Verlange ich zu viel
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Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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Anke
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Re: Verlange ich zu viel

Post 1 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo Jana,

um deine Eingangsfrage gleich zu Beginn zu beantworten: aus meiner Sicht verlangst Du nicht zu viel. Dein Anspruch ist völlig in Ordnung.

So wie Du das Verhalten deiner Freunde beschreibst, ist das auch nicht OK. Ich kann mir auch gut vorstellen, wie Du dich dabei fühlst. Das sind eben keine schönen Erlebnisse.

Die Reaktionen deiner Freunde haben auch mehr mit ihnen selbst zu tun, als mit dir. Zum einen hatten sie bestimmte Erwartungen an dich und jetzt sind sie sauer, weil Du sie nicht mehr erfüllst. Zum anderen erkenne ich da viel Unsicherheit, zum Beispiel bei denen, die mit dir en femme nicht weggehen wollen.

Allerdings hätte (und habe) ich das Coming Out auch nicht so wie Du gemacht. Statt viele Freunde auf einmal und dann gleich en femme habe ich mir für jede bzw. jedes Paar einen ganzen Abend Zeit genommen und sie auch erst einmal noch als Mann empfangen. Ich habe erstmal gekocht und wir haben schön zusammen gegessen, so dass wir auch wirklich zusammen waren und eine gute Stimmung hatten. Dann haben ich ihnen erzählt, warum ich sie dieses Mal eingeladen habe und das sie mich künftig ein wenig verändert erleben würden.

Dieses Vorgehen hat für mich einige Vorteile. Zum einen sind meine Freunde nicht völlig überrascht und überrumpelt und können sich erstmal mit der neuen Situation auseinandersetzen. Dazu trägt auch das gemeinsame Essen bei, das auch Gemeinschaft stiftet. Damit habe ich insgesamt eine positive Grundstimmung, was der Sache zu Gute kommt. Wichtig war dabei für mich erst zu essen und dann darüber zu reden.

Zum anderen habe ich so auch genug Zeit auf jeden einzelnen einzugehen und seine Fragen zu beantworten. Das verlief oft recht unterschiedlich, eben weil es auch unterschiedliche Persönlichkeiten sind. Manche mussten das erst einmal verdauen, mit anderen habe ich sehr schnell über praktische Aspekte gesprochen. Dadurch das ich das so geplant hatte, konnte ich darauf mühelos eingehen. In einer Gruppe wäre das viel schwieriger gewesen.

Ich bin damit sehr gut gefahren, ich habe niemanden verloren.

Ich könnte mir daher vorstellen, dass es bei einem anderen Vorgehen, bei Dir auch anders gelaufen wäre und deine Freunde sich dann auch anders verhalten würden. Natürlich kann es immer jemanden geben, bei dem alles nix hilft, aber ich vermute mal, dass das Ausnahmen sind.

Der Satz mit den wahren Freunden hilft Dir nun nicht wirklich weiter, denn deine Freunde scheinen Dir viel zu bedeuten. Überleg doch mal, ob Du sie dir lieber nicht doch nochmal zu einzelnen Gesprächen einlädst. Dabei lässt sich bestimmt einiges klären.

Dazu noch ein kleiner Hinweis, mir ist aufgefallen, dass viele oft unsicher waren, wie sie damit umgehen sollten. In der Regel lag das an fehlendem Wissen und fehlender Erfahrung, bzw. an zum Teil falschen Vorstellungen. Ich habe immer versucht, meinen Freunden die Unsicherheit zu nehmen und dann waren die Gespräche immer sehr entspannt.

Ich hoffe, dass ich dir damit ein klein wenig helfen kann. Wie ich eingangs schrieb, dein Anspruch ist völlig berechtigt und es ist richtig, dass Du zu dir selbst stehst. Auf der anderen Seite sind deine Freunde auch Menschen, die wie immer auch mit Schwächen daherkommen. Ich drücke dir mal die Daumen, dass ihr wieder gut zusammenfindet.

Liebe Grüße

Anke
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Re: Verlange ich zu viel

Post 2 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo Jana,

dann hast Du aus meiner Sicht das meiste richtig gemacht und trotzdem solch ein Ergebnis bekommen. Das tut sicher sehr weh. Mich macht das auch traurig, wenn ich so etwas lese.

Vielleicht braucht der eine oder andere auch ein wenig Zeit, um damit klar zu kommen und sich selbst einzugestehen, dass er da wirklich ein Problem hat.

Außer Abwarten kannst Du aus meiner Sicht wenig tun. Du bist auf deine Freunde zugegangen, was ich sehr wichtig finde, sie konnten es aber nicht annehmen. Da kannst Du ihnen nicht helfen.

Lass dich davon nicht verunsichern, es sind ihre Probleme und nicht deine.

Trotzdem ist es wichtig zu trauern, denn so wie es aussieht, verlierst Du etwas. Aber vielleicht kommt auch der eine oder andere zurück, nachdem ein wenig Zeit vergangen ist und er Abstand hatte. Ich würde auf jeden Fall die Tür offen lassen.

Liebe Grüße

Anke
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Anne-Mette
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Re: Verlange ich zu viel

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ich würde es mit Udo Lindenberg halten (keine Panik) oder den Dänen (bare rolig) )))(:

Leider wirst Du die Erwartungen an andere Menschen /Deine Freunde etwas zurückschrauben müssen. Für viele Menschen ist alles, was mit Transsexualität zusammenhängt, "ein Buch mit 7 Siegeln".
Das verunsichert sie.
Weiterhin haben sie vermutlich schon so vieles Negative über Trans*-Menschen gehört, wobei sich das Gehörte mit eigenen Empfindungen und Gefühlen vermengt.

Du brauchst eigentlich Unterstützung und Anerkennung durch Deine Freunde, die sich einerseits dadurch ausdrücken können, dass sie z.B. Deinen richtigen Namen verwenden, andererseits in der Öffentlichkeit "zu Dir stehen".
Sie können aber nicht mit ihren eigenen, verunsicherten Gefühlen umgehen; auch wollen sie nicht (sie sind ja eigentlich "Normalos", die allein in der Öffentlichkeit wahrscheinlich keine schiefen Blicke oder sogar Anfeindungen auf sich ziehen würden) nach dem alten Wort "mitgegangen = mitgefangen" behandelt werden.

Erst mal selbst zur Ruhe kommen - und dann vorsichtig die Fühler ausstrecken, was in Deinem Freundeskreis und mit Deinem Freundeskreis möglich ist.
Erwartungen zurückschrauben; vielleicht Freunde und Bekannte in "unseren Kreisen" suchen, z.B. in einer Selbsthilfegruppe.

Alles Gute und viele Liebe Grüße
Anne-Mette
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Re: Verlange ich zu viel

Post 4 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
das ich meine Klingel ausschalten und mein Handy ausmachen werde und dadurch nicht erreichbar bin. Habe auch geschrieben das ich nicht weiß, wann sie mich wieder erreichen.
es tut mir leid, aber das halte ich für einen falschen Weg - obwohl jeder wohl in einigen Situationen dazu neigen würde (888)

Nein - "empfangsbereit bleiben" - aber ohne große Erwartungen.
"Bestrafe" Deine Freunde nicht; denn das bringt nichts.
Wenn Du sie (wieder) vorsichtig an Dich heranlässt, habt ihr eine Chance, dass sich wieder etwas entwickelt.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Verlange ich zu viel

Post 5 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

@Jana,

hast Du auch Dein Emailadresse abgemeldet?

Ich bekomme bei jeder hier erscheinenden Antwort eine Fehlermeldung:
Requested action not taken:
mailbox unavailable
Gruß
Anne-Mette
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Re: Verlange ich zu viel

Post 6 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Sie können mich verstehen. Sie wollen es nicht. sie wollen es nicht nachvollziehen.
Bei allem Verständnis, das ich Dir entgegenbringe, aber das würde ich so nicht unterschreiben.

Selbst "unter uns" gibt es etliche, die nicht verstehen können, welche Entscheidungen andere Menschen treffen - und manche gerade nicht.
Zwischen "ich scheine zu begreifen, was Transsexualität für Dich bedeutet" und "richtig verstehen" liegen Welten (smili)

Gruß
Anne-Mette
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Re: Verlange ich zu viel

Post 7 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo Jana,

was kann ich Dir raten, wenn ich ehrlich bin, nicht viel. Du hast den ersten Schritt gemacht. Jetzt folgte leider die Entäuschung durch Deine Freunde. :((a Vielleicht brauchen sie auch Zeit, sich mit der Situation auseinander zu setzen. Denn auch sie haben einen Verlust, eine ihnen vertrauter Freund ist nicht mehr. Die für sie Andere, also Dich, müssen sie neu kennen lernen. Lass ihnen die Zeit. Sollten Deine alten Freunde sich wieder melden, lasse ihnen die Möglichkeit des Kennenlernes von Jana. Ansonsten nehme das Leben selbst in die Hand. ))):s Es werden sich in Deiner Umgebung sicher neue Freunde finden lassen, welche Dich so annehmen, wie Du bist.

Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Re: Verlange ich zu viel

Post 8 im Thema

Beitrag von steffiSH »

Hallo Jana,

dein Vorgehen war meiner Meinung nach auch strategisch ungünstig indem du sofort als Frau aufgetreten bist. Du bist auf deine Freunde mit dem Holzhammer losgegangen:
Nehmt mich jetzt gefälligst so (als Frau gekleidet) - eine Wahl habt ihr eh nicht! Basta!
Wenn du erst als Mann gekleidet ein Gespräch gesucht und sanft in die gewünschte Richtung gelenkt hättest, hätten sie die Möglichkeit gehabt zu sagen: "Ja dann mach doch ... "

Aber was ich dir hier schreib, ist nur meine allgemeine Meinung, ich kenne dich und deine Freunde ja nicht.
In Zukunft einfach nicht mehr so krass vorgehen und dir möglichst viele Eventualitäten Vorher überlegen.
sum sum sum - no Latein
steffiSH
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Re: Verlange ich zu viel

Post 9 im Thema

Beitrag von steffiSH »

Jana hat geschrieben:@steffi
Ich habe mit ihnen geredet. Oft und lange.
Ja dann ... kannste nur Warten und schauen was passiert. Aber aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Begrenze deine Bemühungen und wenn sie nicht fruchten sag irgendwann - ... und Tschüs! Ich habe mehrmals in meinem Leben erlebt, dass ich Leute über Jahre oft anrief und mich auch mit ihnen oft trief, bis ich irgendwann mal dachte: So jetzt musst du dich bei mir melden, ich rufe dich nicht zuerst an. Seitdem habe ich von denen nix mehr gehört ! Krass, oder?
sum sum sum - no Latein
Saskia.shewulf
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Re: Verlange ich zu viel

Post 10 im Thema

Beitrag von Saskia.shewulf »

Hallo Jana,

ähnliche Erfahrungen machte ich auch,aber wie Du selbst schon schreibst da trennt sich die Spreu vom Weizen.

Mir sind einige wenige dafür aber wirkliche Freunde geblieben,es hat mir teilweise auch die Sprache verschlagen aber ich bin deshalb
nun nicht mehr traurig.Und wie Magdalena schreibt einige brauchen auch etwas Zeit.
Eine gute Freundin (auch Transfrau)sagte mir auch das einige mit der Zeit wieder kommen obwohl sie sich Anfangs zurück zogen.

Und ganz wichtig war auch dieses Forum ich habe hier ganz liebe neue Freundinnen und Freunde dazu gewonnen die mir auch in der schweren
Anfangszeit geholfen haben.

Ich drücke dir fest die Daumen das Du das ohne schaden zu nehmen durch stehst .

LG saskia (flo)
Wer keinen Mut zum träumen hat
-hat keine Kraft zum Kämpfen
ReaGirl

Re: Verlange ich zu viel

Post 11 im Thema

Beitrag von ReaGirl »

steffiSH hat geschrieben:
Jana hat geschrieben:@steffi
Ich habe mit ihnen geredet. Oft und lange.
Ja dann ... kannste nur Warten und schauen was passiert. Aber aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Begrenze deine Bemühungen und wenn sie nicht fruchten sag irgendwann - ... und Tschüs! Ich habe mehrmals in meinem Leben erlebt, dass ich Leute über Jahre oft anrief und mich auch mit ihnen oft trief, bis ich irgendwann mal dachte: So jetzt musst du dich bei mir melden, ich rufe dich nicht zuerst an. Seitdem habe ich von denen nix mehr gehört ! Krass, oder?
Das kenne ich nur zu gut :(

@ jana, also auch wenn du es von langer hand vorbereitet hast, ich denke wie andere das einzelgespräche besser gewesen wären. Dabei kann sich der gegenüber besser im Gespräch vertiefen. In der gruppe wartet vermutlich jeder auf die reaktionen der anderen und wird sich gehemmt verhalten, und man kann nicht auf die probleme des einzelnen eingehen, das ist wie mit einer schulklasse wo 40 schüler sind. Aber du nimmst dir ja mittlerweile die einzelnen personen zur brust, ich hoffe nicht zu spät.
Lina
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Re: Verlange ich zu viel

Post 12 im Thema

Beitrag von Lina »

Erst vorweg:

"Am nächsten Tag hab ich mit ihm telefoniert und er verstand nicht wo mein Problem sei."

OMG, was ist das den für ein Idiot?

...


Ich glaube, dass das alles nicht viel mit "zu viel verlangen" oder "nicht zu viel verlangen" zu tun hat. Wenn man "plötzlich" - nachdem man lange Mann gewesen ist Frau sein will - ist es weil man eine andere Persönlichkeit den Bekannten/Freunden gezeigt hat als man eigentlich ist. Die Frage ist dann, mit wem die alle befreundet waren? Mit einer fiktiven Person vielleicht?. Die Person die dann wirklich da ist kennen die nicht ... mit ihr sind sie nicht befreundet. Und die Frage ist genauso: Welche Verrwendung hat man für "Freunde" die nur mit der fktiven Persönlichkeit befreundet sind? Braucht man die wirklich?
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