Nuklearkraftwerke
Nuklearkraftwerke - # 7

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Nora_7
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 91 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Patricia hat geschrieben: Fr 22. Mär 2024, 22:34 Es geht nicht darum auf alles zu verzichten, sondern darum den eigenen Umwelt-Fußabdruck zu verringern und vor Allem sehr bewußt zu konsumieren. Wenn das jeder Mensch machen würde, könnten wir jede Menge Energie und Ressourcen sparen.
Die Frage ist doch wie ich leben will. Und meine Vorstellung von Lebensqualität sieht anders aus. Schon während des Studiums hatte ich die Möglichkeit zu internationalen Kongressen zu reisen, hatte tollen Austusch mit Kollegen, die ich vorher nur aus der Literatur kannte. Auch meine Frau kam viel rum. Wir hatten beide volle BAT IIa Stellen am Ende des Studiums, also finanziell früh abgesichert. Dann bin ich 15 Jahre beruflich durch fast die ganze Welt gereist. Dabei habe ich jede freie Minute genutzt, Land, Leute und Kulturen kennenzulernen. Und das ist noch heute so. Im Jahr 2000 hatte ich 10.000 KWh Stromverbrauch, 2023 2.600 - dank viel neuer und teurer Technik. Und dafür viiiiiiiiiiiel mehrfür den Strom bezahlt. Bei mir ist alles automatisiert, Zeit-, Licht- und Temperatur-gesteuert, fast nur LED.

Ich/wir reisen beide sehr gerne um andere, auch ferne Länder und Leute kennenzulernen - per Schiff, per Flug. Ich oute mich auch als Schifahrerin und liebe rasante schwarze Abfahrten. Auch in Deutschland sind wir viel unterwegs, da unsere Familie breit gestreut ist. Meistens per PKW, denn Bahn und ÖPNV haben uns schon zu häufig im Stich gelassen. Und in die 30 km entfernte Großstadt fahre ich auch mit dem PKW, da 1. ÖPNV unzuverlässig, Züge/Busse kamen nicht wegen Personalausfall oder Weselskys Willen, im Fernverkehr Anschlüsse und Termine verpasst wegen Verspätungen. Mit Bahn nur noch wenn ohne Umsteigen oder sehr lange Strecken wie B, HH, HB, HRO und dann Mietwagen 2. Zeitaufwand zur Großstadt mind. 2h statt 35 Min. - für mich verlorene, wertvolle Lebenszeit, gerade in meinem Alter. Mein Tag ist ausgefüllt. 3. Mindestens 2x, je nach Zeit auch 3 x umsteigen 4. Abends Theater, Club - nein, letzter Zug geht um 22h ab HbF (fast 1 km vom Zentrum).

Ich lebe um zu leben, nicht um jedes Gramm CO2 zu zählen, das ich verursache bzw verursachen muss. Das meiste CO2 verursachen sowieso andere, die ich nicht kontrollieren kann, und wenn man mir keine wirtschaftliche CO2-arme Heizung anbietet, dann gibt es sie bei mir auch nicht. Niemand in der Familie will Temperaturen unter 21-° dauerhaft ertragen. Außer im Keller. Zur Lebensqualität gehört für uns auch, dass jeder auch sein eigenes Zimmer hat um eigene Dinge um sich zu haben und tun zu können. Die sind natürlich zu beheizen. Und zu unserem Leben gehört auch unser großer Garten mit Wintergarten und Grillplatz, viel Obst, vielen blühenden Blumen und vielen Vögeln und Wildbienen. Und viel Arbeit. Uvm. Und viel Naturspielplatz für Enkel und Freunde, die Kids lieben ihn. Und meine Gartenpartys sind legendär. Spaß im Leben muss sein.

Fazit: Die Lebenseinstellungen variieren stark, die finanziellen Möglichkeiten auch. Der rot-grüne Druck nimmt stetig zu, doch habe ich immer Lösungen für mein Leben gefunden. Manchmal müssen sie auch Nichts tun sein, z.B. wenn Ideologie die treibende Kraft ist.

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Patricia
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 92 im Thema

Beitrag von Patricia »

Nora_7 hat geschrieben: Sa 23. Mär 2024, 00:42 Die Frage ist doch wie ich leben will. Und meine Vorstellung von Lebensqualität sieht anders aus...
Es ist eben das, was diese Welt bei dieser Bevölkerung (7,9 Milliarden) nicht hergibt. Wir sitzen alle im gleichem Boot, und dieses Boot sinkt immer schneller. Es mag sein, dass die First Class ganz hinten sitzt und als letzte untergeht, aber im Endeffekt kommt es auf das gleiche hinaus.
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 93 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Patricia hat geschrieben: Sa 23. Mär 2024, 08:43
Nora_7 hat geschrieben: Sa 23. Mär 2024, 00:42 Die Frage ist doch wie ich leben will. Und meine Vorstellung von Lebensqualität sieht anders aus...
Es ist eben das, was diese Welt bei dieser Bevölkerung (7,9 Milliarden) nicht hergibt. Wir sitzen alle im gleichem Boot, und dieses Boot sinkt immer schneller. Es mag sein, dass die First Class ganz hinten sitzt und als letzte untergeht, aber im Endeffekt kommt es auf das gleiche hinaus.
Ich bin immer auf der Seite gewesen, die Chancen sucht und entwickelt. nach vorne schaut, Situationen optimiert statt Trübsal zu blasen und irgendwelchen Träumen und Ideologien nachzuhängen. Und wenn Entwicklungshilfe bereitgestellt wird, um Fahrradwege in Peru oder Ökokühlschränke sonstwo zu finanzieren statt Geburtenkontrolle, Aufbau von Sozialsystemen, Infrastrukturen (wie China), dann kann ich das nicht ändern. China baut in Peru Häfen, Deutschland Fahrradwege für mehr ökologische Mobilität. Letzteres intereressiert niemanden dort, solange die Grundbedürfnisse nicht befriedigt sind. Jeder Politiker sollte die Maslow Pyramide kennen.

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Re: Nuklearkraftwerke

Post 94 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Wenn es nur noch darum geht die blose Existenz zu sichern - für was dann 40h in Wechselschicht arbeiten?
Zum Thema ÖpnV möchte ich mich nicht äußern - ich müsste unhöflich werden.
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 95 im Thema

Beitrag von Viggy »

Nora_7 hat geschrieben: Sa 23. Mär 2024, 10:22 China baut in Peru Häfen, Deutschland Fahrradwege für mehr ökologische Mobilität.
Deutschland gibt viel Geld für Entwicklungshilfe aus, überwiegend für sinnvolle Projekte, das dürfte außer Frage stehen. Der Sinn des Fahrradwegs mag vordergründig fragwürdig sein, aber nun diesen Radweg heranzuziehen, ein gern zitiertes Argument einer nicht unbraunen Partei, das nenne ich Populismus. Soviel zu diesem Thema, das Du so gerne ansprichst.
Und auch wenn man den Sinn des Radweges hinterfragt, so mag er doch ein Beispiel sein, dass einige Leute davon profitieren. China baut die Häfen nicht damit es den Menschen besser geht, sondern um seine Einflusssphäre zu vergrößern und die wirtschaftliche Weltmachstellung voranzutreiben und das mit Mitteln, die viel besser in die soziale Gerechtigkeit und Demokratie in China investiert werden könnten. Mit sozialem Engagement hat das gar nichts zu tun.
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 96 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Soziales Engagement muss man sich aber auch leisten können. Allgemeiner Wohlstand ist die Basis dafür, und wenn das so weitergeht wie die letzten 12 Monate hat sich das erledigt.
Wir können es drehen und wenden wie wir wollen ohne billige Energie wird es nix.
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
Viggy
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 97 im Thema

Beitrag von Viggy »

Und was willst Du damit sagen?

Soll das wieder ein Argument für Atomkraft sein?
Nur weil zur Zeit der AKWs der Strom billiger war als heute, heißt das nicht, dass das billige Energie war. Und wenn heute z. B. Frankreich verstärkt auf Atomkraft setzt und hunderte Milliarden in den Bau von neuen AKWs steckt, den Preis für erzeugten Strom staatlich reguliert, heißt das nicht, dass das billig ist. Wo kommen denn diese Milliarden her? Die wachsen auch nicht in Kellern. Das sind Steuergelder der Bürger, dann hast Du zwar billigen Strom, aber abgeschöpft wird dann trotzdem bei Dir.

Und warum blendet ihr immer die Kosten aus, die neben der eigentlichen Stromproduktion in AKW anfallen? Lasst euch mal die Summen auf der Zunge zergehen, die für den Bau eines AKW inzwischen anfallen, dazu kommen die Kosten für immer höhere Sicherheitsmaßnahmen, auch wegen der steigenden politischen Bedrohung, den Abbau der Dinger, irgendwann müssen die wieder weg und dann noch die Endlagerung. All das werdet ihr mitbezahlen müssen, auch wenn die Kilowattstunde nur 30 Cent kostet. Dass ihr dann wieder Uran bei Putin kaufen müsst, der dann auch noch den Preis diktieren kann, ist da schon fast lächerlich.
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 98 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Viggy hat geschrieben: Sa 23. Mär 2024, 10:53
Nora_7 hat geschrieben: Sa 23. Mär 2024, 10:22 China baut in Peru Häfen, Deutschland Fahrradwege für mehr ökologische Mobilität.
Deutschland gibt viel Geld für Entwicklungshilfe aus, überwiegend für sinnvolle Projekte, das dürfte außer Frage stehen. Der Sinn des Fahrradwegs mag vordergründig fragwürdig sein, aber nun diesen Radweg heranzuziehen, ein gern zitiertes Argument einer nicht unbraunen Partei, das nenne ich Populismus. Soviel zu diesem Thema, das Du so gerne ansprichst.
Und auch wenn man den Sinn des Radweges hinterfragt, so mag er doch ein Beispiel sein, dass einige Leute davon profitieren. China baut die Häfen nicht damit es den Menschen besser geht, sondern um seine Einflusssphäre zu vergrößern und die wirtschaftliche Weltmachstellung voranzutreiben und das mit Mitteln, die viel besser in die soziale Gerechtigkeit und Demokratie in China investiert werden könnten. Mit sozialem Engagement hat das gar nichts zu tun.
Ersteinmal: Nur weil die AfD es auch kritisiert ist die Kritik nicht unbraun. Diese Vergleiche sind ABARTIG, jeden in die AfD-Ecke zu stellen, der mal einzelne, gleiche Dinge kritisiert wie die AfD. Nur weil die AfD etwas auch sagt, ist alle Kritik verboten? Also bitte nicht mehr diese Polemik!!!

Und die Gründe für China sind bekannt. Das heißt jedoch nicht, dass wir bzw. gemeinsam mit demokratischen Partnern, es besser machen könnten. Nur weil China es mit Hintergedanken betreibt, heißt nicht, dass die Maßnahme per se schlecht ist. Infrastrukturen zu entwickeln ist nachhaltig und die Grundvoraussetzung für die eigene Entwicklung. Statt ewig am Tropf anderer zu hängen. Übrigens: Die Atommächte Indien und China erhalten auch Entwicklungshilfe.

Und wir - meine Familie - betreiben effektive und effiziente Entwicklungshilfe, indem wir Afrikannerinnen Ausbildungsmöglichkeiten in Deutschland über den Einstieg Soziales Jahr vermitteln und sie betreuen. Sehr erfolgreich, die "Schützlinge" finanzieren nach Abschluß die heimische Dorfinfrastruktur: Wasserleitungen, Strom (solar), stabile Steinhäuser... Vor Ort wären sie arbeitslos, da es dort keine Alten- und Krankenpflege gibt. Und auch sonst hilft kein Beruf vor Ort weiter.

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Re: Nuklearkraftwerke

Post 99 im Thema

Beitrag von Viggy »

Nora_7 hat geschrieben: Sa 23. Mär 2024, 11:59 Ersteinmal: Nur weil die AfD es auch kritisiert ist die Kritik nicht unbraun. Diese Vergleiche sind ABARTIG, jeden in die AfD-Ecke zu stellen, der mal einzelne, gleiche Dinge kritisiert wie die AfD. Nur weil die AfD etwas auch sagt, ist alle Kritik verboten? Also bitte nicht mehr diese Polemik!!!
Ich habe nicht dich in eine Ecke gestellt, sondern nur den Begriff Populismus, den du so gerne bemühst geradegerückt.
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 100 im Thema

Beitrag von Viggy »

Nora_7 hat geschrieben: Sa 23. Mär 2024, 11:59 Und wir - meine Familie - betreiben effektive und effiziente Entwicklungshilfe, indem wir Afrikannerinnen Ausbildungsmöglichkeiten in Deutschland über den Einstieg Soziales Jahr vermitteln und sie betreuen. Sehr erfolgreich, die "Schützlinge" finanzieren nach Abschluß die heimische Dorfinfrastruktur: Wasserleitungen, Strom (solar), stabile Steinhäuser... Vor Ort wären sie arbeitslos, da es dort keine Alten- und Krankenpflege gibt. Und auch sonst hilft kein Beruf vor Ort weiter.
OK, die Diskussion hier entartet und wir immer breiter, du wirst dich sicher freuen, ich ziehe mich aus diesem Thread endgültig zurück.
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 101 im Thema

Beitrag von Kerstin »

Viggy hat geschrieben: Sa 23. Mär 2024, 11:48
Soll das wieder ein Argument für Atomkraft sein?
Warum nicht? In einer offenen Diskussion muss es auch möglich sein gegen Positionen zu beziehen.

Und was deine Anmerkung zu den Kosten angeht - bei den öko Energien ist es doch auch nicht anders.
Was kostet eigentlich diese Stromautobahn quer durch die Republik und wer bezahlt diese?
Ich brauche Informationen - eine Meinung bilde ich mir selbst.
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 102 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Kerstin hat geschrieben: Sa 23. Mär 2024, 12:19 Und was deine Anmerkung zu den Kosten angeht - bei den öko Energien ist es doch auch nicht anders.
Doch. Atomkraft wurde von je her mit vielen Milliarden subventioniert, weil regierungs-politisch gewollt.
Eine Betrachtung der reinen budgetwirksamen [also direkt als solche ausgewiesenen] Förderungen der Jahre 1955 bis 2022 ergeben eine Fördersumme von insgesamt 112,1 Mrd. EUR (nominal) bzw. 169,4 Mrd. EUR (real)
(Wiss.Dienste des Bundestags, 2021)
In der darauf folgenden Tabelle (S.13) und dem Diagramm (S.14) weiter hinten kommen allerdings viel höhere Summen heraus
Bildschirmfoto 2024-03-23 um 12.54.09.png
Zu beachten: Im Diagramm fehlen die Summen 1950-1970.

Dazu kommen indirekte Förderungen, mit denen Atomindustrie entlastet wurde. Infrastruktur, Kostenübernahmen für Sicherheit (weit höher als bei anderen Technologien), Bürgschaften und Zusagen für Versicherungen, Zwischen- und Endlagerung, etc. ohne die weder Bau noch Betrieb je finanzierbar gewesen wären.

Die 237 Milliarden € sind also eher die untere Grenze. Erneuerbare bisher eher halb so viel.

Die Fossilien wurden real noch mehr gefördert, hatten aber auch einen erheblich höheren Anteil an der Stromerzeugung.

Und dann sind da die Kosten der Konsequenzen.
Allein in Deutschland belaufen sich die staatlichen Ausgaben für die Folgen der Tschernobyl-Katastrophe bis heute auf rund eine Milliarde Euro. Die unmittelbaren wirtschaftlichen Schäden durch den Atomunfall von Tschernobyl werden auf mehr als 200 Milliarden Euro geschätzt - Folgeschäden wie Erkrankungen sind dabei nicht eingerechnet.
(DW)
Kerstin hat geschrieben: Sa 23. Mär 2024, 12:19Was kostet eigentlich diese Stromautobahn quer durch die Republik und wer bezahlt diese?
Die bezahlen letztlich auch wir, wie die ganze Energiewirtschaft, egal welche Erzeugung. Mal abgesehen von dem Anteil Industriestrom, der über expoertierte Waren bezahlt wird.

Aber die ganze Modernisierung der Netze ist eh notwendig, weil sie der Bedarfsstruktur nicht mehr angemessen sind. Heisst: Damit ist kein Staat mehr zu machen. Seit der Privatisierungswelle der 80er wurden die Stromnetze ähnlich wie die Bahnnetze vernachlässigt, weil sie im Gegensatz zum Energieverkauf kaum Geld bringen. Dafür müssen sie bis in die letzte Ecke ausgebaut und unterhalten werden. Hätten Bayern und BaWü ausreichend erneuerbare aufgebaut, die viel besser lokale Netze nutzen können, wären diese Großleitungen weniger dringend. Stadtwerek nicht an Konzerne verkaufen hätte auch jede Menge lokale Flexibilität erhalten.

Der Knackpunkt ist: In den letzten 40 Jahren ist einfach zu viel liegen gelassen und aufgeschoben worden. Mit der neoliberalen "Wende" der Kohl-Regierung (Methode Reagan, Thatcher) und ihrer "einfach weiter so" Bräsigkeit wurde das eingeleitet und durch Schröder und Merkel nahtlos fortgesetzt. Es wurde der Eindruck erweckt, das keine Anpassung oder Weiterentwicklung notwendig wäre, und schon gar keine staatlichen Investitionen.

Dabei waren alle Erkenntnisse längst bekannt, aber die deutschen Regierungen legten die Hände in den Schoss und hofften, "die Wirtschaft" würde die Modernisierungen übernehmen. Das tat die aber nur, wo Geld zu verdienen war. Nicht bei Energie, nicht bei Digitalisierung, nicht bei Bahn - und nicht mal bei Strassen. Die staatlichen Investitionen liegen in D seit Jahrzehnten bei 2% des BIP oder darunter. Der europäische Durchschnitt ist 3%.

Deshalb sehen Schulen so aus, die Bahn, Telefon und Internet, Energie, Strassen und Verwaltungen.

Wir, unserere Generation, hat effektiv das Erbe der 1950er bis 70er verlebt und jetzt schieben wir einen gewaltigen Schuldenberg in Form unterlassener Modernisierungen vor uns her. Schätzungen reden von 300-500 Milliarden Euro. Ohne die absehbar gigantischen Anpassungskosten an die Klimaerhitzung (Wassermangel, Fluten, Hitze, Zusammenbruch von Ökosystemen und damit der Landwirtschaft usw)

Ist halt blöd, jetzt noch zu leben, wo die Folgen der falschen Versprechungen uns einholen.

Und die C-Parteien und die Neoliberalen feiern noch Aktienkurse, schwarze Nullen und die Schuldenbremse (bei effektiv 0% Zinsen 🤦), weil sie selbst noch genug Kohle bis zum eigenen Lebensende in der Hinterhand haben, während alle "darunter" in die Röhre gucken.

-¯\_(ツ)_/-¯
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 103 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Jaddy hat geschrieben: Sa 23. Mär 2024, 13:51 Und die C-Parteien und die Neoliberalen feiern noch Aktienkurse, schwarze Nullen und die Schuldenbremse (bei effektiv 0% Zinsen 🤦), weil sie selbst noch genug Kohle bis zum eigenen Lebensende in der Hinterhand haben, während alle "darunter" in die Röhre gucken.
Das ist natürlich völlig daneben und schon bösartige Polemik. Es ist ja sooooo einfach, alles auf die C-Parteien zu schieben, wo doch S- und G-Parteien auch regiert haben. Und vieles ist auch Ländersache. Realpolitik läuft halt anders als Ideologie. Die G-Partei hat in NRW die Bildung völlig ruiniert. Die SPD ist maßgeblicher Treiber für russisches Gas und Annäherung an Putin gewesen. Und bei uns vor Ort haben die SPD-Bürgermeister das "Tafelsilber" verscherbelt, um es dann überteuert zurückzumieten. Nein, unsere Generation und die davor haben das Erbe der 50er nicht verlebt, sondern van den 50er Jahren das aufgebaut, was heutige Luxus Girlies und -boyz ohne jegliche Erfahrung, Ausbildung, Kompetenz kaputt machen wollen.

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Re: Nuklearkraftwerke

Post 104 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Nora_7 hat geschrieben: Sa 23. Mär 2024, 16:17 Das ist natürlich völlig daneben und schon bösartige Polemik. Es ist ja sooooo einfach, alles auf die C-Parteien zu schieben, wo doch S- und G-Parteien auch regiert haben. Und vieles ist auch Ländersache. Realpolitik läuft halt anders als Ideologie. Die G-Partei hat in NRW die Bildung völlig ruiniert. Die SPD ist maßgeblicher Treiber für russisches Gas und Annäherung an Putin gewesen. Und bei uns vor Ort haben die SPD-Bürgermeister das "Tafelsilber" verscherbelt, um es dann überteuert zurückzumieten. Nein, unsere Generation und die davor haben das Erbe der 50er nicht verlebt, sondern van den 50er Jahren das aufgebaut, was heutige Luxus Girlies und -boyz ohne jegliche Erfahrung, Ausbildung, Kompetenz kaputt machen wollen.
Du wirst bemerkt haben, dass ich die Schröder-Zeit explizit mit genannt habe. Der war genauso unsozial und neoliberal drauf, was zu der einzig jemals sinnvollen Aktion von Lafontaine geführt hat, nämlich aus der Regierung und der SPD auszuscheiden.

Die anderen 32 Jahre waren unter CDU-Leitung. Insbesondere die Privatisierungswelle der 80er (Kohl, Waigel) und die neuen Steuerverteilungsgesetze (Schröder, Eichel), die den Kommunen massiv Einnahmen aus ihren ansässigen Betrieben entzogen haben, so dass vielen nur dieser Rückmiet-Unfug übrig blieb, um die jährlichen Kosten zu senken und zu strecken. Das betraf Stadtwerke (mit ihren Netzen) für Strom, Wasser. Abwasser usw.

Gleichzeitig wurde der Bundeshaushalt poliert und Aufgaben an die Länder geschoben, wodurch zum Beispiel Schulen etc finanziell belastet wurden. Ich erinnere an Waigel und seine regelmässigen Milliardenlöcher. Wir könnten auch mal über die unfaire Verteilung von Lasten bei Strukturreformen reden (Werften, Stahl), die politisch abgewürgt wurden, wenn die Landesregierung gerade nicht die Parteifarbe der Bundesregierung hatte. Oder umgekehrt, weshalb Bayern sich Jahrzehnte lang quasi vergoldete Leitplanken leistete, aber anderswo Infrastruktur verrottete.

Das ist also alles nicht so einfach. In Summe bleibt aber, dass 40 Jahre viel zu wenig zukunftsweisend verändert wurde. Es fehlte die politische Zielrichtung, aber eben auch massiv Investitionen. Da sind sich Fachleute für Politik und Wirtschaft einig. Und steuernd waren in diesen Jahren nun mal massgeblich - und von der Mehrheit so gewählt - schwarz und gelb.

Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... jc6b39.png


"Wir", Bürger*innen, haben real nichts wirklich modernisiert. Wir haben unsere Steuern gezahlt, die sich in Unternehmensgewinnen niedergeschlagen haben. Nicht in Schulen und Kitas, nicht in modernen Verkehrssystemen. Wir - naja, ich nicht - haben die Leute in die Regierung gewählt, die versprochen haben, dass alles so bleiben kann - bis es dann nicht mehr ging, während rund um uns alles mögliche abgebaut, verlassen oder verscherbelt wurde. Für dass wir dann privat drauf zahlen mussten, wenn wir konnten. Wir hinterlassen damit der kommenden Generation gesamtgesellschaftlich einen Haufen Schulden und schlechtere Zukunftsaussichten, als wir sie in den 70ern und Anfang 80ern noch hatten.
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Re: Nuklearkraftwerke

Post 105 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Jaddy hat geschrieben: Sa 23. Mär 2024, 17:26 Du wirst bemerkt haben, dass ich die Schröder-Zeit explizit mit genannt habe. Der war genauso unsozial und neoliberal drauf, was zu der einzig jemals sinnvollen Aktion von Lafontaine geführt hat, nämlich aus der Regierung und der SPD auszuscheiden.
Du siehst das aus eine Ultralinken perspektive, die zum Glück hier seit der DDR nicht eingetreten ist. Die Kosten der Wiedervereinigung fehlen in deiner Aufstellung völlig. Und Lafontaine ist ein Traumtänzer, der zum Glück politisch auf den Komposthaufen kam. Denn sonst hätte es nur noch Verteilung von Leistungsträgern auf Nichtleistungsträger gegeben. Mein Bundesland (SPD) hat seine Sparpolitik mit steigender Bevormundung der Gemeinden so weit getrieben, das viele Bürgermeister aufhören bzw. schon haben. Der Staat ist aber kein Unternehmer, der alles besser kann. Im Gegenteil, das hat nie funktioniert. Durch Politikwechsel gibt es keine Planbarkeit und somit Kontinuität.

Kommunen konnten sich auf einen Schlag entschulden oder zumindest ihre Schulden deutlich abbauen, wenn sie die hohen Wohnungsbestände verkauften. Damit könnte die Zinslast gesenkt und Mittel für Investitionen in die soziale Infrastruktur freigesetzt werden, namentlich für die Sanierung von Schulen, die Einrichtung von Kitas, den Erhalt und Ausbau des ÖPNV oder auch für die Feuerwehr und die Polizei. Wohnungen unter kostendeckender Miete zu vermieten, wäre ein Faß ohne Boden geworden. leider ist von allen Parteien vergessen worden, dafür das Genossenschaftswesen zu erweitern. Der Schuldenberg hat sich schon sehr lange entwickelt, nicht erst in den 80ern. Da wurde die Bremse gezogen. Allerdings war in unserem Fall der Bürgermeister zu unfähig, nachhaltigere Lösungen zu suchen. Die gab es.

Die Privatisierungswelle ab den 80ern ist keine Boshaftigkeit der CDU, sondern eine EU Maßnahme, die einen übergreifenden Wettbewerb zwischen den EU Ländern gefordert hat, ohne staatliche Eingriffe wie eigene nationale Subventionen, Preisdumping durch Staatsunternehmen. Ach ja, unser Kreis hat die Müllabführ dieses Jahr wieder selbst übernommen, weil er glaubt, mehr am Verkauf der Abfälle verdienen zu können. Fazit: sie wird teurer, und bei den häufigen Streiks im Öffentlichen Dienst dürfte es nach vielen Jahren wieder Stinkestraßen geben.

Alles hat eine Geschichte und ist nicht so einfach, wie du es einseitig darstellst. Auch waren die damaligen Politiker waren nicht so dumm, wie Linke (die nichts aus der Vergangenheit gelernt haben und immer noch an Illusionen des 19. Jahrhunderts glauben) weis machen wollen.

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