Überfordern wir andere?
Überfordern wir andere?

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
wonsti

Überfordern wir andere?

Post 1 im Thema

Beitrag von wonsti »

Hi,
heute endete für mich eine einwöchige Dienstreise mit einem Kollegen. Wir hatten ein paar Termine im Ausland und waren viele Stunden im Auto unterwegs.
Für die letzte Tagesetappe, ohne Termine, wollte ich es einfach bequem haben, und habe meine Wohlfühlkombi aus Strickkleid Leggings und Stiefeln angezogen, bevor ich im Hotel zu Frühstücken ging.
Wahrgenommen hat meine, etwas ungewöhnlichere Kleidung kaum jemand merklich, sieht man von meinem Kollegen ab: Als er mich sah, hat er zuerst den Kaffee neben seine Tasse gegossen und war bei anschließenden Frühstückssmalltalk ziemlich unkonzentriert.
Die erste Bemerkung kam Stunden später, beim Tanken, als er mich gefragt hat, ob ich jetzt SO aussteigen und zahlen will.

Ich habe nur leicht den Kopf geschüttelt und bemerkt, dass er ganz nervös die Umgebung "abscannt" als ich auf dem weg zur Kasse war. :oops:

Scheint nicht so einfach zu sein was ich (wir) unserer Umgebung zumuten. :roll:

Peter
ShayeLaShade

Re: Überfordern wir andere?

Post 2 im Thema

Beitrag von ShayeLaShade »

Klar - wer aus bekannten Mustern rausfällt, (über)fordert damit seine Mitmenschen potenziell.

Andererseits - schadet crossdressing irgendjemandem? Schadet es, einen Mann in einem Rock oder sonstwie gestylt zu sehen? Nein, eigentlich nicht. Jeder "Schaden" der entstehen könnte ist eine Schaumgeburt aus Hirngespinsten und Ängsten anderer Menschen, wie etwa Gesichtsverlust oder gesellschaftliche Ächtung. Deshalb nicht unbedingt weniger real, aber dennoch - crossdressing tut niemandem Gewalt an, stiehlt kein Geld, zwingt niemanden seine eigenen Gewohnheiten zu ändern, ist keine ansteckende Krankheit.
Es gibt nur eine einzige Sache: Einem Crossdresser gegenüber zu stehen kann Unsicherheit erzeugen, wie mit diesem Menschen denn nun umzugehen ist. Aber selbst das ist aus einem eingeschränkten, dualen Geschlechterbild erwachsen. Ich behandele Menschen als Menschen. Und wer unsicher ist kann im Zweifelsfall auch einfach fragen, das tut auch nicht weh.

Trotz allem: Gesellschaften und Rollen darin verändern sich ständig, haben sich ständig verändert und werden sich ständig verändern. Eines morgens ist die ganze Aufregung um crossdressing hoffentlich Schnee von gestern. Ich habe also kein Problem damit, jemanden mit meinem Anblick zu "überfordern".
Meine Hemmungen kommen definitiv aus mir selber, aus meiner Sozialisation in ein festes männlich-weiblich-Schema, aber ich arbeite daran.
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 27496
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Forum-Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 205 Mal
Danksagung erhalten: 2409 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Überfordern wir andere?

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

zwei gute Beiträge )))(:
Die erste Bemerkung kam Stunden später, beim Tanken, als er mich gefragt hat, ob ich jetzt SO aussteigen und zahlen will.
Das ist es eben; wir stehen nicht nur für uns allein.
Beim Tanken ist es den meisten Menschen wohl noch relativ egal, "da ist nicht viel zu verderben", aber wenn man die Eigenschaft seines Geschäfts- oder Ehepartners insofern beeinflusst, dass Gruppen, mit denen er zu tun hat, denken könnten: "was ist denn das für eine(r), der/die mit so einem/einer zu tun hat?"
Viele Leute finden Männer in Frauenkleidung mindestens etwas schrill und stecken die Leute aus dem Umfeld natürlich gern mit in die selbe Schublade.

Das setzt bei den Geschäfts- und anderen Partnern voraus, dass sie mehr in die Beziehung investieren, als sie es mit "normalen" Partnern machen würden; sie setzen sich sozusagen mit ins Boot.
Wie gut, dass viele offen sind.

Gruß
CPG
ShayeLaShade

Re: Überfordern wir andere?

Post 4 im Thema

Beitrag von ShayeLaShade »

Die geschilderten "Schaden" finden aber dennoch allesamt im Kopf derjenigen statt, die da falsche Erwartungen verknüpfen - nämlich dass ein tatsächlicher Schaden entstehen würde. Das heißt, der Schaden entsteht nicht durch crossdressing, sondern durch Rückprojektion.

Geschädigte sind demnach tatsächlich nicht die anderen, sondern der Crossdresser und das Umfeld des Crossdressers.
Man stelle sich einfach vor wie lächerlich das ist, indem man crossdressing durch das Tragen von Norwegerpullovern ersetzt oder jede beliebige andere Gruppe Kleidungsstücke.
Holinka

Re: Überfordern wir andere?

Post 5 im Thema

Beitrag von Holinka »

*grummel*
Das Outing im Beruf ist und bleibt ein Spiel mit dem Feuer, das man als abhängig Beschäftigter besser bleiben lassen sollte. Das Risiko, den Job zu verlieren, ist meines Erachtens viel zu hoch.
ShayeLaShade

Re: Überfordern wir andere?

Post 6 im Thema

Beitrag von ShayeLaShade »

Sag ich ja nix gegen. (Ich heb's nur hervor damit klar wird, dass ich da grundsätzlich schon zustimme, aber eben einen Grund sehe, den Grund tiefer zu betrachten. Ich hebe meine Stimme damit nicht.)

Nur liegt das halt nicht an irgendeinem realen Schaden den ein Crossdresser anstellt, sondern am eingebildeten Schaden in den Köpfen anderer. Und da die Köpfe anderer eben in der Mehrheit sind, wird deren Einbildung zum Teil Realität - wenn auch nur durch die Handlungen, die eben aus Einbildung entstehen.
dito

Re: Überfordern wir andere?

Post 7 im Thema

Beitrag von dito »

Tja, es gibt leider Freunde bei denen man sich nicht geoutet hat, die es aber vollkommen überfordert wenn man Klarlack aufgetragen hat oder schwarze Lederhosen trägt.
Wie kann man dann noch erzählen dass man an Fasching auf dem Damenklo war?

Was bei vielen nicht in ein gewisses Schema reinpasst geht einfach gar nicht. Da gibt es für diejenigen auch keine Diskussionen. Das muss man dann einfach abhaken.

Leben und Leben lassen.
Elvira

Re: Überfordern wir andere?

Post 8 im Thema

Beitrag von Elvira »

Hallo, ich bewundere die Leute die sich einen "Scheissdreck" 8) um die Meinung anderer Leute über Sich scheren. Hat wahrscheinlich auch was mit Unabhängigkeit und Selbstbewusstsein zu tun.Ich könnte es nicht .
Elvira )))(:
dito

Re: Überfordern wir andere?

Post 9 im Thema

Beitrag von dito »

Bingo,
stimme Claudia und Jessica bedingungslos zu.
Immer mit Bedacht und Verstand handeln.
Bianca D.
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3048
Registriert: Fr 1. Mai 2009, 18:02
Geschlecht: weibl.
Pronomen:
Wohnort (Name): Schacht Audorf
Hat sich bedankt: 6 Mal
Danksagung erhalten: 8 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Überfordern wir andere?

Post 10 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Hallöchen,

Überfordern?Das würde ich nicht unbedingt so sagen,eher vielleicht als typisch menschliche Sensationsgier. "Guck mal-ein Unfall!" oder "Schau mal da-ein Mann mit lackierten Fingernägeln" usw.
Vielleicht ist das auch vergleichbar mit der Rassentrennung,die leider in manchen Köpfen immer noch nicht überwunden ist?Oder in füheren Zeiten mit der Hexenjagd?Ich denke,daß es immer wieder
irgendwelche unschuldigen Opfer menschlichen Unvermögens,sich auf sich erweiternde Horizonte zeitnah einzustellen,geben wird.Vielleicht liegt es auch in unseren Instinkten aus der Urzeit,sich zu außerge-
wöhnlichen Erlebnissen oder Gegebenheiten mit seinen Mitbewohnern des Dorfes auseinanderzusetzen,so quasi als Überlebensstrategie.Klar-in der heutigen Zeit nicht mehr unbedingt notwendig,aber die
Instinkte lassen sich nun mal nicht einfach abschalten.
Waren halt so meine Gedanken zum Thema...

LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
Joe95
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3423
Registriert: Fr 22. Jan 2010, 14:27
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Gummersbach - Niederseßmar
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 3 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Überfordern wir andere?

Post 11 im Thema

Beitrag von Joe95 »

viel mehr als die frage was ich meinem umfeld denn nun zumuten darf interessiert mich warum es immer andere sind, die bestimmen was ich zu tun und zu lassen habe...
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
robotobo

Re: Überfordern wir andere?

Post 12 im Thema

Beitrag von robotobo »

Hallo allseits,

mal was anderes. Heute habe ich im dm eine Frau in einer Burka gesehen. Sie sah fast aus wie ein Yedi Ritter. Wie sie durch den Schlitz überhaupt etwas sehen konnte, war mir unverständlich. Beim Einpacken ihrer Waren sah sie so aus, dass sie fast blind herumtasten müsste. Andere Passanten reagierten mit mildem Lächeln. Also Frauen können sich auch so kleiden, dass sie andere überfordern.

LG Robotobo
ShayeLaShade

Re: Überfordern wir andere?

Post 13 im Thema

Beitrag von ShayeLaShade »

Jessica01 hat geschrieben:Weil wir alle Teil einer Gesellschaft sind, in der zwar jeder seine Freiheiten haben soll und darf, aber auch mit anderen zusammenleben muss und will und deswegen auch mal Rücksicht angebracht ist.
Das ist gefährlich unklar oder ungenau ausgedrückt!

Alleine in meiner Umgebung identifiziere ich eine mindestens dreigliedrige Teilung der Gesellschaft.

1. Mein unmittelbares, persönliches Umfeld.
Das habe ich mir selber ausgesucht. Es sind die Menschen mit denen ich tatsächlich Kontakt haben will. An dieser Stelle muss ich mir selber darüber Gedanken machen, ob ich mich selber tatsächlich bis zu einem Punkt verbiegen will, an dem ich einen Teil meiner Selbst leugne oder zur Unkenntlichkeit verberge.
Meine persönliche Antwort ist "nein". Ich umgebe mich freiwillig und willig nur mit Menschen, die mich akzeptieren und die ich akzeptieren kann. Das schließt noch nicht einmal meine ganze Familie mit ein, aber nach zwei radikalen Beschnitten meines Bekanntenkreises bin ich mir nach Erfahrungen am Wochenende sicher, dass sie auch crossdressing an mir akzeptieren - oder sogar begrüßen, da ich entspannter wirke. Ich bin hier absolut rücksichtslos jeden zu entfernen, der sich als inkompatibel erweist. Mein Freundes- und Bekanntenkreis ist entsprechend nicht eben groß, hat aber eine sehr weite Spannweite von Standpunkten und ich fühle mich nie unwohl oder gezwungen in ihm.

2. Meine Abhängigkeitsverhältnisse.
Dies ist ein soziales Umfeld von dem ich unmittelbar abhängig bin, meist finanziell - daher mein berufliches Umfeld. Das Abhängigkeitsverhältnis meinerseits definiert bereits, dass ich mich hier den Regeln und Weisungen "von oben" zu beugen habe. Wenn mir das nicht passt, so muss ich hier entweder Rechte soweit bestehend einklagen, dieses Umfeld ändern, mir ein passenderes suchen - oder mich fügen. Es besteht eine Wahl zwischen sehr schwierigen Dingen allerseits. Allerdings darf - de jure - keines dieser Abhängigkeitsverhältnisse gegen geltendes Recht verstoßen.
Persönlich versuche ich hier, nach pragmatischen Gesichtspunkten passende Verhältnisse zu finden, in denen ich bereit bin erträgliche Kompromisse der Art einzugehen, dass ich für einen ausreichenden Nutzen ein Minimum erträglicher Zugeständnisse mache.

3. Der ganze Rest.
Die Rechtsordnung des jeweiligen Landes regelt minimal was erlaubt ist und was nicht. Ich sehe auch in Deutschland erlaubte Dinge die ich lieber nicht sehen möchte, aber die ich so hinnehmen muss. Da das auch mir meine von anderen vielleicht nicht gebilligten Eigenheiten erlaubt, sehe ich darüber eben hinweg - ich muss mich damit nicht befassen, genauso wenig wie sich jemand mit mir befassen muss, solange ich geltendem Recht und Gesetz im Wortlaut folge.
Passen mir Gesetze nicht, so gibt es dafür definierte Wege in Deutschland. Es in die eigene Hand zu nehmen gehört nicht dazu.
"Rücksicht" ist gesetzlich nur insoweit festgeschrieben als dass ich das was erlaubt ist als solches anerkennen muss. Und das tue ich auch. Eine Wertung "richtig" oder "falsch", vielleicht sogar in moralischer Hinsicht, nehme ich nicht vor. Ich unterscheide in "halte ich für richtig" oder "halte ich für falsch".

Das gilt so - für mich - natürlich auch für andere "Andersartigkeiten", nicht für für crossdressing.
Bianca D.
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3048
Registriert: Fr 1. Mai 2009, 18:02
Geschlecht: weibl.
Pronomen:
Wohnort (Name): Schacht Audorf
Hat sich bedankt: 6 Mal
Danksagung erhalten: 8 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Überfordern wir andere?

Post 14 im Thema

Beitrag von Bianca D. »

Hallöchen,

Guter Beitrag!Kann ich so unterschreiben.

LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial
ShayeLaShade

Re: Überfordern wir andere?

Post 15 im Thema

Beitrag von ShayeLaShade »

Claudia2nd hat geschrieben:Rücksicht hat nicht unbedingt etwas mit verbiegen zu tun, sondern es geht eher darum, den anderen in der ihm eigenen Art genauso zu akzeptieren wie wir akzeptiert werden wollen.
Darum geht es doch, oder? So nah wie ich ein persönliches Umfeld habe gibt es mich nur als Gesamtpaket. Das erwarte ich von diesem Umfeld. In diesem Umfeld wird auch nicht weniger von mir erwartet. Das ist die gute Nachricht - ich verlange nicht mehr von meinem Umfeld als ich bereit bin zu geben. Die schlechte ist, so nah erwarte ich viel.

Du beziehst dich leider nur auf den Teil der unter der Überschrift "Unmittelbares, persönliches Umfeld" steht. Darin sind keine Verpflichtungen für irgendwas - außer eben, dass ich mich darin wohlfühlen muss, da ich auch damit leben muss - ganz unausweichlich und unmittelbar.
Ich habe für mich herausgefunden (schmerzhaft), dass es für mich besser ist, da eher mit dem Stahlbesen zu kehren als nur einen einzigen Störfaktor zu belassen. Das heißt natürlich nicht, dass ich jedem Kritiker gleich die kalte Schulter zeige oder mich nur mit jasagenden Groupies umgebe. Wenn du einige kennenlernen würdest, nun, ich denke, du würdest genau den gegenteiligen Eindruck bekommen. Ich bin bereit andere Meinungen zu akzeptieren und sie stehen zu lassen, auf sehr vielen Ebenen - auch auf solchen, die keinerlei rationale Begründung haben, da sie einfach eine Sache des Glaubens sind. Nur bitte ich mir dann Unterlassung von Missionierung aus, ein Austausch von Standpunkten funktioniert trotzdem.
Ich sagte selber, dieser Personenkreis ist nicht eben groß. Aber er ist seit dem letzten großen Kehraus eher gewachsen denn geschrumpft.
Claudia2nd hat geschrieben:Das ist für mich eine extrem egozentrische Haltung, mit der du Gefahr läufst, sehr bald einsam zu sein. Und es hat auch den Beigeschmack der Arroganz, weil Du meinst der Maßstab zu sein. Eine Annäherung ist so nicht möglich, kein Herantasten
Wenn es für dich eine egozentrische Haltung darstellt, das tut mir Leid zu hören. Aber ich verlange dicht auf Ehrlichkeit und Komplettpaket, genauso wie ich es gebe.
Arroganz... ja. Sicher. Der Maßstab meines Erfolges und Scheiterns in meinem Leben kann nur ich selber sein - geht es mir mit dem was ich tue gut, auf allen Ebenen? Wenn nicht, dann habe ich definitiv etwas falsch gemacht. Das bezieht sich nicht auf "Mein Haus, mein Auto, meine Frau" - wobei ein angenehmer Wohnort, problemlose Mobilität und ein passender Partner sicherlich sehr zuträglich sind. (Für die zugrunde liegende Geisteshaltung und wo sie herkommt, das führt weit, weit weg vom Thema - sogar dieses Forums. Aber wir können uns ja auch anderweitig drüber austauschen...) Ich weiß was ich mir wert bin, und ich arbeite aktiv an der praktischen Umsetzung - sowohl Dinge abzustellen was da drunter liegt als auch das zu praktizieren was dem entspricht. Das ist wohl ein lebenslanger Lernprozess.

Das Problemfeld, das sich hier um etwaige ("Meine"? Besitze ich sie?) Kinder aufspannt - damit werde ich mich befassen wenn und falls das aktuell wird. Vorher ist das hypothetisches, weises Gerede ohne praktischen Hintergrund für mich, entsprechend ein Feld in dem ich mich mit meiner eigenen Meinung mangels Erfahrung zurückhalten sollte - "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Klappe halten!" beziehe ich auch auf mich selbst. Auch das bin ich mir Wert.
Das nächste was ich da derzeit tun kann ist eine entsprechende Entwicklung im näheren Umfeld beobachten. Das ist mir derzeit allerdings auch nah genug.
Claudia2nd hat geschrieben:Das Leben ist keine Spielwiese, von der wir uns zurückziehen können, wenn es mal keinen Spaß mehr macht.
Stimmt - mein näheres Umfeld allerdings ist meine Spielwiese auf der ich im eigenen Interesse sowohl Recht als Pflicht habe es so zu gestalten dass ich damit zurecht komme. Ich sehe keinen tieferen Sinn darin, sich hier sinnlos Steine in den Weg zu legen, Igel zu knutschen und Unterwäsche aus Stacheldraht anzuziehen, nur weil ich dadurch Kontakt zu mehr Leuten habe. Sie werden dadurch nicht zu guten Freunden, sie nutzen einen nur aus und genießen die Show. Das musste ich auf die harte Tour so lernen.

Ich beschreibe hier ganz explizit meine Art und Weise, in diesem persönlichen Umfeld zu agieren. Das hat seine ganz eigenen Vorteile, und auch seine ganz eigenen Härten, seine ganz eigene Dynamik und beinhaltet auch eine ganze Menge Arbeit, Gefühle und Offenheit mehr als sich das für viele anhören mag. Damit kommt sicherlich nicht jeder klar, und das ist ganz explizit nicht das Ziel - vielmehr hat jeder das explizite Recht, mit mir nicht einer Meinung zu sein und das zu äußern.
Aber eben genau das. Umgekehrt gilt das genauso. Ich kann mir den Mund fusselig reden, niemand braucht auch nur ein Wort davon anzunehmen. Oder auch nur zuhören. Ich erzähle es der Wand natürlich nur ungerne da ich ein gutes Gespräch schätze.
Kurz gefasst, mit den Worten eines anderen: "Jeder hat das Recht auf seinen eigenen Alptraum."
Antworten

Zurück zu „(Eigene) Berichte und Geschichten“