Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"
Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft" - # 7

Lebensplanung, Standorte
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Laila-Sarah
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 91 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Michelle_Engelhardt hat geschrieben: Mi 27. Feb 2019, 12:24 Hat damit nix zu tun...ich finde es nur nicht ok zu schreiben "Hey, ich habe UserIn xy zu dies und das geraten".....ist aber auch nur meine Meinung ;)
War doch nur witzig gemeint (dr)
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Christiane04
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 92 im Thema

Beitrag von Christiane04 »

Ja war witzig gemeint u doch auch wieder ernst.
Auch in anderen Foren haben viele u auch kompetente Leute tagelang mit Userin xy
Geschrieben u sie in ernst genommen. Geholfen hat es merklich nichts. Das ist jetzt hier wieder so
Und Laila hat das zu Recht bedauert. Wir machen uns Gedanken und investieren Energie.
Diesen Rat zur Umbennung hatte ich ihr damals erklärt u nicht so als Brocken hin geworfen...es sollte ein kleiner Schritt
Ins positivere Denken sein. War nur gut gemeint und im Rahmen einer längeren Schreibphase mit ihr erfolgt.
Michelle du hast natürlich recht, hätte ich mir auch sparen können....so wie die Bemerkung oben.
....................
Schönen Tag euch noch
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dunkles_sternchen
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 93 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Laila-Sarah hat geschrieben: Mi 27. Feb 2019, 12:07 Ständig herumzumeckern wie es einem schlecht geht aber alles Hilfe abzuschmettern und damit verhindern, dass es wieder besser geht, finde ich nicht in Ordnung. Es ist mir nicht peinlich oder indiskret es zu sagen. Ich wollte nicht verletzend sein sondern sie zum (positiven) denken bewegen.
Vielleicht auch nochmal, um das zu verdeutlichen: Ich habe kein Problem mit meinem Kopf, sondern mit meinem Körper. Ich sollte nicht an meiner Haltung arbeiten, sondern an meinem Körper. Das ist doch der grundsätzliche Tenor, den ich versuche zu vermitteln. Mir nützen absolut keinen guten Ratschläge, die mich davon überzeugen sollen, dass das alles nur Kopfsache ist. Nein. Ist es nicht. Das Problem ist mein Körper. Nur er allein initiiert das Leiden in der Seele.

Transsexualität ist keine psychische Störung - das kann man nicht weg-therapieren. Das geht eben nicht. Darum gibt es doch die medizinischen Maßnahmen. Wenn die aber unzureichend Wirkung zeigen, ist man verdammt weiter zu leiden. Das ändert doch am Grundprinzip nichts. Und meine Identität zu mir orientiert sich nicht an einem Gesetz, sondern an einem Körpergefühl und das ist nach wie vor massiv gestört. Und darunter leide ich. Da hilft auch kein Wille zum positiven Denken. Ist das so unverständlich??? Und mir hilft das "Jammern" manchmal auch meinem Schmerz irgendwo Freiraum zu geben - das frisst einen sonst schlichtweg auf.
Laila-Sarah
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 94 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

dunkles_sternchen hat geschrieben: Mi 27. Feb 2019, 22:24
Laila-Sarah hat geschrieben: Mi 27. Feb 2019, 12:07 Ständig herumzumeckern wie es einem schlecht geht aber alles Hilfe abzuschmettern und damit verhindern, dass es wieder besser geht, finde ich nicht in Ordnung. Es ist mir nicht peinlich oder indiskret es zu sagen. Ich wollte nicht verletzend sein sondern sie zum (positiven) denken bewegen.
Vielleicht auch nochmal, um das zu verdeutlichen: Ich habe kein Problem mit meinem Kopf, sondern mit meinem Körper. Ich sollte nicht an meiner Haltung arbeiten, sondern an meinem Körper. Das ist doch der grundsätzliche Tenor, den ich versuche zu vermitteln. Mir nützen absolut keinen guten Ratschläge, die mich davon überzeugen sollen, dass das alles nur Kopfsache ist. Nein. Ist es nicht. Das Problem ist mein Körper. Nur er allein initiiert das Leiden in der Seele.

Transsexualität ist keine psychische Störung - das kann man nicht weg-therapieren. Das geht eben nicht. Darum gibt es doch die medizinischen Maßnahmen. Wenn die aber unzureichend Wirkung zeigen, ist man verdammt weiter zu leiden. Das ändert doch am Grundprinzip nichts. Und meine Identität zu mir orientiert sich nicht an einem Gesetz, sondern an einem Körpergefühl und das ist nach wie vor massiv gestört. Und darunter leide ich. Da hilft auch kein Wille zum positiven Denken. Ist das so unverständlich??? Und mir hilft das "Jammern" manchmal auch meinem Schmerz irgendwo Freiraum zu geben - das frisst einen sonst schlichtweg auf.
Hallo Sternchen,

ich versuche dir mal ein abstraktes Beispiel zu geben, weil innerhalb unserer Probleme fällt es uns schwer objektiv zu denken.

Es gibt drei künstliche Intelligenzen, mit verschiedener Programmierung aber dem gleichen Ziel. Ziel ist es Sonden zu bauen um Planeten zu finden, die für die Expansion der Menschheit geeignet sind. Es gibt da einen Planeten A, der enorm vielversprechend aussieht. Also schicken alle 3 KIs ihre Sonden nach Planet A. Als die ersten Sonden dort ankommen stellt sich heraus, dass es sehr schwierig ist auf Planet A zu landen. Die Sonden gehen immer wieder kaputt. Hier versuchen die KIs verschiedene Strategien.

KI 1: Versucht es einige Male. Sieht, dass es quasi unmöglich ist, gibt auf und sieht sich fortan als gescheitert.
KI 2: Versucht immer bessere Sonden zu bauen um die Hindernisse des Planeten A zu meistern.
KI 3: Versucht einige male Planet A und wendet sich anderen Planeten zu.

Wie du siehst ist das Problem auf dem ersten Blick Planet A aber beim zweiten Blick sieht man: Es entstehen je nach KI verschieden Szenarien und sehr verschiedene potentielle Resultate. Also ist Planet A nur ein Teilproblem und das eigentliche Problem ist die Kombination aus Planet A und die jeweilige Strategie der KIs.

KI 1 ist so ziemlich ein Pessimist, wahrscheinlich leidet er jetzt an Depressionen. KI 2 und KI 3 machen es schon ein wenig besser. KI 1 und 3 akzeptieren, dass Planet A nicht machbar ist, gehen aber sehr verschieden damit um. KI 2 akzeptiert nicht das Problem aber dass es keine passende Lösung hat. KI 2 und 3 könnten erfolgreich sein oder bei dem Versuch eingehen. Aber es bleibt spannend und es besteht Hoffnung.

Nun ersetze Planet A mit deinem Körper und sehe die KIs als verschiedene Arten zu denken an. Was man dir versucht damit zu sagen ist: Sicherlich hast du das Problem aber es gibt verschiedene Arten damit umzugehen. Dein Ansatz ist nicht die beste und vielleicht sogar die schlechteste.

VlG
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dunkles_sternchen
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 95 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Laila-Sarah hat geschrieben: Do 28. Feb 2019, 00:38
Nun ersetze Planet A mit deinem Körper und sehe die KIs als verschiedene Arten zu denken an. Was man dir versucht damit zu sagen ist: Sicherlich hast du das Problem aber es gibt verschiedene Arten damit umzugehen. Dein Ansatz ist nicht die beste und vielleicht sogar die schlechteste.
Nochmal in aller Deutlichkeit:
Wenn es möglich ist, dass man allein auf psychischem Wege mit Transsexualität umgehen lernen kann und auch lernt seinen Körper zu akzeptieren, sollten niemand mehr eine Hormontherapie, noch eine GaOP bewilligt bekommen. Dann macht man eine Psychotherapie und dann reicht das.
Jaddy
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 96 im Thema

Beitrag von Jaddy »

dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 28. Feb 2019, 00:56Nochmal in aller Deutlichkeit:
Wenn es möglich ist, dass man allein auf psychischem Wege mit Transsexualität umgehen lernen kann und auch lernt seinen Körper zu akzeptieren, sollten niemand mehr eine Hormontherapie, noch eine GaOP bewilligt bekommen. Dann macht man eine Psychotherapie und dann reicht das.
Mit Verlaub, das ist ziemlicher Quark. Dinge, die nicht 100%ig funktionieren, sollten verbessert werden, nicht verboten. Sonst wäre wir noch in den Höhlen oder auf den Bäumen. Bei der Aufklärung durch Fachleute bin ich bei dir. Beim vorherigen Ausräumen eventueller anderer Motivationen und seelischer Altlasten auch. Aber sich angesichts offensichtlicher und immer weiter verbesserter Wirksamkeit sich für körperliche Angleichungen zu entscheiden können wir prima der Eigenverantwortung der Betreffenden überlassen. Wenn es schief geht kann man sich über mangelnde Aufklärung beklagen, vielleicht zurecht. Man kann sich in Verbitterung vergraben, tja, *schulterzuck*. Aber wegen der eigenen Verbitterung über eine falsche Entscheidung anderen das Leben schwer zu machen ist ein logischer Fehlschluss und aus meiner Sicht auch ziemlich schäbig.
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 97 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Ich rede nicht davon, dass vielleicht einige Details nicht funktionieren. Für viele Menschen, die ich kenne, hat die Hormontherapie + GaOP nicht ansatzweise die körperlicher Angleichung gebracht, die man meinte dadurch zu erhalten. Der einzige Fehlschluss besteht darin zu glauben, dass eine pauschalisierte Behandlung für alle Formen der Transsexualität zu passen hat. Und bei wem das nicht für ausreichend Linderung sorgt, hat einen Dachschaden und soll zur Psychotherapie. Wie kommt man zu so einer Schlussfolgerung?

Und ja, mich verbittert es, dass man alles über einen Kamm schert und dann auch noch so argumentiert wird. Jeder sollte eine individuelle Behandlung erhalten - zugeschnitten auf sein Leidensprofil. TS kann sich viel zu unterschiedlich darstellen, als das man da ein Pauschal-Paket drüber bügeln kann und dann hat das zu passen. Ich bin ehrlich gesagt etwas erschüttert, dass hier die meisten der Meinung sind, dass TS pauschal mit einem Rezept "behoben" werden kann. So ungefährt: ich habe da was und gehe mal zum Arzt und lass mir was verschreiben. Schade!
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 98 im Thema

Beitrag von Joe95 »

dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 28. Feb 2019, 00:56 Wenn es möglich ist, dass man allein auf psychischem Wege mit Transsexualität umgehen lernen kann und auch lernt seinen Körper zu akzeptieren, sollten niemand mehr eine Hormontherapie, noch eine GaOP bewilligt bekommen. Dann macht man eine Psychotherapie und dann reicht das.
Hallo Sternchen,
ich denke nicht das man einfach so lernen kann mit Ts umzugehen. Weiter denke ich das ihr hier viel aneinander vorbei redet.
Du sagst "ich habe Probleme mit meinem Körper".
Die meisten hier denken "klar doch, haben wir alle, musst du mit leben".
Du sagst "ich kann damit nicht leben", die anderen sagen "arbeite an deiner Einstellung, da musst du durch".

Dein Problem ist dein Körper, die anderen denken dein Problem ist das du damit nich umgehen kannst.
Ich denke was an medizinischen Maßnahmen noch möglich wäre deinen Körper zu verändern bedeutet einen extrem hohen Aufwand bei extrem niedrigen Erfolgsaussichten, was dich also eher noch mehr enttäuschen wird als dir zu helfen.
Meine Gedanken sind nicht der Weisheit letzter Schluss, aber ich sehe keine andere Möglichkeit als einen Therapeuten, der dir hilft dein Problem auszuhalten. Es geht also nicht darum auf psychischem Weg zu lernen mit Ts umzugehen, sondern darum auf psychischem Weg zu lernen mit seinen körperlichen Unzulänglichkeiten umzugehen. Das aber hat nichts mit Ts zu tun, auch wenn dieses bei dir der Auslöser ist. Solche Probleme gibt es unabhängig vom Geschlecht.
dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 28. Feb 2019, 02:11 Jeder sollte eine individuelle Behandlung erhalten - zugeschnitten auf sein Leidensprofil.
Da gebe ich dir völlig recht, genau so sollte es sein.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 99 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ich habe diesen Satz eigentlich zum Thema Intersexualität und zu den Diskussionen über den Umgang mit dem "3. Geschlecht" geschrieben:

Intersexuelle Menschen: individuell selbstbestimmt und selbstbewusst statt fremdbestimmt mit Zwangsbeschluss!

Ich denke, er ist auch für transsexuelle Menschen richtig und wichtig und ruft noch einmal vor Augen, dass jeder Weg anders ist und wir kaum von einer "Gemeinschaft" sprechen können, wenn wir in die Details gehen.
Natürlich, ich freue mich auch, wenn wir eine "Gemeinschaft" sind und Menschen mit "ins Boot nehmen können", die mit uns für bessere Bedingungen streiten.
Allerdings kommt "Gemeinschaft" sehr an ihre Grenzen, wenn es um ganz individuelle Herausforderungen geht.
Auch ich habe leider (zu) oft argumentiert mit "müsste", "könnte", "versuch mal...".
Damit werden wir nicht weiter kommen.
Allerdings ist die Frage, wo und wie UserInnen mit ganz individuellen Herausforderungen Hilfe bekommen.

Gruß
Anne-Mette
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 100 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,
dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 28. Feb 2019, 02:11 Und ja, mich verbittert es, dass man alles über einen Kamm schert und dann auch noch so argumentiert wird. Jeder sollte eine individuelle Behandlung erhalten - zugeschnitten auf sein Leidensprofil.
Vom Grundsatz her ist das auch richtig. Und wenn ich mich mit anderen austausche oder hier lese stelle ich immer wieder fest, das jede Transition anders läuft. Gut so.

Doch es gibt Grenzen. Nicht alles ist möglich, manches vielleicht erst in ein paar Jahren. In der Netflixserie POSE wird gezeigt, wie die HIV-infizierten elend sterben und es kaum Hoffnung auf Rettung gibt. Das sieht heute ganz anders aus. Beim Thema Transition ist das ganz ähnlich. Die ersten GAOP's gab es in den sechziger Jahren (ich lasse mal die ersten Versuche in den Zwanzigern unberücksichtigt), heute sind wir da viel weiter, doch es gibt noch Luft nach oben. Aber wir können nur das nutzen, was uns derzeit zur Verfügung steht.

Abgesehen davon stört mich bei dieser Aussage der "Konsumentenansatz". Aus meiner Sicht ist jede für ihre Transition primär selbst verantwortlich und sollte dafür die bestmögliche Hilfe und Unterstützung bekommen. Und das Zuschneiden kann nur in der Kooperation zwischen dem Unterstützer (Arzt, Berater, Psychologe, ...) und der betroffenen Person gelingen.
dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 28. Feb 2019, 02:11 Ich bin ehrlich gesagt etwas erschüttert, dass hier die meisten der Meinung sind, dass TS pauschal mit einem Rezept "behoben" werden kann. So ungefähr: ich habe da was und gehe mal zum Arzt und lass mir was verschreiben. Schade!
Das ist aus meiner Sicht einfach Quatsch. Ich weiß nicht, woher Du das haben willst. Meine Wahrnehmung hier ist eine ganz andere. Vielleicht machst Du dir mal die Mühe und liest die Threads, in der andere TS hier von ihrem Weg und ihren Erfahrungen schreiben, so Du es noch nicht getan hast. Oder die Threads, in denen spezielle Themen wie beispielsweise HRT oder GAOP diskutiert werden.

Offen gestanden ist mir nicht klar, was Du mit diesem Thread eigentlich suchst bzw. erreichen möchtest? Ich habe viele Beiträge gelesen, die sich große Mühe geben, auf dich einzugehen und versuchen mit dir konstruktiv zu diskutieren. Aber irgendwie scheint das nicht bei dir anzukommen? Wieso eigentlich?

Von einzelnen Ausnahmen mal abgesehen, habe ich die Menschen hier immer als unterstützend und hilfsbereit erlebt. Einige davon habe ich persönlich kennen- und schätzen gelernt. Doch es ist auch wichtig, die Unterstützung und Hilfe anzunehmen und das Engagement der Menschen mit entsprechendem Respekt zu behandeln. Bei einigen deiner Antworten zu meinen und anderen Posts habe ich diesen Respekt sehr vermisst.

Liebe Grüße

Anke
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Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 101 im Thema

Beitrag von Cybill »

Weder physische- noch Psychotherapien können helfen, wenn der Patient keine Einsicht in die Notwendigkeit hat. Gerade auf unserem Feld haben viele Vorstellungen darüber, was eine Therapie bewirken kann, die jenseits aller Realität liegen.
Aus einem 1,85m, 90kg Althleten wird nunmal kein 1,60m 50kg 90-60-90 Püppchen, sondern bestenfalls eine schlanke Transfrau mit ausgeprägter H-Figur. Vom Gesicht und den Händen, will ich hier gar nicht schreiben. Das ist die Realität und nicht das was uns auf Instagramm, Pinterest oder ähnlichem vorgegaugelt wird.

Wenn ich meinen Kollegen oder Klienten sage: "Nehmt die Menschen, wie sie sind, ihr bekommt keine anderen!", dann meine ich auch immer den Menschen in dem der/die Betroffene selbst wohnen.

Ich weiß, es ist schwer mit sich selbst auszukommen, insbesondere, wenn die äußere Identität nicht mit der inneren - übereinstimmt. Aber es ist erreichbar.

Cybill
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 102 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Sternchen,

dass deine Transition nicht gut verlaufen ist will ich nicht bestreiten oder verharmlosen. Die Medizin oder die Mediziner haben versagt. Auch da kann ich nicht widersprechen. Da bin ich völlig bei dir. Um auf die Analogie zurückzukommen, du konntest auf Planeten A nicht landen. Die frage ist doch: Was machst du jetzt? Du hast die Mission abgebrochen und bist in den Selbstmitleidsmodus gegangen. Wie die KI 1. Das ist der springende Punkt. Man kann aufgeben und sich selbst bemitleiden aber das ist nicht die beste Art zu leben. Versuche es doch wie KI 2 oder KI 3 und mach etwas aus deinem Restleben. Das ist mein Problem mit deiner Situation. Ich kann es nicht ansehen wie du resigniert in Selbstmitleid und Vorwürfen badest. Ich habe nie behauptet: "Dir geht es doch gut Mädchen, nun hab dich nicht so". Wir verstehen deine Situation aber nicht die Schlüsse die du daraus ziehst. Ich weiß nicht wie ich es dir besser erklären kann.

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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 103 im Thema

Beitrag von Jaddy »

dunkles_sternchen hat geschrieben: Do 28. Feb 2019, 02:11Ich rede nicht davon, dass vielleicht einige Details nicht funktionieren. Für viele Menschen, die ich kenne, hat die Hormontherapie + GaOP nicht ansatzweise die körperlicher Angleichung gebracht, die man meinte dadurch zu erhalten. Der einzige Fehlschluss besteht darin zu glauben, dass eine pauschalisierte Behandlung für alle Formen der Transsexualität zu passen hat. Und bei wem das nicht für ausreichend Linderung sorgt, hat einen Dachschaden und soll zur Psychotherapie. Wie kommt man zu so einer Schlussfolgerung?

Und ja, mich verbittert es, dass man alles über einen Kamm schert und dann auch noch so argumentiert wird. Jeder sollte eine individuelle Behandlung erhalten - zugeschnitten auf sein Leidensprofil. TS kann sich viel zu unterschiedlich darstellen, als das man da ein Pauschal-Paket drüber bügeln kann und dann hat das zu passen. Ich bin ehrlich gesagt etwas erschüttert, dass hier die meisten der Meinung sind, dass TS pauschal mit einem Rezept "behoben" werden kann. So ungefährt: ich habe da was und gehe mal zum Arzt und lass mir was verschreiben. Schade!
Okay, das kam vielleicht anders an, als von mir gemeint. Zunächst einmal möchte ich die körperlichen Veränderungen vom "Rest" der Transition trennen. Vor allem von den Erwartungen an das neue Leben, wie eins gesehen, gelesen, akzeptiert und geliebt wird. Auch mit einem Top-Model-Körper ändert sich die Umgebung nicht spontan und der Inhalt des eigenen Kopfes auch nicht. Das bisherige Leben, die antrainierte Sozialisierung verschwinden nicht einfach. Ganz problematisch finde ich Projektionen der Art "(erst) wenn ich <soundso körperlich> bin, werde ich <Positivmerkmal>", wenn damit ein 180-° anderes Leben verknüpft wird. Deshalb finde ich begleitende Therapie sinnig. Das könnte auch ein Coaching sein oder viel Kontakt zu anderen, die diese Erkenntnis weitergeben. Sichtbarkeit und Community sind wichtig. Bei unserer ersten Pubertät hatten wir die auch.

Wenn dieses Problemfeld abgedeckt ist, kann eins sich bei den körperlichen Modifikationen wenigstens ein bisschen objektiver auf die rein kosmetischen Effekte konzentrieren und Möglichkeiten und Risiken besser abwägen - und sich vielleicht nicht aus reinem Wunschdenken auf die Dienstleistenden verlassen, die die rosigsten Versprechungen machen. Diese Eigenverantwortung kann meiner Meinung nach aber auch erwartet werden. Eins sollte bei Hormonen und OPs schon mindestens so viel eigene Recherche und Abwägung aufbringen wie beim Kauf eines neuen Autos oder Smartphones. Ich bin sehr dafür, dass Menschen eine möglichst umfassende Gestaltungshoheit über ihren Körper bekommen. Das beinhaltet aber zwingend, die Konsequenzen der Entscheidungen abzuschätzen und zu akzeptieren. Klar kann eins sich auf Fachleute verlassen. Aber genauso, wie wir Handwerker_innen auf die Finger gucken und Kassenzettel nachrechnen, müssen wir medizinische Fachmenschen und ihre Maßnahmen selber evaluieren und ggf in Frage stellen. Wir müssen entweder selbst zu Fachmenschen für die eigenen Körper werden, sonst verwirken wir viel von dem Recht uns nachträglich zu beschweren.

Dennoch können solche Sachen schief gehen. Fachleute können Fehler machen, jeder Körper ist anders und die medizinischen Möglichkeiten in vielen Bereichen noch reichlich rückständig. Tausende Menschen haben Nippelpiercings, eine Freundin bekam durch ihre eine fast lebensbedrohliche Mastitis. War das Risiko bekannt? Ja. Hat jemand "Schuld"? Keine Ahnung. Sollten Nippelpiercings deshalb generell verboten werden? Nope. In der Abwägung gegenüber der Freiheit jedes Menschen wäre das unverhältnismässig. Und bei Hormonen und OPs wäre es das auch.
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Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 104 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen »

Anke hat geschrieben: Do 28. Feb 2019, 10:44
Offen gestanden ist mir nicht klar, was Du mit diesem Thread eigentlich suchst bzw. erreichen möchtest? Ich habe viele Beiträge gelesen, die sich große Mühe geben, auf dich einzugehen und versuchen mit dir konstruktiv zu diskutieren. Aber irgendwie scheint das nicht bei dir anzukommen? Wieso eigentlich?
Ich kann mich nicht entsinnen, dass ich diesen Thread in irgendeiner Form Hilfe gesucht hätte. Wo steht das? Wenn jemand keine Hilfe sucht, sollte man auch keine Ferndiagnosen starten. Es heißt nicht umsonst auch Ratschläge sind Schläge. Es ging hier lediglich um eine sachliche Diskussion, die wieder mal auf eine persönliche Ebene umgelenkt wurde. Das war keineswegs das Ziel.

Hilfe über solche Foren oder generell von Dr.Google/Internet empfinde ich eher als kontraindiziert. Ganz einfach deswegen, weil mich niemand persönlich kennt, nie mit mir gesprochen hat, es gab keine Anamnese, sondern nur eine Hand voll Posts. Zudem verfügt hier niemand über eine Ausbildung zum Psychologen. An der Stelle müssen wir mal ehrlich sein und in der Summe festhalten, dass man damit vielleicht Alltagsprobleme besprechen kann, aber keine ernsthaften Probleme. Aus diesem Grunde möchte ich das nicht.

Jaddy hat geschrieben: Do 28. Feb 2019, 11:08 Fachleute können Fehler machen, jeder Körper ist anders und die medizinischen Möglichkeiten in vielen Bereichen noch reichlich rückständig. Tausende Menschen haben Nippelpiercings, eine Freundin bekam durch ihre eine fast lebensbedrohliche Mastitis. War das Risiko bekannt? Ja. Hat jemand "Schuld"? Keine Ahnung. Sollten Nippelpiercings deshalb generell verboten werden? Nope. In der Abwägung gegenüber der Freiheit jedes Menschen wäre das unverhältnismässig. Und bei Hormonen und OPs wäre es das auch.
Mir ginge es ja vielmehr darum das gesamte Potenzial der Medizin auszuschöpfen. Das wird ja nicht gemacht. Eine FFS würde vielen Transfrauen sehr helfen oder auch ein einfacher Lipotransfer, der heute fast schon ein Standardeingriff ist. Überlege dir mal, wie viele Leute Knie- oder Hüftprothesen oder Stends, Transplantationen bekommen. Da zuckt die Kasse keinen Moment und das sind teils viel aufwändigere Eingriffe.

Aber für diesen Maßnahmen gibt es einfach keine Handhabe im TSG. Wenn ich die Notwendigkeit solcher Maßnahmen anzweifle, muss ich aber auch konsequent kritisch mit der HRT und GaOP umgehen. Da wird mir als transsexuelle Person per Gesetz vorgeschrieben, wie sich mein Leidensdruck zu lindern hat. Und wenn das nicht ausreicht, wird nicht etwa eine weitere Maßnahme angesetzt, sondern einen Behandlung beim Psychologen. Das Geld, was meine Kasse bereits beim Psychologen verbraten hat, hätte definitiv für eine weitere OP gereicht. Ums Geld kann es also nicht gehen. Worum dann?

Wie gesagt: Ich verweigere mich vehement die aktuellen Maßnahmen aus dem TSG + Brustaufbau als ausreichend anzusehen. Vor allem dann nicht, wenn bei der betreffenden Person durch weitere Maßnahmen deutlich positive Effekte auf das seelische Wohlbefinden zu rechnen ist. Stattdessen behandelt man symptomatisch und redet der Person ein, dass es lediglich eine Frage der inneren Haltung ist. Stellt für mich eine grundsätzliche falsche Herangehensweise dar. Vor allem auch völlig inkonsequent. Die Notwendigkeit einer GaOP stellt ja auch niemand in Frage. Nur besteht ja eine Frau nicht nur aus einem Geschlechtsteil.
ExuserIn-2019-12-22

Re: Intoleranz und Uneinigkeit der "Gemeinschaft"

Post 105 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

Stents, Hüftprothesen und Transplantationen sind idR Eingriffe, welche eine Notwendigkeit vorweisen um auf der einen Seite überhaupt weiter leben zu können und um halbwegs uneingeschränkt leben zu können.
Ein kaputtes Hüftgelenk ist ein größerer Einschnitt in die Lebensqualität als wenn man mit seinem Körper unzufrieden ist.
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