Moin Moin,
z.B. ist es ja paradoxal, wenn eine Frau Gesetzänderungen anprangert, die die Rechte der Frauen stärken.
Das sollte man tatsächlich annehmen können, stimmt aber nur, wenn man ein liberales Weltbild hat, in dem die Gleichberechtigung ernstgenommen wird. Im Weltbild dieser Leute sind 'Frauenrechte' allerdings anders definiert. Es geht denen nicht um Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und Gleichberechtigung, sondern um ein Frauenbild, dass nur durch Mutterschaft, Familienfürsorge und Unterstützung des Mannes einen eigenen Wert gewinnt. Für die ist es kein Problem, wenn die Frau sich dem Mann unterordnet, sondern ein Teil der 'natürlichen Ordnung', aus der sich auch die 'Rechte der Frau' ergeben. Nach diesen 'Rechten' ist sie als Volksvermehrerin anzuerkennen und dafür durch den Mann zu versorgen und zu beschützen.
Wenn man Frauenrechte so definiert, hat man natürlich auch kein Problem damit, den Mann als 'Familienoberhaupt' anzuerkennen, das Scheidungsrecht zurückzuentwickeln und, wie z.B. Biggi Kelle, züchtig und mit bis zum Scheitel zugeknöpfter Bluse die Männer im Kampf um die Reinheit und Ehre des Volkes zu unterstützen. Die halten das für richtig und sogar normal.
_____________________________________________
Wer Lust auf Erkenntnisse zu diesem abgründigen Unsinn hat, kann ja mal nach folgenden Verbänden und Personen recherchieren:
Ring Nationaler Frauen, Mädelring Thüringen, Ricarda Riefling, Iris Niemeyer, Maria Fank, Heidrun Walde, Gitta Schüßler
Interessant auch Gertrud Scholtz-Klink , die Prototypin der Nazi-Frauenbewegung, die völlig unbedeutend wurde, sobald die Herren der Schöpfung IHRE Ziele ereicht hatten.
Auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung gibt's auch einiges dazu:
Die besorgte Mutter war eine rechtsextreme Frau
Nazis werden tendenziell als Männer gedacht, szenezugehörige Frauen eher als deren Anhängsel. Dies ist eine Reproduktion der überwunden geglaubten Vorstellung von Frauen als per se unpolitischen Subjekten. Als bei der Bürgerversammlung in Berlin-Hellersdorf letzten Sommer, bei der es um das dortige Flüchtlingsheim ging, die beiden NPD-Kader Sebastian Schmidtke und Maria Fank ans Mikrofon traten, wurde Schmidtke erkannt und des Mikrofons verwiesen, während man seine Lebensgefährtin gewähren ließ, die über "unsere Kinder" und deren vermeintliche Entbehrungen durch die Ankunft der "fremden Kinder" schwafelte.
In der Wahrnehmung des Moderators mag Maria Fank einfach eine zufällig auf der Bürgerversammlung aufgetauchte, besorgte Mutter gewesen sein. Dass die Äußerung dieser angeblichen Sorgen auf einer Bühne, durchzogen von rassistischen und nationalistischen Vorstellungen, kalkuliert war — das traut man einer Frau, gibt sie sich erst einmal als besorgte Mutter und spricht von "unseren" Kindern, anscheinend nicht so einfach zu.
Ein unverstellter Blick auf rechte Frauen rüttelt im Zweifelsfall vielleicht an Grundannahmen über das "Wesen" von Frauen und Männern und somit an den kulturellen und sozialen Grundfesten unserer Gesellschaft. Die Existenz rechtsextremer Frauen überführt generalisierte Vorannahmen über Frauen als friedliebend, harmlos oder einfühlsam der Irrationalität und stellt die als natürlich wahrgenommene Unterschiedlichkeit von Männern und Frauen infrage.
http://www.bpb.de/politik/extremismus/r ... -sehr-nett
Habt es gut, in Freiheit und Gleichberechtigung
Marielle