Du hast hier Beispiele aufgeführt, die sinnbildlich für die Steigerung des Selbstwertgefühls stehen sollen. Das bedingt, dass die Personen aus den Beispielen, vorher keines oder nur ein geringes hatten und nach getätigter Aktion plötzlich davon strotzen. Das ist die besagte Stammtisch-Logik, der ich absolut nicht zustimmen kann.
Ich wage zu behaupten, dass der Anteil Frauen die deshalb zum Frisör gehen weil sie unter einem geringen Selbstwertgefühl leiden, einen ganz kleinen Prozentsatz ausmacht. Die gehen in erster Linie dahin, weil die was für sich machen wollen. Vom Alltag abschalten, was für sich alleine machen, nicht an ihren alltäglichen Trott von Arbeit, Kinder, Haus und evt. auch Ehemann denken wollen. Mit der Friseurin tratschen wollen, einfach mal die Zeit geniessen und sich selbst sein - Frau sein. Das die Frisur danach - hoffentlich - auch noch top ist, ist die Zugabe. Also, ich würde es jedenfalls aus diesen Gründen machen!Helga hat geschrieben: Di 28. Jan 2020, 20:51 Warum fühlen Frauen sich besser wenn sie vom Friseur kommen, warum kaufen sich ältere Männer einen Sportwagen obwohl sie Probleme beim ein- und Aussteigen haben? Warum tragen Menschen Schmuck? - Um das eigene Selbstwertgefühl zu steigern.-
Männer, die in fortgeschrittenen Alter Sportwagen kaufen und fahren...ja, das bedient wohl ganz stark das Klischee eines early- oder mid-fifties, der es sich jetzt endlich leisten kann, den Traum seiner Jugend zu erfüllen - und dazu vielleicht noch einem jungen Mädel imponieren kann. Für mich hat sojemand ganz bestimmt kein geringes Selbstwertgefühl. So jemand möchte es sich einfach noch mal beweisen, dass er es in dem Alter noch genau so drauf hat, wie 25 Jahre zuvor. Die haben höchstens Torschusspanik aber bestimmt kein Mangel an Selbstwert.
Genau so wenig haben es Leute die Schmuck tragen. Ehrlich, hast du schon mal Leute gefragt, die welchen tragen, ob sie kein Selbstwertgefühl haben, oder warum sie das machen müssen? Also ich trage den, weil ich ihn schön an mir finde und ich gerne welchen trage. Ich finde, er ist die Cocktailkirsche auf meinem Sahnehäubchen. Ich kann aber auch genau so gut auf ihn verzichten und fühle mich keineswegs herabgesetzt
Sagt jemand, der sich zu 95% männlich verortet. Ich sag dir mal was, zuerst kommt das Gefühl und dann der ganze Rest. Ich kann verstehen, wenn jemand eine FFS macht - NACHDEM erstmal alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind und nun aber immer noch starke männliche Anteile im Gesicht zu erkennen sind. Ausgeprägte Wangenknochen, breites Kinn, dicke Augenbrauenwülste, grosse Hakennase. Dann und nur dann, kann ich das absolut nachvollziehen. Aber, eine FFS zu machen, um sich dadurch weiblicher zu fühlen, ist absoluter Bullshit. Entweder du hast das Gefühl zu Beginn oder nicht. Das bringt dir keine FFS der Welt. Dann solltest du eher mal zum Therapeuten gehen, damit der versucht dein gestörtes Selbstbild wiederherzustellenHelga hat geschrieben: Di 28. Jan 2020, 20:51 Ohne Pia außerhalb des Forums zu kennen mutmaße ich, dass auch sie die FFS für sich persönlich braucht um das persönliche Gefühl der Weiblichkeit zu verstärken. Mit dem Gefühl kommen dann idealerweise auch die Ausstrahlung und die Gestik.-
Dazu hat Carry ja schon sehr gut was gesagt, was keiner Ergänzung bedarf!Helga hat geschrieben: Di 28. Jan 2020, 20:51 Schönheitsoperationen sind schließlich bei cis- Menschen jeglichen Geschlechts durchaus nicht unüblich. Adressat einer solchen Maßnahme ist in der Regel das eigene Selbstwertgefühl, weniger die Außenwelt.
Da habe ich echt gedacht, das schlägt ja dem Fass den Boden aus! Ja, warum machen die das bloss? Das kann halt keiner nachempfinden, der nicht TS ist und deswegen am besten mal gaaaanz still bei diesem Thema ist. Aber, da ich heute so mitteilungsbedürftig bin, erkläre ich es dir. Die machen das aus dem Grund, da sie eine Diskrepanz zwischen gefühlten weiblichen Geschlecht und erlebten männlichen Köper haben und darunter extrem leiden. Die haben meistens schon mind. 2 Jahre Hormontherapie hinter sich gebracht und - wenn überhaupt - nur mässigen Erfolg im Brustwachstum verzeichnen können. Dass das eine Transfrau genau so am Ego kratzt wie eine cis-Frau ist wohl unumstritten. Das hat aber nix mit verstärken des eigenen Körpergefühls zu tun, denn das ist ja schon da. Sie fühlt sich als Frau, halt nur unvollständig. Hast du mal eine Frau nach einer Brustamputation nach ihrem Körpergefühl gefragt? Dieser Vergleich kommt dem in etwa nahe, wobei so eine OP und die damit verbundenen seelischen Qualen noch mal eine ganz andere Hausnummer ist.Helga hat geschrieben: Di 28. Jan 2020, 20:51 Warum lassen sich Transfrauen Silikonpolster unter die Haut legen und den Penis zur Neo- Vagina umformen (was letztendlich auch nur eine Anpassung der äußeren, also oberflächlichen Geschlechtsteile ist) obwohl sie sich als lesbisch verorten und seit Jahrzehnten verheiratet sind? Mutmaßlich aus dem gleichen Grund, um das eigene Körpergefühl zu verstärken.-
Was hat denn bitteschön der Wunsch eine Vagina zu haben mit der sexuellen Präferenz zu tun? Auf diese Erklärung bin ich am meisten gespannt. Heisst das, dass eine Transfrau, die nach ihrer Transition von sich sagt, dass sie lesbisch ist, keine Vagina haben darf, weil das ja nur der äusseren Angleichung dient und nichts mit dem erlebten Geschlecht zu tun hat?Echt jetzt, da komme ich gar nicht mehr mit. Da muss ich auch aufpassen, dass ich nicht ausfallend werde.
Ich kann ohnehin nur ganz schwer verstehen, wie sich offensichtlich Non-TS zu so welchen, an den Haaren herbeigezogen Argumenten verleiten lassen. Wie schon mal gesagt wurde, ist das vergleichbar mit Leuten, die Eltern erklären wollen, wie man Kinder erzieht oder Trauernden erklären wollen, wie man am besten über die Trauer eines geliebten Menschen hinweg kommt oder suizidalen Menschen erklären wollen, wie schön doch das Leben ist. All denen kann ich nur sagen: Haste selbst schon am eigenen Körper erlebt? Nein. Dann lieber mal gaaanz still sein!