Voi chi entrate lasciate ogni paura
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Lebensplanung, Standorte
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Nicoletta
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Voi chi entrate lasciate ogni paura

Post 1 im Thema

Beitrag von Nicoletta »

Es ist eigentlich kein Thema, sondern eine Ermutigung für alle diejenigen unter uns, die immer noch davor zurückscheuen, sich in der Öffentlichkeit zu sich selbst zu bekennen. Hier mein heutiges Erlebnis:

Meine Augen haben sich soweit verändert, dass ich mit meiner Computerbrille zunehmend nicht mehr gut lesen kann. Heue habe ich es endlich aufgerafft, zu der bekannten Optikerfiliale zu gehen, bei der ich alle meine letzten Brillen (zuletzt vor zweieinhalb Jahren) bezogen habe. Zum ersten Mal war ich dort normal gekleidet und der Temperatur angemessen: leichter Sommerrock aus Baumwolle mit blauem Blütendruck, weiße Bluse mit Spitzen, 15den Strümpfenn, blauen Sandaletten mit 8 cm hohem, aber breitem Absatz, beige Handtasche, an Schmuck nur einen Ring mit einem blassblauen Stein und Ohrringen mit einem weißen Stein, kaum Makeup, aber ein wenig Lidschatten und Mascara. Einfach ein Wohlfühl-Outfit.

Bei der Optikerkette herrscht viel Andrang, sie sind aber gut organisiert. Am Eingang wird man immer abgefangen und befragt, was das Anliegen sei. Sofern man nicht direkt an die Kasse weiterverwiesen werden kann (etwa bei Reparaturen), wird der Name erfasst, um sicherzustellen, dass die Kunden in der richtigen Reihenfolge bedient werden. Der junge Mann, der mich in Empfang nahm, fragte nach meinem Namen und notierte ihn, wie ich sehen konnte, ohne Voransetzung von Fr. oder Hr. Da ich keine Perücke trage, konnte ihm nicht entgangen sein, was mein genetisches Geschlecht ist, er war aber professionell genug, auf eine Eintragung, die in jedem Falle als falsch hätte empfunden werden können, zu verzichten. Später wurde ich von einem jungen Mann hinsichtlich des Sehvermögens getestet. Der musste nun auch meinem Vornamen erfassen, und ich nannte ihm meinen weibliche Vornamen, fügte allerdings hinzu, dass ich im Computer noch unter dem männlichen Namen erfasst sei. Mich freute, dass ich anschießend sah, dass der Befund des Sehtests auf einem Blatt erfasst worden war, auf dem ich mit meinem weiblichen Vornamen und Fr. erschien. Bei der Auswahl des Brillengestells bediente mich dann eine junge Dame und Augenoptikerin, die mich vorzüglich beriet. Zum Schluss wollte sie auch meine Krankenversicherungskarte sehen, die noch auf meinen männliche Vornamen lautet, und erst nun wurde ich auf dem Blatt für die Abrechnung mit der Krankenkasse als Hr. und mit dem männlichen Vornamen erfasst, der Name wurde aber nie ausgesprochen. Ich war sehr angetan von der Freundlichkeit und Professionalität der Mitarbeiter des Unternehmens.

Vermutlich gilt das für die meisten anderen auch, ich berichte es nur, weil unter uns immer noch manche Bedenken haben, öffentlich als Frau aufzutreten. Wenn Ihr Euch Eurer selbst sicher seid, kann das eine schöne Form der Selbstbestätigung sein. Genießt es einfach!

Gute Nacht,

Eure Nicoletta
Ne budi ono što si bio, postani to što jesi. -- Sei nicht, was du gewesen, werde, was du bist!
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