Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
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Anne-Mette
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nicole.f
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Ich werde Donnerstag bis Samstag Mittag dort sein - ich bin sehr gespannt... das könnte interessant aber auch völlig desaströs werden. Wenn ich es schaffe, werde ich gerne berichten.
Liebe Grüße
nicole
Liebe Grüße
nicole
Ich bin trans* - und das ist gut so!
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MarieB
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
nicole.f hat geschrieben:Ich werde Donnerstag bis Samstag Mittag dort sein - ich bin sehr gespannt... das könnte interessant aber auch völlig desaströs werden. Wenn ich es schaffe, werde ich gerne berichten.
Liebe Grüße
nicole
Hallo Nicole,
ein Bericht zur Konferenz wäre super. Danke
LG
Marie
Gruß
Marie
Marie
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Ulrike-Marisa
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Moin,
wenn das allgemeiner Wissensstand werden könnte, der auch in Schulen vermittelt wird, dann wäre für Betroffene einiges erreicht.
Zitat des Theologen Dr. Schreiber aus dem Ankündigungstext
"Nach neuro- und biowissenschaftlichen Erkenntnissen wird Transsexualität mittlerweile als angeboren betrachtet. "Transsexuelle Menschen besitzen ein tiefes inneres Wissen, ein Geschlecht zu haben, das ihnen bei der Geburt nicht zugewiesen, sondern vorenthalten wurde", heißt es in der Konferenz-Ankündigung. Transsexualität sei keine psychische Störung, sondern eine biologische Variante innerhalb der geschlechtlichen Vielfalt. "Unter Gottes Regenbogen gibt es wesentlich mehr als das, was wir zum Beispiel aufgrund der äußeren Geschlechtsmerkmale als 'den Mann' und 'die Frau' klassifizieren", sagt der Veranstalter der Konferenz, der evangelische systematische Theologe Dr. Gerhard Schreiber. "Gott hat den Menschen wesentlich variantenreicher erschaffen."
So täte ich das auch sehen wollen; andere Menschen auch bei mir in der Familie sehen das gar nicht oder bisher anders... Da besteht in der Tat Klärungsbedarf.
Gruß, Ulrike-Marisa
... ich bin das, was ich bin und nicht das, was andere in mir zu sehen meinen oder glauben...
wenn das allgemeiner Wissensstand werden könnte, der auch in Schulen vermittelt wird, dann wäre für Betroffene einiges erreicht.
Zitat des Theologen Dr. Schreiber aus dem Ankündigungstext
"Nach neuro- und biowissenschaftlichen Erkenntnissen wird Transsexualität mittlerweile als angeboren betrachtet. "Transsexuelle Menschen besitzen ein tiefes inneres Wissen, ein Geschlecht zu haben, das ihnen bei der Geburt nicht zugewiesen, sondern vorenthalten wurde", heißt es in der Konferenz-Ankündigung. Transsexualität sei keine psychische Störung, sondern eine biologische Variante innerhalb der geschlechtlichen Vielfalt. "Unter Gottes Regenbogen gibt es wesentlich mehr als das, was wir zum Beispiel aufgrund der äußeren Geschlechtsmerkmale als 'den Mann' und 'die Frau' klassifizieren", sagt der Veranstalter der Konferenz, der evangelische systematische Theologe Dr. Gerhard Schreiber. "Gott hat den Menschen wesentlich variantenreicher erschaffen."
So täte ich das auch sehen wollen; andere Menschen auch bei mir in der Familie sehen das gar nicht oder bisher anders... Da besteht in der Tat Klärungsbedarf.
Gruß, Ulrike-Marisa
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Anne-Mette
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Moin,
Gruß
Anne-Mette
allerdings denke ich auch an die "dunkle Seite der (med) Macht": Ausschlussdiagnostik, Wunschkind"beratung", "Wunschkindtouristik", Spätabtreibungen...dann wäre für Betroffene einiges erreicht.
Gruß
Anne-Mette
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Claudia-Luisa
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Guten Morgen!
Laut Andreas Main, Redakteur beim Deutschlandfunk, wird die Konferenz bei DLF im Programm stattfinden. Sendezeit: Donnerstag, 11.2., 9:35 Uhr ff.
LG, Claudia-Luisa
Laut Andreas Main, Redakteur beim Deutschlandfunk, wird die Konferenz bei DLF im Programm stattfinden. Sendezeit: Donnerstag, 11.2., 9:35 Uhr ff.
LG, Claudia-Luisa
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Ulrike-Marisa
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Hallo,
mein eben geschriebener Beitrag ist beim absenden leider im elektronischen Nirwana verschwunden???? weil vermutlich gleichzeitig ein Beitrag von Claudia-Luisa hochgeladen wurde...trotzdem ärgerlich
also nochmal,
...die dunklen Seiten der Macht sind immer auch vorhanden und wirken sich irgendwie aus, sie gehören vermutlich zum Leben dazu...
Ich sehe eigentlich nicht so sehr eine mögliche Bedrohung hier für diese Konferenz; Naturwissenschaftler sind auch geladen, aber gerade ihre Erkenntnisse haben ja die These von Herrn Dr. Schreiber erst ermöglicht. Mir ist die Aussagekraft der These wichtig, da sie doch den Zustand, in dem sich Betroffene befinden, mit klaren Worten benennt und beschreibt natürlich auch mit Gottesbezug aber auf naturwissenschaftlichen Erkenntnissen beruhend. Für mich als Christin ist der Gottesbezug vielleicht relevant für andere Menschen nicht; das ändert aber nichts an der Aussagekraft der Worte und dem dargestellten Sachverhalt. Das kann, denke ich, offen gesehen werden. Fakt ist, wir sind existent, wer auch immer uns geschaffen hat.
Gruß, Ulrike-Marisa
mein eben geschriebener Beitrag ist beim absenden leider im elektronischen Nirwana verschwunden???? weil vermutlich gleichzeitig ein Beitrag von Claudia-Luisa hochgeladen wurde...trotzdem ärgerlich
also nochmal,
...die dunklen Seiten der Macht sind immer auch vorhanden und wirken sich irgendwie aus, sie gehören vermutlich zum Leben dazu...
Ich sehe eigentlich nicht so sehr eine mögliche Bedrohung hier für diese Konferenz; Naturwissenschaftler sind auch geladen, aber gerade ihre Erkenntnisse haben ja die These von Herrn Dr. Schreiber erst ermöglicht. Mir ist die Aussagekraft der These wichtig, da sie doch den Zustand, in dem sich Betroffene befinden, mit klaren Worten benennt und beschreibt natürlich auch mit Gottesbezug aber auf naturwissenschaftlichen Erkenntnissen beruhend. Für mich als Christin ist der Gottesbezug vielleicht relevant für andere Menschen nicht; das ändert aber nichts an der Aussagekraft der Worte und dem dargestellten Sachverhalt. Das kann, denke ich, offen gesehen werden. Fakt ist, wir sind existent, wer auch immer uns geschaffen hat.
Gruß, Ulrike-Marisa
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nicole.f
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Tja, hmm... also ich sehe das inzwischen alles sehr skeptisch... der Titel der Tagung ist schon einigermaßen zum aufregen:
Nach den Veröffentlichungen der letzten Monate erscheint eine Tagung wie diese wie ein Echo aus der Vergangenheit. Alle sind sich einig, trans* ist keine psychische Störung oder gar Erkrankung, aber dennoch wird immer wieder fast ausschließlich unter und mit Psychologen über uns und nicht mit uns diskutiert. Schaut man sich die Zusammensetzung der AWMF Leitlinienkommission an, wird einem ganz schwummerig. Diese setzt sich zu 98% aus Psychologen und Sexualwissenschaftlern zusammen. Warum, wenn doch klar ist, dass es weder eine Sexualstörung noch psychische Störung ist? Und diese Kommission soll somatische Behandlungsrichtlinien entwickeln? Nur eine einzige Person in dieser Kommission ist ein praktischer Arzt.
In Frankfurt sieht es sehr ähnlich aus. Theologen und vornehmlich Psychologen sowie ein paar Neurowissenschaftler versuchen sich eine Deutungshoheit über "Transsexualität" zu sichern, ohne die meisten wahren Probleme von trans* Menschen selbst anzusprechen. *Wir* sind eine "Herausforderung" für sie? Das tut mir aber leid, ich gehe sogleich in den Keller mich verstecken, damit ich ihnen nicht mehr zur Last falle.
Die Neurowissenschaft, in Person von Dr. Haupt aus der Schweiz, ist hier leider auch wenig hilfreich. Sie versuchen die Diagnose und Deutung von Trans* in ihr Fachgebiet zu verlagern, mit sehr ungewissen Zielen. Warum? Was hilft es uns, wenn wir einen "Beweis" im Hirn finden würden? Reicht es nicht zu wissen, dass es aller Wahrscheinlichkeit nach angeboren und vor allem nicht therapierbar / sozialisierbar ist? Die Schlussfolgerungen aus einer angeblichen neurologischen Diagnosemöglichkeit könnten sich auch schnell gegen uns richten.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich zunehmend über die Jovialität der sogenannten Expert_innen verärgert bin. Es gibt Stand heute keine ausgewiesenen Expert_innen zu trans*, außer uns selbst, denn trans* selbst hat sich bisher allen Disziplinen entzogen. Allenfalls könnten Psychologen, Soziologen, Theologen, Rechtswissenschaftler etc. etwas über die Folgen und Auswirkungen bezogen auf ihr Fachgebiet aussagen, aber nicht zu trans* selbst. Was aber in der Realität passiert ist, dass es Vertreter_innen dieser und andere Disziplinen sind, die versuchen uns fremd zu bestimmen, uns zu deuten, uns zu reglementieren. Der Dialog mit uns wird allenfalls zu Forschungszwecken gesucht, aber nicht auf Augenhöhe geführt. Ich bin kein Frosch im Glas, den man betrachten und studieren kann! Ich bin ein mündiger und selbstbestimmter Mensch, mit den gleichen Rechten zur Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung, wie jeder andere Mensch auch. Ich erwarte daher, dass man mit uns redet, nicht über uns!
In diesem Sinne werde ich mir das alles recht kritisch ansehen und anhören. Ich bin recht gespannt, aber auch gehörig skeptisch.
Liebe Grüße
nicole
Wenn dies eine "gesellschaftliche Herausforderung" ist, warum diskutieren dann dort hauptsächlich Ärzte mit Theologen, aber mit praktisch keiner trans* Person? Sind wir nicht da? Gesellschaftlich irrelevant? Sind wir kein Teil der Gesellschaft? Dürfen wir uns dazu nicht äußern? Sind wir nicht qualifiziert?Transsexualität. Eine gesellschaftliche Herausforderung im Gespräch zwischen Theologie und Neurowissenschaften
Nach den Veröffentlichungen der letzten Monate erscheint eine Tagung wie diese wie ein Echo aus der Vergangenheit. Alle sind sich einig, trans* ist keine psychische Störung oder gar Erkrankung, aber dennoch wird immer wieder fast ausschließlich unter und mit Psychologen über uns und nicht mit uns diskutiert. Schaut man sich die Zusammensetzung der AWMF Leitlinienkommission an, wird einem ganz schwummerig. Diese setzt sich zu 98% aus Psychologen und Sexualwissenschaftlern zusammen. Warum, wenn doch klar ist, dass es weder eine Sexualstörung noch psychische Störung ist? Und diese Kommission soll somatische Behandlungsrichtlinien entwickeln? Nur eine einzige Person in dieser Kommission ist ein praktischer Arzt.
In Frankfurt sieht es sehr ähnlich aus. Theologen und vornehmlich Psychologen sowie ein paar Neurowissenschaftler versuchen sich eine Deutungshoheit über "Transsexualität" zu sichern, ohne die meisten wahren Probleme von trans* Menschen selbst anzusprechen. *Wir* sind eine "Herausforderung" für sie? Das tut mir aber leid, ich gehe sogleich in den Keller mich verstecken, damit ich ihnen nicht mehr zur Last falle.
Die Neurowissenschaft, in Person von Dr. Haupt aus der Schweiz, ist hier leider auch wenig hilfreich. Sie versuchen die Diagnose und Deutung von Trans* in ihr Fachgebiet zu verlagern, mit sehr ungewissen Zielen. Warum? Was hilft es uns, wenn wir einen "Beweis" im Hirn finden würden? Reicht es nicht zu wissen, dass es aller Wahrscheinlichkeit nach angeboren und vor allem nicht therapierbar / sozialisierbar ist? Die Schlussfolgerungen aus einer angeblichen neurologischen Diagnosemöglichkeit könnten sich auch schnell gegen uns richten.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich zunehmend über die Jovialität der sogenannten Expert_innen verärgert bin. Es gibt Stand heute keine ausgewiesenen Expert_innen zu trans*, außer uns selbst, denn trans* selbst hat sich bisher allen Disziplinen entzogen. Allenfalls könnten Psychologen, Soziologen, Theologen, Rechtswissenschaftler etc. etwas über die Folgen und Auswirkungen bezogen auf ihr Fachgebiet aussagen, aber nicht zu trans* selbst. Was aber in der Realität passiert ist, dass es Vertreter_innen dieser und andere Disziplinen sind, die versuchen uns fremd zu bestimmen, uns zu deuten, uns zu reglementieren. Der Dialog mit uns wird allenfalls zu Forschungszwecken gesucht, aber nicht auf Augenhöhe geführt. Ich bin kein Frosch im Glas, den man betrachten und studieren kann! Ich bin ein mündiger und selbstbestimmter Mensch, mit den gleichen Rechten zur Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung, wie jeder andere Mensch auch. Ich erwarte daher, dass man mit uns redet, nicht über uns!
In diesem Sinne werde ich mir das alles recht kritisch ansehen und anhören. Ich bin recht gespannt, aber auch gehörig skeptisch.
Liebe Grüße
nicole
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Frida
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Danke Nicole, so denke ich in letzter Zeit auch oft darüber nach, doch hätte ich es nicht so gut formulieren können.
Ob es denn wohl irgendeine Möglichkeit gibt dieser Gesellschaft, die dort zusammenkommt, diese Gedanken zukommen zulassen oder gar mit ihnen darüber zu diskutieren? Aber wahrscheinlich haben sie gar kein Interesse daran.
Liebe Grüße, Frida
Ob es denn wohl irgendeine Möglichkeit gibt dieser Gesellschaft, die dort zusammenkommt, diese Gedanken zukommen zulassen oder gar mit ihnen darüber zu diskutieren? Aber wahrscheinlich haben sie gar kein Interesse daran.
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nicole.f
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Liebe Frida,
um ein wenig dieser Kritik vielleicht unter zu bringen, fahre ich dort hin, genau wie einige andere trans* Menschen auch. Es ist für mich jedoch schwer, diese Kritik fundiert und gut argumentiert äußern zu können. Ich gebe unumwunden zu, dass ich bei Leibe nicht alle Publikationen der anwesenden Expert_innen gelesen oder gar verstanden habe, um dies wirklich bis ins Letzte nachvollzogen zu haben und dann argumentieren zu können. Ich traue mich also schlicht noch nicht, bei solchen Veranstaltungen richtig auf den Putz zu hauen. Doch es wird, langsam. Es fügen sich die Teile und langsam beginne ich die Protagonisten, Fachgruppen und Personen, einschätzen zu können. Wenn das so weiter geht, ja, dann werde ich mir das ernsthaft überlegen, bei solchen Veranstaltungen für eine aktive Vertretung von uns zu kämpfen und es ggf. auch selbst zu machen.
Eine erste Idee in dieser Richtung versuche ich gerade umzusetzen, einen eigenen Vortrags-Track bei der EPATH nächstes Jahr, organisiert und durchgeführt von trans* Personen, mit Themen, die für *uns* wichtig sind und die wir dann selbst bestimmen. Bei der letzten EPATH hatte ich den Eindruck und von manch_er Teilnehmer_in auch gehört, dass sie es sehr geschätzt haben, mal mit trans* Menschen außerhalb des Behandlungskontexts sprechen zu können. Klar ist dies anders als innerhalb! Sicherlich sind da nicht alle immer völlig offen und ehrlich, denn wir wissen ja, was wir sagen müssen, damit wir bekommen was wir wollen. Doch erfahren müssen es diese Expert_innen dennoch, denn sonst bekommen sie ein falsches Bild von uns. Da ansonsten kaum oder wenig Dialog mit uns stattfindet, wäre dies mal ein guter Anfang. Teile des Interimsvorstands der EPATH finden das auch gut, einige Fachleute mit denen ich darüber sprach auch. Mal sehen. Die nächste EPATH ist in Belgrad - uijuijuij
Liebe Grüße
nicole
um ein wenig dieser Kritik vielleicht unter zu bringen, fahre ich dort hin, genau wie einige andere trans* Menschen auch. Es ist für mich jedoch schwer, diese Kritik fundiert und gut argumentiert äußern zu können. Ich gebe unumwunden zu, dass ich bei Leibe nicht alle Publikationen der anwesenden Expert_innen gelesen oder gar verstanden habe, um dies wirklich bis ins Letzte nachvollzogen zu haben und dann argumentieren zu können. Ich traue mich also schlicht noch nicht, bei solchen Veranstaltungen richtig auf den Putz zu hauen. Doch es wird, langsam. Es fügen sich die Teile und langsam beginne ich die Protagonisten, Fachgruppen und Personen, einschätzen zu können. Wenn das so weiter geht, ja, dann werde ich mir das ernsthaft überlegen, bei solchen Veranstaltungen für eine aktive Vertretung von uns zu kämpfen und es ggf. auch selbst zu machen.
Eine erste Idee in dieser Richtung versuche ich gerade umzusetzen, einen eigenen Vortrags-Track bei der EPATH nächstes Jahr, organisiert und durchgeführt von trans* Personen, mit Themen, die für *uns* wichtig sind und die wir dann selbst bestimmen. Bei der letzten EPATH hatte ich den Eindruck und von manch_er Teilnehmer_in auch gehört, dass sie es sehr geschätzt haben, mal mit trans* Menschen außerhalb des Behandlungskontexts sprechen zu können. Klar ist dies anders als innerhalb! Sicherlich sind da nicht alle immer völlig offen und ehrlich, denn wir wissen ja, was wir sagen müssen, damit wir bekommen was wir wollen. Doch erfahren müssen es diese Expert_innen dennoch, denn sonst bekommen sie ein falsches Bild von uns. Da ansonsten kaum oder wenig Dialog mit uns stattfindet, wäre dies mal ein guter Anfang. Teile des Interimsvorstands der EPATH finden das auch gut, einige Fachleute mit denen ich darüber sprach auch. Mal sehen. Die nächste EPATH ist in Belgrad - uijuijuij
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rika
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Hallo zusammen.
Mich würde interessieren, ob Prof. Volkmar Sigusch trotz seinen fortgeschrittenen Alters auch dort gehört wird. Er ist eine absolute Koriphae in der Sexualmedizin mit vielen Veröffentlichungen. Ich habe ihn persönlich erlebt, als er mir eine Stellungnahme schrieb, die mir sehr half, mich zu finden. Ich würde diese gerne weitergeben, sie ist aber viele Seiten lang neben den persönlichen Anmerkungen und ich weiß nicht, ob sie interessiert.
rika
Mich würde interessieren, ob Prof. Volkmar Sigusch trotz seinen fortgeschrittenen Alters auch dort gehört wird. Er ist eine absolute Koriphae in der Sexualmedizin mit vielen Veröffentlichungen. Ich habe ihn persönlich erlebt, als er mir eine Stellungnahme schrieb, die mir sehr half, mich zu finden. Ich würde diese gerne weitergeben, sie ist aber viele Seiten lang neben den persönlichen Anmerkungen und ich weiß nicht, ob sie interessiert.
rika
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nicole.f
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Liebe Rika,
Dr. Sigusch ist eine reichlich ambivalente Person. So wie viele in diesem Bereich muss man glaube ich unterscheiden zwischen der Behandlungssituation bzw. dem Arzt-Patient_innen Verhältnis und der wissenschaftlichen Arbeit. Sigusch mag im Arzt-Klient_innen Verhältnis OK sein, doch seine wissenschaftlichen Ansichten sind, wie ich finde, nach wie vor kontrovers zu diskutieren.
Sigusch erlangte 1979 mit den durch ihn und Kolleg_innen formulierten Leitsymptomen für Transsexualität traurige Berühmtheit. Sie schrieben damals:
1994 korrigierte Sigusch seine Sichtweisen teilweise, u.A. im Deutschen Ärzteblatt, jedoch wieder mit Entgleisungen wie:
Ich stehe ihm sehr kritisch und vorsichtig gegenüber.
Liebe Grüße
nicole
Dr. Sigusch ist eine reichlich ambivalente Person. So wie viele in diesem Bereich muss man glaube ich unterscheiden zwischen der Behandlungssituation bzw. dem Arzt-Patient_innen Verhältnis und der wissenschaftlichen Arbeit. Sigusch mag im Arzt-Klient_innen Verhältnis OK sein, doch seine wissenschaftlichen Ansichten sind, wie ich finde, nach wie vor kontrovers zu diskutieren.
Sigusch erlangte 1979 mit den durch ihn und Kolleg_innen formulierten Leitsymptomen für Transsexualität traurige Berühmtheit. Sie schrieben damals:
Das ist ganz schön hart und zu Recht gab es in der damaligen trans* Community einen sehr heftigen Aufschrei.Im ärztlichen Gespräch wirken Transsexuelle kühl-distanziert und affektlos, starr ... und kompromisslos, egozentrisch, demonstrativ und nötigend, dranghaft besessen und eingeengt, merkwürdig uniform, normiert ... Introspektions- und Übertragungsfähigkeit fehlen weitgehend ... Trotz oft unablässiger Schilderungen des Leidensweges drückt der Patient kaum Affekte aus. Bei oft gesten- und floskelreicher Redseligkeit wirkt der Patient stereotyp, monoton, fassadenhaft ... Die zwischenmenschlichen Beziehungen Transsexueller sind stark gestört, weil ihnen Einfühlungsvermögen und Bindungsfähigkeit weitgehend fehlen ... Alle Transsexuellen weisen eine Tendenz zum psychotischen Zusammenbruch unter Stress, in Krisensituationen auf.
1994 korrigierte Sigusch seine Sichtweisen teilweise, u.A. im Deutschen Ärzteblatt, jedoch wieder mit Entgleisungen wie:
Transsexuelle hier direkt mit krankhaft Süchtigen zu vergleichen, zeigt aus meiner Sicht sehr deutlich, was Sigusch von uns hält. Bis heute sind seine Aufsätze, die für mein Empfinden, die völlig künstlich verkomplizierend und sprachlich extrem hochtrabend formuliert sind, sehr ambivalent. Immer wieder schimmert seine pathologisierende und abwertende Haltung Trans* gegenüber durch.10. Kulturelle Situation: Ob das Gruppengefühl und Organisationsgrad bei Transsexuellen weiter reichen werden als beispielsweise bei Alkoholikern, wird die weitere Entwicklung zeigen.
Ich stehe ihm sehr kritisch und vorsichtig gegenüber.
Liebe Grüße
nicole
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rika
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Liebe Nicole,
das ist sehr interessant und habe ich nicht gewusst. Das sind natürlich krude und völlig indiskutable Positionen. Und du hast Recht: seine Sprache ist sehr kompliziert und für Laien schwer zu verstehen. Mir war es wichtig zu erkennen, dass ich "keine Gefahr" für die Menschheit und vor allem meine damals 10 Jahre alte Tochter bin.
Schöne Grüße ins nahe Siegerland.
rika
das ist sehr interessant und habe ich nicht gewusst. Das sind natürlich krude und völlig indiskutable Positionen. Und du hast Recht: seine Sprache ist sehr kompliziert und für Laien schwer zu verstehen. Mir war es wichtig zu erkennen, dass ich "keine Gefahr" für die Menschheit und vor allem meine damals 10 Jahre alte Tochter bin.
Schöne Grüße ins nahe Siegerland.
rika
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Ulrike-Marisa
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Moin,
...diese abwertende Meinung trans* gegenüber gemäß Dr. Sigusch scheint aber immer tief in der deutschen Volksseele verwurzelt zu sein; kenne ich aus der eigenen Familie zu gut.
Da ist Aufklärung nötiger denn je.
Gruß, Ulrike-Marisa
...diese abwertende Meinung trans* gegenüber gemäß Dr. Sigusch scheint aber immer tief in der deutschen Volksseele verwurzelt zu sein; kenne ich aus der eigenen Familie zu gut.
Da ist Aufklärung nötiger denn je.
Gruß, Ulrike-Marisa
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Anne-Mette
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Re: Konferenz über Theologie und Transsexualität an der Uni Frankfurt
Moin,
Aufklären können wir nur selbst - und ein gewisses Einflussvermögen hat jede(r) von uns, sozusagen eine Art "Richtlinienkompetenz" für unsere Familien und Kreise.
Wie würdest Du umgehen mit Familienmitgliedern, die ein "schädliches Verhalten" gegenüber der Gesellschaft offenbaren? Würdest Du Deinen Kindern "durchgehen lassen", sich in Deinem Hause als Menschenfeinde zu zeigen, vielleicht Propaganda-Material zu erstellen, Nazi-Lieder zu schreiben und zu verbreiten?
Das würdest Du vermutlich nicht und darauf pochen, dass Du im Hause bestimmst und so etwas nicht duldest.
Warum sollte die Reaktion auf "in der Volsseele verwurzelte Abneigung" gegen Dich selbst eine andere sein?
Gruß
Anne-Mette
Die werden aber kaum Abhandlungen von Sigusch gelesen haben. Hier war heute der Bücherbus; es kann sogar auf dem Lande sinnvolles Info-Material bestellt werdenscheint aber immer tief in der deutschen Volksseele verwurzelt zu sein; kenne ich aus der eigenen Familie zu gut.
Da ist Aufklärung nötiger denn je.
Aufklären können wir nur selbst - und ein gewisses Einflussvermögen hat jede(r) von uns, sozusagen eine Art "Richtlinienkompetenz" für unsere Familien und Kreise.
Wie würdest Du umgehen mit Familienmitgliedern, die ein "schädliches Verhalten" gegenüber der Gesellschaft offenbaren? Würdest Du Deinen Kindern "durchgehen lassen", sich in Deinem Hause als Menschenfeinde zu zeigen, vielleicht Propaganda-Material zu erstellen, Nazi-Lieder zu schreiben und zu verbreiten?
Das würdest Du vermutlich nicht und darauf pochen, dass Du im Hause bestimmst und so etwas nicht duldest.
Warum sollte die Reaktion auf "in der Volsseele verwurzelte Abneigung" gegen Dich selbst eine andere sein?
Gruß
Anne-Mette