als ich vor zwei Wochen in Frauenkleidung auf der Arbeit erschien. Aber ich habe jetzt geplant, in der kommenden Woche einen Termin bei ihm zu vereinbaren und das nachzuholen. Die Geschäftsleitung will ich erstmal außen vor lassen, da ich während der Arbeit bis auf die Hose sowieso Arbeitskleidung trage und das, was ich beim Kommen und Gehen aus der Firma an Kleidung trage, ja Privatsache ist.
Ich schaue erstmal, wie sich das Ganze weiter entwickelt. Der Kollege, der die Nerven verlor, hat sich beruhigt und wohl einen schlechten Tag gehabt, da war ich ein willkommenes Ventil. Die drei besagten Kolleginnen wollen allerdings noch nicht aufhören, mich zu belästigen. Wenn sich das nächste Woche nicht legt, werde ich mich beim Chef beschweren.
In der Öffentlichkeit bin ich bis jetzt noch nicht dumm angemacht worden. Das macht mich zuversichtlich.
Ich wünsche Euch allen schöne Feiertage!
Liebe Grüße - Astrid
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Michaela Rock
Re: Ein großes Stück Freiheit mehr...
Wenn du schon mehr Sicherheit hättest, wäre meine Empfehlung die Russinnen mal zu fragen, wie es sich in der deutschen Welt so lebt? Du bist ja auch eine Einwanderin wie sie in eine neue bzw weibliche Welt. Und frage sie doch, warum sie in einer anderen Welt leben dürfen.
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Astrid
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Re: Ein großes Stück Freiheit mehr...
Hallo Michaela,
danke für Deinen Vorschlag. Ich könnte mir vorstellen, mich davon inspirieren zulassen. Die Selbstsicherheit, die betr. Kolleginnen anzusprechen, habe ich auch so. Ich arbeite seit 25 Jahren in der Firma und werde von allen Kolleginnen und Kollegen respektiert. Allerdings scheine ich für die drei Damen mit meinem CO zum Freiwild mutiert zu sein.
Bloß, ohne jetzt politisch werden zu wollen, die russische Staatsführung macht es mit ihren Gesetzen ja leider vor.
Aber auch hier möchte ich nicht in Allgemeinverurteilung verfallen. Die meisten meiner anderen Kolleginnen und Kollegen mit russischen Wurzeln haben vorbildlich auf mein CO reagiert. Und das respektiere ich wiederum.
Hallo Saari,
es ist sicher richtig was Du sagst und ich stimme mit Dir darin überein.
Ich denke auch, es kann nur von Vorteil für alle sein, wenn zumindest der direkte Vorgesetzte informiert ist, ohne jetzt einen großen Tamtam aus meinem CO zu machen. Wie Nicola ja auch schon sagte: Sollten doch mal aus irgendeinem Grund Fragen von höherer Stelle auftauchen, steht die Abteilungsleitung dann auch nicht so ahnungslos da.
Ich werde das nächste Woche angehen, denn ich will ja jetzt auch nicht, daß das Ganze zum Selbstläufer wird und mir dabei außer Kontrolle gerät.
Liebe Grüße - Astrid
danke für Deinen Vorschlag. Ich könnte mir vorstellen, mich davon inspirieren zulassen. Die Selbstsicherheit, die betr. Kolleginnen anzusprechen, habe ich auch so. Ich arbeite seit 25 Jahren in der Firma und werde von allen Kolleginnen und Kollegen respektiert. Allerdings scheine ich für die drei Damen mit meinem CO zum Freiwild mutiert zu sein.
Bloß, ohne jetzt politisch werden zu wollen, die russische Staatsführung macht es mit ihren Gesetzen ja leider vor.
Aber auch hier möchte ich nicht in Allgemeinverurteilung verfallen. Die meisten meiner anderen Kolleginnen und Kollegen mit russischen Wurzeln haben vorbildlich auf mein CO reagiert. Und das respektiere ich wiederum.
Hallo Saari,
es ist sicher richtig was Du sagst und ich stimme mit Dir darin überein.
Ich denke auch, es kann nur von Vorteil für alle sein, wenn zumindest der direkte Vorgesetzte informiert ist, ohne jetzt einen großen Tamtam aus meinem CO zu machen. Wie Nicola ja auch schon sagte: Sollten doch mal aus irgendeinem Grund Fragen von höherer Stelle auftauchen, steht die Abteilungsleitung dann auch nicht so ahnungslos da.
Ich werde das nächste Woche angehen, denn ich will ja jetzt auch nicht, daß das Ganze zum Selbstläufer wird und mir dabei außer Kontrolle gerät.
Liebe Grüße - Astrid