Sind wir zu unpolitisch, oder haben wir eine falsche Strategie?
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Anne-Mette
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Sind wir zu unpolitisch, oder haben wir eine falsche Strategie?

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

andere Länder "machen uns durchaus etwas vor" (siehe Irland http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 52&t=10596), wenn es um positive Veränderungen für transsexuelle Menschen geht.
Nur hier in Deutschland: es gibt zwar eine wahre Inflation von Gruppen, die sich berufen fühlen, "etwas für die Transsexuellen zu tun"; aber viele kommen nicht einmal über die Definitionsschwelle hinüber.
So sind wir für die politischen Gremien ein Spielball - eher sogar ein Softball vor dem keiner Angst haben muss (smili)
und so sehe ich eher kommen, dass wir "etwas zugebilligt bekommen", weil "die anderen Länder das auch haben" - und das EU-Recht uns hilft...

Gruß
Anne-Mette
Jaqueline
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Re: Sind wir zu unpolitisch, oder haben wir eine falsche Strategie?

Post 2 im Thema

Beitrag von Jaqueline »

Hi Anne-Mette,

da kann ich dir leider nur zustimmen.
In Deutschland ist das Thema LGBTIQ zu sehr zersplittert. Es gibt keine Richtige Dachorganisation.

Ganz liebe Grüsse
Jaqueline
Genieße jeden Tag, als sei es dein letzter :-)

Seit dem 01.01.2024 findet man mich an einer kleinen Klinik in München.

https://www.crossdresser-forum.de/phpBB3/viewtopic.php?p=277174#p277174
Magdalena
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Re: Sind wir zu unpolitisch, oder haben wir eine falsche Strategie?

Post 3 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

ich denke Unpolitisch sind wir nicht. Nur wie schon beschrieben in unseren Auffassungen und Zielen zu unterschiedlich. Einige wollen ihren Weg durchziehen, und dann ein normales bürgerliches Leben führen. Auch finde treten regionale Unterschiede auf. Was in einigen Bundesländern einfacher durchzusetzen ist, wir in anderen behindert. Ich erinnere mich zu Beispiel um die eingtragen Lebenspartnerschaften. Die Durchsetzung war Ländersache und wurde von eingen Parlamenten recht stiefmütterlich umgesetzt um nicht zu sagen gar behindert. Zum anderen habe ich gerade in meinem Urlaub gespürt so angenommen zu werden wie ich bin. Ob beim Buchen und nutzen des Hotels, es spielte keine Rolle ab ich als Mann oder Frau auftrete. Was dann bei Einigen auch dazu führen kann,alles ist doch schön in Ordnung. Was wiederum zu mangeldem Einbringen in den Organisationen führt. Nicht zu vergessen der Zeit- und Kostenfaktor der einzubringen ist.

LG Magdalena
Zuletzt geändert von Magdalena am Mo 20. Jul 2015, 19:34, insgesamt 1-mal geändert.
Lebe jeden Tag.
ExUserIn-2026-04-08
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Re: Sind wir zu unpolitisch, oder haben wir eine falsche Strategie?

Post 4 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Ich stelle die Frage anders herum und ich beziehe mich nur auf TV/CD oder "Teilzeitfrauen", die keine dauerhafte Veränderungen (PÄ,OP,etc.) wollen:

Was wollen wir wirklich erreichen, was noch nicht erreicht ist ?

Ich glaube, es ist wichtig, dass diese Frage klar beantwortet ist. Ich denke, dann wird sich schnell zeigen, dass LGBTIQxxx nicht wirklich unsere eigenen Probleme auch nur im Ansatz beseitigt. Ich behaupte einmal provokativ, dass wir im Großen und Ganzen doch leben können, wie wir wollen. Wir können zuhause und in der Öffentlichkeit transen, wir können die Kleidung kaufen, die wir wollen und wir können uns so benehmen, wie wir wollen. Was wollen wir also auf der politischen Bühne mit unserem Anliegen ? Erst wenn wir diese benennen können, kann man von politischer Arbeit reden.

Wir können Solidarität zeigen mit all den Gruppierungen, von denen wir glauben, dass sie uns nahe stehen. Wir können uns einsetzen, dass sich rechtlich und vielleicht auch in den Köpfen etwas ändert und für unsere Situation nebenbei Erleichterungen verschaffen. Aber dafür muss ich nicht TV sein. Das kann ich auch als Bürger sein, der seine Mitmenschen ernst nimmt.

Ich gehe noch einen Schritt weiter, und vermute, dass es vielen gar nicht so recht wäre, wenn es Erleichterungen gäbe, weil es dann weniger Gründe gäbe, nicht an die Öffentlichkeit zu gehen. Ich denke, im Wesentlichen brauchen wir das Selbstbewussstsein zu uns zu stehen und auch zu vertreten. Damit ist die Gefahr verbunden, dass sich Dinge in unserem Leben ändern, wir Freunde oder Partner verlieren und wir uns "lächerlich" machen. Letzteres ist die Schere in unserem eigenen Kopf. Wir müssen nicht lamentieren, dass die Gesellschaft uns nicht toleriert. Sie tut es in weiten Kreisen. Das Viele in der Gesellschaft uns nicht mögen, ist ihr gutes Recht, solange sie uns in unserer Freiheit nicht einschränken. Aber mögen wir uns denn selber ?

Wir bekommen wie und wann auch immer ein Bild von männlich/weiblich aufgedrängt. Diese ungeschriebenen Sätze, die auch schon zum großen Teil Makulatur sind. Dagegen konnten wir uns nicht wehren. Wir leben aber im hier und jetzt und es unsere Selbstverantwortung, damit umzugehen. Viele, wenn nicht nahezu alle, kennen die Verzweiflungen, die Schuld und Scham, wenn es um das Thema TV geht. Genau da können wir ansetzen, dass zuallererst uns selber akzeptieren. Aber das ist nur ein erster Schritt. Weitere müssen folgen. Wollen wir auch in der Öffentlichkeit leben ? Dann sollten wir es im nächsten Schritt tun. Wir können es und wir dürfen es. Wenn wir darauf warten, dass die Öffentlichkeit uns einlädt, auch öffentlich aufzutreten, können wir dabei in unserer Stube alt werden. Erst wenn auch TV in der Öffentlichkeit nichts besonderes mehr sind, wird uns die Öffentlichkeit auch nicht mehr als Exoten wahrnehmen.

Die Frauenbewegung wäre heute nicht dort, wo sie ist, wenn nicht irgendwann mutige Frauen die Hosen angezogen hätten. Dafür sind sie öffentlich verachtet worden. Aber die Gesellschaft hat sich verändert.

Wir können durch unser Verhalten verändern. Wir "dürfen" es. Vielleicht ist das unsere die politische Botschaft. Unsere Einschränkungen liegen nicht im gesetzlichen oder politischen Raum. Darin unterscheiden wir uns von Interessen anderer Gruppen. Ich halte Solidarität für etwas Substanzielles, aber wir sollten wissen, wo wir stehen und wo wir hin wollen. Wenn wir gemeinsame Ziele formulieren können, können wir uns auch in Gruppen finden, die versuchen, diese Ziele zu erreichen. Das TSG oder die Homoehe etc. gehören i.d.R. nicht dazu, weil sie uns als TV nicht betreffen. Das heißt nicht, dass wir uns nicht engagieren sollten, aber wir tun es dann nicht als TV, sondern als Menschen, die sich für andere Menschen einsetzen. Das ist ein großer Unterschied. Ohne klar formulierte Ziele, werden uns auch Protagonisten im Kontext von LGBTIQxxx nicht erkennen. Deshalb nehmen sie uns nur beschränkt Ernst. Ich kann sie verstehen, wenn sie fragen, was wir eigentlich wollen. Sie hätten doch die echten Probleme. Das kann ich nachvollziehen.

Somit lautet für mich das Fazit:

Was wollen wir als TV ?

Was sind unsere Einschränkungen ?

Was sind wir bereit für unsere Ziele und gegen unsere Einschränkungen zu tun ?
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Ulrike-Marisa
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Re: Sind wir zu unpolitisch, oder haben wir eine falsche Strategie?

Post 5 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin zusammen,

Magdalenas Text und Meinung dazu kann ich voll unterstützen. Ich denke auch, dass wir zu unterschiedliche Voraussetzungen und individuelle wünsche und Vorstellungen haben, um daraus ein Programm zu machen, das eine Partei oder ein Dachverband vertreten könnte. Hier ist erst einmal wirklich jedes eigene Individuum gefragt, seine Vorstellungen vom Leben zu leben und zu verwirklichen - sofern das möglich ist, was nicht immer uneingeschränkt der Fall ist. Wir Betroffene können durch unsere Präsenz in der Gesellschaft diese bestimmt aber nur ganz langsam verändern hin zu mehr Akzeptanz unterschiedlicher Lebensformen und Entwürfe. Wer Kann ,sollte sich zeigen und sein Leben leben.

Gruß, Ulrike-Marisa :)
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