Die Liebe zum Rock und anderen Dingen
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martina

Die Liebe zum Rock und anderen Dingen

Post 1 im Thema

Beitrag von martina »

hallo zusammen,
ich möchte hier gern mal eine grundsätzliche diskussion entfachen, auch abgeleitet von eigenen persönlichen erfahrungen. damit möchte ich niemandem zu nahe treten, sondern vielleicht eher manchen zeitgenossen zu denkanstössen bewegen. nach meiner eigenen entwicklung fällt mir sozusagen eine dreigeschlechtlichkeit ganz besonders auf:
  • frauen, die als solche geboren wurden
    männer, die frau sein wollen,
    männer, die über ihren schatten springen wollen.
frauen dürfen sich aufgrund ihrer sozialisation bekleiden, wie es männern so nicht möglich ist. wo auf der einen seite die möglichkeiten nicht genutzt werden und es etliche frauen gibt, die nur hose und nie oder nur ganz ausnahmsweise mal einen rock tragen, so gibt es männer, die gern ihre möglichkeiten bereichern und gern mal zum rock greifen würden. ich nehme hier mal den rock als stellvertretend auch für andere damenbekleidung wie man sie in männerabteilungen nicht findet, wie z.b. nylonstrumpfhosen, kleider, tuniken, knielange strickjacken oder -pullover.

frauen waren bis in die 60er jahre auf rock oder kleid festgelegt, hosen waren für sie absolut verpönt. esther ofarim wurde in einem hamburger, senta berger in einem londoner hotel abgewiesen, weil sie hosenanzüge trugen. irgendwie haben sich die frauen das recht auf die hose erkämpft. irgendwie ... ja, wie eigentlich? wollten plötzlich zwei drittel aller frauen männer sein und haben sich auch als mann zurecht gemacht, um dann eine hose anziehen zu können und akzeptiert zu werden? nein, sie wollten als frau das kleidungsstück hose für sich erobern. wie das passiert ist, darüber kann man trefflich streiten. eine ausschlaggebende kraft war sicherlich der radikal-feminismus mit alice schwarzer, die das arme weibchen als opfer in einer männerbeherrschten welt darstellte. alice schwarzer praktisch als hasspredigerin. sie und ihr radikal-feminismus waren sicherlich medienwirksam, wie z.b. frauenbuchläden, wo männer keinen zutritt hatten, aber daneben äusserte sich die emanzipationsbewegung ja auch in einem weitreichenden gemässigten femismus, der ohne grosses geschrei und getöse seinen weg nahm. am ende stand u.a. das legitimisierte tragen von hosen für frauen.

bei etlichen frauen hier und heute frage ich mich, ob sie trotz ihrer sozialisation nicht ähnliche probleme haben wie manch ein mann hier im forum. es gibt frauen, die nichts anderes anziehen als eine hose, die weder einen rock noch ein kleid im kleiderschrank hängen haben. es gibt frauen, die diese kleidungsstücke zwar zu hause haben, aber nie oder nur äusserst selten anziehen. warum eigentlich? haben sie trotz ihrer sozialisation hemmungen sich mit rock oder kleid in der öffentlichkeit zu zeigen? ich weiss es nicht, vermute aber sowas. medien und werbung hämmern uns voll mit begriffen von ästhetik, schönheit, sexualität (sexismus), diäten und all dieser kram. letzten endes scheint mir das ergebnis zu sein, dass nur die perfekt gebaute frau im rock oder kleid auftreten darf, um damit sexy zu wirken. und wenn ich nicht sexy wirkt? ich sehe manchmal frauen, dick und übergewichtig, die röcke tragen und ihre schwabligen beine zeigen. da frage ich mich: wie oft ernten diesen frauen ein kopfschütteln, weil sie sich so bekleiden und ihre schwachstellen nicht mit hosen verhüllen? dass aussagen kommen: "wie kann man nur so rumlaufen?" ob sowas dann so allgemein akzeptiert wird? aber immerhin: diese frauen haben mut und selbstvertrauen, sich über ästhetische regeln und über moralinsaure zeitgenossen hinwegzusetzen.

darüber hinaus gibt es frauen, die gern zum rock oder kleid greifen. laut einer umfrage sind es etwa 10 - 15% von frauen, die bevorzugt diese kleidungsstücke tragen. an manchen tagen, und zwar nicht im tiefsten winter, zweifel ich selbst daran, wenn ich 100 frauen sehe und davon trägt nur eine einen rock. nach einer ähnlichen befragung würden 10 bis 12% aller männer gern einen rock tragen. die zahl weicht nicht mal sonderlich von den frauen ab. aber wann sieht man einen mann im rock?

der mann im rock. damit kommen wir auf eine seltsame innere spaltung.
  • das ist einmal der mann, der sich als frau stylt, der seine umgebung täuschen will, um damit eine legitimation zu weiblichen bekleidungsgegenständen zu bekommen.
    und der mann, der auch äusserlich erkennbar als mann eingeschätzt wird, der aber für sich neue möglichkeiten sucht und grenzen überschreitet und dann die bekleidung trägt, die ihm gefällt.
es geht sicherlich um öffentliche akzeptanz, egal welchen weg man wählt. akzeptanz spielt eine wesentliche rolle. dabei frage ich mich drei dinge:
  • wenn ich hose trage, geht es mir auch nicht um akzeptanz bzw. setze ich die voraus. wollen wir ehrlich sein: relevant für uns ist eigentlich nur nicht-akzeptanz, insofern wenn jemand sich lustig macht, wenn man z.b. als mann eine rote, gelbe oder weisse hose trägt. darüber kommt man hinweg und ignoriert es. oder man nimmt es sich so zu herzen, dass man sowas nie wieder anzieht.
    das zweite ist: ist der anspruch von gesellschaftlicher akzeptanz gegenüber männertragenden röcken nicht zu hoch? was wollen wir? dass wir von jedem zweiten mitmenschen ein kompliment hören, wie toll uns die sachen doch stehen? ansonsten heulen wir? wollen wir am händchen gehalten werden? warum beklagt sich man einer, der im rock draussen unterwegs war, dass man ihn gar nicht wahrgenommen hat? werten wir das doch einfach als gesellschaftliche akzeptanz. und damit ist es ok. und wenn man auf irgendwelche auswüchse von nicht-akzeptanz stösst, na sei es drum. entweder wir ignorieren das, oder es setzt uns zu.
    drittens: ist es nicht vor allem unser eigenes gewissen, unser über-ich wie freud es nannte, das uns in regeln und bahnen zwingt, die so unbedingt gar nicht vorhanden sind. machen wir uns nicht selbst in die hose und nehmen eine vermeidungshaltung an, weil wir glauben, wir würden für etwas bestraft oder sanktioniert, wenn wir etwas tun würden, was wir uns wünschen? sind wir nicht gefangener unseres selbst? malen wir uns selbst nicht alles schlimmer aus als es wirklich ist?
warum wollen eigentlich etliche der teilnehmer hier im forum frau sein wollen? en femme? warum wollen sie die öffentlichkeit über ihr wirkliches geschlecht täuschen wollen? weil sie sich dann vermeintlich sicherer fühlen? weil ein mann im rock als schwul oder als schwächling gilt? sind das nicht in erster linie die grenzen, die wir uns selbst setzen, unser über-ich? da dürften wir doch drüber stehen, weil es ohnehin meist nicht zutrifft, oder? was soll eigentlich dieses blödsinnige geschwätz, dass frauen sich durch hosen aufwerten, während männer sich mit röcken abwerten? absoluter blödsinn. eine aufwertung ist es, wenn wir von allen verfügbaren möglichkeiten uns nicht nur auf einen kleinen teil beschränken, sondern unsere möglichkeiten erweitern.

wollen wirklich etliche der schreibenden hier im forum lieber eine frau sein? warum? es macht keinen unterschied, ob ich mann oder frau bin. deshalb bin ich kein anderer mensch, deshalb hab ich keinen anderen charakter. es gibt drecksweiber genauso wie es dreckskerle gibt, menschen mit üblem charakter. es gibt liebe omas wie liebe opas, auch keine frage. schätzen diese männer die weibliche menstruation? wollen sie auch selbst kinder gebären können? oder wollt ihr euch zum pinkeln lieber hinsetzen? oder: frauen können vergewaltigt werden, dauernd liest man, dass sie bei den gehältern benachteiligt werden usw. insofern können sich frauen gern als opfer darstellen. ist das die intention der männer, die frau sein wollen? dass sie sich als opfer darstellen können?

ich hatte neulich eine webseite gefunden mit diesem kernsatz http://www.rock-er.de/index.htm?s=michael.html
"Seltsamerweise ist es heutzutage leichter zusagen:
Papa! ich bin Schwul!
als
Papa! ich will Röcke!"
wenn sich ein mann als frau en femme zurecht macht, ist das kein problem. aber es gibt andere probleme. selbst wenn die aufmachung als frau noch so toll ist und der als frau gestylte mann in der öffentlichkeit eindeutig als frau wahrgenommen wird, gibt es probleme in den beziehungen und ehen, wo die freundin oder ehefrau total verunsichert ist und nicht weiss, mit was oder wem sie da eigentlich liiert ist. wollen diese männer wirklich frau sein? wollen sie eine geschlechtsumwandlung?

ich kann aus meinem persönlichen werdegang nur hinzufügen, dass ich auch selbst mal ganz als frau sein wollte. mich verkleiden, mich und andere täuschen, nicht zu mir selbst stehen. es ist halt so wie in vielen anderen lebensbereichen: dass man sich sagt, wenn ich dies und das wäre, dann könnte ich ja auch dies und das tun. ohne dabei die möglichkeit ins auge zu fassen, dass man es auch so tun kann, als der, der man ist. man setzt sich selbst eine unnötige barriere.

man kann auch in ein kaufhaus gehen, als mensch, sich dort kleidung aussuchen, die man gern tragen möchte, und dabei die trennung zwischen damen- und herrenabteilung total ignorieren. man sucht sich als mensch die sachen aus, die einem gefallen. warum gibt es eigentlich diese trennung? kleidung sollte unisex sein, war es sowieso jahrhundertelang. und heute? vielleicht gibt es diese trennung für schwächlinge, die sich selbst nicht orientieren können und denen was vorgegeben werden muss?

ich könnte mir vorstellen, dass eine bewegung: männer in röcken erfolgreicher wäre, wenn die männer zu sich selbst stehen würden, wenn sie als mann, und äusserlich erkennbar als mann, einen rock tragen würden. wenn es darum gehen würde, sich nicht mehr die von der industrie oktroyierten grenzen aufzwingen zu lassen, sondern männer ihre eigenen möglichkeiten erweitern würden. und damit sind die etwa 10% der männer gemeint, die gern rock tragen würden. alle anderen sollen doch ruhig ihre nadelstreifenanzüge mit seidenkrawatte tragen. was soll's? aber diese 10% sollten doch über ihren schatten springen, sich als mann geben, mut und selbstvertrauen zeigen und auch widerständen trotzen und einen rock (wie ich schon oben sagte, der rock steht stellvertretend auch für andere dinge) in der öffentlichkeit tragen. ich könnte mir auch vorstellen, dass sich sowas in beziehungen und partnerschaften leichter klären ließe, wenn man als mann einen rock tragen wollte statt über den umweg von der verwandlung des mannes zur frau das gleiche zu tun.

also was reizt die männer, frau sein zu wollen? geht es um kleider, schmuck, makeup? dann können diese männer auch zu sich selbst stehen, können mann bleiben, ohne sich zu verwandeln, ohne wen täuschen zu wollen. dann können diese männer in der öffentlichkeit einen rock tragen. und damit komme ich am ende zur überschrift: eben aus liebe zum rock.

liebe grüße
martina
Lina
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Re: Die Liebe zum Rock und anderen Dingen

Post 2 im Thema

Beitrag von Lina »

Ich kann es wirklich nicht lassen, dich mit einem Bruchteil an Text ganz einfach auf den Punkt zu bringen: Du erwähnst so gut wie ausschließlich nur die Kleidung, als wäre das entscheidend. Gut, für ein Fetischist, der sich in Frauenkleidung nie aus dem Schlafzimmer bewegt ist es entscheidend - jeden Respekt für Fetischisten, die dazu stehen, was sie tun; sie sind cool. Aber für andere: Eine Frau, die eine Hose anzieht, wird akzeptiert, weil es immer noch klar ist, dass sie eine Frau ist. Wenn sie ihr Aussehen so sehr ändert, dass man in Zweifel ist oder erst später entdeckt, dass sie eine Frau ist, wird schräg angeschaut - zumindest von vielen Menschen. So was hat es mit der Sache zu tun, ob "die Gesellschaft" Männer in Röcken akzeptiert oder nicht? Wenn sie das tun würden, und den Rock als Männerkleidung sehen, wäre die Markierung der Geschlechter einfach wo anders.

@wollen wirklich etliche der schreibenden hier im forum lieber eine frau sein? warum? es macht keinen unterschied, ob ich mann oder frau bin.

Sagt wer? Wenn du das wirklich glaubst, dann mach doch folgendes Experiment: Sprich dich mit einer Kollegin ab. Schmück dein Schreibtisch mit irgendeinem süßen kleinen Kuscheltier. Notiere die Reaktionen anderer darauf. Lass die Kollegin vorbeischauen, mit einem Gefühlsaucbruch es entdecken, - "ist der süüüüß" - und dabei auch beobachten, wie andere das aufnehmen. Das gleiche dann wiederholen in ihrem Büro, das Kuscheltier auf ihrem Tisch. Du kommst also vorbei und begeistert kreischend - "ist der süüüüß".
Während des ganzen Prozesses dokumentierst du - evtl. auf Video - wer die meiste Aufmerksamkeit auf sich Zieht und wie.

Dann kannst du hinteher weiter behaupten, es mache keinen Unterschied ..., wenn du willst.
johanna-moritz
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Re: Die Liebe zum Rock und anderen Dingen

Post 3 im Thema

Beitrag von johanna-moritz »

Sagen wir mal , es sollte keinen Unterschied geben
es ist sogar vom Gestzgeber verboten einen Unterschied
zumachen siehe hier

Das deutsche Grundgesetz:

Artikel 3
[Gleichheit vor dem Gesetz;
Gleichberechtigung von Männern und Frauen;
Diskriminierungsverbote]
1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt.

>>> Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung
der Gleichberechtigung von Frauen und Männern
und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. *

( Kann man drüber streiten !

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes,
seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache,
seiner Heimat und Herkunft,
seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen
benachteiligt oder bevorzugt werden.
Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Also darf mir niemand vorschreiben welch Stoffe und Stile
( Feminin / Maskolin ) ich in meiner Freizeit trage

Im Beruf darf der Chef Vorgaben machen .
Meine Biografhie --- http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3/viewtopic.php?f=79&t=6564

Es ist nicht leicht eine Frau zu sein. Aber ich bin dankbar,so leben zukönnen .

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.
Astrid
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Re: Die Liebe zum Rock und anderen Dingen

Post 4 im Thema

Beitrag von Astrid »

Lina hat geschrieben: ...
Dann kannst du hinteher weiter behaupten, es mache keinen Unterschied ..., wenn du willst.
Ich sage es mal so: Es sollte keinen Unterschied machen. Denn was Frauen können/dürfen, können/dürfen Männer auch; und umgekehrt (siehe Grundgesetz).

Es macht aber leider einen Unterschied, da hat Lina m.E. wohl recht.
Aber das Problem ist hier nicht das Geschlecht an sich, sondern eher die Erwartungen, die allgemein an das Verhalten und die Kleidung eines Menschen mit dem jeweiligen Geschlecht gestellt werden.
Und treten Abweichungen von dem üblicherweise Erwarteten auf, kommt es in bestem Fall zu Verblüffung, im schlechtesten Fall zu Ablehnung.
Nichtakzeptanz und Ablehnung ist jedoch eher als Überforderung der betr. Person mit der jeweiligen Situation zu sehen.
Denn mal ganz ehrlich: Was haben objektiv die Geschlechtsmerkmale einer Person damit zu tun, ob sie gerne einen Rock trägt, oder Kuscheltiere so süß findet, mal so als Beispiel.
Meiner Meinung nach garnichts.

Problem sind wie gesagt, die Erwartungen, die an die Geschlechter gestellt werden. Und die Erwartungen ändern sich nur mit der Gewohnheit. Und daher stimme ich denen zu, die zu mehr Sichtbarkeit und Ausdruck der tatsächlich gefühlten Persönlichkeit auffordern.

Liebe Grüße - Astrid
Anne-Mette
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Re: Die Liebe zum Rock und anderen Dingen

Post 5 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
die allgemein an das Verhalten und die Kleidung eines Menschen mit dem jeweiligen Geschlecht gestellt werden.
Das wird auch mit ein Grund dafür sein, dass das mehrjährige "Nichtrasieren" einer Frau für Empörung gesorgt hat (obwohl es niemanden etwas angeht...)

Gruß
Anne-Mette
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Re: Die Liebe zum Rock und anderen Dingen

Post 6 im Thema

Beitrag von Astrid »

Das Beispiel zeigt doch gut, wie absurd es zugehen kann, wenn es um das Thema Geschlechter und die Erwartungen an Verhalten und Erscheinung eben dieser geht.

Und das schlimme daran ist: Wir sind alle irgendwie Teil dieses ganzen Wahnsinns. Die einen mehr, die anderen weniger.
Daß sich irgendwann diese Denkmuster komplett auflösen, ist wohl leider reine Utopie. Manche Leute haben freilich auch gar kein Interesse daran; teilweise wohl auch, weil sie immer Möglichkeiten der Abgrenzung benötigen.
Ich habe fast schon den (subjektiven) Eindruck, daß sich dieser Trend hin zur Abgrenzung noch verstärkt.
Eigentlich schade, da es andersrum nur ein Zugewinn an Freiheit bedeuten würde. Für alle.

Liebe Grüße - Astrid
johanna-moritz
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Re: Die Liebe zum Rock und anderen Dingen

Post 7 im Thema

Beitrag von johanna-moritz »

Was jetzt kommt werden viele von euch nicht glauben deswegen
schleppe ich dies Beispiel schon einige Jahre mit mir rum .
Ein mr bekanntes Ehepaar :
Sie geht an seinen Kleiderschrank schnappt sich sein mass geschneidertes
Hemd , die ebenfalls mass geschneiderte Weste und eine Seidenkrawatte .
Zieht dies an und geht mit ihren Freundinen in die Disco .
Er ist sauer , trinkt sich einen an , geht dann an ihren Schrank und zieht
ein Nachthemd von ihr an . Ich muss dazu sagen erträgt sonst Herrennachthemd
Schläft auf dem Sofa ein ( der Alkohol ) .
Als seine Frau nach Hause kommt gibt es einen riesen Krach und Ehekrise .
Ob er Pervers währe

:((a
Meine Biografhie --- http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3/viewtopic.php?f=79&t=6564

Es ist nicht leicht eine Frau zu sein. Aber ich bin dankbar,so leben zukönnen .

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.
martina

Re: Die Liebe zum Rock und anderen Dingen

Post 8 im Thema

Beitrag von martina »

@lina
Lina hat geschrieben:Du erwähnst so gut wie ausschließlich nur die Kleidung, als wäre das entscheidend. Gut, für ein Fetischist
lassen wir doch bitte mal so ein schubladendenken aussen vor.
Lina hat geschrieben:Eine Frau, die eine Hose anzieht, wird akzeptiert, weil es immer noch klar ist, dass sie eine Frau ist.
meine rede ... genauso kann man ja als mann, der einen rock anzieht, akzeptiert werden, weil noch immer klar ist, dass man ein mann ist.
Lina hat geschrieben:@wollen wirklich etliche der schreibenden hier im forum lieber eine frau sein? warum? es macht keinen unterschied, ob ich mann oder frau bin.
Sagt wer?
na, ich denke mal,das habe ich gesagt. vielleicht nochmal ganz speziell: es macht keinen unterschied, ob ich mann oder frau bin.
Lina hat geschrieben:Wenn du das wirklich glaubst, dann mach doch folgendes Experiment: Sprich dich mit einer Kollegin ab. Schmück dein Schreibtisch mit irgendeinem süßen kleinen Kuscheltier. Notiere die Reaktionen anderer darauf. Lass die Kollegin vorbeischauen, mit einem Gefühlsaucbruch es entdecken, - "ist der süüüüß" - und dabei auch beobachten, wie andere das aufnehmen. Das gleiche dann wiederholen in ihrem Büro, das Kuscheltier auf ihrem Tisch. Du kommst also vorbei und begeistert kreischend - "ist der süüüüß".
willst du jetzt damit sagen, dass du dich gern ganz als frau stylst, um dann auch einen gefühlsausbruch haben zu dürfen? um auch sagen zu dürfen, dass irgendwas "süss" ist?

sorry, wenn ich dich da enttäusche. ich hab übrigens auch mal diese vorurteilsbehaftete einstellung vertreten. bei dergleichen tests reagieren zehn von hundert frauen auf die von dir beschriebene weise. alle anderen nicht. aber egal wie ... ich bin gegen jeden form von pauschalisierungen. es gibt nicht nur schwarz und weiss, sondern tausende von graustufen. es gibt nicht die frau an sich. oder würdest du gern als mann an sich herhalten wollen?
Lina hat geschrieben:Dann kannst du hinteher weiter behaupten, es mache keinen Unterschied ..., wenn du willst.
ich behaupte es nach wie vor. der charakter hat eine größere spannweite als das geschlecht. gerade die mediendarstellung vermeintlicher wissenschaftlicher untersuchungen drücken sich oft so aus, dass frauen die eigenschaft X, männer die eigenschaft Y haben. dabei wird immer pauschalisiert. es mag sein, dass frauen überwiegend die eigenschaft X haben, es gibt auch solche mit Y, umgekehrt gibt es männer, die nicht nur die eigenschaft Y, sondern auch X haben.

wie war das mit den frauen und schuhtick? so wie es rüber gebracht wurde, haben ALLE frauen einen schuhtick. tatsächlich sind es 28%, also drei viertel haben keinen schuhtick. im übrigen gibt es auch männer mit einem solchen schuhtick.

@astrid
Astrid hat geschrieben: Ich habe fast schon den (subjektiven) Eindruck, daß sich dieser Trend hin zur Abgrenzung noch verstärkt.
Eigentlich schade, da es andersrum nur ein Zugewinn an Freiheit bedeuten würde. Für alle.
gerade irgendwelche pseudowissenschaftlichen untersuchungen, die dann in den medien hochgepuscht werden, erwecken in mir auch immer wieder den eindruck, dass eine abgrenzung noch verstärkt werden soll. pseudowissenschaftlich, insofern seltenst differenziert, sondern meistens pauschalisiert wird.

@johanna-moritz
johanna-moritz hat geschrieben:Also darf mir niemand vorschreiben welch Stoffe und Stile
( Feminin / Maskolin ) ich in meiner Freizeit trage
das eine ist das gesetz? das andere: ist es wirklich so? und wenn es nicht so ist, was willst du tun? klagen und verklagen? wir sind ja ein rechtsstaat.

@astrid
Astrid hat geschrieben:Und das schlimme daran ist: Wir sind alle irgendwie Teil dieses ganzen Wahnsinns. Die einen mehr, die anderen weniger.
Daß sich irgendwann diese Denkmuster komplett auflösen, ist wohl leider reine Utopie.
ist das nicht zu pessimistisch gedacht? frauen waren auch mal auf verhaltensmuster festgelegt: rock oder kleid, keine schulbildung, später heiraten, kinder kriegen, hausfrau spielen. die welt sieht heute komplett anders aus.
Astrid hat geschrieben:Eigentlich schade, da es andersrum nur ein Zugewinn an Freiheit bedeuten würde. Für alle.
dann müssen wir uns selbst die freiheit nehmen, das gesetz legitimisiert uns dazu. aber nicht indem wir uns nach aussen als frau verkleiden, sondern erkennbar mann bleiben und mehr möglichkeiten für uns ausschöpfen.

@nb-sabine
NB-Sabine hat geschrieben:In den allermeisten Lebenslagen spielt das Geschlecht eigentlich keine Rolle!
du beschreibst genau das, was ich meine, wenn ich sage, es gibt keinen unterschied, ob ich mann oder frau bin. der unterschied steht im personalausweis, männlich oder weiblich, frauen haben eine menstruation, frauen können kinder kriegen, frauen müssen im sitzen pinkeln und sich bei veranstaltungen oft in einer langen schlange einreihen. der fettgehalt des körpers liegt bei frauen bei fast 40%, bei männern etwa bei 20%. damit sind die wirklichen unterschiede festgestellt, alles andere spielt keine rolle.


letzten endes ist aber ein wesentlicher bestandteil meines textes noch nicht aufgegriffen worden. wenn männer (als solche seit der geburtsurkunde amtlich festgestellt) ihre möglichkeiten erweitern und vergrößern wollen, wenn sie röcke tragen wollen, wenn sie sagen wollen,sie finden etwas süss - warum bleiben sie dabei nicht oft sie selbst, warum bleiben sie nicht in ihrer amtlichen rolle als mann, sondern verkleiden sich als frau, lügen sich selbst was in die tasche und wollen ihre umwelt damit täuschen? ich selbst wollte ja auch vor jahren noch als frau auftreten. aber warum eigentlich? heute nehme ich mir als mann das recht, meine möglichkeiten zu erweitern. und ich fühle mich damit selbstbewusster und ausgeglichener.

liebe grüße
martina
Lina
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Re: Die Liebe zum Rock und anderen Dingen

Post 9 im Thema

Beitrag von Lina »

@willst du jetzt damit sagen, dass du dich gern ganz als frau stylst, um dann auch einen gefühlsausbruch haben zu dürfen? um auch sagen zu dürfen, dass irgendwas "süss" ist?
Nein, ich habe gesagt, du sollst es ausprobieren, wenn du meinst, dass das gleiche Verhalten auch gleich bewertet wird, je nachdem ob es um eine Frau oder um einen Mann handelt.

Ich will damit sagen (zum x-ten Mal wiederholen übrigens), dass es bestimmte Verhaltensweisen gibt, die nahezu neutral sind, und es gibt bestimmte Verhaltensweisen, die zu einer bestimmten sozialen Rolle gehören - darunter auch die gender-spezifischen Verhaltensweisen. Die funktionieren nur wenn das Aussehen mit dem Verhalten übereinstimmt. Sonst wird es nicht beachtet, evtl. missachtet oder missverstanden. Es macht definitiv einen Unterschied, ob ich ein Klownskostum trage oder einen dunklen Anzug, wenn ich die Bilanz einer Firma darstellen oder einen Haufen Kinder unterhalten will.

Alle sozialen Funktionen die man erfüllt ist eine Art Rollenspiel, wo man einen Teil von sich in einer bestimmten Weise zeigt. Ich denke das Angenehmste für alle - das wo sie sagen sie seien sich "selbst" - ist die Rolle, wo man sich am entspanntesten fühlt und die die meiste Freunde bereitet. Bei den meisten Leuten gehört eine direkte Interaktion mit menschen dazu. Ich postuliere, dass es bei vielen, genau so wie bei mir, dass viele der eigenen Verhaltensweisen besser zur weiblichen Rolle passen, und daher auch besser verstanden und positiver bewertet werden, wenn das Aussehen dazu passt.

Es hat also nichts damit zu tun, ob Frauen nun Röcke tragen oder nicht oder ob die Kleidung der beiden Genders völlig gleich wäre. Wenn so würde man einen anderen weg finden, sich zu unterscheiden. Also ist es ja eigentlich gut, dass die Kleidung und das Styling so polarisiert ist, denn damit hat man mehr Möglichkeiten die un-natürliche Merkmale zu seinem Vorteil zu nutzen.

Wenn du immer noch glaubst, es seinen nur die polarisierte Mediendarstellung, die an den großen Unterschieden daran Schuld wäre, dann führe doch mal dieses Experiment aus: Wenn du das nächste mal einen netten Fernsehabend zusammen mit den Jungs hast, sei es Bruce Willis Filme oder Sportfernsehen gucken, dann täusche erst mal vor, dass es dir da auf der Couch ein bisschen kalt geworden ist. Dann nimmst du dir die kuscheligste Decke die du finden kannst, fragst deinen Freund, ob es ihm nicht auch kalt ist und er mit darunter will. Bitte berichte dann darüber, wie er reagiert hat.

Ich persönlich finde es schön, dass Frauen - zumindest gute Freundinnen - das einfach tun. Wenn Männer das auch tun würden, wäre es auch schön, aber ich habe echt keine Lust darauf zu warten. Ich lebe jetzt.
Zuletzt geändert von Lina am Di 20. Okt 2015, 02:15, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Die Liebe zum Rock und anderen Dingen

Post 10 im Thema

Beitrag von johanna-moritz »

Ein zwei Jahre alter Bericht aus Österreich über ein
Vorkommniss in Schweden

Zitat
Lokführer in Schweden traten Dienst im Rock an

Einen ungewohnten Anblick haben die Lokführer der Vorortzüge der schwedischen Hauptstadt Stockholm gestern geboten: Viele Männer traten ihren Dienst im Rock an.

Damit wollten sie gegen das Verbot von Shorts trotz der großen Hitze in der schwedischen Hauptstadt protestieren, verlautete vom Bahnunternehmen Arriva. Rund 15 Maschinisten und Mitarbeiter der Linie Roslagsbanan hätten sich an dem Protest beteiligt, während es bis zu 35 Grad heiß wurde.

Ein Unternehmenssprecher verteidigte die Kleidervorschriften. Diese sähen eine "korrekte und angemessene" Bekleidung vor, sagte Tomas Hedenius. "Und das bedeutet, dass man als Mann Hosen trägt und als Frau einen Rock, aber auf keinen Fall Shorts." Wenn aber ein Mann lieber Frauenkleidung tragen wolle, etwa einen Rock, "dann ist das okay", meinte der Sprecher. Bis zum Herbst sollten die Kleidervorschriften dennoch überprüft werden. Schließlich müsse die Uniform "angenehm" zu tragen sein.

Publiziert am 09.06.2013 gefunden bei ORF.at

:)p
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Re: Die Liebe zum Rock und anderen Dingen

Post 11 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

das war auch bei uns Thema: http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 716#p71716

Gruß
Anne-Mette
johanna-moritz
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Re: Die Liebe zum Rock und anderen Dingen

Post 12 im Thema

Beitrag von johanna-moritz »

Und dann noch das hier

Connys Männer-Rock Seite
Männer tragen wieder Röcke

Tolle Bilder und noch bessere Sprüche

http://www.connys-maennerrock-seite.de/

(ap) (ap) (ap) (ap) (ap) (ap)
Meine Biografhie --- http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3/viewtopic.php?f=79&t=6564

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Re: Die Liebe zum Rock und anderen Dingen

Post 13 im Thema

Beitrag von Amadé »

Hallo Martina,

Du gibst mir mit Deinem langen Beitrag gute Denkanstöße, teils finde ich Deine Fromulierungen auch provozierend. Sicherlich sind es Deine eigenen Gedanken und Erfahrungen, aber Du verallgemeinerst sie.

Zu mir: Vor einigen Jahren hatte ich eine Flecktarnhose. Ich mochte sie, weil sie sehr bequem saß und prima strapazierfähig war. Noch heute, Jahre später, werde ich darauf angesprochen, dass diese Hose in ihrer Art unmöglich zu mir passte. Jetzt habe ich eine Satinhose. Die sitzt auch bequem und sieht bei mir außerdem noch gut aus. Es ist eine Herrenhose, die wenig maskulin wirkt. Wenn ich z.B. damit unrasiert auftrete, entsteht ein seltsamer - irritierender - Kontrast. Wenn ich dazu das Gesicht glatt rasiere und leicht schminke, ergibt es insgesamt einen weiblichen Eindruck.

Nun schreibst Du:
martina hat geschrieben:nicht in ihrer amtlichen rolle als mann, sondern verkleiden sich als frau, lügen sich selbst was in die tasche und wollen ihre umwelt damit täuschen
Welche Instanz gibt es, die mir meine (Gender-)Rolle amtlich bescheinigt? Lüge ich mich selbst an, wenn ich die "amtliche" Rollenzuschreibung in Frage stelle? Täusche ich meine Umwelt eher, wenn ich eine martialisch wirkende Flecktarnhose trage oder wenn ich durch Make-up die weichen Züge in meinem Gesicht hervorhebe? Bin ich verkleidet, wenn ich mein Inneres im Äußeren deutlich werden lasse?

LG Amadé
Amadé
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Re: Die Liebe zum Rock und anderen Dingen

Post 14 im Thema

Beitrag von Amadé »

Kornelia hat geschrieben: Gibt es! -> dein Geburtsstandesamt!
Stimmt nicht, dort ist ein Geschlecht eingetragen, aber keine Rolle.

LG Amadé
Lina
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Re: Die Liebe zum Rock und anderen Dingen

Post 15 im Thema

Beitrag von Lina »

Im Privatleben ist die rechtliche bestimmung des Geschlechtes wiederum irrelevant - also, was ist wichtiger? Kommt sicherlich auf die einzelne Person an.
Ich denke nur, was würde es mir nützen, wenn ich rechtlich in allen Aspekten als Frau gesehen würde, am Arbeitsplatz auch, aber Freunde und Freundinnen - auch unbekannte Personen, mit denen ich interagiere - mich als "der da der immer ein Fummel trägt" betrachten würden. Was hätte ich dann von einer behördlichen Geschlechtsänderung?
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