Diskrepanz
Diskrepanz

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exuserin-2017-01-16

Diskrepanz

Post 1 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 »

Moin moin,
kennt ihr das auch?
Um mich richtig weiblich zu fühlen brauche ich noch Sillis , Makeup und Perücke.
Auf Dauer fängt es aber an mich zu stören unter der Perücke juckt es unter den Sillis schwitzt man. Es ist nicht echt gleichzeitig brauche ich es damit das Bild im Kopf mit dem Bild im Spiegel überein stimmt. Diese Diskrepanz macht mich traurig meine eigenen Haare geben keine vernünftige Damenfrisur mehr her.
Wie kommt ihr damit klar falls es euch auch betrifft?
Lg Uta
Ulrike-Marisa
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Re: Diskrepanz

Post 2 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

...vieles ist auch immer eine Frage des eigenen Anspruchs. Wenn schon kleiner Busen vorhanden ist, gibt es flach geschnittene BHs, die mit einer Einlage AA zu A von Miss Perfect zu optimieren sind. Dann bleibts halt bei einer kleinen Oberweite - alles im natürlichen Rahmen. Haare sind da gewiss schwieriger, wenn nicht mehr vorhanden. Da gibt es nicht viel andere Möglichkeiten außer Zweitfrisur. Mit Kurzhaarfrisuren lässt sich aber einiges machen, wenn noch etwas brauchbaren auf dem Kopf vorhanden ist. Auch hier gilt wenig ist besser als nix. Ansonsten, im Kopf spielt das Kino und positiv denken hilft manchmal auch weiter; halb volles Glas oder halb leeres Glas ist hier die Frage der Betrachtung und der inneren Einstellung. :wink:

Gruß, Ulrike-Marisa

...es geht nicht immer im Leben, aber vieles...
LaraCD
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Re: Diskrepanz

Post 3 im Thema

Beitrag von LaraCD »

Hallo,

mir geht es auch so, dass ich bestimmte Hilfsmittel brauche, um das weibliche Bild zu vervollständigen.
Allerdings finde ich zB die Silikonbrüste nicht störend, im Gegenteil. Wenn die sich nach ein paar Minuten tragen an der Haut etwas festsaugen, dann fühlt sich das schon gut an. Insbesondere, wenn die Brust dann bei Bewegungen mit wippt.
Die Perücke finde ich schon eher etwas störend. Wie Du auch schreibst wird es eben schnell warm am Kopf und dann juckt es auch schon mal. Irgendwie hängen auch immer feine Haare im gesicht, was besonders störend ist, wenn man sich auch geschminkt hat und man nicht ständig im Gesicht rum fingern kann.
Ich lasse meine Haare momentan wachsen, was dann in Zukunft hoffentlich hilft. Wobei das Haare wachsen lassen bei mir nicht ausschließlich mit meinem weiblichen Ich zu tun hat, sondern einfach, weil ich schon immer mal längere Haare haben wollte und es aber nie lange durchgehalten habe. Die Wachstumsphase bis die Haare eine gewisse Länge erreicht haben, kann ja schon ziemlich nervig sein :)

Für mich ist das aber auch alles immer abhängig davon, was ich gerade machen will. Wenn ich zB abends einfach nur mal ein bisschen das Feminine spüren möchte, dann ziehe ich nur nen paar Klamotten an und die SIlikonbrüste. Perücke lasse ich dann schon öfter mal weg. Gerade, wenn ich zB einfach nur nen bisschen gemütlich auf der Couch gammeln möchte. Dann ist ne bequeme Leggings mit nem schönen top und BH schon ausreichend. Manchmal lackiere ich dann noch die Nägel dazu oder lege ein leichtes Make Up auf und das reicht dann. Ich fühle mich dann trotzdem feminin genug, so dass sich ein entspannendes Gefühl einstellt.
Für Fotos muss natürlich ne Perücke sein. Auch wenn ich mit Make Up experimentiere ziehe ich die Perücke zumindest immer wieder mal kurzzeitig auf, um zu schauen, wie das Make Up wirkt.
Das wichtigste für mich ist, dass ich mich wohlfühle. Und das geht zu hause dann auch gut ohne Perücke. (Manchmal sogar mit drei Tage Bart ;) ).

Liebe Grüße
Lara
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Re: Diskrepanz

Post 4 im Thema

Beitrag von Marielle »

Bild im Kopf,
Bild im Spiegel

Frau im Spiegel,
Frau im Kopf

FrauBild im SpiegelBild,
SpiegelKopf im FrauBild

BildFrau im BildSpiegel,
FrauBild im KopfSpiegel




Nur ein Wortspiel, in der Kaffeepause entstanden.


Habt es gut

Marielle
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Re: Diskrepanz

Post 5 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Hej Marielle,

du solltest Dichterin für Gebrauchsprosa und Gedichte werden - quasi als weiteres wirtschaftliches Standbein...

Gruß, Ulrike-Marisa
Marielle
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Re: Diskrepanz

Post 6 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo Ulrike,

Als Standbein? Ach nee, lieber nicht. Dazu kenne ich viel zu viele Dichter, Denker und Dilettanten die großartiges Zeug machen und trotzdem viel zu viel zu wenig haben.

Es wäre aber gar nicht das Schlimmste, weniger Lohn zu haben, wenn es sich dafür lohnen würde. Nur: Was bringt es, wenn dumpfe Angst vor Warnung und sinnloser Witz vor Denken geht? Daran sind schon ganz andere gescheitert, bei denen es sich gelohnt hätte ihnen zuzuhören:

http://hinter-den-schlagzeilen.de/2013/ ... tucholsky/

Marielle
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Re: Diskrepanz

Post 7 im Thema

Beitrag von Nicola »

Liebe Uta

Meine Perücke finden die Leute oft ganz toll, und mehrere meinten schon es seien meine eigenen Haare, aber ich fühle mich damit unwohl. Ich weiss nicht wie viele Haare du noch hasst, bei mir schimmert auf dem Scheitel die Kopfhaut durch und die Geheimratsecken gehen recht weit nach oben. Ich lasse meine Haare seit zwei Jahren wachsen und dadurch haben sie nun eine gute Länge. Ich nehme dann öfters ein Stirnband und mache eine Rosschwanz möglichst weit oben, so dass er die durchsichtige Stelle am Scheitel verdeckt wird und die Geheimratsecken durch das Stirnband auch nicht mehr sichtbar sind.
Meine Sillis benutze ich in letzter zeit weinig, mein Coup AA ist bei einem anliegenden T-Shirt leicht zu sehen, vermittelt jedoch auch nicht den Eindruck von viel Weiblichkeit.
Ich habe gesehen dass du dich als Mensch beschreibst der zwischen Mann und Frau hin und her springt, ich sehen mich mehr als androgyn manchmal mehr Frau dann wieder mehr Mann. Gelegentlich werde ich in der Öffentlichkeit als Frau angesprochen, jedoch mehrheitlich als Mann. Ich finde diese Situation auch nicht immer so zufriedenstellend, fühle mich so aber trotzdem wohler als wenn ich mit Sillis und Perücke rumlaufe.
Die Diskrepanz ist immer wieder da, klar wäre es schön äusserlich eine perfekte Frau zu sein, es fällt mir jedoch in letzter Zeit leichter mich einfach so anzunehmen wie ich bin, was mein Körper ohne allzu viel Aufwand hergibt. Ich fühle mich so wohler und natürlicher, und meine Freunde und Bekannten sprechen mich auch so meistens mit dem richtigen Pronomen und der richtigen Anrede an.

Liebe Grüsse Nicola
Lina
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Re: Diskrepanz

Post 8 im Thema

Beitrag von Lina »

Vieles ist nicht "echt". Kunstvolle Frisuren, Makeup, representative Kleidung, Schutzkleidung, Schuhe jeglicher Art ... trotzdem sind sie Teil des Alltags.
exuserin-2017-01-16

Re: Diskrepanz

Post 9 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 »

Hallo ihr Lieben,
danke für eure Zeilen. Es ist wie immer von jedem etwas richtig was ihr schreibt,wobei jede etwas anders empfindet als die Andere. Jede hat ein anderes Ziel z.B. nur kurz das weibliche Erleben nur zu Hause nur am Wochenende draußen Täglich usw. Für mich hat sich jetzt auch der Weg ergeben mehr Androgynität zu zulassen da mein Umfeld und meine Familie mit einem schnellen kompletten Wechsel überfordert wären ,versuche ich den Weg in kleinen Schritten zu gehen. Der Bart ist ab ! 2 Laserbehandlungen habe ich bereits ertragen müssen (tut ganz schön weh aber erste Erfolge sind sichtbar) Augenbrauen sind gezupft ,Resthaar wächst wieder etwas länger vielleicht läßt sich mit einem Haarteil mal etwas brauchbares machen. Brust naja A klein (vielleicht hätte ich mehr Bier trinken sollen? )
Es gibt schon etwas komische Blicke über meine Veränderungen aber was soll es ? Ich hoffe der Gewöhnungseffekt hilft hier ein bisschen. Wie weit das ganze gehen wird weiß ich nicht brauche auch Zeit dafür.
Die künstlichen Sachen sind sicher recht hilfreich und schick aber tagtäglich nervig und störend.
Wie ist das mit Echthaarperücken ist da der Tragekomfort besser ?

LG Uta
Vivian Cologne
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Re: Diskrepanz

Post 10 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne »

Hallo Uta,

wie viel Aufwand an Styling für dich notwendig ist, hängt von deinen Ansprüchen und deinem Umfeld ab. Du möchtest dir gefallen, wenn du in den Spiegel guckst. Und du möchtest in den Gesichtern der Menschen, die dich betrachten, gespiegelt sehen, dass sie dich als das sehen, was du selbst empfindest. Wenn das eindeutig eine Frau ist, als die du gesehen werden möchtest, helfen die kleinen Dinge wie Haare, Make-up, Kleidung.

Das geht jeder Cisfrau im etwas vorgerückten Alter im Grunde auch nicht anders. Wie viel "weibliche" Signale unser Umfeld braucht, ist sehr individuell. Und wie sehr wir die Geschlechterstereotypen bedienen wollen, darüber ließe sich seitenweise diktutieren - das haben wir hier auch schon. Wenn du nach dem Stichwort Passing im Forum suchst, findest du einiges.

Aber mal konkret zu den Haaren. Es gibt teure Zweithaarsysteme, die für den Alltagsgebrauch oder rund um die Uhr geeignet sind. Mir war schnell klar, dass es anders wohl nicht gehen würde. Meine Haare dürfen sich nachts ausruhen, tagsüber machen sie aber alles mit, was ich ihnen zumute, und ich empfinde sie auch nicht mehr als Fremdkörper. Individuelles Anpassen, eine vierstellige Summe und viel Pflege sind allerdings vonnöten gewesen

Vivian
exuserin-2017-01-16

Re: Diskrepanz

Post 11 im Thema

Beitrag von exuserin-2017-01-16 »

Vivian Cologne hat geschrieben:Hallo Uta,

wie viel Aufwand an Styling für dich notwendig ist, hängt von deinen Ansprüchen und deinem Umfeld ab. Du möchtest dir gefallen, wenn du in den Spiegel guckst. Und du möchtest in den Gesichtern der Menschen, die dich betrachten, gespiegelt sehen, dass sie dich als das sehen, was du selbst empfindest. Wenn das eindeutig eine Frau ist, als die du gesehen werden möchtest, helfen die kleinen Dinge wie Haare, Make-up, Kleidung.

Hallo Vivian , so ist es ! Der Aufwand den ich betreibe hält sich in Grenzen, abgesehen vom Rasieren bin ich mit dem Stylen schneller fertig als meine LAG. Ich mache das zu allererst für mich um mich wohl zu fühlen. Natürlich möchte ich auch nicht auffallen bis her hatte ich mit dem Passing keine Probleme. Mein größtes Problem ist der Spiegel wenn Mann davor steht fühle ich mich sehr unbehaglich, das Bild darin entspricht nicht dem in meinem Kopf. Richtig ist es erst wenn Sie davor steht dann ist alles gut.


LG Uta
Inga
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Re: Diskrepanz

Post 12 im Thema

Beitrag von Inga »

Hallo, Uta,

wie wahr. Ohne angemessene Haare geht es bei mir überhaupt nicht. Um mich en femme wohl zu fühlen, brauche ich Perücke, mindestens leicht geschminkt, passende Kleidung und - na klar - Sillies oder weniger auffällig mit anderen Polstern etwas voluminösere Brust als ich so im Männermodus zeige.

Liebe Grüße
Inga
Valerie Bellegarde
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Re: Diskrepanz

Post 13 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Hallo zusammen,
Ich kann die weiblichen Teile meiner Persönlichkeit nur selten und auch nur unter Schwierigkeiten ausleben. Der Grund liegt darin, dass ich sehr lange verheiratet bin und meine Frau ein Outing niemals tolerieren, geschweige denn akzeptieren würde. Also bleibt es bei Heimlichkeiten oder Kopfkino. Der Wunsch, sich in der Öffentlichkeit en femme zu bewegen, ist aber permanent vorhanden und wird jetzt im Alter immer stärker, was möglicherweise mit dem natürlichen und altersgemäßen Abbau des männlichen Testosterons bei mir zusammenhängt. Seit mehreren Jahren wachsen mir Brüste, an die ich mich nahezu gewöhnt habe, und meine Umgebung wahrscheinlich auch. Ich kann sie beim Treppengehen spüren, wie sie wippen, und den Bleistift-Test bestehe ich leicht. Die Dinger sind also da, und das Problem spitzt sich zu, insofern spüre ich im täglichen Leben sehr deutlich diese Diskrepanz zwischen dem weiblichen und dem männlichen Teil meiner Persönlichkeit. Vor einem Outing scheue ich noch zurück, d.h. ich glaube nicht dass sich mein "Problem" dadurch lösen lässt. Erleichterung finde ich z.Zt. darin, dass ich mir Auszeiten vom Alltag nehme, dann bin ich eine oder zwei Wochen allein und dann oft komplett en femme in einer Stadt unterwegs, was ich toll finde und was mich auch entspannt. Bin gespannt, ob es welche bei euch gibt, die in einer ähnlichen Situation sind. Liebe Grüße von Valerie. :()b
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