Valeries Welt
Valeries Welt - # 57

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Tina-K.
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Re: Valeries Welt

Post 841 im Thema

Beitrag von Tina-K. »

.
Ja gerne.... ich hatte mir nur vorhin ausgerechnet, dass ich dann wohl eine neue Seite auf gemacht hätte.

Vielen Dank für den kleinen Rückblich auf Valeries Leben.
Und wie stolz sie dann auf ihren Körper wurde.. .Körperhaltung ... Gangart.... Wirkung auf Männer.... usw.
Wieder sehr schön..... ))):s
Freue mich schon auf die Fortsetzung.

Hexe Tina )..)c

PS bitte zurück blättern und auch Valeries Geschichte lesen.
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 842 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Tina-K. hat geschrieben: Di 29. Mär 2022, 18:21 .

Und wie stolz sie dann auf ihren Körper wurde.. .Körperhaltung ... Gangart.... Wirkung auf Männer.... usw.


Hexe Tina )..)c

PS bitte zurück blättern und auch Valeries Geschichte lesen.
Stolz, das ist genau das richtige Wort, gut beobachtet.

Lieben Gruß, Valerie

P.S. Und natürlich die alten Kapitel lesen, aus ihrer Stuttgarter Zeit... (2017, 2018)... empfehle ich sehr...
Tina-K.
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Re: Valeries Welt

Post 843 im Thema

Beitrag von Tina-K. »

.
Ja.... 2017 und 2018 kenne ich ja noch. Da war ich ja noch hier...
und hatte doch auch das Bild eingestellt... das blaue Kleid.

Auch lieben Gruß (smili)
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 844 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

das blaue Kleid !!! Wow (fwe3)
Marit
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Re: Valeries Welt

Post 845 im Thema

Beitrag von Marit »

Hallo Valerie,

das sind ja interessante Entwicklungen und ich bin auf das Ergebnis neugierig.
Dass eine GaOP sozusagen als Zugabe zur Brustimplantation angeboten wird hätte mich in Deutschland gewundert. Ist das in Frankreich wirklich so unkompliziert oder einfach der Story geschuldet?

Das Brustgefühl kenne und genieße ich inzwischen auch, allerdings kann ich seitdem keine Silikoneinlagen mehr dazu tun, das drückt unangenehm. Schaumstoff-Schalen sind dagegen OK wenn das Kleid sonst nicht sitzt.

Liebe Grüße von Marit
Nichts ist für immer.
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 846 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

uferlos hat geschrieben: Mi 30. Mär 2022, 07:17 Hallo Valerie,
Dass eine GaOP sozusagen als Zugabe zur Brustimplantation angeboten wird hätte mich in Deutschland gewundert. Ist das in Frankreich wirklich so unkompliziert oder einfach der Story geschuldet?

Das Brustgefühl kenne und genieße ich inzwischen auch, allerdings kann ich seitdem keine Silikoneinlagen mehr dazu tun, das drückt unangenehm. Schaumstoff-Schalen sind dagegen OK wenn das Kleid sonst nicht sitzt.
Liebe Grüße von Marit
Hey Marit,
Zu deiner ersten Frage: Eine simple Zugabe würde ich das nicht nennen, was Doktor Causse ihr angeboten hat. Um die Situation besser zu verstehen, ruf dir mal die Situation und die dortigen Verhältnisse ins Gedächtnis: Sie hat dort in der Region eine gewisse Bekanntheit als immobilière mit einem gewissen Vermögen im Hintergrund. Er ist Chef einer Privatklinik, er beschäftigt sich hauptsächlich mit ästhetischer Chirurgie, und wir sind in Südfrankreich, also alles locker...

Zu deiner Anmerkung "Brustgefühl": Das mit dem unangenehmen Druck stimmt. Sie nimmt deshalb auch keine vollen Silikonbrüste mehr, seit die Oberweite so zugenommen hat. Effetiv sind das nur noch kleine oder mittelgroße Kissen aus Silikon, die unten in den BH eingelegt werden (geht nicht bei jedem BH, man braucht Bügel-BHs dazu). Die Kissen heben die natürliche Brust deutlich an (wenn sie die optische Dekolleté-Wirkung will). Schalen aus Schaumstoff geht natürlich auch, wie du sie nimmst.

Mit den neuen Implantaten wird das natürlich alles der Vergangenheit angehören, sie wird dann keine solchen Hilfskonstruktionen mehr brauchen.

LG, Valerie
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 847 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Episode 24: Vor der Operation

Valerie war ungeduldig. Die Wochen bis zu ihrer Brust-OP kamen ihr sehr lang vor, obwohl der Termin gleich 2 Monate nach ihrer ersten Besprechung in der Clinique Causse angesetzt worden war. Privatpatienten kommen eben schneller dran. Zeitgefühl, das lernen wir jedenfalls daraus, ist eine sehr subjektive Empfindung, was nichts anderes besagt als dass die Ereignisse, welche wir stark herbeisehnen, uns oft noch ganz weit weg erscheinen, dann dreht sich die innere Uhr sozusagen im Schneckentempo und die Zeit will uns kaum vergehen.

Sie wollte diese Operation wirklich, sehnte sie herbei, hätte sich lieber heute als morgen unters Messer des Operateurs gelegt.

Obwohl Valeries Tage also langsam vergingen, verliefen ihre ersten Arbeitswochen als gestionnaire immobilière (Immobilienmaklerin oder Repräsentantin der Immobilienfirma) durchaus arbeitsreich, wie bereits geschildert. Sie erwarb sich bald einen gewissen Ruf bei den Handwerkern der Stadt, denn sie vergab viele kleine Aufträge an die zahlreichen Installateure, die menuisiers (Schreiner) und électriens (Elektriker) und auch an die Fernsehtechniker der Stadt. Irgendetwas war immer zu reparieren. Im Gegensatz zur allgemeinen Meinung, Handwerker seien heutzutage kaum zu kriegen, fiel es ihr nicht schwer, an gute Handwerker zu kommen, was wohl weniger an ihrem bestimmten Auftreten am Telefon lag als vielmehr daran, dass ein Handwerker wohl stärker geneigt ist, zuzuhören und die Ohren zu spitzen, wenn der Kunde gleich zu Anfang des Gesprächs durchblicken lässt, dass er kein Einzelkunde ist sondern Hunderte von Objekten verwaltet. Valerie hatte bei ihren Handwerkern bald den Ruf weg, dass sie genau hinschaut aber auch wiederkommt, wenn jemand gut gearbeitet hatte, und natürlich auch umgekehrt. Nachlässigkeiten oder Schlampereien mochte sie nicht, einfach so durchgehen ließ sie jedenfalls nichts.

Bald schien der Winter vorbei zu sein. Mit der Zeit änderten sich die Temperaturen, es wurde draußen wärmer, und plötzlich war der Frühling da.
Dieser fängt im Mittelmeerraum ein paar Wochen früher als in nördlicheren Breiten, und dieses Jahr kam er mit Macht. Plötzlich, von einer Woche auf die andere war zu draußen bemerken, wie die Natur sich regte, die Blumen zu blühen begannen und die Knospen überall zu sprießen anfingen.
Draußen in der Stadt änderte sich das Straßenbild, die Straßencafés machten wieder auf, die kleinen Plätze füllten sich mit mit Sonnenschirmen, Tischen und Stühlen, die Winterklamotten verschwanden im Kleiderschrank, die Röcke der Mädchen wurden kürzer, Hosen schienen bei den Mädels mit einem Mal fast ganz verschwunden zu sein, die Damenwelt zeigte wieder Bein.

Auch bei Valerie schien sich der Körper auf die neue Jahreszeit einstellen zu wollen. Besonders im Brustbereich spürte sie jetzt öfter wieder öfter dieses Ziehen oder Kitzeln, kein wirklicher Schmerz, sondern eher eine Art erhöhte Empfindlichkeit, die sie vor allem in den Brustwarzen lokalisierte.

Ein Gespräch mit ihrem behandelnden Arzt, Dr. Herriau, am Telefon brachte keine zufriedenstellende Erklärung er bat sie in seine Sprechstunde. Aber auch die intensivere Untersuchung durch den Arzt mit anschließendem Bluttest erbrachte nur die Vermutung, dass es sich wohl um eine hormonelle Störung oder Überschussreaktion in ihrem Körper handle. Seine Empfehlung lief darauf hinaus, sie solle es weiter beobachten und sich melden, wenn die Reizung stärker würde.

Da dieses aber nicht der Fall war, wartete sie weiter ab, dass die Zeit vergeht, es waren ja nur noch wenige Wochen bis zu ihrer OP, und dann, so hoffte sie, würde wohl alles anders, das heißt, dann würde sie ja künstliche Hormone bekommen womit die Sache hoffentlich in geregelten Bahnen verliefe. Sie behalf sich mit neuer, weiterer Unterwäsche, trug ab dann unter ihren Pullis und Blusen nur noch einen ganz leichten Soft-BH der nicht mehr so eng anlag und vor allem ohne Bügel war, das verschaffte ihr auch Erleichterung.

In der Nacht vor der OP schlief sie schlecht, was wohl niemanden verwundert. Am Abend vorher schon hatte sie einen kleinen Koffer gepackt, wie es hieß, wäre nur ein kurzer Klinikaufenthalt angesagt, was das konkret bedeutet, wäre wohl vom Verlauf der Heilung abhängig. Am Morgen nahm sie überhaupt nichts zu sich, verzichtete sogar auf ihren geliebten Kaffee, denn sie sollte nüchtern erscheinen.

Bei der Fahrt nach Colombiers in die Klinik dachte sie noch einmal an die Implantate, die sie heute bekommen würde, sie hatte sie bereits gesehen auf Fotos, die ihr Dr. Causse gezeigt hatte. Groß, breit und schön tropfenförmig waren sie ihr erschienen, etwas hängend, aber das war für eine Frau in ihrem Alter wohl auch angebracht, dachte sie, als sie ihr Auto abschloss und die Kliniktür passierte, den kleinen schwarzen Rollkoffer am ausgestreckten rechten Arm hinter sich herziehend.

Fortsetzung wie üblich in etwa einer Woche, (Do / Fr / Sa)

Lieben Gruß

Valerie :()b
Tina-K.
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Re: Valeries Welt

Post 848 im Thema

Beitrag von Tina-K. »

.
Wieder sehr schön, ich kann richtig mit fühlen. (he)

Eine Stelle
>" Hosen schienen bei den Mädels mit einem Mal fast ganz verschwunden zu sein, die Damenwelt zeigte wieder Bein."
erinnerte mich an den Film:
Der Mann, der die Frauen liebte von François Truffaut ...."wie auf ein geheimes Zeichen..."
so ungefähr," kommen sie wieder hervor"

Hexe Tina ist ganz hin und weg.... hoffentlich geht alles gut.

...... )..)c ))):s
.
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 849 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Liebe Tina,
Francois Truffaut...war das nicht dieser gutaussehende Schauspieler, der dann auch mal eine Zeitlang mit Brigitte Bardot verheiratet war ?

bisous, Valerie
Anne-Mette
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Re: Valeries Welt

Post 850 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Truffaut ist eher als Regisseur bekannt, obwohl er auch in einigen Filmen mitgespielt hat:

https://de.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7ois_Truffaut

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Mann, ... uen_liebte

Ob er nun "guraussehend" war, kann ich nicht beurteilen.
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 851 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Ich habe das nochmals nachgeschaut in Google. Ich habe Truffaut mit Jean-Louis Trintignant verwechselt. Und dieser war damals auch nicht verheiratet mit der Bardot, sondern hatte nur eine heftige Liaison mit ihr, die damals eine Zeitlang durch die Presse ging. "Womanizer" waren sie wohl beide, Truffaut und Trintignant, aber damals gehörte das zu einem französischen Filmstar wohl auch dazu.
Tina-K.
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Re: Valeries Welt

Post 852 im Thema

Beitrag von Tina-K. »

.
Danke für den Link Anne-Mette (has-o)

Über sein Privatleben wusste ich auch nichts.
Ich kann mich nur erinnern, das er in meiner Jugend paar mal lobend erwähnt wurde, er musste wohl was Besonderes sein.

Ich fand den Film so toll.
Sowas ähnliches könnte mir, in harmloserer Form wohl auch passieren, dass ich mal auf der Strasse stolpere und hin falle, weil ich meine Augen sonstwo hatte.

Ich weiss auch gar nicht mehr, ob wir den Film damals im Westfernsehen gesehen hatten ( ich wohne nicht weit zur Grenze ) oder im DDR-Fernsehen.
Was ja durchaus auch möglich war, so abgekppelt von der Welt waren wir ja auch nicht.
Jedenfalls hatten wir uns am nächsten Tag im Kollegenkreis sehr begeistert darüber unterhalten.

elgetina ))):s
.
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 853 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Ankündigung für meine Leserinnen und Leser:
Morgen, Do. 7. April wird hier im Forum Episode 25 veröffentlicht, es geht um Napoleon, den Canal du Midi und um Immobiliengeschäfte sowie eine Stützbandage, die etwas drückt.

Lieben Gruß, Valerie :()b
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 854 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Episode 25: Das Leben geht jeden Tag ein Stückchen weiter.

Ihr Zimmer hatte ein schönes Panoramafenster, das direkt auf die mächtigen grünen Platanen blickte, die den Kanal säumten. Napoleon, so sagen einige, habe seinerzeit die Bäume entlang des Kanals pflanzen lassen, um es seinen Truppen zu ermöglichen, über längere Strecken im Schatten zu marschieren. In Wahrheit haben diese Alleen entlang des Kanals allerdings nichts mit Napoleon zu tun, denn der von dem Ingenieur Paul Riquet Ende auf Geheiß seines Königs Louis Quatorze bereits gegen Ende des 17. Jahrhunderts erbaute Kanal mit Namen Canal du Midi erhielt schon damals diesen Saum von schattigen Bäumen entlang seiner Ufer, um den Schiffern und Treidelpferden, welche die großen Lastkähne ziehen mussten, kühlen Schatten zu spenden und so das Leben zu erleichtern, denn die Sonne kann höllisch heiß vom Himmel brennen, wenn sie im Zenith steht, dort unten im Midi, wie die Franzosen für diese Region sagen. Das Wort Midi steht eigentlich für "Mittag", aber im übertragenen Sinn auch für den ganzen Süden Frankreichs.

Valerie vertrieb sich die Langeweile mit dem Zählen der Touristenboote. Heute schippern kaum noch Lastkähne auf dem alten Kanal, der den Atlantik mit dem Mittelmeer verbindet. "Le canal entre les deux mers" (Kanal zwichen den beiden Meeren) sagen die Franzosen. Nein, es sind fast ausschließlich Freizeitskipper welche ihre oft großen komfortablen Wohnschiffe, mit Küche, Salon und mehreren Schlafkabinen von Hafen zu Hafen bewegen und auf diese Weise mit ihrer Familie dort in Südfrankreich einen romantischen Urlaub verbringen. Übrigens, ohne dafür einen besonderen Boots-Führerschein zu benötigen.

Die Operation war wie erwartet problemlos verlaufen und schon nach wenigen Tagen fühlte sie sich dank der starken Schmerztabletten zwar noch etwas dämmerig, aber trotzdem schon wieder fit genug um tagsüber das Krankenbett zu verlassen, sie saß dann oft lange am Fenster, und schaute den Booten auf dem Kanal zu. Mit ihrem neuen Busen war sie ausgesprochen zufrieden, sie hatte sich gleich nach dem ersten Aufstehen ein paarmal nackt vor dem großen Badezimmerspiegel gedreht und sich vertraut gemacht mit ihrem neuen Körperprofil. Und man kann es wirklich sagen: Sie gefiel sich selbst.

Lediglich das Gefühl der Schwere am Oberkörper war neu und ungewohnt, sie musste sich erstmal daran gewöhnen, da vorne jetzt etwas mehr "Masse" zu tragen als das vorher gewesen war. Gewöhnungsbedürftig war auch, dass sich dort jetzt beim Gehen etwas Neues bewegte. Neue Gefühle, neue Erfahrungen.

Etwas unangenehm war ihr auch dieses feste Stütz-Korsett, das sie im Krankenhaus ständig tragen musste, wenn sie im Zimmer und auf den Fluren unterwegs war. Das Teil gefiel ihr überhaupt nicht, denn es war lachsfarben! Schrecklich altmodisch! Ziemlich panzerartig! Etwa so geschnitten wie ein alter Longline-BH mit breiten Trägern und festen vorgeformten Körbchen, welche die neuen Brüste unbeweglich umschlossen. Auch der Verschluss war nicht wie bei einem richtigen Korsett hinten mit einer Reihe von Häkchen und Ösen, sondern auf der Vorderseite mit zwei breiten Klettverschlussbändern, damit konnte man es enger oder weiter einstellen. Das Teil machte sie pummelig und sah fürchterlich altmodisch aus, so ihr erster Eindruck, aber gut, es sollte ja Halt geben und die Heilung fördern und dafür war es wohl auch richtig und sinnvoll. Valerie trug es tapfer. Aber gleich nach ihrer Entlassung würde sei es wegwerfen.

Der Arzt, ihr Doktor Herriau war mit ihrem Heilungsverlauf zufrieden und so wurde ihr die baldige Entlassung in Aussicht gestellt. Sie hatte Internet in ihrem Zimmer und konnte so die beiden letzten Kliniktage bereits voll angekleidet mit Computerarbeit am Tisch verbringen, sie nutzte die Zeit, um per eMail und Telefon ein paar alte Kontakte wieder neu zu knüpfen. Businesskontakte, aber auch ein paar Private.


Auf diese Art erfuhr sie auch von einem neuen Bau-Projekt, einer neuen Wohnsiedlung, die ein gewisser Monsieur Angelotti, seines Zeichens Immobilien-Entwickler, ganz in der Näher ihres alten Wohnorts Chateau Seriège plante. Das Projekt schien noch im frühen Planungsstadium zu sein, war aber bereits im Internet mit einer Seite vertreten, es gab dort eine Projektskizze, die sofort ihr Interesse erweckte.

Sie entnahm der Internetseite, dass man offenbar bereits Leute suchte, die sich für einen späteren Kauf vormerken ließen. Angelotti, der Name sagte ihr etwas. Ja, richtig. Das war doch die Gesellschaft, die überall in der Gegend Ackerland aufkaufte um später darauf Wohnungen oder Ferienhäuser darauf zu bauen. Ein einträgliches Geschäft, wenn man in Rechnung stellt, dass für die Projektgesellschaft der Einkaufspreis für das Ackerland oft nur bei wenigen Euros betrug, nach seiner Umwidmung in Bauland dann aber oft wundersam an Wert gewann.

"Un metre carré c"˜est pour un franc" (Ein Quadratmeter für einen Franc) so ein alter Spruch, der bei Landverkäufen unter den Weinbauern hier unten im Süden in der Vergangenheit immer gegolten hatte, in diesen alten Zeiten, als das Land noch praktisch wertlos war, höchstens Weinfelder oder eben nichts, also nur die normale garrigue (Gestrüpp, darin niedrige wacholderartige Gehölze) .
Valerie wusste sehr genau, dass sich das geändert hatte und die Landpreise heute komplett anders waren, bei etwa 60 bis 80 Euro, je nach Lage. Verkaufspreise für Baugrundstücke, wohlgemerkt. Wo die aktuellen Einkaufspreise für Bauland oder Bauerwartungsland lagen, das wollte sie aber noch herausfinden.

26 Häuser wollte die Gesellschaft in der neuen Siedlung bauen, so war es der Projektskizze zu entnehmen, jedes auf einer Grundfläche von 600 Quadratmetern, eine gängige Größe heutzutage in dieser Region.


Soviel für heute, Fortsetzung am kommenden WE vor Ostern.

L.G. Valerie. :()b
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Re: Valeries Welt

Post 855 im Thema

Beitrag von Tina-K. »

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Jetzt hab ich doch endlich diesen Canal gefunden...
Ja ich bin doch so ein Landkarten- und GoogleMaps-Freak.
( oder Freakin..??. ne klingt nicht so gut )

Colombiers in der Nähe von Beziers... ist das richtig..??
Gleich auch bißchen GoogleMapsStreetView.
Jetzt hab ich so eine ungefähre Vorstellung, welchen Ausblick Valerie hat.

Wieder sehr schön.... vielen Dank (flo)

Bitte auch dadrüber Valeries Geschichte lesen.
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