Das Zwei-Geschlechter-System als Menschenrechtsverletzung
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Anne-Mette
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Marielle
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Re: Das Zwei-Geschlechter-System als Menschenrechtsverletzung
Hallo zusammen, Hallo Anne-Mette,
besten Dank für den Link zu dem Artikel.
Zitat aus dem Buchtext (nicht vom Rezensenten H.J. Voss): Solange die gesellschaftlichen und kulturellen Strukturen unterstellen, dass Heterosexualität und ein binäres Geschlechtersystem Normalität und Gesundheit bedeuten, solange wird diese Gesellschaft normieren. Die Naturwissenschaften spielen hier eine wichtige Rolle. Die immer differenziertere Beforschung der "šAbweichungen"˜ führt meiner Meinung nach nicht zu einem größeren Verständnis und Akzeptanz, sondern zu sogenannter "šHeilung"˜, die Assimilierung bedeutet, oder auch zur pränatalen "Vermeidung". Allein aus diesem Grund wäre eine gemeinsame Politik — zumindest an diesen Schnittstellen — von Homo/Queer/Trans/lnter und weiteren marginalisierten Gruppen wünschenswert und notwendig." (S. 114f)
In dem Absatz steckt soviel Anregung zum rückschlüssigen Denken, dass man gar nichts weiter schreiben muss. Ausser vielleicht nochmal auf den Unterschied zwischen einer Eigen-Identifikation und der Zuschreibung einer Identifikation aufmerksam zu machen.
Habt es gut
Marielle
besten Dank für den Link zu dem Artikel.
Zitat aus dem Buchtext (nicht vom Rezensenten H.J. Voss): Solange die gesellschaftlichen und kulturellen Strukturen unterstellen, dass Heterosexualität und ein binäres Geschlechtersystem Normalität und Gesundheit bedeuten, solange wird diese Gesellschaft normieren. Die Naturwissenschaften spielen hier eine wichtige Rolle. Die immer differenziertere Beforschung der "šAbweichungen"˜ führt meiner Meinung nach nicht zu einem größeren Verständnis und Akzeptanz, sondern zu sogenannter "šHeilung"˜, die Assimilierung bedeutet, oder auch zur pränatalen "Vermeidung". Allein aus diesem Grund wäre eine gemeinsame Politik — zumindest an diesen Schnittstellen — von Homo/Queer/Trans/lnter und weiteren marginalisierten Gruppen wünschenswert und notwendig." (S. 114f)
In dem Absatz steckt soviel Anregung zum rückschlüssigen Denken, dass man gar nichts weiter schreiben muss. Ausser vielleicht nochmal auf den Unterschied zwischen einer Eigen-Identifikation und der Zuschreibung einer Identifikation aufmerksam zu machen.
Habt es gut
Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Das Zwei-Geschlechter-System als Menschenrechtsverletzung
Ich denke auch, dass das Buch eine überaus wichtige und längst überfällige Diskussion in der Öffentlichkeit anregt. Es wird aber wahrscheinlich noch eine Weile dauern und viel Mühe bereiten, bis sich wirklich in den Köpfen etwas ändert. Aber ich finde, es lohnt sich. Für uns und für diejenigen, die nach uns kommen. Und auch die Gesellschaft wird davon profitieren, wenn sie alte Zöpfe, nicht nur im T*-Bereich abschneidet.
Mit dem Begriff "Abschaffung des Zwei-Geschlechter-Systems" habe ich meine Probleme. Brauchen wir wirklich ein "x-tes-Geschlecht" ? Bewegen wir uns nicht zwischen den Polen zweier Geschlechter ? Muss ich mich für immer einem Geschlecht zuweisen oder bewege ich mich nicht fließend mit der Zeit ? Habe ich nicht von beidem etwas, was sich sogar darin äußert, dass das körperliche Geschlecht bei allen Menschen anfangs gar nicht feststeht ?
Meiner Meinung nach reichen uns zwei Geschlechter, wenn wir den Raum dazwischen als "fließend" beschreiben. Das wäre dann das "X" im Pass. In letzter Konsequenz wäre es die Abschaffung des Geschlechts im Verwaltungsdenken. Wäre das nicht wünschenswert ?
Mit dem Begriff "Abschaffung des Zwei-Geschlechter-Systems" habe ich meine Probleme. Brauchen wir wirklich ein "x-tes-Geschlecht" ? Bewegen wir uns nicht zwischen den Polen zweier Geschlechter ? Muss ich mich für immer einem Geschlecht zuweisen oder bewege ich mich nicht fließend mit der Zeit ? Habe ich nicht von beidem etwas, was sich sogar darin äußert, dass das körperliche Geschlecht bei allen Menschen anfangs gar nicht feststeht ?
Meiner Meinung nach reichen uns zwei Geschlechter, wenn wir den Raum dazwischen als "fließend" beschreiben. Das wäre dann das "X" im Pass. In letzter Konsequenz wäre es die Abschaffung des Geschlechts im Verwaltungsdenken. Wäre das nicht wünschenswert ?
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
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Anne-Mette
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Re: Das Zwei-Geschlechter-System als Menschenrechtsverletzung
Moin,
Die Einteilung in zwei Geschlechter - verbunden mit einigen "Hilfskonstruktionen" bringt eigentlich nur Probleme.
Das soll der Einzelperson natürlich nicht nehmen, für sich FRAU oder HERR oder... in Anspruch zu nehmen.
Gruß
Anne-Mette
Wozu benötigen wir überhaupt eine bindende Einteilung, die uns vorgeschrieben ist/wird?Brauchen wir wirklich ein "x-tes-Geschlecht"
Die Einteilung in zwei Geschlechter - verbunden mit einigen "Hilfskonstruktionen" bringt eigentlich nur Probleme.
Das soll der Einzelperson natürlich nicht nehmen, für sich FRAU oder HERR oder... in Anspruch zu nehmen.
Gruß
Anne-Mette
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Das Zwei-Geschlechter-System als Menschenrechtsverletzung
Kann ich so nicht sehen. Es geht mir nicht um einen Schalter m oder f, sondern um eine Art stufenlosen Regler.
Letztlich fordert doch nur das Verwaltungsdenken eine Eingruppierung. Ohne dies wäre es doch viel einfacher, wenn man kein definitives Kreuzchen machen müsste.
Letztlich fordert doch nur das Verwaltungsdenken eine Eingruppierung. Ohne dies wäre es doch viel einfacher, wenn man kein definitives Kreuzchen machen müsste.
Viele Grüße
Vicky
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Nicoletta
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Re: Das Zwei-Geschlechter-System als Menschenrechtsverletzung
Das Thema beschäftigt mich schon länger, aber jetzt muss ich doch einmal heraus damit, auch wenn ich allgemein dafür getadelt werden werde. Schießen wir nicht etwas über das Ziel hinaus, wenn wir Verfechter des binären Weltsystems kritisieren? Meiner Meinung nach haben jene recht, die sich oft gegen uns stellen. Die uns bekannte Welt ist binär, angefangen von elektrischen Ladungen, die eben nur positiv oder negativ sein können und nicht irgendwo dazwischen. Wir alle haben zwei Augen, zwei Ohren, zwei Beine, unterscheiden zwischen oben und unten, rechts und links, hell und dunkel. Alle mir bekannten Sprachen bilden solche Oppositionen. Es ist ein Kampf gegen Windmühlenflügel, an diesem Naturgesetz etwas ändern zu wollen. Ich beanspruche daher für mich auch nicht, eine der tausende von weiteren möglichen Spielarten im Schöpfungswillen Gottes zu sein, ich sehe mich durchaus als "Unfall". So wie Menschen mit körperlichen Gebrechen geboren werden, so kann es auch zu "Unfällen" kommen, die uns zum Ergebnis haben. Ich glaube nicht, dass es notwendig ist, einen Kampf darum zu führen, dass wir ebenso normal anerkannt werden wie alle übrigen Menschen. Wir sind es nicht. Aber so wie Menschen mit anderen Normabweichungen zu Recht die Anerkennung als vollwertige Menschen einfordern, so auch wir. Jener Gott, der es zulässt, dass Menschen blind geboren werden oder ohne Gliedmaßen, der hat auch uns zugelassen und uns die Möglichkeit eröffnet, Erfahrungen zu machen, die den Normalmenschen versagt bleiben. Dafür sollen wir dankbar sein. Unser Anderssein ist eine Chance, kein Verhängnis, insofern durchaus positiv zu sehen, aber wir wollen uns doch bitte nicht anmaßen, jetzt alle Welt nach unserer Elle zu messen.
Nur ein Gedanke zur Nachtzeit, bitte nicht übelnehmen,
Nicoletta
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Jalana
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Re: Das Zwei-Geschlechter-System als Menschenrechtsverletzung
Liebe Nicoletta,
das "binäre System" hinsichtlich Armen, Beinen, Augen und Ohren existiert bei uns Menschen, da gebe ich Dir vollkommen recht. Bei den anderen Punkten möchte ich Dir allerdings widersprechen: Es gibt m.E. kein absolutes oben und unten, rechts und links. Du kannst entweder den Kopf bzw. Körper zu einer Seite weiterdrehen oder einen Purzelbaum machen und landest irgendwann wieder auf genau der gleichen Stelle. Somit hast Du eine Kreisbewegung vollzogen. Ein Kreis besteht — zumindest mathematisch - aus unendlich vielen Punkten, die alle vom Mittelpunkt einen festen Abstand haben. Bei hell und dunkel mag es "absolute" Grenzen geben — bin keine Physikerin — allerdings sehe ich dazwischen noch sehr viele Nuancen. Soweit zum binären System.
Als bekennende Atheistin möchte ich nicht einen Gott für den einen oder anderen "Unfall" verantwortlich machen. Bei einem mir nahestehenden Menschen hat möglicherweise die weitere Einnahme der — früher höherdosierten - Antibabypille während der zunächst unerkannten Schwangerschaft zur Transsexualität geführt.
Mit Widerspruch aber ohne Übelnahme
LG
Jalana
das "binäre System" hinsichtlich Armen, Beinen, Augen und Ohren existiert bei uns Menschen, da gebe ich Dir vollkommen recht. Bei den anderen Punkten möchte ich Dir allerdings widersprechen: Es gibt m.E. kein absolutes oben und unten, rechts und links. Du kannst entweder den Kopf bzw. Körper zu einer Seite weiterdrehen oder einen Purzelbaum machen und landest irgendwann wieder auf genau der gleichen Stelle. Somit hast Du eine Kreisbewegung vollzogen. Ein Kreis besteht — zumindest mathematisch - aus unendlich vielen Punkten, die alle vom Mittelpunkt einen festen Abstand haben. Bei hell und dunkel mag es "absolute" Grenzen geben — bin keine Physikerin — allerdings sehe ich dazwischen noch sehr viele Nuancen. Soweit zum binären System.
Als bekennende Atheistin möchte ich nicht einen Gott für den einen oder anderen "Unfall" verantwortlich machen. Bei einem mir nahestehenden Menschen hat möglicherweise die weitere Einnahme der — früher höherdosierten - Antibabypille während der zunächst unerkannten Schwangerschaft zur Transsexualität geführt.
Mit Widerspruch aber ohne Übelnahme
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Jalana
Leben und leben lassen
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Frida
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Re: Das Zwei-Geschlechter-System als Menschenrechtsverletzung
Hallo,
liebe Nicoletta, es gibt nicht nur das binäre System in unserer Welt. Und unser Körper ist auch nicht nur so ausgelegt, sondern sonst hätten wir zwei Nasen und zwei Münder, wir hätten zwei Herzen und nur zwei Finger. Auf der Erde gäbe es zwei Kontinente und der Mond hätte noch eine Schwester. Wir wären entweder klein oder groß, schlau oder dumm. Wer sagt, dass Behinderungen Unfälle sind, hat nichts begriffen von der Vielfalt der Schöpfung, weil er ausschließt und aussortiert. Dann ist es nicht weit bis zum Ausmerzen.
Es ist auch die Gesellschaft, die das "Andere" in ihrem Versuch Normalität zu leben behindert.
Wer nur binär denkt, schließt die Vielfalt unserer Welt und des Lebens aus. Es gibt eben nie nur das Eine oder das Andere, sondern ganz viel dazwischen....und das ist auch gut so, denn das macht uns reich.
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
Frida
liebe Nicoletta, es gibt nicht nur das binäre System in unserer Welt. Und unser Körper ist auch nicht nur so ausgelegt, sondern sonst hätten wir zwei Nasen und zwei Münder, wir hätten zwei Herzen und nur zwei Finger. Auf der Erde gäbe es zwei Kontinente und der Mond hätte noch eine Schwester. Wir wären entweder klein oder groß, schlau oder dumm. Wer sagt, dass Behinderungen Unfälle sind, hat nichts begriffen von der Vielfalt der Schöpfung, weil er ausschließt und aussortiert. Dann ist es nicht weit bis zum Ausmerzen.
Es ist auch die Gesellschaft, die das "Andere" in ihrem Versuch Normalität zu leben behindert.
Wer nur binär denkt, schließt die Vielfalt unserer Welt und des Lebens aus. Es gibt eben nie nur das Eine oder das Andere, sondern ganz viel dazwischen....und das ist auch gut so, denn das macht uns reich.
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
Frida
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lilijana
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Re: Das Zwei-Geschlechter-System als Menschenrechtsverletzung
Guten Morgen,
das zwei Geschlechtersystem ist doch nur eine gesellschaftliche Norm in der alle gleichgesetzt werden, was das biologische Geschlecht, Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung anbelangt. Dieses gleichsetzen funktioniert in unserer Gesellschaft nicht mehr, da alle Menschen einzigartig und einmalig sind was ihre Geschlechtsidentität, Lebensweise, etc... anbelangt.
Im Gegensatz zu Gesetzen, die Menschen erlassen, sorgen Naturgesetze selbst für ihre Einhaltung.
Wir können dieses binäre System der Natur nicht verändern, aber wir können das binäre System in unserer Gesellschaft ändern.
"Das was passiert, ist das Einzige was passieren konnte". Nichts, aber absolut nichts von dem, was uns geschieht, hätte anders sein können. Nicht einmal das unbedeutendste Detail. Es gibt einfach kein: "Wenn ich das anders gemacht hätte"¦, dann wäre es anders gekommen"¦" Nein, das was passiert, ist das Einzige, was passieren konnte und musste passieren, damit wir unsere Lektionen lernen, um vorwärts zu kommen. Alle, ja jede einzelne der Situationen, die uns im Leben widerfahren, sind absolut perfekt, auch wenn unser Verstand unser Ego sich widersetzen und es nicht akzeptieren wollen.
Allen noch ein schönes/sonniges Wochenende
Lilijana
das zwei Geschlechtersystem ist doch nur eine gesellschaftliche Norm in der alle gleichgesetzt werden, was das biologische Geschlecht, Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung anbelangt. Dieses gleichsetzen funktioniert in unserer Gesellschaft nicht mehr, da alle Menschen einzigartig und einmalig sind was ihre Geschlechtsidentität, Lebensweise, etc... anbelangt.
Nuturgesetze können nicht von Menschen geändert werden, daher zitiere ich an dieser Stelle Dr. Achim Reichert (*1941) PhysikerNicoletta hat geschrieben:...Die uns bekannte Welt ist binär, angefangen von elektrischen Ladungen, die eben nur positiv oder negativ sein können und nicht irgendwo dazwischen. Wir alle haben zwei Augen, zwei Ohren, zwei Beine, unterscheiden zwischen oben und unten, rechts und links, hell und dunkel. Alle mir bekannten Sprachen bilden solche Oppositionen. Es ist ein Kampf gegen Windmühlenflügel, an diesem Naturgesetz etwas ändern zu wollen. ...
Im Gegensatz zu Gesetzen, die Menschen erlassen, sorgen Naturgesetze selbst für ihre Einhaltung.
Wir können dieses binäre System der Natur nicht verändern, aber wir können das binäre System in unserer Gesellschaft ändern.
Hier von Unfällen zu sprechen finde ich sehr gewagt. Es gibt keine Unfälle, es kommt alles so wie es kommen soll. Das zweite indianische Gesetz der Spiritualität besagt:Nicoletta hat geschrieben:Ich beanspruche daher für mich auch nicht, eine der tausende von weiteren möglichen Spielarten im Schöpfungswillen Gottes zu sein, ich sehe mich durchaus als "Unfall". So wie Menschen mit körperlichen Gebrechen geboren werden, so kann es auch zu "Unfällen" kommen, die uns zum Ergebnis haben.
"Das was passiert, ist das Einzige was passieren konnte". Nichts, aber absolut nichts von dem, was uns geschieht, hätte anders sein können. Nicht einmal das unbedeutendste Detail. Es gibt einfach kein: "Wenn ich das anders gemacht hätte"¦, dann wäre es anders gekommen"¦" Nein, das was passiert, ist das Einzige, was passieren konnte und musste passieren, damit wir unsere Lektionen lernen, um vorwärts zu kommen. Alle, ja jede einzelne der Situationen, die uns im Leben widerfahren, sind absolut perfekt, auch wenn unser Verstand unser Ego sich widersetzen und es nicht akzeptieren wollen.
Allen noch ein schönes/sonniges Wochenende
Lilijana
Manche Menschen brauchen lange, bis sie geboren wurden.
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Nicoletta
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Re: Das Zwei-Geschlechter-System als Menschenrechtsverletzung
Hallo,
da muss ich einräumen, dass meine Beispiele teils nicht passen. Zwischen Hell und Dunkel gibt es natürlich Abstufungen, sogar sprachlich, wenn wir von Halbdunkel sprechen. Und mit den Richtungen hätte mir das auch klar sein müssen, schließlich kennt man im Chinesischen fünf Himmelsrichtungen, dabei ist die fünfte die Mitte. Zwei Nasen haben wir auch nicht, aber immerhin (weshalb auch immer) zwei Nasenlöcher, und mancher würde sicher etwas darum geben, eine zweite Leber zu haben. Dennoch ist das Binäre vorherrschend, und zwar nicht nur in der Sprache, sondern in der physischen Realität. Es gibt eben keine Lebewesen auf diesem Planeten mit ein, drei oder fünf Beinen, die Paarigkeit ist schon ein Bauprinzip.
Anstoß habt Ihr an meinem Wort "Unfall" genommen und dabei vielleicht übersehen, dass ich es bewusst in Anführungszeichen gesetzt habe. Von "Unfall" (gerne auch ein anderes Wort dafür) möchte ich sprechen, wenn die ursprüngliche Funktionalität nicht gegeben ist. Augen dienen dazu zu sehen, und wenn das nicht möglich ist, liegt eine Funktionsstörung vor, gleich, was die Ursache sein mag. Genitalien dienen der Reproduktion. Wenn sie dafür nicht taugen oder vom Besitzer dafür nicht verwendet werden, ist das ebenfalls eine Funktionsstörung. Der Hinweis darauf, dass so etwas auch in der außermenschlichen Natur vorkommt, ist kein Gegenbeweis, Kopierfehler des genetischen Codes können immer vorkommen und kommen überall vor. Außerhalb der menschlichen Natur (und teilweise leider auch innerhalb) werden solche Unfälle in der Regel nicht toleriert, werden totgebissen, ausgestoßen, zumindest aber nicht zugelassen zur Reproduktion, ein normaler Korrekturprozess der Natur und sinnvoll für die Arterhaltung.
Soweit die Natur. Die menschlichen Gesellschaften haben Gott sei Dank andere Wege gefunden und sich auch das Potential solcher "Unfälle" oder "Kopierfehler" sogar zunutze gemacht, haben Genderrollen auch für solche Menschen geschaffen oder mit Hilfsmitteln wie Blindenhunden, Prothesen usw. auch solche Menschen mehr oder weniger in die Gesellschaft integriert. Das ist gut und richtig, und da dürfte getrost auch mehr passieren. Nur möchte ich nicht jetzt im Umkehrschluss behaupten, dass solche Abweichungen etwas Normales und gar Vorbildhaftes seien.
Das "zweite indianische Gesetz der Spiritualität", das ich so noch nicht gelesen hatte, gefällt mir, bin aber nicht ganz davon überzeugt, dass es richtig ist. Das ist die alte Menschheitsfrage nach Determiniertheit und freiem Willen. Ich mag mich von der Vorstellung der Existenz eines freien Willens nicht verabschieden. Nach meinem Weltbild, das sich natürlich nicht beweisen lässt, durchlaufen wir etliche oder viele Existenzen, und ich bin überzeugt, dass die Seele selbst die Wahl getroffen hat, wann, wo, unter welchen Umständen sie in die Welt kommen will, nicht, um immer eitel Sonnenschein zu haben, sondern gerade um an der Bewältigung von Aufgaben spirituell zu wachsen. Jedes Leben ist eine Abfolge von Schwierigkeiten, in denen wir uns bewähren können, was voraussetzt, dass wir wiederum die Wahl zwischen verschiedenen Entscheidungen haben. Keine getroffene Wahl ist verkehrt, jede aber zieht eine andere Wirklichkeit nach sich. Sinnvoll ist das Leben nur, wenn ich mich den Aufgaben stelle. Die Flucht in den Suizid ist natürlich auch eine mögliche Wahl, aber dann werde ich in der nächsten Runde diese Aufgabe doch lösen müssen. Das indianische Gesetz ist hilfreich und schützt davor, sich dem "Schicksal" zu widersetzen. Es bedeutet dann eigentlich so etwas Ähnliches wie das daoistische Prinzip des æ— ä¸º wú wÄ›i, das mit "nichts tun" schlecht übersetzt ist, sondern eher ein Sich-den-Dingen-nicht-Widersetzen bezeichnet, ein Im-Einklang-mit-dem-Geschehen-Bleiben.
Noch einen schönen Restsonntag,
Nicoletta
da muss ich einräumen, dass meine Beispiele teils nicht passen. Zwischen Hell und Dunkel gibt es natürlich Abstufungen, sogar sprachlich, wenn wir von Halbdunkel sprechen. Und mit den Richtungen hätte mir das auch klar sein müssen, schließlich kennt man im Chinesischen fünf Himmelsrichtungen, dabei ist die fünfte die Mitte. Zwei Nasen haben wir auch nicht, aber immerhin (weshalb auch immer) zwei Nasenlöcher, und mancher würde sicher etwas darum geben, eine zweite Leber zu haben. Dennoch ist das Binäre vorherrschend, und zwar nicht nur in der Sprache, sondern in der physischen Realität. Es gibt eben keine Lebewesen auf diesem Planeten mit ein, drei oder fünf Beinen, die Paarigkeit ist schon ein Bauprinzip.
Anstoß habt Ihr an meinem Wort "Unfall" genommen und dabei vielleicht übersehen, dass ich es bewusst in Anführungszeichen gesetzt habe. Von "Unfall" (gerne auch ein anderes Wort dafür) möchte ich sprechen, wenn die ursprüngliche Funktionalität nicht gegeben ist. Augen dienen dazu zu sehen, und wenn das nicht möglich ist, liegt eine Funktionsstörung vor, gleich, was die Ursache sein mag. Genitalien dienen der Reproduktion. Wenn sie dafür nicht taugen oder vom Besitzer dafür nicht verwendet werden, ist das ebenfalls eine Funktionsstörung. Der Hinweis darauf, dass so etwas auch in der außermenschlichen Natur vorkommt, ist kein Gegenbeweis, Kopierfehler des genetischen Codes können immer vorkommen und kommen überall vor. Außerhalb der menschlichen Natur (und teilweise leider auch innerhalb) werden solche Unfälle in der Regel nicht toleriert, werden totgebissen, ausgestoßen, zumindest aber nicht zugelassen zur Reproduktion, ein normaler Korrekturprozess der Natur und sinnvoll für die Arterhaltung.
Soweit die Natur. Die menschlichen Gesellschaften haben Gott sei Dank andere Wege gefunden und sich auch das Potential solcher "Unfälle" oder "Kopierfehler" sogar zunutze gemacht, haben Genderrollen auch für solche Menschen geschaffen oder mit Hilfsmitteln wie Blindenhunden, Prothesen usw. auch solche Menschen mehr oder weniger in die Gesellschaft integriert. Das ist gut und richtig, und da dürfte getrost auch mehr passieren. Nur möchte ich nicht jetzt im Umkehrschluss behaupten, dass solche Abweichungen etwas Normales und gar Vorbildhaftes seien.
Das "zweite indianische Gesetz der Spiritualität", das ich so noch nicht gelesen hatte, gefällt mir, bin aber nicht ganz davon überzeugt, dass es richtig ist. Das ist die alte Menschheitsfrage nach Determiniertheit und freiem Willen. Ich mag mich von der Vorstellung der Existenz eines freien Willens nicht verabschieden. Nach meinem Weltbild, das sich natürlich nicht beweisen lässt, durchlaufen wir etliche oder viele Existenzen, und ich bin überzeugt, dass die Seele selbst die Wahl getroffen hat, wann, wo, unter welchen Umständen sie in die Welt kommen will, nicht, um immer eitel Sonnenschein zu haben, sondern gerade um an der Bewältigung von Aufgaben spirituell zu wachsen. Jedes Leben ist eine Abfolge von Schwierigkeiten, in denen wir uns bewähren können, was voraussetzt, dass wir wiederum die Wahl zwischen verschiedenen Entscheidungen haben. Keine getroffene Wahl ist verkehrt, jede aber zieht eine andere Wirklichkeit nach sich. Sinnvoll ist das Leben nur, wenn ich mich den Aufgaben stelle. Die Flucht in den Suizid ist natürlich auch eine mögliche Wahl, aber dann werde ich in der nächsten Runde diese Aufgabe doch lösen müssen. Das indianische Gesetz ist hilfreich und schützt davor, sich dem "Schicksal" zu widersetzen. Es bedeutet dann eigentlich so etwas Ähnliches wie das daoistische Prinzip des æ— ä¸º wú wÄ›i, das mit "nichts tun" schlecht übersetzt ist, sondern eher ein Sich-den-Dingen-nicht-Widersetzen bezeichnet, ein Im-Einklang-mit-dem-Geschehen-Bleiben.
Noch einen schönen Restsonntag,
Nicoletta
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