probleme mit freunden. was nun???
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Intergeschlechtliche Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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ab08
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Re: probleme mit freunden. was nun???

Post 1 im Thema

Beitrag von ab08 »

Hallo Jana,

bei TS geht es um Dich. Zunächst solltest Du versuchen, Deine eigene Mitte zu finden.
--> Also kümmere Dich in erster Linie darum, denn das ist vordringlich!

Wie andere auf Dein Problem (im Grunde kein Problem, eher eine positive Gabe) reagieren, ist zweitrangig.
Menschen projizieren bisweilen eigene Probleme auf andere oder die Umwelt und versuchen so, der Realität auszuweichen.
Das ist aber nicht Dein Problem. Kümmere Dich um Dich!!

Behandle Deinen Freund und andere nett und freundlich, aber versuche nicht, ihre Schwierigkeiten zu lösen. -> Denn das müssen diese Menschen selber tun.
Wenn Du jemand helfen kannst, mach es! Wenn Du von Ihnen über Dich oder Deine TS gefragt wirst, antworte, so gut Du es momentan kannst.
Hör aber bitte möglichst wenig auf Tipps von Außenstehenden, denn das bringt Dich meist nicht weiter.

Ergo, meine Antwort auf Deine Frage:
Du kannst im Grunde nichts dazu tun, dass Deine Freunde Deine TS besser verstehen!
Eine Möglichkeit gibt es allerdings "Sei Du selbst!"
Mit der Zeit gewöhnen sich viele daran.
Für Schüler/Kollegen etc. bin ich heute, Jahre nach dem CO, nix besonderes mehr. :wink:

Ganz liebe Grüße
Andrea

Nachtrag: Im Laufe der Zeit fanden fast alle guten Freunde, die ich vorher hatte, zu mir zurück. + Heute hab ich neue Freunde, Freundinnen.
Bitte lass den Menschen Zeit! Viele brauchen eine Weile, alles zu verarbeiten...
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz
Anke
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Re: probleme mit freunden. was nun???

Post 2 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo Jana,

Andrea hat das Wichtigste geschrieben: es geht um dich!

Die Probleme, die deine Freunde haben, haben mehr mit ihnen selbst zu tun, als mit dir. Deine Veränderung bringt die Probleme nur zum Vorschein und ist nicht die Ursache. Bei meinem Outing bin ich auf sehr wenige Menschen gestoßen, die ein Problem hatten. Die Reaktion konnte ich immer vorhersagen, denn diejenigen waren schon vorher problembeladen.

Auch bei diesen gutgemeinten Ratschlägen geht es mehr um den, der den Rat gibt, als um dich. Dieses Stück für Stück mag vielleicht für deinen Freund richtig sein. Mit dir hat das erst einmal nichts zu tun. Du weißt am besten selbst, wie Du vorgehst.

Auch Andreas Rat zur Gelassenheit möchte ich bekräftigen. Der eine oder die andere braucht vielleicht ein wenig Zeit, um damit klar zu kommen. Auch das ist in Ordnung. Viele haben sich beispielsweise nie mit diesem Thema auseinandergesetzt und sind zunächst verunsichert, was ich für sehr menschlich halte.

Wie Du damit umgehst? Ich mache das so, dass ich zum einen offen für ihre Fragen bin, Verständnis zeige und deutlich mache, dass der jeweilige Mensch mir wichtig ist und ich ihn gerne mag. Ich vermute mal, dass Du nicht mehr tun kannst.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

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Re: probleme mit freunden. was nun???

Post 3 im Thema

Beitrag von Lina »

Jana,

offensichtlich legst du selber Wert darauf, was "die Anderen" dazu meinen, denn sonst würdest du nicht so viel "Angriffsfläche" bieten, wo sie auf dich einreden würden. Was bringt dir das denn überhaupt - oder anders gesagt - was glaubst du würde sich dadurch ändern, wenn sie bestätigen würden, dass du die richtige Entscheidung getroffen hast? Du hast dich doch entschieden, oder nicht? Wenn nicht, ist das das Hauptproblem und nicht die Freunde.

Und wenn du hast, lebe dein Leben weiter, lass die "Begleiter", die mit ziehen wollen, mit kommen wenn sie wollen. Zu entscheiden haben die dann nichts.
Nicoletta
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Re: probleme mit freunden. was nun???

Post 4 im Thema

Beitrag von Nicoletta »

Hallo, Jana,

Freunde begleiten einen ganz Leben über, aber es sind nicht immer dieselben. Ich bin 67, und es gibt zig Personen, die ich einmal als Freunde bezeichnet habe. Eine ist gestorben, zwei sind irgendwie verschwunden, von vier bis fünf habe ich mich richtig getrennt, einige einfach aus den Augen verloren, für die meisten aber gilt, dass wir uns einfach auseinandergelebt haben. In Zusammenhang mit meinem Outing war das wahrscheinlich in drei Fällen der Auslöser. Dafür habe ich aber neue Freunde gefunden, die mich akzeptieren, wie ich bin, und als die schätzen, die ich nun einmal bin. Versuche einfach, es locker anzugehen. Wenn Du bei Dir zuhause bist und Dich selbst akzeptieren kannst, dann wirst Du die passenden Freunde anziehen. Ich verstehe, dass es schmerzhaft ist, jemanden zu verlieren, den Du als besten Freund gesehen hast. Aber wäre es Dir lieber, er würde sich verbiegen, Dir einreden, es sei alles in Ordnung, aber doch anders denken?

Ich kenne ein Ehepaar, mit ihm war ich schon befreundet, bevor er seine Frau kennen lernte, die beiden haben sich sogar in meiner Wohnung bei einer Osternachtfeier kennengelernt. Das verband uns sehr eng, weiteres kam dazu. Nach meinem Outing bekam ich von meinem Freund zu hören, sie hätten damit Schwierigkeiten, würden sich aber daran gewöhnen. Er hat mich aber konsequent als Frau angesprochen. Dennoch habe ich ihn seither nicht mehr gesehen, meine Mails wurden nicht beantwortet, angeblich nie angekommen. Durch Zufall traf ich seine Frau, die ich sehr schätze, sie hatte offenbar wirklich keine Probleme mit mir, wir sprachen auch über ein neues Treffen, aber nichts ist danach geschehen. Offenbar hat sie (Georgierin) keine Probleme mit mir, er (Deutscher) aber doch. Umgekehrt im Fall meiner seinerzeit besten Freundes (Deutscher), der eine Kirgisin geheiratet hat. Er versteht es vielleicht nicht richtig, akzeptiert es aber; sie aber verkündet offen, dass sie mich nicht sehen will, und verbietet ihm, irgendwelche Informationen über sie preiszugeben. Meinen einst besten Freund kann ich also nur noch sehen, wenn wir uns zufällig auf der Straße treffen, denn seine Wohnung darf ich nicht betreten, und zu mir zu kommen, hat sie ihm verboten. Auf der anderen Seite sind jene neuen Kontakte, zunächst wissenschaftlicher Natur, die mich mit der Selbstverständlichkeit, mit der ich als Frau akzeptiert wurde, überrascht und erfreut haben. Aus manchen Kontakten sind das neue Freundschaften geworden.

Ich hoffe, Du verstehst, was ich Dir eigentlich sagen will. Sei einfach Du, versuche nicht, im Kopf abzuwägen, wie Du denn von anderen wahrgenommen wirst. Und lass an Dich herankommen, was dann passiert. Du wirst nach einiger Zeit feststellen, dass Du jede Menge Kontakte zu besten Freunden und Freundinnen hast, von denen alle Dich akzeptieren, wie Du nun einmal bist. Warum also weiter klammern an Menschen, die Dich eigentlich abgeschrieben haben?

Viel Glück auf Deinen Weg.

Nicoletta
Ne budi ono što si bio, postani to što jesi. -- Sei nicht, was du gewesen, werde, was du bist!
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